Wer hätte gedacht, dass auf
einem Golfcart so viel Platz ist?
Nicht nur die Birdie Boys, Steven
Sademi und „Mr. Fairway“ Rupert Wooten, haben im
Vorfeld des anstehenden Matches ihre gewohnte Position im
Entrancegefährt eingenommen: Halb nach draußen gelehnt
steht auch noch Sandro. Der Botschafter Luxemburgs schwenkt die
großherzogliche Flagge der von ihm verehrten Nation und
sorgt dafür, dass das Golfcart gefährliche Schräglage
bekommt. Sademi muss mit angespannter Miene gegensteuern, damit
die Luxembirdies nicht schon vor ihrem ersten Match als Trio zu
Boden gehen.
Hoffnungslos überladen schiebt
sich das Card die Rampe entlang. Einige Zuschauer, denen die
Festungsluft wohl nicht gut bekommt, versuchen nach der Flagge zu
greifen und werden von Sandro mit einem Zischen abgekanzelt. Er
entreißt ihnen den wertvollen Stoff und presst ihn
leidenschaftlich an sein Herz.
Als die Luxembirdies nah genug am
Ring sind, um nach den Seilen greifen zu können, springt
Sandro direkt von der Sitzbank auf den Apron. Durch den
plötzlichen Gewichtsverlust schlägt das Cart in die
andere Seite aus und steht für einen Augenblick auf nur zwei
Reifen. Gerade noch gelingt es, den Unfall zu verhindern. Die
Birdie Boys sind jedoch gut darin, die Situation zu überspielen.
Sie springen aus ihrem Wagen und schwenken – analog zu
Sandros Fahne – ihre Golfschläger als wären das
große Trophäen. Und gewissermaßen sind sie es ja
auch: Trophäen dafür, dass sie eine bessere Art Mensch
sind. Oder etwa nicht? Hätte das Großherzogtum sie
sonst eingebürgert?
Auf der Matte versammelt sich das
Trio und gibt einander höflich die Hand. Sie wünschen
sich – unter den Buhrufen der Zuschauern – ein gutes
Match. Wie es zivilisierte Menschen eben machen. Doch dann wird
es direkt unzivilisierter, denn hier kommen die kulturlosen
Gurken.
So gut die Musik auch ist,
vermutlich wird es weder Zac Alonso noch Monica Shade gefallen,
dass ihr gemeinsamer Auftritt zur Musik von Milly Vermillion
stattfindet. In der Regie dachte man vermutlich, dass dies die
neutrale Variante ist, auf dass es zwischen dem Intercontinental
Champion und seiner Herausforderin nicht direkt vor dem Match
neuen Stunk gibt. Die blond gelockte Phönixfrau geht mit
einem selbstverständlichen Lächeln voran – für
sie ganz natürlich, dass ihre Musik spielt.
6 Man Tag Team
Match Luxembirdies (Sandro, „Mr. Fairway“
Rupert Wooten & Steven Sademi) vs. Milly Vermillion,
Monica Shade und Zac Alonso Referee: Mike Gard
Sollte es innere Verstimmung
wegen der Musik geben, lässt sich Zac Alonso davon
nichts anmerken, seine Körpersprache ist positiv und er
klatscht mit manchem Fan ab. Monica Shade hingegen sieht
nicht zum ersten mal an diesem Abend komplett entrüstet
aus. Der Grund dafür hat vier Beine und wedelt mit dem
Schwanz. Der Zacidog ist nämlich mit von der Partie,
inklusive dem Backstagemitarbeiter als Aufpasser, sodass Lady
Rosi nichts zu befürchten haben sollte. Monica bedeutet
besagtem Mitarbeiter, dass er gefälligst jederzeit in
der Mitte zwischen Zacidog und der auf einem Stuhl mit Kissen
platzierten Lady Rosi zu sitzen oder zu stehen hat und sollte
sie je etwas anderes sehen während dem Match, dann setzt
es was.
Klar, dass Zac Alonso sofort
zur Stelle ist, um sie Sache zu entschärfen und noch
klarer ist, dass er damit nur wenig Erfolg hat. Klarheit
herrscht so auch bezüglich der Frage wer wohl anfängt:
da Monica und Zac ob dieser kleinen, knisternden Episode
etwas später auf den Apron geklettert kommen, ist Milly
Vermillion bereits im Ring und startet somit für ihr
Team.
Der Feurigen gegenüber
steht Sandro, also jener Mann, der vor einigen Wochen Millys
WG Mitbewohnerin Dominique Rouge unter nicht gänzlich
sauberen Umständen besiegte. Rachegelüste hat Milly
deswegen nicht, aber Sandro besiegen und so aufzeigen, dass
sie als weiser und mächtiger Phönix besser ist als
die Hexe, diese Gelüste hat die 1,50 kleine Blondine
dann doch.
Nun gibt es keine offizielle
Angabe zu Sandro auf der Seite des GFCW Rosters – um
genau zu sein taucht er dort ebensowenig auf wie die Birdie
Boys – aber dass er klar größer und schwerer
ist als Milly, so viel ist offensichtlich. Entsprechend
großkotzig tritt er ihr auch gegenüber und will
sie in einen Side Headlock nehmen. Ein Ausweichschritt der
Feurigen und ein Tritt gegen das Schienbein von Sandro lassen
das Match jedoch eine andere Richtung einschlagen.
Pete:
„Als die LPG Milly anwarb wurde ihr Coaching von Robert
Breads in Aussicht gestellt. Das hat es zwar nie gegeben,
aber ein Hauch von kanadischem Shitkicker ist bei Milly auf
jeden Fall da. Sie kommt aus Kanada und kann auf sehr
vielfältige Weise zutreten.“ Sven:
„Das große Kanada tritt das arme, kleine
Luxemburg mit Füßen. Und du feierst das auch
noch.“
Nachdem Sandro in kurzer
Zeit einen Shin Kick, zwei Shoot Kicks und dann auch noch
einen Hook Kick kassiert hat, tritt er selber zu per Big Boot
und landet mit diesem einen Tritt einen heftigeren Treffer
als Milly mit all ihren Kicks zuvor zusammen. Kein Wunder,
Stiefel sind für gewöhnlich härteres
Trittmaterial als Füße, es ist viel mehr Masse
hinter dem Tritt und vor allem hat Sandro mit seinem Big Boot
Milly voll gegen den Kopf getreten, während bei Milly
selbst ihr hoher Roundhouse den nicht-mehr-Portugiesen mehr
auf die Brust getroffen hat.
Zwei, drei Stomps später
wechselt Sandro mit Rupert Wooten, der kurz Maß nimmt
und sich anschickt aus dem Lauf zuzutreten – aber das
macht er nicht. Das wäre ja ein Penalty Kick und er ist
ja kein dreckiger Fußballer, alleine der Gedanke diesen
Pöbeltritt auszuführen ist so absurd, dass Wooten
es nicht glauben kann, dass tatsächlich jemand dachte,
er würde es tun. Stattdessen zieht er Milly an der
blonden Lockenpracht nach oben, holt mit dem Arm aus und
schlägt einen European Uppercut mit einer Bewegung, die
ästhetisch ansprechend ist. Ein European Uppercut wie
ein Golfschlag. Elitärer, wunderbarer und besser geht es
nicht.
Also abgesehen davon, dass es
besser gewesen wäre, wenn die Aktion getroffen hätte.
Stattdessen weicht Milly aus
und landet einen Step Up Enzuigiri! Wooten hält sich den
Nacken und Milly sieht sich um. Eigentlich, um zu sehen wo
die Ringseile sind, auf dass sie fliegen kann, aber sie sieht
auch ihre Ringecke, aus der ihr zwei Hände entgegen
gestreckt werden.
Monica oder Zac, mit wem soll
sie jetzt abklatschen?
Die Fans duellieren sich mit
Chants wen sie nun lieber im Ring haben wollen und wenig
verwunderlich sind die Zurufe für Zac Alonso lauter. Zac
und den Zacidog hat man ins Herz geschlossen. Monica und Lady
Rosi haben zwar auf ihre eigene Weise ihren Platz in den
Herzen der Fans, aber es ist eher ein mögen,
respektieren und drollig finden verglichen mit der Bindung,
die sich Zac Alonso mit dem Publikum seit seinem Turm gegen
Darragh Switzenberg erarbeitet hat. Natürlich sind auch
erheblich mehr Hundebesitzer und -freunde im Publikum als
Schweinebesitzer.
...Milly wechselt dennoch mit
Monica. Das sorgt nicht direkt für Pfiffe, aber doch ein
kollektives Raunen. Ist aber nicht ganz verwunderlich, mit
Monica verbindet Milly ja viel mehr als mit Zac.
Okay.
Mit Zac verbindet Milly auch
ca. gar nichts, von daher heißt das nicht viel. Double
Teaming gibt es erst mal nicht, dafür ein bisschen
Ringen und ein bisschen Härte in Form von Punches. Mit
knapp unter 1,70 und einer gesunden Körperkraft
ausgestattet ist Monica physikalisch sehr viel besser in der
Lage Wooten Paroli zu bieten als Milly, was sich besonders
zeigt, als Monica in einem Waistlock Wooten gegen dessen
Willen in die Luft gestemmt kriegt und dieser es nur mit Mühe
verhindern kann per German Suplex auf den Nacken geklatscht
zu werden.
Sein Ellbogen schnellt ein paar
mal nach hinten, um sich zu befreien und in der Tat löst
Monica den Waistlock, um sich das Gesicht zu halten, doch als
er los spurtet, um einen Laufangriff zu starten, da läuft
ihm Monica hinterher, reißt einen Fuß hoch und
springt ab:
Claymore!
Das bezeichnet zwar
eigentlich ein schottisches Schwert, aber man muss ja nicht
Schotte sein, um ein solches Schwert zu benutzen. Auf jeden
Fall war der Einschlag heftig und Monica würde
zweifellos covern, wenn sie nicht wenige Zentimeter von der
Ecke der Luxembirdies entfernt wäre. Das ist sie aber
und so schickt sie sich an dem Golfer zurück in die
Ringmitte zu ziehen – was Steven Sademi allerdings mit
einem beherzten Zugriff von außen verhindert. Er packt
Monica am Kopf und springt vom Apron auf den Hallenboden,
wodurch Monicas Rücken und Nacken hart gegen die Seile
geklatscht werden. Die Leopardin aus Long Island geht zu
Boden und Wooten rollt sich zur Seite, womit Sandro nun
wieder der legale Mann im Ring ist.
Sofort packt er Monica auch am
Schopf und stopft ihren Kopf zwischen seine Oberschenkel. Der
linke Arm wird gepackt, dann der rechte… Ansatz zum
Tiger Driver! Ein Tiger, um die Leopardin zu bezwingen! Aber
Monica blockt und obgleich Sandro auf ihren Rücken
klopft als wäre er ein Trommler kann Monica einen Back
Body Drop vollführen und sich gen eigene Ringecke
orientieren. Ihr wird nur eine Hand entgegen gehalten.
Von Zac Alonso.
