Open Challenge:
Kyle Douglas vs. ???
Referee: Howard Eagle




Unter lautem Applaus betritt Kyle Douglas, der ehemalige GFCW World Tag Team Champion den Innenraum. Er schaut in den Arler Nachthimmel und winkt den Zuschauern auf den Tribünen zu. Seine gesamte Erscheinung wirkt wie ein Gladiator aus dem alten Rom. Zwar trägt er wie immer seinen Ringerhelm, den ihn vor schweren Kopfverletzungen schützen soll. Dennoch ziert sein Oberkörper auch eine bronzefarbene Rüstung aus der Antike. Mit stolzgeschwellter Brust geht er dann zum Ring. Auch wenn er aus dem englischsprachigen Teil Kanada stammt, scheint ihm das Französische nicht fremd. Ein paar Brocken französisch sind bei der Fan-Ansprache also auch drin.

Am Ring angekommen lässt er sich dann von Laura ein Mikrofon geben.


Kyle: „ Bonsoir, chers fans. Je suis ravi d'avoir enfin l'occasion de combattre à Arles. Encouragez-moi vers la victoire. Ensemble, nous pouvons y arriver !”


Die Zuschauer freuen sich wie bolle und jubeln Kyle nun noch mehr zu.


Pete: „Ähh. Das war aber mal ordentliches Französisch. Er fordert die Fans also auf zu ihm zu halten, dann werden sie heute Abend gemeinsam gewinnen!“

Sven: „Schleimer.“


Kyle: „In Spanien habe ich bereits angekündigt, dass ich hier eine Open Challenge aussprechen werde und so ist es. Auf dem Weg zum nächsten Meilenstein bitte ich nun alle Wrestlerinnen und Wrestler: Wer hat den Mumm von euch nun gegen mich anzutreten?



Die Beleuchtung wird gedimmt, ein einzelnes Licht strahlt gen Einzugsrampe und erhellt die Stelle, an der „The Aion“ Miria Saionji durch den Vorhang geschritten kommt. Wirklich nur diese Stelle – alles andere ist in pure Dunkelheit getaucht. Mehr als sonst, aber vielleicht ist das Scheinwerferlicht ja einfach falsch eingestellt. Viel wichtiger ist ja auch die Frau im Scheinwerferlicht: Wunderschön doch unheimlich, sanft und doch kalt, ein gleichermaßen einladendes wie abfälliges Lächeln auf den Lippen und ein Blick der Erhabenheit in ihren tiefblauen Augen. Sie tippt sich an den Pony, blickt in die Reihen der Fans, die ihr zum Großteil nicht zwingend gewogen, aber doch fasziniert von ihr sind. Die Frau mit der außen tiefschwarzen und innenseitig blondierten Haarpracht bis jenseits der Körpergröße ist in ihr übliches schlichtes, weißes Minikleid gehüllt, welches sie so rein und selig wirken lässt, aber man weiß es natürlich besser: „Miss Eternity“ mag mit Refuse to Age im Clinch liegen, aber auch nur weil RtA nicht versucht hat sie als Gesicht der Werbekampagne anzuwerben. Moralisch ist sie nicht weit weg von Refuse to Age.


Langsam setzt die Barfüßige mit dem leicht mittig gescheitelten Pony einen Fuß vor den anderen, schreitet begleitet vom ewigen Scheinwerferlicht gen Ring. Hin und wieder blickt sie in die Reihen der Fans, wobei sie nicht für eine Sekunde daran denkt mit einer der hingestreckten Hände abzuklatschen. Eher erheitert es sie, dass es noch immer solche gibt, die es versuchen. Da müsste schon ein Büschel Geldscheine oder ein Diamant in der Hand sein, dass sie diese ergreifen würde.


Pete: „Zac Alonso meinte zu Miria, dass sie häufiger wrestlen sollte, wenn sie ein Match gegen ihn will und siehe da – sie nimmt eine Open Challenge an.“

Sven: „Aber auch nur weil sie das will und nicht weil Zac Alonso das will.“

Pete: „Schon frech Kyle Douglas ins Gesicht zu sagen, dass sie denkt ihn mit wenig Aufwand besiegen zu können. Immerhin hat es bisher noch niemand geschafft Mr. Unpinnable zu pinnen, deswegen heißt er ja so.“

Sven: „Miria ist allerdings ihrerseits Miss Undefeatable, hat sie doch bisher genau Null Niederlagen einstecken müssen, jedes ihrer Matches war ein Sieg, egal ob im GFCW Ring oder im WFW Ring. Siege gegen Robert Breads und Monica Shade inklusive.“


Miria ist derweil hoch auf dem Apron, blickt noch einmal herrisch zu den Fans, die ihr doch einige Pfiffe und Buhrufe zukommen lassen und entert dann den Ring, in dem Kyle Douglas mit fokussiertem Blick auf sie wartet.


Howard Eagle verlangt nach dem Gong zum Matchbeginn und der ertönt auch. Miria geht gemächlichen Schrittes auf Kyle Douglas zu, der sie von 29 Zentimetern weiter oben ansieht. Es ist keine absurde Differenz in Sachen Körperlichkeit, wie es bei Milly Vermillion gegenüber Kyle der Fall war, aber der Unterschied ist dennoch beträchtlich. Unwahrscheinlich, dass Miria es schaffen kann Kyle von den Füßen zu hebeln ohne dass der es will, während der frühere Olympia-Aspirant seinerseits rein gar keine Mühe haben dürfte Miria herumzuwerfen wie es ihm beliebt.


...was Miria nicht davon abhält selber ringerisch in die Offensive zu gehen, wie um zu zeigen, dass sie das auch kann. Doch ihr Versuch Kyle auszuhebeln funktioniert genauso schlecht, wie man es erwarten darf, Kyle bewegt sich keinen Millimeter und packt selber zu zum vermutlich einfachsten Gut Wrench Suplex, den er jemals ausgeführt hat.


Miria kracht auf die Matte und bleibt liegen. Einen Moment, zwei Momente – dann muss sie einsehen, dass Kyle Douglas gemütlich darauf wartet, dass sie sich wieder erhebt und keinerlei Interesse daran hat ihr in irgendeine Falle zu laufen. Für einen Moment streckt er gar seinen Arm aus, den ihm T’n’B gebrochen hatten, frei nach dem Motto „versuch es ruhig“, besinnt sich dann aber eines besseren. Er hat auch schon genug negatives Karma ohne dass er weiteres heraufbeschwört.


Und weiter gehts. Miria macht es in der Theorie richtig gut, bringt sich immer wieder in Positionen, wo sie weniger kolossale Gegner auf die Matte befördern könnte, aber gegen Kyle geht gar nichts. Im Umkehrschluss zeigt Kyle weiter fleißig Slams und den einen oder anderen Suplex, nach einem deftigen Belly to Belly Suplex gibt es auch fast die Entscheidung, aber Miria kriegt die Schulter noch mal hoch. Sekunden später hat Kyle sie im Side Headlock, aus dem sie sich nur mit Mühe befreien kann, indem sie sich zu den Seilen windet.


