|
Die Zuschauer in Lissabon springen von den Sitzen. Die beiden Legenden kommen! Zereo Killer und Morbeus.
Laura: „COMING TO THE RING YOUR GFCW TAG TEAM CHAMPIONS: ZERBEUS!”
Und da machen sich die beide auch schon auf dem Weg in den Ring. Morbeus in seiner obligatorischen 1999-Hardcore-Style Garderobe und ZK natürlich maskiert und mit Christano Ronaldo-Trikot am Start.
Zerbeus entern den Ring und holen sich von Laura direkt zwei Mikrofone ab. Die Titel werden selbstversätndlich auch wieder in die Luft gehalten. Not bad für die beiden Legenden. Die Titel sind noch immer bei Ihnen….
Morbeus: „Lissabon! Eure Lieblingswrestler sind da!“
Jubel brandet auf. Zereo genießt den Applaus sichtlich.
Morbeus: „Wir haben New Level überlebt – irgendwie. Und haben zur Kenntnis genommen, dass jede Menge Teams sich mit uns um den Titel messen wollen. Doch wen nehmen? Klar, es gibt immer Teams, die näher am Shot sind als andere. Manche könnten meinen, sie wären der klare No. 1 Contender. Aber wir wollen es breiter fassen. Quasi einen SHORTCUT TO THE TOP bereiten. In zwei Wochen wird eine Battle Royal unseren nächsten Gegner bei Conquista bestimmen! Wir haben bei New Level gebeten nun hier in Portugal sich zu zeigen und sich anzumelden. MÖGE DAS CASTING beginnen.“
Das Licht geht kurz aus…..
„Welcome to YOUR nightshow!!“
Die Stimme des Night Fighters hallt durch die Arena und wird sofort als diejenige vernommen. Die Leute im Ring, allen voran die Champions drehen ihre Augen zum Entrancebereich, als der altbekannte Trademarkspruch des Hundes ertönt. Zuerst kommt allerdings seine Tag Team Partnerin auf die Stage. So laut wie hier und jetzt in Lissabon war der Jubel noch nie bei einem GFCW Auftritt des indischen Leitsterns – inklusive ihres Auftritts heute zuvor am Abend, als Stella Nova ihr Match gegen Jay Taven hatte. Sicherlich, das Match war von ihr gut geführt und hat einige neue Fans kreiert, der größte Unterschied zwischen ihrem Auftritt zuvor und ihrem Auftritt jetzt ist jedoch, dass Mad Dog nun an ihrer Seite ist und er es zuvor nicht war. Anders gesagt gebührt der Bonusjubel eigentlich auch nicht ihr, sondern dem heutigen Gegner von The End, aber das ist kein Detail, der im selbstbewussten Kopf der Rekordtitelträgerin von WFW eine Rolle spielt. Im Gegenteil: sie spielt gern die Vorhut, tänzelt gen Mitte der Entrance Stage und posiert dort, wie sie hinter sich gen Mad Dog deutet und so die Fans animiert explizit dessen Namen zu chanten.
Die unbekannte Konstante lächelt und nickt Stella zu. Er freut sich, dass der Respekt der beiden füreinander gegenseitiger Natur ist. Doch er wäre nicht MD, wenn er nicht auch noch etwas zu ergänzen hätte.
Mad Dog: „Ja, Morbeus, dies können entscheidende Wochen für uns beide werden, huh?! Mögliches Halbfinale im Forge Turnier… und mögliches Tag Titelmatch. Nach heute Abend vielleicht gar Title vs. Title – oder würde einer von euch da ‚nein‘ sagen, huh?!“
Die Töle zwinkert. Die Fans jubeln. Ob sie nun die einen oder die anderen als Champions sehen wollen, ein mögliches Match der beiden Teams finden scheinbar alle gut.
Mad Dog: „Um ehrlich zu sein, finde ich die Vorstellung ebenso geil, wie den Umstand, dass auch wir unsere Klinge noch einmal kreuzen könnten, MacKenzie! Vielleicht weiß ich besser als du, dass meine Zeit im Ring begrenzt ist… Topmatches nur noch wenige möglich sind. Wir müssen kein Stable mehr gründen, Allianzen schmieden oder angebliche Prioritäten setzen – nein, wir können uns auf das konzentrieren, was wir am besten können: Kämpfen!“
Ein vorfreudiges Lächeln umspielt seine Lippen. Dann aber geht sein Blick zu den anderen Teams.
Mad Dog: „Ihr anderen Teams, bringt also alles, was ihr habt, sprecht Strategie um Strategie ab, krallt euch verzweifelt an eurem Partner fest oder überlegt euch allerhand Tricks, um uns rauszuwerfen. Egal. Stella und ich haben schon hunderte Hürden übersprungen, tausende Ziele erreicht. Die Welt weiß: Wenn wir etwas wollen, kriegen wir es. Und wir wollen genau das, wofür ihr uns im Weg steht! Die GFCW Tag Team Championship!“
Morbeus und ZK nicken Mad Dog und Stella zu. Dann werden beide kurz noch in den Ring gebeten und beide unterzeichnen auf einem Blatt Papier – vermutlich eine Anmeldeliste.
Pete: „Gut, dass alles schriftlich aufgenommen wird. Nicht das ein Team verloren geht.“ Sven: „Ach, was ein bürokratischer Müll. Als ob das jemand verschnarchen würde!“
Mad Dog und Stella verweilen dann im Ring.
Die War Evening in Barcelona wird dann auf dem Titantron eingeblendet.
Und plötzlich wird die Halle dunkel. Sofort beginnen die Buhrufe denn die Fans wissen wer nun kommt.
Pete: „Oh nein…“
Sven grinst sofort.
Sven: „Jetzt wird’s interessant.“ Pete: „Die haben vor zwei Wochen doch erst den Arsch versohlt bekommen…was wollen die hier?“ Sven: „Jeder ist eingeladen…also auch die beiden.“
Keine Musik.
Nur Stille.
Fast zehn Sekunden lang.
Eine unangenehme Stille.
Dann ertönt langsam ein einzelner tiefer Celloton.
Dumpf.
Schwer.
Altmodisch.
Weitere Streicher setzen ein. Langsame klassische Musik.
Nicht episch.
Nicht heroisch.
Sondern bedrohlich. Wie ein Trauermarsch. Auf dem Titantron erscheint in großen grauen Buchstaben langsam nur ein Satz.
THE FOUNDATION NEVER DIES
BOOOOOOOOOOOOOOOOO!
