War Evening, historische Stadthalle (Wuppertal), 21.08.2026


In Kooperation mit



In Wuppertal gibt es eine Schwebebahn. Und aus der ist mal ein Elefant gestürzt.


Doch selbst das kann nicht so mies reingeknallt haben wie die heutige Ausgabe von War Evening aus der unglaublich schön aussehenden Historischen Stadthalle hier in der Großstadt an der Wupper. Knapp 2.000 Menschen haben sich versammelt, um der Freude an Gewalt, Kampfkunst und cuten Schweineperlen zu frönen.


Kein besonders großer Rahmen für die GFCW, aber ein erlesener. In der Umgebung könnte genauso gut eine Oper stattfinden. Doch die einzigen Arien, die es heute geben wird, dürften die Jubelarien der GFCW-Galaxy sein. Pete und Sven haben sich der Umgebung angepasst und erscheinen in Frack und Fliege. Bei Sven sitzt die edle Kluft wie eine zweite Haut, Pete wirkt, als habe man ihm einen seidenen Kartoffelsack übergestülpt. Trotzdem lächeln beide um die Wette, als die Kamera ihr Pult in der Nähe der “Bühne” einfängt, von wo sie heute Ringside moderieren dürfen.


Sven: “Man gucke sich nur den Kronleuchter an. Die Vertäfelungen. Hach, hach. Dieser Ort ist die Verkörperung von Klasse und Geschichte. Hier gehöre ich hin. Und deshalb habe ich einige fantastische Matches mitgebracht. Ich, euer Sven.”

Pete: “Ich bin übrigens auch da.”

Sven: “Ok?”


Open Challenge:

Black Wyrms (Shizuku Shikishima & Brigitte Reflet)

Referee: Howard Eagle


Sven: “Die Open Challenge der Black Wyrms stand schon etwas länger im Raum. Ich hatte mit ihr beim letzten War Evening gerechnet. Doch was lange währt, wird bekanntlich gut. Das gilt für alles außer für Petes Vaterschaft. Also gehe ich davon aus, dass Shizuku und Brigitte heute mit zwei erstklassigen Gegnern konfrontiert werden.”

Pete: “Die Tag-Division wird nicht zuletzt durch den Titelwechsel beim PPV und die Gründung von Apocrypha gerade ziemlich neu geordnet. Vielleicht bietet das die Chance für die Wyrms, sich schneller hochzubringen, als man es erwartet. Und dieser Kampf könnte der Startschuss sein.”


Hardcore Match:

Bella Venera vs. Titan

Referee: Mike Kontrak


Pete: “Apropos Apocrypha.”

Sven: “Bella war bei Conquista noch zusammen mit Iokepa auf der Jagd nach den Veteranen. Ein irres Match war das. Überall in der gesamten Stadt hat es geknallt.”

Pete: “Nun halbieren wir die Ansetzung und den Grad an Verrücktheit. Es gibt Bella vs. Titan. Ohne Disqualifikation. Aber diesmal in der Halle. Denke ich. Hoffe ich. Oder?”

Sven: “Sie könnten in der Schwebebahn kämpfen. Bis jemand rausfällt.”

Pete: “Bella Venera, die Tuffi des Jahres 2026?”

Sven: “Eine fantastische Vorstellung. Doch wer sagt, dass Bella leiden muss? Sie ist ein echtes Baddie - und könnte vielleicht Titan den Arsch aufreißen und nicht umgekehrt.”

Pete: “Es sei denn, die Verbündeten mischen sich ein. Dann hat Titan drei Kollegen plus Spawn. Und Bella nur Iokepa.”

Sven: “Tja, wäre sie mal polyamor. Doch daran kann sie nun nichts mehr ändern. Es sei denn, sie schreibt mir noch fix eine Nachricht.”


6 Men-Tag Team-Match:

Refuse to Age (Danny Rickson, Robbon Zick, Hollywood Jake) vs. Aldo Nero, Darragh Switzenberg & The End

Referee: Karo Herzog


Sven: “Aldooo Nerooooo. Müssen wir etwas anderes zu diesem Match sagen?”

Pete: “Ja.”

Sven: “Ach?“

Pete: “Ich muss etwas gestehen, Sven.”

Sven: “So fangen die schlimmsten Gespräche an.”

Pete: “Ich halte Darragh Switzenberg für einen Lügner.”

Sven: “...”

Pete: “So, jetzt ist es raus! Ich nehme ihm nicht ab, dass er sich gewandelt hat! Ich weiß nicht, welchen Plan er verfolgt, Aldo und End Verbundenheit vorzuspielen. Doch ich nehme es ihm nicht ab.”

Sven: “Du meinst, der HERVORRAGENDE GFCW - WRESTLER Darragh Switzenberg spielt seit Monaten etwas vor?”

Pete: “Ja.”

Sven: “Hat jemand ein Stück Alufolie? Ich möchte Pete ein Hütchen basteln.”

Pete: “Mach dich bloß lustig über mich. Doch ich weiß: Er ist von Natur aus böse. Ich…ich spüre es.”

Sven: “Du hast auch gespürt, dass dein Blag ein Supertalent ist. Und wo ist er jetzt?”

Pete: “Lenk nicht vom Thema ab. Und das ist, dass ich glaube, Darragh Switzenberg spielt allen etwas vor.”






Vangelis. Conquest of Paradise.

Die Musik von Darragh Switzenberg.

Mitten in der Cardansage.


Es wird laut, als den Fans dämmert, was hier geschieht. Die gemütliche Ansage der Kommentatoren wird unterbrochen, weil ein Wrestler etwas zu sagen hat. Ein seltenes Ereignis. Und daher eines mit umso mehr Gewicht.


Der Kanadier marschiert durch eine schmale Gasse Richtung Kommentatorenpult, ganz anders als sonst in den großen Hallen. Die besondere Umgebung erfordert eben auch besondere Heransgehensweisen an den Aufbau.


Sven: “Oh ho ho, Pete, da ist der LÜGNER. Sag es ihm doch ins Gesicht, was du von ihm denkst. “


Anspannung bei Pete, auch ganz ohne Svens schadenfrohes Gekicher. Der grüne Kommentator blickt Switzenbergs Näherkommen entgegen, als wäre er das Reh und Darragh das Scheinwerferlicht.


Am Pult angekommen, hebt Switzenberg seine Hand. Und die Musik verstummt.


Darragh Switzenberg: “Hallo Pete.”


Pete: “Hallo.”


Ganz kleinlaut. Pete versucht, im Stuhl zu versinken. Doch Switzenberg hat ihn im Blick. Lässt ihn nicht entkommen. Löwe und Antilope.


Darragh Switzenberg: “Ich darf etwas zitieren, das seit einiger Zeit in Vergessenheit geraten ist. Aus den Sonderregeln für Darragh Switzenberg, die seit meinem Sieg über Viggo im Dezember 2024 gelten.”


Ein Raunen in der Halle. Die Sonderregeln. Das klingt ganz und gar nicht nach einem neuen Darragh Switzenberg. Sondern nach dem…gleichen Darragh wie früher. Oder wie immer?


Switzenberg räuspert sich. Ölt die Stimme. Dann zitiert er im lauten, deutlichen Tonfall.


Darragh Switzenberg: “Paragraph 6: Um die Marke Darragh Switzenberg nicht durch unbedachte Aussagen zu verletzen, erklären sich die Kommentatoren Pete und Sven damit einverstanden, ausschließlich positive Äußerungen über Darragh Switzenberg zu tätigen. Jeder Verstoß ist mit einer von Darragh Switzenberg gewählten Strafe zu ahnden.”


Pete sinkt tiefer in den Stuhl. Schaut kaum noch über das Pult hinweg.


Darragh Switzenberg: “Eigentlich klar formuliert, huh? Seit lange genug gültig, dass du es verinnerlicht haben müsstest. Und doch sitzt du hier, Pete, mit deinem Headset, blickst vor tausenden Menschen in der Halle - und vor Millionen am TV - in die Kamera und erzählst allen, ich sei ein Lügner. Ohne einen einzigen Beweis.”


Pete will noch weiter versinken, doch Sven packt ihn am Kragen und zerrt ihn hoch. Auf Augenhöhe zu Darragh Switzenberg.


Darragh Switzenberg: “Ist das etwa kein Schaden für die Marke Darragh Switzenberg? Mindestens. Beinahe Rufmord. Und da brauchen wir keine Verhandlung für. Der Sachverhalt ist klar. Deine Aussagen, Pete, sind ein Verstoß gegen Paragraph 6. Und damit…”


Der Kanadier will seinen Satz gerade vollenden, als Sven ihm ins Wort fällt. Der Geilere der beiden Kommentatoren hat einen euphoriegeschwängerten Tonfall.


Sven: “...erhält Pete eine Strafe. JAAAAAAAA!”


Mit einem wolligen Stöhnen und zitternden Beinen sinkt Sven in den Stuhl zurück. Sein Atem geht schwer und stoßweise. Neben ihm ist Pete nur noch ein Haufen Elend, ein stilles Mäuschen.


Switzenberg blickt, das Mikrofon wie den Hammer eines Richters erhoben, ins Publikum. 1.800 warten auf seinen Urteilsspruch. Hängen an seinen Lippen.


Darragh Switzenberg: “Pete, steh auf und komm her.”


Der Angesprochene reagiert nicht. Erst als Sven ihm einen Stoß verpasst, stolpert und schlurft er zu Switzenberg. Seine Schultern hängen so tief, dass sie beinahe mit dem Boden verschmelzen.


Pete: “Bitte. Ich…entschuldige mich.”


Ein Einwurf, den Switzenberg nicht einmal wahrzunehmen scheint.


Darragh Switzenberg: “Pete, deine Strafe für den Verstoß gegen Paragraph 6 ist…”


Pete muss sich mit einem Arm auf dem Pult abstützen, um nicht dem Pudding in seinen Beinen nachgeben zu müssen.


Switzenberg holt tief Luft.




Darragh Switzenberg: “...überhaupt keine.”


Sven: Was!?”


Das ist auch die Reaktion auf den Gesichtern der Zuschauer.


Und so blickt jeder Anwesende auf den einzigen Mann, der Klarheit in die Verwirrung bringen kann: Switzenberg selbst. Dieser führt gerade das Mikrofon wieder an den Mund.


Darragh Switzenberg: “Denn letztlich kannst du über mich sagen, was du willst, Pete. Bin ich glücklich darüber, dass ich für einen Lügner gehalten werde? Nein, das bin ich nicht. Natürlich stört es mich. Doch mir bleibt nichts übrig, als diesen Teil meiner Vergangenheit zu akzeptieren und Tag für Tag anzutreten, um das Gegenteil zu beweisen. So lang bis du, Pete, und auch alle hier…”


Er fährt mit großer Geste über das Publikum.


Darragh Switzenberg: “...verstanden haben, dass es einen neuen Darragh Switzenberg gibt. Und dieser neue Switzenberg wird seine Legacy nicht darauf aufbauen, dass anderen der Mund verboten wird. Sollen sie doch sagen, was sie sagen wollen. Ich werde dafür antreten, dass sie eines Tages anders denken. Der neue Darragh Switzenberg sehnt sich danach, Kritik und Zweifel in Respekt und Liebe zu verwandeln.”


Noch immer steht Pete der Unglaube ins Gesicht geschrieben. Doch bevor es sich Darragh anders überlegt, schlurft der Kommentator ans Pult zurück. Dort wird er von einem schmollenden Sven empfangen.


Darragh Switzenberg: “Heute Abend ist der Tag, an dem ich Seite an Seite mit Aldo Nero und The End einen großen Sieg erringen werde. Ein Sieg, der den Beginn unserer Blue Blood-Kampagne markiert. Doch heute ist auch der Tag, an dem ich allen GFCW-Mitarbeitern die freie Rede zurück gebe.”


Er greift nach der Hand des perplexen Pete und schüttelt sie so energisch, dass dieser fast übers Pult gezogen wird.


Darragh Switzenberg: “Hiermit erkläre ich Paragraph 6 ab sofort und für alle Zeit…FÜR UNGÜLTIG! Dies ist der Weg des neuen Darragh Switzenberg.”


Endlich lässt er Pete los. Der Kommentator flüchtet sich zurück auf seinen Stuhl. Beobachtet Switzenberg skeptisch. Er weiß nicht mehr, was er denken soll.


Darragh Switzenberg: “Und nun genießt die Show. Einen guten Abend, Wuppertal!”



Tammy: „Meine Damen und Herren, begrüßen Sie mit mir gemeinsam, den amtierenden GFCW World Champion… The End!“


The End im Interviewbereich der GFCW, an der Seite von Tammy – ein Bild, welches wahrlich nicht neu ist, nun schon aber seit geraumer Zeit so nicht mehr zu sehen war. Und im Frame haben wir nun auch direkt schon Tammy und den World Champ, dessen Auftreten mal wieder nur sehr schwer zu interpretieren ist.

Vor zwei Wochen mimte er noch eine fast schon verspielte Arroganz und selbstbewusste Überlegenheit, als er von sich aus ein Three Way Dance um den Titel vorgeschlagen hat und das gegen seinen vermutlich härtesten Konkurrenten mit Aldo Nero und gegen denjenigen, der diese Liga schon seit mehreren Jahren in seinen Händen hat, mit Darragh Switzenberg.

War das klug?

Nun, eine Frage, die sich offenbar auch Tammy stellt.


Tammy: „Vielen Dank für deine Zeit, Champ! Ich bin mal so frei und komme direkt auf den Elefanten im Raum zu sprechen: die Chancen für einen Champion seinen Titel in einem Match zu verlieren, bei dem mehrere Personen beteiligt sind, ist offensichtlich deutlich höher. Tatsächlich könntest du ihn verlieren, ohne selbst gepinnt zu werden – meinst du, dass es eine kluge Entscheidung war sich sowohl Darragh als auch Aldo zu stellen?“


Ein recht mutiges Unterfangen The End so offensichtlich anzuprangern, andererseits weiß sie, dass sie von End nichts zu befürchten hat. Also, nicht, dass sie The End nicht respektieren würde – man hört den Respekt und die vorsichtig-bedachte Wortwahl durchaus heraus – aber sie ist nicht Ends Feind und so „lässt er“ diese forsche Fragweise zu.


The End: „Auf gar keinen Fall.“


und offensichtlich, stimmt End ihr sogar zu.


The End: „Aber… mir geht es ja auch nicht darum ‚klug‘ zu sein – mir geht es darum, zu kämpfen. Davon spreche ich seit Title Night. Die Mission ist klar: ich stehe an der Spitze der Liga, damit einher geht ein Verantwortung und eine Rolle, der ich gerecht werden muss. Die Rolle, als bester Wrestler der Liga. Und das kann ich nur sein, wenn ich mich auch gewaltigen Herausforderungen wie dieser Stelle. Natürlich könnte ich Darragh und Aldo auch nacheinander besiegen, aber… wo wäre da der Spaß?“


Wieder merkt man: End wird seine arrogante Art nie komplett los, man darf hier aber zurecht in Frage stellen, ob eine gewisse Spur davon, etwas „bedachter“ zu handeln, nicht vielleicht doch recht ratsam wäre.


Tammy: „Und wo ist der Spaß, wenn Aldo Nero Darrah Switzenberg pinnt oder andersherum und du den Titel, die Verantwortung und deine Rolle verlierst?“


Nun muss Tammy doch aufpassen, was sie sagt, denn dieser Kommentar wirkte nun doch etwas so, als würde Tammy die Grenze des Respekts überschreiten – was sie nicht getan hat oder zumindest nicht andeuten wollte. Ends Blick signalisiert er, dass er ihre Art dennoch irgendwie anerkennt, er damit wohl nur nicht gerechnet hätte.


The End: „Der ‚Spaß‘ liegt darin zu verhindern, dass das passiert. Schließlich sind das zwei Optionen, die eintreffen könnten, aber es ist nicht DIE Option, wie es kommen muss, denn, liebe Tammy, lass uns nicht vergessen, dass nicht nur ich zwei Gegner in dieser Situation habe. Switzenberg und Nero müssen ebenfalls einander bekämpfen, wenn sie den Titel wollen. Und auch das verspricht eine Menge Spaß, findest du nicht?“


Mit einer leicht morbiden Freude spitzt End diese Aussage zu, ohne tatsächlich eine Antwort von Tammy abzuwarten, sondern vielmehr, als wolle er ihr eine Spitze zum „Spaß“-Kommentar von zuvor mitgeben wollen.


