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Diese Begegnung fand am vergangenen Sonntag bei FORGE Fusion, einem Ligen-übergreifenden Turnier, statt, an dem die beiden GFCW Superstars Morbeus und Mad Dog teilnehmen. Die beiden könnten im Halbfinale aufeinandertreffen. Vor MDs Viertelfinale gegen Matt Stone ereignete sich folgende Szene:
Das Surren des Ergometers ist noch zu hören, als er mit leicht erhöhtem Puls und etwas hinter Atem die frischen Schweißtropfen mit dem ausgezogenen Sportshirt aus seinem Gesicht reibt. Mad Dogs Hände sind bereits mit Tape versorgt – lediglich die Ringhose und -boots fehlen noch. Dann ist er startklar für den Kampf gegen Matt Stone. Angesichts des näher rückenden Matches peitscht schon jetzt das Adrenalin ein wenig durch seine Blutbahnen; jene gute Art von Aufregung, die bereits zuvor im Gespräch mit Matt und erst recht durch das Ansehen des Openers gesteigert wurde. Da es zum jetzigen Zeitpunkt seiner Karriere unmittelbar vor den Matches das A und O ist, die Muskeln auf Temperatur und den Kreislauf in Schwung zu bringen, war dies gleichsam eine gute Ablenkung. Er hatte zwar das Glück einen robusten Körper zu haben und weitgehend von karrierebedrohenden Verletzungen verschont zu bleiben, doch hat er gemerkt, dass ein Kaltstart wie früher nicht mehr möglich ist. Er würde es niemandem verraten, aber tatsächlich hatte er sich im dritten Jahr seiner vier jährigen Ringabstinenz mal beim Fußballspielen im Garten mit seinem Sohn eine Zerrung geholt. Das darf und wird heute nicht geschehen... Eilig wirft er das Sportshirt in seine Tasche, als sein Blick auf seine GFCW Actionfigur fällt, die ebenfalls dort drin liegt. Kurz schüttelt er sich, schultert die Tasche und öffnet die Tür des kleinen Fitnessraums, als er plötzlich in einen Mann hinein geht, der gerade in die andere Richtung unterwegs ist. Kurz weicht MD zurück.
Mad Dog: „Raymond.“
Sagt er mehr aus überraschter Erkenntnis denn aus Begrüßung. Aber unumstritten ist es sein GFCW Kollege Morbeus, der bei der zweiten Fusion Show sein Viertelfinale bestreitet und dort auf Agios Lykos trifft.
Morbeus: „Mad Dog! Was für eine Überraschung. Bereit für dein Match?!“
Der Night Fighter stockt für einen Moment. Denn Douglas hat sogleich eine Frage gestellt, um der Unannehmlichkeit sich hier spontan zu treffen, keinen weiteren Raum zu geben.
Mad Dog: „Natürlich bin ich bereit. Matt Stone ist ein ernstzunehmender Gegner! Außerdem habe ich mich schließlich nicht aus Jucks und Dollerei hier angemeldet… oder um ausgleichende Gerechtigkeit zu schaffen, so wie du.“
Ein Funkeln ist in den Augen der Töle erkennbar, da er den Finger in die Wunde legt, dass Morbeus nun genau wie sein Partner Zereo Killer auf einer weiteren Hochzeit tanzt. Der Kanadier schaut süffisant seinen Kollegen an. Insgesamt scheint Ray Douglas tiefenentspannt. Schließlich findet sein Viertelfinalmatch erst in der nächsten Show statt.
Morbeus: „Aha. Die spitze Zunge ist noch immer nicht stumpf geworden. Man müsste sie dir vermutlich abschneiden, Maddy. Aber die lassen wir mal lieber drin. Wir Recken des Seilgevierts ändern uns eh nicht mehr. Auch wenn wir vor Urzeiten mal gemeinsam in der PWC gekämpft haben, so lernen wir uns doch erst gerade in der GFCW richtig kennen. Daher kannst du vermutlich es nicht wissen. Ich bin nicht so kleinkariert, als dass ich hier meinem Tag Team Partner einen auswischen will. Ich will gewinnen. Dieses Turnier und Ruhm und Ehre. Das muss man losgelöst sehen von allen anderen Verpflichtungen, die man so hat. Forge ist für uns beide doch wie eine Affäre, Maddy. So ist es doch. Es kribbelt und fühlt sich verboten an. Wir beide gehen gerade fremd, mein Freund. HAHA. Und ja, das Alter! Viele Monde sind es nicht mehr und dann steht die 5 vorne im Alter. Welche Möglichkeiten habe ich noch auf diesem Topniveau zu wrestlen. Heute und in zwei Wochen. Aber was ist 2029 oder 2034? Besser wird es nicht mehr.“
Ein bestätigendes Nicken beim Kämpfer der Nacht. Bei ihm dürfte es ähnlich sein.
Mad Dog: „Yes, wir sind keine dreißig mehr! Die Zeit, in der wir noch wrestlen können, begrenzt… Sieh dir unsere Gegner an: Zwischen mir und Matt liegen fünfzehn Jahre, bei dir und Lykos sind es gar über 20 Jahre, glaub ich.“
Morbeus: „Ach, so ist der Lauf der Dinge. Fast alle Gegner sind nun mehr deutlich jünger. Lykos ist ein junger Mann mit tollen Anlagen. Ich muss wieder ans Äußerste gehen, um bestehen zu können. Wie immer in den letzten Jahren. Ich bekomme nichts mehr geschenkt, aber weiß natürlich, wo es den Leuten noch an Erfahrung fehlt. Wir beide sind ja keine stumpfen Haudraufs mehr. Aber wie sieht es bei dir mit Matt Sone aus?“
Für einen Moment blitzt seine Begegnung mit Stone kurz zuvor auf dem Parkplatz auf.
Mad Dog: „Ich kenne ihn noch aus der PCWA. Dort war er meist im Team unterwegs… Da er aber nun beweisen will, auch auf eigenen Füßen stehen zu können, macht ihn das vielleicht noch gefährlicher als zuvor. Er agiert im Ring wie er spricht – frei von der Leber weg. Zwar bin ich auch nicht der große Typ für Strategien, sondern kämpfe mehr aus Erfahrung und intuitiv, aber auf ein offenes Feuer mit dem Maschinengewehr werde ich mich, wenn, nur kurz einlassen – das habe ich aus dem World Title Match gegen The End gelernt.“
Für einen Moment fliegen seine Gedanken zu jenem Match, als er die offene Herausforderung von The End annahm.
Morbeus: „Ja, das war mir auch aufgefallen. Du wirst in deiner Spätphase noch zu nem richtigen Hansdampf in allen Gassen. Gegen The End sollte man niemals einfach mal so ne Challenge annehmen. Für einen weiteren Kampf gegen ihn kann ich dir nur viel Vorbereitung empfehlen. Scheinbar fehlt dir aber die Geduld für diese Tätigkeiten, lieber schwingst du das Tanzbein. Mal Cha Cha Cha, mal Tango. Erst den World Title nicht gewonnen, dann bei Forge angemeldet. Der Tag Team Title soll es dann aber natürlich auch noch werden. Soll jetzt mit aller Kraft ein Schäfchen ins Trockene gebracht werden? Hast du nach all der Zeit es so nötig Gold an den Hüften zu sammeln? Torschusspanik it is! Ich habe doch gebetsmühlenartig wochenlang auch auf Zereo Killer eingeredet wie ein krankes Pony. Der geht Eier suchen, dann seine Vergangenheitsbewältigung mit dir. Ach und der Tag Team Title mit einem neuen Partner, MOI, soll dann auch noch verteidigt werden. Was ist mit uns alten Männer, dass wir es immer so unfassbar übertreiben müssen?“
Die Töle wirft die Sporttasche auf den Boden und schüttelt entschieden mit dem Kopf.
Mad Dog: „Ich bin nicht wie Zereo, Ray. MacKenzie entscheidet aus dem Bauch, ich wähle bewusst aus. Den Status habe ich mir schließlich erarbeitet – Nenn es eine Art Bucket List. Gezielte Herausforderungen, wahre Größen des Sports und aufstrebende Talente, mit denen ich mich nochmal messen will… die ich schlagen will. Den World Champ, The End… das größte Talent der GTCW, Iokepa, das Ligen-übergreifende Forge Turnier und yeah: Zereo Killer und… deine Wenigkeit.“
Ein verschmitztes Lächeln huscht über seinen Mund, als er Ray Douglas direkt und herausfordernd in die Augen starrt.
Mad Dog: „Stella und ich sind nun die Herausforderer auf eure Titel, Ray. Und wenn wir beide unser Viertelfinale gewinnen, treffen wir nicht in der GFCW um die Tag Titel aufeinander, sondern gleich noch hier im Halbfinale des Forge Turniers. Ich habe es schonmal gesagt und ich sage es wieder – wir beide sind seit Ewigkeiten in diesem Geschäft und noch nie kam es zu einem Aufeinandertreffen. Die Aussicht, dich auf meinem Weg ins Finale zu bezwingen, ist noch mehr Motivation für mich heute auch Matt Stone hinter mir zu lassen.“
Morbeus: „Exactement. Ehrlicherweise wünsche ich dir auch den Sieg heute Abend. Allein für die Vorstellung, wir könnten hier endlich mal die Klingen kreuzen, hat sich die Teilnahme an diesem Turnier doch schon gelohnt. Wir beide in einem Ring. One-on-One! Witzig, dass du insgesamt natürlich so Gas gibst, nachdem du 4 Jahre lang entspannt die Beine hochgelegt hast. Das überragt für mich unser potenzielles Match beim nächsten GFCW PPV. Mit Zereo im Gespann wird das nämlich für euch beide gar nichts werden.“
Die Augen des Hundes wandern zurück zur Actionfigur in seiner Tasche und das eine Fan-Herz, das er noch gewinnen will, ringt ihm kurz ein Lächeln ab.
Mad Dog: „Schau, bei allen meinen Erfolgen, Survivor of the Sickest, Quest for the Best, höchster Champion des cWc und der PCWA… war mein Sohn noch nicht einmal geboren. Als ich die Cotatores und den XAW World Title gewann, waren Yai und ich getrennt…“
Erst in der letzten Show der PCWA, beim Gewinn der Cryption Crown kam es zur Versöhnung – ein heilsamer Moment. Ein Moment. Ein Omen?!
Mad Dog: „Ich war kein guter Mann, kein guter Vater… es war in den letzten vier Jahren ganz passabel. Ich versuche es Tag um Tag. Und ich liebe meine Familie über alles… ich will dich auch nicht langweilen, hab’s auch in den Videos schon gesagt. Mal um mal bin ich auch im Wrestling an Idealen wie Aufrichtigkeit, Fairness oder Nüchternheit gescheitert. Doch da draußen…“
Sein zittriger, vernarbter Arm deutet an Morbeus vorbei. Deutet den Gang entlang, der zur Gorilla Position führt.
Mad Dog: „Da draußen ist alles machbar. Dort draußen kann ich hundert Mal fallen. Immer wieder aufstehen. Aus eigener Kraft. Komm! Komm! Komm! All das bekämpfen. Mich bekämpfen. Dich bekämpfen. Dich bestrafen. Vielleicht auch mich bestrafen… what ever. DA DRAUSSEN bin ich der Night Fighter, der durch die Dunkelheit kämpft. Die Dunkelheit in der Welt, die Dunkelheit in mir. Und SIE darf sein! Die Dunkelheit. Simargl. Die Töle. ICH! Ich… darf… sein…“
Ein verqueres Grinsen huscht kurz über das Gesicht der Töle. Dann deutet sie plötzlich auf den Screen, auf dem sie eben den Opener sah und wo sie jetzt einer mise en abyme gleich in endloser Bildkette zu sehen ist.
Mad Dog: „Schau es dir hier an! Matt Stone will endlich aus dem Schatten treten, huh?! Er sollte lernen ihn zu umarmen, wenn du mich fragst. All meine Facetten werden ihm gleich in die Fresse treten. Es wird schön. Es wird hässlich. Du kannst dich freuen, so oder so.“
Kurz fletscht er die Zähne in Richtung Douglas, dann greift er die Tasche und geht er an ihm vorbei. Morbeus schaut ihm mit einem Gemisch aus Vorsicht und Vorfreude hinterher und ballt die Faust.
Morbeus: „Ich freue mich erst, wenn ich dich im Halbfinale besiege!“
Das erste Dark Match ist beendet. Das Local Talent hat verloren, steht aber dennoch im Ring und wird noch vom Publikum gefeiert.