Dann erscheinen Titan und Tha Bomb langsam auf der Stage.
Komplett in Schwarz. Schwarze Boots. Schwarze lange Coats. Graue Akzente an den Schultern und Handschuhen. Keine modernen Designs. Keine Neonfarben. Keine Show. Nur pure Old School Aura.
Pete: „Die beiden wirken inzwischen fast wie Relikte aus einer anderen Zeit.“ Sven: „Nein Pete… sie wirken wie die Männer die diese Zeit erschaffen haben.“
Titan bleibt mitten auf der Stage stehen. Tha Bomb etwas hinter ihm. Die Fans buhen laut. Sehr laut. Doch T’n’B reagieren überhaupt nicht darauf. Sie stehen über dem was andere sagen. Sie stehen über den Fans. Über der GFCW Galaxy.
Keine Gesten.
Keine Antworten.
Arroganz pur.
Sie stehen einfach nur da und schauen Richtung Ring. Fast wie zwei Mafia-Bosse die entscheiden welche Teams heute sterben dürfen. Langsam erscheinen auf dem Titantron Bilder vergangener Tag Teams.
Alte Teams.
Ehemalige Champions.
Alles in schwarz-grau.
Pete: „Sie wollen damit allen Teams eine Botschaft senden.“
Sven: „Nein. Sie erinnern nur jeden daran, wem diese Division gehört.“
Titan marschiert langsam weiter Richtung Ring. Tha Bomb direkt neben ihm.
Synchron.
Ruhig.
Bedrohlich.
Die klassische Musik läuft weiter. Leise und dunkel. Fast unangenehm ruhig für die beiden die so viel Leid verursacht haben. Und genau deshalb wirkt es so gefährlich. Am Ring angekommen bleibt Tha Bomb plötzlich stehen. Er schaut langsam nach oben. Zum Titantron. Dort erscheint jetzt das Bild von Zerbeus, den aktuellen Champions.
Großer Jubel der Fans. Doch direkt darunter erscheinen langsam die Worte:
WE ARE STILL HERE
BOOOOOOOOOOOOO!
Titan steigt langsam auf den Apron. Tha Bomb folgt direkt dahinter. Beide bleiben kurz gleichzeitig stehen. Die Musik verstummt fast komplett. Nur noch ein einzelner tiefer Ton bleibt übrig.
Pete: „T’n’B haben ihr Titelmatch verloren… aber ich glaube nicht dass sie akzeptieren dass ihre Zeit vorbei ist.“ Sven: „Weil ihre Zeit niemals vorbei sein wird.“
Dann steigt Titan langsam durch die Seile. Tha Bomb bleibt noch kurz draußen stehen und schaut in die Kamera Direkt hinein und hält inne. So als wolle er die ganze Welt fixieren. Dann sagt er nur einen einzigen Satz.
Leise und ruhig.
Fast kalt.
Tha Bomb: „Barcelona wird uns gehören.“
Die Halle explodiert vor Buhrufen.
Tha Bomb: „Der Sieg wird uns gehören.“
BOOOOOOOOOOOOOOOO!!!
Tha Bomb: „Die Gürtel werden unser sein!!“
BOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOO!!!
Tha Bomb: „Zerbeus wird uns gehören!!!“
Dann steigt auch Tha Bomb langsam in den Ring.
Keine Pose.
Keine Feier.
Nur dieses Gefühl…diese Aura
Alles an den beiden vermittelt…dass sie nicht zur Battle Royal fahren um NUR zu gewinnen, nein…sie fahren zur Battle Royal sondern sich zurückzuholen was sie als ihr Eigentum ansehen.
Titan hat gerade wieder das Mikrofon gehoben.
Titan: „Nicht nur Zerbeus wird uns gehören…“
Er schaut bedrohlich ins Publikum.
Titan: „Auch ihr…“
Er deutet auf alle anderen Teams.
Titan: „Auch ihr werdet mit uns in den Ring steigen…“
Die Blicke der anderen treffen ihn.
Titan: „Und somit gehört auch IHR UNS!!!“
BOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOO!!!
Titan: „Und KEIN anderes Team was normal denkt…“
Plötzlich.
Stille.
Komplette Stille.
Das Licht geht aus.
Nicht langsam.
Nicht dramatisch.
Einfach.
SCHWARZ
Die Fans reagieren sofort laut. Es wird unruhig. Niemand weiß so Recht was nun wieder kommt.
Pete: „Oh nein…“ Sven: „Wer kann denn jetzt noch kommen??“ Pete: „Es sind doch alle da…“
Auf dem Titantron erscheinen verschwommen Worte
Wirklich alle, Pete???
Pete: „Was zur Hölle????“
Dann ertönt plötzlich… Flötenmusik. Leicht. Fast fröhlich. Wie aus einem billigen Fantasyfilm aus den 70ern. Auf dem Titantron erscheint ein völlig harmloser kleiner weiße Hase. Die Halle reagiert sofort. Die Fans rasten aus und stehen auf den Stühlen.
Pete: „JAAAAAAAAAAAAA!!!“ Sven: „NEEEEEEEEEEIN!!!“
Der Hase sitzt einfach nur dort. Kleine rosa Augen. Große Ohren.
Niedlich.
Fast lächerlich.
Pete: „…okay?“ Sven: „Was soll der Scheiß jetzt?“
Dann erscheint plötzlich ein zweiter Hase daneben. Die beiden schauen einfach nur in die Kamera. Langsame Zoomfahrt. Dazu läuft diese völlig unpassende fröhliche Musik weiter. Und plötzlich erscheinen schwarz Ritter auf Pferden. Komplett überzeichnet. Offensichtlich billige Animation.
Auf ihren Schilden:
Logos anderer Tag Teams der GFCW.
Die Fans lachen sofort.
Pete: „OH MEIN GOTT.“ Sven: „Das meinen die doch nicht ernst.“
Die Ritter reiten langsam Richtung Hasen. Einer zeigt auf sie. Untertitel erscheinen:
LOOK AT THE LITTLE BUNNIES
Die Halle lacht laut. Dann zoomt die Kamera dramatisch auf einen der Hasen. Die rosa Augen beginnen leicht zu leuchten.
Die Musik stoppt.
Komplette Stille.
Pete: „…oh nein.“
PLÖTZLICH SPRINGT DER HASE DIREKT IN DIE KAMERA!
RIESIGE ROSAFARBENE BLUTFONTÄNE!