The End: „Aber, wie auch immer, wir bewegen uns ohnehin nur in Eventualitäten und in hypothetischen Gedankenspielen. Die Wahrheit, die Realität ist und bleibt, dass DIE Konstante der GFCW auch Blue Blood als GFCW World Champion verlassen wird.“


Und mit „die Konstante“ meint The End offensichtlich sich selbst. Wieder wirkt End überzeugt und lässt gar keinen Hauch von Zweifel zu, den er an sich und seinem Plan haben könnte – sei es eine gesunde Selbsteinschätzung oder aufgrund all seiner Erfolge vielleicht auch eine gewisse Selbstüberschätzung.


Tammy: „Klingt so, als hättest du die Sache unter Kontrolle, dann schon einmal viel Erfolg für Blue Blood. Allerdings stehen auf dem Weg dahin noch anderer Herausforderungen an, wie zum Beispiel heute Abend, an dem du mit deinen beiden Gegnern kämpfen musst. Bist du überzeugt, dass ihr an einem Strang zieht? Wie schätzt du Darragh Switzenbergs Sinneswandel ein und was denkst du inzwischen über Aldo Nero?“


Viele Fragen, von der puren Anzahl und inhaltlich-geforderten Tragweite leicht überrascht, schnauft End einmal tief durch, bevor er sich dem Ganzen widmen möchte.


The End: „Switzenberg. Ich… bin ganz offen, ich weiß nicht, was er will. Und ich denke, dass das etwas Gutes für ihn ist. Wir haben bereits etabliert, dass ich ihm so einfach natürlich nicht glaube. Aber… er hat für mich gekämpft. Und heute kämpft er mit mir. Seine Motivation… dürfte offensichtlich sein…“


Ends Blick wandert zu seinem GFCW World Championship.


The End: „… aber, wie schon gesagt: wir sind in einem Business, in dem es darum geht zu kämpfen. Und dabei sind alle Mittel erlaubt. Was man im Ring leistet, trägt nur einen Teil dazu bei nach ganz oben zu kommen. Ich verstehe das und dementsprechend… werfe ich es ihm auch nicht vor. Jetzt hat er, was er will und bis dahin lohnt es sich für mich jeglichen Vorteil aus ihm herauszuschlagen, den ich nur herausschlagen kann. Bei Blue Blood, ist er erledigt und dann nicht mehr mein Problem.“

Tammy: „Und Aldo…“


End wird eine Spur ernster, als würde der Name bei ihm direkt auf die Stimmung schlagen, egal, wie überzeugt er sich hier auch gibt.


The End: „Aldo… hm. Ihr alle… kennt die Geschichte von Aldo und mir inzwischen sehr gut. Was soll ich also sagen? Dass wir… wieder die Brüder werden, die wir einmal waren? Das alles, was geschehen ist, vergessen werden kann, ja vielleicht sogar schon vergessen ist?“


Was The End nicht mitbekommen hat, Tammy allerdings sehr wohl, dass Aldo inzwischen hinter The End steht und diese Worte bereits mitbekommen hat.

Aldo schüttelt nur langsam und mit ernster Miene mit dem Kopf, als wolle er Tammy verdeutlichen, dass sie End nicht zu verstehen geben soll, dass er da ist.


The End: „Onkel Sal würde das freuen. Was wohl ‚Mister Corleone‘ davon halten würde, wo auch immer er stecken mag? Die Wahrheit ist, wie ich es auch schon zu meinem Onkel gesagt habe, dass es wohl niemals wieder so sein wird, wie es einmal war. Wie war es denn überhaupt mal? Waren wir je ‚Freunde‘? Brüder? Wir wurden Beide zu den Killermaschinen erzogen, die wir heute sind. Ich zweifacher und amtierender GFCW-Champion und Wrestler des Jahres 2023, Aldo ehemaliger Champion, Wrestler des Jahres 2025. Das Ziel ist also voll aufgegangen, wie wir zueinander stehen… darum ging es nie.

Auch das… ist Business. Wir teilen eine gemeinsame Vergangenheit. Und es kam, wie es kommen musste, dazu, dass wir Feinde in der Gegenwart sind. Und mehr als eine Zweckgemeinschaft vor unserem nächsten Kampf, wird es nie sein, denn in der Zukunft… kann es nur einen von uns geben.“


Man spürt tatsächlich, wie sehr sich The End in diese Worte hereinsteigert. Man kann sogar erkennen, wie emotional ihn diese Ansprache mitnimmt, in seinen Augen, die nur so vor besagten Emotionen strotzen. Es wirkt dabei vielmehr, als wolle er sich selbst davon überzeugen, dass es stimmt, was er da sagt und als würde er nicht wirklich dran glauben.

auch, wenn sie nicht das gleiche Blut teilt. Die Beiden sind Brüder und das werden sie immer sein.

Aldo hinter End scheint sich mit dieser Realität schon deutlich mit abgefunden zu haben, denn er scheint nicht wirklich überzeugt von dem, was The End dort sagt.


Aldo Nero: „Ich dachte, wir teilen ein Schicksal? Unabhängig von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.“


End dreht sich schlagartig um. Er schaut Aldo erzürnt an, guckt nochmal kurz zu Tammy, der er ebenfalls einen vorwurfsvollen Blick zu wirft – sie hätte ja was sagen können – bevor er wieder zu Aldo schaut.


Aldo Nero: „Das hast du gesagt, vor Title Night. Mein Vater, ist unser Schicksal. Onkel Sal, ist unser Schicksal und wir beide. Füreinander. Gegeneinander. Diese ganze Familie. Unsere Vergangenheit, unsere Gegenwart und unsere Zukunft.

Aber ich weiß… du warst so lange mit meinem Vater zusammen, dass du inzwischen so viel von ihm übernommen hast. Diese verschlossene Art, die Intrigen… das zu sagen, was DIR einen Vorteil bringt, unabhängig davon, was es mit anderen tut. Aber vielleicht glaubst du es auch wirklich, dass es ein Ende geben kann und von mir aus, rede dir das ruhig ein.“


End rümpft die Nase, er will wohl gern etwas sagen, aber Aldo lässt ihn nicht zu Wort kommen. Wie schon in den vergangenen Wochen und Shows tritt Aldo deutlich selbstbewusster auf, als früher und diesmal generiert er das Selbstbewusstsein nicht aus der Anwesenheit seines Vaters, sondern aus der Abwesenheit.


Aldo Nero: „Aber ich stimme dir zu. Das ist Business. Und deshalb werde ich heute wieder mit dir kämpfen. Ich werde Refuse to Age wieder besiegen und dann werde ich dir… wieder… den Titel abnehmen.“


Es folgt ein Staredown zwischen End und Aldo. Ein intensiver Staredown, hinter dem eine lange, verbissene und komplexe Geschichte steckt. Vor allem aber ein Staredown, hinter dem andere Voraussetzungen stecken als noch vor einem Jahr. Jetzt sind die Fronten deutlich ausgeglichener und es stehen keine Corleones mehr zwischen oder hinter ihnen. Gleichermaßen scheint ein gewisser Respekt da zu sein.

Und trotzdem sind es gegensätzliche Fronten, selbst, wenn heute miteinander gekämpft wird.

Aldo will sich wegdrehen und gehen, doch…


The End: „Aldo.“


Aldo hat sich bereits abgewandt, dreht sich aber auch direkt nochmal um, als End ihn ruft.


The End: „Traust du ihm? Switzenberg.“


Wohlbedacht wählt End nicht das Wort „vertrauen“, weil das bei einem Darragh Switzenberg keine Option sein kann, aber zumindest im gemeinsamen Kampf gegen Refuse to Age sollte man ihm wohl zumindest etwas „trauen“ – vor allem, nach allem, was Switzenberg für End und Aldo getan hat.

Aber es fällt zumindest auf, dass End Aldo inzwischen derart als ebenbürtig ansieht, dass er hier glaubhaft und ehrlich nach Aldos Meinung fragt.

es scheint allerdings, als wäre The End gar nicht auf eine tatsächliche Antwort auf die Frage aus, denn, bevor Aldo zum Antworten kommt, kommt End ihm zuvor.


The End: „Du hast Recht Aldo. Unsere Familie… ist unser Schicksal. Also… nur für den Ernstfall… er… gehört nicht dazu.“


Und schlagartig wandelt sich Ends ganze Haltung. Seine aufgeladen-wütend-emotionale Reaktion eben, wird nun wieder vielmehr zu der corleonschen Strippenziehermentalität. Zumindest ein wenig. Dabei kann man sich fragen, ob er nun Aldo beeinflussen oder zumindest vorbeugen will, dass sich Aldo nicht von Switzenberg beeinflussen lässt.

und den Aldo Nero von vor einem Jahr, den hätte er damit wohl auch bekommen, aber inzwischen hat Aldo einiges mitgemacht und auch er hat viel Zeit mit seinem Vater verbracht und gelernt.


Aldo Nero: „Nein, das tut er nicht. Als Businesspartner allerdings… scheint er mir ganz vielversprechend.“


Ein kurzer Blickkontakt, bevor Aldo End zunickt, sich abwendet und nun tatsächlich abdampft und diese Antwort gefällt The End, sichtbar, überhaupt nicht, denn Aldo blockt nicht nur ab, was End gerade versucht hat zu initiieren, vielmehr noch: Aldo eröffnet eine Möglichkeit sich potenziell mit Darragh zu verbinden und zwar gegen The End. Und dabei ist es ganz egal, ob Aldo Nero das meint, was er sagt: es ist in jedem Falle ein Zeichen, dass sich Aldo Nero nicht mehr so einfach manipulieren lässt, sondern, dass er das Spiel ggf. mitspielt. Entweder mit The End oder mit Darragh Switzenberg, was immer für ihn nötig ist.

Familie oder Business – das ist hier die Frage.



Heute ist er vorbereitet. Gegen (und für) alles gewappnet, was da kommen mag. Kein Themenwechsel, kein Spleen kann ihn überraschen. Er lässt sich nicht erneut verwirren, das hat er sich geschworen.


So breitbeinig, dass ein Lipizzaner quer zwischen seinen Schenkeln durchlaufen könnte, marschiert Mac Müll, der Wahrheitsfinder, durch den Backstagebereich, der in der Historischen Stadthalle prächtiger ausfällt als in einer x-beliebigen, modernen Halle. Doch Mac ist locked in und hat keine Blicke übrig für Historie und Prunk. Was scheren ihn Gold und Geschmeide aus vergangenen Zeiten, wenn es NEWS auszugraben gilt? Er hat einen Job zu erledigen. Und dieser Job lautet…


den seltsamen Wandel Sandros zu durchdringen.


Nur noch wenige Schritte sind es, die ihn von der Umkleide des Doch-nicht-mehr-Portugiesen trennen. Jenem Mann, der ihn vor zwei Wochen noch verwirren konnte und sich damit einem seriösen Interview entzog. Doch das wird Mac nicht erneut zulassen. Das ist das Versprechen an sich selbst. In seinem Kopf geht er den Fragenkatalog durch, den er sich zurechtgelegt hat, dann hebt er die Hand, um an die mit dem Namen Sandros beschriftete Tür zu hämmern.


Zentimeter jedoch, bevor seine Knöchel ans Holz klopfen, hält er inne. Ihm fällt ein zweiter Zettel auf, der unter dem Namensschild hängt. Er ist kleiner und handgemacht. Mit einer Schrift, die wie in Hektik hingeschrieben wirkt. Doch trotz dieses provisorischen Eindrucks ist die Botschaft eindeutig:


Bin aufgrund wichtiger diplomatischer Verhandlungen abgereist.


Anfragen stellen Sie in der Zwischenzeit bitte an die Honorarkonsularische Vertretung des Großherzogtums Luxemburg in Deutschland.


Mit patriotischem Gruße

SANDRO”


Seufzen. Nach Minuten voller Vorfreude und Selbstbewusstsein merkt Mac, wie die Haltung jetzt aus ihm herausströmt wie Luft aus einem kaputten Fahrradreifen. Er hat sich auf alles vorbereitet gehabt. Nur nicht darauf, dass Sandro überhaupt nicht da ist. Die Gelegenheit ist verflossen.

Diplomatische Verhandlungen? Was soll das heißen? Es dürfte ein Rätsel bleiben, das er an diesem Abend nicht klären wird.


Mac schlurft mit hängendem Kopf zurück in sein Kabuff. Ohne News im Gepäck. Ohne etwas zur Klärung der Sandrofrage beigetragen zu haben. In Richtung der Kamera winkt er ab. Sollen sie ruhig wegschalten. Was bringt es noch, jetzt zu filmen. Ihn - den geprügelten Newshund - leiden zu sehen? Sie soll ihn allein lassen, die Kamera. Alle sollen ihn allein lassen. All die Menschen, die links und rechts seines Wegen stehen, ignoriert er. Ebenso wie die anderen Umkleidekabinen, an denen er vorbeikommt. Die dort stehenden Namen sind ihm egal.


Doch dann - entweder ist es Instinkt oder Zufall - fällt ihm aus dem Augenwinkel etwas auf. An einer Kabinentür. Zuerst geht er drüber weg. Scheint ihm keine Beachtung wert zu sein. Zwei Meter später jedoch bleibt er stehen und geht zurück. Mit jedem Schritt schlägt sein Herz schneller. Er weiß noch nicht wieso, doch da diese…Ahnung in ihm.


Es ist die Kabine der Birdie Boys.


Ein Raum, der kaum Beachtung findet. Warum sollte man auch zwei Leute interviewen, die nicht auf der Card stehen und ohnehin nur sporadisch zu sehen sind?


Wäre da nicht ein Zettel, der an ihrer Kabinentür hängt. Er ist handgeschrieben.


Sind aufgrund von Verhandlungen abgereist.


Dringliche Anfragen sind an den Royal Belfast Golf Club zu stellen.


Mit sportlichen Grüßen

Rupert Wooten & Steven Sademi”


Und plötzlich ist es zurück: Dieses Gefühl, etwas auf der Spur zu sein.


Ein Zettel an der Tür der Birdie Boys.

Ein Zettel an der Tür Sandros.


Mac Müll spürt, wie sich sein Herzschlag beschleunigt. Das klingt nach N - E- W - S. Oder übertreibt er jetzt?


Ist alles nur Zufall?

Oder ergibt 1 plus 1 wirklich 2?




Eine Show Abwesenheit ist eigentlich kein Grund zur Sorge und doch sind die Fans froh, dass die LPG wieder da ist – normalerweise sorgt das Ertönen des Theme Songs von Miria Saionji jedenfalls nicht für Jubellstürme.

Normalerweise tritt allerdings auch nicht direkt die komplette LPG zu ihrem Theme Song auf, so wie es hier und jetzt der Fall ist. Anders als die selbstherrliche Chefin des LPG Förderkaders sind andere Mitglieder der LPG ja durchaus zu einem guten Grad beliebt. Besonders die wie üblich mit „Worms“ Zurufen bedachten Black Wyrms, die natürlich Drachen sein wollen und keine Würmer, sowie die rosarot bezopfte Leopardin aus Long Island, Monica Shade, samt ihrem Stoffschwein Lady Rosi. Die beiden großen nordischen Schwestern Idunn Jörmungandr und Skadi Fenrir sind derweil eher respektiert als beliebt, ob ihrer imposanten Erscheinung und die blond gelockte Phönixfrau Milly Vermillion… nun, sie ist weder allzu beliebt noch merklich unbeliebt.

Miria geht auf jeden Fall voran, ihre Förderkader-Assistentin Monica folgt leicht zur Seite versetzt, dann schreiten die Black Wyrms mit Milly hinterher und die großen, nordischen Schwestern türmen als Nachhut über dem Rest. Zusammen gesehen hat man die Lerbitz Performance Group ja immer wieder schon mal, aus offensichtlichen Gründen, aber ein wirklich gemeinsamer Auftritt? Das ist nicht gerade Alltag. Und so wird alleine schon dafür gejubelt, dass es direkt sieben hochattraktive Frauen auf einmal zu sehen gibt – egal wie sehr viele behaupten, dass wrestlerische Fähigkeiten und andere Aspekte wichtig sein sollen, einen ansprechenden Look zu haben ist im Wrestling dann doch nach wie vor etwas, das hilft. Aber zumindest ist das nicht nur exklusiv bei den Frauen so, obwohl es bei ihnen letztlich doch noch immer etwas relevanter ist als bei ihren männlichen Kollegen. Etwas.

Die schwarzmähnige „Miss Eternity“ Miria Saionji ist dann auch die erste Frau im Ring und sieht nur bedingt begeistert aus, dass sie ihr Spotlight mit den anderen zu teilen hat, aber dann wiederum ist das vielleicht nicht der einige Quell ihrer überschaubaren Laune.

