Open
Challenge: Kyle Douglas vs. ??? Referee: Howard Eagle
Unter
lautem Applaus betritt Kyle Douglas, der ehemalige GFCW World
Tag Team Champion den Innenraum. Er schaut in den Arler
Nachthimmel und winkt den Zuschauern auf den Tribünen
zu. Seine gesamte Erscheinung wirkt wie ein Gladiator aus dem
alten Rom. Zwar trägt er wie immer seinen Ringerhelm,
den ihn vor schweren Kopfverletzungen schützen soll.
Dennoch ziert sein Oberkörper auch eine bronzefarbene
Rüstung aus der Antike. Mit stolzgeschwellter Brust geht
er dann zum Ring. Auch wenn er aus dem englischsprachigen
Teil Kanada stammt, scheint ihm das Französische nicht
fremd. Ein paar Brocken französisch sind bei der
Fan-Ansprache also auch drin.
Am
Ring angekommen lässt er sich dann von Laura ein
Mikrofon geben.
Kyle:
„ Bonsoir, chers fans. Je suis ravi d'avoir enfin
l'occasion de combattre à Arles. Encouragez-moi vers
la victoire. Ensemble, nous pouvons y arriver !”
Die
Zuschauer freuen sich wie bolle und jubeln Kyle nun noch mehr
zu.
Pete:
„Ähh. Das war aber mal ordentliches Französisch.
Er fordert die Fans also auf zu ihm zu halten, dann werden
sie heute Abend gemeinsam gewinnen!“
Sven:
„Schleimer.“
Kyle:
„In Spanien habe ich bereits angekündigt, dass ich
hier eine Open Challenge aussprechen werde und so ist es. Auf
dem Weg zum nächsten Meilenstein bitte ich nun alle
Wrestlerinnen und Wrestler: Wer hat den Mumm von euch nun
gegen mich anzutreten?
Die
Beleuchtung wird gedimmt, ein einzelnes Licht strahlt gen
Einzugsrampe und erhellt die Stelle, an der „The Aion“
Miria Saionji durch den Vorhang geschritten kommt. Wirklich
nur diese Stelle – alles andere ist in pure Dunkelheit
getaucht. Mehr als sonst, aber vielleicht ist das
Scheinwerferlicht ja einfach falsch eingestellt. Viel
wichtiger ist ja auch die Frau im Scheinwerferlicht:
Wunderschön doch unheimlich, sanft und doch kalt, ein
gleichermaßen einladendes wie abfälliges Lächeln
auf den Lippen und ein Blick der Erhabenheit in ihren
tiefblauen Augen. Sie tippt sich an den Pony, blickt in die
Reihen der Fans, die ihr zum Großteil nicht zwingend
gewogen, aber doch fasziniert von ihr sind. Die Frau mit der
außen tiefschwarzen und innenseitig blondierten
Haarpracht bis jenseits der Körpergröße ist
in ihr übliches schlichtes, weißes Minikleid
gehüllt, welches sie so rein und selig wirken lässt,
aber man weiß es natürlich besser: „Miss
Eternity“ mag mit Refuse to Age im Clinch liegen, aber
auch nur weil RtA nicht versucht hat sie als Gesicht der
Werbekampagne anzuwerben. Moralisch ist sie nicht weit weg
von Refuse to Age.
Langsam
setzt die Barfüßige mit dem leicht mittig
gescheitelten Pony einen Fuß vor den anderen, schreitet
begleitet vom ewigen Scheinwerferlicht gen Ring. Hin und
wieder blickt sie in die Reihen der Fans, wobei sie nicht für
eine Sekunde daran denkt mit einer der hingestreckten Hände
abzuklatschen. Eher erheitert es sie, dass es noch immer
solche gibt, die es versuchen. Da müsste schon ein
Büschel Geldscheine oder ein Diamant in der Hand sein,
dass sie diese ergreifen würde.
Pete:
„Zac Alonso meinte zu Miria, dass sie häufiger
wrestlen sollte, wenn sie ein Match gegen ihn will und siehe
da – sie nimmt eine Open Challenge an.“
Sven:
„Aber auch nur weil sie das will und nicht weil Zac
Alonso das will.“
Pete:
„Schon frech Kyle Douglas ins Gesicht zu sagen, dass
sie denkt ihn mit wenig Aufwand besiegen zu können.
Immerhin hat es bisher noch niemand geschafft Mr. Unpinnable
zu pinnen, deswegen heißt er ja so.“
Sven:
„Miria ist allerdings ihrerseits Miss Undefeatable, hat
sie doch bisher genau Null Niederlagen einstecken müssen,
jedes ihrer Matches war ein Sieg, egal ob im GFCW Ring oder
im WFW Ring. Siege gegen Robert Breads und Monica Shade
inklusive.“
Miria
ist derweil hoch auf dem Apron, blickt noch einmal herrisch
zu den Fans, die ihr doch einige Pfiffe und Buhrufe zukommen
lassen und entert dann den Ring, in dem Kyle Douglas mit
fokussiertem Blick auf sie wartet.
Howard
Eagle verlangt nach dem Gong zum Matchbeginn und der ertönt
auch. Miria geht gemächlichen Schrittes auf Kyle Douglas
zu, der sie von 29 Zentimetern weiter oben ansieht. Es ist
keine absurde Differenz in Sachen Körperlichkeit, wie es
bei Milly Vermillion gegenüber Kyle der Fall war, aber
der Unterschied ist dennoch beträchtlich.
Unwahrscheinlich, dass Miria es schaffen kann Kyle von den
Füßen zu hebeln ohne dass der es will, während
der frühere Olympia-Aspirant seinerseits rein gar keine
Mühe haben dürfte Miria herumzuwerfen wie es ihm
beliebt.
...was
Miria nicht davon abhält selber ringerisch in die
Offensive zu gehen, wie um zu zeigen, dass sie das auch kann.
Doch ihr Versuch Kyle auszuhebeln funktioniert genauso
schlecht, wie man es erwarten darf, Kyle bewegt sich keinen
Millimeter und packt selber zu zum vermutlich einfachsten Gut
Wrench Suplex, den er jemals ausgeführt hat.
Miria
kracht auf die Matte und bleibt liegen. Einen Moment, zwei
Momente – dann muss sie einsehen, dass Kyle Douglas
gemütlich darauf wartet, dass sie sich wieder erhebt und
keinerlei Interesse daran hat ihr in irgendeine Falle zu
laufen. Für einen Moment streckt er gar seinen Arm aus,
den ihm T’n’B gebrochen hatten, frei nach dem
Motto „versuch es ruhig“, besinnt sich dann aber
eines besseren. Er hat auch schon genug negatives Karma ohne
dass er weiteres heraufbeschwört.
Und
weiter gehts. Miria macht es in der Theorie richtig gut,
bringt sich immer wieder in Positionen, wo sie weniger
kolossale Gegner auf die Matte befördern könnte,
aber gegen Kyle geht gar nichts. Im Umkehrschluss zeigt Kyle
weiter fleißig Slams und den einen oder anderen Suplex,
nach einem deftigen Belly to Belly Suplex gibt es auch fast
die Entscheidung, aber Miria kriegt die Schulter noch mal
hoch. Sekunden später hat Kyle sie im Side Headlock, aus
dem sie sich nur mit Mühe befreien kann, indem sie sich
zu den Seilen windet.