Pete: „Bisher eine sehr einseitige Angelegenheit.“

Sven: „Das muss nichts heißen. Lukas Meyer-Gittenstein hat sein Match gegen Miria auch scheinbar dominiert und hat dann glasklar verloren.“


Ob Kalkül oder nicht, Miria muss weiter einstecken, dieses Mal setzt Kyle zum Pump Handle Slam an und klopft Miria bei deren Versuch sich zu wehren mehrfach auf den Rücken, um sie aufzuweichen. Doch als der Pump Handle vollzogen werden soll, springt Miria mit, hat so mehr Schwung als gedacht und kann hinter Kyle springen – wo sie sofort einen Shotgun Dropkick in dessen Kniekehlen vollzieht. Der große Kanadier aus Vancouver wankt und ein Forearm im knien in die linke Kniekehle bringt ihn dann tatsächlich selber auf die Knie. Sogleich ist Miria zur Stelle und setzt selber zum Side Headlock an, mit stolzem, ja geradezu triumphalem Gesichtsausdruck, ganz so als sei das Match damit nun unter Kontrolle.


Was es natürlich nicht ist.


Kyle Douglas benötigt nur wenige Sekunden, um Miria auszuhebeln und per Back Suplex auf die Matte zu klatschen. ABER: Miria hält weiter fest. Mit einem zunehmend bösartig wirkenden Lächeln. Nun auf der Matte ist es natürlich etwas schwieriger aus dem Headlock herauszukommen und viele, sehr viele hätten Probleme damit, große Probleme sogar.


Aber nicht Kyle Douglas. Wer im Ringen gut genug ist, um die Olympia-Qualifikation mit Bravour zu meistern, wird nicht von einem Side Headlock ausgebremst, wenn der körperliche Vorteil so gigantisch ist. Ein mal herumgerollt, dann noch mal seitlich gedreht und ab zurück in den Stand, wo Kyle nun den Headlock gegen Miria verwendet. Ansatz zum


Goldrush! (aka Olympic Slam)


Aber in der Bewegung greift auch Miria um und verpasst Kyle einen Gesichtskratzer. Howard Eagle meckert, was Miria herzlich egal ist – sie hat die Aktion vereitelt und da Kyle nun geblendet wankt und somit in Bewegung ist, kann Miria auch endlich selber einen Überwurf starten: es sollte wohl ein Overhead Belly to Belly Suplex sein, aber in der Praxis ist es mehr ein Back Body Drop, bei dem Kyle mehr stolpert und hinfällt, als dass er geworfen wird, aber egal.


Kyle ist am Boden und darauf kommt es an.


Miria steigt auf der nächstbesten Ringecke auf die zweite Etage und vollzieht einen Double Foot Stomp. Irgendwo vor ihren Bildschirmen wünschen sich gerade viele von Mirias „Followern“, dass sie Kyle Douglas hätten sein dürfen in diesem Moment. Ein erstes Cover von Miria gibt es auch, aber Howard Eagle wirft sich umsonst zu Boden: Kyles Arm ist oben, noch bevor der One Count gezählt werden kann.


Miria reklamiert sofort zu langsames Anzählen – während sie mit einem Fuß auf Kyles Gurgel steht und zudrückt. Aber Kyle packt zu und Miria merkt, dass dies ein Fehler war. Kyle drückt das Bein Mirias hoch, hakt es ein und vollzieht einen Leg-Hooked German Suplex, der Miria krachend auf die Matte schickt – und aus dem Ring flüchten lässt.


Kyle Douglas überlegt kurz, wie klug es ist Miria zu folgen, aber es ist weit und breit niemand von der LPG zu sehen und ein Stoffschwein hat Kyle Douglas nicht dabei, das er irgendwo aufgestellt hätte und das ihn ablenken könnte.


Also folgt er Miria nach draußen, die vor ihm weg krabbelt, nur um dann plötzlich zuzupacken. Ein Gegner mit weniger Physis wäre jetzt zu Boden gerissen worden und wäre mit dem Schädel auf die Ringtreppe aufgeschlagen. Kyle Douglas hingegen steht nur da und guckt. Mit der gebotenen Vorsicht wohlgemerkt, wer weiß ob gleich ein Low Blow folgen soll. Aber Howard Eagle zählt nicht nur an, sondern passt auch auf, also ist das für Miria keine Option, so gern sie auch zugelangt hätte.


Stattdessen wird sie gepackt und von Kyle Douglas mit dem Absperrgitter bekanntgemacht. Miria will zurückschlagen, bekommt aber einen Hip Toss ab. Kyle blickt kurz zu Howard Eagle, um zu sehen wie weit der Count vorangeschritten ist.


Acht!


Okay, besser keine weitere Aktion und stattdessen in den Ring zurückkehren. Miria flüchtet als Erste zurück in den Ring und krabbelt fast in Howard Eagle rein, der so kurz zur Seite guckt, aber weiterzählt.


Neun!


Der Count klingt jetzt knapper als er ist. Kyle steht ja direkt neben den Ring und muss jetzt nur locker in diesen hineinrollen. Gar kein Problem. Er schickt sich an genau das zu machen und… da greifen 
plötzlich Hände von unter dem Ring nach ihm! Kyle kann sie zwar abschütteln, aber diese eine Moment der Ablenkung und Beeinträchtigung hat gereicht!


Zehn!


Aus und vorbei! Miria Saionji gewinnt durch Count Out! Miss Eternity jubelt und Kyle Douglas wirft mehr als erzürnt die Ringschürze hoch. Unter dem Ring ist… Milly Vermillion! Die blonde Phönixfrau streckt frech die Zunge raus, ehe sie mit einer raschen Bewegung zur Seite gerollt ist und dann mit einem raschen Sprung zu Miria in den Ring eilt. Da war das Scheinwerferlicht doch mit Absicht anders bei Mirias Einzug – auf dass niemand sieht, dass Milly sich im Dunkeln unter den Ring schleicht. Kyle überlegt kurz, aber dann schüttelt er den Kopf und winkt ab. Er ist Miria bereits in die Falle gegangen, jetzt den Ring zu betreten würde es nicht besser machen, sondern schlimmer. Aber sein Blick ist klar: das wird er so einfach nicht auf sich beruhen lassen. Nichtsdestotrotz: Miria hat gewonnen. Einmal mehr. Undeafeatable.




Es wird nun in den Backstagebereich geschaltet, sofern man das bei diesem antiken Theater, in dem wir uns befinden, so nennen kann.

Dort sehen wir nun erneut den GFCW Champion, wie er bestimmt und fokussiert durch diese rustikalen Gänge läuft. Und warum sehen wir den Champ dabei? Natürlich, weil es Redebedarf gibt, nach all dem, was wir heute zu Beginn der Show gesehen haben und diesen Redebedarf darf Tammy einfordern, die sogleich zur Stelle ist und neben dem Champion läuft.


Tammy: „Entschuldige, Champ. Hast du kurz Zeit?“


The End läuft ebenso bestimmt weiter. In dem Fall gilt wohl die Devise: „Keine Antwort, ist auch eine Antwort“ und eben jene Nicht-Antwort von The End dürfte uns sehr viel darüber verraten, was gerade in ihm vorgeht. Offensichtlich musste man davon ausgehen, dass seine Verbindung zu Salvatore Corleone früher oder später ausgenutzt wird, um an ihn heranzukommen, dass es nun aber so überraschend passiert und auch so „schnell“, wenn man bedenkt, dass Sal gerade mal seit Title Night „weg“ ist, dann scheint ihn das schon mehr mitzunehmen, als es sollte.

Aber andererseits: die Corleone-Brüder sind nun mal am ehesten das, was er „Familie“ nennen kann, wenn da teilweise auch sehr intensive und weitreichende-emotional(-abhängige) Verstrickungen drinstecken. Insofern ist es klar – zumal es sich ja hier um den „guten“ Bruder handelt – dass End emotional auch derart involviert ist.