Nach und nach findet sich die komplette LPG im Ring ein, Mikrofone werden mehrere angereicht, aber Miria bedeutet ihrer Truppe, dass sie das Reden übernimmt. Monica insbesondere sieht für einen nicht ganz kurzen Moment so aus, als wolle sie dagegen protestieren, aber dann begnügen sich in der Tat alle anderen damit adrett im Ring zu stehen, während Miria geradezu feierlich ihre Stimme erhebt, im heftigen Kontrast zu ihrer Mimik, zwingt sie sich doch nicht mal zu ihrem sonst üblichen falschen Lächeln.


Miria Saionji: „Die letzte Show hat Fragen aufgeworfen. Wo wir waren, auf welcher Seite wir wohl stehen mögen, wenn es um Apocrypha geht...“


Die Feierlichkeit in ihrer Stimme weicht unweigerlich einem herablassenden, süffisanten Tonfall und ihre Worte passen sich rasch an.


Miria Saionji: „Zwei wirklich dumme Fragen, die eigentlich nur dumme Menschen stellen können.“

Ein paar Fans buhen, weil sie sich selbst diese Fragen gestellt haben, andere buhen, weil es letzte Show Stella Nova war, die genau diese Fragen gestellt hat und man Stella mittlerweile mag. Miria ist es einerlei, sie fährt ungerührt fort. Sie nutzt diese Ansprache als Frustabbau und wenn sie damit irgendwem vor den Kopf stößt, scheint sie das nicht nur gern in Kauf zu nehmen, sondern sogar zu genießen.


Miria Saionji: „Es sollte klar sein, dass Apocrypha sich selbst als Fundament von GFCW erachten und Außenstehende wie wir sind ihnen da sicherlich nicht willkommen. Vermutlich repräsentieren wir sogar in ihren wirren Köpfen wie sehr GFCW vom Weg abgekommen ist. Bedenkt man dann noch, dass T’n’B bereits den Titelambitionen unserer beiden Tag Teams im Weg standen und das Office T’n’B mit Titelchancen beschenkt hat, die eigentlich uns von der LPG zugestanden hätten, so dürfte offensichtlich sein, dass wir einander antagonistisch gegenüberstehen. Im Endeffekt sind Apocrypha nur ein zweites Refuse to Age: ein Störfaktor für unsere Ambitionen.“


Und nun wird noch lauter gebuht – für Apocrypha und Refuse to Age. Verglichen mit denen ist Miria beliebt und dass sie sich gegen diese ausspricht kommt gut an – obgleich Mirias Antipathie gegen Refuse to Age ja primär dadurch motiviert ist, dass RtA nicht versucht hat sie anzuwerben.

Im Ring jedenfalls gibt es viele zustimmende Mienen.

Die LPG ist ja eher eine Zweckgemeinschaft, die eigentlich nur die Präferenz für penibel frisiertes und außerordentlich ausgewachsenes Haupthaar gemein hat, aber was die Ablehnung von Apocrypha und Refuse to Age angeht, sind sie alle im Großen und Ganzen auf einer Wellenlänge. Obgleich Idunn eigentlich keine Meinung dazu hat und erst zu nicken beginnt, als sie bemerkt, dass Schwester Skadi mit dieser Ablehnung konform geht.


Miria Saionji: „Wo wir letzte Show waren sollte ebenfalls keiner Erklärung bedürftig sein, aber für jene hier, die reine GFCW Tunnelblicker sind und nicht in die weite Wrestlingwelt hinausschauen sei auch das erklärt: wir waren in Griechenland, um uns geschlossen auf mein wichtiges Match vorzubereiten, das ich gemeinsam mit Skadi und Idunn bestritten habe; unser zweites Match im Trios Tourney des Tournament of Honor. Ein Match, das zugleich ein WFW Trios Titelmatch war.“


Anders gesagt hat sie die gesamte Gruppe nach Athen zitiert, obgleich eigentlich mehr als genug Zeit gewesen wäre erst der GFCW Show beizuwohnen und dann nach Athen zu reisen. Ein Schelm wer denkt, dass einfach ein gemeinsamer Urlaub gemacht wurde. Doch die Fans werden eher hellhörig bei dem Thema „Titelmatch“, denn die einzigen beiden Frauen mit Titelgürteln im Ring sind die Black Wyrms, die unverändert Next Level Tag Team Champions sind, also die Champions von WFWs Developmental Abteilung. Bei Miria, Skadi und Idunn ist weit und breit nichts zu sehen, was auch nur im Ansatz Ähnlichkeit mit einem Titelgürtel hätte.


Miria Saionji: „Wie ihr unschwer erkennen könnt, sind unsere Hüften goldlos und das nicht etwa, weil es ein zu umständliches Gepäck wäre, sondern weil wir… verloren haben.“


War auch so offensichtlich, aber nun wo sie es so klar sagt, verstehen es alle und es werden ein paar „Loser“ Chants eingestimmt. Was sich primär gegen Miria richten soll, aber Skadi und Idunn trifft es unweigerlich auch und als die Fans das realisieren, verstummen die Rufe, welche Miria nicht groß beachtet und mit ihrem Monolog fortfährt. Keine Überraschung, die Fans sind ihr egal, außer sie wird von ihnen beschenkt.


Miria Saionji: „Den bitteren Geschmack der Niederlage habe ich erst kürzlich erstmals schmecken müssen und ich komme nicht umher zu denken, dass diese neuerliche Pleite nur geschehen ist, weil es die erste Niederlage gab und diese negatives Karma angehäuft hat.“


Wer GFCW Conquista verfolgt hat, wird wissen, gegen wen sie diese erste Niederlage kassiert hat. Bzw. wer GFCW generell verfolgt hat. Aber wer es tatsächlich nicht weiß, erfährt es jetzt.


Miria Saionji: „Kyle Douglas. Du hast mit deiner infamen Matchführung gegen mich bei Conquista mein Blut vergossen und meine wunderbare Statistik verunreinigt. So dankst du es mir, dass ich mich entschieden hatte, dir deine Unpinnable Serie zu lassen und lediglich durch Verlassen des Käfigs zu gewinnen. Mieser, undankbarer Drecksack. Das wirst du noch bereuen. Ich bekomme immer was ich will und wer meinen Bedürfnissen und Begierden im Weg steht, hat kein leichtes Leben, das sei dir versichert.“


Fehlt nur noch der Zusatz, dass dies keine Drohung sei, sondern ein Versprechen und eine Erwähnung ihrer teilweise angeblich sehr von ihr eingenommenen Verehrer, die gewaltbereit sein sollen. Aber auch so macht die intensive Kälte in ihrer an und für sich wohlklingenden Stimme klar, dass sie das so meint, wie sie es sagt und dass sie sehr überzeugt davon ist, dass ihre Worte nicht nur Worte bleiben werden.

Dabei klingt ihre Erklärung von wegen, dass sie sich entschieden habe ihm seine Unpinnable Serie zu lassen wie kompletter Mumpitz, aber vielleicht glaubt sie es ja tatsächlich? Zumindest wäre Milly Vermillion dann nicht mehr die Einzige bei der LPG mit einer recht exklusiven Weltsicht.

...aber ist es eine exklusive Weltsicht, wenn Miria tatsächlich diverse Verehrer hat, die ihre Weltsicht teilen? Während man sich dies fragen kann, macht Miria ein paar Schritte in Richtung der nordischen Schwestern und obgleich sie diese nicht direkt anspricht, richtet sie doch das Wort in ihre Richtung.


Miria Saionji: „Nun komme ich aber nicht drum herum in dieser Niederlage mehr zu sehen, als nur eine Nachwehe von Conquista, gibt es doch auch in meinem eigenem Team ein gewisses Teammitglied, dass nur allzu lautstark immer wieder betont hat, dass sie lieber mit ihrer anderen Schwester im Trio Erfolg haben würde, anstatt mit mir – anstatt glücklich darüber zu sein, mich als Teampartnerin haben zu dürfen. Dieselbe Person hat auch meine Methoden zum Gewinn unseres ersten Trios Turnierkampfes in Frage gestellt...“


Wir erinnern uns: Skadi Fenrir hatte die unfairen Methoden von Miria beim Sieg gegen die Descendants of Țepeș mit klar ablehnenden Worten bedacht und sich gar für den damaligen ehrlosen Sieg entschuldigt. Erwartet Miria nun ihrerseits von Skadi eine Entschuldigung zu hören, so machen bereits der düstere Blick der Schneewölfin und ihre sich ballende Fäuste klar, dass es definitiv keine Entschuldigung geben wird. Im Gegenteil. Ihr bisher ungenutztes Mikrofon führt die Schneewölfin zum Mund und ihre Stimme ist verdammt knurrig.


Skadi Fenrir: „Ihr seid diejenige, die gepinnt wurde und uns das Match verloren hat. Versucht Ihr nun Euer Versagen auf mich abzuwälzen, so sei Euch versichert, dass ich es nicht schätze, wenn jemand meinen Stolz als Jägerin infrage stellt. Das Gold war eine Beute, die ich wollte und die mir verwehrt geblieben ist, weil Ihr gepinnt wurdet. Wenn würde es mir obliegen Groll wegen Eurer Fehlleistung zu hegen, also hütet Eure Zunge.“


Ein Raunen geht durchs Publikum, wie Miria und Skadi sich nun gegenseitig in die Augen sehen. Was auch immer Miria erwartet haben mag, als sie Skadi ansprach, diese Reaktion war es nicht. Und so wenig Idunn auch kapiert was Sache ist – sie kapiert, dass Skadi sauer ist, also ist sie das auch und geht zischend einen bedrohlichen Schritt auf Miria zu, die zwar nicht zurückweicht, aber in der Tat ihre Zunge hütet und verstummt ist – in ihrem Kopf arbeitet es sichtlich, wie sie die Situation wieder unter Kontrolle bekommt. Und genau diese Stille nutzt eine andere Frau im Ring aus, um nun auch etwas zu sagen.


Brigitte Reflet: „Dies ist dann wohl der Zeitpunkt, du dem ich anmerke, dass die Order euch nach Griechenland zu begleiten, dafür gesorgt ‘at, dass wir den Fans in Berlin nicht die angekündigte Open Challenge bieten konnten, die es nun stattdessen jetzt gibt. Und wenn ihr nichts mehr zu sagen ‘abt außer euch gegenseitig ankeifende Zickereien, so schlage ich vor, dass ihr nun alle diesen Ring verlasst, auf dass Shizuku und ich nun mit Verspätung am ‘eutigen Tage diese Open Challenge nach’olen können, e’e schon wieder irgendwas dazwischenkommt.“


So einig die Präsentation der LPG beim Einzug war, auch hier sind nun klare Spuren davon zu finden, dass die Black Wyrms statt Athen-Urlaub, bzw. Athen-Trainingslager lieber bei der GFCW Show gewesen wären – was sich wie festgehalten zeitlich auch nicht ansatzweise mit der WFW Show überschnitten hätte. Erst in Berlin zu sein und dann erst nach Athen zu reisen wäre absolut rein gar kein Problem gewesen. Und so sehr man Miria als Anführerin der LPG Truppe auch gefolgt ist: blinder Gehorsam ist das nicht und Zufriedenheit sieht erst recht anders aus. Lediglich Milly Vermillion sieht relaxt aus, als ob ihr das alles egal ist. Vermutlich, weil es ihr tatsächlich egal ist. Anders die Leopardin aus Long Island, die sah schon länger so aus, als ob sie etwas zu sagen hat.


Monica Shade: „Ich hätte jetzt schon noch ein paar Sätze zu sagen gehabt, besonders in Richtung Zac Alonso, aber der baut ja mit diesem Fanmatch schon den nächsten Vorwand auf, um sich mir nicht stellen zu müssen, von daher ist da vermutlich ohnehin jedes Wort vergeudete Lebenszeit.“


Zumindest richtet sich Monicas negative Emotion nicht gegen Miria. Bedenkt man, dass Monica erst vor einigen Wochen Miria aktiv verdroschen hat, ist es nun kein gutes Zeichen für Miria, dass Monica nun eine derjenigen in der LPG ist, die ihr verglichen mit den anderen wohlgesonnen erscheint.


Miria Saionji: „Nun gut, ich schätze ich habe im Großen und Ganzen gesagt, was ich wollte und vielleicht habe ich sogar etwas gesagt, was ich nicht hätte sagen sollen. Es spricht also nichts dagegen nun euch den Ring zu überlassen.“


Haben das gerade alle gehört?

Miria hat zurückgerudert und Skadi nickt das mit einem Hauch von Lächeln ab. Das oder sie bleckt die Zähne, aber auf jeden Fall wertet sie das als Zugeständnis von Miria – weil es auch eins war. Ob ehrlich oder taktisch bedingt sei dahingestellt. Jedenfalls entfernen sich nun alle LPG Mitglieder bis auf die Black Wyrms aus dem Ring und platzieren sich Ringside.


Brigitte Reflet: „Okay, alle ‘erge‘ört da ‘inten im Backstagebereich! Diese Open Challenge funktioniert denkbar simpel: das Team, welches als Erstes bei der Regie ist, um ihre Musik laufen zu lassen und dann von dieser begleitet ‘ier zum Ring kommt, wird gegen uns antreten.“
Shizuku Shikishima: „Wer zuerst kommt, zuerst malt.“


Gut, dass sie nichts vom frühen Vogel und Würmern gesagt hat – oder eben auch nicht gut, den Fans hätte es bestimmt gefallen. Aber auch so steigt nun die Anspannung. Wer wird wohl die offene Herausforderung annehmen? Gibt es das Comeback der Hasen? Ein erneutes Duell mit ZerBeus? Schickt Apocrypha ein Duo her, um der LPG das freche Mundwerk mit Gewalt zu stopfen? Gibt es ein Random Team aus WFW? Vielleicht die Birdie Boys oder der mittlerweile länger nicht mehr gesichtete Cirque du Tonnerre?


Nein, alles falsch! Es kommt jemand anderes!


...nein, auch nicht die Basketballer und auch kein Gastteam von einer anderem Promotion als WFW. Zu irgendeiner generischen Mucke erscheinen…

IvoRa!


Wäre das GFCW Publikum nicht das GFCW Publikum, das ca. immer voller Energie ist, man könnte jetzt eine Stecknadel fallen hören. Iwer? IvoRa = Ivor Ruskin und Ralf Schmedes! Auf der offiziellen Rosterseite heißt es zu Ivor Rukin: 
Ivor Ruskin ist so dünn wie seine Erfolgsbilanz im Wrestling.“ während es zu Ralf Schmedes heißt: Ralf Schmedes ist mit 175 cm und 112 kg kein imposanter Athlet und sieht aus wie der Punching Ball, der er in 95% aller Kämpfe ist.“

Wenn das mal kein spannendes Match verspricht!


Pete: „Es ist nicht SteelRilla, den du so gerne endlich mal im GFCW Ring sehen würdest, aber es sind IvoRa, die sich der Herausforderung stellen! Zwei waschechte GFCW Talente und keine Tagelöhner von außen!“

Sven: „Weißt du was, Pete?“

Pete: „Ich weiß vieles!“

Sven: „LÜGE!“

Pete: „Jetzt sag schon was du sagen willst.“

Sven: „Wenn ich dieses halbe Hemd und diesen Schwabbelbauch da so sehe, beschleicht mich das Gefühl, das weibliche Gastteams aus WFW vielleicht doch ein regelmäßiges Feature sein sollten.“

Pete: „Deine Unterstützung für unsere GFCW Talente hat ja lange angehalten.“

Sven: „Dein talentloser Sohn hat sich auch nicht lange in den Shows gehalten. Gibt es den eigentlich überhaupt noch oder hat Pex seine Karriere bereits wieder beendet? Aldo Nero ist zurück und das große Match könnte es endlich geben – nicht, dass dein hässlicher Sohn es verdient hätte auch nur die gleiche Luft zu atmen wie Aldo Nero, geschweige denn mit ihm im Ring zu stehen. Sag, Pete, wo ist dein Sohn?“

Pete: „Nein, das sage ich nicht, ich konzentriere mich auf dieses Match, das jetzt startet.“


Open Challenge:

Black Wyrms (Shizuku Shikishima & Brigitte Reflet) vs. IvoRa (Ivor Ruskin & Ralf Schmedes)
Referee: Howard Eagle

Los gehts mit Brigitte gegen Ivor und wie sich beide voreinander aufbauen bekommt Brigitte für einen Moment feuchte Augen mit einem erfreuten Lächeln im Gesicht. Klar, mit seinen 1,76 und 73 Kilo ist Ivor noch immer ein gutes bisschen größer und schwerer als die weißblonde Französin mit ihren gerade mal 1,54 an Körpergröße, aber dennoch: für GFCW Verhältnisse ist das ein überschaubarer Unterschied. Wie Ivor rasch herausfindet ist er auf einem Gewichtsniveau, das Brigitte gut vom Boden kriegt und so gibt es nach etwas Gerangel einen im GFCW Ring höchst seltenen Anblick:


Biel Throw von Brigitte!