Pete:
„Bisher eine sehr einseitige Angelegenheit.“
Sven:
„Das muss nichts heißen. Lukas Meyer-Gittenstein
hat sein Match gegen Miria auch scheinbar dominiert und hat
dann glasklar verloren.“
Ob
Kalkül oder nicht, Miria muss weiter einstecken, dieses
Mal setzt Kyle zum Pump Handle Slam an und klopft Miria bei
deren Versuch sich zu wehren mehrfach auf den Rücken, um
sie aufzuweichen. Doch als der Pump Handle vollzogen werden
soll, springt Miria mit, hat so mehr Schwung als gedacht und
kann hinter Kyle springen – wo sie sofort einen Shotgun
Dropkick in dessen Kniekehlen vollzieht. Der große
Kanadier aus Vancouver wankt und ein Forearm im knien in die
linke Kniekehle bringt ihn dann tatsächlich selber auf
die Knie. Sogleich ist Miria zur Stelle und setzt selber zum
Side Headlock an, mit stolzem, ja geradezu triumphalem
Gesichtsausdruck, ganz so als sei das Match damit nun unter
Kontrolle.
Was
es natürlich nicht ist.
Kyle
Douglas benötigt nur wenige Sekunden, um Miria
auszuhebeln und per Back Suplex auf die Matte zu klatschen.
ABER: Miria hält weiter fest. Mit einem zunehmend
bösartig wirkenden Lächeln. Nun auf der Matte ist
es natürlich etwas schwieriger aus dem Headlock
herauszukommen und viele, sehr viele hätten Probleme
damit, große Probleme sogar.
Aber
nicht Kyle Douglas. Wer im Ringen gut genug ist, um die
Olympia-Qualifikation mit Bravour zu meistern, wird nicht von
einem Side Headlock ausgebremst, wenn der körperliche
Vorteil so gigantisch ist. Ein mal herumgerollt, dann noch
mal seitlich gedreht und ab zurück in den Stand, wo Kyle
nun den Headlock gegen Miria verwendet. Ansatz zum
Goldrush! (aka
Olympic Slam)
Aber
in der Bewegung greift auch Miria um und verpasst Kyle einen
Gesichtskratzer. Howard Eagle meckert, was Miria herzlich
egal ist – sie hat die Aktion vereitelt und da Kyle nun
geblendet wankt und somit in Bewegung ist, kann Miria auch
endlich selber einen Überwurf starten: es sollte wohl
ein Overhead Belly to Belly Suplex sein, aber in der Praxis
ist es mehr ein Back Body Drop, bei dem Kyle mehr stolpert
und hinfällt, als dass er geworfen wird, aber egal.
Kyle
ist am Boden und darauf kommt es an.
Miria
steigt auf der nächstbesten Ringecke auf die zweite
Etage und vollzieht einen Double Foot Stomp. Irgendwo vor
ihren Bildschirmen wünschen sich gerade viele von Mirias
„Followern“, dass sie Kyle Douglas hätten
sein dürfen in diesem Moment. Ein erstes Cover von Miria
gibt es auch, aber Howard Eagle wirft sich umsonst zu Boden:
Kyles Arm ist oben, noch bevor der One Count gezählt
werden kann.
Miria
reklamiert sofort zu langsames Anzählen – während
sie mit einem Fuß auf Kyles Gurgel steht und zudrückt.
Aber Kyle packt zu und Miria merkt, dass dies ein Fehler war.
Kyle drückt das Bein Mirias hoch, hakt es ein und
vollzieht einen Leg-Hooked German Suplex, der Miria krachend
auf die Matte schickt – und aus dem Ring flüchten
lässt.
Kyle
Douglas überlegt kurz, wie klug es ist Miria zu folgen,
aber es ist weit und breit niemand von der LPG zu sehen und
ein Stoffschwein hat Kyle Douglas nicht dabei, das er
irgendwo aufgestellt hätte und das ihn ablenken könnte.
Also
folgt er Miria nach draußen, die vor ihm weg krabbelt,
nur um dann plötzlich zuzupacken. Ein Gegner mit weniger
Physis wäre jetzt zu Boden gerissen worden und wäre
mit dem Schädel auf die Ringtreppe aufgeschlagen. Kyle
Douglas hingegen steht nur da und guckt. Mit der gebotenen
Vorsicht wohlgemerkt, wer weiß ob gleich ein Low Blow
folgen soll. Aber Howard Eagle zählt nicht nur an,
sondern passt auch auf, also ist das für Miria keine
Option, so gern sie auch zugelangt hätte.
Stattdessen
wird sie gepackt und von Kyle Douglas mit dem Absperrgitter
bekanntgemacht. Miria will zurückschlagen, bekommt aber
einen Hip Toss ab. Kyle blickt kurz zu Howard Eagle, um zu
sehen wie weit der Count vorangeschritten ist.
Acht!
Okay,
besser keine weitere Aktion und stattdessen in den Ring
zurückkehren. Miria flüchtet als Erste zurück
in den Ring und krabbelt fast in Howard Eagle rein, der so
kurz zur Seite guckt, aber weiterzählt.
Neun!
Der
Count klingt jetzt knapper als er ist. Kyle steht ja direkt
neben den Ring und muss jetzt nur locker in diesen
hineinrollen. Gar kein Problem. Er schickt sich an genau das
zu machen und… da greifen plötzlich Hände
von unter dem Ring nach ihm! Kyle kann sie zwar abschütteln,
aber diese eine Moment der Ablenkung und Beeinträchtigung
hat gereicht!
Zehn!
Aus
und vorbei! Miria Saionji gewinnt durch Count Out! Miss
Eternity jubelt und Kyle Douglas wirft mehr als erzürnt
die Ringschürze hoch. Unter dem Ring ist… Milly
Vermillion! Die blonde Phönixfrau streckt frech die
Zunge raus, ehe sie mit einer raschen Bewegung zur Seite
gerollt ist und dann mit einem raschen Sprung zu Miria in den
Ring eilt. Da war das Scheinwerferlicht doch mit Absicht
anders bei Mirias Einzug – auf dass niemand sieht, dass
Milly sich im Dunkeln unter den Ring schleicht. Kyle überlegt
kurz, aber dann schüttelt er den Kopf und winkt ab. Er
ist Miria bereits in die Falle gegangen, jetzt den Ring zu
betreten würde es nicht besser machen, sondern
schlimmer. Aber sein Blick ist klar: das wird er so einfach
nicht auf sich beruhen lassen. Nichtsdestotrotz: Miria hat
gewonnen. Einmal mehr. Undeafeatable.
Es
wird nun in den Backstagebereich geschaltet, sofern man das bei
diesem antiken Theater, in dem wir uns befinden, so nennen kann.
Dort
sehen wir nun erneut den GFCW Champion, wie er bestimmt und
fokussiert durch diese rustikalen Gänge läuft. Und
warum sehen wir den Champ dabei? Natürlich, weil es
Redebedarf gibt, nach all dem, was wir heute zu Beginn der Show
gesehen haben und diesen Redebedarf darf Tammy einfordern, die
sogleich zur Stelle ist und neben dem Champion läuft.
Tammy:
„Entschuldige, Champ. Hast du kurz Zeit?“
The
End läuft ebenso bestimmt weiter. In dem Fall gilt wohl die
Devise: „Keine Antwort, ist auch eine Antwort“ und
eben jene Nicht-Antwort von The End dürfte uns sehr viel
darüber verraten, was gerade in ihm vorgeht. Offensichtlich
musste man davon ausgehen, dass seine Verbindung zu Salvatore
Corleone früher oder später ausgenutzt wird, um an ihn
heranzukommen, dass es nun aber so überraschend passiert und
auch so „schnell“, wenn man bedenkt, dass Sal gerade
mal seit Title Night „weg“ ist, dann scheint ihn das
schon mehr mitzunehmen, als es sollte.
Aber
andererseits: die Corleone-Brüder sind nun mal am ehesten
das, was er „Familie“ nennen kann, wenn da teilweise
auch sehr intensive und weitreichende-emotional(-abhängige)
Verstrickungen drinstecken. Insofern ist es klar – zumal es
sich ja hier um den „guten“ Bruder handelt –
dass End emotional auch derart involviert ist.
