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Diese Begegnung fand am vergangenen Sonntag bei FORGE Fusion 2, dem Ligen-übergreifenden Turnier, statt, an dem die beiden GFCW Superstars Morbeus und Mad Dog teilnehmen. Die beiden könnten im Halbfinale aufeinandertreffen. Vor Morbeus‘ Viertelfinale gegen Agrios Lykos ereignete sich folgende Szene:
Auf dem Markt in Recklinghausen ist in den Morgenstunden dieses heutigen Sonntags noch nicht viel los. Ein paar Menschen schlendern über den Marktplatz, beim Bäcker hat sich eine Schlange gebildet, da der Duft von frischen Sonntagsbrötchen über die gepflasterten Steine fliegt, an wenigen Tischen genießt der ein oder andere Mensch seinen morgentlichen Kaffee, bzw. seine Kaffeespezialität, versteht sich… und ohne gestört zu werden, picken ein paar Tauben die Reste der Nacht vom Boden. Man könnte also meinen, es ist die Ruhe vor dem Sturm, wenn man bedenkt, dass heute Abend unweit von hier in der Ultimate Arena die zweite FORGE Fusion Show stattfinden wird. Doch wenn es nach Wiebke geht - sechszehn Jahre jung, dickwandige schwarze Sekretärinnen-Brille, welche die rehbraunen Augen umrahmt, dezentes Augenmakeup, aber definitiv zu viel Rouge, dafür jedoch ein schwarzes, mit dem Forge Emblem geschmücktes Top …
Wenn es also nach Wiebke geht - @RingsideWiebke, ihres Zeichens angehende Wrestling Influencerin und ihrem gewitzt kecken Lächeln nach klug genug auch einen Plan B zu haben, dieser Sechzehnjährigen nach soll JETZT, nun, in diesem Augenblick bereits Weltbewegendes geschehen.
@RingsideWiebke: „Hey Leute! RingsideWiebke hier. Ich bin jetzt schon in Recklinghausen, wo heute Abend endlich FORGE Fusion 2 steigt! Die Tickets sind am Start und ich kann’s kaum erwarten. Kommt mit und erlebt den Tag mit mm…“
…mir. Will sie sagen. Doch ehe dieses Wort aus ihrem Mund erklingt, bleiben die Lippen geschlossen, wohingegen sich ihre Augen bis ins Maximum weiten. Ihr Kopf folgt einem bestimmten Ziel nach links und sogleich formt sich mit überraschter Erkenntnis aus dem kleinen m alsbald ein großes.
@RingsideWiebke: „…mmmMorbeus!“
Plötzlich wackelt die anfängliche Ruhe. Der Hintergrund verschwimmt. Nur kurz kommen Tische, Stühle oder Pflastersteine ins Bild. Tauben flattern auf. Dazwischen die Geräusche von Wiebkes Turnschuhen, die über die Pflastersteine spurten, und ihrem schneller gehenden Atem.
@RingsideWiebke: „MORBEUS!“
Tatsächlich dreht sich der unweit von ihr entfernte GFCW Superstar um, doch ist es nicht ihre Richtung, in die er sich wendet. Sein Blick fällt eher auf einen kleinen Bistrotisch, an dem ein Mann hinter einer Tasse Cappuccino sitzt. Als Wiebke erkennt, wer das ist, kann sie nicht mehr an sich halten. Wispernd strömt es aus hier heraus.
@RingsideWiebke: „Oh mein GOOOOOOOTT.“ „Die Niederlage schon verdaut, huh?!“
Ins Visier der Smartphone-Kamera rückt nun Mad Dog, der bei der letzten Show gegen Matt Stone gewinnen konnte und ins Halbfinale des Turniers einzog. Doch es ist nicht nur seine Aura, die sich Bahn bricht, es ist ebenso etwas gülden Glitzerndes, das Wiebkes Augen sogleich erfassen. Und so wird auch uns durch ihren Zoom schnell gewahr, dass es sich hierbei um das GFCW Tag Team Gold handelt, womit gleichsam klar wird, dass MD soeben das Match bei „GFCW Conquista“ am letzten Sonntag ansprach.
Mad Dog: „Oder werden die gelassenen Federn dir heute hinderlich sein, es mir gleich zu tun, und hier das Halbfinale zu erreichen?“ Morbeus: „Ich war noch nie ein großer Hundeliebhaber. Diese ganzen Haare, Zecken in der Wohnung und dann erst dieser Gestank. Und insbesondere letzteres stinkt mir auch jetzt gewaltig. Zu mal du hier zwar dein Gold vor dir her trägst, aber ich habe dich ausgeknockt, mein Lieber. Den Hut muss ich eher vor deiner Partnerin ziehen. Aber das Match habe ich für mich schnell abgehakt. Heute zählt es für mich und ich werde alles geben, mit Haut und Haaren! Das wahre Duell zwischen uns steht ja noch aus und ich hoffe inständig, dass das dann bei Fusion 3 stattfinden wird!“
Ein zufriedenes Lächeln huscht ob der Halbfinal-Aussicht kurz über das Gesicht des Night Fighters. Die Kürze der Positivreaktion stimmt allerdings misstrauisch.