Für gewöhnlich kann sie ihre Powermoves im GFCW Ring komplett vergessen, aber gegen Ivor kann sie aus dem Vollen schöpfen und ihn nach einem überhasteten Ansturm auch noch per Tilt a Whirl Backbreaker übers Knie legen. So sehr sich Brigitte freut, so sehr beklagt sich Ivor beim Referee über… alles mögliche. Zu schnelles Anzählen, Brigitte habe ihn auch ganz bestimmt in den Weichteilen getroffen, weil er sonst nie so herumgeworfen worden wäre und vermutlich ist der Referee auch noch schuld daran, dass die Fans ihn hämisch auslachen und am Wetter und dass er nicht schon längst GFCW Tag Team Champion ist.

Zumindest kann Ivor dann aber einen schönen Dropkick landen, ehe es den Wechsel mit Ralf Schmedes gibt, der sich keine Gedanken machen muss, dass Brigitte ihn von den Beinen heben könnte. Und so beginnt er mit dem, was er kann: Technik und noch besser Mattentechnik. Tempo verschleppen, sein Plus an Physis einbringen und dabei der selbsternannten La Vouivre ein bisschen die Gliedmaßen verbiegen und per Gut Wrench Suplex auf die Matte klatschen. Solange er kein Tempo aufkommen lässt, hat er vor Brigitte nichts zu befürchten.

Auch als die Französin per Standing Switch in seinen Rücken gelangt bleibt er ruhig. Der Dragon Suplex wird zwar angesetzt, hat aber herzlich wenig Aussicht auf Erfolg und das weiß Ralf auch. Langsam befreit er sich, packt zu und… kassiert plötzlich einen Lariat! Der trifft ihn zwar nur auf Brusthöhe, aber die pure Wucht dahinter lässt ihn doch wanken – und noch ein Lariat! Und noch einer! Und dann packt La Vouivre den Kölner am Arm und lässt mehrere Short-arm Clotheslines folgen, bis er endlich umkippt. So gut Ralf auch technisch ist, Schlagduelle sind nicht das Seine. Vielmehr wird er seiner Beschreibung eines Punchingballs gerecht. Zulangen kann Brigitte ziemlich hart für ihre Größe und was ein The End oder Mad Dog locker wegstecken könnten, ist eben nichts was ein Ralf Schmedes locker wegstecken kann.

Wechsel bei den Black Wyrms und nun im Duo ziehen sie das Tempo weiter an und landen mehrere Treffer gegen Ralf. Ivor erkennt die Gefahr und will helfen, was für ein paar Augenblicke Gegenwehr bedeutet, aber dann gibt es einen synchronen Tornado DDT der beiden Black Wyrms! Schmedes wird auf die Matte geklatscht und bleibt liegen, während Ivor vom Momentum der Aktion aus dem Ring geschickt wird. Brigitte vergeudet keine Zeit, nimmt Anlauf und fliegt per Tornillo auf Ivor hinterher. Punktlandung.

Im Ring heißt das für Shizuku, dass sie das Ganze beenden kann – Ansatz zum Dragon Clutch! Das sollte es eigentlich sein, aber wie festgehalten ist Ralf Schmedes technisch echt gut und so kann er sich aus dem Ansatz herauswinden und kann plötzlich von hinten zupacken! Ansatz zum Tiger Suplex!


Pete: „Der Tiger Suplex ist die beste Aktion von Ralf Schmedes! Wenn die jetzt gelingt, könnte das die große Überraschung sein!“
Sven: „Sieh genauer hin, das wird nichts. Außer es gehört zu Ralfs Setup mehrere Ellbogenstöße ins Gesicht zu kriegen.“


In der Tat, Shizuku kommt frei, nimmt Anlauf, springt gegen das zweite Ringseil und von da aus per Springboard Destroyer auf Ralf: Shimakaze… nein, doch nicht. Ralf ist zu schwer und blockt! Mehr noch: er kontert per Back Body Drop! Shizuku Shikishima steht die Aktion jedoch und dann wechselt die blonde Japanerin mit der Sanduhrfigur in Ralfs Rücken mit Brigitte. Ralf wiederum orientiert sich zu Ivor, der auch wieder da ist, wo er hingehört, aber vom Tornillo noch etwas spürt – dennoch ist er natürlich fitter als Ralf es noch ist. Vor allem aber können IvoRa nun etwas Double Teaming machen, da Brigitte für den Moment noch draußen bleibt. Den Wechsel haben IvoRa nicht mitgekriegt und so attackieren sie Shizuku gemeinsam im Glauben dies könnte die Entscheidung bringen – ein Double Team Suplex ist jedoch das höchste der Gefühle ihres Teamworks. Und als sie sich wieder erheben, kracht Brigitte Reflet per doppeltem Wyvern Wingspan aka Springboard Lariat in sie hinein!


Dann verknotet Brigitte die Beine von Ivor, zieht ihn an den Armen hoch und platziert ihren Fuß in seinem Nacken: Dragon Curb Stomp! Shizuku steht derweil wieder und packt sich Ivor ebenso: Powerbomb! Und zum Abschluss dann auch noch ein Moonsault von Brigitte. Das Cover wird gezählt, Ralf will helfen, kriegt von Shizuku aber einen Cutter ab und das ist dann das. Es war umkämpft, aber wirklich eng war es auch wieder nicht. So oder so: die Black Wyrms sind die Siegerinnen. Doch statt großer Feier verlässt Brigitte den Ring und lässt sich ein Mikrofon geben.




Ein kurzes Klopfen ob das Mikrofon auch Ton überträgt kommt zuerst, dann folgt zeitig die Stimme der kleinen Französin mit der kurzen Zündschnur.


Brigitte Reflet: „So wunderbar unsere Musik auch ist – Cut! Musik aus! Wir ‘aben noch etwas zu sagen.“


Dragon Rider“ verstummt, während Brigitte in den Ring zurückkehrt. Ringside gibt es von Miria ein genervtes Gesicht, sie würde jetzt wirklich lieber endlich Feierabend haben, aber Brigitte hat andere Pläne, so viel ist klar.


Brigitte Reflet: „Bei allem Respekt für IvoRa, sie haben ihre Sache gut gemacht und sind sicher nicht so schlecht, wie sie oft rüber kommen... wir ‘atten doch auf ein Team als Gegner ge’offt, das ein etwas spannenderes Match bieten kann. Wir mögen noch nicht gut genug sein, um Teams wie ZerBeus besiegen zu können, aber wir sind eben doch gut genug, dass Teams wie IvoRa wiederum gegen uns nahezu chancenlos sind. Um also wirklich etwas bieten zu können, was das Eintrittsgeld wert ist, braucht es ein höheres Kaliber als IvoRa.“


Idunn wirft Ringside einen Blick gen Schwester Skadi, aber die bedeutet mit kurzem Kopfschütteln, dass sie hier nicht reagieren brauchen. Immerhin hat Brigitte hier gerade nichts davon gesagt Gegner haben zu wollen, die sie bei einem Sieg wieder zu einem Titelkampf befähigt, ergo gibt es von Seiten der nordischen Schwestern keinen Grund für eine Intervention.


Brigitte Reflet: „Sicherlich, die Card heute verspricht noch größere Matches und GFCW bietet immer viel, sodass sich ein Ticket lohnt, aber dennoch… auch wir wollen ein Grund sein, dass Tickets verkauft werden und das nicht nur, weil ‘öchst ansehnlich sind. Nur so kommen wir dann auch unserem Ziel nä’er echte ‘erausforderinnen auf den GFCW Tag Team Titel zu sein. Das sind wir noch nicht, das ‘at unsdas Match gegen ZerBeus klar aufgezeigt. Aber wir sind auch nicht ganz weit weg davon dieses Niveau zu erreichen.“


Es gibt Beifall von Seiten der Fans für diese Worte, aber auch Monica und die nordischen Schwestern stimmen in den Beifall mit ein – Idunn natürlich nur, weil Skadi applaudiert. Miria hingegen guckt genervt auf eine verdammt teuer aussehende Taschenuhr wie lange das nun noch dauern mag.


Shizuku Shikishima: „Was heute nicht gelang, nächste Show gelingen kann.
Nach der Open Challenge vor der Open Challenge ist.
Nächste Show wir also erneut eine Open Challenge bestreiten werden und ein besseres Team dann...“


Weiter kommt Shizuku nicht. Muss sie auch nicht. Denn das Stichwort “Besseres Team” wirkt wie ein Zauberwort, um die Musik zweier Wrestler erklingen zu lassen, deren Status als Team beruflich wie privat klar ist: Bella Venera und Iokepa. Die Liebenden, die sich zuletzt mit TnB angelegt hatten und trotz Niederlage in einem irren Match zweifelsfrei weit über IvoRa angesiedelt sind.

Es gibt gute Reaktionen für die Maskierte und den Surfer. Nach einem unbeliebten Start in der Liga hat man sie weitgehend ins Herz geschlossen - die Feindschaft zu den richtigen Gegnern machts möglich.


Iokepa: „Wir könnten nun in langen Worten davon schwadronieren, warum wir hier sind und was das für euch bedeutet. Aber wir sind nicht Apocrypha und ihr nicht begriffsstutzig. Jeder weiß, warum wir rausgekommen sind.”


Da die böswillige Anspielung aus Sicht der Fans in die richtige Ecke geht, wird Iokepa mit Jubel bedacht. Doch anstatt darin zu baden, reicht er das Mikro an seine Freundin weiter. Io und Bella schauen sich kurz tief in die Augen, dann dreht sich die Maskierte zum Ring.


Bella Venera: „In den letzten Wochen haben wir bewiesen, dass wir uns jeder Herausforderung stellen. Egal ob der Gegner ein vermeintliches Taktikgenie oder zwei brutale Veteranen bar jeder Moral sind. Herausforderungen sind für uns Gelegenheiten, der Welt zu zeigen, wozu wir fähig sind. Und da ihr für die nächste Show nach einem Team sucht, dass besser als IvoRa…”

Iokepa: „...und auch besser als ihr ist…”

Bella Venera: „...sind wir bereit. Also, was sagt ihr?”


Die Fans sind auf jeden Fall heiß auf diese potenzielle Matchansetzung und im Ring sehen auch die Black Wyrms durchaus zufrieden aus.


Brigitte Reflet: „Sieh einer an. Ich ‘atte so ein bisschen vermutet, dass ihr euch aus dem Tag Team Bereuch zurückzie’en und es wieder mit dem Einzelwrestling probieren würdet. Als Tag Team Wrestlerin se’e ich es durchaus mit Freude, dass ihr dem Tag Team Wrestling er’alten bleiben wollt. Ihr seid genau die Art von Gegner, die wir besiegen müssen, um als Team weiter zu wachsen. Wir akzeptieren also eure ‘erausforderung!“


Bei der Erwähnung des Rückzugs aus dem Team-Wrestling blicken sich Bella und Iokepa erneut an. Doch diesmal weniger als die Liebenden wie zuvor, sondern eher ein wenig…ertappt? Als hätten sie diese Möglichkeit zumindest einmal in den Gesprächen hinter der Kamera auf den Tisch gebracht.
Doch dann gewinnt der Ausdruck des Hawaiianers an Entschlossenheit und er hebt das Mikrofon zurück an die Lippen.


Iokepa: „Wir sind auf eine Weise verbunden, die tiefer geht als die der anderen Gruppen in dieser Liga. Uns eint nicht der Zufall, nicht die gleiche Lust nach Gewalt oder Ruhm. Und auch nicht bloße Freundschaft. Wir sind…”


Der Surfer wendet seinen Blick zu Bella. Eigentlich nur, um einen schwärmerischen Ausdruck von ihr einzufangen für seine Liebeserklärung. Doch zu seiner Irritation nimmt sie ihm das Mikrofon aus der Hand und vollendet den Satz für ihn.


Bella Venera: “...in jeder Hinsicht eine besondere Kombination. Ja, ich kämpfe heute gegen Titan ein Einzelmatch, weil die Rechnung mit diesen Arschlöchern noch nicht beglichen ist! Genauso wie es Io in seinem Match gegen Ben Slate getan hat. Und dies steht unseren Teamambitionen nicht entgegen. Denn wir kennen und lieben einander besser als uns selbst. Es macht uns lediglich zu einem besonderen Team. Wäre doch schade, wenn da die Division auf uns verzichten müsste, hm?”


Sie lächelt Richtung Ring. Gleichermaßen herausfordernd wie selbstbewusst.


Miria Saionji: „Wie schön, dass ihr euch einig seid. Sind wir damit endlich hier fertig? Zeit ist kostbar, Zeit ist Geld und ich würde aus beiden Gründen nur ungern noch länger Zeit hier vergeuden, die ich auch anderweitig nutzen könnte.“

Milly Vermillion: „Moment mal.“

Miria Saionji: „Was ist denn jetzt noch? Je länger wir hier reden, desto länger dauert es, bis du etwas zu Essen bekommst.“

Milly Vermillion: „Ich bin noch nicht hungrig und ich bin jetzt schon mal hier. Da kann ich doch eigentlich auch so eine Open Challenge machen und irgendwen verdreschen. Mir ist es auch egal wer es ist, ich gewinne ja eh, egal wer mein Gegner wird. Und ja, das würde dich beinhalten, du hast bestimmt nicht zwei Mal in Folge so viel Glück.“


Der letzte Nebensatz geht an Monica Shade, die etwas mit den Augen rollt. Ihr Augenrollen wird durch ein Räuspern unterbrochen. Diesmal kommt es jedoch nicht aus dem Ring, sondern von der Rampe. Dort, wo noch immer Bella und Iokepa warten, auch wenn sie, zumindest für Miria, bereits ein abgeschlossenes Thema sind.


Iokepa: „Dir ist es also egal, gegen wen du antrittst? Dann darfst du vom Glück sprechen, dass hier jemand steht, der nach Conquista seine Bilanz aufhübschen möchte und nicht anderweitig verplant ist.”


Er tritt einen Schritt vor. In seinem Rücken liegt der Blick Bellas. Sie legt ihren Kopf schief. Scheint nachzudenken…hat Iokepa einen simplen Fakt genannt oder war die Anspielung vor seinem Alleingang etwa doch auf sie gerichtet? Sind die unterschiedlichen Interessen doch noch ein Thema zwischen ihnen? Ganz anders, als zuvor behauptet?
Doch zu weiteren Überlegungen kommt die Maskierte ebenso wenig wie das Publikum, denn schon schneidet Millys Stimme durch die Halle.


Milly Vermillion: „Hör mal, Joseph, ist ja toll, dass du so von dir überzeugt bist, aber du glaubst jetzt nicht wirklich, dass du ne ernsthafte Chance hast, oder etwa doch? Dann wiederum wäre es ja auch langweilig, wenn du antreten würdest ohne dir Hoffnungen zu machen, dass das Unmögliche doch möglich sein könnte, von daher ist das schon okay so, nehme ich an.“


Sie dehnt kurz ein bisschen ihre Arme und Beine und ist dann mit einem hohen Hops hoch auf dem Apron.


Milly Vermillion: „Bereit wenn du es bist.“


Miria setzt sich Ringside genervt auf einen Stuhl und scant das Publikum nach möglichen reichen Gönnern ab, das dürfte jetzt noch immer ein Welchen dauern, bis es endlich zurück gen Backstage geht. Währenddessen sind Bella und Iokepa in einem Gespräch vertieft, das ohne Kamera und Mikrofon geführt wird. Als den Beiden klar wird, dass die (Wrestling-)Welt nur noch auf Iokepa wartet, fühlen sie sich ertappt. Das Paar verstummt. Als Abschluss ihrer Diskussion gibt es nur noch ein Nicken, dann entledigt sich Iokepas seines Shirts und marschiert Richtung Squared Circle.


Spontane Open Challenge:
„Phoenix“ Milly Vermillion vs. Iopeka
Referee: Howard Eagle

Howard Eagle ist noch immer da vom letzten Match, Milly Vermillion ist da, Iopeka ist da und auch wenn das Match ob all der Damen rund um den Ring wie ein Lumberjill-Match wirkt, ist es natürlich keins. Wie bei Matches von der blond gelockten Phönixfrau im feurigen Poncho im GFCW Ring üblich, gibt es ein massives körperliches Gefälle zu ihrem Gegner – 1,83 und 91 Kilo sind für einen männlichen Wrestler nun nichts, was Angst und Schrecken verbreitet, aber Milly ist bekanntlich noch kleiner als es Brigitte ist. Verglichen mit 1,50 Körperlänge wirkt Iopeka verglichen mit ihr wie ein Monster und man muss geradezu fragen:

Wenn Iopeka jetzt einfach nach vorne abspringt, zupackt und den Sunshine zeigt, wäre das für Milly überhaupt zu verteidigen? Diese Frage bleibt aber für den Moment im Raum stehen, da Milly das Match mit einer Reihe an Kicks eröffnet, in die Iopeka unweigerlich hineinspringen würde, wenn er den Sunshine probieren würde.