Aber
Tammy lässt nicht locker, sodass sie – auch, wenn End
einen recht schnellen Schritt draufhat – das Tempo hält.
Tammy:
„Ich weiß, dass die Situation gerade sehr bescheiden
ist, andererseits könnte man argumentieren, dass Danny
Rickson gerade genau das tut, was du selbst wochenlang gefordert
hast: er ergreift die Initiative und will dich um den Titel
herausfordern – ist das nicht auch irgendwie ein
beachtliches Vorgehen?“
Eine
recht provokante Frage, die tatsächlich die Aufmerksamkeit
des Champs gewinnt und ihn zum abbremsen bringt. Er hält an,
dreht sich sichtlich aufgeladen zur Interviewerin, die zwar etwas
zusammenschreckt, aber natürlich weiß, dass The End
ihr nichts tun würde.
Er
selbst merkt auch, dass da kein feindlich-gerichteter Wrestler
vor ihm steht, sondern das Sprachrohr zur GFCW-Galaxy, die
einfach die Gedanken des Champions, in eben dieser prekären
Situation vermitteln will.
Will
das The End, ist die andere Frage.
In
jedem Falle ist seine Antwort fürs Erste ein ernster Blick
in Richtung Tammy, die aber zumindest das erreicht hat, was sie
erreichen wollte: End für das Interview zu gewinnen.
Tammy:
„Es tut mir leid, Champ. Wie schon gesagt, ich weiß,
die Lage ist ernst, deshalb interessiert uns umso mehr, was du
gedenkst zu tun? Oder was denkst du gerade überhaupt? Wirst
du die Herausforderung von Danny Rickson annehmen? Oder wirst du…
riskieren, was er zu tun droht?“
End
wirkt noch immer geladen, dass Tammy ihn derartig offensiv
konfrontiert scheint ihm nicht wirklich zu gefallen. Andererseits
ist es vermutlich eher die Lage allgemein und seine hilflose
Position, in der er sich befindet, die ihn stört, denn was
soll er tun?
Soll
er Sals Gesundheit riskieren? Sal selbst würde ihm
vermutlich dazu raten. Aber kann er das mit seinem Gewissen
vereinbaren?
Auf
der anderen Seite, was sagt es über ihn als Champion aus,
wenn man ihn derart leicht angreifen kann? Zumal es eigentlich
keinen Grund für diesen Angriff gibt, schließlich
eröffnet End Möglichkeit um Möglichkeit, ihn um
den Titel herauszufordern.
Die
Lage ist schwierig. Sehr schwierig.
The
End: „Ich…“
End
denkt nach. Was soll er sagen? Was kann er sagen? Er hat in der
corleonschen Manipulationsschule gelernt, dass man sich nie in
die Karten schauen lassen darf, generell und vor allem als
Champion nicht.
Eine
Antwort, die in diesem Kontext mehr als bizarr wirkt, vor allem,
da sie so schonungslos ehrlich gesprochen wurde, dass es
eigentlich kaum Raum für Interpretation gibt, was bei
Corleone und End selten der Fall war/ist. Eigentlich gibt es
stets mehrere Ebenen, wie sie das meinen könnten, was sie
sagen, diese Antwort lässt dafür aber keinen Platz.
Er
lässt sich nicht erpressen, also wird er nicht auf Ricksons
Einschüchterungsversuch eingehen.
Und
folglich auch nicht das Schicksal von Salvatore Corleone retten.
Tammy
senkt das Mikro, denn das war vermutlich nicht die Antwort, die
sie erwartet hatte.
Mit
einem todernsten, aber gleichermaßen auch schon fast
traurigen Blick – darüber das geschehen zu lassen, was
wohl vermeidbar wäre, einzig und allein darum nicht an der
eigenen Fassade zu bröckeln – schaut er nun noch
einmal zu Tammy, bevor er schließlich weiterläuft und
die Interviewerin nun zurücklässt.
Sie
hat gefragt, End hat geantwortet.
Ob
es die finale Antwort ist?
Non
Title Tag Team Match: Zerbeus (Zereo Killer & Morbeus)
(c) vs. Black Wyrms (Shizuku Shikishima & Brigitte
Reflet)
Referee: Karo Herzog
Wieder
wird es laut, denn die Legenden kommen schon wieder in den
Ring! Zereo Killer mit Frankreich-Trikot und Morbeus in
weniger innovativer Garderobe. Die Titles sind wie immer
frisch poliert und machen natürlich auch an den älteren
Körpern von Mike und Ray etwas her. Beide gehen dann zum
Ring und klatschen mit den Zuschauern ab. Die Titel werden
dabei natürlich noch stolz in alle Himmelsrichtungen
gezeigt, damit es auch wirklich jede und jeder sieht!
Kaum
ertönt Dragon Rider, da erschallen lautstarke „La
Vouivre“ Rufe. Frankreich, das eine Land der Welt, wo
man versteht, dass die Wyrms keine Würmer sind. Okay,
Frankreich und wo sonst noch französisch gesprochen
wird, ist ja durchaus eine weit verbreitete Sprache, so wie
Frankreich ein weit verbreitetes Land ist. Es heißt
fast jedes Land der Welt grenzt irgendwie an Frankreich.
Annecy grenzt derweil nicht an Arles, aber das stört für
den Moment ca. niemanden. Auch ohne dass die weißblonde
Französin eine Frankreich-Flagge dabei hat, ist ihr der
Zuspruch des Heimpublikums sicher. Shizuku Shikishima ist
aber mehr als schmückendes Beiwerk, diverse Franzosen
bilden rasch den Plural ihres Zurufs, um nicht nur Brigitte,
sondern auch ihre Partnerin willkommen zu heißen.
Nun
sollte man meinen die kleine Wyvern von 1,54 Körperlänge
hätte nun freudige Tränen in den Augen, dass sie
und ihre blonde, 1,69 große Partnerin aus Adachi
endlich so empfangen werden, wie sie es sich immer
vorgestellt hat, aber von Tränen des Glücks ist
ebenso nichts in ihrer Miene zu sehen wie von einem Lächeln.
Im
Gegenteil, die wie üblich in ihre hochkragigen, dunklen
Umhänge mit den güldenen Wyrmmotiven gehüllten
Damen von der Lerbitz Performance Group sehen sehr ernst aus,
ja aggressiv sogar.
Und
dennoch verharren sie auf der Einzugsrampe, anstatt sich dem
Ring zu nähern.
Langsam
führt Brigitte ein mitgebrachtes Mikrofon zu ihrem Mund.
Brigitte
Reflet: „Ich weiß, unsere Musik ist fantastisch,
aber stoppt sie.“
Es
dauert einige Augenblicke, dann verklingt die Musik und
weicht einer vom erwartungsfreudigen Getuschel der Fans
erhitzten Spannung.
Brigitte
Reflet: „Seht sie euch an, die Könige der Tag Team
Division, welche sich offenbar für die Könige von
GFCW, ja vom Wrestling selbst ’alten. Sie sagen
„springt“ und alle fragen nur „wie ’och,
Milord?“ und springen wie ihnen befohlen.“
Shizuku
Shikishima „Alle? Nicht alle.“
Brigitte
Reflet: „Ganz genau! Ihr mögt das Office um den
Finger gewickelt ‘aben, ob all des Geldes, das GFCW mit
euch schon verdient ‘at und ihr mögt die meisten
dazu gebracht ‘aben euch immer wieder aufs Neue ‘onig
ums Maul zu schmieren und euch zu sagen wie großartig
ihr seid, doch alles was ich se’e sind zwei Männer,
die denken unsere bereits errungenen Erfolge seien
bedeutungslos und auch wir müssten gesprungen kommen,
wenn sie „springt“ sagen – oder eben
„bestreitet eine Battle Royal“. Und dann sind sie
königlich beleidigt, wenn man eben nicht springt,
sondern zurecht darauf ‘inweist, dass man bereits
gesprungen ist und zwar ‘ö’er als die
anderen Mitbewerber.“
Die
angesprochenen Könige können auf diese Worte nicht
verbal reagieren, offenbar hat man das Wohlwollen der
Ringcrew, denn niemand reicht Zerbeus Mikrofone. Und so heißt
es weiter zuhören, was Brigitte zu sagen hat.