Auf ein mal. Licht geht aus. Man hört einen Wolf heulen und dann knurren. Die Musik von PDawq ertönt, wird aber von einem unaufhörlichen, psychotisch klingenden Lachen unterbrochen. Auf ein mal verändert sich die Musik. Düster und aggressiv klingender Gothicmetal ist zu hören. Auf dem Titanthron ein Wolfsgesicht. Drüber steht Marcus und drunter steht Wolfe. Was hat das ganze mit PDawq zu tun? Man hört schreie und Lachen innerhalb des Ringes und das Licht geht auch wieder ein. Ein muskulöser Mann, mit Wolfsmaske, schlägt und tritt auf das Talent ein. Er bringt ihn auf die Knie und zeigt eine Aktion, die alle in der Arena kennen. Er zeigt den PSYCHO OUT! Kann es sein? Kann das P-Dawq sein? Er geht in die Ecke, lässt sich ein Mikro geben. Obwohl er das Mikro noch gar nicht am Mund hat, hört man ein schon ein lautes psychotisches Lachen. Dasselbe das die Musik von P-Dawq unterbrach. Die Person nimmt schließlich die Maske ab, und das Lachen wird lauter. Nun erkennen wir auch das Gesicht. Es ist tatsächlich P-Dawq? Ohne Gefolgschaft? Ohne Manager? Und warum dieses Marcus Wolfe? Das Mikrofon geht zum Mund. Doch er sagt erstmal nichts. Das Publikum ist sichtbar schockiert und P scheint diese Stille zu genießen.
MW: „NAAAAAAAAA? (LACHT WIEDER) HABT IHR MICH VERMISST?“
Publikum chantet Yes!
MW: „IHR HEUCHLER: IHR HABT P-DAWQ VERMISST. DIESES AUF HART MACHENDE STÜCK SCHEIßE HABT IHR VERMISST. NICHT MICH.P-DAWQ IST TOT! ICH BIN MARCUS „FUCKING“ WOLFE (WIEDER DIESES LACHEN) THE GERMAN PSYCHO. DIE ZEITEN DES RAPPENS SIND VORBEI. JETZT ZÄHLT NUR NOCH EINES. SINNLOSE GEWALT. IHR SEID NICHTS. GAR NICHTS. UND DAS HIER UNTER MEINEN Füßen IST EIN TEIL VON EUCH?“
Wolfe geht aus dem Ring, packt das Talent an den Haaren, lacht ihm direkt ins Gesicht, während er ihn über die Absperrung zu den Fans schleudert, und schreit hinterher:
MW: „HIER HABT IHR IHN. AN ALLE DA HINTEN. EUER SPAß ENDET. MEINER BEGINNT!“
Mein Gott, wie schön er fliegt!
Kraftvoll hebt der Ball von der steinernen Tribüne ab, segelt in einer Parabel durch die Luft und senkt sich genau zur rechten Zeit, um auf der Bühne des Théâtre antique d'Arles hin zum Fähnchen zu rollen, neben dem ein Loch in den Boden eingelassen wurde.
Zentimeter für Zentimeter kommt der Golfball seinem Ziel näher. Tippt an das Fähnchen, touchiert den Rand des Lochs, aber fällt nicht. Er bleibt einen guten Meter von seinem Ziel entfernt liegen. Über ihm die Sommersonne Frankreichs, die weiß strahlen lässt.
Steven Sademi: „Was für ein unglaublicher Schlag.“
Die Kamera schwingt herum und zeigt die Tribüne. Dort, auf den uralten Stufen dieses Amphitheaters, haben sich Stunden vor der Veranstaltung noch nicht die Zuschauer eingefunden. Stattdessen sieht man nur zwei Männer – die Birdie Boys. Der Caddy, Steven Sademi, applaudiert stürmisch und verstaut den Schläger seines Kollegen in einer Tasche. Neben ihm nimmt Rupert Wooten das Lob gelassen hin.
Steven Sademi: „Herzlichen Glückwunsch. Mr. Fairway trifft selbst dann, wenn es gar kein Fairway gibt.“
Zur Gratulation gibt es keinen High Five oder Fist Bump. Nein, Golfer sind doch keine Barbaren. Rupert Wooten entledigt sich des schwanenweißen, fingerlosen Golfhandschuhs und schüttelt seinem Partner förmlich die Hände.
Rupert Wooten: „Nun ist es nur noch ein einfacher Put zum Ziel. Versenken wir den kleinen Racker.“
Vorfreudiges Gelächter jagt über das antike Theater hinweg. Dann machen sich die Birdie Boys auf, die Tribüne hinabzusteigen, die als Aufschlagplatz zweckentfremdet wurde, und dorthin zu gelangen, wo Fähnchen und Loch die Freilichtbühne zum Golfkurs umfunktioniert haben.
Geschichte und Golf. Eine Kombination voller Würde.
Rupert Wooten: „Zwei Schläge soll mir erst einmal jemand nachmachen auf diesem…“
Er rümpft die Nase und blickt sich um. Unter ihm bröckeln Steinchen aus der Tribüne. Eine Ewigkeit hatten sie ihren festen Platz, nun müssen sie dem achtlos umherstapfenden Schuhwerk der Golfer Tribut zollen.
Rupert Wooten: „…besonderen Kurs.“
Dann haben Sie das Ende der Tribüne erreicht. Betreten die Bühne. Vor ihnen harrt der Golfball darauf, endlich eingelocht zu werden. Schlag mich, Daddy.
Rupert Wooten nimmt die rechte Position ein.
Dann kommt das Monster. Mit Geheul und Johlen stürmt es heran. Eine schokoladenbraune, sabbernde, stinkende Kreatur. Der massige Körper schwabbelt und schwankt im Lauf. Das Untier hält direkt auf den Golfball zu, der Takt seiner Füße trommelt auf den Steinen.
Steven Sademi: „NEIN!“
Sademi reißt den Mund auf und nimmt eine Abwehrpose ein.
Steven Sademi: „Du störst das Spiel! Hinfort!“
Seine empörten Rufe finden kein Gehör. Denn dieses Untier ist der menschlichen Sprache nicht mächtig. Es ist der Zacidog. Und in seinem Schädel regiert die instinktive Geilheit auf den Golfball.
Rupert Wooten: „Weg! Weg!“
Der erste Ruf kommt wütend, der zweite als krächzender Klagelaut. Panik tritt in Wootens Augen, als er sich nach etwas zur Abwehr umsieht. Doch dann ist es zu spät.
Ohne anzuhalten, flitzt der Zacidog an den Golfern vorbei. Sein Geifermaul öffnet sich. Und ohne jedes schlechte Gewissen schnappt er sich den Golfball, noch ehe Wooten ihn im Loch versenken kann. Wooten und Sademi werden erst kreideweiß, dann wutrot.
Steven Sademi: „ER – HAT – DIE – PARTIE – GESTÖRT!“
Seine Stimme zittert ebenso sehr wie seine Beine.
Rupert Wooten: „Er hat das Spiel der Könige entweiht.“
Fassungslos starren die beiden Männer das Tier an. Mit dem Golfball im Maul trottet der Zacidog umher. Sein Schwanz wedelt hin und her wie ein Scheibenwischer.
Dann kommt das Untier wieder näher. Blickt die beiden Männer an, die vor ihm stehen. Und mit einem Fiepen legt er den vollgesabberten Golfball zu Wootens Füßen. Mr. Fairway stiert auf das entweihte Spielobjekt, als hätte ihm jemand ein totes Kind hingeworfen.
Rupert Wooten: „Was will er? Will sich dieses Monster an meinem Leid laben?“
Der Zacidog stupst den Golfball mit der Nase an, schiebt ihn näher an Wootens Füße. Dann setzt sich der Labrador hin, bellt und hechelt. Vorfreudig wackelt er mit dem ganzen Körper.
Steven Sademi: „Ich habe keine Ahnung, was er will. Sowas ist unter meinem Niveau.“
Angeekelt tritt Sademi den Golfball weg. Er will den Anblick des entweihten Balles nicht länger ertragen müssen.
Doch zu seiner Überraschung bringt genau das den Hund dazu, freudig mit dem Schwanz zu wedeln und dem Ball nachzujagen. Er holt mit einem Sprint den Ball ein, schnappt ihn ins Maul – und apportiert ihn zurück. Keine fünf Sekunden später liegt der Ball wieder vor Wootens Füßen.
Steven Sademi: „HE! Was soll das? Weg mit dir, Viech! WEG!“
Wieder ein Tritt gegen den Ball. Diesmal fliegt er auf die Tribüne. Doch auch jetzt zögert der Labrador keine Sekunde. Schießt wie ein Torpedo los, holt den Ball zurück. Legt ihn vor den Golfern ab. Vergnügt jault der Hund auf.
Rupert Wooten: „Unser Leid…“ Steven Sademi: „…amüsiert ihn.“ Rupert Wooten: „Es ist ein Spiel für ihn, uns zu quälen.“ Steven Sademi: „Diese Verdorbenheit.“
Mit einem Pfotenstoß rollt der Hund den vollgesabberten Ball auf Sademi zu, nachdem Wooten nicht reagiert. Die Birdie Boys blicken einander an. Ihre Augen werden zu Schlitzen, der Blick verfinstert sich.
Rupert Wooten: „Für eine solche Satanskreatur kann es nur eine Konsequenz geben.“ Die Augen schweifen in die Ferne. Dort ist ein wohlbekanntes Gefährt außerhalb des Amphitheaters auszumachen.
Rupert Wooten: „Hol das Golfcart.“ Steven Sademi: „Verstanden. Es wird getan, was getan werden muss.“
Die Birdie Boys nicken einander zu. Dann marschiert Sademi bedeutungsschweren Schrittes von der Bühne und auf das Golfcart zu, das dort in der Sonne auf seinen Einsatz wartet.
Der Hund blickt – noch immer schwanzwedelnd – Sademi hinterher. Er ahnt nichts von dem Schicksal, welches die Golfer ihm angedacht haben. Ebenso wenig ahnt er vom finsteren Blick, mit welchem Wooten in seinem Rücken steht.
Steven Sademi: „Das Spiel der Könige zu stören kennt nur eine Konsequenz.“
Er gleitet in den Fahrersitz des Golfcarts. Der Schlüssel fliegt ins Zündschloss, der Motor startet. Wie ein Ritter, der auf einem Ross in eine Schlacht zieht, stolz und ernst, tuckert Sademi auf den Zacidog zu. Der Labrador hat den Golfball stur im Maul. Und ist arglos. Lässt das mechanische Gefährt näherkommen, ohne die Flucht zu ergreifen.
… … …
Zac Alonso: „He!“
Synchron drehen beide Birdie Boys die Köpfe. Der eine im Cart, der andere vor dem Hund auf der Bühne des Amphitheaters stehend. Sie sehen zuerst den Glanz des Championtitels in der Sonne, dann die Gestalt Zac Alonsos. Der Champion hat sein Schmuckstück um die Hüften geschnallt. Er ist gekleidet wie ein Tourist, trägt ein kurzärmliges Poloshirt und eine Sonnenbrille auf der Nase.
Zac Alonso: „Habt ihr meinen Hund gese…-“
Seine Miene hellt sich auf, als der Labrador heranschießt, bevor die Frage ausgesprochen ist. Der Zacidog rennt auf Alonso zu, die Zunge pendelt im Maul. Vor Freude reißt er beinahe sein Herrchen um. So schön kann ein Wiedersehen sein.
Zac Alonso: „Da bist du ja, mein Bester! Ich habe dich schon gesucht.“
Er beugt sich zu dem treuen Tier herunter und krault ihm das Kinn. Dann fällt der Blick auf die Birdie Boys. Beide haben hochrote Gesichter.
Zac Alonso: „Ähm, ist hier was vorgefallen? Ihr wirkt so angespannt.“ Rupert Wooten: „Vorgefallen?“ Steven Sademi: „Angespannt?“
Mit theatralischer Geste deutet Wooten auf den Labrador.
Rupert Wooten: „Vorfall ist ein Euphemismus für dieses VERBRECHEN! Ein Frevel ist geschehen.“ Zac Alonso: „Oh?“
Er blickt seinen Hund an.
Zac Alonso: „Eigentlich ist er ganz lieb. Was ist los? Hat er gebissen?“
Der Caddy springt auf dem Cart und läuft mit erhobenen Armen auf den Champion zu.
Steven Sademi: „Schlimmer. Er hat…“ Rupert Wooten: „…das Spiel der Könige unterbrochen.“
In beeindruckender Synchronität deutet beide Birdie Boys auf den angesabberten Golfball. Alonso zieht die Augenbrauen zusammen.
Zac Alonso: „Er hat einen Golfball gebissen?“ Rupert Wooten: „Er – hat – ihn – vom – Feld – genommen!“ Steven Sademi: „Unverzeihlich.“
Mit dem Golfschläger deutet Wooten auf den Labrador. Drohend. Alonsos Laune verschlechtert sich. Er schlägt den Schläger Mr. Fairways zur Seite.
Rupert Wooten: „Ich verlange Wiedergutmachung.“ Zac Alonso: „Schon gut, ich kaufe euch einen neuen Ball, wenn ihr euch so anstellt. Dann kann der Zacidog ja mit dem hier spielen, richtig?“
Ohne Scheu vor dem Sabber beugt sich Alonso zum Ball, nimmt ihn auf und steckt ihn zurück ins Maul seines Tiers.