Ob Millys geringer Reichweite und vergleichsweise geringer Durchschlagskraft (Durchtrittkraft?) hat der Surfer aber keine große Mühe diesen Tritthagel zu überstehen und in einem günstigen Moment selber einen Dropkick zu springen, der ob des Plus an Reichweite und Timing keine Probleme hat sein Ziel zu treffen. Mehr noch: während die meisten Gegner an der Brust getroffen worden wären, kommt der Dropkick bei Milly auf Kopfhöhe und nur reaktionsschnell hochgezogene Arme zum Block verhindern, dass es einen Einschlag gibt, der ein sofortiger Knockout hätte sein können.


Zu Boden geht Milly aber auch so und das ist für Iopeka die Gelegenheit nachzusetzen. Der Standing Moonsault geht Io kurz durch den Kopf, aber er hat keine Lust in hochgezogene Knie zu hopsen und so tritt er lieber erst einmal auf Millys Beine ein, ehe er sie packt und irgendetwas versucht. Was genau wird sein Geheimnis bleiben, denn obgleich er ein Techniker ist, zählen elaborierte Mattenaktionen jetzt nicht zwingend zu seinem Portfolio und obgleich auch Milly dafür nicht bekannt ist, hat sie doch in dieser Hinsicht zumindest ein bisschen ihr Repertoire erweitert – was Sinn macht, bei ihrer geringen Körpergröße sollte sie auf der Matte zumindest ein bisschen was können, um größeren Gegnern Probleme zu bereiten. Anders gesagt windet sich Milly umher und statt in einen Hold zu geraten klammert sie sich an Iopekas linkes Bein, um ihn zu Fall zu bringen, was auch gelingt.


Was nicht gelingt, das ist diesen Fall zu einer anderen Aktion auszunutzen – der Versuch des Kneebar ist ersichtlich, aber Iopeka tritt sich frei und greift für alle Fälle in die nahen Seile, nur um auf Nummer sicher zu gehen. Es geht also in der Vertikalen weiter und das denkbar simpel: mit einem Side Headlock von Iopeka. Kein großes Spektakel, aber eine simple wie effektive Methode, um wortwörtlich auf Milly Druck auszuüben und die Frage zu stellen, was sie ob des körperlichen Unterschieds überhaupt dagegen machen kann.


Hier und da ein Elbow, okay, das ist der Erwartungshorizont, aber nichts, was hart genug wäre, um dem muskulösen Körper des früheren GTCW Champions ernsthaften Schaden zuzufügen. Doch Milly vermag sich etwas aus dem Griff zu winden und zum Exploder anzusetzen – da merkt man, dass sie bereits mit Kyle Douglas gerungen hat und so gut Iopeka technisch auch sein mag, er ist kein früherer Ringer mit Olympiaqualifikation mit noch mehr Größe und Gewichtsvorteil gegenüber Milly.


...was nicht heißt, dass der Exploder gelingen würde. Iopeka merkt natürlich was Sache ist und springt die Aktion einfach mit, was es ihm ermöglicht den Wurf zu einem kontrollierten Sprung umzufunktionieren. Dadurch steht er die Aktion locker und hat nun einen Moment, wo er tun kann, was er will, da Milly erst wieder hochkommen muss und natürlich noch nicht weiß, dass Iopeka steht statt auf der Matte zu liegen. Das wäre jetzt eigentlich die perfekte Situation für den Sunshine, wer einen so schnell auszuführenden Finisher hat, der aus jeder Lebenslage geht und keinerlei Setup und Vorbereitung benötigt, kann ihn auch jederzeit zeigen, weil er ja nichts anderes zeigen muss.


Doch stattdessen zeigt Iopeka lieber einen Swinging Neckbreaker, warum auch immer. Vielleicht war es ihm zu unsicher den Sunshine zu versuchen, da Gegner auf diesen ja besondere Acht geben sollten. Bedenkt man Millys oft an fast allem uninteressierte Persönlichkeit besteht allerdings die große Chance, dass sie nicht einmal weiß, dass der Sunshine Iopekas Finisher ist. So oder so, der Neckbreaker gelingt und das erste Cover des Matches folgt, aber bei 2,5 ist Milly raus.


Das war knapp.


Nicht, weil der Neckbreaker seinem Namen alle Ehre gemacht und ihren Nacken angeknackst hätte, sondern weil es für Milly alles andere als einfach ist 91 Kilo von sich runter zu kriegen. Aber es ist ein Gewicht, das sie noch geregelt bekommt, anders als es dann vor Monaten bei Meathook der Fall war, gegen dessen 190 Kilo sie beim Cover völlig chancenlos war. Iopeka setzt sofort mit einem Reverse Hammerlock nach und geht in einen Scoop Slam über. Keine Aktion, die wirklich entscheidend wäre, aber bei Milly setzt allmählich doch pampiger Frust ein, dass sie gegen Iopeka nichts gebacken kriegt. Eine Demonstration wie weise und mächtig sie ist, kann man dieses Match bis hierhin nicht nennen, so viel steht fest. Dabei hatte sie doch angekündigt auf jeden Fall zu gewinnen, egal wer ihr Gegner wird und dass es für Iopeka unmöglich sein sollte sie zu besiegen. Daher huscht sie nun auch auf die Beine und versucht Iopeka per Step Up Enzugiri zu überraschen, aber der duckt sich weg und hat nun abermals die Gelegenheit den Sunshine zu zeigen. Und dieses mal ergreift er die Chance auch:


SUNSHINE!


Wie schon spekuliert: Millys Möglichkeiten diese Aktion zu blocken existieren nicht, um Iopeka abzufangen müsste sie erheblich stärker und vermutlich auch größer sein. So geht die Aktion durch, aber vom Impact des Moves kullert sie so weit zur Seite, dass sie unter den Seilen zu liegen kommt, wo Iopeka sie naturgemäß nicht covern kann. Milly erst aus den Seilen zu ziehen und dann zu covern würde zu lange dauern und so orientiert sich Iopeka zur nächstbesten Ringecke und wartet geduldig darauf, dass Milly sich wieder erhebt, um ihr einen Missile Dropkick zu verpassen… aber Milly erhebt sich nicht, sondern rollt sich aus dem Ring. Okay, auch gut.


Missile Dropkick nach draußen!


Milly wird getroffen und heftig auf den Hallenboden geschickt, aber diese Flugeinlage ist auch für Iopeka nicht schmerzlos gewesen, einen Dropkick von der Ringecke steht man ja nicht, sondern man kracht auf den Boden. Klar, da liegen Matten, aber dennoch war diese Aktion nun mehr Schaden als Milly bisher gegen Iopeka hat erwirken können. Nicht, dass dieser Gedanke bei Iopeka gerade präsent wäre, der Jubel der Fans für diese spektakuläre Aktion und vor allem der Zuspruch von Bella Venera für diese spektakuläre Aktion sorgen für zu viele Glückshormone als dass diese Aktion sich als Fehler im Kopf registrieren könnte.

Erst als Iopeka Milly aufsammeln will und einen Chinbreaker kassiert, kommt zumindest Bella der Gedanke, dass es vielleicht doch nicht so clever war sich selbst Schaden zuzufügen und einen Dropkick zu springen, wo ein Crossbody es auch getan und einen weniger schmerzhaften Aufprall nach sich gezogen hätte. Milly jedenfalls reibt sich den schmerzenden Schädel, aber nach diesem kompletten Fehlstart ins Match kann sie nun mit einem Spinning Heel Kick nachsetzen und erstmals Iopeka von den Beinen holen. Und wo er nun schon einmal liegt, gibt es auch noch einen nonchalanten Double Foot Stomp, ehe Milly sich zurück in den Ring begibt und noch einmal Pony und Stirn reibt, ehe sie Howard Eagle angackert (Verzeihung: anphönixt) gefälligst den Count Out durchzuzählen. Der reicht auch zum Sieg wie sie mittlerweile weiß, spätestens seitdem sie Miria zum Count Out Sieg gegenüber Kyle Douglas geholfen hat.


Bella ist sofort bei Iopeka, um ihn gleichermaßen aufzumuntern wie ihm zu verklickern, dass er wegen der guten Auftaktphase nun nicht nachlässig werden darf. Viel hätte nicht gefehlt, dass er das Match in Rekordzeit gewonnen hätte, hat er aber nicht. Das weiß Iopeka natürlich auch selber, aber es von Bella zu hören sorgt dafür, dass er es nicht nur unterbewusst weiß, sondern es sich wirklich vor Augen führt: „fast“ gilt nicht. Und so atmet er kurz durch – die Zeit dafür hat er – und rollt sich dann in den Ring zurück, wo er von Milly empfangen wird, die ihm einen klatschenden Kick an die Rippen versetzt und dann selbst einen Side Headlock ansetzt.


Wer vermutet, dass Iopeka weit weniger Probleme hat, sich aus dem Side Headlock zu befreien wie zuvor Milly in umgekehrter Position, vermutet richtig. Mühelos hebelt er Milly aus, die zappelt wie ein aufgescheuchtes Hühnchen bzw. wie ein aufgescheuchter Phönix, aber das reicht nicht, um den Ausheber per Headlock Takedown zu kontern, es geht abwärts in den Back Suplex und das in die Brücke! Eins! Zwei! Nein!


Milly kommt raus und darf sich Sekunden später des nächsten Covers erwehren: La Magistral!


Eins!

Zwei!

Nein!


Milly entzieht sich dem Zugriff des Mannes aus Honolulu und hastet zurück auf die Füße. Aber auch Iopeka steht wieder und beide springen ab. Iopeka zum Sunshine und Milly zum Shotgun Dopkick – der Iopeka im Ansprung voll erwischt! Eine Art den Sunshine zu kontern hat Milly dann doch, obgleich das Timing viel zu gut war, um ein Reflex gewesen zu sein. Vielmehr war dies das Glück der Tüchtigen. Beide haben einen Sprungangriff zur selben Zeit versucht und der von Milly war in diesem Moment derjenige mit dem klaren Vorteil. Die Phönixfrau guckt selber ganz verdutzt, was gerade passiert ist, ehe sie eine wissende Miene aufsetzt, wie um es als selbstverständlich erscheinen zu lassen. Dann positioniert sie sich neben Iopeka und springt ab:


Standing Phoenix Splash!


Eins. Kick Out. Spektakulär, ein Treffer, aber bei dem Unterschied in Sachen Körpermasse keine Aktion, mit der Iopeka gefährdet werden könnte. Milly trampelt wütend auf Iopeka herum, der sich in den Stand zurück kämpft, aber in einen Waistlock genommen wird. Ansatz zu einem German Suplex!


...aber kriegt Milly Iopeka hoch? Der blockt jedenfalls und macht sich schwer. Monica Shade wedelt Ringside mit Lady Rosi und versucht Milly zu coachen von wegen, dass jetzt ein Poison Rana sehr viel sinnvoller wäre und vor allem auch eine gute Chance hätte überhaupt zu funktionieren. Aber Milly ignoriert Schwein und Schweinehirtin.

Milly ist ein weiser, mächtiger Phönix.


Und sie will jetzt einen mächtigen German Suplex ausführen, um diese Macht zu demonstrieren! Klatsch nach hinten, eine Brücke mit geübten Zehenspitzen und der 3 Count. So soll es sein. So und nicht anders.

Durchaus kein falscher Gedanke, dass ein Bridging German Suplex hier den Sieg bringen könnte.

Wenn, ja wenn er denn funktionieren würde…



...er funktioniert aber nicht.


Iopeka blockt und knallt den Ellbogen nach hinten. Der erste saust über Millys Kopf hinweg und hätte Warnung genug sein sollen, aber der sture Feuervogel versucht sich weiter am German Suplex und der zweite Ellbogen kommt tiefer und findet sein Ziel. Milly hält sich die schöne Visage und der Waistlock ist Geschichte. Zeit genug für Iopeka in die Seile zu federn und per Huracanrana aus dem Lauf Millys Kopf zu umschlingen, kaum dass deren Deckung wieder unten ist. Milly wird abermals gen Seile geschleudert und abermals verlässt sie den Ring.


Hat Iopeka aus dem letzten Dive gelernt?


Hat er!


Mit Anlauf vollzieht er einen wunderbaren Tornillo, der Milly wegfegt und den er nach erfolgreichem Treffer stehen kann. Kein Schaden für ihn, nur Schaden für Milly, die von Iopeka wieder aufgesammelt und in den Ring gerollt wird. Einen Slingshot Senton später heißt es Cover: Eins, Zwei, Nein. Milly kriegt Iopeka von sich herunter und findet sich nun selber in einem Waistlock wieder. Aber auch sie weiß sich zu befreien: ein Stampfer auf Iopekas linken Fuß ist der Anfang und als der Griff lockerer wird vollzieht sie eine 180° Drehung und kann dieses mal den Exploder erfolgreich zeigen! Iopeka bleibt davon aber nicht liegen – was aber vielleicht besser so gewesen wäre. Der US Amerikaner kommt nur leicht vornüber gebeugt wieder zu stehen und schon ist Milly im Spurtschritt bei ihm, überspringt Iopeka, hakt sich ein und…


Crucifix Bomb/Driver!


Eins!

Zwei!

Der Sieg!


...nein doch nicht, Kick Out bei 2,9. Bella Venera hatte schon einen Schock gekriegt, aber Iopeka ist noch im Match, wenn man das denn so nennen will. Er ist jetzt mehr als angeklingelt, während Milly Feuer und Flamme ist und diverse Kicks loslässt, die nun alle genau treffen wo Iopeka gerade keine Deckung hat. Ein deftiger Dropsault knockt Iopeka dann in die Ringecke, wo Milly prompt den Springboard Roundhouse vollführt: Phoenix Kick! Und wie Iopeka davon angeknockt nach vorne weg torkelt, springt Milly die Ringecke hoch auf Etage zwei und von da aus nach hinten weg: Kopf eingehakt und abwärts:


Blazing DDT!


Das muss es gewesen sein! Howard Eagle zählt. Eins. Zwei. DreNEIN! Iopeka reißt noch mal die Schulter hoch und Milly wird mehr als angesäuert, dass Iopeka ihrer Macht und Weisheit immer noch trotzt. Damit soll nun Schluss sein. Sie wedelt flügelhaft mit den Armen, was die Signal-Pose ist, dass sie nun den Surfer endgültig aufs Trockene setzen will. Milly packt zu und hievt Iopeka über ihre Schultern… oder versucht es zumindest.

Ansatz zum Phoenix Driver? Ansatz ja, aber kein Phoenix Driver, Iopeka kommt frei und stößt Milly nach vorn weg. Die springt aber geschmeidig gegen das zweite Ringseil und kommt von dort per Metora angeflog--


SUNSHINE!


Ein Flug mitten hinein in den Sonnenschein, Iopeka covert, Eins, Zwei und Drei. Miria Saionji schüttelt Ringside den Kopf, dass sie nun ernsthaft 
hierfür ihre kostbare Zeit vergeudet hat, Monica und die Black Wyrms schlagen die Hände über dem Kopf zusammen und Skadi schüttelt entrüstet den Kopf, was Idunn ihr nachmacht. Bella Venera hingegen jubelt und eilt in den Ring, um mit Iopeka zu feiern, der verdammt fertig aussieht, aber der Gewinner dieser Auseinandersetzung ist, welche die Fans mit lautstarkem Jubel feiern...




Hollywood Jake: “Ich bin ein Mann und ich stehe zu meinen Fehlern.”


Und stehen ist ein gutes Stichwort. Genau das tut der einstige Jakob Fleestedt in diesem Moment nämlich. Vor seinen Kameraden von Refuse to Age. In der eigenen Kabine. Erkennbar daran, dass sich mehr angebrochene Kartons von Longevity-Produkten im Raum verstreut finden als Sportsachen.


Hollywood Jake: “Und ich möchte sagen, dass es mir leid tut, den heutigen Kampf gegen Aldo, End und Darragh…”


Den letzten Namen spuckt der Riesaer aus, als würde er ihm bitter auf der Zunge liegen. Da ist nichts mehr an Verbundenheit zwischen Jake und seinem einstigen Chef.


Hollywood Jake: “...durch meinen Streit mit Dynamite provoziert zu haben. Das hätte nicht passieren dürfen.”