Brigitte
Reflet: „Wieder und wieder ‘abt ihr euch
‘ingestellt und be’auptet, dass wir nur fordern
würden ohne dafür etwas geleistet zu ‘aben
und das ist eine bodenlose Frech’eit. Wir ‘aben
sehr wohl etwas geleistet und doch seid ihr nicht ein Mal
darauf eingegangen und ‘abt dargelegt, warum das, was
wir bereits geleistet ‘aben nicht gut genug gewesen
sein soll.“
Shizuku
Shikishima „Sie dies nicht getan haben, weil sie es
nicht können. Unsere Ergebnisse eine klare Sprache
sprechen. Man uns nur ein Titelmatch verweigern kann, wenn
man unsere Leistungen ignoriert und dafür eine andere
Leistung einfordert.“
Es
ist eine unangenehme Atmosphäre im Théâtre
Antique d’Arles. Man will Zerbeus nicht ausbuhen, aber
wenn es ein Publikum gibt, das mit Brigittes Meinung
weitgehend d’accord geht, dann dieses Publikum hier in
Arles.
Brigitte
Reflet: „Was jedoch noch viel schlimmer ist als mit
fadenscheinigen Argumenten zu be’aupten, dass wir Black
Wyrms kein Titelmatch verdient ‘ätten ist, dass
diese selbstherrlichen Sonnenkönige denken, dass ihr
kein Titelmatch verdient ‘abt, ihr Fans, die ihr ‘eute
‘ier seid und euer Geld für Tickets ausgegeben
‘abt. Geld, das in diesen schwierigen Zeiten globaler
Krisen nur bei Königen im Überfluss vorhanden ist.“
Das
war das Stichwort. Buhrufe für Zerbeus gibt es nach wie
vor nicht, aber die Rufe, die ein Titelmatch hier und jetzt
einfordern, mehren sich.
Brigitte
Reflet: „Ganz zu schweigen davon, dass die Könige
erneut gerufen ‘aben „kommt gesprungen“ und
erwarten, dass wir auch gesprungen kommen ohne dafür das
zu er’alten, was wir verdienen – und was ihr
verdient! Ein Titelmatch.“
Die
Rufe mehren sich und werden lauter. Sehr viel lauter.
Shizuku
Shikishima „Kyle Douglas jüngst den
Intercontinental Champion bezwang ohne dadurch Champion
werden zu dürfen. Sein Vater nun dieselbe Masche
abziehen will, die seinem Sohn um einen Intercontinental
Title Gewinn hat beraubt.“
Dafür
gibt es nun durchaus den einen oder anderen Buhruf –
obgleich das mehr in Richtung Darragh Switzenberg und Miria
Saionji geht – ironischerweise ja die Frau, die quasi
die Mentorin der Black Wyrms ist. Aber ehe jemandem das
einfallen kann, fährt Brigitte fort und richtet sich nun
direkt an Zerbeus.
Brigitte
Reflet: „Sagt, ihr Könige, warum beordert ihr uns
gegen Eure ‘o’eit zu kämpfen, wenn ihr eure
Kronen nicht einmal aufs Spiel setzen wollt? Weil es für
uns bereits eine ach so große Ehre sein soll in einem
Ring mit euch zu ste’en und dieselbe Luft zu atmen wie
ihr? Ihr, die ihr eure eigenen Erfolge in den ‘immel
lobt, aber die anderer geringschätzt, ihr Könige
der Ungleich’eit? Die Ehre, die dieses Match durchaus
‘ätte sein können ist durch euer schändliches
Ver’alten keine. Wenn ihr verliert sagt ihr, dass es
nur ein unwichtiges Testmatch war, bei dem ihr euch für
die Mad Stars geschont ‘abt und für das ihr euch
ja nicht richtig anstrengen musstet, weil es nicht um den
Titel ging?“
Shizuku
Shikishima „Ein japanischer König sich nie so
ehrlos verhalten würde.“
Brigitte
Reflet: „Französische Könige schon…
und deshalb haben wir hier in Frankreich ein probates Mittel
gefunden, um eine Monarchie zu beenden, die gegen das Volk
regiert hat. Wir Franzosen, die wir in diesen Tagen stolz
vorangehen als Bastion der Integrität des Westens.“
Geradezu
beschwörerisch wendet Brigitte den Blick von Zerbeus ab
und ruft in Richtung der Fans.
Brigitte
Reflet: „Liberte!“
Das
Echo kommt lautstark!
Brigitte
Reflet: „Egalite!“
Erneut
gibt es das Echo und in dieses hinein hält Brigitte das
Mikrofon ruckartig gen Publikum und aus 4500 Stimmen schallt
ein lautstarkes
„Fraternite“
durch
das Théâtre Antique d’Arles. Ein Moment,
der unweigerlich pure Gänsehaut bereitet.
Brigitte
Reflet: „Was also darf es nun sein, ihr Könige?
Kämpfen werden wir gegen euch, das sind wir den Fans
schuldig. Aber ob wir kämpfen, um euch in einem
ruhmreichen Kampf zwischen gleichberechtigten Wrestlern um
das Gold dieser Division zu besiegen… oder ob wir
kämpfen, um die Guillotine für eure königlichen
Hälse zu sein, weil ein Sieg uns nichts bringt... eure
Entscheidung.“ Shizuku
Shikishima „Die Fans euch als Helden des Volkes
feiern. Ihr nun könnt beweisen, dass ihr das auch
seid.“
Das
Publikum ist mittlerweile voll im Rausch – sie wollen
jetzt ein Titelmatch sehen, keine Frage. Derweil hat die
Ringcrew nun auch die Champions mit Mikrofonen ausgestattet.
Die brauchen sie auch, um sich bei dieser Lautstärke
Gehör zu verschaffen.
Morbeus:
„Ich muss gestehen, dass ihr beiden das hier sehr
ordentlich gemacht habt. Die Fans sind heiß und wissen:
so schnell kommt der GFCW-Tross nicht wieder nach Arles….“
Pete:
„Da scheint Ray Douglas doch ein weiches Herz zu
haben….“
TITLE
MATCH! TITLE MATCH! Hallt
es durch das ehrwürdige Theater.
Morbeus:
„Da ihr auch recht facettenreiche Begründungen
geliefert habt, haben sich Mike und ich eben nochmal
besprochen. Wir wollen doch kämpfen und den Fans etwas
bieten. Wir gehen auch immer Risiko. Also unsere Antwort ist:
OUI! Ihr bekommt euren Title Shot! Hier und JETZT!“
Die
Zuschauer gehen jetzt natürlich nochmal völlig
Bonkers und es gibt einen großen Pop. Der Referee holt
noch die beiden Tag Team Belts vom Ringrand und zeigt diese
demonstrativ in die Luft.
Sven:
„Hätte ich den beiden gar nicht mehr zugetraut!
Das riecht hier doch direkt nach dem ersten Titelwechsel!“
Karo
Herzog lässt den Gong läuten und Zereo Killer und
Brigitte Reflet stehen sich als erstes im Ring gegenüber.