Aber Tammy lässt nicht locker, sodass sie – auch, wenn End einen recht schnellen Schritt draufhat – das Tempo hält.


Tammy: „Ich weiß, dass die Situation gerade sehr bescheiden ist, andererseits könnte man argumentieren, dass Danny Rickson gerade genau das tut, was du selbst wochenlang gefordert hast: er ergreift die Initiative und will dich um den Titel herausfordern – ist das nicht auch irgendwie ein beachtliches Vorgehen?“


Eine recht provokante Frage, die tatsächlich die Aufmerksamkeit des Champs gewinnt und ihn zum abbremsen bringt. Er hält an, dreht sich sichtlich aufgeladen zur Interviewerin, die zwar etwas zusammenschreckt, aber natürlich weiß, dass The End ihr nichts tun würde.

Er selbst merkt auch, dass da kein feindlich-gerichteter Wrestler vor ihm steht, sondern das Sprachrohr zur GFCW-Galaxy, die einfach die Gedanken des Champions, in eben dieser prekären Situation vermitteln will.

Will das The End, ist die andere Frage.

In jedem Falle ist seine Antwort fürs Erste ein ernster Blick in Richtung Tammy, die aber zumindest das erreicht hat, was sie erreichen wollte: End für das Interview zu gewinnen.


Tammy: „Es tut mir leid, Champ. Wie schon gesagt, ich weiß, die Lage ist ernst, deshalb interessiert uns umso mehr, was du gedenkst zu tun? Oder was denkst du gerade überhaupt? Wirst du die Herausforderung von Danny Rickson annehmen? Oder wirst du… riskieren, was er zu tun droht?“


End wirkt noch immer geladen, dass Tammy ihn derartig offensiv konfrontiert scheint ihm nicht wirklich zu gefallen. Andererseits ist es vermutlich eher die Lage allgemein und seine hilflose Position, in der er sich befindet, die ihn stört, denn was soll er tun?

Soll er Sals Gesundheit riskieren? Sal selbst würde ihm vermutlich dazu raten. Aber kann er das mit seinem Gewissen vereinbaren?

Auf der anderen Seite, was sagt es über ihn als Champion aus, wenn man ihn derart leicht angreifen kann? Zumal es eigentlich keinen Grund für diesen Angriff gibt, schließlich eröffnet End Möglichkeit um Möglichkeit, ihn um den Titel herauszufordern.

Die Lage ist schwierig. Sehr schwierig.


The End: „Ich…“


End denkt nach. Was soll er sagen? Was kann er sagen? Er hat in der corleonschen Manipulationsschule gelernt, dass man sich nie in die Karten schauen lassen darf, generell und vor allem als Champion nicht.


The End: „… ich… lasse mich nicht erpressen.“


Trocken. Nüchtern. Kalt. Distanziert. Abgebrüht. Erbarmungslos.

Eine Antwort, die in diesem Kontext mehr als bizarr wirkt, vor allem, da sie so schonungslos ehrlich gesprochen wurde, dass es eigentlich kaum Raum für Interpretation gibt, was bei Corleone und End selten der Fall war/ist. Eigentlich gibt es stets mehrere Ebenen, wie sie das meinen könnten, was sie sagen, diese Antwort lässt dafür aber keinen Platz.

Er lässt sich nicht erpressen, also wird er nicht auf Ricksons Einschüchterungsversuch eingehen.

Und folglich auch nicht das Schicksal von Salvatore Corleone retten.


Tammy senkt das Mikro, denn das war vermutlich nicht die Antwort, die sie erwartet hatte.

Mit einem todernsten, aber gleichermaßen auch schon fast traurigen Blick – darüber das geschehen zu lassen, was wohl vermeidbar wäre, einzig und allein darum nicht an der eigenen Fassade zu bröckeln – schaut er nun noch einmal zu Tammy, bevor er schließlich weiterläuft und die Interviewerin nun zurücklässt.

Sie hat gefragt, End hat geantwortet.

Ob es die finale Antwort ist?


Non Title Tag Team Match:
Zerbeus (Zereo Killer & Morbeus) (c) vs. Black Wyrms (Shizuku Shikishima & Brigitte Reflet)

Referee: Karo Herzog




Wieder wird es laut, denn die Legenden kommen schon wieder in den Ring! Zereo Killer mit Frankreich-Trikot und Morbeus in weniger innovativer Garderobe. Die Titles sind wie immer frisch poliert und machen natürlich auch an den älteren Körpern von Mike und Ray etwas her. Beide gehen dann zum Ring und klatschen mit den Zuschauern ab. Die Titel werden dabei natürlich noch stolz in alle Himmelsrichtungen gezeigt, damit es auch wirklich jede und jeder sieht!



Kaum ertönt Dragon Rider, da erschallen lautstarke „La Vouivre“ Rufe. Frankreich, das eine Land der Welt, wo man versteht, dass die Wyrms keine Würmer sind. Okay, Frankreich und wo sonst noch französisch gesprochen wird, ist ja durchaus eine weit verbreitete Sprache, so wie Frankreich ein weit verbreitetes Land ist. Es heißt fast jedes Land der Welt grenzt irgendwie an Frankreich. Annecy grenzt derweil nicht an Arles, aber das stört für den Moment ca. niemanden. Auch ohne dass die weißblonde Französin eine Frankreich-Flagge dabei hat, ist ihr der Zuspruch des Heimpublikums sicher. Shizuku Shikishima ist aber mehr als schmückendes Beiwerk, diverse Franzosen bilden rasch den Plural ihres Zurufs, um nicht nur Brigitte, sondern auch ihre Partnerin willkommen zu heißen.

Nun sollte man meinen die kleine Wyvern von 1,54 Körperlänge hätte nun freudige Tränen in den Augen, dass sie und ihre blonde, 1,69 große Partnerin aus Adachi endlich so empfangen werden, wie sie es sich immer vorgestellt hat, aber von Tränen des Glücks ist ebenso nichts in ihrer Miene zu sehen wie von einem Lächeln.

Im Gegenteil, die wie üblich in ihre hochkragigen, dunklen Umhänge mit den güldenen Wyrmmotiven gehüllten Damen von der Lerbitz Performance Group sehen sehr ernst aus, ja aggressiv sogar.

Und dennoch verharren sie auf der Einzugsrampe, anstatt sich dem Ring zu nähern.

Langsam führt Brigitte ein mitgebrachtes Mikrofon zu ihrem Mund.


Brigitte Reflet: „Ich weiß, unsere Musik ist fantastisch, aber stoppt sie.“


Es dauert einige Augenblicke, dann verklingt die Musik und weicht einer vom erwartungsfreudigen Getuschel der Fans erhitzten Spannung.


Brigitte Reflet: „Seht sie euch an, die Könige der Tag Team Division, welche sich offenbar für die Könige von GFCW, ja vom Wrestling selbst ’alten. Sie sagen „springt“ und alle fragen nur „wie ’och, Milord?“ und springen wie ihnen befohlen.“

Shizuku Shikishima „Alle? Nicht alle.“

Brigitte Reflet: „Ganz genau! Ihr mögt das Office um den Finger gewickelt ‘aben, ob all des Geldes, das GFCW mit euch schon verdient ‘at und ihr mögt die meisten dazu gebracht ‘aben euch immer wieder aufs Neue ‘onig ums Maul zu schmieren und euch zu sagen wie großartig ihr seid, doch alles was ich se’e sind zwei Männer, die denken unsere bereits errungenen Erfolge seien bedeutungslos und auch wir müssten gesprungen kommen, wenn sie „springt“ sagen – oder eben „bestreitet eine Battle Royal“. Und dann sind sie königlich beleidigt, wenn man eben nicht springt, sondern zurecht darauf ‘inweist, dass man bereits gesprungen ist und zwar ‘ö’er als die anderen Mitbewerber.“


Die angesprochenen Könige können auf diese Worte nicht verbal reagieren, offenbar hat man das Wohlwollen der Ringcrew, denn niemand reicht Zerbeus Mikrofone. Und so heißt es weiter zuhören, was Brigitte zu sagen hat.