Milly steht etwas teilnahmslos
da, den Kopf auf beide Hände gestützt auf der
Ringecke. Es ist nicht so, dass sie einen Tag verweigern
würde, sie sieht nur keinen Anlass sich Mühe zu
geben diesen zu forcieren. Monica hadert für einen
Moment, aber dann tagt sie mit Zac. Sie kann ja schlecht
verkünden mit ihm die Luxembirdies besiegen zu wollen
und ihm nun den Wechsel verweigern, wenn er ihn anbietet und
Milly nicht.
Pete:
„Ich habe so ein bisschen das Gefühl, dass Monica
lieber mit Milly abgeklatscht hätte als mit Zac.“
Sven:
„Ich würde auch lieber Milly abklatschen als Zac.“
Pete: „Es
ist 2026, könntest du endlich mal deine permanenten
sexuellen Kommentare lassen? Das sind Sportlerinnen und keine
Sexobjekte!“
Sven:
„Sagt derjenige mit dem Sohn aus einer geheimen
Affäre.“
Der 1,82 große
Intercontinental Champion macht nun etwas Dampf und verpasst
Sandro ein paar schnelle Schläge und Tritte, ehe er ihn
per Whip In laufen lässt und mit einem Dropkick begrüßt,
kaum dass er aus den Seilen zurückkommt. Der frühere
CR7 Fan rollt sich aus dem Ring und Zac nimmt Maß für
einen Dive, aber begleitet von Mike Gards Meckern ist Milly
in den Ring gekommen, huscht an Zac vorbei und nutzt das
zweite Ringseil als Sprungrampe: Step Up Tope con Hilo!
“She’s
a Phoenix~!“ *clapclapclap*
Wären die Fans doch
nur bei den Black Wyrms ebensogut darin das zu rufen, was sie
zu sein beanspruchen. Milly nimmt den Zuspruch wohlwollend
zur Kenntnis und macht in Pose ein paar Flügelschläge
zur Belohnung, soll heißen: sie wedelt mit den Armen.
Und weil sie sich auf die Fans
konzentriert, merkt sie nicht wie Steven Sademi von hinten
kommt und sie per Running Shoulderblock auf eine ganz andere
Art fliegen schickt. Dafür bekommt Sademi wiederum von
Alonso eine Ropewalk Moonsault Press verpasst, welche die
Fans nun völlig ausflippen lässt.
“Zac~!“
*clapclapclap*
„idog~!“
Wie gut, dass Milly gerade
damit beschäftigt ist angeknockt auf dem Hallenboden
herumzuliegen und daher nicht mitbekommt, wie die Fans die
Flugaktion von Zac Alonso mehr bejubeln als die Ihrige. Zac
will nun Sandro aufsammeln, aber der packt ihn am Kopf,
stellt sich auf und fällt sogleich wieder auf die Knie.
Nicht etwa, um König Zac unterwürfig zu sein,
sondern um Zac per Chin Breaker einen Kontrollbesuch beim
Kieferorthopäden nahezulegen. Zac taumelt rücklings
und bekommt von Sandro noch ein, zwei Chops ab, dann packt
der Luxemburger zu und klatscht ihn gegen den Apron. Ein Mal.
Zwei Mal. Und weil aller guten Dinge Drei sind will er es
noch mal machen, aber er kriegt urplötzlich von der auf
dem Apron stehenden Monica Shade einen nonchalanten Kick ab,
der ihn unvorbereitet erwischt und zur Seite taumeln lässt.
Zac nimmt zur Kenntnis, dass seine Herausforderin auf das
Gold ihn gerade unterstützt hat und kehrt in den Ring
zurück, während Milly und Steven jeweils in ihre
Wechselecken zurückkehren.
Sandro wiederum kehrt
nirgendwohin zurück, er schlendert ganz gemütlich
außerhalb des Ring in Richtung seiner Wechselecke und
setzt im Angesicht einer portugiesischen Fahne an etwas zu
sagen, was mit einem „S“ beginnt, aber er
verkneift es sich und geht demonstrativ an dem Fan mit der
Fahne vorbei als hätte es nie ein Interesse an Portugal
gegeben.
Bei den Birdie Boys angekommen
wechselt er zunächst mit Rupert Wooten und der sofort
mit Steven Sademi. Sandro bleibt draußen, aber die
Birdie Boys wollen nun Double Teaming betreiben. Zac Alonso
juckt es in den Fingern sich die beiden persönlich
vorzunehmen, aber der Mann aus Los Angeles macht das
Rationale: er geht zu seiner Wechselecke, wo Milly immer noch
etwas angeklingelt gegen den Ringpfosten lehnt, während
Monica ihm die Hand hinhält. Ohne zu zögern
klatscht er ab und so heißt es Zwei gegen Zwei.
Eine wilde Keilerei entsteht
bei der Monica ausholt zum Supercat Punch – doch als
sie zuschlägt duckt sich Wooten weg und Monicas Faust
fliegt in Richtung Zac, der das sieht. Monica kann
rechtzeitig stoppen, aber beide tauschen einen kurzen Blick
aus und es ist definitiv kein Blick, wie ihn Bella Venera und
Iopeka oder Sven und Petes Mutter austauschen. Diesen Moment
nutzen die Birdie Boys für Attacken von hinten, jeweils
ein Ansatz zum Sleeper Hold. Monica zieht die Beine hoch und…
tritt gegen Zacs Brust!
Das findet der erst mal nicht
so toll, aber er versteht, packt zu und gibt Monica
zusätzlichen Schwung. So kann Monica dem Sleeper von
Sademi entkommen, einen Rückwärtssalto in dessen
Rücken vollziehen und zum German Suplex ansetzen…
und ihn durchziehen! In die Brücke!
Eins!
Zwei!
Nein!
Wooten hat seinen Sleeper gegen
Zac gelöst und sich auf Monica gestürzt, um das
Cover zu verhindern. Sandro ist ebenfalls herbei geeilt,
bekommt aber von Milly nun einen Springboard Meteora ab!
Wooten wiederum wird von Zac
von hinten erwischt:
Hollywood
Kick
Wooten wird förmlich
vom Rückstoß des Tritts aus dem Ring gefegt! Mike
Gard bemüht sich Zac, Milly und Sandro in ihre
jeweiligen Ecken zurück zu schicken, in der Zwischenzeit
versetzt Monica dem am Boden liegenden Steven Sademi ein paar
Stomps, ehe sie ihn am Kopf packt, das Knie ansetzt und die
Golden Rule vollführt! Cover! Eins! Zwei! Drei!
… ja, Mike Gard war noch
beschäftigt und kommt jetzt erst herbei und so gibt es
einen 0 Count wo ein 3 Count gewesen wäre. Kein Problem,
Monica slamt Sademi noch mal auf die Matte und erklimmt die
eigene Ringecke… wo sie merkt, wie sowohl Milly als
auch Zac mit ihr abklatschen. Monica nimmt es zur Kenntnis
und springt von ganz oben ab:
5*
Frog Splash!
Double
Foot Stomp von Milly hinterher!
Und auch noch
die Movie Star Bomb von Zac Alonso!
Totaler
Overkill!
Zac
covert! Eins! Zwei!
DrSandro in letzter Sekunde! Selbst zu zweit konnten Monica
und Milly ihn nicht stoppen. Auch weil ihre Absprache
komplett Scheiße war.
Pete:
„Das hätte es jetzt nicht nur ein Mal, sondern
sogar zwei Mal sein können, wenn nicht müssen. Aber
noch sind die Luxembirdies nicht besiegt!“
Sven:
„Wahrlich inspirierend wie die tapferen Luxemburger den
fiesen Amerikanern standhalten!“
Sandro verteilt ein paar
Eye Pokes, um sich und vor allem dem völlig fertigen
Steven Sademi etwas Luft zu verschaffen und das funktioniert
auch halbwegs. Zac und Monica werden kalt erwischt, aber
Milly nicht, weil sie nicht kalt ist, sondern ein heißer
Phönix. Sie fängt die Hand von Sandro ab, verpasst
ihm ein paar Chops und will zu einem Lucha Armdrag die Seile
hoch, aber Mike Gard schickt sie in die Ringecke zurück
und Sandro ebenfalls. Danach gilt es auch Monica Shde dorthin
zu verfrachten und dabei bekommt er nicht mit, wie Rupert
Wooten von außen Zac Alonsos Beine mit seinem
Golfschläger wegzieht. Das nutzt Sademi, um zu Sandro zu
robben, der wiederum zu Zac eilt, um diesen ausgiebig in den
Seilen zu würgen. Aber Monica kommt heran gerauscht und
verpasst ihm vom Apron aus einen Lariat!
Dies erlaubt es Zac Alonso mit
ihr zu wechseln. Kaum ist Monica im Ring, da wirbelt sie
herum für ihre Backfist to the Future, aber Sandro
weicht aus – genau dahin wo Zac steht, der ihm einen
Carthwheel Kick verpasst! Sandro torkelt zu Monica und die
schleudert den Luxemburger gen Seile. Als er von dort
zurückkommt versetzen ihm Monica und Zac einen doppelten
Back Body Drop. Ein kurzer Blick der beiden füreinander
– immer noch etwas Misstrauen, aber auch ein ganz
kleiner Hauch von Respekt füreinander.
Nicht viel, aber ganz wenig ist
immer noch mehr als nichts.
Monica umklammert nun Sandro
von oben per Waistlock, das soll ihr Deadlift German Suplex
werden. In der Tat kriegt Monica Sandro hoch, aber dann
klammert der sich an den Seilen fest bis Monica loslässt
und nun seinen Rücken zur Trommel umfunktioniert.
Sandros Griff wird schwächer und dann wirft Monica ihn
per Release German Suplex auf die Matte, dass er sich
förmlich überschlägt und das soll nun endlich
der Anfang vom Ende sein. Ansatz zum Double Underhook
Dominator, dem Daedalus Destiny… aber Sandro macht
sich schwer und dann schlägt Steven Sademi von außen
zu! Monica ist irritiert und Sandro rollt sie ein… und
greift ins Seil! Mike Gard sieht es nicht!
Eins!
Zwei!
DrZAC!
Rettung in letzter Sekunde.
Sademi kommt zurück in den Ring, bekommt aber von Zac
prompt einen Spinning Heel Kick verpasst, während Monica
mit ihrer Dark Blade die Brust von Sandro erröten lässt
und wie er sie sich hält ist seine Deckung unten.
Der gibt nur ein kurzes
Gastspiel im Ring, da Zac ihm ein paar Schläge verpasst
und ihn prompt wieder rauswirft.
Pete:
„Irgendwie ist das Match immer noch nicht vorbei.“
Sven: „Dieses
‚irgendwie‘ nennt sich ’Kämpferherz’
aber es wundert mich nicht, dass du davon nichts verstehst.
Immerhin glaubst du ja, dass dein missratener Sohn eines
hätte.“
Was im Ring passiert zieht
unverändert die meisten Blicke auf sich, nicht zuletzt
weil Sandro weiter einstecken muss, aber wer den Blick
abwendet und gen Ringside blickt, sieht wie Rupert Wooten
sich seinen Golfschläger und einen Ball geschnappt hat.