Rupert Wooten: „Ein Golfball ist kein Spielzeug!“ Zac Alonso: „Sondern?“ Rupert Wooten: „Eine Reliquie! Und ich verlange keinen neuen Golfball. Es geht nicht um den materiellen Wert, es geht um die Tat an sich. Ich verlange Bestrafung.“
Der Nordire macht einen Schritt auf den Hund zu. Der legt interessiert den Kopf schief. Das Tier scheint zu spüren, dass etwas nicht stimmt. Lässt den Ball aus dem Maul fallen.
Rupert Wooten: „Sonst bestrafen wir ihn. So etwas Widerwärtiges hat auf dem Golfplatz nichts zu suchen.“ Zac Alonso: „Dies ist kein Golfplatz, sondern unser Veranstaltungsort. Erstens. Und zweitens: Wenn du auch nur daran denkst, deine Hand an meinen Hund zu legen…“
Alonso greift nach dem Halsband seines Freundes und zieht ihn in sichere Richtweite. Dann marschiert er wieder auf Wooten zu und steht Kopf an Kopf mit Mr. Fairway.
Zac Alonso: „…wirst du bald keine Hand mehr haben, um Golf zu spielen.“
Innerhalb von Sekunden scheint es kalt zu werden in Arles. Eiskalt. Wie zwei Cowboys vor dem Duell stehen Wooten und Alonso sich gegenüber. Jeden Moment könnte es losgehen. Man wartet nur darauf, dass jemand die sprichwörtliche Pistole zieht.
Doch dann kommt der heimtückische Schlag von Steven Sademi.
Der Zacidog jault auf, als der Caddy seinen Ellbogen in Alonsos Nacken schlägt. Zac geht zu Boden, der Intercontinental-Titel fällt ihm von den Hüften und schlägt auf die Bühne auf.
Steven Sademi: „Du bist genauso verdorben wie deine Kreatur. Du Barbar.“
Kläffen und Knurren schallt über das antike Theater als Sademi und Wooten abwechselnd ihre Stiefel in Alonso Rippen treten. Die Wut über den Hund hat sich in den Angriff kanalisiert, der nun nicht auf den Zacidog, sondern auf dessen Besitzer ausgeführt wird. Alonso versucht, die Arme hochzunehmen. Sein Gesicht vor den Angriffen abzuschirmen. Doch zunächst hat er keine Zeit gegen zwei Personen.
Dann greift der Zacidog an.
Das wohlerzogene Tier beißt nicht in das Fleisch der Golfer, aber schnappt nach Sademis Ärmel und zieht den Caddy weg, damit er Alonso keinen Schaden zufügen kann. Sademi schlägt um sich, versucht den Labrador abzuwehren. Währenddessen ist Mr. Fairway im 1 zu 1 Alonso gegenübergestellt. Und der Champion schafft es, in einer nun ausgeglichenen Situation, auf die Beine zu springen. Er weicht einem Schlag Wootens aus, gräbt seine eigene Faust in den Magen.
Kann sich Alonso freikämpfen? Doch just als er Hoffnung schöpft, ist Sademi zurück. Er hat den Zacidog vom Ärmel abgeschüttelt. Nun jagt er einen Kick an Zacs Schulter, schickt ihn auf den Boden zurück. Nun sind sie wieder zu zweit. Und noch wütender. Noch rücksichtsloser. Schläge und Tritte, wild in ihrer Natur, prasseln auf Alonso ein.
… … …
Eine blonde Gestalt stürmt heran.
Sie greift nach den Schultern des Caddys. Reißt ihn weg. Sofort gibt es einen Punch in Sademis Gesicht. Als der Caddy schutzlos taumelt, folgt gleich der zweite Schlag.
Wooten bemerkt erst jetzt, dass Alonso Hilfe bekommen hat. Er wirbelt herum…
…und wird mit einem Bodycheck umgerissen.
Die Birdie Boys kollidieren miteinander und gehen zu Boden. Über ihnen steht ein Zacidog mit zähnefletschendem Ausdruck. Er hält sie in Schach. Und im Hintergrund sieht man die blonde Gestalt, wie sie Alonso auf die Beine hilft. Ihm den Staub und Steinbröckchen von den Klamotten klopft.
Der Retter ist Güldenherz.
Güldenherz: „So, das reicht jetzt aber! Verschwindet, wenn ihr nicht noch weitere Prügel einstecken wollt. Ihr habt großes Pech, dass ich der Hundetyp bin. Katzen mag ich nicht. Die sind hinterhältig und böse. So wie ihr ihr. Lasst Alonso in Ruhe!“
Nach der klaren Ansage blicken die Birdie Boys einander an. Wie Hyänen umkreisen sie Güldenherz und Alonso. Doch der Wind hat sich gedreht. Nun sind es die Golfer, die in Unterzahl sind. Zumindest, wenn man den Hund mitzählt. Und so bleibt Sademi und Wooten nichts anderes übrig, als abzuwinken und sich zurückzuziehen. Das Duo schlurft zum Golfcart und steigt ein.
Rupert Wooten: „Das werdet ihr bereuen.“ Steven Sademi: „Bastarde! Barbaren! Blödmänner!“
Der Caddy lässt den Motor an und braust mit Mr. Fairway auf dem Beifahrersitz davon. Als das Golfcart in der Ferne verschwindet, bleiben nur Zac Alonso und sein Retter zurück. Alonso hat ein dankbares Lächeln auf den Lippen und der Zacidog leckt freundlich an Güldenherz‘ Hand. Doch der Außerirdische hat anderes im Sinn.
Sein Blick fällt auf den zu Boden gefallenen Intercontinental-Titel. Er hebt ihn hoch, betrachtet die Platte lange und innig. Als wolle er sich jedes Detail einprägen. Dann, mit einer Spur Widerstreben, reicht er den Gürtel an Alonso zurück. Man muss kein Psychologe sein, um zu erkennen, wie viel Überwindung es ihn kostet.
Zac Alonso: „Danke, Mann. Das war Rettung in letzter Sekunde.“ Güldenherz: „Alles ok bei dir? Du hast ordentlich eingesteckt. Cool, wie dein Hund dir geholfen hat. Er ist ein echter Warrior.“
Der Champion blickt an sich herunter. Durch den Sturz auf den Stein des Amphitheaters ist seine Jeans zerrissen. Die Sonnenbrille liegt zerstört in Einzelteile herum. Jemand muss im Kampftrubel draufgetreten sein.
Zac Alonso: „Geht schon.“
Er zuckt mit den Schultern.
Zac Alonso: „Körperlich stimmt alles.“ Güldenherz: „Nur körperlich? Was meinst du?“
Auf die Frage hin lässt Alonso den Kopf hängen. Er kann nicht verbergen, dass etwas Sorgenvolles in seinem Blick ist.
Zac Alonso: „Ich frage mich, ob es eine gute Idee war, mich mit diesen Golf-Trotteln anzulegen.“
Er blickt ihnen hinterher. Dorthin, wo das Cart immer kleiner wird, so dass es kaum noch zu sehen ist.
Zac Alonso: „Scheiße, Mann. Ich habe ein Match gegen Steve Steel vor mir. Der ist selbst schon mit allen Wassern gewaschen und wird sicher nicht fair kämpfen. Aber wenn die Boys so rachelustig sind, wie sie gerade gesagt haben, dann habe ich mir nun eine weitere Herausforderung eingebrockt. Ich mache mir Sorgen, dass…“
Güldenherz: „…sie in den Kampf eingreifen?“
Kopfnicken bei Alonso. Güldenherz hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Als er seine Frage bestätigt sieht, legt Güldenherz ein Lächeln auf.
Güldenherz: „Mach dir da mal keine Sorgen, Zac. Ich sorge dafür, dass dein Kampf fair abläuft. Wenn die Birdie Boys auch nur einen Fuß zum Ring setzen wollen, werden sie es bereuen.“
Die Miene des Champions hellt sich auf. Er schlägt seinem Retter kumpelhaft auf die Schulter.
Zac Alonso: „Mensch, du bist echt ein guter Kerl, Güldi. Die GFCW wäre ein besserer Ort, wenn mehr Leute so selbstlos wären wie du.“
Güldenherz legt den Kopf schief.
Güldenherz: „Ja, ich helfe gern. Und vor allem dir, Zac. Du weißt, dass ich deinen Weg hier in der GFCW sehr beeindruckend finde, das habe ich dir schon gesagt. Doch das bedeutet unweigerlich, dass wir auch Rivalen sind. Rivalen werden könnten. In der Zukunft.“ Zac Alonso: „Ach?“
Der Blick des Lord des Lichts wandert an Alonso herab, bis er auf dem Titelgürtel hängenbleibt, den Alonso nach dem Sturz wieder in Position gebracht hatte. Wieder ist da die Sehnsucht in seinem Blick.
Güldenherz: „Ich habe keinen Zweifel daran, dass du dieses Gold heute in deinem Match gegen Steve Steel verteidigst. Steel ist ein alter Mann, der seinen Zenit längst hinter sich hat. Auch wenn er imemr noch ein solider Wrestler ist, so hat er in einem Titelmatch überhaupt nichts zu suchen. Der Sieg gegen mich vor 2 Wochen im Number 1-Contender Match stinkt doch zum Himmel. Ich sollte diesen Titleshot nun haben. Aber nun gut, ich nehme die Dinge so, wie sie nun mal jetzt sind. Für den Moment kann ich nichts daran ändern. Aber wenn du Steve Steel besiegt und den Intercontinental Titel verteidigt hast…“
Güldenherz baut sich zu voller Größe auf.
Güldenherz: „… dann will ich die nächste Titelchance.“
Wenn Güldenherz eine klare Antwort erwartet hat, wird er durch Alonsos abwartende Miene enttäuscht. Eine unangenehme Stille entsteht. Güldenherz kräuselt die Stirn. Was windet sich Alonso hier um eine Antwort?
Zac Alonso: „Ein Schritt nach dem anderen, ja?“
Er schlägt Güldenherz noch einmal auf die Schulter. Diesmal nimmt der Lord des Lichts die Geste mit weniger Grinsen hin.
Zac Alonso: „Heute werde ich erst einmal meinen Titel verteidigen und dann sehen wir in zwei Wochen weiter. Okay?“
Der Champion pfeift. Sofort eilt der Zacidog heran. In seinem Maul der Golfball. Jetzt, wo die Birdie Boys verschwunden sind, kann er ohne Angst mit dem Objekt spielen.
Güldenherz blickt sein Gegenüber an. Er zuckt mit den Schultern. Seine Stimme ist leise.
Güldenherz: „Okay.“ Zac Alonso: „Danke, Mann. Danke, dass du mir hilfst.“
Und damit schiebt sich der Champion an seinem Retter vorbei. Er hat einen Kampf zu gewinnen. Hier in diesem Amphitheater. Zurück bleibt Güldenherz. Der Youngster schaut dem Champion lange nach.
War Evening, Théâtre Antique d’Arles (Arles, Frankreich), 26.06.2026
In Kooperation mit
Eine Drohne nimmt uns mit auf eine Reise durch Südfrankreich. Arles, eine sonnenverwöhnte Stadt in der Provence, entfaltet mit ihren engen Gassen, römischen Relikten und dem warmen südfranzösischen Licht eine Atmosphäre, die Künstler seit Jahrhunderten inspiriert. Im Herzen dieser lebendigen Kulisse erhebt sich das monumentale Amphitheater, ein beeindruckendes Zeugnis römischer Baukunst und heute Bühne für GFCW WAR EVENING! Boom, fetz, böller, böller. Es wird ordentlich Pyrotechnik abgefeiert und das alte Amphitheater erweckt zum Leben. Nun wird dann auch zu den beiden Urgesteinen der GFCW geschaltet, die sich im weiten Rund bequem gemacht haben: Pete und Sven.