Ein Ritterkopf fliegt durchs Bild. Die Halle explodiert vor Lachen.
WHAT THE FUCK?! WHAT THE FUCK?! WHAT THE FUCK?!
Sven: „WAS ZUR HÖLLE?!“
Jetzt eskaliert das Titantron komplett. Die beiden Hasen springen plötzlich völlig absurd schnell durch das Bild.
Überall rosa Blut.
Abgetrennte Arme.
Helme fliegen.
Ein Ritter wird einfach grundlos in zwei Hälften geteilt. Der nächste explodiert förmlich gegen einen Baum. Und die ganze Zeit läuft wieder diese fröhliche Fantasymusik. Pete kann hörbar nicht mehr ernst bleiben.
Pete: „DAS IST JA KOMPLETTER WAHNSINN!“ Sven: „Was für ein Nonsens!!!“
Dann plötzlich:
EINE BANANENSCHALE ?!?!?!
Pete: „Eine Bananenschale???“ Sven: „Eine Bananenschale…“
Mitten im Wald. Ein Ritter mit einem alten T’n’B Logo auf dem Schild rutscht darauf aus…und wird SOFORT von beiden Hasen brutal zerfetzt. Rosa Blut SPRITZT über den ganzen Titantron. Die Fans verlieren komplett den Verstand.
Die Musik kippt jetzt langsam und die fröhlichen Flöten werden verzerrt.
Psychedelisch.
Unangenehm.
Fast hypnotisch.
Dann…taucht im Hintergrund des Waldes ganz kurz eine riesige Silhouette auf.
Großer Stab.
Langer Schweif.
Ein gelber Affe.
Nur eine Sekunde sichtbar.
Dann wieder weg.
Pete: „Moment… war da gerade…?“ Sven: „NEIN. Ich will das gar nicht wissen.“
Die Hasen sitzen inzwischen wieder ruhig im Bild. Komplett voller rosa Blut. Direkt vor einem Berg aus zerstörten Ritterhelmen. Einer der Helme trägt das T’n’B Logo. Dann zoomt die Kamera langsam auf die Augen der Hasen.
Rosa.
Leuchtend.
Die Halle beginnt sofort laut zu reagieren und jubelt.
Pete: „JAAAA…“
ROSA LICHT BLITZT DURCH DIE GANZE HALLE!
Und plötzlich erscheint auf dem Titantron:
RUN RABBIT RUN.
Die Musik eskaliert komplett. Verzerrter Psychedelic Rock.
Lachen.
Schreie.
Rückwärts abgespielte Stimmen. Und endlich erscheinen sie.
TSUKI NOSAGI
EL METZTLI
DIE TSEIZN RA(RE)BBITS
Die Jubelstürme kennen keine Grenzen. Tsuki kommt fast tanzend auf die Stage. Dieses völlig irre Grinsen im Gesicht. Während El Metztli ruhig neben ihm läuft. Wie ein Dämon zwischen Wahnsinn und Ruhe.
Die Halle pulsiert jetzt zwischen:
schwarz.
weiß.
rosa.
Und im Ring…wirken T’n’B komplett angepisst. Titan schreit Richtung Stage. Tha Bomb schaut einfach nur mit purem Hass nach oben. Tsuki hebt langsam ein Mikrofon auf. Grinst breit. Dann sagt er völlig ruhig:
Tsuki „Wir sind zwei süße harmlose Hasen...“
Die Halle explodiert komplett.
Pete: „OH DAS IST PERSÖNLICH!“
Tsuki beginnt hysterisch zu lachen. Metztli hebt langsam den Kopf.
Metztli: „Die Jagd hat begonnen.“
Die Fans rasten komplett aus. Auf dem Titantron erscheinen jetzt wieder die beiden Hasen.
Diesmal direkt vor zwei schwarz grauen T’n’B Logos. Langsame Kamerafahrt auf die Gesichter von Metztli und Nosagi zu. Ein Grinsen…dann plötzlich…
…reißen beide Hasen gleichzeitig die Mäuler auf…
BLACKOUT
Die Hasen sind verschwunden und das Publikum tobt. Im Ring dagegen hoppeln zwei weiße Hasen auf die Champions zu. Einer versucht Zereo in seinen Schuh zu knabbern während der andere an Morbeus Schuh hängt und diesen rammelt. Zereo und auch Morbeus schauen skeptisch nach unten.
Pete: ”Da haben aber nochmal zwei Teams ihren Hut in den Ring geworfen.” Sven: ”Und das die blöden Hasen wieder da sind ist unverantwortlich.” Pete: ”Ich finde es geil...”
Die Champions bringen die kleinen Häschen erstmal zu den heraneilenden Securities. Dann tragen Morbeus und ZK weitere Namen auf der Liste ein. Alle Beteiligten im Ring können sich angesichts dieser Bilder nur die Augen reiben…..
Hip Hop-Musik tönt aus den Boxen und auf der Videoleinwand sind jetzt krachende Dunks und wilde Dreierwürfe zu sehen. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Basketballer James Hightower und Chris Dimer auf dem Weg zum Ring sind. Und schon erscheinen die beiden auf der Stage und marschieren lachend in Richtung Seilgeviert. Im ring angekommen schnappt sich Hightower sofort ein Mikro.
James Hightower: „Ja, verdammt richtig, die Basketballer sind da und wollen neue Tag Team Champions werden. Mit der richtigen Mischung aus Teamplay und individueller Klasse werden wir die anderen Teams alt aussehen lassen und die Championship nach Hause holen!“
Erwartungsvoll blicken die beiden zu Morbeus und Zereo Killer herüber.
Morbeus: „James Hightower, Chris Dimer. Ihr seid AUF DER LISTE!“
Sven: „Die Battle Royal nächste Woche ist ja schon gut gefüllt. Immerhin vier Teams sind schon dabei!“
Zum zweiten Mal am heutigen Tag ertönt die entspannte Musik der Birdie Boys und weil in der GFCW-Galaxy bekanntlich schnell über Sympathie und Antipathie entschieden wird, empfängt Lissabon das aus dem Vorhang rollende Golfcart mit Buhrufen. Seit ihrem Sieg im Opener haben sich „Mr. Fairway“ Rupert Wooten und Steven Sademi wieder fein gemacht. Die Ringoutfits sind Poloshirts, Pullundern sowie lachsfarbenen Dreiviertelhosen gewichen. Wooten, der Nordire, sitzt winkend auf dem Beifahrersitz des Carts, neben ihm ist Steven Sademi konzentriert am Lenkrad. Nach wenigen Metern, die sie den Entrance entlangtuckern, halten die Beiden bereits wieder an. Der Motor wird ausgestellt, ihre Musik verklingt. Mit Mikrofonen in der Hand rutschen die Golfer von den Sitzen und stellen sich neben ihrem Gefährt auf. Wooten legt die Hand an seine Stirn, als müsse er die Augen vor der (nicht existenten) Sonne abschirmen. Er blickt in die Ferne, in die Gesichter eines ihn mit bösen Blicken taxierenden Publikums.