Brigitte Reflet: „Wieder und wieder ‘abt ihr euch ‘ingestellt und be’auptet, dass wir nur fordern würden ohne dafür etwas geleistet zu ‘aben und das ist eine bodenlose Frech’eit. Wir ‘aben sehr wohl etwas geleistet und doch seid ihr nicht ein Mal darauf eingegangen und ‘abt dargelegt, warum das, was wir bereits geleistet ‘aben nicht gut genug gewesen sein soll.“

Shizuku Shikishima „Sie dies nicht getan haben, weil sie es nicht können.
Unsere Ergebnisse eine klare Sprache sprechen.
Man uns nur ein Titelmatch verweigern kann, wenn man unsere Leistungen ignoriert und dafür eine andere Leistung einfordert.“


Es ist eine unangenehme Atmosphäre im Théâtre Antique d’Arles. Man will Zerbeus nicht ausbuhen, aber wenn es ein Publikum gibt, das mit Brigittes Meinung weitgehend d’accord geht, dann dieses Publikum hier in Arles.


Brigitte Reflet: „Was jedoch noch viel schlimmer ist als mit fadenscheinigen Argumenten zu be’aupten, dass wir Black Wyrms kein Titelmatch verdient ‘ätten ist, dass diese selbstherrlichen Sonnenkönige denken, dass ihr kein Titelmatch verdient ‘abt, ihr Fans, die ihr ‘eute ‘ier seid und euer Geld für Tickets ausgegeben ‘abt. Geld, das in diesen schwierigen Zeiten globaler Krisen nur bei Königen im Überfluss vorhanden ist.“


Das war das Stichwort. Buhrufe für Zerbeus gibt es nach wie vor nicht, aber die Rufe, die ein Titelmatch hier und jetzt einfordern, mehren sich.


Brigitte Reflet: „Ganz zu schweigen davon, dass die Könige erneut gerufen ‘aben „kommt gesprungen“ und erwarten, dass wir auch gesprungen kommen ohne dafür das zu er’alten, was wir verdienen – und was ihr verdient! Ein Titelmatch.“


Die Rufe mehren sich und werden lauter. Sehr viel lauter.


Shizuku Shikishima „Kyle Douglas jüngst den Intercontinental Champion bezwang ohne dadurch Champion werden zu dürfen. Sein Vater nun dieselbe Masche abziehen will, die seinem Sohn um einen Intercontinental Title Gewinn hat beraubt.“


Dafür gibt es nun durchaus den einen oder anderen Buhruf – obgleich das mehr in Richtung Darragh Switzenberg und Miria Saionji geht – ironischerweise ja die Frau, die quasi die Mentorin der Black Wyrms ist. Aber ehe jemandem das einfallen kann, fährt Brigitte fort und richtet sich nun direkt an Zerbeus.


Brigitte Reflet: „Sagt, ihr Könige, warum beordert ihr uns gegen Eure ‘o’eit zu kämpfen, wenn ihr eure Kronen nicht einmal aufs Spiel setzen wollt? Weil es für uns bereits eine ach so große Ehre sein soll in einem Ring mit euch zu ste’en und dieselbe Luft zu atmen wie ihr? Ihr, die ihr eure eigenen Erfolge in den ‘immel lobt, aber die anderer geringschätzt, ihr Könige der Ungleich’eit? Die Ehre, die dieses Match durchaus ‘ätte sein können ist durch euer schändliches Ver’alten keine. Wenn ihr verliert sagt ihr, dass es nur ein unwichtiges Testmatch war, bei dem ihr euch für die Mad Stars geschont ‘abt und für das ihr euch ja nicht richtig anstrengen musstet, weil es nicht um den Titel ging?“


Shizuku Shikishima „Ein japanischer König sich nie so ehrlos verhalten würde.“


Brigitte Reflet: „Französische Könige schon… und deshalb haben wir hier in Frankreich ein probates Mittel gefunden, um eine Monarchie zu beenden, die gegen das Volk regiert hat. Wir Franzosen, die wir in diesen Tagen stolz vorangehen als Bastion der Integrität des Westens.“


Geradezu beschwörerisch wendet Brigitte den Blick von Zerbeus ab und ruft in Richtung der Fans.


Brigitte Reflet: „Liberte!“


Das Echo kommt lautstark!


Brigitte Reflet: „Egalite!“


Erneut gibt es das Echo und in dieses hinein hält Brigitte das Mikrofon ruckartig gen Publikum und aus 4500 Stimmen schallt ein lautstarkes

Fraternite“


durch das Théâtre Antique d’Arles. Ein Moment, der unweigerlich pure Gänsehaut bereitet.


Brigitte Reflet: „Was also darf es nun sein, ihr Könige? Kämpfen werden wir gegen euch, das sind wir den Fans schuldig. Aber ob wir kämpfen, um euch in einem ruhmreichen Kampf zwischen gleichberechtigten Wrestlern um das Gold dieser Division zu besiegen… oder ob wir kämpfen, um die Guillotine für eure königlichen Hälse zu sein, weil ein Sieg uns nichts bringt... eure Entscheidung.“
Shizuku Shikishima „Die Fans euch als Helden des Volkes feiern.
Ihr nun könnt beweisen, dass ihr das auch seid.“


Das Publikum ist mittlerweile voll im Rausch – sie wollen jetzt ein Titelmatch sehen, keine Frage. Derweil hat die Ringcrew nun auch die Champions mit Mikrofonen ausgestattet. Die brauchen sie auch, um sich bei dieser Lautstärke Gehör zu verschaffen.


Morbeus: „Ich muss gestehen, dass ihr beiden das hier sehr ordentlich gemacht habt. Die Fans sind heiß und wissen: so schnell kommt der GFCW-Tross nicht wieder nach Arles….“

Pete: „Da scheint Ray Douglas doch ein weiches Herz zu haben….“


TITLE MATCH! TITLE MATCH! Hallt es durch das ehrwürdige Theater.


Morbeus: „Da ihr auch recht facettenreiche Begründungen geliefert habt, haben sich Mike und ich eben nochmal besprochen. Wir wollen doch kämpfen und den Fans etwas bieten. Wir gehen auch immer Risiko. Also unsere Antwort ist: OUI! Ihr bekommt euren Title Shot! Hier und JETZT!“


Die Zuschauer gehen jetzt natürlich nochmal völlig Bonkers und es gibt einen großen Pop. Der Referee holt noch die beiden Tag Team Belts vom Ringrand und zeigt diese demonstrativ in die Luft.


Sven: „Hätte ich den beiden gar nicht mehr zugetraut! Das riecht hier doch direkt nach dem ersten Titelwechsel!“


Karo Herzog lässt den Gong läuten und Zereo Killer und Brigitte Reflet stehen sich als erstes im Ring gegenüber.