Sven: „Bonjour mes amis und herzlich Willkommen zur unseren französischen Ausgabe von War Evening aus Arles aus der wunderschönen Provence.“ Pete: „ Auch einen wunderschönen guten Abend von mir. Eben habe ich noch ein leckeres Baguette mit Jambon et Fromage verzehrt. Neee, wat lecker!“ Sven: „Besonders lecker ist auch unsere Card für den heutigen Abend. Da wird aber mal richtig aufgetischt:
Schulden
vs. Dienste
Sven: „Endlich sehen wir wieder TnB im Ring. Immerhin sind die beiden noch richtige Fieslinge und nicht so verweichlichte Würstchen wie die meisten anderen. Folglich finde ich immer gut, wenn hier weiter den Schuldnern alles abverlangt wird. Wo kommen wir auch hin?“ Pete: „ Pah. Das ist doch ganz großer Camembert, den du hier verzapfst. Bella und Iokepa sind da in etwa toxisches reingeraten und können sich heute mit aller Macht befreien. Meine Unterstützung hätten sie hierfür. Dennoch sind Titan und Bomb natürlich mit allen Wassern gewaschen und haben sich vermutlich wieder etwas böses überlegt.“
Open Challenge
Pete: “Kyle ist wieder da und fordert einen Gegner für sich. Wer könnte es werden? Wer traut sich Mr. Unpinnable hier in Arles herauszufordern? Viele werden es wohl nicht sein, schließlich muss man da mit einer Niederlage gegen den Kanadier rechnen.“ Sven: „Das glaube ich wiederum nicht. Mit seinen ständigem lamentieren wird sich schon jemand finden und was gibt es schöneres ich, seinen Nimbus in diesem tollen Ambiente zu nehmen!“
Non
Title Tag Team Match:
Sven: “Dann sehen wir unsere Legenden mit den Tag Team Titles. Die Black Wyrms hatten eigentlich ein Titlematch gefordert, aber Zerbeus haben den Schwanz eingezogen. Fighting Champions my ASS. Pete: “Eine sehr verknappte Darstellung. Zerbeus brauchen weiter Matchpraxis für ihr PPV-Match in Italien gegen die Mad Stars. Und falls die Champions hier verleieren sollten, sind die Wyrms unumstritende No.1 Contender nach Conquista. Allerdings dürfte es nicht leicht werden, schließlich dürften die Zuschauer insbesondere Brigitte Reflet anfeuern. Auch wenn ihre Heimatstadt Annecy nicht mal eben um die Ecke ist!“
GFCW Intercontinental Title
Match:
Pete: “Ein richtiges Title Match erwartet uns im Main Event. Wie Kai aus der Kiste ist plötzlich der „Bronzed Adonis“ wieder da. Steve Steel bekommt einen Shot gegen Alonso. Das ist aber mal ein richtiger Kracher!“ Sven: „Das wird aber mal ein richtiges Brett! Alonso sitzt zumindest nicht auf dem Kackstift, sondern lässt laufen. Ein Titelwechsel wäre begrüßenswert und das Ambiente gibt es doch allemal her!“
Die Card für heute wurde gerade so vorgestellt, da ertönt auch schon die Musik des aktuellen GFCW World Champions und das auch aus gutem Grund, denn vor zwei Wochen ereigneten sich Szenen, die weder im Interesse des Champs sind noch ihn besonders glücklich stimmen, aber gut, ein Schritt nach dem Anderen. Wie in Deutschland mittlerweile, wie auch in Portugal und Spanien, wird The End selbstverständlich auch hier gebührend mit einem gewaltigen Aufschrei an Pops gefeiert und empfangen. Tatsächlich gibt es aber keine große Show, mit dunkler Halle und Spot, vielmehr kommt der Champion mit kalter und sichtlich angepisster Miene zum Ring gestampft. Eine Anmoderation darf aber natürlich trotzdem nicht fehlen.
Laura: „Meine Damen und Herren, begrüßen Sie mit mir gemeinsam, aus Corleone, Sizilien… den amtierenden GFCW World Champion… THEEE ENDDD!“
Laura hat sich gemerkt, was The End ihr vor einigen Wochen gesagt hat, nämlich, dass er im Rahmen der Europa-Tour (und vielleicht auch darüber hinaus?) nicht mehr aus Hamburg, sondern aus Sizilien angekündigt werden will und auch das ergibt Sinn, denn schließlich ist er hier in der Obhut der Corleone-Brüder aufgewachsen.
Pete: „Der sieht nicht gut aus.“ Sven: „Soll er sich mal nicht so haben, er hat den Gürtel doch noch.“ Pete: „Ja, aber WIE er ihn vor zwei Wochen behalten hat, dürfte nicht im Interesse des Champions sein. Er hat sein Match nicht gewonnen, es ist einfach unentschieden ausgegangen und das bedeutet in unserer geliebten Wrestling-Logik, dass er den Gürtel behalten darf. Aber er hat Danny Rickson nicht besiegt.“ Sven: „Und das wird er auch nicht, sofern er wirklich ein solcher Champion ist, wie er es vorgibt zu sein und ihm ein Rückmatch anbietet.“
Die Fans jubeln, End bleibt erbost, entert den Ring, wo ihm auch schnurstracks ein Mikrofon gereicht wird. Er hat scheinbar etwas zu sagen. Eine weitere Open Challenge?
The End: „SO nicht.“
Furios läuft End auf und ab durch den Ring, mit dem Blick in die Kamera gerichtet.
The End: „Woche für Woche komme ich hier raus und fordere eine Herausforderung. Vor zwei Wochen habe ich dann zum nunmehr dritten Mal eine Open Challenge gestartet, indem die Möglichkeit gegen mich um diesen Titel zu kämpfen, leichter nicht sein könnte. Wieder und wieder sage ich, nein FORDERE ich, dass ihr euch mir stellt, um mir diesen Gürtel und den Platz an der Spitze der Nahrungskette streitig zu machen. Und was tut ihr?“
Jetzt bleibt er stehen, noch immer mit bitterbösem Blick in die Kamera. Während er sich aber gerade gefühlt immer mehr in Rage geredet hat, wird er jetzt wieder ganz ruhig. Bedrohlich ruhig.
The End: „Ein Hinterhalt.“
Nun buht die Menge, denn End spricht genau den Elefanten im Raum an, der hier allen im Sinn schwirrt. Vor zwei Wochen hat End wieder eine Open Challenge gestellt, Hollywood Jake und Robbin Zick von Refuse to Age haben ihn attackiert, sodass Danny Rickson leichtes Spiel hatte… wäre The End nicht mal standhaft gewesen und hätte gegengehalten. Gleichermaßen hatte er aber auch unerwartete Unterstützung… … von Darragh Switzenberg. End rümpft die Nase, denn so wütend er auch auf Refuse to Age sein mag und so bieder es ihm zu sein scheint… auch das muss er erwähnen.
The End: „Und… Hilfe, um die ich nicht gebeten habe.“
Wieder buhen die Fans, denn auch Darragh Switzenberg ist natürlich niemand, den man mag.
The End: „Das ist nicht der Weg, den ich gehen will, um diesen Titel zu kämpfen.“
Aber nunja, es dürfte The End klar sein, dass nicht jeder „seinen“ Weg gehen wird – schließlich ist er selbst nicht immer diesem Weg gefolgt.
The End: „Aber selbstverständlich… weiß ich, dass es Männer wie Danny Rickson gibt, die einen anderen Pfad an die Spitze suchen. Männer, wie auch Darragh Switzenberg – oder glaubt hier wirklich jemand, dass er aus reiner Nächstenliebe getan hat, was er getan hat? Offensichtlich ist da eine Sache im Gange, die mich nichts angeht. Eine Sache, bei der der Gürtel wieder einmal nur in den Hintergrund rückt. Aber wie ich es schon zu Mad Dog gesagt habe, ist der GFCW World Championship keine Side Quest. Also klärt, was auch immer es zu klären gibt und kommt erst danach und kämpft.“
Wieder spricht End mit einer Selbstverständlichkeit, die zu verstehen gibt, dass er sich als oberstes Glied der Kette sieht. Diese Worte stimmen nicht, weil er sie sagt, er sagt diese Worte, weil sie – in seiner Welt, der GFCW – Gesetz sind. Dabei geht ein Raunen durch die Zuschauerreihen, bei dem man fast meinen könnte, dass die Fans Ends Worte so verstehen, als würde er es bei dieser Warnung belassen und Switzenberg und Ricksen ihr Ding machen lassen – sofern es das überhaupt gibt, denn Switzenbergs Auftritt dürfte viel weniger Danny Rickson, als viel mehr Hollywood Jake gegolten haben.
The End: „… das ist meine Devise und meine Art die Dinge zu sehen. Allerdings… befinden wir uns jetzt an einem Punkt, an dem ich es nicht mit mir vereinbaren könnte, denjenigen die Strafe zuteilwerden zu lassen, die sie verdienen. Denn Refuste to Age? Ihr habt mich beleidigt. Ihr habt mich für dumm verkauft. Ihr habt auf die mieseste Art und Weise versucht mir diesen Gürtel zu stehlen. Und das… kann ich so nicht stehen lassen.“
Jetzt jubeln die Fans wieder, denn das ist der End, den sie inzwischen lieben gelernt haben: man legt sich mit The End an? Dann wird man schon sehen, was man davon hat. Und gerade als The End wieder ansetzen will, wird er auch schon sogleich unterbrochen. Von Refuse to Age? Nein.
Es ist Darragh Switzenberg.
Nach seinem überraschenden Auftritt vor zwei Wochen ist er nun auch offiziell zurück: Der Mann, der diese Liga über ein Jahr lang wahlweise im Würgegriff gehalten oder zur Weißglut gebracht hat. Vangelis‘ Klänge begleiten den Kanadier Richtung Squared Circle – und natürlich auch die obligatorischen Fanreaktionen. Doch diesmal ist etwas anders, denn nicht nur Hass schlägt Switzenberg entgegen. Da sind auch gespannte Blicke und vorfreudiges Schweigen. Denn nicht nur hat die Galaxy den Star vielleicht auch eine verquere Art und Weise mehr vermisst, als man es zugeben würde, es ist auch klar, dass der bevorstehende Auftritt Bedeutung hat – denn es gibt viele offene Frage zu klären. Switzenberg kommt Schritt für Schritt der Bühne des altertümlichen Amphitheaters näher. Er trägt ein schwarzes Shirt und eine Jeans – ein betont unauffälliges Outfit für ihn, dessen bemerkenswertestes Accessoire seit jeder ein gestählter Körper ist.
Darragh Switzenberg: „Ich erwarte nicht, dass du mich wie einen Freund empfängst.“
Der Kanadier steht vor dem Ring und blickt auf The End. Und er liegt richtig, denn ein freundlicher Blick ist es nicht, womit der Champion ihn taxiert.
Darragh Switzenberg: „Aber nachdem ist dir vor zwei Wochen geholfen habe, wirst du mir vielleicht erlauben, mich zu erklären.“
Er wartet nicht auf eine Antwort des sizilianischen Hamburgers, sondern tritt auf die Ringtreppe und dann auf den Apron. Während er das oberste Rope hinunterdrückt, um leichter in den Ring einzusteigen, blickt Switzenberg lange in die Richtung seines Gesprächspartners.
Darragh Switzenberg: „Du glaubst nicht, dass ich auch Nächstenliebe gehandelt habe, als ich dir half?“
Eine rhetorische Frage. Also gibt es von The End nur ein beiläufiges Schulterzucken.
Darragh Switzenberg: „Das kann ich dir nicht verdenken. Denn ich bin…“
Während seiner Kunstpause steigt Switzenberg über die Seile und kommt auf der Matte zum stehen, nur einen guten Schritt vor dem Champion.
Darragh Switzenberg: „…Darragh Switzenberg. Und das ist in dieser Liga nicht gerade ein Synonym für einen Wohltäter. Ich bin nicht Mutter Theresa und nicht Jesus. Die meisten Künstler würden mich eher mit Hörnern auf dem Kopf als mich weißen Flügelchen malen. Und doch muss ich dich darum bitten, mir zu glauben, wenn ich dir was sage.“
Er hebt die Hand, als würde er dazu ansetzen, etwas zu schwören. Doch dann belässt Switzenberg es dabei, mit der offenen Handfläche Richtung End zu zeigen.
Darragh Switzenberg: „Ich habe dir geholfen, weil ich glaube, dass das Richtige war.“
End registriert diese Worte mit einem zynischen Stöhnen. Selbstverständlich muss der Champion diese Aussage in Frage stellen und keinesfalls wird er das einfach so glauben.
The End: „Das Richtige, um dich selbst in die Position zu bringen, um diesen Titel anzutreten?“
Weil der Champion demonstrativ auf seinen Gürtel klopft, bleibt Switzenbergs Blick am wertvollsten Stück der GFCW hängen. Erst nach Sekunden wendet er sich ab, sucht wieder Augenkontakt zu End.
Darragh Switzenberg: „Das Richtige für diese Liga.“ The End: „Die Liga? Du willst mir ernsthaft erzählen, dir läge die Liga am Herzen?“
End stellt Switzenberg abermals, mit einer fast schon theatralisch-aufspielenden Übertreibung, in Frage. Die barsche Zurückweisung bringt Switzenberg nicht aus dem Konzept. Er nimmt Ends Worte mit einem Nicken hin und macht dann einen Schritt zurück.
Darragh Switzenberg: „Wir müssen keine Freunde sein, um einen gemeinsamen Feind zu haben, Champ.“
Champ. Die respektvolle und doch joviale Ansprache aus Switzenbergs Mund klingt falsch. Und doch spricht er es ohne Zögern aus.