Steven Sademi: „Zerbeus. Ich habe eine Frage: Hattet ihr schon einmal das Vergnügen, einen Ball mit dem Driver hunderte Meter weit in saftiges Grün zu jagen?“ Rupert Wooten: „Habt ihr je den Putter in die Hand genommen und den Ball mit der Präzision eines Scharfschützen versenkt?“ Nach den zwei – selbstverständlich rhetorischen – Fragen blicken Wooten und Sademi einander an und brechen in Rich-Boy-Gelächter aus. Wooten wischt sich mit seinem weißen Handschuh eine Träne aus dem Augenwinkel. Rupert Wooten: „Ich denke eher nicht, denn wenn man wieder mal einen Schluck zu viel genommen hat und alles doppelt sieht, ist es mit der Treffergenauigkeit bestimmt nicht so weit her. Nicht wahr, Morbeus?“
Wieder Gelächter, wieder Buhrufe. Sademi applaudiert seinem Kollegen für diesen unglaublich guten Scherz und fordert das Publikum auf, es ihm nachzutun.
Steven Sademi: „Doch grämt euch nicht, Zerbeus. Da ihr kulturlose Banausen nicht für das Spiel der Könige geeignet seid, lassen wir uns auf euer Niveau herab und werden euch eben in eurem Metier die Gelegenheit geben, dass wir uns messen.“ Rupert Wooten: „Und alles, was ihr für diese Ehre bezahlen müsst, ist euer Titel. Ein hervorragender Deal, nicht wahr?“
Abermals Applaus von Sademi. Im Ring scheinen Zerbeus langsam die Geduld zu verlieren – und da geht es ihnen wie dem Großteil der Anwesenden im Campo Pequeno.
Rupert Wooten: „Falls ihr – oder irgendjemand der hier anwesenden Spanier – daran zweifelt, ob wir nach gerade einmal einem Match in die Battle Royal gehören, werden wir hier und jetzt beweisen, dass unsere Ankündigungen keine heiße Luft sind. Denn ich bin hier, um zu beweisen, dass Mister Fairway…“
Er streicht sich in einem Akt der Selbstliebe über die Wange. Sademi applaudiert brav.
Rupert Wooten: „…immer ins Schwarze trifft. In einer Live Performance. Darf ich dafür unseren freiwilligen Probanden auf die Rampe bitten?“
Ein kurzes Fingerschnippsen, dann eilt Steven Sademi zur Irritation der Zuschauer durch den Vorhang und bleibt für einige Sekunden verschwunden. Um die Situation noch verwirrender zu machen, ertönen zunächst Stöhngeräusche – und dann kehrt Sademi zurück. Er hat die Arme unter einem liegenden Körper verkeilt, den er unter großer Anstrengung auf die Rampe zerrt. Es ist Jackie D’Arcy. Der Punk – der im Opener im Wortsinn unter die Räder der Birdie Boys geraten war – liegt der Bewusstlosigkeit nahe auf der Rampe und hat nicht die Kraft, um zu entkommen. Wie ein Sack wird er von Sademi in die Position gezogen, wo die Birdie Boys ihn haben wollen.
Rupert Wooten: „Ah, da ist er. Der Proband. Steven, ich darf bitten?“
Eifriges Kopfnicken beim Caddy. Sademi hüpft beschwingt wie ein Rehkitz auf das Golfcart zu, holt eine längliche Tasche hervor und sucht zwischen Drivern, Putter und Hybriden nach dem passenden Schläger. Als er fündig geworden ist, reicht er das Eisen ehrfürchtigen Ausdrucks an Wooten weiter, der es geübt in der Hand wiegt und dann eine Golferstellung einnimmt. Sademi geht auf D’Arcy zu, greift dessen Beine…und zieht die Oberschenkel auseinander, so dass der verwundbare, männliche Bereich des Punks in Richtung Mr. Fairway ausgerichtet ist. Völlig schutzlos.
Rupert Wooten: „Die Birdie Boys treffen immer ins Schwarze.“
Der Nordire zieht einen Ball aus der Hosentasche, legt ihn auf der Rampe ab. Visiert die Zielzone von D’Arcy an, der zu geschwächt ist, um aus Sademis Fixierung zu entkommen. Beim Mannsvolk im Publikum zieht sich in schauriger Erwartung alles zusammen. Einige wenden sich ab. Wooten holt aus. Und putted den Ball zielgenau in D’Arcys Eier. „OOOOOOOOF!“ Trotz seines besinnungslosen Zustands bringt der grüne Punk einen Schmerzensschrei zustande. Sademi lässt ihn los und springt auf Wooten zu. Die Golfer liegen sich in den Armen, als hätte Wooten gerade das Masters Tournament gewonnen. Die Buhrufe sind ihnen im Jubelfieber egal, auch die Blicke von Zerbeus werden ignoriert. Wooten muss durch Sademi gestützt werden, damit er vor affektierem Millionärsgelächter nicht zu Boden sinkt. Der Caddy hält ihm ein Mikrofon vor den Mund.
Rupert Wooten: „Ins Schwarze getroffen. Wie angekündigt. Natürlich. Wenn die Birdie Boys eine Vorhersage treffen, wird sie mit Präzision umgesetzt.“
Er schlendert zum Golfcart zurück und überlässt Sademi das Schlusswort.
Steven Sademi: „Und unsere nächste Vorhersage ist, dass wir erst die Battle Royal gewinnen und dann dafür sorgen, dass euer Titel…“
Fingerzeig in Richtung Ring. Wo der wertvolle Preis an den Hüften von Morbeus und Zereo Killer glänzt.