Als er ausgesprochen hat, fühlt er sich erleichtert. Doch wie sieht es mit der Absolution aus?


Vor allem in Richtung Danny Rickson wandert Jakes flehentlicher Blick. Von dessen Meinung hängt Wohl und Weh bei Refuse to Age schließlich ab. Und Rickson? Der reibt beiläufig seine Arme mit einem türkisfarbenen Gel ein, während er der Entschuldigung lauscht. Sein Schweigen macht Jake unruhig. Der Youngster beginnt, von einem Fuß auf den anderen zu treten.


Hollywood Jake: “Ich werde natürlich…-”


Er verstummt im Satz. Denn der Arm Danny Ricksons schießt in die Luft und gebietet ihm, zu schweigen.


Rickson legt die Geltube weg, reibt sich die Reste von seinen Fingerspitzen auf die Gesichtshaut und stemmt sich dann auf die Beine. Baut sich direkt vor Jake auf. Obwohl er gute zehn Zentimeter hochschauen muss, wirkt er im direkten Blickduell mit dem eingeschüchterten Youngster wie der größere Mann.


Danny Rickson: “Schon gut, Jake. Schon gut.”


Er winkt lässig ab. Und Jakes Augenbrauen schießen hoch. So einfach kommt er vom Haken? Zwei Wochen lang hatte er darüber nachgedacht, wie er am besten damit umgeht, dass wegen ihm Refuse to Age heute als “Trainingsgegner” für die designierten Main Eventer von Blue Blood - Aldo Nero, Darragh Switzenberg und The End - herhalten müssen.


Jake hatte vieles erwartet. Und am Ende stört es Rickson nicht einmal?


Danny Rickson: “Ich schätze deinen Alleingang nicht, Jake. Es sollte und wird nicht wieder vorkommen. Doch wir können mit den Konsequenzen leben, denke ich.”


Eine Andeutung, die der Hall of Famer mit einem Grinsen garniert, bei dem er seine schneeweißen Veneers entblößt. Rickson schleicht an Jake vorbei durch die Kabine und bedeutet Zick dann mit einem Wink, ebenfalls aufzustehen. Der Hannoveraner lässt sich nicht zweimal bitten.


Danny Rickson: “Dynamite dachte, es wäre eine Demütigung für uns, in diesem Match zu stehen, ohne die Chance zu haben, noch etwas an der Ansetzung für Blue Blood ändern zu können. In Zeiten, in denen ihm die Kontrolle über seine eigene Liga entgleist, scheint es seinem fragilen Ego zu schmeicheln, solche Machtdemonstrationen zu zeigen. Doch…”


Sein Blick wandert zwischen Zick und Jake hin und her. Er vergewissert sich, weiter ihre Aufmerksamkeit zu haben.


Danny Rickson: “...am Ende wird nicht er es sein, der lacht. Genausowenig wie unsere Gegner. Nein, was sie sich alle nicht eingestehen wollen, ist, dass der heutige Main Event vor allem uns zugute kommt. Er ist eine Gelegenheit, der Welt zu offenbaren, dass nicht die drei besten Wrestler bei Blue Blood um den Titel kämpfen. Aldo Nero und Darragh Switzenberg sind nichts weiter als eine…launische Selektion eines Champions, dem zu viele Freiheiten gewährt werden. Freiheiten, die ihm ein guter Präsident nicht durchgehen lassen würde, wenn auch Danny Rickson unter Vertrag steht und verfügbar wäre.”


Die Reaktion seiner Untergebenen auf diese Ansprache ist ein eifriges Nicken. Jedem Satz stimmen sie voll und ganz zu. Wie könnte es auch anders sein?


Danny Rickson: “Wir haben die Chance, nicht nur unsere Gegner bloßzustellen, sondern ganz Blue Blood. Wenn wir heute gewinnen - und darauf bestehe ich - wird jeder Gedanke an das 3-Way bei Blue Blood davon begleitet sein, dass nicht die drei Besten im Ring sind. Noch wenn in der Burg die Ringglocke läutet, wird die GFCW-Galaxy stets im Hinterkopf wissen, dass dort eigentlich Danny Rickson im Ring stehen müsste. Eine amüsante Vorstellung, hm?”


Rhetorische Frage. Also wartet Rickson nicht auf eine Reaktion seines Teams, sondern fährt fort, indem er sich mit einer Hand an der Wand abstützt und die andere mahnend hochhält.


Danny Rickson: “Zwischen dieser amüsanten Vorstellung und der Realität steht nur eine kleine Bedingung. Nämlich, dass wir wirklich gewinnen. Und deshalb frage ich euch: Seid ihr dafür bereit? Seid ihr bereit, alles zu tun, was der Sieg erfordert?”

Robbin Zick: “Natürlich.”


Weil er einsieht, dass sein schnell rausgeplatzter Einzeiler nicht überzeugend genug wirkt, tritt Robbin Zick vor und blickt erst Jake an, dann Danny. Mit dem Brustton der Überzeugung fährt er fort.


Robbin Zick: “Du kannst auf mich zählen. Ich werde dich nicht enttäuschen. Sizilien wird ein einmaliger Ausrutscher bleiben. Ein Vorfall, der bald vergessen sein wird. Denn wie du selbst sagst: Was ist schon ein einzelner Moment…”

Danny Rickson: “...gegen die Unendlichkeit.”


Stolz, dass sein Anführer den Satz vollendet hat, lächelt Zick in sich hinein. Er nickt Rickson zu und tritt zurück, um Platz für Jake zu lassen.


Hollywood Jake: “Ich bin für alles bereit. Scheiß auf Darragh. Scheiß auf die anderen zwei. Wenn Dynamite glaubt, wir würden Aufbaugegner für seine angeblichen Superstars sein, dann werden wir ihm zeigen, dass er falsch liegt. Alles, was wir aufbauen, ist unsere Legende.”


Eine Ansage, die Rickson mit einem Nicken quittiert.


Als Jake ans Ende gekommen ist, klatscht Danny in die Hände, lockert die Körperspannung und lotst das Duo dann Richtung Kabinentür.


Danny Rickson: “Sehr gut. Und nun, da wir uns einig sind, alles für diesen Sieg zu tun, möchte ich euch etwas zeigen.”


Er schiebt die Beiden aus der Tür und übernimmt dann - nicht nur symbolisch - die Führung.


Robbin Zick: “Was denn?”


Wenn Robbin auf eine direkte Antwort gehofft hat, wird er enttäuscht. Rickson läuft stumm weiter.


Bis sie durch eine Tür treten und auf dem Parkplatz angekommen sind.


Danny Rickson: “Nicht nur wir sind bereit alles für den Sieg zu geben, auch die Firma ist es.”


Endlich wird das Ziel des Weges ersichtlich: Dort auf dem Parkplatz, versteckt zwischen zwei großen Produktionslastern, steht ein Van.


Ein Van mit der Aufschrift “Refuse to Age”. Und darauf hält Rickson zu. Mit jedem Meter, den er näherkommt, wird sein Grinsen breiter.


Rickson reißt die Hintertür auf. Für einen kurzen Augenblick fängt die Kamera Geräte ein, die jeder medizinischen Praxis gut zu Gesicht stünden. Dann verdeckt Jakes breiter Rücken die Sicht.


Danny Rickson: “Refuse to Age ist es gelungen, meine Pre-Match-Routine zu optimieren.”


Der Hall of Famer tritt durch die Tür in den Van. Als Jake ihm folgt, wird durch die Bewegung für einen Sekundenbruchtteil der Blick ins Innere frei. Man sieht Rickson auf einem Stuhl. Er schiebt den Ärmel seines Shirts hoch. Die Adern kommen deutlich zum Vorschein.


Rickson greift nach einem Schlauch und nach einer Nadel.


Danny Rickson: “Ich möchte euch gern meinen neuesten Spender vorstellen.”


Er winkt jemandem zu. Jemandem, der schon im Wagen war…



und dann schlägt Robbin Zick die Tür zu. Das letzte Bild der Kamera ist ein Blick von außen auf einen Van mit abgedunkelten Scheiben.




Wuppertal hat schon einige tolle Shows der GFCW hinter sich, doch kann man sich jemals dran erinnern, dass ein Wrestler so angeschlagen zu einer Show angereist ist? Denn wenn man sieht, wie sich Zereo Killer humpelnd Schritt für Schritt abquält und den Schädel hält, könnte man sich tatsächlich Sorgen um ihn machen. Er hatte zwei Wochen Regenerationszeit und ist immer noch so angeschlagen? Das 4 gegen 1 war vielleicht irgendwo ehrenvoll, um die Lokalwrestler zu „retten“, aber war es schlau? Das ist wohl ein anderes Thema.


Zereo Killer: „Irgendjemand muss etwas gegen The Apocrypha unternehmen…“


Zähnefletschend irrt er durch einen Gang.


Zereo Killer: „Thor, Titan, Odin, Tha Bomb… dazu noch dieser Idiot Al Simmons, der anscheinend der Strippenzieher ist. Man muss denen den Garaus machen…“


Er seufzt, bleibt stehen und senkt den Kopf.


Zereo Killer: „… aber wie?“


Als er um die Ecke gehen will, bleibt er schockartig, wie paralysiert, stehen.


Zereo Killer: „The Apocrypha.“


Flüstert die GFCW Legende, er wirkt tatsächlich ein wenig vorsichtig, nachdenklich, verängstigt, all diese Worte passen zu MacKenzie.


Man versteht nicht, was Simmons mit seinen Leuten bespricht, sie gehen definitiv weiter und ZK bleibt stehen. Er will ihnen anscheinend nicht nochmal im Fünf-gegen-Eins gegenüberstehen. Zereo Killer dreht sich um und rauscht fast in zwei andere Menschen hinein. Kurz schaut er hoch und blickt in ein altbekanntes, bärtiges Gesicht, das ihn mit einem Grinsen empfängt. Es ist sein alter Rivale, der fliegende Hund, Simargl. Dieser trägt über seiner blauen Jeans das neueste Merchandise der GFCW: Ein schwarzes Shirt, welches das orangene Logo der „Mad Stars“ ziert. Neben ihm ist passenderweise seine Partnerin, Stella Nova, die ebenso jenes Shirt trägt, wenngleich auch die weibliche Variante desselben. Auf ihrer Schulter, respektive um ihre Hüften ruht das Titelgold, welches sie vor zwei Wochen erfolgreich gegen die Mixed Devotion verteidigen konnten.

Stella legt beim Anblick des Ex-Champions verwundert den Kopf schief.


Stella Nova: „Wie darf ich diesen Blick verstehen? Zwar bin ich nicht arrogant genug zu denken, dass jeder bei meinem stellaren Anblick sofort ein erfreutes Lächeln im Gesicht hat, doch diese verstörte Reaktion sollte es nun nicht geben, wenn man das große Glück hat mir über den Weg zu laufen.“


Mit gespielter Nachdenklichkeit führt sie einen Finger zum Mund.


Stella Nova: „Und mein werter Partner ist doch nun auch kein ganz so übler Anblick, auch wenn er etwas verrückt sein kann. Sicherlich, wir waren Gegner bei Conquista und doch sind wir keine Feinde. Da frage ich mich doch nun, ob deine Körpersprache überhaupt mit uns zu tun hat...“


Das von Angstanzeichen zerknitterte Gesicht MacKenzies bewegt sich von rechts nach links. Er schüttelt den Kopf.


Mad Dog: „Also hat es mit dem Stable zu tun, dessen Namen du vorm Einlegen des Rückwärtsgangs deiner persönlichen Agenda gleich vor dir hergetragen hast, huh?!“


Kurz bleibt er wortlos stehen. Mad Stars, das Team, welches tatsächlich Zerbeus aufhalten konnte. Natürlich landet sein erster Blick auf das verlorene Tag Team Gold, ehe er den neuen Champions in die Augen blicken kann.


Zereo Killer: „… was soll ich euch sagen? Ja, ich wollte denen nicht in die Quere kommen bei dieser Show… Ich mein… seht mich doch an?“


Ja, die Champions sehen Mr #IASH (I AM STILL HERE) an und erkennen, wie angeschlagen der Kalifornier doch ist.


Zereo Killer: „Es war nicht sehr schlau, dort einfach rauszustürmen, aber es erschien mir doch das Richtige. Ich wollte die jungen Wrestler retten… und habe mich dadurch sozusagen selbst geopfert. Das waren vermutlich die schlimmsten paar Minuten meines Lebens. Bin ich jemals so verprügelt worden? Nein, vermutlich nicht.“


MD legt nachdenklich den Kopf schief, so als würde er tatsächlich über die Frage nachdenken – und seine Erinnerungen gehen logischerweise in jene Zeit zurück, als er derjenige war, der Mike MacKenzie in ähnlicher Weise zusetzte.

Plötzlich aber fletscht er die Zähne.


Mad Dog: „Vielleicht war es mutig, Mike. Aber Mut braucht man, wenn man Angst hat, huh?! Und wie hättest du in dieser Konstellation Vertrauen haben können? Einer gegen Vier!? Dein verletzter Partner hat dir sicher einen Sockenschuss diagnostiziert. Und auch ich sehe das so. Azrael, der alte Teufel, hatte mit allem Recht…, was ich äußerst ungern zugebe. Es war nicht nur dumm, weil du jetzt aussiehst, wie du aussiehst. Es war dumm, weil du ihnen damit einen einfachen Triumph geschenkt hast, den sie mehr auskosten werden als ihre Besuche im hiesigen Club 120.“


Stella nickt bedächtig, während sie Zereo Killer mustert, im erfolgreichen Versuch aus ihm und seinem Verhalten schlau zu werden.


Stella Nova: „Es heißt Mut ist es, wenn du der Einzige bist, der weiß, dass du Angst hast, aber im Moment sehe ich eine Menge offensichtliche Furcht vor mir. Furcht geboren aus Übereifer, um freundlich genug zu sein es nicht Torheit zu nennen. Wie willst du anderen helfen, wenn du dir nicht selbst helfen kannst? Ja, du bist Zereo Killer, aber Eins gegen Vier? Ich dachte Morbeus hätte dir oft genug gepredigt genau zu überlegen, auf welche Kämpfe du dich einlässt…
...hallo? Hörst du zu?“

Zereo Killer: „Nein, vermutlich bin ich noch nie so verprügelt worden…“


MacKenzie blickt ins Leere und scheint gar nicht so richtig darauf zu achten, was seine unfreiwillig gewonnenen Gesprächspartner von sich geben. Er hält sich den Kopf und verzieht dabei eine Miene.


Zereo Killer: „Aber…“


Nun hebt er sein Haupt und versucht sich selbst ein wenig positiv zuzureden.


Zereo Killer: „Es brauchte alle vier, um mich fertig zu machen!“


Der verrückte Hund reißt spielerisch die Augenbrauen nach oben.


Mad Dog: „Oha. Hört, hört!“


Dann rollt er mit den Augen, schüttelt verständnislos den Kopf und begräbt ihn anschließend in seiner rechten Hand. Die Inderin mit den massiven, orangenen Flechtzöpfen lässt ein sarkastisches, langsames Klatschen laut werden. Höhnischer Beifall.


Stella Nova: „Es ist ja fast beeindruckend, wie du es dir gerade schönredest fertiggemacht worden zu sein. Dann hat es eben alle Vier dafür gebraucht. Und? FAKT ist: Du wurdest fertiggemacht und es gab nie auch nur den Hauch einer Chance, dass es ein anderes Ende nimmt. Wie ich schon sagen wollte: Ja, du bist Zereo Killer, einer der größten Wrestler in der Geschichte von GFCW, wenn nicht sogar dieses Sports… aber auch wenn sie elendige Drecksäcke im fortgeschrittenen Alter sind: Apocrypha sind auch lebende Legenden. Jeder Einzelne von ihnen ist eine Gefahr – geschweige denn alle vier gemeinsam.“


Einmal mehr mustert Stella den Mann aus Los Angeles.


Stella Nova: „Aber so wie du dich aufführst, hast du mittlerweile selbst eingesehen, dass dein Versuch eine Ein-Mann-Kavallerie zu spielen in Wahrheit mehr von einem Spanferkel hatte, das freiwillig zur Schlachtung gelaufen ist. Dabei war das so unnötig und vermeidbar, wie so viele Katastrophen. Was ich mich nun frage, ist, wie du mit dieser Erfahrung umgehen willst und was dein Plan ist. Also… vorausgesetzt du hast einen Plan und läufst hier nicht nur ziellos in der Gegend herum.“


Diese Worte haben gesessen und es wird definitiv ein Blickkontakt von ZK gesucht. Er senkt dabei allerdings wieder seine Schultern und lässt sich erneut ein bisschen Zeit mit der Antwort.