Brigitte
schießt los wie ein Pfeil und versuch mit einem Spear
Zereo in die Ecke zu rammen. Doch Zereo rollt seitlich ab,
lässt sie ins Polster krachen und springt sofort hoch,
um sie mit einem Dropsault zu treffen. Brigitte knallt auf
die Matte, springt aber sofort wieder auf, als hätte sie
Federn in den Beinen. Sie zischt, faucht, rennt erneut –
diesmal trifft ihr Shotgun Dropkick Zereo voll an der Brust
und schleudert ihn in die Seile.
Brigitte
packt ihn am Arm, versucht einen Dragon Suplex, doch Zereo
blockt, stemmt sich dagegen und hebt sie einfach hoch, als
wäre sie kaum mehr als ein Trainingsdummy. Mit einem
wuchtigen TBone Suplex wirft er sie quer durch den Ring.
Brigitte rollt sich ab, landet auf den Knien und schlägt
wütend auf die Matte. Ihr Gesicht ist eine Mischung aus
Frust und verletztem Stolz.
Zereo
will nachsetzen, doch Brigitte springt ihm entgegen, trifft
ihn mit einem European Uppercut, dann einem zweiten, dann
einem dritten. Sie rennt in die Seile, will eine Lariat
zeigen, doch Zereo duckt sich, springt hoch und trifft sie
mit einem perfekt getimten Dropsault direkt ins Gesicht.
Brigitte überschlägt sich rückwärts,
landet hart und rollt sich aus dem Ring, um Luft zu holen.
Doch sie ist zu stolz, um draußen zu bleiben. Sie
kriecht sofort wieder hinein, schnaubt, wischt sich eine
Haarsträhne aus dem Gesicht und brüllt: „Komm
schon, du alter Sack!“
Mike
grinst nur und taggt mit Morbeus.
Im
Ring: Morbeus vs. Brigitte Reflet
Morbeus
steigt in den Ring, und Brigitte rennt sofort auf ihn zu. Sie
springt, will eine Huracanrana zeigen – doch Morbeus
fängt sie einfach ab, hält sie in der Luft, als
würde sie nichts wiegen, und hämmert sie mit einem
Scoop Powerslam auf die Matte. Brigitte krümmt sich,
aber sie rollt sich sofort wieder hoch, rennt erneut –
diesmal versucht sie einen Tornado DDT. Morbeus fängt
sie wieder ab, dreht sie in der Luft und schleudert sie mit
einem Biel Throw in die Ecke.
Brigitte
bleibt hängen, rutscht langsam herunter und knurrt.
„Verdammte Scheiße…“
Sie
steht auf, taumelt, rennt wieder – und diesmal trifft
sie Morbeus mit einem Spear, der ihn tatsächlich ins
Wanken bringt. Sie springt auf ihn, hämmert ihm mit
schnellen Schlägen auf den Kopf, bis der Ringrichter sie
zurückzieht. Brigitte faucht ihn an, verschluckt wie
immer das H: „Ör lass mich!“
Morbeus
schüttelt den Kopf, packt sie – Swinging
Neckbreaker.
Brigitte
bleibt liegen.
Shizuku
streckt die Hand aus, aber vergebens. Morbeus stellt Brigitte
wieder auf, doch die kontert mit einem schnellen Tritt in die
Kronjuwelen.
TAG
MADE
Shizuku
steigt ruhig in den Ring, als würde sie die Dramatik um
Brigitte nicht so schwierig sehen. Sie wirkt entspannt, fast
meditativ. Morbeus stürmt auf sie zu und Shizuku weicht
mit einer geschmeidigen Bewegung aus, packt ihn am Arm und
wirft ihn mit einem Northern Lights Suplex, der so sauber
ist, dass das Publikum aufspringt.
Morbeus
steht auf – Shizuku steht schon wieder bereit.
Sie
rennt los, springt – Running Crossbody, Morbeus fällt.
Sie
hebt ihn wieder hoch – Butterfly Suplex.
Dann
zieht sie ihn in die Mitte des Rings – Phoenix Nest,
der Armtrapping Half Boston Crab.
Morbeus
brüllt, versucht sich zu befreien, kriecht Richtung
Seile.
Shizuku
zieht ihn zurück in die Mitte.
Zereo
springt hinein und bricht den Griff.
Der
Ringrichter schickt ihn raus. Shizuku nickt ihm freundlich
zu, als hätte er ihr gerade beim Einkaufen geholfen.
Morbeus
nutzt die Sekunde, rollt sich weg – und taggt.
Im
Ring: Zereo vs. Shizuku
Zereo
springt über das Seil, rennt auf Shizuku zu – doch
sie duckt sich, springt aufs mittlere Seil und zeigt einen
Torpedo Tornado DDT, der Zereo fast auf den Kopf stellt. Sie
covert – 1…2… Zereo kickt aus.
Shizuku
bleibt ruhig.
Sie
hebt ihn hoch – Vertical Suplex.
Dann
noch einer.
Dann
noch einer.
Sie
hält ihn oben, lässt das Blut in seinen Kopf
schießen, bevor sie ihn fallen lässt.
Zereo
taumelt, steht auf – und Shizuku trifft ihn mit einem
Cutter.
Wieder
Cover – 1…2… Zereo kickt aus.
Shizuku
nickt.
Sie
rennt in die Seile – Zereo springt hoch und trifft sie
mit einem Superkick, der sie wie ein Brett umfallen lässt.
Beide
liegen.
Beide
kriechen.
Beide
taggen.
Im
Ring: Brigitte Reflet vs. Morbeus
Brigitte
springt aufs Seil, zeigt einen Tornillo, trifft Morbeus voll.
Sie springt sofort wieder hoch, rennt – Wyvern
Wingspan,
Morbeus fällt. Sie versucht den Storm Breaker –
stemmt sich, kämpft, brüllt – doch Morbeus
ist zu schwer. Ihre Beine zittern. Ihr Gesicht wird rot vor
Anstrengung und Wut.
Morbeus
nutzt den Moment, hebt sie hoch – Elevated
DDT.
Brigitte bleibt liegen, völlig benommen.
Morbeus
hebt sie hoch – Northern
Lights Suplex.
Cover – 1…2…
Brigitte kickt aus.
Sie
rollt sich weg, springt in die Seile, trifft Morbeus mit
einem Axe Kick, rennt weiter – und Zereo fängt sie
ab.
Im
Ring: Zereo Killer & Brigitte Reflet
Zereo
dreht sie – The
Big Hit.
Brigitte
knallt auf die Matte, bleibt liegen, völlig benommen.
Shizuku
will eingreifen – doch Morbeus hält sie am Bein
fest.
Zereo
steigt aufs Top Rope – Shooting
Star Stomp
auf Brigitte. Cover – 1…2…
Shizuku ist da!
Zereo
und Shizuku stehen sich gegenüber. Shizuku atmet ruhig.
Zereo atmet schwer. Sie stürmt vor, doch Zereo trifft
sie mit einem Superkick, der sie aus dem Ring wirft.
Im
Ring: Morbeus & Brigitte Reflet
Brigitte
taumelt, versucht aufzustehen. Morbeus packt sie, hebt sie
hoch – doch sie schlägt wild um sich, trifft ihn
mit einem verzweifelten European Uppercut, dann einem
zweiten, dann einem dritten. Sie rennt in die Seile –
und Zereo fängt sie ab, hebt sie hoch.
Morbeus
steigt aufs Top Rope. Zereo hebt Brigitte in die
PowerbombPosition.
POWER
PILEDRIVER
Brigitte
bleibt reglos liegen. Morbeus wirft sich aufs Cover.
Shizuku
kriecht zurück in den Ring, streckt die Hand aus,
versucht verzweifelt, ihre Partnerin zu retten… …doch
sie ist eine Sekunde zu spät.
Eins…
Zwei…
Drei.
DING
DING DING
Laura:
„Sieger des Matches und weiterhin GFCW Tag Team
Champions…ZERBEUS“!