Darragh Switzenberg: „Wer in dieser Liga wüsste besser, dass es der Liga nicht guttut, wenn sie im Schwitzkasten eines dominanten Stables steht? Besser als ich? Als der Mann, der selbst an der Spitze eines solchen Stables stand. Um zu wissen, wie man einer Hydra den Kopf abschlägt, muss man selbst die Hydra gewesen sein.“
Er breitet die Arme aus und kommt weiter auf End zu. Hält ihm die ungeschützte Brust hin.
Darragh Switzenberg: „Ich bitte dich nicht darum, mich zu mögen. Aber erlaube mir, dich gegen Refuse to Age zu unterstützen. Bevor es zu spät ist.“
Die Fans reagieren entsprechend auf Switzenbergs Bitte, denn auch, wenn man sicher eine gewisse Neugier mit- und Switzi entgegenbringt, so ist man doch mehr als skeptisch. … und so auch der Champion.
The End: „Lass mich… das nochmal kurz sortieren. Du… willst mich unterstützen?“
Der Unglaube steht End sowohl ins Gesicht geschrieben als dass man ihn auch aus seinen Worten heraushört.
The End: „Nein. Das sehe ich nicht so. Ich denke, dass es dein Plan ist, andere Mit-Konkurrenten aus dem Weg zu räumen, damit dein eigener Weg frei ist und da deine Gehilfen, Alonso und Jake, nun weg sind, suchst du nun neue Verbündete. Suchst du… mich. Du… willst nicht mir helfen. Ich… soll dir helfen.“ Darragh Switzenberg: „Ich hätte Jake halten können, weißt du?“
Auch wenn er direkt The End anspricht, schweift Switzenbergs Blick auch über das Publikum. Er richtet die Worte an alle, nicht nur an sein Gegenüber.
Darragh Switzenberg: „Er hat mich aus Frust verlassen, weil ich ihn ignoriert habe. Ich hätte einfach zum Telefon greifen müssen und hätte ihn überzeugen können. Wenn ich die Macht hätte haben wollen, die ich mit ihm an meiner Seite hatte, wäre es ein Leichtes gewesen. Ich hätte auch Alonso ersetzen können. Schließlich kann ich Verträge vergeben, wie ich will. Ich hätte mir eine Armee aufbauen können.“
Aussagen, denen man nicht widersprechen kann.
Darragh Switzenberg: „Aber ich wollte es nicht.“ The End: „Und zwar weil?“ Darragh Switzenberg: „Weil ich nachgedacht habe, Champ.“
Noch immer ist Ends Blick von Misstrauen geprägt. Aber lässt Switzenberg reden, ohne ihn zu unterbrechen.
Darragh Switzenberg: „Da war immer dieser Zweifel. Warum sind wir Wrestler, hm? Weil wir etwas hinterlassen wollen. Weil wir in die Geschichtsbücher wollen. Ich habe immer gedacht, dass Macht der Weg dahin ist. Doch dann kam Jason Crutch. Dann kam der Stillstand. Der Rückschritt. Meine mehrmonatige Pause. Und ich habe gemerkt, dass Darragh Switzenberg mehr ist als nur ein Puppenspieler. Vorrangig, End, bin ich einfach Wrestler.“
„WHAT?“ „WHAT?“
Nicht nur End glaubt ihm kaum ein Wort, auch die Fans machen es ganz deutlich.
Darragh Switzenberg: „Und deswegen will ich neu anfangen. Ein neuer Switzenberg sein, ein besserer.“
Der Kanadier senkt das Mikrofon. Doch weil End nicht sofort etwas sagt, hebt Switzenberg es doch wieder an die Lippen, um noch etwas hinzuzufügen.
Darragh Switzenberg: „Deswegen lass mich dir helfen. Gegen eine neue Dominanz. Erlaube mir, ein paar Fehler zu korrigieren.“
Und dann – als wären die Worte nicht schon verwirrend genug – streckt Darragh seine Hand aus. Er bietet die End zum Handshake dar.
Darragh Switzenberg: „Was sagst du?“
Zumindest für einen kurzen Moment scheint The End tatsächlich kurz zu grübeln. Die Wahrscheinlichkeit, dass Darragh Switzenberg hier die Wahrheit spricht, ist so gut wie null, aber was, wenn auch nur der Funke einer Möglichkeit besteht, dass er die Wahrheit sagt? Würde es im Sinne seiner Mission sein, die GFCW zur besten zu machen, die es jemals gab, wenn er Wrestler wie Darragh Switzenberg um die Chance beraubt sich zu ändern? Zumal… sich auch The End geändert hat, wenn auch nur minimal. End schaut sich um. Der Zweifel in seinem Kopf scheint die Bestätigung aus der GFCW-Galaxy zu suchen, entweder für die eine oder die andere Entscheidungsoption. Dann hebt End endlich den Schallverstärker an die Lippen. Doch noch bevor eine einzelne Silbe seinen Mund verlässt… …ertönt eine neue Musik. „BUUUUUUH!“ Solch ein Empfang ist den großen Arschlöchern dieser Welt vorbehalten. Menschen wie Danny Rickson. Der Anführer von Refuse to Age schreitet Richtung Ring. Er trägt eine schwarze Lederjacke und eine verspiegelte Sonnenbrille, seine hell gefärbten Haare sind zu einem Dutt hochgesteckt.
Danny Rickson: „Ich störe diese Seifenoper wirklich ungern. Schließlich brillierst du, Darragh, in deiner Rolle als lächerlicher Lügner. Doch meine Geduld ist am Ende.“
Bis kurz vors Squared Circle stapft er heran. Doch in die Höhle der Löwen – also in den Ring zu End und Switzenberg – wagt sich Rickson dann doch nicht.
Danny Rickson: „Wir sollten dahin zurückkehren, was du am Anfang deiner Rede gesagt hast, End. Nämlich, dass du unser Ergebnis so nicht stehen lassen kannst. Also wäre es doch das Einfachste, wenn du diesen ganzen Quatsch…“
Er deutet erst in den Ring, dann ins Amphitheater. Anscheinend ist für Rickson die Gesamtszenerie Quatsch.
Danny Rickson: „…stecken lässt und dich einfach dazu entscheidest, mir ein Rückmatch zu gewähren. Das ist der einzige Weg, die Scheiße aufzulösen, die vor zwei Wochen durch unseren ungebetenen Besucher passiert ist.“
Der Blick geht in Richtung Switzenberg. Dieser starrt zurück. Wenn Blicke töten könnten, würden beide auf der Stelle umfallen.
Danny Rickson: „Gib mir ein Rückmatch. Du willst es. Ich will es. Nein, ich FORDERE es.“
Wieder schaut sich End um. Sein Blick geht zu Danny Rickson, wieder ins Publikum, sogar kurz zu Darragh Switzenberg. Das ist es, was er wollte – Wrestler, die ihn um seinen Titel herausfordern. Also eigentlich sollte seine Antwort hier klar sein… … andererseits… was würde es für ein Zeichen setzen, wenn er derartige Schmierentheater auch noch mit einer weiteren Chance belohnt?
The End: „Nein.“
Erneut jubeln die Fans laut auf, denn der Champion macht Champion Dinge und bestimmt selbst, wie es hier zugeht, anstatt, dass er sich bestimmen lässt.
The End: „Versteh mich nicht falsch, Rickson. Ich will Rache und ich werde meine Rache bekommen, aber dieser Titel… wird kein Teil davon sein.“
Als einzige Anwort auf Ends Worte hat Rickson ein Zungeschnalzen übrig.
Danny Rickson: „Du bist so leicht auszurechnen. Noch viel einfacher als Shelly Nafe es war. Deswegen war mir klar, welche Antwort kommt. Und ich habe etwas vorbereitet, dass deine Entscheidung…abändern wird.“ The End: „Hmm?“
End gibt sich unbeeindruckt und will möglichst nicht auf diese fadenscheinige Drohung von Rickson eingehen, sein Interesse ist aber dennoch geweckt. Alle 4.500 Zuschauer – und die beiden Männer im Ring – starren Rickson an. Warten auf eine Erklärung von dessen kryptischen Worten. Doch anstatt, dass Ricksons Stimme hören, schnippst dieser mit den Fingern. Und deutet dann auf die Videoleinwand. Dort beginnt ein Video zu spielen. Recht schnell wird dabei klar, wo wir uns in dem Video befinden: eine sonnige Landschaft voller Berge und Täler, allesamt in einer atemberaubenden Kulisse vor dem großen, weiten Meer. Und inmitten dieser wunderschönen Szenerie – abgelegen von einem kleinen Städtchen, was man im Hintergrund erahnen kann – sehen wir eine alte Farm, die wir schon desöfteren gesehen haben. End hat sich hier versteckt, Aldo hat sich hier zurückgezogen, vor allem sind die beiden hier aber groß geworden. Es ist eine recht alte, bescheidene Farm, mit einem kleinen Häuschen. Wir sehen den Bereich, in dem sich sonst die Ziegen aufhalten, wir sehen kleine Felder, einen Schuppen und noch einiges mehr. Ohne Zweifel: Das ist die Farm von Salvatore Corleone. Dem Mann, der The End geprägt hat wie sonst nur noch James Corleone. Sie mögen entschieden haben, dass End auf eigenen Füßen stehen muss – aber natürlich ist die Verbindung nach wie vor tief. Als wären sie eine Familie. Auf immer und ewig. Also blickt The End mit angespannter Miene auf das Video. Ein schlechtes Gefühl macht sich breit. Dann schwenkt die Kamera auf der Farm herum. Und aus dem Dunkel schleichen zwei Männer. Häscher in der Nacht. Sie nähern sich dem Farmhaus. Dort, wo hinter den Fenstern Licht brennt – das Licht von Sal Corleone. Die Männer sind Robbin Zick und Hollywood Jake. Wie Mordsbuben schleichen sie vor dem Farmhaus herum. In Sizilien. Wahrhaftig. An einem Ort, dessen Bedeutung für The End unermesslich ist. Ohnmächtig, hunderte Kilometer vom Ort des Geschehens entfernt, hier in Arles, muss der Champion mitansehen, wie Jake und Robbin über den Zaun klettern und auf die Tür des Hauses zulaufen. Damit überschreiten sie nicht nur im wortwörtlichen Sinn eine Grenze – sondern auch symbolisch. Der Atem Ends beschleunigt sich. Sein Blick ist voller Hass.
Danny Rickson: „Gib mir, was ich will, End. Oder meine Freunde…“
Der Engländer nimmt die Sonnenbrille ab. Sein stählerner Blick bohrt sich in End.
Danny Rickson: „…werden Sal einen Besuch abstatten. Du hast bis Ende der Show Zeit, meinem Willen nachzukommen. Oder dein alter Verbündeter wird es ausbaden.“
Eine Drohung mit Knalleffekt. End ballt die Hand zur Faust, dass sie Knöchel weiß werden.
Danny Rickson: „Deine Entscheidung…“
Der Blick wandert zu Switzenberg. Mit Hohn in der Stimme wählt er die Formulierung, mit der dieser zuvor The End angesprochen hatte.
Danny Rickson: „…Champ.“
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Das Match ist nicht ganz so einseitig gelaufen, wie es gerne gehabt hätten, aber letztlich war es der klare Sieg, den man hatte erwarten dürfen und so sind die Mienen der nordischen Schwestern Idunn Jörmungandr und Skadi Fenrir doch einigermaßen zufrieden, wie sie durch den Vorhang in den Backstagebereich geschritten kommen. Mit Betonung auf „einigermaßen“ zufrieden – von „glücklich sein“ über den Erfolg kann schon gar keine Rede sein, dafür war er letztlich zu selbstverständlich. Dennoch, ein Sieg ist ein Sieg, der mittlerweile Vierte in diesem Jahr bei nur einer Niederlage, das kann sich sehen lassen, so rein statistisch gesehen. Das offensichtliche Problem: Diese eine Niederlage war die entscheidende Niederlage – die gegen Zerbeus. Und genau deswegen halten sich die Emotionen über den heutigen Pflichtsieg im überschaubaren Rahmen: er bringt die nordischen Schwestern von der Lerbitz Performance Group ihrem Ziel erneut um das Gold anzutreten nicht näher, er hat nur dafür gesorgt, dass sie sich davon nicht weiter entfernen. Ihre Weigerung an der Tag Team Battle Royal teilzunehmen hat ihren Stand nicht verbessert und so müssen sie darauf bauen, dass die Black Wyrms heute doch noch aus ihrem Match ein Titelmatch machen können – ihr Plan B, dass sie durch einen Erfolg der Basketballer zu einem Titelkampf kommen, hat sich durch den Sieg der Mad Stars erübrigt.
DOINK DOINK
Skadi bleckt unweigerlich die Zähne, kaum dass sie über Zerbeus spricht. Dann jedoch formt ihr Mund ein wohlwollendes Lächeln und nickt den Basketballern anerkennend zu.
SSSSSSSSIIIIIIIUUUUUUUUU!