Doch dann findet er wieder Worte.


Zereo Killer: „Wir hatten ein tolles Match gegeneinander, ihr habt die Titel gewonnen, verdient gewonnen. Ihr seid ein klasse Team… mein Tag Team Partner ist allerdings verletzt. Ich weiß nicht genau, wie schlimm die Verletzung ist. Ich frage mich, ob ihr der Apocrypha eventuell auch ein Ende setzen wollt, bevor es überhaupt richtig anfängt und sie vielleicht irgendwann durchstarten und die komplette Liga mit ihrem Scheiß unsicher machen?“


Er steht gebückt vor den Champions, legt jeweils eine Hand auf die Schulter der Champions und blickt hoffnungsvoll in deren Augen, die nun wieder auf ihn gerichtet sind.


Mad Dog: „Willst du nun jeden fragen, der dir über den Weg läuft, huh?! Sogar Rage?! Der hätte schon vor seinem schlechten letzten Run lieber die Stiefel ausgelassen… Dann wäre das Karrierematch gegen mich auch sein letztes geblieben.“


Noch immer scheint der alte Zorn mitzuschwingen, doch man kann sich nicht sicher sein, gegen wen er sich mehr richtet.


Mad Dog: „Und Mike?! Wie war es, als ich eure Hilfe gegen die Modern Erasers brauchte, huh?! Dort habt ihr euch lieber mit euch selbst beschäftigt und seid in den Hinterhalt von T&B gelaufen. Die Titel waren wichtiger… Ok, du wolltest dich danach entschuldigen, aber konntest auch nicht mehr als deine ausgestreckte Hand anbieten.“


Der Hund dreht sich ab. Kurz herrscht eine angespannte Stille, in welche die enttäuschten Worte der Töle verklingen. Dann zieht er spöttisch einen Mundwinkel nach oben.


Mad Dog: „Du hast doch noch dein Osterei, oder? Dann kämpf doch gegen Alonso – das könnte dich aufheitern. Und die Chancen zu gewinnen sind auch besser…“


Stellas Augen wandern von Zereo Killer zu Mad Dog, zurück zu Zereo Killer und zurück zu Mad Dog.


Stella Nova: „Zac Alonso gegen Zereo Killer klingt nicht schlecht. Wäre ein tolles Match – vorausgesetzt es kann dann auch ungestört stattfinden, ohne dass Apocrypha sich einmischt. Ich hatte ja irgendwie bereits bei unserem Match gegen Mixed Devotion die Befürchtung, dass sie wieder aufkreuzen könnten. Sind sie zwar nicht, aber solange sie ungestört agieren können, sind sie wie ein stetiges Damoklesschwert, das nur darauf wartet herab zu sausen. Sie zu ignorieren wird sie nur weiter anstacheln ihr zerstörerisches Ding zu machen...“


Der Leitstern des Professional Wrestling reibt sich dezent die linke Wange – genau jene Stelle, wo Titan sie bei Conquista mit dem Big Boot erwischt hat und blickt zu Mad Dog. Was sie nun sagt, richtet sie mehr oder minder direkt an ihn.


Stella Nova: „Zudem muss man bedenken, dass unsere Tracht Prügel bei Conquista nur deshalb nicht heftiger ausgefallen ist, weil uns ZerBeus dort geholfen haben. Besonders Morbeus hat vieles eingesteckt, das sonst vielleicht uns getroffen hätte. Tatsächlich war dies für mich generell erst das zweite Mal, dass ich überhaupt von einer Übermacht verdroschen wurde und das ist kein Erlebnis, das ich dringlich erneut erleben möchte oder einfach bereit bin ungerächt zu lassen.“


Stellas Blick löst sich von Mad Dog und wandert mit einem leicht verbitterten Lächeln zum Titelgürtel.


Stella Nova: „Es reicht ohnehin nicht, nur darüber nachzudenken, was wir jetzt gerne wollen. Ginge es darum, wäre es einfach: Ich würde nur zu gern erst einmal den Birdie Boys aufzeigen, dass die Mad Stars ein Bunker sind, aus dem sie selbst mit ihrem besten Schlag nicht wieder herauskommen, ehe es erst dann in Richtung Revanche für die Tracht Prügel geht. Aber wie soll man sich auf diese beiden golfenden Arschlöcher konzentrieren, wenn Al Simmons für Apocrypha die Strippen zieht und diese Gruppe jederzeit macht, was sie will? Ich bezweifle, dass Apocrypha mit ihren eigenen Ambitionen brav darauf warten, bis wir mit den Birdie Boys fertig sind. Und selbst wenn doch, früher oder später wird es die Konfrontation geben und das heißt dann nach aktuellem Stand Zwei gegen Fünf, was auch nicht viel besser ist als Eins gegen Fünf. Natürlich könnte ich jederzeit ein paar Freundinnen rekrutieren, aber externe Hilfe für GFCW-interne Probleme… nein, das würde sich nicht richtig anfühlen.“


Während die Stirn der unbekannten Konstante in nachdenklichen Wellen liegt, nickt MacKenzie und blickt hoffnungsvoll Stella Nova an.


Zereo Killer: „Ja, sie hat Recht. Und eine gute Sache hatte es in der vergangenen Show, als ich verprügelt wurde.“


Hört sich zunächst mal ziemlich weird an, doch was meint der Mann aus den Staaten genau?


Zereo Killer: „Ich hörte, was Al Simmons sagte… und er hat Recht. Mut allein ist noch lange kein Fundament!“


Immer noch haftet der Blick auf den Champions.


Zereo Killer: „Morbeus ist verletzt, hoffentlich nicht lange, aber ich weiß es nicht. Aber mit euch an meiner Seite… könnten wir ein Fundament aufbauen, um The Apocrypha zu stürzen!“


Er lächelt, fast schon hoffnungsvoll. Mad Dog hingegen wirkt weniger euphorisch.


Mad Dog: „Yeah, Stella, du hast Recht. Aber wenn wir dir helfen, Mike – oder du unser Titelmatch gegen zwei von ihnen absichern würdest, sind es immer noch Drei gegen Vier… oder Fünf… mit Simmons.“


MacKenzie nickt.


Zereo Killer: „Ja, aber wenn wir, Mad Dog, WIR beide – nach allem, was war - wirklich zusammenarbeiten, ist das vielleicht auch ein Vorbild für andere, alten Zwist beizulegen und sich dem größeren Feind gemeinsam entgegen zu stellen. Die Modern Erasers zum Beispiel… deren Rechnung mit T&B auch noch nicht beglichen ist.“


Die Mad Stars schauen nach diesen Worten einander an. Die Erinnerungen an die Attacken von Bella Venera sind noch relativ frisch. Vor New Level konnten die Erasers sowohl MD als auch Stella Nova attackieren.
Bei Conquista und heute stehen die Erasers allerdings Titan und Tha Bomb entgegen.


Stella Nova: „Die Rechnung der Modern Erasers mit uns ist allerdings auch nicht gänzlich beglichen – zumindest aus ihrer Sicht. Es mag sein, dass wir gemeinsame Feinde haben, aber das macht uns nicht unbedingt zu Freunden. Weder uns und die Erasers, noch uns und dich.“


MD legt den Kopf schief.


Mad Dog: „Wir werden es uns durch den Kopf gehen lassen, Mike! Und…“


Nun nähert sich der Night Fighter und klopft seinerseits mit der Hand auf die Schulter des Zereo Killers.


Mad Dog: „Danke... Danke für eure Hilfe bei Conquista.“




Iokepa hat zuvor sein Match gegen Milly Vermillion gewonnen und jetzt ist seine Partnerin, Bella Venera an der Reihe. Als die Musik ertönt, ist erneut Jubel zu vernehmen. Und dann tritt das Team erneut gemeinsam heraus. Im Hintergrund sieht man, wie Ben Slate sie einst definierte: Als Feuer und Wasser. Die zwei Urgewalten, die sich eigentlich entgegenstehen, aber hier vereint sind.



Demonstrativ kommen sie Händchenhaltend hinaus. Der vorherige Sieg dürfte die Unstimmigkeiten zwischen den beiden abgeflacht haben. Jedoch sind sie schon durch ihr heutiges Vorgehen offenbar geworden: Bella wollte sich weiter an T&B rächen, während Iokepa andere Tag Teams als Ziel auserkoren hatte. Und was tun sie heute?! Beides.

Dennoch haben sie eben betont, dass der Tanz auf mehreren Hochzeiten ihrem Team nicht entgegensteht. Und so küssen sich die beiden kurz und Bella setzt ihren Weg zum Ring fort. Iokepa folgt ihr und slidet kurz hinter ihr in den Ring. Die Göttin jubelt nicht, sie schaut fokussiert zum Entrancebereich.


Sven: „Ist das die Nervosität?! Erst groß tönen und kurz vor knapp die Hosen voll?“

Pete: „Schon bei Conquista haben sich die vier nichts geschenkt. Es wird also nicht mehr sein als die normale Anspannung vor einem großen Match.“


In der Stadthalle wird es stockfinster. Einige Fans aber zücken sogleich ihr Smartphone und schalten die Lampe an, die meisten aber beginnen mit lauten Buhrufen!



Und schon erscheint auch das Logo der Gruppierung, die bisher so viel Unheil gebracht hat. Doch entgegen dieses Zeichens tritt Titan von einem Fluter beleuchtet allein in die Halle.


Sven: „Titan nimmt die Herausforderung von Bella Venera ernst. Sie wollte ein Match ohne Hilfe von außen – und das gibt ihr Titan.“

Pete: „Noch hat das Match nicht begonnen, Sven.“


Titan schreitet zum Ring. Langsam. Furchtlos. Ohne den Blick von Bella Venera abzuwenden.


Als er den Ring erreicht, glimmen die Lichter der Halle wieder an. Die Venera und Titan stehen sich in ihren jeweiligen Ringecken gegenüber. Der ehemalige Tag Team Champion deutet auf Iokepa und schaut dann zurück zu Bella.


Sven: „Natürlich! Wenn er allein gekommen ist, sollte ihr Freund auch verschwinden.“

Pete: „Das scheint Bella nun auch verstanden zu haben und sie sucht das Gespräch mit Iokepa… der aber nicht ganz einsichtig zu sein scheint.“

Sven: „Sie ist ein großes Mädchen und wollte genau diesen Fight, verdammt nochmal.“

Pete: „Das scheint ihm seine Freundin auch mitteilen zu wollen. Falls die anderen kommen, könnte er ja immer noch zurückkehren…“


Bella und Io sind in einer fast heftigen Diskussion verstrickt.


Sven: „E-n-d-l-i-c-h… hat er es eingesehen…“


Tatsächlich macht sich Iokepa mit einem Gemisch aus beleidigter und sorgenvoller Miene zurück in den Backstagebereich, was Titan mit einem fast anerkennenden Nicken quittiert.

Dann aber verfinstern sich die Gesichter der beiden und es kann losgehen.


Hardcore Match:

Bella Venera vs. Titan

Referee: Mike Kontrak


Sofort stürmt Bella auf Titan zu und versucht ihn mit einigen Forarms einzudecken, doch der Mann kann einige davon abblocken und seinerseits Faustschläge anbringen. Beide schlagen nun wild aufeinander ein, bis Bella als Erste härter getroffen wird und zur Seite weichen muss. Titan erkennt die Situation und schmettert ihr einen Boot gegen die Schulter, sodass Bella weiter weg gedrückt wird und sofort schnellt Titan hinterher und rammt sie mit einem Shoulderblock zu Boden.


Kurz prüft der ehemalige Tag Team Champion, ob er an Stirn oder Lippe heftigeren Schaden genommen hat, doch die Furienhaften Schläge der Venera scheinen ihn ohne größere Kratzer belassen zu haben. Eilig packt der große Mann den Blondschopf, doch sofort ertönt ein Schmerzensschrei. Titan war eine Sekunde zu spät, die Beine zusammen zu ziehen, sodass es sich Bellas Biceps in der (abgeschlossenen?) Familienplanung des Bösen gemütlich machen kann.


Sven: „HEY! Das war nicht nett.“

Pete: „Keine Disqualifikation, Sven.“


Ein kurzes Lächeln umspielt Bellas Lippen, als sie sieht, wie Titan seine Weichteile hält. Schnell rollt sich die Maskierte aus dem Ring und geht zum Zeitnehmer, um ihn von seinem Stuhl zu verjagen und selbigen als Waffe mitzunehmen. Doch dies dauert einen Moment, ehe der Platz geräumt ist. Titan hat sich derweil auch aus dem Ring gerollt und ehe Bella den Stuhl hochziehen kann, hat er ihn ebenso gepackt. Bella will ihn wieder zu sich ziehen, doch hat keine Chance gegen den kräftigeren Titan, der den Stuhl erst nach links dreht und dann ruckartig nach rechts wendet, sodass Bella einen Überschlag macht und auf dem Boden landet. Dabei musste sie die Sitzgelegenheit loslassen und nun steht dafür der Mann mit der Waffe dort.

Titan packt sich nun die Füße des Stuhls, um einen besseren Anpack zu haben, doch da trifft ihn bereits ein Kick der Venera gegen das Schienbein. Immer wieder treffen Kicks die Schienbeine und Knie, so wie Antonio Inoki einst Muhammad Ali traf. Titan muss zurückweichen und Bella nutzt die Chance unter den Ring zu rollen.


Sven: „Was soll das?! Will sie wieder flüchten?!“

Pete: „Waren es bei Conquista nicht Titan & The Bomb, die den Kampf auf die Straßen verlagerten?“


Der große Mann schüttelt kurz die Beine aus und geht dann zur Ringschürze, um diese hochzuheben. Doch wo ist Bella? Jubelrufe branden auf und da dies nie ein gutes Zeichen ist, lässt Titan vorsichtshalber die Ringschürze los und richtet sich wieder auf.

Zu spät.

KRACH! Mit einem Kendostick erwischt sie den Partner von Tha Bomb voll am Kopf. Titan lässt den Stuhl fallen und wankt zurück, doch BV ist flink und setzt einen weiteren Treffer gegen die Seite des Titanen. Immer wieder zieht sie den Stock von links nach rechts, trifft in den Rippengegend, aber auch gegen die Oberschenkel. Titan versucht noch den Stock festzuhalten, doch die Geschwindigkeit macht es ihm unmöglich, sodass er beim Zurückweichen und durch die Treffer stolpert und unsanft auf dem Boden landet.


Bella bleibt sofort an ihm dran. Der Kendostick saust erneut herab und zieht eine rote Strieme über Titans breiten Rücken. Ein zweiter Schlag folgt. Dann ein dritter. Der Veteran versucht sich auf Hände und Knie zu stemmen, doch Bella stellt einen Stiefel zwischen seine Schulterblätter und drückt ihn wieder zu Boden.

Mit weit ausgebreiteten Armen präsentiert sie sich den jubelnden Zuschauern.


Sven: „Ziemlich dumm jetzt zu jubeln. Was hat sie geleistet? Sie schlägt einfach auf einen Mann ein, der am Boden liegt!“

Pete: „Das nennt sich Hardcore Match.“

Sven: „Wenn Titan das macht, wirst du wieder von unnötiger Brutalität reden.“


Bella holt erneut aus, doch dieses Mal schnappt Titans Hand nach oben. Seine Finger schließen sich um den Kendostick und bringen die Waffe mitten in der Bewegung zum Stillstand. Das Lächeln verschwindet aus Bellas Gesicht. Sie zieht, Titan hält dagegen. Sie stemmt einen Fuß gegen seine Schulter und zerrt mit beiden Händen, aber der großstämmige Veteran richtet sich trotzdem langsam auf.

Erst auf ein Knie, dann auf beide Füße. Und Bella lässt plötzlich los.

Titan taumelt mit dem Kendostick nach hinten und Bella springt ab, um ihm einen Dropkick gegen die Brust zu verpassen. Der Treffer sitzt, aber Titan fällt nicht. Er wird lediglich gegen den Ringpfosten gedrückt, wo er sich mit einem Arm abfangen kann. Bella nimmt ein zweites Mal Anlauf und will mit einem weiteren Dropkick nachsetzen.

Titan weicht aus!

Bellas Stiefel krachen gegen den Pfosten. Sie landet seitlich auf dem Hallenboden und greift sich sofort an das rechte Knie. Der Schmerz ist echt, doch für eine ausführliche Bestandsaufnahme bleibt keine Zeit. Titan steht bereits über ihr.

Der Kendostick hebt sich.

KRACH!

Bella schreit auf, als die Waffe ihren Oberschenkel trifft.

KRACH!

Der zweite Schlag erwischt die Wade. Titan wirft den zersplitternden Stock zur Seite und packt Bella an Maske und Haaren. Ohne Rücksicht zieht er sie hoch, hievt sie quer vor die Brust und rennt los.