Er nimmt Maß und dann schlägt er auf ein Ziel, das
nicht weit weg ist und das er kaum verfehlen kann, weil es
still und friedlich auf seinem Kissen sitzt.
Rupert schlägt.
Der Ball fliegt.
Und er trifft.
Lady Rosi.
Das Stoffschwein fällt von
seinem Sitzplatz und der Ball kullert vor den Zacidog, der
davon aufschrickt und kurz zu bellen beginnt. Monica Shades
Augen wandern nach draußen. Sie sieht Lady Rosi am
Boden und einen bellenden Zacidog.
Und sie sprintet los.
Milly wird im Vorbeilaufen
abgeklatscht, dann ist sie bei Lady Rosi und ihr Blick gen
Zacidog ist von einschüchternder Härte, dass der
Zacidog sogleich zu winseln beginnt. Noch natürlich ist,
dass Zac Alonso sofort zur Stelle ist, um seinen treuen
Gefährten zu schützen. Der Backstagemitarbeiter
versucht zu schlichten und deutet zum Golfball, womit eine
Eskalation vielleicht noch abgewendet werden kann.
Lanngsam beginnt Monica zu
begreifen was tatsächlich geschehen ist und ihre Augen
wandern mit lodernden Hass gen Birdie Boys in den Ring…
und dann ertönt die Ringglocke. Während sich alles
nur noch um Lady Rosi und den Zacidog zu drehen schien ist
das Match natürlich weitergelaufen und das letztlich
Eins gegen Drei. Milly hat sich gewehrt, ist aber letztlich
Sandros Tiger Driver zum Opfer gefallen.
Sieger
dieses Matches durch Pinfall: die Luxembirdies!
Diese drei feiern, während
es bei Monica und Zac sofort gegenseitige Schuldzuweisungen
für die Niederlage gibt und Milly Vermillion auf beide
sauer ist, dass diese sie alleingelassen haben. Dann sammelt
Monica Shade Lady Rosi auf, nimmt sie behutsam in die Arme,
als ob sie jemand Verletztes zu tragen hätte und eilt
davon – aber nicht ohne zuvor noch einen Blick gen
Luxembirdies zu werfen, der auf gnadenlose Rache zu einem
späteren Zeitpunkt schließen lässt. Zac
Alonso schüttelt frustriert den Kopf, krault den
Zacidog, der sich mittlerweile wieder beruhigt hat und
schnappt sich dann seinen Intercontinental Title. Ein Titel,
den er bei Blue Blood gegen eine Monica Shade zu verteidigen
hat, die so übellaunig sein wird, wie nie zuvor. Er hat
die Herausforderung Darragh Switzenberg gemeistert. Er hat
die Herausforderung Iray Burch überwunden. Und die
Herausforderung bei Blue Blood wird zweifellos denselben
Schwierigkeitsgrad haben… mindestens.
GRÖÖÖÖÖHL!
LACH!
JUBEL!
So
wäre lautmalerisch ausgedrückt womöglich die
Siegesfeier eines üblichen GFCW-Proleten-Teams, das gerade
gegen den Intercontinental-Champion und seine Herausfordererin
gewonnen hat.
Aber
die Birdie Boys sind keine Proleten. Sie sind eine bessere Art
Mensch. Und Luxemburger auf Probe – da gehört es sich
umso mehr, gutes Benehmen zu zeigen. Zumindest außerhalb
des Ringes. Und so wird nicht gebrüllt, sondern einander die
Hand geschüttelt.
Steven
Sademi: „Ein Schlag für die Ewigkeit, Mr. Fairway. Ich
werde anregen, bei den Mastern die Löcher mit Schweinen zu
füllen. Sie helfen beim Zielen.“
Es
wird synchron der Nacken nach hinten geworfen und laut gelacht.
So schnell ist der Vorsatz, gesittet zu bleiben, also schon
wieder dahin. Wooten und Sademi sind bei allerbester Laune. Und
laufen, als könne ihnen die Welt nichts Böses, in
Richtung ihrer Kabine, die angesichts des besonderen
Veranstaltungsortes verstickt in den Kellern der Festung liegt.
Doch
der Weg zur Kabine wartet mit einem besonderen Hindernis auf.
Oder besser gesagt: Zwei Hindernissen. Menschlichen Hindernissen.
Die
Luxembirdies bleiben abrupt stehen. Vor ihnen türmen zwei
bedrohliche Gestalten in höchst weiblicher Form. Die Größere
mit der Schlangenmütze sieht ziemlich ruhig und gelassen
aus, doch die etwas kleinere, aber noch immer 1,93 große
Frau mit der Wolfskappe und der gräulichen Zottelmähne,
die sieht alles andere als ruhig aus. Sie ist erbost.
Skadi
Fenrir: „Auf solch niederträchtige Weise einen
sogenannten Sieg zu erzielen bedarf bereits einer gewissen
Charakterschwäche, doch ihn dann auch noch so zu feiern ist
eine geradezu groteske Darbietung, welche mir ein inniges „Pfui“
abringt. Ihr solltet euch schämen, nicht feiern.“
Missbilligend
bleckt sie die Zähne – während die über zwei
Meter große Idunn nur mit den Schultern zuckt und wie
üblich gechillt auf ihrem Zopfende rumkaut.
Idunn
Jörmungandr: „Isst ess nicht egal, wie man gewinnt?
Hauptsssache gewonnen?“
Skadis
Blick gen Idunn lodert vor Wut.
Rupert
Wooten: „Hört, hört. Unter der Schlangenmütze
steckt ja eine echte Pragmatikerin.“
Das
ist kein wirkliches Kompliment für Idunn. Entsprechend
herablassend blickt Mr. Fairway die nordischen Schwestern an.
Steven
Sademi: „Die stupide Zopflutscherin scheint klüger als
ihre Schwester zu sein.“
Idunns
Mundwinkel zucken kurz. Dann verfinstert sich der Blick der
norwegischen Riesenschlange merklich.
Idunn
Jörmungandr: „Ich hör ja nicht ssso gut, aber
wasss ich gehört habe klang irgendwie herablasssssend. Noch
ssso ein Ssspruch und ich brech euch ein paar Knochen.“
Da
die Birdie Boys „bewaffnet“ sind, hat die Drohung
nicht ganz die intendierte Wirkung. Noch immer vom Siegestaumel
bestärkt, hebt Wooten seinen Golfschläger.
Rupert
Wooten: „Wie wäre es mal mit einem Eisen statt einem
Zopf im Mund?“
Auch
Sademi schnappt sich aus der mitgeführten Tasche ein Eisen
und schwenkt es drohend. Skadi mustert die Golfschläger
abfällig.
Skadi
Fenrir: „Ha! Denkt ihr diese mickrigen Stäbchen
könnten euch vor uns schützen? Glaubt ihr fürwahr
an diese Torheit, so seid ihr in keiner Position euch über
den Intellekt anderer zu äußern! Letztlich sind eure
Stäbchen doch nur die Sportausrüstung der Schwachen,
welche sich nicht in den wohligen, kühlen Schnee trauen und
sich stattdessen ins Grün flüchten! Das wahre
ultimative Utensil des hehren Sportlers ist natürlich der
Skistab und nicht diese jämmerlichen Substitute für
wahre Größe.“
Rupert
Wooten: „Ski fahren?“
In
beeindruckender Synchronität lachen die Birdie Boys
fassungslos auf.
Steven
Sademi: „Nun, für Leute, die nicht gut einen Golfbuggy
steuern können…“
Rupert
Wooten: „…oder zu arm für den Country Club
sind…“
Steven
Sademi: „…mag es verlockend sein, sich Bretter unter
die Füße zu klemmen und wie ein Irrer durch den Schnee
zu tollen. Vor 20 Jahren hätte ich das sicher ganz toll
gefunden. Doch dann ist was passiert. Hm, was war es noch
gleich?“
Ihm
geht ein Licht auf.
Steven
Sademi: „Ach, richtig. Ich bin erwachsen geworden. Und klug
genug, um zu merken, dass Ski fahren im Vergleich zu Golf etwa so
ansprechend ist wie Chicken McNuggets gegenüber einem
Fünf-Sterne-Menü.“
Rupert
Wooten: „Aber eure Vorlieben wundern mich nicht. Es gibt
Gründe, warum sich das Großherzogtum Luxemburg eher
auflösen würde, als euch einzubürgern.“
Die
Schneewölfin knurrt lautstark und ihre Hände nehmen
unweigerlich die Form von Klauen an.
Skadi
Fenrir: „Ihr seid wahrlich noch verkommener als ich dachte.
Solch infamen Unsinn zu verzapfen wäre bereits ein Beleg für
niedere Gesinnung, wenn es nur als Schimpfrede geschehen würde,
aber ihr glaubt den Stuss, den ihr verzapft, tatsächlich!
Als ob euer grüner Seniorensport auch nur halb so
anspruchsvoll wäre wie die vielen Formen des Skisports, wo
wahre Athleten und ihre treue Ausrüstung der Kälte
trotzen und in der Schönheit des Winters großen Sport
bieten!“
Die
Blicke der Birdie Boys und Skadi Fenrir füreinander könnten
hasserfüllter kaum sein.
Idunn
Jörmungandr: „Alssso ich mag angeln. Issst super
relaxt und man kriegt dadurch leckeren Fisssch.“
In
einem plötzlichen Moment von Einigkeit gucken sowohl die
Birdie Boys als auch Skadi Fenrir missbilligend zu Idunn. Nach
einem Kopfschütteln blickt man dann aber wieder einander mit
blankem Hass in die Augen.
Skadi
Fenrir: „Meine Geduld ist erschöpft. Erst diese miese
Nummer gegen zwei Mitglieder meines Rudels und nun diese
unverzeihlichen Sätze über die klare Krone der nicht
kämpferischen Sportwelt. Wie gut, dass wir alle in der
Königsdisziplin des Kampfsports aktiv sind, dem Professional
Wrestling. Wir sollten das im Ring fortsetzen – bei Blue
Blood. Auf dass ich die Ehre meines Rudels wiederherstellen und
euch für eure infamen Worte büßen lassen kann!“
Wooten
schaut zu seinem Caddy. Dieser legt den Kopf schief. ob sich
zwischen zwei wichtigeren Terminen noch eine kleine Demütigung
unterbringen lässt.
Steven
Sademi: „Einen Moment. Ich muss kurz überlegen, ob
sich zwischen wichtigen Terminen noch eine kleine Demütigung
unterbringen lässt. Hm…ja, doch. Scheint so.“
Er
blickt zum Golfer.
Steven
Sademi: „Blue Blood, Mr. Fairway. Soweit ich weiß,
wären wir verfügbar.“
Rupert
Wooten: „Für eine Lehrstunde reicht die Zeit immer.“
Mr.
Fairway senkt den Schläger. Allerdings nur weit genug, um
den Kopf des Eisens mit einem prüfenden Blick zu
begutachten. Mit dem Daumen wischt er einen Fleck fort. Die
Herausforderinnen müssen warten, bis die wichtigere
Angelegenheit erledigt ist.