Sandro: „Frankreich…“
Wenn der Name des Gastgeberlandes wie eine Krankheit ausgesprochen wird, während im Hintergrund die lautstarke Cristiano-Hymne über die Arena schallt, kann das nur eines bedeuten: Sandro ist da. Der Portugiese marschiert mit der ihm üblichen Gravitas auf die Bühne und wird so freundlich empfangen Napoleon in Moskau. Das hält den (eigentlich luxemburgischen) Lusitaner nicht davon ab, die Hand im Stil eines Staatschefs zum Gruße zu erheben.
Sandro: „…endlich seht ihr mal einen richtigen Sssssssiuperstar.“
Der Portugiese zieht die Augenbrauen zusammen und die Mundwinkel herunter. Zungeschnalzend blickt sich Sandro um, während von allen Seiten Buhrufe auf ihn einprasseln. So hat er sich den Empfang nicht vorgestellt. Mit der freien Hand, die er nicht für das Mikrofon braucht, winkt der Portugiesische (Wrestling-)Botschafter ab.
Sandro: „Mag sein, dass die Anwesenheit eines lusitanischen Heroen euren croissantförmigen Hirnwindungen zusetzt, doch das ist kein Grund, mir gegenüber Feindseligkeit zu zeigen. Ich komme in guter Absicht.“
Und was könnte besser eine gute Absicht beweisen als dass Mikrofon zu senken, dem Körper einen Ruck zu geben und mit einem SSSSIUUUU in die Luft zu springen? Seine Landung wird nicht gesenkten Daumen und französischsprachigen Ausrufen begleitet, die die Sprache der Liebe einmal nicht erotisch klingen lassen.
Sandro: „Was denn? Ich soll abhauen?“
„JAAAAAAAAAAA!“
Sandro: „Nein, nein, nein. Ich werde nicht die Flucht ergreifen und vor euren Reaktionen kapitulieren, ich bleibe standhaft. Ich bin ja schließlich kein Franzose. Und so wie der Heilige Cristiano Usbekistan versenkt hat, werde ich hier und jetzt all die Zweifler versenken, die anzweifeln, dass die Rettung Frankreichs darin besteht, sich der großen National Portugal zu Füßen zu werfen.“
Auch wenn die Bewohner der Grande Nation dem Klischee nach nicht gern die Sprache des Nachbarn jenseits des Ärmelkanals sprechen, langen die Englischkenntnisse der Anwesenden, um jeden Satz Sandros mit lauten „WHAT?“-Chören zu begleiten. Sandros Enttäuschung über so viel Ablehnung wandelt sich zunehmend in Ärger. Er hebt lehrerhaft seinen Zeigefinger und sucht Blickkontakt zu besonders aufgebrachten Fans in den ersten Reihen.
Sandro: „Ja, die Wahrheit ist hart. Doch manchmal muss man eben in den sauren Frosch beißen und sie akzeptieren.“
Weil nun mindestens eine Minute ssssssiuu-frei abgelaufen ist, zieht Sandro zur Feier seiner Bangerline mit einem Doppel-Sssiuu nach, das von Arles mit einem Doppel-Fick-Dich entgegnet wird.
Sandro: „Doch ich sehe schon: Der Großteil von euch kann es nicht ertragen, die Schwäche der eigenen Nation zu hören. Ihr steht da, stemmt die Händen in die Hüften und protestiert, es wäre alles ganz anders und Frankreich ein ernstzunehmender Staat. Pah. Woher kommt dieses Selbstverständnis? Glaubt ihr wirklich noch, Frankreich wäre eine Grande Nation?“
Für das lautstarke Ja aus dem Publikum hat der einstige GTCW-Superstar nur ein Kopfschütteln übrig.
Sandro: „Kein Wunder, dass französisch weltweit ein Synonym dafür geworden ist, den Mund ganz schön vollzunehmen, was?“
( ͡° ͜ʖ ͡°)
Sandro: „Wir steuern hier bei unserem netten kleinen Gespräch auf zwei Möglichkeiten zu. Erstens wäre, dass ihr weiter vergeblich gegen mich protestiert. Das wäre albern. Also ist das die wahrscheinliche Möglichkeit hier, denke ich. Doch hört euch erst die zweite Möglichkeit an, bevor ihr die gelbe Weste aus dem Schrank holt. Ihr bitte euch hier und jetzt einen Friedenschluss an. Alles, was ihr dafür tun müsst…“
Im Predigerstil steigert sich Sandros Stimme bei jedem Wort, ehe sie kurz vor der Möglichkeit der Erlösung vor Euphorie tropft.
Sandro: „…ist, die Überlegenheit meiner Heimat Portugal zu akzeptieren. Es mag etwas Überwindung kosten, doch es wird Frankreich die Chance geben, ein zweites Waterloo zu vermeiden. Ich verlange nicht viel. Nur, dass jemand im Namen Frankreichs hier in den Ring kommt und seinem Instinkt folgt. Also kapituliert.“
Zufrieden klatscht der Portugiese in die Hände.
Sandro: „Na, das sollte einfach sein. Es kostet nur etwas Mut. Sagt es mir, Franzosen, wer hat die Courage, die eigene Unterlegenheit einzugestehen?
Erwartungsvoll schaut sich der Eroberer im Publikum um. Doch der oder die Freiwillige kommt nicht von dort, wo er es erwartet hatte – sondern aus Richtung der Wrestler-Area. Und zwar mit einer eigenen Musik.
Das Publikum hat nun wirklich genug von Sandro gehört und dasselbe gilt für sie – Renee Courage. Eine junge, kleine Französin aus Passy, Haute-Savoie mit softer Stimme, einem imposanten, silbrig-weißen Pferdeschweif und violetten Augen, die auf Sandro fokussiert sind.
Sven: „Die Antwort darauf lautet: bisher nicht, weil sie bisher nur in Takatuka-Ligen angetreten ist.“ Pete: „Reicht es nicht, dass Morbeus für ein gestörtes Verhältnis in Richtung WFW sorgt, musst du jetzt auch noch damit anfangen?“ Sven: „Deine Mutter steht auch darauf, wenn ich...“ Pete: „Also: Renee Courage hat den Ruf einer Super-Rookie, weil sie bereits in der Frühphase ihrer Karriere diverse Achtungserfolge errungen hat. So hat sie etwa im letzten Jahr im Tournament of Honor nur knapp gegen Monica Shade verloren und die uns bestens bekannte Skadi Fenrir besiegt.“ Sven: „Und in diesem Jahr ist sie schon raus aus dem Turnier, weil sie gegen eine der bescheuerten Elfen verloren hat.“ Pete: „Hehe.“
Und weil Renee Courage gar keinen Zweifel offenlässt, dass sie nicht Unterwerfung hier ist, sondern für Wrrrrrässssling, schießt hinter ihr Mike Gard aus dem Vorhang. Sandro hat das Mikrofon schon am Mund, um sich zu beschweren… …doch da erklingt auch schon die Ringglocke.
Ein Mann sitzt in seinem Büro, die Klimaanlage funktioniert nicht. Ein Heuballen fliegt durch den stickigen, spärlich beleuchteten Raum Schnell schnappt er sich ein Erfrischungsgetränk, doch das scheint ihm nicht zu schmecken. Der sichtlich verärgerte Mann wirft die Flasche in den Mülleimer und schaut sich um.
Er sieht eine Coca Cola Zero Dose. Mit einem Zisch wird diese geöffnet.
„WOW, DAS IST EINE TOLLE COLA! DOCH IRGENDETWAS IST DARAN ANDERS!“
Der Bürohengst schaut sich die Dose genauer an.
„WHOA! WAS STEHT DENN DA!?“
Er hält die Dose in die Kamera und liest laut vor.
ZEREO COLA? WAS IST DAS!?!?
Plötzlich befindet sich Zereo Killer im Bild. Mit seinem zahnpastaweißen Lächeln präsentiert er das neue Getränk.
DAS IST ZEREO COLA!!!
0% ZUCKER, ZEREO GESCHMACK!!!
Im Anschluss steht der Bürohengst neben Zereo Killer, der ihn in den Arm genommen hat. Beide erheben den Zeigefinger und der Bürohengst sagt.
ZEREO COLA? WOW! DAS NENNE ICH GESCHMACK!
Das Amphitheater von Arles – unweit von unserer Showstätte, dem antiken Theater, entfernt – bietet einen atemberaubenden Eindruck römischer Baukunst, Kultur und Religion. Ähnlich wie andere, noch erhaltene, antike Arenen wie das Kolosseum in Rom oder jenes in El Djem in Tunesien zeugt auch dieses hier in Arles von einer architektonischen Meisterleistung. Die ansteigenden Sitzreihen, die unterirdischen Gänge – wenn man so will also der Backstage Bereich - die vielen Parallelen zu heutigen Fußballstadien, die mit modernster Technik erbaut wurden… Obgleich das, was damals hier geschah, oft eher dem glich, was heute erneut mit der GFCW das Interesse dieser französischen Stadt am Ostufer der Rhone erobert. Und so wartet inmitten in der Arena in einem kleinen abgetrennten Bereich folglich MacMüll auf uns gebannte Zuschauer. Unter gespannten Schirmen und neben einigen Kameras samt Crew sehen wir, wie er sich auf einem Stuhl sitzend mit einem Handtuch den Schweiß von der Stirn tupft. Mit einem Husten holt er sich noch den letzten Schleim aus der Kehle, damit die folgenden Worte ohne Rasseln erklingen.
MacMüll: „Ich begrüße die GFCW Fans von diesem historischen Ort, wo einst die Gladiatoren der Antike kämpften. Heute habe ich einen Gladiator und eine Gladiatrice der Neuzeit neben mir. Das Tag Team, das in der letzten Show die Battle Royal gewinnen konnten und sich nun auf ein Match gegen Zerbeus vorbereiten kann.“
Die Kamera fährt nach rechts, wodurch Mad Dog und Stella Nova im Bild erscheinen. Die beiden Kämpfernaturen sitzen ebenfalls auf Stühlen und nicken MacMüll zu, während der Soundspur aus dem antiken Theater deutliche Jubelrufe hören lässt.
MacMüll: Aber blicken wir erst einmal zurück nach Barcelona. Es lief vermutlich nicht ganz so, wie ihr euch das vorgestellt habt, oder?“
Ein Lächeln umspielt die Lippen der unbekannten Konstante.
Mad Dog: „Fun fact, Müll: Es läuft nie, wie man es sich vorgestellt hat. Alle Parteien wissen um die Stärken und Schwächen ihrer Gegner, alle haben Konter auf die entscheidenden Moves ihrer Gegner im Sinn. Dazu noch die Anzahl der Gegner und die Matchart – es braucht keinen Three Count, keine Submission. Es braucht eine simple Aktion, die fast in jedem Match zu sehen ist, und kaum Schaden anrichtet, wenn man auf den Füßen landet… Die Vorstellung ist ein Ideal. Und ja, in diesem hätten wohl wir beide zum Schluss gemeinsam im Ring gestanden – nichtsdestotrotz haben wir gewonnen. Und das ist das Entscheidende!“
Die Stellare sitzt ruhig da, die Beine eng beisammen und die Hände im Schoß gefaltet. Den WFW Temptation Title hat sie heute nicht mit angeschleppt, aber ansonsten ist sie gekleidet und gestylt wie immer – kometenhafter Schurz unten, knappes Top mit Sternausschnitt oben und das schwarz-orangene Haar zu den üblichen zwei Sternschnuppen geflochten. Soweit wie immer, doch ihre Augen haben bei Mac Mülls Frage unweigerlich zu funkeln begonnen.
MacMüll: „In wie weit hat dieses Ungleichgewicht aber Einfluss auf die Teamchemie?! Schon bei New Level war es Mad Dog, der den Sieg gegen die Modern Erasers geholt hat.“
Genervt rollt MD mit den Augen und schaut zu Stella, während sich MacMüll verlegen am Hemdkragen zieht und sich da drunter am Hals kratzt.
MacMüll: „Fühlst du dich nicht unter Zugzwang, Stella? Ich meine… wir haben es oft in der Wrestling Historie gesehen, dass Dankbarkeit gegenüber dem Partner in Matches auch in risikoreiche Alleingänge oder später sogar in Neid umschlagen kann.“
Für einen Moment wandert Stellas linke Hand gen Pony als ob Mac Mülls Frage in ihr einen Kopfschmerz ausgelöst hat, den es weg zu massieren gilt. Dann jedoch atmet sie tief durch und entspannt sich.
Bevor MacMüll eine weitere Frage hinterher schieben kann, räuspert sich der Kämpfer der Nacht und erhält sogleich die ganze Aufmerksamkeit.