Steven Sademi: „…endlich wieder in die Hände von Männern gelangt, die Stil und Kultur haben.“
Er begibt sich auf den Fahrersitz, startet das Golfcart und dreht das Gefährt auf der Rampe. Es wurde bewiesen, was zu beweisen war. Nun geht es zurück in den Backstagebereich. Die Birdie Boys verschwinden auf dem Weg, auf dem sie gekommen waren. Und rollen dabei selbstverständlich noch einmal über einen sich vor Schmerz windenden Jackie D’Arcy hinweg. Wer Richtung Erfolg fährt, kann keine Rücksicht auf unbedeutende Hindernisse nehmen. Kopfschüttelnd stehen Morbeus und Zereo Killer im Ring. Aber angemeldet ist angemeldet. Um eine notarielle Beurkundung zur ermöglichen, tragen beide wieder ganz formal Namen auf auf der Liste ein.
Eine kurze Werbeeinblendung erfolgt.
Jona Pexianer steht im Ring. Und hat sowas von keinen Bock. Könnte sein Blick Blitze werfen, wäre die Halle bereits in Flammen aufgegangen. Doch weil Petes Sohn nicht der Donnergott ist, bleibt den 9.000 Portugiesen und Portugiesinnen das Schicksal der Stiere erspart und sie müssen nicht in dieser Arena sterben. Sondern dürfen das folgende Spektakel erleben.
SSSSSSSSIIIIIIIUUUUUUUUU!
Tönt die Stimme des Nationalheiligen durch die Arena. Stolz und kräftig. Die Kehlen der Lissaboner fallen ein und so entsteht ein gutturaler SSSSIU-Gesang, der jedem Menschen mit Herz die Tränen in die Augen treiben würde. Doch weil nur ein kleiner Teil der Menschen wirklich ein Herz hat und zu viele ein Loch in der Brust tragen, gibt es – sehr zur Freude der unwürdigen Ratte namens Jona Pexianer – auch einige Buhrufe. Dann setzt eine Musik ein.
Oh Heiliger Cristiano, ewiger Patron, Tauch die Nation in Herrlichkeit. Portugal, europäischer Geist, wird durch dein edles Werk befreit
Laura: „Meine Damen und Herren. Bitte erheben Sie sich…“
Mög' Portugal auf stets gedeihen, Nation geboren aus Prächtigkeit. Es soll die Flagge immer wehen, Am Himmel hoch für ewig Zeit.
Laura: „…für den EROBERER!“
Ein Mann tritt auf die Rampe. Gekleidet in eine weiße Prachtuniform. Orden an den Schultern. Sein Blick ist stolz und starr. Er winkt in die Menge.
Ich will sein dein treuer Streiter, Oh mein teures Portugal. Will von deiner Pracht erzählen, In Menschen Ohr stets überall.
Pete: „Sven, das ist…“
Dein Sein ist mir mein Leben, Mein Herz kennt nichts außer dich, Will nach deinem Ruhme streben, Nur mit dir da blüh auch ich.
Sven: „…Sandro!“ Pete: „Wie lange mag es her sein? Das dürfte sein erster Auftritt sein seit der Niederlage gegen…“ Sven: „A-L-D-O! N-E-R-O!““ Pete: „…gewesen sein. Das ist Jahre her. Ich hatte…ich hatte ihn vergessen.“
Zu Unrecht. Wie Sandro Prach mit einem weiteren brünftigen SSSSIUUU beweist, dass er dem wahlweise be- oder entgeisterten Publikum entgegenschleudert. Er springt in die Luft, wirft die Arme hoch und landet breitbeinig. Die Orden an seiner Fantasieuniform spielen bei der Landung ein klimperndes Blechkonzert.
Portugal, oh Portugal, Ich bin auf ewig dein, Portugal, oh Portugal, Dein zahmer Bürger möcht ich sein.
Mit militärischem Ernst läuft – nein, marschiert! – der langjährige GTCW-Superstar die Rampe herunter und schüttelt die ihm entgegengestreckten Hände der Zuschauer mit feierlichem Ernst. Vor dem Apron angekommen, leckt er seine Finger nass und zwirbelt eine widerborstige Strähne seines tiefschwarzen Haars zurück an ihren vorgesehenen Platz in der Formation. Ordnung muss sein. Dann wird die Uniform glatt gezogen, einmal tief durchgeatmet. Und letztlich stakst Sandro Prach über die Ringtreppe ins Squared Circle, wo ein bitterbös dreinblickender Jona Pexianer ihn kopfschüttelnd anschaut.
Sandro: “Boa noite e SSSSSIIIIUUUU meus queridos irmãos e irmãs!”
„SSSSIUUUUU!“
Sandro: „Meine Brüder und Schwestern, ihr wundervollen Träger portugiesischen Edelmuts. Ich küsse eure lusitanischen Augen, ihr großartigen Menschen. Dies ist ein Tag von historischer Bedeutung. Dies ist der Tag der Rückkehr. Nicht meiner Rückkehr, nein, sondern die…“
Die Hand geht zum Herzen.
Sandro: „…Rückkehr Portugals dorthin, wo es hingehört! An die Spitze Europas. Ins Zentrum der Welt. Darauf gebt mir ein brüderliches SSSSIUUU, ihr kräftigen Männer!“
„SSSSIUUUUU!“
Sandro: „Und nun ein schwesterliches SSSSIUUU, meine Damen!“
„SSSSIUUUUU!“
Sandro: „Esta terra é o berço da nação mais orgulhosa e gloriosa jamais criada. A magnificência suprema entre todas as magnificências! Dieses Land ist Heimat der stolzesten und besten Nation, die je hervorgebracht wurde. Das Prächtigste unter dem Prächtigen."
Kopfkratzend und -schüttelnd steht Pexianer da und versteht das Spektakel nicht. Seine Hand ballt sich zur Faust. Mit jeder Sekunde, die er Sandro zuhören muss, ein bisschen mehr.
Sandro: „Und doch muss ich euch etwas verraten, Brüder und Schwester. Portugal…“
Er holt tief Luft. Scheinbar der Treibstoff dafür, um seine Stimme mit aufgeladenem Pathos anzufüllen.
Sandro: „…schwebt in GEFAHR!“
„NOOOOOOO!“
Sandro: „Ja, eure edlen portugiesischen Ohren haben es richtig vernommen. Es dürfen Tränen geweint werden, Brüder und Schwester. Unsere Nation ist in Gefahr, vergessen zu werden. Die Welt verschließt die Augen vor unserer Vorreiterrolle, vor unserem Führungsanspruch. In diesen schweren Tagen ist es wichtiger denn je, dass wir uns an die großen Figuren unserer Geschichte halten. Wir müssen uns besinnen auf den Kern besinnen. Auf das, was unsere lusitanischen Seelen vereint. Auf die Macht des GOATS! Auf Sao Cristiano!“
Stürmischer Applaus. Von Sandro Prach. Für Sandro Prach. Und für Cristiano.