Pete:
„Sie haben es wieder geschafft! Und die Fans drehen am
Rad. Zerbeus haben ihre Titel verteidigt.“
Rupert
Wooten: „Dieser Barbar wird es bereuen.“
In
wahrer Bösewichtmanier, mit einem Kichern und einem
vorfreudigen Händereiben, stolziert Wooten im Container der
Birdie Boys auf und ab. Immerhin sind es diesmal, anders als in
Barcelona, nicht nur Zelte, in denen sie unterkommen. Doch die
Laune des Golfers ist dadurch sicher nicht gut. Sie ist, um es
direkt zu sagen, komplett im Keller. Wäre das nicht die
Rachelust.
Rupert
Wooten: „Wir werden ihm nehmen, was ihn am wichtigsten
ist.“
Steven
Sademi: „Ganz genau, Mr. Fairway. Ein hervorragender Plan.“
Der
Caddy klatscht in die Hände und springt von der Bank auf. Er
läuft neben Wooten im Container auf und ab.
Rupert
Wooten: „Also, hast du den Plan im Kopf?“
Steven
Sademi: „Natürlich.“
Ein
zufriedenes Schlangenlächeln legt sich auf Wootens Lippen.
Verschwörerisch zwinkert er seinem Mitstreiter zu.
Rupert
Wooten: „Dann gehen wir jetzt zum Ring. Und zeigen diesem
Idioten, dass man sich nicht mit den Birdie Boys anlegt. Los
geht’s!“
Seine
Hand legt sich an die Türklinke. Er drückt sie herunter
und stößt die Tür des Containers auf. Die noch
immer schwüle Abendluft in der Nähe des Amphitheaters
schlägt ihm entgegen. Er marschiert nach draußen. Oder
würde es gerne.
Denn
jemand schlägt ihm die Tür gegen den Kopf.
Rupert
Wooten: „Oooooof.“
Benommen
taumelt Wooten in den Container zurück. Das ging voll auf
die Zwölf. Sademi muss ihn festhalten, damit er nicht zu
Boden stürzt.
Der
Caddy reißt die Augen auf.
Steven
Sademi: „Was war das? Was ist passiert?“
Während
Wooten auf die Bank zurück sinkt und seine schmerzende Nase
hält, stürmt Sademi aus dem Container…
…nur
um in einen Punch zu laufen.
Auch
der Caddy fällt in die Kabine zurück. Bei ihm ist
niemand da, der ihn festhält. Schließlich hat Wooten
noch mit den eigenen Schmerzen zu tun Und so sinkt Sademi
stöhnend zu Boden.
Gemeinsam
sammeln sich die Birdie Boys auf. Blick einander an. Erst jetzt
realisieren sie, was Sache ist.
Rupert
Wooten: „Wir werden angegriffen!“
Steven
Sademi: „Zu den Waffen!“
Schnell,
in einer hundertfach geübten Bewegung, zerrt Sademi eine
Schlägertasche unter der Bank hervor. Sie holen das passende
Kaliber raus. Wooten entscheidet sich für einen Driver,
Sademi für ein wendigeres, leichteres Eisen.
Mit
den Schlägern im Anschlag rennen sie auf die Tür ihres
Containers zu. Doch genau in diesem Moment fällt die Tür
ins Schloss.
Rupert
Wooten: „He!?“
Wooten
stemmt sich mit voller Kraft dagegen. Fummelt und reißt am
Schloss. Vergebens. Die Tür des Containers, die eben noch
offen war, bewegt sich jetzt kein Stück.
Rupert
Wooten: „Wir wurden…“
Mit
kreideweißem Gesicht und aufgerissenen Augen blickt er
seinen Caddy an.
Steven
Sademi: „…eingesperrt!?“
Rupert
Wooten: „NOIIIIIIN!“
Noch
einmal ruckelt Mr. Fairway am Türgriff. Vergisst dabei seine
Würde und seine Manieren. Flüche verlassen seine
Lippen. Zwecklos. Die Tür bleibt zu.
Es
ist, als habe jemand von außen abgeschlossen und dann noch
einen Balken davorgeschoben.
…
…
Die
Kamera schaltet um. In der Außenansicht des
Umkleide-Containers sieht man zwei aufgeregte Birdie Boys durch
das schmale Fenster. Viel zu klein, um hindurchzuklettern.
Man
hört ihre Rufe. Ihr Gezeter. Sie wurden eingesperrt. Sie
schaffen es nicht zum Main Event. Dabei war das doch ihr Moment.
Die
Gelegenheit zur Rache.
Während
die Kamera herauszoomt und das Gejaul der Golfer im Abendhimmel
verklingt, sieht man eine Gestalt, die sich vom Container
entfernt und zurück zum Amphitheater läuft.
Es
ist Güldenherz.
GFCW Intercontinental Title Match: Zac
Alonso (c) vs. Steve Steel
Referee:
Jack Bobo
Die
Glocke erklingt. Zac Alonso bleibt von Beginn an in Bewegung,
kleine Schritte, lockere Schultern. Steve zeigt auf seinen
eigenen Bizeps, dann auf Zac, dann wieder auf den Bizeps. Der
Kalifornier antwortet mit einem schnellen Low Kick gegen den
Oberschenkel, der Steels Hehe in ein Aua-Aua verwandelt.
Steel
schaut runter, als hätte ihm ein Kind gegen die Autotür
getreten. Zac setzt nach, noch ein Kick, dann ein Dropkick
gegen die Brust. Der Mann aus Daytona Beach taumelt zwei
Schritte zurück, fängt sich in den Seilen und kommt
mit einem wütenden Shoulder Tackle zurück. Alonso
springt zur Seite, federt aus den Seilen und trifft mit einem
Cartwheel Kick. Steve wankt, fällt aber noch nicht.
Alonso springt sich wieder außer Reichweite.
Pete:
„Zac Alonso macht es richtig. Rein, raus.“
Sven:
„Hehe…rein, raus.“
Pete:
„Oh Gott, ist es wegen meiner Mutter?“
Sven:
„Natürlich.“
Steve
schlägt nach ihm, schwer und breit. Zac duckt sich,
springt aufs zweite Seil und zieht den Veteranen mit einem
Springboard DDT herunter. Cover.
Eins.
Steve
drückt Zac weg, kräftig genug, dass der Champion
bis auf die Knie rutscht. Er weiß jetzt, wie viel Kraft
da noch trotz Ü50 im Pass noch im Tank ist.
Zac
nimmt Anlauf, doch Steel rollt sich überraschend flott
zur Seite und greift beim Vorbeilaufen in Alonsos Haare. Der
Ringrichter ermahnt ihn Alonso nutzt den Moment und tritt ihm
gegen die Wade. Steel knickt ab, Zac geht in die Seile.
Dieses
Mal ist Steve bereit.
Scoop
Slam.
Alonso
landet flach, Steel lässt sich daneben auf ein Knie
fallen und setzt den Chokehold auf der Matte an. Der
Ringrichter zählt ihn an. Steel löst bei vier,
macht einen beleidigten Blick und zieht Zac wieder hoch.
In
der Ecke hagelt es Backhand Chops. Einer trifft laut, der
zweite noch lauter. Beim dritten zieht Alonso die Arme hoch,
doch Steel schiebt sie weg und legt einen weiteren Chop nach.
Der Champion sackt kurz in der Ecke zusammen. Steve stellt
sich vor ihn, atmet tief, schüttelt die Arme aus und
grinst in die Kamera. Der Atem geht schon schneller, aber
seine Hände sind noch schwer.