Brigitte schießt los wie ein Pfeil und versuch mit einem Spear Zereo in die Ecke zu rammen. Doch Zereo rollt seitlich ab, lässt sie ins Polster krachen und springt sofort hoch, um sie mit einem Dropsault zu treffen. Brigitte knallt auf die Matte, springt aber sofort wieder auf, als hätte sie Federn in den Beinen. Sie zischt, faucht, rennt erneut – diesmal trifft ihr Shotgun Dropkick Zereo voll an der Brust und schleudert ihn in die Seile.

Brigitte packt ihn am Arm, versucht einen Dragon Suplex, doch Zereo blockt, stemmt sich dagegen und hebt sie einfach hoch, als wäre sie kaum mehr als ein Trainingsdummy. Mit einem wuchtigen TBone Suplex wirft er sie quer durch den Ring. Brigitte rollt sich ab, landet auf den Knien und schlägt wütend auf die Matte. Ihr Gesicht ist eine Mischung aus Frust und verletztem Stolz.

Zereo will nachsetzen, doch Brigitte springt ihm entgegen, trifft ihn mit einem European Uppercut, dann einem zweiten, dann einem dritten. Sie rennt in die Seile, will eine Lariat zeigen, doch Zereo duckt sich, springt hoch und trifft sie mit einem perfekt getimten Dropsault direkt ins Gesicht. Brigitte überschlägt sich rückwärts, landet hart und rollt sich aus dem Ring, um Luft zu holen. Doch sie ist zu stolz, um draußen zu bleiben. Sie kriecht sofort wieder hinein, schnaubt, wischt sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht und brüllt: „Komm schon, du alter Sack!“

Mike grinst nur und taggt mit Morbeus.

Im Ring: Morbeus vs. Brigitte Reflet

Morbeus steigt in den Ring, und Brigitte rennt sofort auf ihn zu. Sie springt, will eine Huracanrana zeigen – doch Morbeus fängt sie einfach ab, hält sie in der Luft, als würde sie nichts wiegen, und hämmert sie mit einem Scoop Powerslam auf die Matte. Brigitte krümmt sich, aber sie rollt sich sofort wieder hoch, rennt erneut – diesmal versucht sie einen Tornado DDT. Morbeus fängt sie wieder ab, dreht sie in der Luft und schleudert sie mit einem Biel Throw in die Ecke.

Brigitte bleibt hängen, rutscht langsam herunter und knurrt. „Verdammte Scheiße…“

Sie steht auf, taumelt, rennt wieder – und diesmal trifft sie Morbeus mit einem Spear, der ihn tatsächlich ins Wanken bringt. Sie springt auf ihn, hämmert ihm mit schnellen Schlägen auf den Kopf, bis der Ringrichter sie zurückzieht. Brigitte faucht ihn an, verschluckt wie immer das H: „Ör lass mich!“

Morbeus schüttelt den Kopf, packt sie – Swinging Neckbreaker.

Brigitte bleibt liegen.

Shizuku streckt die Hand aus, aber vergebens. Morbeus stellt Brigitte wieder auf, doch die kontert mit einem schnellen Tritt in die Kronjuwelen.

TAG MADE

Shizuku steigt ruhig in den Ring, als würde sie die Dramatik um Brigitte nicht so schwierig sehen. Sie wirkt entspannt, fast meditativ. Morbeus stürmt auf sie zu und Shizuku weicht mit einer geschmeidigen Bewegung aus, packt ihn am Arm und wirft ihn mit einem Northern Lights Suplex, der so sauber ist, dass das Publikum aufspringt.

Morbeus steht auf – Shizuku steht schon wieder bereit.

Sie rennt los, springt – Running Crossbody, Morbeus fällt.

Sie hebt ihn wieder hoch – Butterfly Suplex.

Dann zieht sie ihn in die Mitte des Rings – Phoenix Nest, der Armtrapping Half Boston Crab.

Morbeus brüllt, versucht sich zu befreien, kriecht Richtung Seile.

Shizuku zieht ihn zurück in die Mitte.

Zereo springt hinein und bricht den Griff.

Der Ringrichter schickt ihn raus. Shizuku nickt ihm freundlich zu, als hätte er ihr gerade beim Einkaufen geholfen.

Morbeus nutzt die Sekunde, rollt sich weg – und taggt.

Im Ring: Zereo vs. Shizuku

Zereo springt über das Seil, rennt auf Shizuku zu – doch sie duckt sich, springt aufs mittlere Seil und zeigt einen Torpedo Tornado DDT, der Zereo fast auf den Kopf stellt. Sie covert – 1…2… Zereo kickt aus.


Shizuku bleibt ruhig.

Sie hebt ihn hoch – Vertical Suplex.

Dann noch einer.

Dann noch einer.

Sie hält ihn oben, lässt das Blut in seinen Kopf schießen, bevor sie ihn fallen lässt.

Zereo taumelt, steht auf – und Shizuku trifft ihn mit einem Cutter.

Wieder Cover – 1…2… Zereo kickt aus.

Shizuku nickt.

Sie rennt in die Seile – Zereo springt hoch und trifft sie mit einem Superkick, der sie wie ein Brett umfallen lässt.

Beide liegen.

Beide kriechen.

Beide taggen.

Im Ring: Brigitte Reflet vs. Morbeus

Brigitte springt aufs Seil, zeigt einen Tornillo, trifft Morbeus voll. Sie springt sofort wieder hoch, rennt – Wyvern Wingspan, Morbeus fällt. Sie versucht den Storm Breaker – stemmt sich, kämpft, brüllt – doch Morbeus ist zu schwer. Ihre Beine zittern. Ihr Gesicht wird rot vor Anstrengung und Wut.

Morbeus nutzt den Moment, hebt sie hoch – Elevated DDT. Brigitte bleibt liegen, völlig benommen.

Morbeus hebt sie hoch – Northern Lights Suplex. Cover – 1…2… Brigitte kickt aus.

Sie rollt sich weg, springt in die Seile, trifft Morbeus mit einem Axe Kick, rennt weiter – und Zereo fängt sie ab.

Im Ring: Zereo Killer & Brigitte Reflet

Zereo dreht sie – The Big Hit. Brigitte knallt auf die Matte, bleibt liegen, völlig benommen.

Shizuku will eingreifen – doch Morbeus hält sie am Bein fest.

Zereo steigt aufs Top Rope – Shooting Star Stomp auf Brigitte. Cover – 1…2… Shizuku ist da!

Zereo und Shizuku stehen sich gegenüber. Shizuku atmet ruhig. Zereo atmet schwer. Sie stürmt vor, doch Zereo trifft sie mit einem Superkick, der sie aus dem Ring wirft.


Im Ring: Morbeus & Brigitte Reflet

Brigitte taumelt, versucht aufzustehen. Morbeus packt sie, hebt sie hoch – doch sie schlägt wild um sich, trifft ihn mit einem verzweifelten European Uppercut, dann einem zweiten, dann einem dritten. Sie rennt in die Seile – und Zereo fängt sie ab, hebt sie hoch.

Morbeus steigt aufs Top Rope. Zereo hebt Brigitte in die PowerbombPosition.

POWER PILEDRIVER

Brigitte bleibt reglos liegen. Morbeus wirft sich aufs Cover.

Shizuku kriecht zurück in den Ring, streckt die Hand aus, versucht verzweifelt, ihre Partnerin zu retten… …doch sie ist eine Sekunde zu spät.

Eins…

Zwei…

Drei.


DING DING DING


Laura: „Sieger des Matches und weiterhin GFCW Tag Team Champions…ZERBEUS“!