Mad Dog: „Gut so, Ray… Du hast deine Meinung über Stella geändert: Ich habe eine ausgezeichnete Partnerin an meiner Seite. Das bedeutet allerdings nicht, dass nicht auch ich in der Lage bin, dich zu schlagen!“
Ein eindringlicher, fast böswilliger Blick fliegt Morbeus entgegen. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als die Töle unvermittelt auf einen der beiden leeren Plätze an ihrem Tisch deutet.
Mad Dog: „Aber setz dich doch! Ein paar Minuten wirst du doch noch übrighaben, huh?!“
Ray Douglas rollt kurz mit den Augen, ob der Zeitanspielung, die auch ihren beiden Karrieren gelten könnte. Derweil schaut er skeptisch auf den leeren Stuhl am kleinen runden Cafétisch, zieht ihn dann allerdings zurück und setzt sich neben den verrückten Hund, der die Zeit des Bedenkens genutzt hat, einen weiteren Schluck seines Heißgetränks zu genießen.
Mad Dog: „Es ist, wie ich dir gesagt habe, Ray. Die Niederlage im World Title Match gegen The End hat einen Wendepunkt eingeleitet! Erst der Sieg in der Battle Royal, wo wir Nummer Eins Herausforderer wurden, dann habe ich Matt Stone hinter mir gelassen, er wollte auch einen Wendepunkt in seiner Karriere einleiten, ist aber gescheitert. Es folgte der Sieg gegen…“ „…die nächste Kalkleiste aus dem Vitrinenschrank früherer Legenden, um sich virtuell auf die Schulter klopfen zu können. Wobei er weiß, dass es auch durchaus andersrum hätte kommen können. So wie bei FORGE #1.“
Die Köpfe der Anwesenden schwenken herum - und die rehbraunen Augen hinter Buddy Hollys Brille weiten sich freudig. Es ist wie Weihnachten und Ostern auf einen Tag. Aus einer anderen Richtung nähert sich der eben angesprochene Matt Stone dem Café-Tisch der Legenden. In seiner Freizeitwear aus verwaschenen Klamotten, Ramones-Shirt und Aufnäher übersäten Jeansweste wirkt er wie ein Relikt der Punk-Ära. Nur das Verhalten ist halbwegs salonfähig. Und auch die Papiertüte voll Obst, aus welcher er sich bedient und in einen Apfel beißt, hat etwas Konservatives.
Die beiden Silberrücken gucken etwas unwirsch, machen aber keine Anstalten zur Gegenwehr. Auch als Stone sich ungefragt zu beiden an den Tisch gesellt, RingsideWiebke mit den Worten „Peach for a peach?“ einen Weinbergpfirsich anbietet und diese freudig glucksend ihn entgegennimmt.
Raymond murmelt der Konstante etwas von Gulliver im Land der Riesen zu, aber das kommt bei Machinegun nicht hörbar an. Vielmehr konzentriert er sich auf RingsideWiebke, mit der er latent zu flirten scheint.
@RingsideWiebke: „Ja, Matt, ähm … wenn du schon mal hier bist, dann erzähl doch mal. Du hattest bei der ersten FORGE Ausgabe ein tolles Match im Mainevent mit Mad Dog, dass … dieser leider gewonnen hat. Was sind deine Gedanken dazu?“
Die Augen ruhen nun beim New Yorker. Der kaut seinen Apfelbissen herunter, bevor er den Granny Smith auf dem Tisch ablegt und mit dem Ärmel über den Mund wischt. Bevor er antwortet, wechselt er kurz die Blicke mit den beiden Fightern.
Matt Stone: „Es bleibt bei dem, was ich sage … was ich gesagt habe ... es ist mir eine Ehre, die Klingen mit allen Fightern hier kreuzen zu dürfen. Speziell mit so einer Legende wie Mad Dog, mit welchem ich schon mehrfach das Vergnügen hatte. Mal so, mal so … trotzdem existiert bei FORGE nichts außer dem Moment … leider zu seinen Gunsten. Ich kann mir dahingehend nur sagen, das Beste abgeliefert zu haben. Das Schicksal hat allerdings anders entschieden - dann isses so. Aber das ist kein Schema F für die Ewigkeit. Schon beim nächsten Mal dürfte die Töle wieder den Dreck knabbern, in welchen ich ihn per 3-Count oder Submission drücke. Nichts für ungut - Ehre ist das eine, Kampfgeist das andere.“
Der Kämpfer der Nacht wiegt den Kopf hin und her.