Sven:
„Da, genau das meine ich. Steve Steel muss nichts
Schönes machen. Er legt Zac in die Ecke und bearbeitet
ihn wie einen alten Sandsack.“
Pete:
„Nur darf er dabei nicht vergessen, dass das hier kein
Zwei-Minuten-Comeback ist. Zehn Minuten können sehr lang
werden, wenn die Lunge nicht mitspielt. Und so lange gehen
die meisten Titelkämpfe.“
Steel
zerrt Zac heraus und setzt zum Atomic Drop an. Alonso rutscht
hinten runter, schiebt Steve in die Seile und will den
Northern Lariat. Steel fängt ihn mit einem Back Elbow
ab. Zac dreht sich weg, hält sich den Mund. Steve packt
ihn am Nacken. Zwei kurze Punches . Alonso taumelt zurück,
Big Boot hinterher. Treffer.
Cover.
Eins.
Zwei.
Zac
hebt die Schulter.
Steve
bleibt sitzen und schaut den Ringrichter an. Sein Brustkorb
arbeitet sichtbar. Er zieht Zac wieder hoch, verdreht dessen
Arm und steigt aufs Seil. Der Vintage Walk beginnt. Ein
Schritt, zwei Schritte. Die Fans pfeifen, einige zählen
mit. Beim Chop von oben zieht Alonso den Arm ein Stück
zurück. Steve verliert die Balance, landet unsauber, und
Zac packt sofort zu:
Front
Suplex.
Beide
liegen. Alonso dreht sich auf die Seite, Steve rollt zum Seil
und schnappt nach Luft. Der Favorit kommt zuerst hoch. Ein
Dropkick an Steves Knie. Noch einer gegen die Schulter. Steel
geht auf ein Knie, Zac springt an: Ropewalk Moonsault. Er
trifft sauber, bleibt aber nicht zum Cover liegen, weil Steve
zu nah am Seil ist.
Alonso
zieht ihn in die Ringmitte. Dabei fährt Steves Hand
hoch. Fingerpoke of Steel. Zac dreht den Kopf im letzten
Moment weg. Der Ringrichter sieht die Finger und warnt Steel
laut. Der Veteran schimpft, Zac packt ihn von hinten.
Schoolboy.
Eins.
Zwei.
Steve
rollt raus und kommt wild hoch. Steel Hammer. Der Crooked Arm
Lariat rauscht auf Zac zu, und diesmal trifft er ihn halb.
Alonso fällt hart auf die Seite, der Treffer sitzt nicht
voll, aber genug.
Steve
legt sich quer über ihn.
Eins.
Zwei.
Zac
kickt aus.
Der
alte Muskelprotz bleibt einen Moment liegen, Stirn auf der
Matte. Danach setzt er sich auf und klopft sich auf den
Oberschenkel. Er will den Legendary Leg Drop. Die Halle merkt
es, Zac auch, aber der Champion kommt noch nicht hoch. Steve
geht in die Seile. Beim Zurücklaufen ist der erste
Schritt mächtig, der zweite kürzer, der dritte
schwer. Er springt ab.
Alonso
rollt weg.
Steve
kracht mit dem Bein auf die Matte und sitzt sofort auf, beide
Hände am hinteren Oberschenkel. Zac zieht sich an den
Seilen hoch. Seine Lippe ist aufgeplatzt, aber die Augen sind
klar. Der Kalifornier trifft mit einem Northern Lariat in den
Rücken des sitzenden Steve. Steel fällt nach vorn
auf alle Viere. Zac geht in die Seile, kommt zurück und
tritt ihm mit einem schnellen Roundhouse Kick an die
Schulter. Noch nicht der Hollywood Kick.
Steve
stemmt sich hoch und brüllt. Er will Zac packen, doch
Alonso taucht unter den Armen durch, springt aufs zweite Seil
und trifft einen weiteren Springboard DDT. Steel liegt flach.
Zac covert.
Eins.
Zwei.
Steel
kommt raus, knapp, mit einer Schulter und viel Trotz.
Pete:
„Jetzt kippt es. Steve hat immer noch diese eine Bombe
in der Hand, aber Zac zieht ihm die Sekunden aus dem Körper.“
Sven:
„Das klingt schöner als es ist. Steve ist platt.
Und Zac ist genau der falsche Gegner, wenn man platt ist.“
Alonso
geht auf den Apron. Die Fans stehen teilweise schon. Movie
Star Bomb? Steve rollt sich Richtung Ecke, zieht sich hoch
und stolpert dabei gegen die Seile. Zac verliert kurz den
sicheren Stand. Steel nutzt die Sekunde, reißt ihn am
Bein herunter und zieht ihn zwischen die Seile zurück.
Ein letzter Kraftstoß. Er hebt Zac an, will eine
Powerbomb, vielleicht einfach nur irgendwas Großes.
Zac
schlägt mit Fäusten auf Steves Stirn, rutscht
hinten runter und landet auf den Füßen. Steel
dreht sich schwerfällig um.
Hollywood
Kick.
Der
Roundhouse trifft den Hinterkopf. Steve fällt auf die
Knie und kippt dann nach vorne. Zac schaut kurz zur Ecke,
nimmt den Schmerz aus den Rippen mit einem tiefen Atemzug hin
und steigt hinauf. Diesmal wackelt das Seil nicht.
Movie
Star Bomb!
Alonso
landet quer auf Steves Rücken, dreht ihn mit sichtbarer
Mühe um und hakt beide Beine ein.
Eins.
Zwei.
Drei.
Die
Glocke läutet. Zac Alonso bleibt einen Augenblick
sitzen, bevor ihm der Ringrichter den Intercontinental-Titel
reicht. Steve Steel liegt neben ihm, braungebrannt, breit,
aber letztlich doch geschlagen und ziemlich wütend auf
seine eigene Lunge. Alonso steht auf, hebt den Gürtel
und bekommt den Jubel, der vor zehn Minuten schon auf ihn
gewartet hat.
Pete:
„Zac Alonso verteidigt fair. Steve Steel hatte seine
Momente, seine Kraft, seine alten Tricks, aber der Champion
hat das Tempo gewonnen. Und am Ende gewinnt im Wrestling
manchmal der mit dem besseren Plan. Heute war Steves Plan:
groß sein. Das war nicht genug.“
Zac
klopft sich den Titel gegen die Brust und schaut zu Steve,
der sich langsam an den Seilen hochzieht. Steel erwidert den
Blick, sagt nichts, wischt sich über das Gesicht und
rollt aus dem Ring. Alonso bleibt in der Mitte stehen. Der
Champion überlebt die Kraftprobe und verlässt den
Abend weiter mit Gold.
Danny
Rickson: „Nicht, dass ich in Zeitnot bin. Aber Geduld war
noch nie eine meiner Eigenschaften.“
Die
Zuschauer blicken sich erstaunt um, als aus dem Nichts die Stimme
Danny Ricksons über die Lautsprecher getragen wird. Sie
hatten sich schon damit abgefunden, dass nach dem nominellen Main
Event diese ganz spezielle Ausgabe aus dem Amphitheater in Arles
beendet ist.
Doch
jetzt schlendert – unter lauten Buhrufen – der Hall
of Famer zurück in den Ring. Dorthin, wo er schon zu Beginn
der Show war. Er hat eine Hand in der Tasche. In der anderen das
Mikrofon.
Danny
Rickson: „Ich habe mich klar ausgedrückt, denke ich.
The End weiß, was ich will. Und er weiß, was
passiert, wenn ich nicht meinen Willen bekomme. Und da mag unser
Champion noch so entschieden bei Tammy damit prahlen, dass er
sich nicht erpressen lässt. Doch wenn es darauf ankommt,
bricht noch die stärkste Zypresse. Oder was auch immer für
Bäume auf Sizilien wachsen. Woher soll ich das wissen? Ich
bin schließlich nicht das Scheiß-Reh Ask Skógur.“
„BUUUUUUH!“
Danny
Rickson: „Film ab.“
Zusätzlich
zum gesprochenen Befehl gibt es noch ein Fingerschnippsen vom
Engländer. Und sofort springt die Videoleinwand um. Zeigt
ein Bild, das wir schon früher am heutigen Tag gesehen
haben: Die Farm von Salvatore Corleone.