Rupert
Wooten: „Wir nehmen an. Die Birdie Boys gegen euch beide.
Wobei ich euch bitten möchte, diesen Ausflug in unseren
Terminkalender nicht mit Respekt zu verwechseln. Nötig haben
wir es natürlich nicht.“
Sademi
lächelt dünn und schiebt sein Eisen zurück in die
Tasche.
Steven
Sademi: „Und spart euch die Ausreden wegen des fehlenden
Schnees. Wir werden für euch nicht die Burg herunterkühlen
lassen.“
Rupert
Wooten: „Blue Blood also. Bis dahin könnt ihr weiter
darüber streiten, welche Sportart euch zu besseren Menschen
macht. Bei uns hat es bereits funktioniert.“
Er
deutet seinem Caddy, mitzukommen. Sademi schultert die Tasche und
folgt, wobei er sorgsam darauf achtet, den Schlägern beim
Passieren der beiden Frauen keinen Kratzer zuzufügen.
Ihr
Lachen begleitet sie den Gang entlang. Erst hinter der nächsten
Ecke wird es leiser.
Der
Tisch ist inzwischen übersät mit Notizen. Der jüngere
Prüfer massiert seine Hand.
Jüngerer
Prüfer: „Sechs Leute gleichzeitig waren eine schlechte
Idee.“
Der
Ältere sieht ihn an.
Älterer
Prüfer: „Das Match haben nicht wir angesetzt.“
Pause.
Der
Jüngere schaut auf seine Unterlagen.
Jüngerer
Prüfer: „Soll ich das Commissioner Fletcher
anrechnen?“
Der
Ältere denkt darüber nach. Dann:
Älterer
Prüfer: „Separate Akte.“
Der
Jüngere zieht tatsächlich eine neue Mappe hervor.
Auf
dem Deckblatt:
ERIC
FLETCHER
Die
Haare sind noch nass.
Pex
rubbelt mit einem Handtuch darüber, während er den Gang
entlanggeht. Frisch geduscht. Frisch umgezogen. Und mit einem
Lächeln, das ihm selbst noch ungewohnt vorkommt.
Er
hat gewonnen.
Immer
wieder landet er bei diesem Gedanken. Beim Aufprall der Lariat.
Bei der Hand des Ringrichters, die zum dritten Mal auf die Matte
schlägt. Jetzt ist es so weit: Seine Zeit beginnt. Da war
er: Der Durchbruch.
Er
hat einen SECHSFACHEN WORLD CHAMPION geschlagen.
…
…
…
Dann
hört er Gelächter.
Frauenstimmen.
Mehrere. Sie kommen aus einem Raum, dessen Tür nicht ganz
ins Schloss gefallen ist.
Pex
verlangsamt seinen Schritt.
Eine
der Stimmen kommt ihm bekannt vor. Wobei er sie bislang vor allem
schluchzen gehört hat. Er bleibt stehen. Schaut auf den
Türspalt.
Nein.
Einfach irgendwo reinzuglotzen, wo Frauen sich vielleicht gerade
umziehen, ist ziemlich daneben. Pex geht einen halben Schritt
weiter.
Dann
fällt sein Name.
Er
hält inne.
Ein
kurzer Blick. Nur, um zu wissen, worum es geht. Pex beugt sich
ein Stück zur Seite. Drückt sein Auge an den Spalt und
lugt hinein.
Die
sechs Cheerleaderinnen stehen im Raum. Noch immer in ihren
grün-gelben Outfits. Von Tränen keine Spur mehr. Eine
sitzt auf einer Tischkante und lässt die Beine baumeln, zwei
andere betrachten etwas auf einem Handy.
Svenja:
„Dörte, was machst du heute Abend noch so?“
Dörte:
„Weiß noch nicht, Svenja. Aber am Geld soll es jetzt
nicht mehr scheitern.“
Wieder
Gelächter. Pex blinzelt.
Dörte?
Svenja?
Er
neigt den Kopf ein wenig weiter zum Spalt. Vielleicht hat er sich
verhört. Aber nein. Die Frauen reden weiter. Auf Deutsch.
Ohne jeden Akzent. Für eine brasilianische Reisegruppe
erstaunlich. Und die Namen erst…
Dörte
greift in ihren Ausschnitt. Pex zuckt zurück. Jetzt kommt er
sich endgültig wie ein Spanner vor.
Doch
die Frau holt Geldscheine hervor. Mehrere. Sie streicht sie auf
ihrem Oberschenkel glatt und beginnt zu zählen. Neben ihr
tut Svenja dasselbe. Bald raschelt es überall. Scheine
werden aufgefächert, gezählt, zu kleinen Stapeln
sortiert.
Pex
lässt das Handtuch langsam sinken. Dann ertönen schwere
Schritte.
Im
Raum verstummen die Gespräche.
Bisonte
Divino stampft ins Sichtfeld. Noch immer in seinem
fransenbesetzten Einteiler. Er stellt sich zwischen die Frauen
und fasst mit beiden Händen unter die Bisonmaske.
Zieht.
Die
Schnauze kippt nach oben. Die Hörner verschwinden.
…
…
…
Zum
Vorschein kommt ein verschwitztes Gesicht.
Ein
bekanntes Gesicht.
…
…
…
Nick
Kavinsky.
Der
GFCW-Jobber klemmt sich die Maske unter den Arm und wischt mit
dem Handrücken über die Stirn. Dann hebt er die andere
Hand.
Darin
steckt ein Geldbündel.
Ein
ziemlich ordentliches.
Kavinsky
wedelt damit in Richtung der Frauen.
Nick
Kavinsky: „Hahaha, was für ein Abend! So eine
Bezahlung für ein bisschen Training und Partymachen gibt es
sonst nicht. Pete ist wirklich spendabel.“
Die
Frauen lachen. Und Nick lacht mit.
Draußen
vor der Tür wird Pex weiß.
Seine
Finger schließen sich um das feuchte Handtuch. Im Raum
zählt jemand weiter Geld.
Eine
lebende Legende?
Sechs
World Title?
Sein
Durchbruch?
Pex
öffnet den Mund, doch es kommt nichts heraus. Er weicht vom
Türspalt zurück. Ein Schritt nur. Dann lehnt sein
Rücken an der gegenüberliegenden Wand.
Sein
Vater hat nicht an ihn geglaubt. Er hat Nick Kavinsky bezahlt.
…
…
…
Das
Gelächter dringt noch immer durch die Tür. Pex schaut
auf den Arm, mit dem er die Lariat geschlagen hat. Dann zieht er
den Ärmel darüber.
Ein
Schreibtisch macht noch kein Büro. Aber er hilft.
Zumindest
hat Claude Booker jetzt eine Fläche, auf der er die
Unterlagen verteilen kann, die er anschließend nicht mehr
wiederfindet. Zwischen Ablaufplänen, einem halb geleerten
Wasserbecher und seinem Handy liegt ein Lageplan der Burg
Satzvey. Offenbar eine Vorschau auf Blue Blood – denn das
Burggelände wird den PPV beherbergen. Der Präsident
streicht mit dem Finger über eine eingezeichnete Fläche,
macht sich eine Notiz und lehnt sich zurück. Von draußen
dringt gedämpft die Geräuschkulisse von War Evening
durch die dicken Mauern der Festung Ehrenbreitstein. Hier drinnen
könnte es für einen Augenblick ruhig sein.
Könnte.
Doch dann wird die Tür geöffnet. Auftritt Kyle Douglas.
Der Kanadier mit dem „Chip on his shoulder“ ist mal
wieder da. Schnörkellos und ohne viel tra tra geht er auf
den Chef der Organisation zu.
Kyle
Douglas: „Claude! Hier bin ich wieder. Du weißt,
warum ich hier bin. Das Titlematch bei Blue Blood. Ich muss mit
dir drüber reden. Wie kann es sein, dass hier ein
Herausforderer benannt wird, der nicht ich bin? Ich habe doch nun
tatsächlich einiges gezeigt, dass man nicht so eben mal über
mich drüber gehen kann!“
Booker
hebt den Blick. Kyle steht vor seinem Schreibtisch, die Schultern
angespannt, den Kiefer fest aufeinandergepresst. Die Tür
hinter ihm hat er nur angelehnt. Offenbar soll das hier keine
lange Unterredung werden, denn er hat das Wunschresultat schon im
Kopf.
Claude
Booker: „Guten Abend, Kyle. Ja, komm ruhig rein. Und
klopfen ist natürlich nicht nötig, wenn man mit dem
Vorgesetzten spricht. Das hast du Recht.“
Der
sarkastische Empfang führt zu keiner merklichen Entspannung.
Douglas stützt die Hände auf die Tischkante und beugt
sich vor.
Kyle
Douglas: „Kurzer Reminder, Boss. Zac Alonso war doch drauf
und dran MIR den Titelshot zu geben. Keine Monica, kein Dingens
oder wer auch immer. Es ist aber doch so, dass hier nicht mehr
das Leistungsprinzip gilt, sondern Monica Shade die ganze
Division unterwandert hat. Da reichen schon gezielte
Provokationen aus. Genau so ist sie bei der letzten War Evening
vorgegangen. Na Mahlzeit! Es kann doch echt nicht sein, dass nach
25 Jahren GFCW-Top Wrestling nun derjenige triumphiert, der hier
den Leuten am wirksamsten auf die Nerven geht!“
Dynamite
legt seinen Stift ab. Langsam. Er hat eine Ahnung, in welche
Richtung dieses Gespräch führen wird. Eine Ahnung, die
durch Kyles Gesichtsausdruck wenig Raum für optimistische
Alternativen lässt.
Claude
Booker: „Zac durfte seinen Herausforderer selbst auswählen.
Das war dir bekannt.“
Kyle
Douglas: „Naja, der ganz freie Wille war es aber doch
nicht! Hier wurde eine Entscheidung aus Ärger getroffen.
Zwei verschiedene paar Schuhe. Ich bin dann wie immer der
Leidtragende. Wie so häufig in den letzten 5 Jahren, die ich
nun schon hier bin! Ich verlange von dir, dass du das änderst.
Gibt es denn gar keine Regeln mehr?“
Ein
langes Ausatmen beim Präsidenten. Er schiebt den Lageplan
ein Stück unter seine anderen Unterlagen, ehe Kyle bei der
nächsten Geste noch die halbe Burg unter dem Handballen
zerknüllt. Dann faltet Booker die Hände. Er ist bereit,
seinem Angestellten zu erklären, dass sein Büro weder
Beschwerdebriefkasten noch Ersatz für ein klärendes
Gespräch mit Zac Alonso ist.
Claude
Booker: „Kyle, ich…“
BOOOOOM!
Die
Tür fliegt nach innen. Booker zuckt so heftig zurück,
dass sein Stuhl auf zwei Beine kippt. Für einen unschönen
Moment sieht es aus, als würde die GFCW ihren Präsidenten
durch einen Stuhlunfall verlieren. Dann greift er nach der
Schreibtischkante und zieht sich mit einem erschrockenen Laut
wieder nach vorn. Sein Wasserbecher kippt um. Ein kleiner weißer
Ball rollt über den Boden und stößt gegen Kyles
Schuh. Und kleiner weißer Ball heißt so viel wie…
…ein
GOLFBALL!