Sandro: „Ich bin nichts als ein kleines Gefäß. Doch ich bin bereit, die Energie unserer Nation aufzunehmen und das zu vollenden, was wir schon längst hätten tun müssen. Europa zu führen! SSSSIIUUUUU! Das Wrestling ist eine Petrischale, in der die neue Herrlichkeit heranwächst, die noch die letzten Verirrten auf den Weg Sao Cristianos führen wird. Für diesen Zweck habe ich einen Fünf-Schritte-Plan für die anstehende Tournee entwickelt.“
Er deutet auf die Videoleinwand.
Schritt 1 (Lissabon): Die Nation sammeln. Schritt 2 (Barcelona): Das Nachbarland unterwerfen. Schritt 3 (Arles): Die Eroberung ins Zentrum Europas tragen. Schritt 4 (Monaco): Die Zwerge überrollen. Schritt 5 (Catania): Die Vollendung der CONQUISTA
Sandro: „Fünf Schritte zur Herrschaft über die GFCW. Ach was, zur Herrschaft über Europa. Seid ihr auf diesem Weg mit mir und dem heiligen Cristiano, meine lusitanischen Geschwister?“
„SSSSIUUUUU!“
… … …
Jona Pexianer: „Und was ist jetzt mit dem Match?“ Sandro: „Match?“
Der Portugiese blickt Pexianer an, als würde er ihn grad zum ersten Mal überhaupt wahrnehmen.
Jona Pexianer: „Das CR7 GOAT SSSSIUUU whatever Match. Scheinbar bin ich wegen DIR dafür gebookt. Also verrate mir einfach die Regeln und halt ansonsten dein Maul. Danke.“
Der Eroberer kneift die Augen zusammen und beginnt angestrengt zu überleben. Regeln. Match. Ach ja, das war doch was. Er wusste doch, dass er etwas vergessen hat. Selbst die Ringrichterin Karo Herzog blickt Sandro mit schiefgelegtem Kopf erwartungsvoll an.
Sandro: „Also ja, äh…“ Jona Pexianer: „Die Regeln, los.“ Karo Herzog: „Die Regeln, bitte.“ Sandro: „Die Regeln sind…“
Er kratzt sich am Kinn.
… … …
Sandro: „….SSSSSSSSSSIIIUUUUUUUU!“ Sven: „Das klingt FAN-TAS-TISCH!
Herzog und Pex blicken einander an. Sandro unterdessen geht auf Laura zu und flüstert ihr etwas ins Ohr.
… … …
Laura: „Meine Damen und Herren. Der folgende Kampf ist ein. CR7 GOAT Special Rules SSSIUUU-Match.“
„YEEEEEEES!“
Orgasmatische Stimmung im Publikum. Sandro, der Eroberer, steht mit dem Stolz eines Vaters auf einen neugeborenen Sohn da.
Laura: „Gewonnen wird der Kampf durch denjenigen…“
Sie blickt hilfesuchend zum Portugiesen. Dieser verdreht tadelnd die Augen. Tritt dann an Laura heran und wiederholt erneut, was er ihr zuvor ins Ohr geflüstert hat. Diesmal lauter. Weil Laura immer noch nicht schnell genug schaltet, reist ihr Sandro das Mikro aus der Hand.
Sandro: „…der zuerst auf allen vier Ringecken den herrlichen Bürgern Portugals zugewandt steht und unserem größten Sohn mit einem SSSSSSSIIIIUUUUUU Respekt zollt.“
Pexianer entgleiten die Gesichtszüge. Sandro hingegen strahlt. Er entledigt sich seiner Uniform, legt sie sorgsam zusammengefaltet in der Ringecke ab und rollt dann die Schultern. Er ist bereit. Für Portugal.
Titan:
„Weißt du was ich an Zerbeus hasse?“ Tha
Bomb antwortet nicht. Titan:
„Die glauben wirklich… sie hätten uns
besiegt.“ Kurzes
trockenes Lachen von Tha Bomb. Nicht freundlich. Eher
angewidert. Tha
Bomb: „Sie haben ein Match gewonnen.“ Er
zuckt leicht mit den Schultern. Tha
Bomb „Mehr nicht.“ Titan
lehnt sich langsam zurück. Titan:
„Und jetzt rufen sie eine Battle Royal aus.“ Er
schüttelt langsam den Kopf. Titan
„Eine verdammte Battle Royal.“ Tha
Bomb grinst leicht. Tha
Bomb „Weil sie hoffen jemand anderes erledigt uns.“ Kurze
Stille. Die Kamera zoomt langsam näher. Titan:
„Das ist das Problem mit der neuen Generation.“ Er
schaut Richtung Kamera. Titan:
„Die denken Wrestling wäre ein Spiel.“ Tha
Bomb nimmt langsam das Bild von Zerbeus in die Hand. Schaut es
lange an. Dann knickt er es langsam in der Mitte. Tha
Bomb: „Früher wussten die Leute wenigstens noch was
Angst ist.“ Titan
nickt langsam. Titan:
„Früher wussten die Leute auch noch wem diese Liga
gehört.“ Tha
Bomb wirft das zerknickte Bild auf den Tisch. Tha
Bomb: „Barcelona wird lustig.“ Titan
grinst jetzt zum ersten Mal leicht. Titan:
„Nein.“ Kurze
Pause. Titan:
„Barcelona wird ein Massaker.“ Die
Kamera zeigt kurz den Fernseher in der Kabine. Dort laufen Bilder
der Tag Team Division. Bella ne Iokepa. Die Rarebits. Junge
Teams. Neue Gesichter. Titan schaut kaum hin. Fast gelangweilt. Titan
„Die jagen alle denselben Traum.“ Kurzes
Schweigen. Dann steht Tha Bomb langsam auf. Geht Richtung
Spiegel. Schaut sich selbst an. Fast nachdenklich. Tha
Bomb: „Weißt du was das Lustige ist?“ Titan
schaut ihn langsam an. Tha Bomb grinst leicht. Dieses kalte
arrogante T’n’B Grinsen. Tha
Bomb „Ich will dass Zerbeus versteht wie es sich anfühlt
alles zu verlieren.“ Titan
nickt langsam. Er steht jetzt ebenfalls auf. Und geht langsam zum
Tisch. Nimmt die Bilder der Tag Teams. Schaut sie kurz an. Dann
wirft er sie nacheinander in einen kleinen Mülleimer. Titan:
„Barcelona.“ Bild
landet im Müll. Titan:
„Die Battle Royal.“ Nächstes
Bild. Titan:
„Die Hasen.“ Nächstes
Bild. Titan:
„Alles nur Schritte.“ Dann
nimmt er das letzte Bild. Zerbeus. Lange
Stille. Titan:
„Und am Ende…“ Er
zerreißt das Bild langsam. Titan:
„…nehmen wir ihnen alles.“ Plötzlich
zerreißt ein simpler SMS Ton die stille. Beide bleiben
sofort ruhig stehen. Tha Bomb schaut langsam auf sein Handy.