Mad Dog: „Natürlich haben wir nicht nur als Team eine Idealvorstellung, sondern jeder Wrestler, jede Wrestlerin für sich hat ebenfalls eine. Und in dieser idealen Vorstellung holt man vermutlich selbst immer die Siege, schmeißt alle Gegner aus einer Battle Royal oder siegt gegen The End und holt sich den GFCW World Title... aber wir sind nicht neu in diesem Business, Müll. Unsere Erwartungen an uns selbst, unser Ideal ist schon mehrfach gescheitert. Auf der anderen Seite auch schon mehrfach bestätigt worden. Wir machen uns also keinen Kopf, nur weil ich zwei Mal den Sieg geholt habe. Wer den Sieg holt, ist egal, denn uns eint ja das gemeinsame Ziel!“
Der Fighter bewegt seine Hände entlang seiner Hüfte. Die weltbekannte Titelgeste.
Mad Dog: „Wir wollen die GFCW Tag Team Champions werden!“
Bestätigendes Nicken bei Stella Nova, doch der Interviewer hat noch nicht genug gehört.
MacMüll: „Was mich zum Vorwurf von Titan & Tha Bomb bringt. Ist dieser Spot bei Conquista überhaupt verdient?! Ihr habt keine gemeinsamen Erfolge vorzuweisen… und im Gegensatz zu Morbeus und Zereo Killer kanntet ihr euch vor dem Match bei New Level im Grunde nicht. Reichen die paar Wochen, um ein Team zu werden, das Titel erringen kann?!“
Wieder ist es ein Lächeln, was ob der Frage über die Lippen des Night Fighters huscht.
Mad Dog: „Titan und Tha Bomb ist vermutlich nichts anderes eingefallen, huh?! Ich habe zwei Mal in meiner Karriere Tag Team Gold gehalten. Mit einem gewissen Zeus die PCWA Cotatores und mit Díego Sanchéz zusammen die XAW Union Titles. Zeus kannte ich vor unserem Titelgewinn so gut wie gar nicht, die Karrieren von Díego und mir hingegen überschnitten sich viele Male. Ich kenne also beide Varianten – dass ich im Teambereich nichts vorzuweisen hätte, ist jedenfalls lächerlich. Klar, mit Stella zusammen konnte ich bisher noch keine Titel erringen, wie auch, huh?!“
MacMüll: „Klar, aber Stella ist bisher immer am Tag Team Gold gescheitert. Insofern haben T&B da schon einen Punkt.“
Nun zeigt Stellas Mund doch noch ein Lächeln – ein verdammt bitteres.
Die unbekannte Konstante zuckt mit den Schultern.
Mad Dog: „Und wer hätte es sonst verdient, huh?! T&B jedenfalls nicht. Die haben das Titelmatch bei New Level von Zereo Killer geschenkt bekommen. Und dort haben sie ebenso versagt wie bei der AS zu Beginn des Jahres. Trotzdem hatten sie aufgrund der Battle Royal wieder die Chance; doch auch dort habe ich sie schließlich übers oberste Seil gedrückt. Wo sind also ihre Erfolge, huh?! Ich habe seit ihrer Rückkehr nicht viel davon gesehen. Ich denke also nicht, dass du durch Fragen auf die beiden zurückgreifen solltest, Müll, sondern dass es Zeit ist, sich endlich mit Zerbeus zu beschäftigen!“
Wieder tupft sich MacMüll etwas Schweiß von der Stirn.
MacMüll: „Bei Tammy mag es Friede-Freude-Eierkuchen Interviews geben, aber dabei kommt auch nicht viel rum. Ich frage lieber so, dass es auch ein bisschen weh tut. Aber gut... Wie schätzt ihr die Tag Team Champions ein? Hat dieses GFCW Legenden Team überhaupt eine Schwäche?“ Stella Nova: „Mir würde eine ganze Reihe an Schwächen einfallen, Mac Müll. Insbesondere, dass ihre Hirnleistung so viele Mängel aufweist, dass sie dringlich einen Neurologen aufsuchen sollten. Wie dämlich muss man sein, um T’n’B in die offensichtlichste Falle aller Zeiten zu tappen und wie viel Realitätsverlust muss man haben, um WFW und Erfolge bei WFW geringzuschätzen? Wäre ich ein Fan oder gar Familienmitglied der beiden, ich würde mir ernsthafte Sorgen um die beiden machen. Und da reden wir noch nicht mal davon, dass die beiden in Sachen Automatismen auch nicht gerade viel besser dran sind als wir.“ MacMüll: „Und was meinst du, Mad Dog? Deine Geschichte mit Zereo Killer ist ja eine langjährige und persönliche Angelegenheit. Und auch mit Morbeus kommt es neben dem Titelmatch hier auch im Forge Turnier zu einem Singles Aufeinandertreffen… oder nicht.“ Mad Dog: „Yeah, ich habe Matt Stone besiegt und stehe damit im Halbfinale des Forge Turniers; wenn auch Raymond seine Hausaufgaben macht, treffen wir dort aufeinander…“
Glücklich kommen in ihm die Bilder vom vergangenen Sonntag hoch, als er mit den Augen das antike Rund abfährt. Doch noch war es nur ein erster Schritt.
Mad Dog: „MacKenzie und Raymond sind zwei der größten Namen des heutigen Wrestlings, herausragende Athleten und ehrgeizig obendrein! Ja, mit Zereo verbindet mich eine gemeinsame Vergangenheit - ich kenne ihn, vielleicht besser als die meisten hier. Und er mich auch… wir haben schließlich unsere beiden Ligen in Blut getränkt, die Grenzen des Wettkampfs überschritten und in uns die hässlichsten aller Gesichter erweckt, um den anderen zu besiegen. Während mir das aber klar ist, scheint mir Mike die Dinge zu verdrängen. Er reitet mehr die Nostalgiewelle - will nur für das in Erinnerung bleiben, das er an sich für gut befindet. Handshakes, High Flying und Heldentum. Die Fehde mit mir gehört nicht dazu!“
Nun wendet sich der Blick der unbekannten Konstante wieder intensiv MacMüll zu.
Mad Dog: „Wenn ich also eine Schwäche benennen sollte, dann wäre es diese. Er präsentiert ein Bild von sich, den alten Zereo Killer… er ist aber nicht mehr der alte. Sein Partner hingegen wirkt mir klarer. Scheint mehr er selbst zu sein. Seine Schwächen also herauszufinden, spornt mich an! Macht mich heiß! Spätestens bei Conquista werde ich es wissen.“
MD lächelt verquer. Der Interviewer nickt.
MacMüll: „Und ihr selbst? Wo seht ihr eure Stärken… und wo seid ihr verwundbar?“
Die Stellare zuckt für einen Moment merklich. Hat Mac Müll gerade tatsächlich angedeutet, sie wäre verwundbar?
Die Augenpaare MacMülls wandern zwischen den beiden Mad Stars hin und her. Dann lächelt er milde.
MacMüll: „Es ist mit Sicherheit ein Match, dass mit Spannung erwartet wird. Vier große Namen in einem Match gegeneinander. Doch eine Frage brennt mir noch unter den Nägeln…“
Wieder
greift er sich verlegen an den Kragen… aber er will sein
Profil schärfen. Für die ernsten Fragen, für die
schwierigen Themen. Sich von Tammy abheben.
MacMüll: „Mad Dog, im Endeffekt bist ja selbst du auch nur ein Mann. Wird Yai nicht eifersüchtig, wenn du so viel Zeit mit solch einer… *räusper*… attraktiven Dame verbringst und beim Training auf ihr liegst und sie auf dir… *räusper* und so… Ähm, könnte man nicht meinen… wenn das Team gut funktioniert… da ist mehr. Gefühle und so. Gute Chemie… Du weißt schon. Gossip. Äh… könnte das ein Thema werden? Für dich… für euch? Zwischen euch?“
Die beiden Mad Stars schauen sich für einen Augenblick an, dann blicken sie entgeistert zurück zu ihrem Interviewer.
Mad Dog: „Nun ja… dieselbe Frage könntest du auch Zerbeus stellen, huh?! Die trainieren auch miteinander und sind ansehnliche Männer, oder nicht?!“
Wieder
fliegt sein Blick zurück zur Inderin und er mustert sie eine
Weile zu lange, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen.
Mad Dog: „Deine Sorgen oder – sollte ich besser sagen – feuchten Träume sind unbegründet, Müll. Ich kenne Yai seit unserer gemeinsamen Zeit in der XFWA und im cWc – seit 20 Jahren. Danach haben wir uns lieben gelernt… und mehrfach haben wir um unsere Liebe gekämpft, kämpfen müssen. Wohlgemerkt nie wegen anderer Frauen; selbst, wenn mir auch das schonmal versucht wurde unterzuschieben. Ich weiß, wie einige es in unserem Geschäft mit der Treue halten… Und dass Frauen wie Miria Saionji das auch bewusst für ihre Zwecke einsetzen. Aber ich werde das Haus, was ich mit Yai gebaut habe, nicht für einen kurzen Spaß abreißen.“
Seit Mac Mülls Frage ist bei Stella Nova ein seichtes, ungläubiges Kopfschütteln zu bemerken, das sich nun in einem tiefen Seufzer entlädt.
der Gewinn des GFCW Tag Team Titels.“
Es wird richtig laut, als das Theme von den GFCW Tag Team Champions gespielt wird und ein großer Teil des Publikums springt auf und präsentieren stolz ihre ZERBEUS-T-Shirts und Schilder! Es dauert auch nicht lange, dann lassen sich Zereo Killer und Morbeus bei wunderschönem Wetter blicken. Auffallend ist heute vor allem, dass der Kalifornier keine Gesichtsbemalung trägt, dafür eine In Ring Gear, die die Farben der französischen Flagge trägt. Das kommt natürlich besonders gut an. Ray Douglas zeigt sich wieder in klassischer Garderobe. Ein weißes T-Shirt mit roter „Morbeus“-Schrift, zerrissene Jeans-Shorts, gefühlt aus dem Jahr 1997 sowie grüne Kneepads mit einem weißem „M“ drauf. Schließlich die obligatorischen Wrestling-Boots.
Gemeinsam gehen sie an den Fans vorbei, klatschen mit einigen in der ersten Reihe ab und entern simultan das Seilgeviert. Das Titelgold recken sie nebeneinanderstehend in die Höhe und blicken durch das Antike Theater. Ebenfalls sind die beiden Ausnahmeathleten schon mit einem Mikrofon bewaffnet. Ray macht ein kurzes Zeichen, dass ihr Theme kurzerhand unterbrochen werden soll, denn die Champions haben etwas zu sagen. Der Kalifornier ist der Erste, der den Schallwandler zu seinen Lippen fährt.
Zereo Killer: „Na? Seid ihr alle gut drauf? Seid ihr nicht nur in Fußball, sondern auch in Wrestlingstimmung?“
Nach diesem lauten Beginn seiner Promo dreht er sich im Kreis, breitet seine Arme aus – in der linken Hand den GFCW Tag Team Title, in der rechten Hand seine „Versicherung“ für ein GFCW Intercontinental Title Match – und lässt sich noch einmal von allen Seiten begutachten. Ja, die französischen Farben seiner Gear ist nicht unbemerkt geblieben und die „OUI“-Chants werden immer lauter.
Zereo Killer: „Sehr schön, denn das ist genau das, was wir wollen! Genauso wie Frankreich seine bisherigen Spiele bei der Fußball Weltmeisterschaft gewonnen hat, wollen wir auch gewinnen! Und wir werden, egal wer sich uns gegenüberstellt, jeden besiegen!“
Abermals lässt der Kalifornier diese Worte wirken, ehe er mit seinem Monolog fortfährt.
Zereo Killer: „Ich bin aber nicht nur hierhergekommen, um mit euch zu feiern, nein, wir müssen und werden nun auch über die baldige Zukunft sprechen.“
Sein Blick geht in die Richtung, in der es zuvor ein Interview gegeben hat.
Zereo Killer: „Stella Nova, Mad Dog. Ich möchte euch gratulieren, dass ihr euch tatsächlich in der Battle Royal durchgesetzt habt.“
Er nickt, es folgt ein kurzer Blick zu seinem Partner, der sich das Ganze nun auch anhört. MacKenzie beginnt sogar leicht zu klatschen. Er scheint wohl zu empfinden, dass die Richtigen gewonnen haben.
Zereo Killer: „Liebe Stella, ich komme zuerst zu dir. Es ist schön und gut, dass du technisch sehr sehr gut bist, dass du dank deiner Ausbildung sehr sehr spektakulär sein kannst, dass du sehr sehr gut am Mikrofon bist.“
Auffällig, dass er dieses „sehr“ imm speziell betont und mit seinen Händen Gänsefüßchen-Zeichen macht, ehe er anschließend weiterspricht.