FALLAWAY SLAM GEGEN DIE ABSPERRUNG!


Die Fans in der ersten Reihe springen erschrocken zurück. Bella schlägt mit Rücken und Schultern gegen das Metall und bleibt zwischen Absperrung und Boden liegen.


Sven: „Da ist die Antwort! Wer Titan mit Stöcken schlägt, darf sich nicht beschweren, wenn er zurückschlägt.“

Pete: „Bella beschwert sich auch nicht. Ich bin mir gerade nicht einmal sicher, ob sie genug Luft dafür bekommt.“


Titan nimmt sich einen Moment, um sein angeschlagenes Bein auszuschütteln. Bellas frühe Kicks haben Spuren hinterlassen. Jeder Schritt wirkt etwas steifer als der vorherige, aber das hält ihn nicht davon ab, die Maskierte erneut aufzusammeln. Er greift zwischen ihre Beine, legt sich einen Arm über die Schulter und hebt sie hoch.

Bella strampelt.

Titan dreht sich zum Ringpfosten. Er will sie mit voller Gewalt dagegen rammen.

Bella aber schlägt ihm einen Ellbogen gegen die Schläfe.

Noch einen.

Und einen dritten!


Der Griff lockert sich. Bella gleitet hinter Titan zu Boden und stößt ihn mit beiden Händen nach vorn. Titans Schulter kracht gegen den Stahl. Der große Mann dreht sich benommen um und sieht gerade noch, wie Bella auf die Absperrung steigt.


DIVING CLOTHESLINE VON DER ABSPERRUNG!


Beide gehen zu Boden, doch Bella rollt sich über die Schulter ab und kommt zuerst wieder auf die Knie. Sie atmet schwer. Das rechte Bein belastet sie nur vorsichtig, aber der Blick hinter der goldenen Maske bleibt entschlossen und giftig.

Statt Titan sofort zurück in den Ring zu bringen, hebt sie die Ringschürze an. Erst zieht sie einen weiteren Stuhl hervor. Dann einen zweiten. Schließlich kommt ein Tisch zum Vorschein, was von den Zuschauern mit lautem Jubel begrüßt wird.


Bella stellt den Tisch neben dem Ring auf, doch das kostet Zeit. Zu viel Zeit.

Als sie sich wieder Titan zuwendet, hat dieser bereits einen der Stühle in der Hand.

WHACK!


Der Stahl trifft Bella in der Magengrube. Sie klappt nach vorn und Titan schleudert den Stuhl in den Ring. Anschließend legt er einen Arm um ihre Hüfte und hebt sie ohne erkennbare Mühe hoch.


SPINEBUSTER AUF DIE RINGKANTE!


Bellas Rücken schlägt auf dem härtesten Teil des Rings auf und ihr Oberkörper federt nach oben, bevor sie zu Boden rutscht. Titan hält sie am Arm fest, zieht sie erneut hoch und rollt sie unter dem untersten Seil hindurch. Der eine Teil von T&B schnappt sich einen Stuhl und schiebt ihn ebenso ins Seilgeviert. Dann steigt er hinterher.

Bella versucht sich ob der drohenden Gefahr an den Seilen hochzuziehen, doch Titan schiebt den Stuhl mit dem Fuß in die Ringmitte. Dann packt er sie von hinten, hebt sie auf seine Schulter und marschiert auf das Metall zu.


Sven: „Jetzt beendet er es.“

Pete: „Wenn Titan diesen Powerslam auf den Stuhl bringt, dürfte Bella keine Fortsetzung mehr erleben.“


Titan dreht sich ein, doch Bella rutscht von seiner Schulter!

Sie landet hinter ihm, greift sein linkes Bein und tritt mit der Innenseite ihres Stiefels in die Kniekehle. Titan geht auf ein Knie. Bella setzt sofort mit einem Faceslam nach.

Bella atmet hörbar und schmerzverzerrt aus und ein, doch, aber der Veteran steht wieder auf. So muss auch die Maskierte zurück auf ihre Gehglieder. Eilig holt ihr Gegner zu einer Clothesline aus, doch Bella taucht darunter hindurch, federt in die Seile und springt mit dem Knie voran ab. Der KISS OF…

Titan fängt sie!


Für einen Augenblick hängt Bella quer vor seiner Brust.

Dann wird sie hochgerissen.


POWERSLAM AUF DEN STUHL!


Das Metall knickt unter ihrem Rücken ein. Titan bleibt zum Cover auf ihr liegen.

Eins!

Zwei!


Sven: „DREI!!!“

Pete: „NEIN! Bella reißt die Schulter hoch!“

Sven: „Das war drei!“

Pete: „Es waren zwei.“

Sven: „Aber ein sehr, sehr langsames Drei.“


Titan starrt den Ringrichter an, doch dieser zeigt weiterhin zwei Finger. Der Veteran diskutiert nicht lange. Er greift Bella um den Hals, zieht sie auf die Beine und klemmt ihren Kopf zwischen seine Oberschenkel. Das soll eine Powerbomb geben, doch Bella versucht sich schwer zu machen. Titan hebt sie trotzdem an. Hoch über seinen Schultern schlägt sie mit allem, was sie noch im Tank hat, auf seinen Kopf ein. Titan schwankt, hält sie aber fest und läuft auf die Seile zu.

Scheinbar erinnert er sich, dass dort draußen der aufgebaute Tisch steht, durch welchen Titan nun seine Gegnerin werfen will!


Doch Bella beugt sich nach hinten, schlingt die Beine um seinen Kopf und reißt ihn mit einer Huracanrana nach vorn. Titan überschlägt sich, kracht jedoch nicht durch den Tisch, sondern bleibt in den Seilen hängen. Sein Oberkörper befindet sich außerhalb des Rings, während die Beine über dem mittleren Seil liegen.

Bella sieht den Tisch. Dann sieht sie Titan. Sie schiebt ihre Haare nach hinten und fasst einen Entschluss. Eilig greift sie den verbogenen Stuhl und rammt dessen Kante gegen Titans Knie. Einmal. Und noch ein weiteres Mal. Beim dritten Treffer rutscht der Veteran aus den Seilen und landet neben dem Tisch auf dem Hallenboden.

Bella steigt durch die Seile auf den Apron. Das angeschlagene Knie lässt sie kurz zögern. Titan kommt bereits wieder hoch. Also klettert sie nicht auf die Ecke, sondern wartet, bis er sich ganz aufgerichtet hat.

Sie springt.


SUPERWOMAN PUNSH!


Titan wankt zurück und landet fast auf dem Tisch. Bella setzt mit weiteren Forearms nach, um den Koloss nun dort zu platzieren. Und tatsächlich muss er mit dem Oberkörper drauf und das reicht der Venera, um ihrerseits auf den Apron zu steigen, um von dort erneut auf ihren Feind hinab zu springen. Dieser aber hat sich schon wieder schüttelnd erhoben und packt Bella mit seinem langen Arm am Hals. Die Blonde bekommt kaum Luft, doch da ist es zu spät und Titan packt sie auch an einem Bein.


ÜBERWURF DURCH DEN TISCH!


Der Tisch bricht unter Bella zusammen, doch auch Titan verliert sein Gleichgewicht ob der schmerzenden Beine und sitzt für einen Moment neben den Trümmern. In diesen Sekunden bewegt sich niemand. Dann aber richtet sich Titan am Apron wieder auf, um langsam, schwer atmend und mit deutlich sichtbaren Schmerzen im linken Bein zu seiner Gegnerin zu humpeln. Bella liegt unter einer Hälfte der Tischplatte. Ihre Maske sitzt schief, doch das blonde Haar ist über ihr Gesicht gefallen.


Sven: „Das war’s. Das muss es gewesen sein.“

Pete: „Das Cover muss im Ring stattfinden.“

Sven: „Dann soll der Ringrichter eben rauskommen und hier zählen.“

Pete: „So funktionieren Regeln nicht. Selbst in einem Match, das fast keine besitzt.“


Titan zieht Bella an einem Arm aus den Trümmern, hebt sie hoch und will sie in den Ring schieben, doch Bella hängt beinahe regungslos in seinen Händen. Schließlich schafft er es mit großer Kraftanstrengung und rollt sie hinein, um ihr anschließend zu folgen.

Eins!

Zwei!

Dre—


Bella bekommt einen Fuß auf das unterste Seil und der Ringrichter bricht den Count ab.

Titan zeigt nach draußen und erinnert ihn lautstark daran, dass es keine Disqualifikation und keinen Count-out gibt. Der Ringrichter erklärt ihm ebenso lautstark, dass ein Rope Break dadurch nicht automatisch aufgehoben ist.


Sven: „Kontrak bestiehlt Titan!“

Pete: „Er hätte Bella zwanzig Zentimeter weiter in die Ringmitte ziehen können.“


Und dies macht der Veteran nun auch: Er greift nach dem Fuß auf dem Seil. Er zieht Bella in die Mitte und covert erneut.

Eins!

Zwei!

Kick-out!


Kurz liegt der Blick des ehemaligen Champions auf Bella Venera. Dann erhebt er sich und zieht sie mit hoch. Er greift nach ihrem Hals, doch Bella will seinen Arm wegschlagen. Titan aber greift erneut zu. Jetzt tritt sie ihm gegen das linke Knie. Der Griff am Hals lockert sich wieder und das ist ein gutes Zeichen für sie. Erneut haut sie ihre Stiefelspitze frontal gegen das Beingelenk.

Titan drückt sie weg und versucht mit einer Clothesline hinterher zu gehen, doch Bella weicht aus und speart gegen die Kniekehle. Der Veteran sackt zusammen. Bella packt sein Bein, dreht sich ein und zwingt ihn zu Boden.


FIGURE FOUR LEGLOCK!


Titan brüllt auf. Bella liegt auf dem Rücken und versucht noch mehr Druck auszulösen, doch der Powerslam durch den Tisch hat deutliche Spuren hinterlassen. Titan schlägt mit den Fäusten auf die Matte und robbt in Richtung Seile. Bella versucht sich noch einmal entgegen zu stemmen, doch sie hat keine Chance. Titan erreicht die Seile. Aber sie hält weiter fest. Es gibt ja keinen Zwang, den Griff zu lösen.


Sven: „Ringrichter! Sie muss loslassen!“

Pete: „Keine Disqualifikation, Sven.“

Sven: „Und was war das eben beim Cover???“

Pete: „Der Griff kann so zumindest keinen Sieg bringen.“


Titan greift durch die Seile und zieht sich halb aus dem Ring. Bella hält den Griff geschlossen, wird jedoch mitgezogen. Ihr Rücken schleift über die Matte. Der Veteran richtet sich an den Seilen auf und schafft es tatsächlich, sich umzudrehen.

Der Druck kehrt sich um und Bella schreit kurz auf, um danach sofort die Beinschere zu lösen. Titan rollt sich aufs Apron und zieht sich langsam an den Seilen hoch, doch auch Bella ist wieder auf den Beinen und läuft an.


KISS OF RUIN!!!


Der Running Kneestrike sitzt und wirft Titan vom Apron runter. Bella knallt ebenso auf die Matte, doch sie schnuppert nun Siegesluft.

Also rollt sich Bella aus dem Ring, um ihren Gegner zu packen. Und sie bekommt ihn zwar am Arm zu fassen, doch der Veteran ist zu schwer. Selbst mit beiden Händen vermag sie ihn kaum zu bewegen. Nach dem Kampf durch den Tisch fehlen ihr neben dem Eigengewicht zudem die Kräfte, um ihn zurück in den Ring zu hieven.


Sven: „Da hat sie ihren Kiss of Ruin verschwendet.“

Pete: „Sie hat Titan getroffen, aber außerhalb des Rings kann sie ihn nicht besiegen.“


Bella versucht es erneut. Dieses Mal greift Titan plötzlich zu und zieht sie mit dem Kopf voran gegen die Ringkante. Die Maskierte landet dumpfen Knall gegen die Kante neben Titan auf dem Boden. Dieser rollt sich zur Seite und trifft sie mit einem harten Faustschlag.

Bella muss sich zur Seite drehen, doch Titan rollt sich ihr hinterher und begräbt sie unter seinem massiven Gewicht. Schnell hat er ihren Körper zwischen seine Beine gepresst und kann nun den Oberkörper aufrichten, um mit der Linken ihren Kopf zu umfassen und sie mit der Rechten mit einigen Faustschlägen im Gesicht zu treffen.


Pete: „OH fuck, sie blutet!“

Sven: „Ist er zu stark, bist du zu schwach!“



Endlich rollt sich Titan von ihr und scheint sich weiter schütteln zu müssen. Doch mit Hilfe des Aprons schafft er es wieder auf die Beine zurück, packt sie anschließend an der Hüfte und schleudert sie unter dem untersten Seil hindurch zurück in den Ring.

Der Veteran folgt ihr langsam. Sein linkes Bein behindert ihn sichtbar, doch Bella ist nach dem langen Kampf und den donnernden Schlägen kaum noch in der Lage, sich zu verteidigen. Titan fängt ihren verzweifelten Superkick ab und zieht sie mit einer kurzen Clothesline wieder zu Boden.

Eins!

Zwei!

Nein!


Bella reißt die Schulter hoch. Titan zieht sie sofort wieder auf die Füße. Ein verzweifelter Chop trifft seine Brust, ein zweiter folgt, doch Titan beendet die Gegenwehr mit einem mächtigen Headbutt. Bella sackt in seine Arme.

Nun soll Schluss sein.

Titan packt sie am Hals und hebt sie für seine finale Aktion hoch. Bellas Beine verlassen bereits die Matte. Sie schlägt gegen seinen Arm, doch Titan hält sie fest. Bella zappelt, sie schaut verzweifelt nach einer Lösung, einer Idee.

Plötzlich greift Bella mit beiden Händen nach seinem Kopf, zieht ihn zu sich heran—

und küsst ihn.


Titan erstarrt.


Für einen Moment scheint der Veteran vollständig vergessen zu haben, wo er sich befindet. Keine Lichter, keine Fans, kein Match… die Welt steht für diesen Augenblick still, als sich ihre Lippen berühren. Nicht nur für einen Moment. Sie küsst ihn intensiv. Seine Augen weiten sich und der Griff um Bellas Hals löst sich und will sich stattdessen an ihren Kopf schmiegen. Sie landet also wieder auf den Füßen und zieht den Kopf zurück. Kurz betrachtet sie den völlig überrumpelten Hünen, auf dessen Lippen der blutrote Lippenstift deutlich zu sehen ist, aus erschöpften Augen. Mit dem Unterarm wischt sie über ihren eigenen Mund, so als wolle sie den Sabber wegwischen. Ihr Blut von der Stirn mischt sich dabei mit dem farbigen Lippenstift.


Sven: „Was war DAS denn?!“

Pete: „Offenbar die einzige Aktion, gegen die Titan keinen Konter vorbereitet hatte.“


Titan blinzelt immer noch irritiert. Dann schüttelt er nach einer gefühlten Ewigkeit den Kopf und will erneut zugreifen, doch Bella ist schon längst in den Seilen. Sie nimmt Anlauf, springt ab und rammt Titan das Knie mit voller Wucht gegen den Kopf.


KISS OF RUIN!


Sven: „NEIIN!“

Pete: „Der zweite Kiss of Ruin sitzt genau. Titan fällt wie ein gefällter Baum rücklings auf die Matte!!“

Sven: „Bella wirft sich auf ihn…“

Pete: „Eins!“

Sven: „Zwei!“

Pete: „DREEEEEIIII!!!“


DING! DING! DING!


Bella rollt erschöpft von Titan herunter, aus dessen alter Wunde durch den Knietreffer nun ebenfalls wieder Blut sprudelt. Unter der verrutschten Maske zeichnet sich dennoch ein Lächeln ab. Der tatsächliche Kuss hatte Titan aus dem Konzept gebracht – der anschließende Kiss of Ruin brachte ihr den Sieg.

Ihr Blick geht zum Entrancebereich, wo nun Iokepa kommen sollte, um sie zu ihrem Sieg zu beglückwünschen. Doch dieser bleibt erstmal abwesend. Also rollt sie sich aus dem Ring und hebt den Arm in die Höhe. Die Fans jubeln ihr zu, obgleich auch der ein oder andere irritiert scheint. Erschöpft, blutend und abgekämpft macht sie sich auf den Weg in den Backstage. Erst als sie fast vor dem Vorhang angekommen ist, tritt auch ihr Freund Iokepa hinzu. Sie legt sich sofort in seine Arme und will ihn küssen, doch er dreht seinen Kopf weg. Stattdessen stützt er sie, um sie in den Backstage zu geleiten.