Stille.
Dann
Applaus vom Gang.
Sandro:
„Herrlich, Rupert. Genau so öffnet man eine Tür
auf die logischste Weise.“
Der
Luxemburger marschiert ins Büro. Mit einer
Selbstverständlichkeit, als hätte man ihn soeben zu
einem Staatsbesuch hereingebeten. Hinter ihm erscheint „Mr.
Fairway“ Rupert Wooten mit einem Golfschläger in der
Hand. Er betrachtet kurz die Entfernung zwischen Tür und
Ball. Ein zufriedenes Nicken. Technisch scheint er mit dem
Versuch im Reinen zu sein. Dem Türöffner-Ball.
Dynamite
ist es nicht.
Er
sitzt mit beiden Füßen fest auf dem Boden da und hält
noch immer die Tischkante umklammert. Sandro bemerkt davon
zunächst nichts. Seine Aufmerksamkeit gilt Kyle, der den
Neuankömmling mit einem Blick empfängt, für den
man andernorts vor die Tür gebeten wird.
Sandro:
„Was guckst du denn so luxemburgfeindlich?“ Kyle
Douglas: „Geh nach Hause, du Schwätzer. Das geht dir
hier nichts an, ist nicht dein Business!“
Sandro
schürzt die Lippen. Dann deutet er mit dem Daumen über
die Schulter zu Wooten.
Sandro:
„Hörst du das, Rupert? Kaum betritt eine ausländische
Delegation den Raum, kommen die Ausweisungsforderungen. Wegen
genau solcher Denkweisen geht der Westen im Jahr 2026 vor die
Hunde.“
Wooten
nickt mit der Betroffenheit eines Mannes, der soeben einen
bedrückenden, xenophoben Zwischenfall miterlebt hat. Kyle
Douglas – ein Blauer?
Sandro:
„Scheinbar steht es um die kanadische Jugend nicht gut. Ein
bisschen Respekt würde reichen, doch solche Werte werden
offenbar in einem Land nicht vermittelt, in dem Kinder mit dem
Hockeyschläger gesäugt und von Bären aufgezogen
wird. Aber wenn du nett nicht kannst, dann schweig doch einfach
und hau ab, du wandelnde Einreisebeschränkung.“ Claude
Booker: „SANDRO!“
Der
Präsident erhebt sich. Auf seinem Schreibtisch breitet sich
das Wasser des umgekippten Bechers aus. Er hebt einige Blätter
hoch, sieht die feuchten Ränder und lässt sie wieder
sinken.
Claude
Booker: „Habt ihr gerade einen GOLFBALL gegen meine Tür
geschossen?“
Sandro
schaut zu Rupert. Dann zur Tür. Schließlich zum Ball
an Kyles Fuß.
Sandro:
„Ja.“
Die
Ehrlichkeit macht es nicht besser.
Claude
Booker: „Ich sitze direkt dahinter!“
Sandro:
„Deshalb ja GEGEN die Tür. Und nicht durch den Spalt.“
Booker
starrt ihn an. Wooten senkt den Schläger ein wenig. Selbst
ihm scheint aufzufallen, dass man mit dieser Erklärung
womöglich nicht aus der Sache herauskommt.
Claude
Booker: „Noch ein einziger Ball in Richtung meines Büros
und ihr könnt eure nächsten Abschläge vom
Parkplatz machen. Während ihr auf das Taxi wartet, das euch
nach Hause fährt. Haben wir uns verstanden?“
Sandro
hebt beide Hände. Ein beschwichtigender Staatsmann.
Sandro:
„Es liegt dem Großherzogtum Luxemburg fern, die
Beziehungen zu einer befreundeten Regierung wegen einer
derartigen Nichtigkeit zu belasten. Kommen wir also zum
eigentlichen Anlass unseres Besuchs.“
Er
stellt sich neben Kyle an den Schreibtisch. Douglas weicht keinen
Zentimeter. Die beiden stehen nun so dicht beieinander, dass
Sandro beim Aufrichten seiner Schultern gegen Kyles Oberarm
stößt.
Sandro:
„Im Namen des internationalen Friedens fordere ich einen
Kampf um den Intercontinental Title.“
Kyle
dreht den Kopf.
Kyle
Douglas: „Jetzt kommt hier wirklich jeder rein und meint,
er könnte Shots fordern. Wir sind doch hier nicht inner
Pinte! Mein Anliegen ist berechtigt und die ganze Welt fordert es
ein. Sandro, du sitzt erstmal ganz hinten im Bus, ich stehe vor
dem Driver Seat!“
Sandro:
„Hinten anstellen? Bärenjunge, hast du dir mal meine
Match-Statistik angeschaut? Und wenn du rechtzeitig das
Ahornblatt von den Augen genommen hättest, hättest du
gesehen, dass die Luxembirdies grad ein Team geschlagen haben, zu
dem Monica Shade UND der Champion Zac Alonso gehören. Nach
welcher Auslegung habe ich also nicht das Recht, ein Titelmatch
zu fordern, hä? Ich habe so viel Recht, man könnte im
Großherzogtum neben dem Europäischen Gerichtshof glatt
den GFCW-galaktischen Gerichtshof bauen.“
Er
stemmt die Hände in die Hüften und dreht sich ganz zu
Douglas.
Sandro:
„Zac Alonso hat vor zwei Wochen meinen Namen von seiner
Liste gestrichen. Meinen. Das ist ein Vorgang, der aufgearbeitet
gehört. Und zwar mit einem Titelmatch und, wenn noch Zeit
ist, einer Entschuldigung.“ Kyle
Douglas: „Ehm. Alonso wollte dich ausdrücklich NICHT
als Gegner. Man muss jetzt keine Staatsaffäre draus machen!“
Sandro
zieht hörbar Luft durch die Nase. Kyle hält seinem
Blick stand. Hinter den beiden setzt Rupert vorsichtig den
Schlägerkopf auf den Boden.
Mr.
Fairway räuspert sich.
Rupert
Wooten: „Soll ich für Kyle einen Ball vorbereiten?“
Claude
Booker: „Du bereitest hier überhaupt nichts vor!“
Wooten
kann auch gar nichts mehr vorbereiten, weil [i]plötzlich[/i]
ein kleiner, feuriger Schatten neben ihm erscheint. Ein kleiner
feuriger Schatten, der bei genauerer Betrachtung eine blond
gelockte Frau im feurig gefiederten Poncho ist, die verdammt
sauer aussieht. Kein Wunder, mit den Luxembirdies hat sie keine
guten Erfahrungen gemacht, weder im Lumberjack Match bei der
letzten Show und heute schon gar nicht.
Milly
Vermillion: „Okay, ist doch die richtige Tür. Ich weiß
zwar nicht was genau hier los ist, aber ihr habt jetzt alle
Pause. Der weise, mächtige Phönix ist hier und hat dem
Chef was zu sagen. Wäre zwar eigentlich Monicas Aufgabe
gewesen, aber die ist mit ihrem Schwein bei der medizinischen
Abteilung.“
Dynamite
schließt die Augen. Eine Geste, in der der Wunsch steckt,
sie wieder zu öffnen und andere Menschen vorzufinden.
Menschen, die ihre Anliegen per Mail einreichen oder auf
irgendeine andere Weise, die ihm nicht so krass auf die Eier
geht.
Als
er die Lider hebt, steht Milly noch immer in der Tür. Und
auch Kyle und Sandro sind noch da.
Claude
Booker: „Lass mich raten. Du
möchtest auch ein Titelmatch.“
Ohne
auf die entsprechende Aufforderung zu warten tritt Milly ein,
blickt zornig auf den liegengebliebenen Golfball und noch
zorniger zu Sandro.
Milly
Vermillion: „In erster Linie will ich ein Match gegen den
da. Dabei darf es gerne um nen Titel gehen. Oder ne Chance auf
nen Titel. Wie auch immer das alles funktioniert.“
„Der
da“ ist natürlich Sandro.
Kyle
Douglas: „ Wird das hier nun eine offene Bewerbungsrunde?
Kann doch nicht sein! Miria. Weshalb meldet ihr nach Monicas
erfolgreicher Einmischung noch weitere Ansprüche an? Erklärs
mir!“
Sandro:
„Zumal hier bereits ein offizieller Antrag des
Großherzogtums vorliegt. Wir können nicht jedes Mal
von vorne anfangen, wenn noch jemand durch die Tür…“
WUMM!
Dynamites
Faust schlägt auf den Schreibtisch. Der Wasserbecher hüpft
abermals. Alle verstummen.
Der
Präsident schnauft. Seine freie Hand legt sich um die Faust.
Er drückt sie kurz an den Bauch, wendet sich ein Stück
zur Seite und bewegt vorsichtig die Finger. Ein sehr stiller
Moment. Sandro öffnet den Mund.
Dynamite
hebt den unverletzten Zeigefinger. Sandro schließt den Mund
wieder.
Claude
Booker: „Euer Verhalten ist furchtbar.“
Booker
schüttelt die Hand aus. Einmal noch. Dann richtet er sich
hinter seinem Schreibtisch auf.
Claude
Booker: „Einer kommt hier rein und will, dass ich ihm seine
Enttäuschung vom Hals schaffe. Der Nächste lässt
auf meine Einrichtung schießen. Und jetzt stehen wir hier
kurz davor, dass ihr euch gegenseitig erklärt, wer am
lautesten nach einem Titelmatch verlangen darf.“
Sein
Blick wandert von Kyle zu Sandro und schließlich zu Milly.
Rupert versucht, den Golfschläger unauffällig hinter
seinem Bein verschwinden zu lassen. Das gelingt bei der Länge
nur bedingt.
Claude
Booker: „Trotzdem ist heute euer Glückstag.“
Misstrauen
bei Sandro. Aufmerksamkeit bei Kyle. Ungeduld bei Milly.
Der
Präsident zieht den Lageplan der Burg Satzvey wieder hervor.
Eine Ecke ist feucht geworden. Er betrachtet sie mit sichtbarem
Ärger, bevor er das Papier flach auf den Tisch legt.
Claude
Booker: „Ich hatte schon vor eurem Auftauchen eine Idee.
Denn ganz ehrlich: Auf dieses Hickhack bei der nächsten
Herausforderersuche habe ich keine Lust. Wer beinahe ausgewählt
wurde, wer wen provoziert hat und wer sich durch irgendeine Liste
beleidigt fühlt…das können wir uns künftig
sparen. Der Fairness zu liebe und meinen Nerven.“
Er
tippt auf den Lageplan der Burg.
Claude
Booker: „Bei Blue Blood wird es ein
Number-One-Contender-Match für den Intercontinental Title
geben. Der Sieger bekommt die nächste Chance auf den Gürtel.
Eine Entscheidung im Ring. Könnt ihr damit leben? Wollt ihr
dabei sein?“
Kyle
Douglas: „In Ordnung. Log me in. Dann hole ich mir eben so
den Spot zurück!“
Sandro:
„Luxemburg nimmt die Herausforderung an. Wir sind ein
kleines Land, doch wir sind nicht feige.“
Claude
Booker: „Du hättest auch einfach Ja sagen können.“
Der
Präsident seufzt. Und wendet sich der einzigen Person zu,
die noch eine nachdenkliche Miene im Gesicht hat.