Noch
immer lungern die beiden dunklen Gestalten in den Schatten vor
dem Haus. Jake und Zick haben sich in die Büsche
zurückgezogen, wo sie für die Bewohner des Hauses
unsichtbar sein dürften. Nur hier, auf dem Video in Arles,
sieht man, wie ernst die Situation wirklich ist.
Danny
Rickson: „Also, End, wie lautet deine Entscheidung? Wie
wichtig ist dir der alte, faltige Kerl wirklich, hm?“
Mit
amüsierter Miene deutet Rickson auf die Leinwand.
Danny
Rickson: „Ist es das, was du willst? Soll ich den Befehl
geben? Oder kommst du zur Besinnung, Mann?“
Ein
weiteres Fingerschnippsen. Und die Leinwand wird wieder schwarz.
Jedem ist klar, wie die Situation ist. Wie sehr Sal das Wasser
bis zum Hals steht. Ahnt er von der Gefahr, in der er steckt?
Oder ist er arglos im Inneren?
4.500
Franzosen buhen sich die Seele aus dem Leib. Rickson zuckt
belustigt mit den Schultern.
Die
Worte sind gesprochen, die Show ist fast vorbei und damit ist nun
auch Ends Frist abgelaufen. Während Danny Rickson da nun
also im Ring steht und den Champion erwartet, sehnen auch die
Fans die Entrance-Musik des höchsten Würdenträgers
der GFCW herbei.
Statt
seiner Musik, kündigt aber genau der Jubel der Fans The End
an, denn gänzlich ohne Musik tritt der Champion auf die
Stage. In diesem antiken Theater steht nun also der eigentliche
König der Liga, der den Machenschaften seines Rebellen
unterlegen ist. Glaubt man zumindest.
End
bleibt auf der Bühne erst einmal stehen, nach wie vor mit
einem Blick der eine Mischung aus Wut und Trauer ist. Er kann
Salvatore Corleone nicht helfen, aus mehrerlei Gründen.
Oder?
Zum
ersten Mal, seitdem The End wieder Champion geworden ist, scheint
er wahrhaftig und wirklich machtlos zu sein, nicht, weil es
droht, dass er ein Match verliert, sondern vielmehr, weil er
nicht der Herr über die Umstände ist. Das merkt man The
End an, gleichermaßen trägt er aber auch die
Verantwortung und Verpflichtung, die ihm sein Titel und Status
verleihen und abverlangen mit einer bestimmten Geradlinigkeit,
vielleicht sogar etwas Ehre und vor allem: mit
Selbstverständlichkeit.
Zum
Status des Champions gehören nicht immer nur die guten
Tagen, sondern auch Momente wie dieser.
Danny
Rickson: „Ich habe dich nicht rausgerufen, damit du
bedröppelt aussiehst und nichts sagst. Ich will es aus
deinem Mund hören.“
Er
beugt sich über die Seile und drückt sie herunter.
Danny
Rickson: „Wie ist deine Entscheidung?“
Die
Fans jubeln. Sie feuern The End lautstark an, wobei sie selbst
vermutlich gar nicht so richtig wissen, was sie wollen, dass The
End tun soll. Soll er dem Titelkampf einfach zustimmen und
Ricksons perfidem Vorgehen damit in gewisser Weise legitimieren?
Oder soll er ablehnen?
The
End schaut durch die Galaxy, dann wieder zu Rickson. Er hat ein
Mikrofon in der Hand und spricht.
The
End: „Ich lasse mich nicht erpressen.“
Die
gleichen Worte, die er vorhin zu Tammy gesagt hat, diesmal
scheint da aber noch mehr dahinter zu stecken…
The
End: „Nicht… in meiner Welt.“
Und
so wie The End es sagt, verstehen es die Fans auch sofort, um
erneut lautstark aufzujubeln, denn die Implikation ist klar: die
GFCW ist seine Welt.
The
End: „Ich werde dir kein Titelmatch geben…“
Rickson
ballt die Hand zur Faust. So sehr er auch versucht, unbeeindruckt
von Ends Entschiedenheit dreinzublicken: Er kann nicht
verhindern, dass seine Unterlippe zu beben beginnt. Die Augen
werden schmal und kalt. Noch kälter als sie es sonst sind.
Er
greift in die Tasche seiner Lederjacke. Zieht ein Handy hervor.
Danny
Rickson: „Damit ist es dann wohl besiegelt. Deine
Entscheidung.“
The
End: „Tu, was du nicht lassen kannst. Aber lass dir eines
gesagt sein: auch, wenn ich dir das Titelmatch nicht gebe:
kämpfen, werde ich trotzdem. Und sollten deine Lemminge
Onkel Sal auch nur ein Haar krümmen… wirst du
Frankreich in einem Sarg verlassen.“
Die
Menge explodiert und The End beginnt nun direkt auf den Ring zu
zulaufen.
Danny
Rickson: „Woah, woah, woah. Was hast du vor?“
Der
Hall of Famer macht einen Schritt von den Seilen weg, um mehr
Abstand zwischen sich und zu bekommen.
Danny
Rickson: „Denkst du, du kannst noch etwas verändern?
Ich sagte dir bereits, dass Geduld nicht eine meiner Stärken
ist. Aber ganz sicher zu meinen Stärken zählt, dass ich
kein unnötiges Risiko gehe.“
Rickson
klatscht in die Hände.
Danny
Rickson: „Das hier kannst du haben.“
Zur
Überraschung der Zuschauer zieht Rickson erneut das Handy
aus seiner Tasche. Und wirft es nach draußen zu End. Vor
dessen Füße, wo es in mehrere Teile zerspringt.
Danny
Rickson: „Denn natürlich habe ich…“
Der
Ausdruck des Engländer verfinstert sich.
Danny
Rickson: „…den Befehl längst gegeben. Genieß
die Show, Arschloch.“
Mit
nun einem doch sichtlich erkennbaren Schock wendet sich End von
Rickson ab und schaut in Richtung des Titan Tron. Gemeinsam mit
Danny Rickson und der GFCW-Galaxy sehen sie sich nun an, was mit
Salvatore Corleone passiert ist.
Das
Video startet…
… und
wir befinden uns in Sizilien.
Vor
der Farm von Salvatore Corleone. Die Kamera liegt am Boden und
filmt aus diesem Winkel.
Und
im Dreck liegt…
…
…
…
… Robbin
Zick.
… und
Hollywood Jake.
„Ist
dir der Titel so wichtig, dass du das Wohl deiner eigenen Familie
aufs Spiel setzt?“
Wir
hören eine Stimme aus dem Hintergrund und gleichermaßen
weiten sich bei Danny Rickson, als auch bei The End die Augen.
Bei Rickson, weil da offensichtlich seine Anhänger
niedergestreckt im Dreck liegen und Salvatore Corleone nicht
angreifen konnten und bei The End, weil er natürlich ganz
genau weiß, zu wem diese Stimme gehört.
Und
genau diese Person tritt nun auch hinter der Kamera hervor und
somit ins Bild.
Aldo
Nero
Er
steht relativ nah vor der Kamera, sodass man gar nicht so viel
sieht, aber recht gut einordnen kann man ihn schon oder
zumindest, dass die letzten paar Monate doch recht intensiv
gewesen sein müssen.
Aldo
Nero: „Wenn du diese Familie nicht verteidigen kannst…
dann muss ich das wohl selbst tun.“
Mit
ordentlich Schwung tritt Aldo nun in die Kamera.
Und
mit diesen Szenen, einem schockierten End und einem noch
schockierteren Danny Rickson endet War Evening aus Frankreich.