Zereo Killer: „Doch ich muss dich leider sehr… sehr enttäuschen und dir sehr… sehr deutlich klar machen, dass sowohl mein geschätzter Tag Team Partner und ich von unseren Fähigkeiten so sehr überzeugt sind, dass wir die Besten sind. Wir überstrahlen euer sehr – sehr gutes Komplettpaket, denn wir sind sehr, sehr viel besser.“ Morbeus: „That`s my Man! Schön bissig sind deine Kampfansagen, Mike. Das gefällt mir. Fahre fort!“ Zereo Killer: „Auf unser Team angesprochen würde ich dich gerne fragen, ob du, liebe Stella, unser Match gegen die Hüninnen aus dem hohen Norden gesehen hast? Ja, das Match war zum größten Teil nicht meine Sternstunde, mit Ausnahme unserer genialen Tag Team Aktionen, die wir gezeigt hatten, in diesem verrückten NO ROPES Match! Und Ray war da, als ich es nicht konnte, also haben wir das Match gewonnen und unsere Titel verteidigen können.“ Morbeus: „Eben. Schön gecatcht, ist nur halb gewonnen. All we need is a W. I. N. Und genau das haben wir geliefert. Wir ergänzen uns ideal und das ist die Hauptsache im Team-Sport! Und das auch ohne Ringseile.“ Zereo Killer: „Ich kam in den Genuss, den großartigen Sport Slacklining zu perfektionieren, also kann ich natürlich auch sehr gut mit den Seilen. Viele sagen, ich bin langsam in einem Alter, in dem ich auf mich aufpassen solle, aber… Hast du die letzte Großveranstaltung gesehen? Ich wachse, wir wachsen mit unseren Herausforderungen! Wir mussten gegen TnB einstecken wie die Irren, konnten uns aber im Laddermatch letzten Endes durchsetzen. Egal wie oft man uns auf die Bretter schickt, wir stehen immer einmal mehr auf und gewinnen das Match im Endeffekt! Unser kampfeslustiger Song untermalt unsere Mentalität in den Matches!“
Kurze Redepause, ehe ein weiteres Thema angeschnitten wird.
Zereo Killer: „Um eine Sache klar zu machen. Ja, Morbeus ist beim Forge Turnier dabei. Ich hab das nie groß angesprochen, weil ich wusste, dass man versuchen könnte, einen Keil zwischen uns zu treiben – auch wenn die Versuche sinnlos wären. Ich gönne ihm die Teilnahme und bin stolz auf meinen Tag Team Partner! Er wird im Turnier weiterkommen und Mad Dog im Halbfinale besiegen, und dann im Finale ebenfalls wieder aufstehen und kämpfen und siegen!“
Er blickt nun zu seiner rechten Hand und lächelt das von vor Wochen gefundene Ei an.
Zereo Killer: „… Und auch ich gehe neben meinem Tag Team Weg auch den Singles Weg, indem ich zum richtigen Zeitpunkt dieses gute Stück einsetze und zum sechsten Mal GFCW Intercontinental Champion werde!“
Morbeus schaut auch nochmal ins weite Rund. Sein Gesichtsausdruck scheint eher generös als angespannt.
Morbeus: „So ist es, Mike. Wir beide können es nicht lassen und suchen neben unserer Tag Team Regentschaft auch immer nach Sidequests, die zu erledigen sind. Ich bin ehrlich, dass ich nochmal bei einem so hoch dekorierten Singles-Tournament wie dem FORGE-Turnier mitmache, hatte auch mit deiner Ostereier-Suche zu tun. Natürlich nicht, weil ich es dir neide. Sondern weil ich genau weiß, dass wir beide so viele Chancen nicht mehr bekommen werden. Warum es also nicht nochmal probieren? Und genau das tue ich nun auch. Es besteht ein kleines Risiko, dass ich mich dort verletze. Und dennoch gehe ich es ein. Ich danke dir auch für das Vertrauen, Mike. Vielleicht gilt es auch für mich, dass ich es dann doch nicht lassen kann. Siege und Titel können süchtig machen. Es wird mit dem Alter nicht besser. Frag mal nach bei Mad Dog, Haha! Aber dennoch muss das Timing stimmen. Meinen Ausflug wähle ich bewusst in den GFCW-Pausen, das ist alles mit unserem Einsatzplan abgestimmt. Das muss natürlich auch für die Einlösung des IC-Title Shots gelten!“ Zereo Killer: „Keine Sorge, alles zum richtigen Zeitpunkt, nichts überstürzen. Ich bin nicht mehr wie ein junger, genialer Fußballer wie Kylian Mbappe, der rennt und rennt und rennt und Tore am Fließband steht, nein. Ich bin wie ein Cristiano Ronaldo, der nicht mehr viel rennt, aber genau weiß, wo er stehen muss, um sein Tor zu erzielen.“
Er grinst, denn diese Metapher kommt auch nicht bei allen perfekt an.
Zereo Killer: „Aber jetzt mal genug mit den Fußball Anekdoten. Ich will außerdem noch ein paar Worte an den Nightfighter richten.“
Wieder setzt es eine künstlerische Pause und er sucht den Blickkontakt mit seinen Fans im Theater, ehe er weiterspricht.
Zereo Killer: „Ich bin unfassbar froh, dass wir unser blutiges Kriegsbeil begraben haben, danke dafür. Ich glaube ich bin so weit, dass ich sagen kann, dass ich dir und auch mir selbst vertrauen kann, dass wir uns auf Augenhöhe begegnen werden, aber… dass wir keine Gruppierung geworden sind, finde ich sehr schade. Wir drei hätten gemeinsam sehr viel erreichen können, zusätzlich noch deine Partnerin und Raymonds Sohn Kyle. Wir wären eine starke Fünfergruppe gewesen, aber das solls wohl aufgrund unterschiedlicher Umstände nicht zustande kommen. Ich will dich daran erinnern, dass ich genau weiß, was in unserer Vergangenheit los war… und genau das will ich vergessen, verstehst du? Ich hab dir verziehen, ein Teil von mir… kann es eventuell nie, diesen Teil will ich verdrängen! Denn ich – wie gesagt – vertraue uns Beiden. Desweiteren will ich auch den Teil verdrängen, als ich meine Zereo Army betrogen habe, darauf bin ich nicht stolz, und ich bin verdammt froh, dass mir die Wrestlingwelt verziehen hat!“
Er geht bedächtig in sich und senkt den Kopf. Mit jeder Faser seines Körpers und auch in der Mimik erkennt man ganz genau, dass es ihm niemals ganz los lassen wird, seine dunkelsten Stunden. MacKenzie hasst seine Zeit als „Bösewicht“.
Zereo Killer: „Und vergleiche mal die unterschiedlichen – ich nenne es mal – Phasen, die ich in meiner Karriere hatte. Als meine Zereo Army und ich zusammengehalten habe, mit der Zeit, als ich mich gegen sie gestellt habe. Fällt dir etwas auf? Ich bin tausend Mal stärker, wenn ich meine Fans hinter mir habe, als wenn ich nur auf mich schaue! Ihre Jubelrufe, ihre Liebe, das alles gibt mir unglaublich Kraft! Und wenn ich glaube, ich kann nicht mehr, dann höre ich meine Fans, wie sie meinen Namen nennen!“
Er schaut durch das Publikum, welches von einem Moment auf den Anderen extrem laut wird. Sein Leuchten in den Augen ist mit Nichts auf der Welt zu vergleichen. YOU STILL GOT IT hört man von den Rängen, mit französischem Akzent, aber man kanns verstehen. Das zaubert dem Mann aus den Staaten ein Lächeln ins Gesicht. Selbstbewusst steht er da und fährt fort.
Zereo Killer: „Ich bin Zereo Killer, ich weiß dass ichs drauf habe! Der Schlachtruf I STILL GOT IT gehört ab heute der Vergangenheit an! I am Zereo Killer – and I am still here! Das ist das was zählt!“
YOU ARE STILL HERE!!!
CLAP CLAP CLAPCLAPCLAP!!!
YOU ARE STILL HERE!!!
CLAP CLAP CLAPCLAPCLAP!!!
YOU ARE STILL HERE!!!
CLAP CLAP CLAPCLAPCLAP!!!
Zufrieden blickt Mr. #ISTILLGOTIT durch die Crowd, denn sein Publikum hat ihm seinen Wunsch erfüllt. Aber mal ehrlich, das war überfällig, wir alle wissen, dass es Zereo Killer noch drauf hat!
Zereo Killer: „Danke, Zereo Army.“
Zufrieden ziehen sich seine Lippen in die Horizontale, aber er scheint noch nicht fertig zu sein.“
Zereo Killer: „Bei einer Sache muss ich dir allerdings widersprechen, Mad Dog… Ich reite nicht auf einer Nostalgiewelle. Ich genieße jede Sekunde im Hier und Jetzt, und mache das, solange ich kann, solange mir mein Körper keinen Strich durch die Rechnung macht! Ich bin ein Mensch wie jeder Andere auch, hab einige Fehlentscheidungen getroffen, welche auch zu meinem Leben gehören, doch ich wachse dadurch genauso, denn solche Fehler will ich nicht mehr machen. Will ich mich selber, wenn ich alt bin, daran zurückerinnern, dass das Gute im Ring überwog und ich nicht das Arschloch geblieben bin, welches ich zweimal für relativ kurze Zeit war? Ja, natürlich! Ich will und werde in Erinnerung bleiben, mein Vermächtnis ist längst gemacht, ich baue es lediglich noch aus. Ich will eines Tages mit Stolz zurückblicken können. Und natürlich gehört die Fehde mit dir dazu. Ich werde auch niemals vergessen, dass du der Einzige warst, der mich jemals durch Referee Stop besiegen konnte…“
… Fans der GFCW können sich an dieses heftige Match von damals in der GFCW erinnern. Der damalige PCWA Wrestler S1margl besiegte den GFCW Wrestler Zereo Killer in der GFCW durch Referee Stop!
Allerdings besiegte auch Zereo Killer S1margl in der PCWA in einem absolut irren Glasshouse Match.
Er blickt an seinen Oberarmen herab und fährt sich über eine Narbe. MacKenzie weiß genau, dass einige davon von der besagten Schlacht stammen.
Zereo Killer: „Dennoch, ich will all die negativen Gedanken hinter mir lassen. Ich freue mich darauf, dass unser Kriegsbeil begraben ist. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit meinem genialen Tag Team Partner ein faires, aber hartes Match gegen euch zu bestreiten. Ohne Blut, ohne unfaire Mittel, möge einfach der Bessere gewinnen! Und auch wenn ihr es nicht wahrhaben wollt. Das werden wir sein, denn wir stehen immer wieder auf und kämpfen weiter!!!“ Morbeus: “ Maddy. Wir werden hoffentlich in den nächsten Wochen häufiger die Klingen kreuzen! Ich denke du kommst, wenn du an Conquista denkst, schon gehörig ins Schwitzen. Das liegt an deiner besseren Hälfte. Deine Partnerin hat bei der Battle Royal ja doch schon ziemlich abgelost! Stella, Stella, balla, balla. Die hat se doch nicht mehr alle. Großkalibrig mit dem Mundwerk Forderungen stellen und du musstest die Kohlen aus dem Feuer holen. Das wird gegen die CHAMPIONS nicht langen. Das weißt du und das weiß Stella Bella. Wenn sich Zereo freut, dass ihr das Kriegsbeil begraben habt, dann komme ich nicht darum hin zu sagen: Lass es uns wieder ausgraben! Alles andere ist doch ein riesen Schmarrn. Wir sind keine Marktbegleiter oder was das momentane Marketing-Sprech für Rivalen eben benutzt, um alles möglichst samtweich zu formulieren. Hier geht es um die Wurst. Im Team oder vielleicht bald ONE-ON-ONE! Wir sind Gegner, aber nur einer oder ein Team kann gewinnen. So war es immer und so wird es immer sein!“
Die Zuschauer finden die weitere Zuspitzung eigentlich ganz klasse und glucksen vor sich hin.
Morbeus: „Adressiert werden müssen aber noch die Black Wyrms! Ihr beide werdet gleich erleben, in welch einer unfassbar guten Verfassung sich ZERBEUS gerade befinden. Euer Lehrgld liegt schon mal bereit!“
Kampfeslustig stellt sich der Mann aus den USA neben dem Kanadier, simultan halten sie die Tag Team Gürtel in die Höhe. MacKenzie ergreift ein finales Mal das Wort.
Zereo Killer: „Anhand der Black Wyrms werden wir euch zeigen, was Tag Team Wrestling bedeutet! Macht euch am Besten keine Notizen, denn das könnt ihr sowieso nicht schaffen uns nachzuahmen.“
Double Mic-Drop und die Musik STAND UP AND FIGHT setzt ein! ZERBEUS klettert simultan auf die jeweils gegenüberliegenden Ringecken und recken ihr Tag Team Gold in die Höhe.
"In einer Welt, in der jeder kämpfen will... ...aber nur wenige Geschichte schreiben... ...entsteht eine Bühne für Mut... ...für Leidenschaft... ...für den ultimativen Kampf. Grenzen werden überschritten. Träume werden wahr. Und jede Sekunde entscheidet über Ruhm oder Niederlage. Das ist nicht einfach Wrestling. Das ist... GFCW. Die Action beginnt JETZT."
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