Pete: „Sie haben es wieder geschafft! Und die Fans drehen am Rad. Zerbeus haben ihre Titel verteidigt.“




Rupert Wooten: „Dieser Barbar wird es bereuen.“


In wahrer Bösewichtmanier, mit einem Kichern und einem vorfreudigen Händereiben, stolziert Wooten im Container der Birdie Boys auf und ab. Immerhin sind es diesmal, anders als in Barcelona, nicht nur Zelte, in denen sie unterkommen. Doch die Laune des Golfers ist dadurch sicher nicht gut. Sie ist, um es direkt zu sagen, komplett im Keller. Wäre das nicht die Rachelust.


Rupert Wooten: „Wir werden ihm nehmen, was ihn am wichtigsten ist.“

Steven Sademi: „Ganz genau, Mr. Fairway. Ein hervorragender Plan.“


Der Caddy klatscht in die Hände und springt von der Bank auf. Er läuft neben Wooten im Container auf und ab.


Rupert Wooten: „Also, hast du den Plan im Kopf?“

Steven Sademi: „Natürlich.“


Ein zufriedenes Schlangenlächeln legt sich auf Wootens Lippen. Verschwörerisch zwinkert er seinem Mitstreiter zu.


Rupert Wooten: „Dann gehen wir jetzt zum Ring. Und zeigen diesem Idioten, dass man sich nicht mit den Birdie Boys anlegt. Los geht’s!“


Seine Hand legt sich an die Türklinke. Er drückt sie herunter und stößt die Tür des Containers auf. Die noch immer schwüle Abendluft in der Nähe des Amphitheaters schlägt ihm entgegen. Er marschiert nach draußen. Oder würde es gerne.


Denn jemand schlägt ihm die Tür gegen den Kopf.


Rupert Wooten: „Oooooof.“


Benommen taumelt Wooten in den Container zurück. Das ging voll auf die Zwölf. Sademi muss ihn festhalten, damit er nicht zu Boden stürzt.


Der Caddy reißt die Augen auf.


Steven Sademi: „Was war das? Was ist passiert?“


Während Wooten auf die Bank zurück sinkt und seine schmerzende Nase hält, stürmt Sademi aus dem Container…


nur um in einen Punch zu laufen.


Auch der Caddy fällt in die Kabine zurück. Bei ihm ist niemand da, der ihn festhält. Schließlich hat Wooten noch mit den eigenen Schmerzen zu tun Und so sinkt Sademi stöhnend zu Boden.

Gemeinsam sammeln sich die Birdie Boys auf. Blick einander an. Erst jetzt realisieren sie, was Sache ist.


Rupert Wooten: „Wir werden angegriffen!“

Steven Sademi: „Zu den Waffen!“


Schnell, in einer hundertfach geübten Bewegung, zerrt Sademi eine Schlägertasche unter der Bank hervor. Sie holen das passende Kaliber raus. Wooten entscheidet sich für einen Driver, Sademi für ein wendigeres, leichteres Eisen.


Mit den Schlägern im Anschlag rennen sie auf die Tür ihres Containers zu. Doch genau in diesem Moment fällt die Tür ins Schloss.


Rupert Wooten: „He!?“


Wooten stemmt sich mit voller Kraft dagegen. Fummelt und reißt am Schloss. Vergebens. Die Tür des Containers, die eben noch offen war, bewegt sich jetzt kein Stück.


Rupert Wooten: „Wir wurden…“


Mit kreideweißem Gesicht und aufgerissenen Augen blickt er seinen Caddy an.


Steven Sademi: „…eingesperrt!?“

Rupert Wooten: „NOIIIIIIN!“


Noch einmal ruckelt Mr. Fairway am Türgriff. Vergisst dabei seine Würde und seine Manieren. Flüche verlassen seine Lippen. Zwecklos. Die Tür bleibt zu.


Es ist, als habe jemand von außen abgeschlossen und dann noch einen Balken davorgeschoben.



Die Kamera schaltet um. In der Außenansicht des Umkleide-Containers sieht man zwei aufgeregte Birdie Boys durch das schmale Fenster. Viel zu klein, um hindurchzuklettern.

Man hört ihre Rufe. Ihr Gezeter. Sie wurden eingesperrt. Sie schaffen es nicht zum Main Event. Dabei war das doch ihr Moment.


Die Gelegenheit zur Rache.


Während die Kamera herauszoomt und das Gejaul der Golfer im Abendhimmel verklingt, sieht man eine Gestalt, die sich vom Container entfernt und zurück zum Amphitheater läuft.


Es ist Güldenherz.


GFCW Intercontinental Title Match:
Zac Alonso (c) vs. Steve Steel

Referee: Jack Bobo

Die Glocke erklingt. Zac Alonso bleibt von Beginn an in Bewegung, kleine Schritte, lockere Schultern. Steve zeigt auf seinen eigenen Bizeps, dann auf Zac, dann wieder auf den Bizeps. Der Kalifornier antwortet mit einem schnellen Low Kick gegen den Oberschenkel, der Steels Hehe in ein Aua-Aua verwandelt.

Steel schaut runter, als hätte ihm ein Kind gegen die Autotür getreten. Zac setzt nach, noch ein Kick, dann ein Dropkick gegen die Brust. Der Mann aus Daytona Beach taumelt zwei Schritte zurück, fängt sich in den Seilen und kommt mit einem wütenden Shoulder Tackle zurück. Alonso springt zur Seite, federt aus den Seilen und trifft mit einem Cartwheel Kick. Steve wankt, fällt aber noch nicht. Alonso springt sich wieder außer Reichweite.


Pete: „Zac Alonso macht es richtig. Rein, raus.“

Sven: „Hehe…rein, raus.“

Pete: „Oh Gott, ist es wegen meiner Mutter?“

Sven: „Natürlich.“


Steve schlägt nach ihm, schwer und breit. Zac duckt sich, springt aufs zweite Seil und zieht den Veteranen mit einem Springboard DDT herunter. Cover.

Eins.

Steve drückt Zac weg, kräftig genug, dass der Champion bis auf die Knie rutscht. Er weiß jetzt, wie viel Kraft da noch trotz Ü50 im Pass noch im Tank ist.

Zac nimmt Anlauf, doch Steel rollt sich überraschend flott zur Seite und greift beim Vorbeilaufen in Alonsos Haare. Der Ringrichter ermahnt ihn Alonso nutzt den Moment und tritt ihm gegen die Wade. Steel knickt ab, Zac geht in die Seile.

Dieses Mal ist Steve bereit.

Scoop Slam.

Alonso landet flach, Steel lässt sich daneben auf ein Knie fallen und setzt den Chokehold auf der Matte an. Der Ringrichter zählt ihn an. Steel löst bei vier, macht einen beleidigten Blick und zieht Zac wieder hoch.

In der Ecke hagelt es Backhand Chops. Einer trifft laut, der zweite noch lauter. Beim dritten zieht Alonso die Arme hoch, doch Steel schiebt sie weg und legt einen weiteren Chop nach. Der Champion sackt kurz in der Ecke zusammen. Steve stellt sich vor ihn, atmet tief, schüttelt die Arme aus und grinst in die Kamera. Der Atem geht schon schneller, aber seine Hände sind noch schwer.