Claude
Booker: „Milly?“
Milly
guckt zurück. Der Präsident wartet. Diesen Luxus
gewährt er ihr noch. Dann beginnt Milly zu verstehen, dass
sie etwas sagen soll.
Milly
Vermillion: „Wie gesagt, ich will ein Match gegen den Typ
da. Und mit Kai Dougtales hier hab ich auch noch ne offene
Rechnung. Natürlich mache ich bei dem Match mit. Um genau zu
sein mache ich nicht nur mit, ich gewinne es auch.
Logischerweise.“
Dynamite
nickt.
Claude
Booker: „Gut.“
Er
nimmt den Stift wieder auf und schreibt den Namen zu den anderen.
Sandro verfolgt die Bewegung mit einem zufriedenen Ausdruck.
Endlich wird irgendwo sein Name aufgeschrieben, ohne dass jemand
direkt einen Strich hindurchzieht.
Sandro:
„Dann also ein Three-Way bei Blue Blood. Kyle Douglas,
Milly Vermillion und der Mann, der dem Großherzogtum Stolz
und Prestige bringen wird. SSSSIII…“
Er
beißt sich auf die Zunge.
Sandro:
„Super, wollte ich sagen.“
Claude
Booker: „Nein.“
Das
zufriedene Gesicht Sandros hält nicht.
Sandro:
„Wie, nein?“
Claude
Booker: „Es werden fünf.“
Kyle
richtet sich ein wenig auf. Mirias Augen wandern zum Blatt auf
dem Tisch, als ließen sich die fehlenden Namen bereits
darauf erkennen.
Claude
Booker: „Heute haben zwei weitere Männer etwas
geleistet, das ich belohnen möchte. Jay Taven ist
zurückgekehrt und hat Priest geschlagen. Ein erfolgreicher
Wiedereinstieg gegen einen Neuling, den er vorher nicht
einschätzen konnte. Damit hat er sich eine Gelegenheit
verdient.“
Booker
notiert den vierten Namen. Jay Taven – der plötzlich
die Chance hat, einen anderen Titel zu gewinnen, nachdem sein
Zwischenhoch durch Ayas Verrat schon am Ende schien.
Dann
setzt Booker den Stift erneut an.
Claude
Booker: „Und Jona Pexianer.“
Sandro:
„WAS? Pex?“
Claude
Booker: „Er hat heute gewonnen. Gegen einen Gegner, bei dem
ihm vorher offenbar kaum jemand etwas zugetraut hat. Ja, Kyle.
Dafür bekommt er eine Chance. Genau wie du.“
Sandro
schnaubt.
Sandro:
„Ich hätte dieses Bison auch besiegt. Luxemburg gegen
Brasilien ist eine klare Sache, in jeder Hinsicht.“
Claude
Booker: „Dann wirst du sicher Gelegenheit finden, Pex das
bei Blue Blood zu erklären.“
Er
legt den Stift ab. Diesmal behält er die Hände offen
auf dem Schreibtisch. Ein weiterer Faustschlag ist vorerst nicht
vorgesehen.
Claude
Booker: „Kyle Douglas. Sandro.
Milly Vermillion. Jay Taven. Jona Pexianer. Ein
Five-Way-Match. Ich setze es mit ELIMINATION-Regeln an.“
Die
Anwesenden hören zu. Selbst Rupert, der sich gerade
unauffällig nach seinem Golfball gebückt hat, hält
auf halber Höhe inne.
Claude
Booker: „Und damit ihr auf der Burg genug Platz habt, um
eure Meinungsverschiedenheiten auszutragen: Falls Count
Anywhere.“
Booker
tippt auf den Lageplan.
Claude
Booker: „Auf dem gesamten Veranstaltungsgelände der
Burg Satzvey. Ein Pinfall im Hof zählt genauso wie einer im
Ring. Ihr könnt eure Gegner durch die Burg jagen, wenn ihr
meint, dass euch das hilft. Wer gepinnt wird, ist raus. Wer
aufgibt, ebenfalls. Der Letzte, der übrig bleibt, ist der
nächste Herausforderer auf den Intercontinental Title.“
Kyle
betrachtet Sandro. Sandro betrachtet Kyle. Milly ärgert
sich, dass es keine „Gegner abfackeln“ Regeln gibt.
Der
Präsident sammelt seine Unterlagen ein.
Claude
Booker: „Damit habt ihr alle, weswegen ihr hergekommen
seid. Eine Chance. Was ihr daraus macht, liegt bei euch. Und
jetzt möchte ich mein Büro wiederhaben.“
Kyle
löst sich als Erster vom Tisch. Sandro folgt. Miria zieht
sich mit einem letzten Lächeln zurück.
Rupert
hebt den Ball auf und will hinterher, als Booker ihn noch einmal
anspricht.
Claude
Booker: „Wooten.“
Der
Golfer bleibt stehen.
Claude
Booker: „Die Tür. Schließen.“
Rupert
blickt auf den Schläger in seiner Hand.
Claude
Booker: „Mit der Klinke.“
Ein
trauriges Nicken. Dann ist der Präsident endlich allein.
Die
Halle kocht. Die Stimmung ist längst aufgeheizt. Auf der
Bühne sitzt weiterhin die Bewertungskommission von The
Apocrypha an ihrem mittlerweile berüchtigten Tisch. Dank
Eric Fletcher zwar nicht dort, wo sie ursprünglich sitzen
wollte, aber immerhin mit ausreichend Sicht auf den Ring. Vor den
beiden Männern liegt eine neue Mappe.
THOR
– ZEREO KILLER
Keine
Unterhaltung.
Keine
Kommentare.
Der
ältere Prüfer setzt seine Brille auf.
Der
jüngere legt seinen Stift bereit.
Heute
gibt es etwas zu sehen.
Denn
dieses Match ist längst mehr als nur irgendein Singles
Match. Zereo Killer wollte Thor. Thor wollte Zereo Killer. Und
nun stehen wir hier.
Lichtkegel
huschen durch den Entrance-Bereich. Auf der On Stage versammeln
sich die blauen Spots zu einem großen Spotlight. Dichtes
Nebelgeschwader ist zu erkennen, als es plötzlich durch die
Boxen flüstert: „Wake me up“.
Und
dann beginnt das Theme im Refrain: Evanescence mit Bring me to
life hämmert es aus der Soundanlage und Niemand haltet es
mehr auf den Sitzen, dann kommt er! Der Mann der 1.000
Gesichtsbemalungen, der Rekordwrestler, GFCW Hall of Famer,
zigfacher Champion in unterschiedlichen Ligen, insgesamt
fünffacher World Heavyweight Champion (WWCA, WFWL, GFCW).
Man erkennt ihn, seine Silhouette, unverkennbar ist dies der
Mann, der heute wieder ein besonderes Facepainting aufgetragen
hat! Die Zereo Army schreit was das Zeug hält! Er tritt
durch das Nebeldickicht und sein wild entschlossenes Gesicht ist
bereits zu erkennen. Anders als sonst, er trägt die Kapuze
nicht tief im Gesicht, nein, sein Blick ist nur zum Ring
gerichtet, dort wird bald sein Gegner auftauchen. Zereo Killer
muss dieses Match gewinnen. Nicht nur für sich, nein,
eventuell steckt viel mehr dahinter. Eventuell ist das der Anfang
davon, dass es auch mal um die GFCW geht! Wer weiß? Mit
diesem Wissen marschiert er in Richtung Kampfgeviert. Er geht
auch keine Runde um den Ring herum, nein, straight entert er den
Squared Circle und reißt den Kapuzenpulli von sich runter.
Dieser wird sofort rausgeworfen, Blickrichtung zur On Stage, auf
seinen Gegner wartend. Wild entschlossen, vielleicht noch mehr
als sonst! Zereo Killer ist bereit!
Die
Reaktion ist gewaltig. Er braucht keine große Erklärung
mehr. Die vergangenen Wochen haben gesprochen. Vier gegen einen.
Die vermeintlichen Verletzungen. Seine Rückkehr. Seine
Attacke. Und schließlich die Herausforderung.
Zereo
Killer hat einen Plan öffentlich ausgesprochen. Thor
besiegen. Thor damit aus dem Match beim kommenden Pay-per-View
entfernen. Und anschließend gemeinsam mit Mad Stars gegen
Tha Bomb, Titan und Odin antreten.
Pete:
„Heute kann Zereo Killer diesen Plan tatsächlich in
die Tat umsetzen! Ein Sieg, Sven. Ein einziger Sieg und The
Apocrypha verlieren ihr vielleicht gefährlichstes Mitglied
für den Pay-per-View!“
Sven:
„Vielleicht gefährlichstes Mitglied?“
Pete:
„Darüber willst du jetzt diskutieren?“
Sven:
„Nein. Ich wollte nur hören, ob du endlich begriffen
hast, wer Thor ist.“
Zereo
steigt in den Ring. Howard Eagle kontrolliert ihn. ZK wirkt
konzentriert. Keine Spur mehr von dem angeblich halb kaputten
Mann, den wir vor der letzten Show gesehen haben. Er läuft
einmal durch den Ring. Dann dreht er sich zur Bühne.
Wartet.
Die
Beleuchtung verändert sich.
Dunkelheit.
Dann
erscheint auf dem Titantron:
WIR
SIND DAS FUNDAMENT
Die
Reaktion der Zuschauer ist eindeutig.
BUUUUUUUUUUUUUUUUUH!!!
Und
dann kommt Thor.
Alleine.
Der
Hüne bleibt oben auf der Bühne stehen.
Lange
blonde Haare.
Schwarzes
Leder.
Keine
große Pose.
Thor
blickt lediglich zum Ring. Zu Zereo. Und beginnt zu grinsen.
Sven:
„Da ist er.“
Pete:
„Und heute gibt es keine vier gegen einen. Heute steht Thor
alleine da.“
Sven:
„Du sagst das, als wäre das ein Vorteil für
Zereo.“
Pete:
„Ist es.“
Sven:
„Frag ihn in zehn Minuten nochmal.“
Thor
setzt sich in Bewegung. Links und rechts werden ihm Mittelfinger
entgegengestreckt. Ein Fan brüllt ihm etwas entgegen. Thor
bleibt tatsächlich stehen. Er schaut zu dem Mann. Dann
deutet er auf ihn.
Thor:
„Du.“
Der
Fan zeigt auf sich.
Thor
nickt.
Thor:
„Fehler.“
Der
Fan rastet vollkommen aus. Thor zeigt auf den nächsten.
Thor:
„Fehler.“
Noch
einen.
Thor:
„Fehler.“
Dann
breitet Thor die Arme aus und zeigt auf die gesamte Halle.
Thor:
„ALLES FEHLER!“
Die
Buhrufe werden ohrenbetäubend. Ein Ohrenbetäubender
Donner samt Blitz lässt die Halle verstummen. Thor steht wie
der Donnergott höchstpersönlich im Zentrum der
Urgewalt. Und er lacht. Wie der Donner hallt das Lachen durch die
Arena.