Titan wirkt sofort genervt. Titan:
„Wer schreibt dir während der Show?“ Tha
Bomb schaut auf den Bildschirm. Und plötzlich verändert
sich sein Gesichtsausdruck leicht. Nicht überrascht.
Eher…interessiert. Titan merkt es sofort. Titan:
„Was? Ist er es?“ Tha
Bomb schaut weiter aufs Handy. Dann grinst er langsam. Ganz
langsam. Dieses alte gefährliche Grinsen. Tha
Bomb: „Das…“ Er
hebt langsam den Blick. Tha
Bomb: „…ist interessant.“ Titan
geht näher. Tha Bomb dreht langsam das alte Nokia 32110 zu
ihm. Auf dem Display nur eine einzige Nachricht. EIN
ALTER FEIND IST NUN EUER FREUND. Kurze
Stille. Dann
erscheint darunter zwei Buchstanden. AS. Die
Halle reagiert sofort laut. Titan schaut mehrere Sekunden einfach
nur aufs Handy. Dann beginnt er langsam zu lachen. Nicht laut.
Nicht hysterisch. Dieses tiefe gefährliche Lachen eines
Mannes der gerade verstanden hat dass alles noch viel schlimmer
werden könnte. Tha Bomb steckt das Handy langsam wieder
ein. Titan: „Wenn er zurückkommt…“ Tha
Bomb: „Dann brennt die ganze verdammte Liga.“ Die Kamera zoomt langsam raus und die Tür schließt sich.
Pete: „AS??“
Sven
springt beinahe vom Kommentatorenstuhl auf. Sven: „OH MEIN GOTT. ICH GLAUBE ICH HABE EINE AHNUNG…“ Pete: „WER? SAG SCHON!!!“
Sven lehnt sich herüber und flüstert Pete etwas ins Ohr. Dieser verliert sofort sämtliche Farbe. Seine Mimik…eiskalt…verängstigt…schockiert.
Wie eine Katze vor dem Mauseloch hat Mac Müll Stellung vor der Kabinentür der Modern Erasers bezogen. Von Newsgeilheit angetrieben lässt er nicht zu, dass irgendetwas seinem wachsamen Blick entgeht. Wenige Minuten sind es nur noch, bis Bella Venera und Iokepa im Ring erwartet werden, um sich TnB zu stellen. Doch nach dem Abgang des Hawaiianers bei New Level scheint ein Fragezeichen dahinter zu stehen, ob es wirklich so kommen wird – und mit jeder Minute, die ins Land zieht, wird es größer. Wird Iokepa, der sein Team aus Protest gegen Ben Slates Betrugsversuch verließ, wirklich auftauchen? Bislang hat sich der ehemalige GTCW Champion nicht sehen lassen.
Mac Müll: „Liebe GFCW-Galaxy…“
Der Reporter gibt seiner Stimme einen bedeutungsschwangeren Tonfall. Er blickt in die Kamera, sein Gesichtsausdruck ist so seriös und feierlich als würde er als Korrespondent über Weltpolitik berichten.
Mac Müll: „Quo vadis Iokepa?”
Dramatische Pause.
Mac Müll: „Die Tür zur Kabine von Bella Venera steht offen. Es ist als würde sie VÖLLIG VERZWEIFELT darauf warten, dass ihr Freund endlich kommt. Doch von Iokepa ist bislang nichts zu sehen. Hat er etwa bei New Level mit allem abgeschlossen? Oder hat sie ihm den Laufpass gegeben, weil sie ihm die Geschehnisse im Ring nicht verzeiht? War Iokepas Verschwinden aus dem Ring gleichbedeutend damit, auch mit Bella zu brechen? Mit seinem Gurl?“
Er blickt noch einmal auf die geöffnete Kabinentür. Kein Iokepa, keine Stimmen aus dem Inneren.
Mac Müll: „Lässt er sie allein gegen zwei Schlägertypen ran? Es scheint mir fast so, als wäre das der Fall. Was für eine DRAMATISCHE ENTWICKLUNG. Mit jeder verstreichenden Sekunde wird es deutlicher, dass Iokepa heute nicht auftauchen wi…-“
Der Mann mit dem Mikrofon verstummt, als hinter ihm Schritte ertönen.
Mac Müll: „Oh, da ist er.“
Fast eine Spur enttäuscht blickt Mac Müll drein, dass sein Krisengebietsreportagenmodus ein Ende finden muss. Er blickt Iokepa, der mit einem Sportrucksack in der Hand auftaucht, von oben bis unten an. Doch dann schaltet der erfahrene Interviewer schnell. Und hält dem Ankömmling das Mikrofon unter die Nase.
Mac Müll: „Was machst du denn hier?“ Iokepa: „Das hier ist mein Arbeitsplatz, Mac. Ich komme zum Kampf. Was denn sonst?“ Mac Müll: „Aber, aber...die Krise. Du und Bella. Euer Bruch. Das Ende eurer Beziehung. Der Rosenkrieg? Was ist damit?“
Der Hawaiianer kneift die Augen zusammen und stellt den Rucksack zu Boden ab. Scheint ein längeres Gespräch zu werden. Er seufzt.
Iokepa: „Was zur Hölle redest du da? Ich würde Bella niemals im Stich lassen. Es war von meiner Seite niemals auch nur annähernd aus mit uns.“ Mac Müll: „Aber.“ Iokepa: „Aber was?“ Mac Müll: „Aber New Level.“
Mit einem erneuten Seufzer wischt sich Iokepa eine blondierte Strähne aus dem Gesicht. Er wirkt nicht glücklich über dieses Gespräch, zeigt aber auch keine offene Feindseligkeit. Iokepa muss eingestehen, dass sein Verhalten vielleicht etwas Erklärungsbedarf hervorgebracht hat.