Sven: „Da, genau das meine ich. Steve Steel muss nichts Schönes machen. Er legt Zac in die Ecke und bearbeitet ihn wie einen alten Sandsack.“

Pete: „Nur darf er dabei nicht vergessen, dass das hier kein Zwei-Minuten-Comeback ist. Zehn Minuten können sehr lang werden, wenn die Lunge nicht mitspielt. Und so lange gehen die meisten Titelkämpfe.“


Steel zerrt Zac heraus und setzt zum Atomic Drop an. Alonso rutscht hinten runter, schiebt Steve in die Seile und will den Northern Lariat. Steel fängt ihn mit einem Back Elbow ab. Zac dreht sich weg, hält sich den Mund. Steve packt ihn am Nacken. Zwei kurze Punches . Alonso taumelt zurück, Big Boot hinterher. Treffer.


Cover.


Eins.


Zwei.


Zac hebt die Schulter.


Steve bleibt sitzen und schaut den Ringrichter an. Sein Brustkorb arbeitet sichtbar. Er zieht Zac wieder hoch, verdreht dessen Arm und steigt aufs Seil. Der Vintage Walk beginnt. Ein Schritt, zwei Schritte. Die Fans pfeifen, einige zählen mit. Beim Chop von oben zieht Alonso den Arm ein Stück zurück. Steve verliert die Balance, landet unsauber, und Zac packt sofort zu:

Front Suplex.

Beide liegen. Alonso dreht sich auf die Seite, Steve rollt zum Seil und schnappt nach Luft. Der Favorit kommt zuerst hoch. Ein Dropkick an Steves Knie. Noch einer gegen die Schulter. Steel geht auf ein Knie, Zac springt an: Ropewalk Moonsault. Er trifft sauber, bleibt aber nicht zum Cover liegen, weil Steve zu nah am Seil ist.

Alonso zieht ihn in die Ringmitte. Dabei fährt Steves Hand hoch. Fingerpoke of Steel. Zac dreht den Kopf im letzten Moment weg. Der Ringrichter sieht die Finger und warnt Steel laut. Der Veteran schimpft, Zac packt ihn von hinten.


Schoolboy.


Eins.


Zwei.


Steve rollt raus und kommt wild hoch. Steel Hammer. Der Crooked Arm Lariat rauscht auf Zac zu, und diesmal trifft er ihn halb. Alonso fällt hart auf die Seite, der Treffer sitzt nicht voll, aber genug.


Steve legt sich quer über ihn.


Eins.


Zwei.


Zac kickt aus.


Der alte Muskelprotz bleibt einen Moment liegen, Stirn auf der Matte. Danach setzt er sich auf und klopft sich auf den Oberschenkel. Er will den Legendary Leg Drop. Die Halle merkt es, Zac auch, aber der Champion kommt noch nicht hoch. Steve geht in die Seile. Beim Zurücklaufen ist der erste Schritt mächtig, der zweite kürzer, der dritte schwer. Er springt ab.

Alonso rollt weg.

Steve kracht mit dem Bein auf die Matte und sitzt sofort auf, beide Hände am hinteren Oberschenkel. Zac zieht sich an den Seilen hoch. Seine Lippe ist aufgeplatzt, aber die Augen sind klar. Der Kalifornier trifft mit einem Northern Lariat in den Rücken des sitzenden Steve. Steel fällt nach vorn auf alle Viere. Zac geht in die Seile, kommt zurück und tritt ihm mit einem schnellen Roundhouse Kick an die Schulter. Noch nicht der Hollywood Kick.

Steve stemmt sich hoch und brüllt. Er will Zac packen, doch Alonso taucht unter den Armen durch, springt aufs zweite Seil und trifft einen weiteren Springboard DDT. Steel liegt flach. Zac covert.


Eins.


Zwei.


Steel kommt raus, knapp, mit einer Schulter und viel Trotz.


Pete: „Jetzt kippt es. Steve hat immer noch diese eine Bombe in der Hand, aber Zac zieht ihm die Sekunden aus dem Körper.“

Sven: „Das klingt schöner als es ist. Steve ist platt. Und Zac ist genau der falsche Gegner, wenn man platt ist.“


Alonso geht auf den Apron. Die Fans stehen teilweise schon. Movie Star Bomb? Steve rollt sich Richtung Ecke, zieht sich hoch und stolpert dabei gegen die Seile. Zac verliert kurz den sicheren Stand. Steel nutzt die Sekunde, reißt ihn am Bein herunter und zieht ihn zwischen die Seile zurück. Ein letzter Kraftstoß. Er hebt Zac an, will eine Powerbomb, vielleicht einfach nur irgendwas Großes.

Zac schlägt mit Fäusten auf Steves Stirn, rutscht hinten runter und landet auf den Füßen. Steel dreht sich schwerfällig um.


Hollywood Kick.


Der Roundhouse trifft den Hinterkopf. Steve fällt auf die Knie und kippt dann nach vorne. Zac schaut kurz zur Ecke, nimmt den Schmerz aus den Rippen mit einem tiefen Atemzug hin und steigt hinauf. Diesmal wackelt das Seil nicht.


Movie Star Bomb!


Alonso landet quer auf Steves Rücken, dreht ihn mit sichtbarer Mühe um und hakt beide Beine ein.


Eins.


Zwei.


Drei.


Die Glocke läutet. Zac Alonso bleibt einen Augenblick sitzen, bevor ihm der Ringrichter den Intercontinental-Titel reicht. Steve Steel liegt neben ihm, braungebrannt, breit, aber letztlich doch geschlagen und ziemlich wütend auf seine eigene Lunge. Alonso steht auf, hebt den Gürtel und bekommt den Jubel, der vor zehn Minuten schon auf ihn gewartet hat.


Pete: „Zac Alonso verteidigt fair. Steve Steel hatte seine Momente, seine Kraft, seine alten Tricks, aber der Champion hat das Tempo gewonnen. Und am Ende gewinnt im Wrestling manchmal der mit dem besseren Plan. Heute war Steves Plan: groß sein. Das war nicht genug.“


Zac klopft sich den Titel gegen die Brust und schaut zu Steve, der sich langsam an den Seilen hochzieht. Steel erwidert den Blick, sagt nichts, wischt sich über das Gesicht und rollt aus dem Ring. Alonso bleibt in der Mitte stehen. Der Champion überlebt die Kraftprobe und verlässt den Abend weiter mit Gold.




Danny Rickson: „Nicht, dass ich in Zeitnot bin. Aber Geduld war noch nie eine meiner Eigenschaften.“


Die Zuschauer blicken sich erstaunt um, als aus dem Nichts die Stimme Danny Ricksons über die Lautsprecher getragen wird. Sie hatten sich schon damit abgefunden, dass nach dem nominellen Main Event diese ganz spezielle Ausgabe aus dem Amphitheater in Arles beendet ist.

Doch jetzt schlendert – unter lauten Buhrufen – der Hall of Famer zurück in den Ring. Dorthin, wo er schon zu Beginn der Show war. Er hat eine Hand in der Tasche. In der anderen das Mikrofon.


Danny Rickson: „Ich habe mich klar ausgedrückt, denke ich. The End weiß, was ich will. Und er weiß, was passiert, wenn ich nicht meinen Willen bekomme. Und da mag unser Champion noch so entschieden bei Tammy damit prahlen, dass er sich nicht erpressen lässt. Doch wenn es darauf ankommt, bricht noch die stärkste Zypresse. Oder was auch immer für Bäume auf Sizilien wachsen. Woher soll ich das wissen? Ich bin schließlich nicht das Scheiß-Reh Ask Skógur.“


BUUUUUUH!“


Danny Rickson: „Film ab.“


Zusätzlich zum gesprochenen Befehl gibt es noch ein Fingerschnippsen vom Engländer. Und sofort springt die Videoleinwand um. Zeigt ein Bild, das wir schon früher am heutigen Tag gesehen haben: Die Farm von Salvatore Corleone.