Pete:
„Was für ein arrogantes Arschloch.“
Sven:
„Die Prüfung läuft.“
Pete:
„Die können sich ihre Prüfung sonst wohin
stecken!“
Oben
am Tisch schreibt der jüngere Prüfer tatsächlich
etwas auf. Pete sieht es auf dem Monitor.
Pete:
„HÖR AUF ZU SCHREIBEN!“
Thor
lacht. Dann steigt er in den Ring. Zereo kommt sofort näher.
Thor ebenfalls. Howard Eagle muss sich zwischen beide stellen.
Thor überragt Zereo. Aber Zereo Killer macht keinen einzigen
Schritt zurück. Thor schaut hinunter. Zereo hoch.
Thor:
„Du wolltest mich.“
Zereo
nickt.
Zereo
Killer: „Hier bin ich.“
Thor
grinst.
Thor:
„Gut.“
Howard
Eagle schiebt beide auseinander. Thor geht in seine Ecke. Sein
Gegner in seine. Eagle kontrolliert beide noch einmal. Dann gibt
er das Zeichen.
Singles Match: Zereo
Killer vs. Thor Referee: Howard Eagle
DING!
DING! DING!
Thor
marschiert sofort nach vorne. Zereo ebenfalls.
Lock-up!
Thor
drückt Zereo praktisch augenblicklich zurück.Kraftmäßig
ist das keine Diskussion. Zereo landet in der Ecke. Howard
Eagle zählt.
Eins!
Zwei!
Thor
löst. Sauber. Fast überraschend. Zereo kommt aus
der Ecke.
Wieder
Lock-up!
Dieses
Mal dreht Zereo sich heraus.
Wristlock.
Thor
schaut auf seinen Arm. Dann zu Zereo. Zereo zieht nach. Thor
versucht die Gegenbewegung…zu langsam. Zereo wechselt
hinter ihn.
Hammerlock.
Thor
greift nach hinten. Zereo ist schon wieder weg.
Side
Headlock.
Thor
schiebt ihn in die Seile. Zereo federt zurück.
Shoulderblock!
Thor
bewegt sich nicht. Zereo schaut ihn an. Thor grinst. Zereo
rennt erneut. Thor holt zur Clothesline aus. Zereo duckt
sich! Thor braucht einen Tick zu lange, um sich umzudrehen.
Dropkick!
Thor
taumelt!
Noch
ein Dropkick!
Thor
muss in die Seile! Zereo kommt erneut. Thor will zugreifen!
Zereo weicht aus!
Low
Dropkick gegen das Knie!
Thor
geht auf ein Knie!
Pete:
„Da ist es!“
Sven:
„Was?“
Pete:
„Thor ist langsam!“
Sven:
„Thor ist ungefähr doppelt so groß wie er!“
Pete:
„Nein, Sven. Schau genau hin. Die Bewegungen sind da,
die Erfahrung ist da, aber das Timing stimmt noch nicht!“
Zereo
merkt genau dasselbe. Kick gegen die Brust! Noch einer! Thor
versucht aufzustehen. Zereo kommt aus den Seilen.
Running
Knee!
Thor
kippt nach hinten.
Cover!
ONE!
Thor
wirft Zereo von sich. Nicht Kickout. Er wirft ihn wirklich
runter. Zereo landet fast einen Meter entfernt.
Sven:
„EINS!“
Pete:
„Darum geht es nicht. Zereo diktiert das Tempo.“
Thor
setzt sich auf. Zum ersten Mal verschwindet das Grinsen
etwas. Zereo steht bereits. Thor ebenfalls. Zereo wieder
rein!
Arm
Drag!
Thor
landet! Thor sofort hoch…zweiter Arm Drag! Wieder
unten! Zereo will den dritten! Doch Thor bleibt diesmal
stehen. Er blockiert. Zereo zieht.
Nichts.
Thor
schaut ihn an. Dann packt er ihn mit der freien Hand am Hals.
Sven:
„Jetzt hat er ihn.“
Thor
hebt Zereo hoch…
Zereo
tritt sich frei! Landet!
Forearm!
Thor
taumelt. Noch einer! Zereo rennt in die Seile…Thor
holt aus! Zereo taucht erneut unter der Clothesline weg! Und
Thor dreht sich viel zu langsam…Zereo springt aufs
zweite Seil!
Springboard
Crossbody!
Thor…
FÄNGT
IHN!
Mitten
aus der Luft. Die Halle reagiert.
OOOOOOOOH!
Thor
hält Zereo quer vor seinem Körper. Zereo schlägt
auf ihn ein.
Einmal.
Zweimal.
Thor
schwankt. Zereo will herunter…Thor wirft ihn einfach.
FALLAWAY
SLAM!
Zereo
fliegt quer durch den Ring. Stille für einen Moment.
Thor bleibt stehen. Atmet tief durch. Dann richtet er die
Haare.
Sven:
„Und jetzt ist das Tempo scheißegal.“
Thor
geht zu Zereo. Zieht ihn hoch.
FOREARM!
Nicht
hübsch.
Nicht
schnell.
Einfach
hart.
Zereo
taumelt. Thor schlägt nochmal. Der Treffer knallt durch
die Halle.
Pete:
„Meine Fresse.“
Thor
greift Zereo am Nacken. Zieht ihn zu sich. Knie in den Bauch.
Zereo klappt zusammen. Noch eins. Howard Eagle mahnt Thor.
Thor schaut Eagle an. Eagle zeigt ihm, dass er aufpassen
soll. Thor nickt verständnissvoll. Dann rammt er Zereo
einfach noch einmal das Knie in den Bauch und grinst dabei
Eagle an.
Sven:
„HAHA!“
Pete:
„Das findest du natürlich gut.“
Thor
zieht Zereo hoch.
Irish
Whip.
Zereo
knallt hart in die Ecke. Thor nimmt Anlauf. Zereo weicht aus!
Thor kracht in die Ecke! Zereo sofort hinterher.
Schoolboy!
ONE!
TWO!
Thor
kickt raus! Zereo steht schneller.
SUPERKICK!
Thor
taumelt!
Noch
einer!
Thor
hängt in den Seilen!
MacKenzie
nimmt Anlauf…
CLOTHESLINE!
Thor
geht über das oberste Seil!
NEIN!
Thor
hält sich fest! Zereo sieht es. Noch ein Dropkick! Jetzt
fällt Thor nach draußen!
Die
Halle jubelt!
Pete:
„Zereo hat ihn draußen!“
Thor
landet auf den Füßen, muss sich aber am
Kommentatorenpult abstützen. Und man sieht es. Thor ist
wütend. Nicht auf Zereo. Auf sich selbst. Zereo nimmt im
Ring Anlauf.
Pete:
„OH NEIN!“
Zereo
fliegt!
SUICIDE
DIVE!
Thor
wird getroffen! Beide krachen gegen die Absperrung! Die Fans
springen auf. Howard Eagle beginnt zu zählen.
ONE!
Zereo
kommt zuerst hoch. Er packt Thor. Will ihn zurück zum
Ring bringen. Thor stößt ihn weg. Zereo Killer
kommt wieder. Thor…
KLATSCH!
Ein
brutaler Chop. Zereo bleibt stehen und hält sich
schmerzend die Brust. Thor schaut ihn an.
Noch
einer.
KLATSCH!
Zereos
Brust färbt sich sofort. Thor greift ihn. Will ihn gegen
den Ringpfosten werfen…doch ZK kontert!
THOR
MUSS GEGEN DEN PFOSTEN!
Kopf
voran! Er taumelt zurück in den Ring.
Pete:
„Zereo zerlegt ihn!“
Sven:
„Er nutzt aus, dass Thor nicht im Rhythmus ist.“
Pete:
„Ach! Plötzlich siehst du es auch?“
Der
Killer rollt Thor zurück. Eagle bei sieben. Zereo
hinterher. Der Hühne versucht aufzustehen. Doch Zereo
kommt angesprungen.
TORNADO
DDT!
Cover!
ONE!
TWO!
Thor
kickt aus! Doch
diesmal deutlich später. Zereo sitzt kurz da. Die
Zuschauer glauben dran. Thor rollt sich auf die Seite. Sein
Gegner steht. Er geht zur Ecke. Wartet. Der erste Heavyweight
Champion der Geschichte kommt langsam hoch. MacKenzie spurtet
los! Thor dreht sich herum.
Zereo
springt…Thor will ihn abfangen…zu spät!
Thor
fällt zu Boden…
Wieder
Cover!
ONE!
TWO!
TH…
Die
Schulter schnellt hoch! Pete springt fast auf.
Pete:
„Das ist machbar!“
Sven:
„Natürlich ist es machbar. Zereo Killer ist eine
Legende dieser Liga. Niemand hat gesagt, dass er
Laufkundschaft ist.“
Pete:
„Du vor ungefähr fünf Minuten!“
Sven:
„Hab ich nie gesagt.“
Beide
Wrestler stehen wieder und schauen sich an. Sie atmen schwer.
Und Thor nickt. Ganz leicht. Dann winkt er Zereo zu sich.
Welcher auch sofort kommt.
Forearm!
Thor
antwortet!
Zereo!
Thor!
Zereo!
Thor!
Zereo
trifft zweimal!
Thor
taumelt!
Zereo
holt zum nächsten aus…
Thor
schlägt einfach mitten durch. Der Forearm trifft Zereo
so hart, dass der Killer rückwärts in die Seile
fällt. Thor greift zu.
BELLY-TO-BELLY!
Zereo
fliegt im hohen Bogen. Thor bleibt diesmal dran. Er zieht ihn
hoch.
GERMAN
SUPLEX!
Zereo
landet auf Schulter und Nacken. Thor hält fest. Zieht
ihn wieder hoch.
GERMAN
SUPLEX!
Immer
noch nicht genug. Thor zieht ihn ein drittes Mal hoch. Doch
sein Gegner kontert.
Elbows
von Killer
Einmal!
Zweimal!
Dreimal!
Thor
lässt los! Zereo dreht sich herum. Doch der Hühne
greift zu.
SPINEBUSTER!
BÄÄÄÄÄM!
Cover!
ONE!
TWO!
ZEREO
KICKT AUS!
Thor
sitzt neben ihm und schaut zu Howard Eagle. Zwei. Eagle zeigt
es. Thor nickt. Dann schaut er zu Zereo. Und plötzlich
ist dieses Grinsen wieder da. Er steht auf. Aber er covert
nicht erneut. Stattdessen wartet er bis Zereo sich bewegt.
Thor schaut lachend zu.
Thor:
„Steh wieder auf.“
Buhrufe.
Zereo
zieht sich an den Seilen hoch. Thor wartet bis sein Gegner
wieder steht. Thor schlägt ihn brachial nieder. Ein
einziger Forearm. Zereo fällt zurück auf die Knie.
Thor
geht nicht zum Cover.
Pete:
„Was soll das?!“
Thor
steht wieder über ihm.