Iokepa: „Was bei New Level passiert ist, ist nicht Bellas Schuld. Das sollte doch offensichtlich gewesen sein. Mag sein, dass ich etwas zu dramatisch reagiert habe. Ich wollte diesen Kampf fair gewinnen, um etwas zu beweisen. Dass mir diese Chance genommen wurde, hat nur mit Ben Slate zu tun. Nicht mit Bella. Deswegen stand es nie auch nur zur Debatte, dass ich meine Freundin heute alleine lasse. Ich werde sie nun abholen, dann gehen wir in die Halle. Und wir reißen TnB den Arsch auf.“ Mac Müll: „Na gut.“
Schmollend zieht Müll die Unterlippe vor.
Mac Müll: „Darf ich denn wenigstens eine Krise zwischen dir und Ben Slate ausrufen?“ Iokepa: „Ich denke schon.“ Mac Müll: „Ooooh.“
Mit einem zufriedenen Gurren schiebt Mac das Mikrofon näher an Iokepas Lippen. Der Hawaiianer blickt den Schallverstärker kurz an – und nutzt dann die Gelegenheit, sich von der Seele zu reden, was gesagt werden muss.
Iokepa: „Als Ben in diese Liga kam, hat er es schnell geschafft, dass ich ihn respektiere. Sein Ernst und seine Strategie, mit der er an die Sache ranging, haben mich beeindruckt. Es hat dafür gesprochen, dass in ihm der gleiche Ehrgeiz steckt wie in mir. Wir hatten die gleichen Ziele. Deswegen glaubte ich, der Schulterschluss zwischen ihm und mir wäre eine gute Sache.“
Dass sein Urteil heute anders ausfällt kann dem nachdrücklichen Kopfschütteln Iokepas entnommen werden.
Iokepa: „Es hat nicht lange gedauert, bis mir die Augen geöffnet wurden. Seine Analyse, seine Taktik, seine Cleverness…all das war nur das Vorfeld für eine betrügerische Art. Er will es sich so einfach wie möglich machen. Und versteht nicht, dass genau das die Ziele gefährdet, die wir uns gesetzt haben.“ Mac Müll: „Nämlich Veteranen Mad Dog und ZerBeus fair zu besiegen?“ Iokepa: „FAKT. Was bedeutet es, auf dem Papier einen Sieg zu haben, wenn die ganze Welt weiß, dass er durch Betrug errungen wurde? Das ist doch Schwachsinn. Ich bin Iokepa, dreifacher GTCW-Champion. Ich bin DAS Talent des GFCW-Nachwuchses. Doch Ben hat es mit seinem Spielchen geschafft, dass man mich nach wenigen Monaten im Main Roster jetzt nur noch als ein unfaires Arschloch von der Stange wahrnimmt. Das ist nicht richtig. Das bin nicht ich.“
Mit Nachdruck stampft Iokepa auf den Boden. Er bläst Luft durch die Nasenlöcher.
Iokepa: „Er hat Bella und mir einen Bärendienst erwiesen. Uns in etwas reingezogen, worum wir nie gebeten haben. Und das Schlimmste? Er kann nicht mal zu seinen Fehlern stehen. WIR wurden zur Zielscheine von TnB, weil Ben sie hinter unserem Rücken ohne Bezahlung anheuert und sich dann verzieht. Scheinbar ist es einer seiner cleveren Pläne, die eigenen Freunde auszuliefern, hm?“ Mac Müll: „Das sind harte Vorwürfe.“ Iokepa: „Das sind berechtige Vorwürfe.“
Mit der Andeutung eines Nickens macht Mac deutlich, dass er Iokepas Sichtweise zumindest nachvollziehen kann.
Mac Müll: „Was ist jetzt die Konsequenz daraus? Gibt es zwischen dir und Ben noch etwas zu kitten…oder ist euer Bündnis am Ende?“ Iokepa: „Das liegt ganz allein ins Ben Hand.“
Der Hawaiianer ignoriert Mac und dreht sich direkt zur Kamera, so als könne er durch die Linse zu seinem (vermeintlichen) Partner bei den Modern Erasers sprechen. Ganz egal, wo der sich grad befindet.
Iokepa: „Ben, ich weiß, dass du mich hörst. Du weißt, wie du mich erreichst. Und wenn nicht: Meine Nummer ist die, die dutzendfach auf deinem Display auftaucht bei den Anrufen, die du weggedrückt hast. Ich gehe jetzt gleich mit Bella da raus und sammle gegen TnB die Scherben ein, die die Scheiße verursacht hat, die du angezettelt hast. Schau dir den Kampf an - dann wirst du sehen, wie gut Bella und ich sind. Ganz ohne shady Tricks. Du bist klug genug, um zu analysieren, dass es ein Fehler wäre, mich zu verprellen. Also gebe ich dir ein Ultimatum.“
Durchatmen. Iokepa kneift die Augen zusammen.
Iokepa: „Du hast bis Ende der Show Zeit, mich anzurufen und zu erklären, was zur Hölle du dir eigentlich bei allem gedacht hast. Vielleicht gibt es dann noch was zu kitten. Doch wenn du dich nicht meldest…gehe ich davon aus, dass dir die Modern Erasern scheißegal sind. Dass Bella und ich für dich nur zwei Spielfiguren waren, die du jetzt wieder vom Feld fegen willst, wo du sie nicht mehr brauchst. Doch ich warne dich, Ben: Ich bin Iokepa. Dreifacher GTCW-Champion. Ich lasse mich nicht von einem Kerl ausnutzen, der weniger erreicht hat als ich. Solltest du also bis Ende des heutigen War Evening nicht bei mir anrufen und dich erklären…“
Er macht einen Schritt auf die Kamera zu.
Iokepa: „…interpretiere ich das als offene Rechnung zwischen uns. Und in diesem Fall erkläre ich dir den Krieg. Dann fordere ich dich heraus. In zwei Wochen, in Spanien. Es liegt in deiner Hand: Erklärung oder Match. Was ist die Taktik, die du wählst, Ben?“
Die Optionen stehen im Raum. Und weil Iokepa damit alles gesagt hat, was er will, wirbelt er herum und stürmt in die Kabine von Bella Venera. Mac Müll ist nicht schnell genug, noch eine Frage zu stellen. So bleibt dem Reporter nur noch, hinterherzuschauen als die Tür ins Schloss fällt. Iokepa und Bella Venera sind wieder vereint – und bereit für den Fight.
|