Noch immer lungern die beiden dunklen Gestalten in den Schatten vor dem Haus. Jake und Zick haben sich in die Büsche zurückgezogen, wo sie für die Bewohner des Hauses unsichtbar sein dürften. Nur hier, auf dem Video in Arles, sieht man, wie ernst die Situation wirklich ist.


Danny Rickson: „Also, End, wie lautet deine Entscheidung? Wie wichtig ist dir der alte, faltige Kerl wirklich, hm?“


Mit amüsierter Miene deutet Rickson auf die Leinwand.


Danny Rickson: „Ist es das, was du willst? Soll ich den Befehl geben? Oder kommst du zur Besinnung, Mann?“


Ein weiteres Fingerschnippsen. Und die Leinwand wird wieder schwarz. Jedem ist klar, wie die Situation ist. Wie sehr Sal das Wasser bis zum Hals steht. Ahnt er von der Gefahr, in der er steckt? Oder ist er arglos im Inneren?

4.500 Franzosen buhen sich die Seele aus dem Leib. Rickson zuckt belustigt mit den Schultern.

Die Worte sind gesprochen, die Show ist fast vorbei und damit ist nun auch Ends Frist abgelaufen. Während Danny Rickson da nun also im Ring steht und den Champion erwartet, sehnen auch die Fans die Entrance-Musik des höchsten Würdenträgers der GFCW herbei.

Statt seiner Musik, kündigt aber genau der Jubel der Fans The End an, denn gänzlich ohne Musik tritt der Champion auf die Stage. In diesem antiken Theater steht nun also der eigentliche König der Liga, der den Machenschaften seines Rebellen unterlegen ist. Glaubt man zumindest.

End bleibt auf der Bühne erst einmal stehen, nach wie vor mit einem Blick der eine Mischung aus Wut und Trauer ist. Er kann Salvatore Corleone nicht helfen, aus mehrerlei Gründen. Oder?

Zum ersten Mal, seitdem The End wieder Champion geworden ist, scheint er wahrhaftig und wirklich machtlos zu sein, nicht, weil es droht, dass er ein Match verliert, sondern vielmehr, weil er nicht der Herr über die Umstände ist. Das merkt man The End an, gleichermaßen trägt er aber auch die Verantwortung und Verpflichtung, die ihm sein Titel und Status verleihen und abverlangen mit einer bestimmten Geradlinigkeit, vielleicht sogar etwas Ehre und vor allem: mit Selbstverständlichkeit.

Zum Status des Champions gehören nicht immer nur die guten Tagen, sondern auch Momente wie dieser.


Danny Rickson: „Ich habe dich nicht rausgerufen, damit du bedröppelt aussiehst und nichts sagst. Ich will es aus deinem Mund hören.“


Er beugt sich über die Seile und drückt sie herunter.


Danny Rickson: „Wie ist deine Entscheidung?“


Die Fans jubeln. Sie feuern The End lautstark an, wobei sie selbst vermutlich gar nicht so richtig wissen, was sie wollen, dass The End tun soll. Soll er dem Titelkampf einfach zustimmen und Ricksons perfidem Vorgehen damit in gewisser Weise legitimieren? Oder soll er ablehnen?

The End schaut durch die Galaxy, dann wieder zu Rickson. Er hat ein Mikrofon in der Hand und spricht.


The End: „Ich lasse mich nicht erpressen.“


Die gleichen Worte, die er vorhin zu Tammy gesagt hat, diesmal scheint da aber noch mehr dahinter zu stecken…


The End: „Nicht… in meiner Welt.“


Und so wie The End es sagt, verstehen es die Fans auch sofort, um erneut lautstark aufzujubeln, denn die Implikation ist klar: die GFCW ist seine Welt.


The End: „Ich werde dir kein Titelmatch geben…“


Rickson ballt die Hand zur Faust. So sehr er auch versucht, unbeeindruckt von Ends Entschiedenheit dreinzublicken: Er kann nicht verhindern, dass seine Unterlippe zu beben beginnt. Die Augen werden schmal und kalt. Noch kälter als sie es sonst sind.

Er greift in die Tasche seiner Lederjacke. Zieht ein Handy hervor.


Danny Rickson: „Damit ist es dann wohl besiegelt. Deine Entscheidung.“

The End: „Tu, was du nicht lassen kannst. Aber lass dir eines gesagt sein: auch, wenn ich dir das Titelmatch nicht gebe: kämpfen, werde ich trotzdem. Und sollten deine Lemminge Onkel Sal auch nur ein Haar krümmen… wirst du Frankreich in einem Sarg verlassen.“


Die Menge explodiert und The End beginnt nun direkt auf den Ring zu zulaufen.


Danny Rickson: „Woah, woah, woah. Was hast du vor?“


Der Hall of Famer macht einen Schritt von den Seilen weg, um mehr Abstand zwischen sich und zu bekommen.


Danny Rickson: „Denkst du, du kannst noch etwas verändern? Ich sagte dir bereits, dass Geduld nicht eine meiner Stärken ist. Aber ganz sicher zu meinen Stärken zählt, dass ich kein unnötiges Risiko gehe.“


Rickson klatscht in die Hände.


Danny Rickson: „Das hier kannst du haben.“


Zur Überraschung der Zuschauer zieht Rickson erneut das Handy aus seiner Tasche. Und wirft es nach draußen zu End. Vor dessen Füße, wo es in mehrere Teile zerspringt.


Danny Rickson: „Denn natürlich habe ich…“


Der Ausdruck des Engländer verfinstert sich.


Danny Rickson: „…den Befehl längst gegeben. Genieß die Show, Arschloch.“


Mit nun einem doch sichtlich erkennbaren Schock wendet sich End von Rickson ab und schaut in Richtung des Titan Tron. Gemeinsam mit Danny Rickson und der GFCW-Galaxy sehen sie sich nun an, was mit Salvatore Corleone passiert ist.

Das Video startet…

und wir befinden uns in Sizilien.

Vor der Farm von Salvatore Corleone. Die Kamera liegt am Boden und filmt aus diesem Winkel.

Und im Dreck liegt…



Robbin Zick.

und Hollywood Jake.



Ist dir der Titel so wichtig, dass du das Wohl deiner eigenen Familie aufs Spiel setzt?“


Wir hören eine Stimme aus dem Hintergrund und gleichermaßen weiten sich bei Danny Rickson, als auch bei The End die Augen. Bei Rickson, weil da offensichtlich seine Anhänger niedergestreckt im Dreck liegen und Salvatore Corleone nicht angreifen konnten und bei The End, weil er natürlich ganz genau weiß, zu wem diese Stimme gehört.

Und genau diese Person tritt nun auch hinter der Kamera hervor und somit ins Bild.


Aldo Nero


Er steht relativ nah vor der Kamera, sodass man gar nicht so viel sieht, aber recht gut einordnen kann man ihn schon oder zumindest, dass die letzten paar Monate doch recht intensiv gewesen sein müssen.


Aldo Nero: „Wenn du diese Familie nicht verteidigen kannst… dann muss ich das wohl selbst tun.“


Mit ordentlich Schwung tritt Aldo nun in die Kamera.

Und mit diesen Szenen, einem schockierten End und einem noch schockierteren Danny Rickson endet War Evening aus Frankreich.


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Danke an alle Schreiber!!!