Thor:
„Steh wieder auf.“
Zereo
kommt auf alle Viere. Wieder wartet Thor. Überheblichkeit
spiegelt sich nun wieder. Zereo auf ein Knie. Thor wartet.
Zereo steht wacklig. Thor greift ihn.
Overhead
Belly-to-Belly!
Zereo
kracht auf die Matte. Thor läuft hinterher. Wieder kein
Cover.
Thor:
„Steh wieder auf hab ich gesagt.“
Pete:
„Er spielt mit ihm.“
Sven:
„Nein.“
Pete
schaut zu Sven.
Sven:
„Das ist genau das, was Thor angekündigt hat. Er
will wissen, wie oft Zereo Killer wieder aufsteht.“
Zereo
greift nach dem Seil und zieht sich hoch. Thor lacht. Zereo
steht. Thor kommt auf ihn zu…
KLATSCH
Zereo
ohrfeigt Thor! Die Halle explodiert! Thor bleibt stehen. Sein
Kopf zur Seite gedreht. Langsam schaut er zurück. Sein
Gegenüber winkt ihn heran.
Zereo
Killer: „Nochmal.“
Thor
grinst nicht mehr. Er schlägt zu! Zereo blockt!
Forearm
Forearm
Kick
Der
Hühne taumelt!
Flying
Forearm!
Thor
geht auf ein Knie! Zereo wieder in die Seile!
KNEE
STRIKE!
Thor
fällt rücklings zu Boden. Zereo
springt aufs Cover!
ONE!
TWO!
THOR
KICKT AUS!
Zereo
macht sofort weiter. Keine Pause. Er weiß jetzt, dass
er Thor nicht liegen lassen darf. Thor kommt hoch. Zereo
tritt, doch Thor fängt das Bein. Zereo springt.
ENZUIGIRI!
Thor
fällt gegen die Ecke. ZK rennt hinterher! Doch Thor
reagiert und hebt ihn hoch! Zereo landet unsanft auf dem
Turnbuckle! Thor dreht sich herum und will
attackieren…doch…Zereo springt!
MISSILE
DROPKICK!
Thor
reißt es um. Zereo will es wissen und steht sofort
wieder. Die Halle steht ebenfalls.
Pete:
„JETZT HAT ER IHN!“
Zereo
schaut zu Thor. Dann zur Ecke. Er steigt hoch. Thor liegt in
der Ringmitte. Er erreicht das oberste Seil. und richtet sich
auf…doch was ist das…Thor steht plötzlich!
Sven:
„Zu langsam!“
Thor
geht zur Ecke und will sich seinen Gegner packen. Zereo tritt
nach ihm. Thor taumelt zurück und…Zereo…springt…
Pete:
„Er fängt ihn erneut…NEIN!“
Aber
Zereo dreht sich in der Luft!
DDT!
Thor
mit dem Kopf auf die Matte!
Pete:
„JAAAAAAAAA!!!!”
Cover!
ONE!
TWO!
THREE…
NEIN!!!
Howard
Eagle zeigt zwei! Zereo kann es kaum glauben. Pete auch
nicht.
Pete:
„DAS WAR DREI!“
Sven:
„War es nicht.“
Pete:
„Das war verdammt nochmal knapp!“
Zereo
schaut zu Eagle. Eagle zeigt zwei Finger. Zereo akzeptiert
es. Keine Diskussion. Er dreht sich wieder zu Thor, und
Thor…liegt da.
Zum
ersten Mal wirkt es wirklich so, als könne Zereo seinen
Plan heute durchziehen. Er steht auf und klatscht sich gegen
die Brust.
Die
Fans werden lauter.
Thor
bewegt sich. Kommt auf ein Knie. Jetzt steht Zereo vor ihm.
Thor schaut hoch. Zereo sieht ihn an. Diesmal lächelt
Zereo Killer.
Zereo
Killer: „Steh wieder auf.“
Die
Halle explodiert.
Thor
schaut ihn an. Sekundenlang. Dann beginnt er zu lachen. Er
steht tatsächlich auf. Sein Gegenüber schlägt
zu.
Thor
zurück.
Zereo.
Thor.
Zereo.
Thor.
Jetzt
gibt es keine Geschwindigkeit mehr. Keine ausgeklügelte
Taktik. Beide prügeln.
Zereo
trifft.
Thor
trifft härter.
Zereo
wieder.
Thor
wieder.
Zereo
taumelt. Kommt zurück!
Thor
trifft!
Zereo
fällt gegen die Seile. Kommt wieder!
Thor
packt ihn!
Zereo
kontert!
SUPERKICK!
Thor
bleibt stehen!
ZWEITER
SUPERKICK!
Thor
wankt!
DRITTER
SUPERKICK!
Thor
fällt auf ein Knie!
Zereo
nimmt Anlauf.
Thor
kämpft sich hoch…
MacKenzie
kommt angesprungen…
LARIAT
VON THOR!
Zereo
überschlägt sich!
Beide
liegen! Howard Eagle hat die Hände über dem Kopf
zusammengeschlagen und schaut auf beide hinunter. Das
Publikum applaudiert jetzt sogar.
Nicht
für Apocrypha.
Nicht
für Thor als Person.
Sondern
für dieses Match.
Thor
rollt auf den Bauch.
Zereo
ebenfalls.
Beide
kämpfen sich hoch.
Thor
schafft es zuerst.
Knapp.
Er
greift Zereo doch dieser kontert.
Small
Package!
ONE!
TWO!
THOR
KICKT RAUS!
Jetzt
wird es wild.
KICK
VON ZEREO
Thor
blockt!
Zereo
Killer dreht sich…Spinning Kick!
Thor
wankt.
Zereo
läuft zum Turnbuckle und springt aufs zweite Seil.
Moonsault…
THOR
FÄNGT IHN SCHON WIEDER…
Zereo
strampelt! Thor hält ihn fest…grinst…MacKenzie
schüttelt mit dem Kopf.
POWERSLAM!
Sofort
das Cover!
ONE!
TWO!
ZEREO
KRIEGT DIE SCHULTER HOCH!
Thor
schlägt auf die Matte. Nicht aus Verzweiflung. Aus Wut.
Jetzt hat Zereo ihn. Nicht körperlich.
Im
Kopf.
Thor
wollte einen Mann, der wieder aufsteht. Jetzt bekommt er ihn.
Und langsam merkt Thor, dass das irgendwann auch nerven kann.
Er zieht Zereo Killer wieder hoch.
Thor:
„Du wolltest das.“
Zereo
kann kaum stehen. Trotzdem grinst er.
Zereo
Killer: „Ja.“
Thor
nickt. Dann hämmert er ihm den Kopf vor die Brust.
Headbutt!
Zereo
wankt zurück und Thor zieht ihn zurück zu sich. Er
kündigt seinen Finischer an. Doch nicht jetzt…Zereo
windet sich heraus! Thor dreht sich herum…
ZEREO
MIT DEM KONTER! SPEAR!!!
Thor
fällt! Zereo sofort aufs Cover!
ONE!
TWO!
THR….
KICKOUT!!!!
Die
Halle rastet aus. Zereo rollt sich weg. Thor bleibt erschöpft
liegen. Jetzt braucht auch Zereo einige Sekunden um klar zu
kommen. Howard Eagle schaut prüfend auf beide. Zereo
steht auf wie ein HB Männchen. Er sieht Thor. Dann
schaut er zum Turnbuckle. Er weiß, was jetzt kommen
soll. Zereo steigt.
Unterstes
Seil.
Zweites.
Oben.
Die
Fans stehen. Die Spannung steigt.
Pete:
„Zereo kann das hier gewinnen!“
Sven:
„Thor! STEH AUF!“
Zereo
richtet sich auf. Und dann verändert sich sein Blick.
Nicht zum Ring. Zur Bühne. Dort steht jemand. Neben der
Bewertungskommission. Langsam schreitet er hinunter zum Ring
und steht nun unterhalb von MacKenzie.
Odin.
Er
ist einfach aufgetaucht. Keine Musik. Keine Ankündigung.
Odin steht da. Und schaut Zereo Killer an. Zereo erstarrt
nicht. So billig ist es nicht. Aber er sieht ihn. Natürlich
sieht er ihn. Odin hebt langsam eine Hand. Darin hält er
etwas. Eine alte Fotografie. Die Kamera bekommt nur die
Rückseite zu sehen. Zereo offenbar die Vorderseite. Sein
Gesicht verändert sich. Nur ganz kurz. Irritation.
Vielleicht Erkenntnis. Vielleicht etwas anderes.
Pete:
„Was zur Hölle macht Odin da?!“
Sven:
„Stehen.“
Pete:
„Er lenkt Zereo ab!“
Sven:
„Dann soll Zereo nicht hingucken!“
Howard
Eagle sieht Odin ebenfalls. Er geht zu den Seilen und zeigt
Odin an das dieser nichts am Ring zu suchen hat. Odin hebt
beide Hände. Keinen Schritt Richtung Ring. Kein
Eingriff. Keine Berührung. Nichts. Und Zereo hat
vielleicht zwei Sekunden verloren. Mehr nicht. Aber gegen
Thor reichen zwei Sekunden. Thor ist wieder auf den Beinen.
Zereo dreht sich zurück.
Zu
spät.
Thor
schlägt gegen das oberste Seil! Zereo verliert das
Gleichgewicht! Er kracht mit dem Unterleib auf den
Turnbuckle!
Pete:
„NEIN! VERDAMMT NOCHMAL!“
Thor
macht weiter. Er geht zur Ecke und packt sich Zereo. Zereo
schlägt verzweifelt nach ihm! Thor bekommt einen
Treffer! Noch einen! Zereo kämpft! Thor greift trotzdem
zu. Und zieht ihn herunter! Die Fans rasten aus…Zereo
landet auf den Füßen!
SUPERKICK!
Thor
geht zu Boden.
Pete:
„JA!“
Zereo
schnellt hoch…und Thor blockt! Knie in den Bauch!
Zereo klappt zusammen. Krümmt sich.Thor geht direkt nach
und zieht ihn hoch. Zereo schlägt auf den Rücken
doch Thor hält ihn fest! Zereo versucht sich irgendwie
herauszuwinden! KRAFTAKT…Thor stemmt MacKenzie hoch!
Für einen Moment bleibt die Zeit stehen.
STILLE…
Dann…
WINGS
OF ASGARD!!!!
Zereo
kracht auf die Matte! Thor fällt selbst auf die Knie. Er
ist fertig. Aber er weiß, was jetzt zu tun ist. Er
dreht Zereo herum.
Cover.
Howard
Eagle zählt.
ONE!
TWO!
THREE!
DING!
DING! DING!
Sieger
des Matches durch Pinfall: THOOOOOOOOOOOR
Thor
rollt von Zereo herunter. Für einen Moment bleibt der
Hüne auf dem Rücken liegen und atmet schwer. Das
war kein Spaziergang. Ganz und gar nicht. Zereo Killer hat
ihm alles abverlangt und ohne die Ablenkung von Odin weiß
vermutlich niemand in dieser Halle, wie dieses Match
ausgegangen wäre. Howard Eagle erhebt sich.