Mad Dog: „Schicksal, huh?!“
MD schüttelt den Kopf, um Stones Begründung zu verneinen. Als sein Blick auf dessen Bein fällt, grinst er verwegen.
Mad Dog: „War es auch Schicksal, das ich deine Schwachstelle fand?! Oder nicht doch mein geschultes Auge? Na… wenigstens kannst du wieder laufen, oder?!“
Matt erwidert das Grinsen - und verschränkt das einst angegriffene Bein zu einem halben Schneidersitz.
Matt Stone: „Ich mach mir eher Gedanken über alles, was oberhalb hängt. Und das funktioniert tadellos…“
Er greift in die Tüte und bietet RingsideWiebke eine Banane an … worauf diese sich fast an ihrem Bissen Pfirsich verschluckt und dankend ablehnt. Morbeus kann ob dieses kindlichen Scherzes nur die Augen verdrehen.
Matt Stone: „Das Bein ist wieder OK. Mach dir darüber also keine Gedanken. Es ist wieder einsatzbereit, wie alles an mir. Denke also lieber nicht zu sehr darüber nach, ob dir ein Bullhammer Elbow oder ein Superkick die dritten Zähne ausm Kiefer haut. Grübel eher darüber, ob der streunende Flokati im Spiegel noch genügend Asse im Ärmel hat, die er ausspielen kann, um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen.“
MDs Augen werden schmaler.
Matt Stone: „Was is?! Du glaubst, ich mache nicht Ernst?! Vor der Halle hab ich dir gesagt, dass wir uns bestimmt nicht zum letzten Mal gesehen haben, bevor deine Glocken am Baum klingeln. Das war keine Floskel, das war’n Versprechen. Und dann könnte ich ja mal austesten, wie belastbar dein Bein ist. Hoffe, es läuft besser als zum Imperial Impact 13.“
Mad Dog: „Soll das nun eine Drohung sein, huh?!“
Die
Blicke der beiden Viertelfinalgegner treffen sich. Ihre Brauen
hängen schwer über den Augen.
Mad Dog: „Ich glaube nicht an Schicksal. Für mich ist es seit jeher eher eine Frage des Momentums! Ihr beide habt nun eine Niederlage fressen müssen… manchmal ist es einfach so, manchmal ist da aber auch mehr. Der Beginn einer Serie, der Beginn eines Abfallens. Wir kennen es alle zur Genüge – mit dem Rücken an der Wand wrestlet es sich nicht so frei wie in einer solchen Phase, in der ich mich gerade befinde, huh?! Im Gegensatz zu euch. Ich bin im Flow – der letzte Run des Night Fighters. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ein Lauf!“
Wieder huscht da dieses Lächeln über sein Gesicht. Dann zieht er den Gürtel zu sich, wirft ihn über seine Schulter.
Mad Dog: „Ich bin jetzt Tag Team Champion! Aber das war es noch nicht, Männer. Ich will auch den Singles Bereich wieder erobern. Etwas, das auch ihr beide ausgerufen habt… sonst hättet ihr euch nicht hier angemeldet, huh?! Doch reicht es noch, Ray? Reicht es überhaupt, Matt?! Oder braucht es bei euch nicht eine Kurskorrektur, um das Momentum wieder auf die eigene Seite zu bekommen?!“ Morbeus: „Jetzt phantasiert der Köter auch noch. Ich muss mich schon sehr wundern, wie du dich jetzt hier wieder als Lichtgestalt präsentieren willst. Auch ein blinder Hund findet mal ein Tag Team-Gold. No Business hattest du bei dem Erfolg deines Teams. Fremde Federn und so. Und was mich betrifft: Ich bin kein Analyst, der ständig Karriere-Primes und Knicks bei Leuten bemisst. Schon gar nicht bei mir selbst. Sollen die geschwätzigen Wrestling-Podcaster machen. Wenn jeder Titelverlust in meiner Karriere einen Karriereknick bedeutet hätte, wäre ich längst weg vom Fenster. Ich bin aber immer noch hier! Heute geht es gegen Lykos. Und das zählt für mich. Ich kann hier die nächsten Titel holen und das werde ich auch. Plain and simple. Ich bin kein geborener Tag Team Wrestler. Das Konzept „Kooperation“ habe ich erst spät in meiner Karriere verstanden. Natürlich war das Team mit meinem Sohn etwas Besonderes und mit der Legende Zereo Killer ein Team zu bilden eine große Ehre. Bei beiden Kampagnen regnet es Gold. SO viel habe ich nicht falsch gemacht. Doch Singles Matches sind mein Home Turf. Das ist ja ein großer Unterschied. Wenn ich Auto fahren kann, dann kann ich auch immer Moped fahren. Das Problem ist wenn man sein Leben lang nur im Tag Team gekämpft hat und dann meint, dass man jetzt auch ein starker Einzelwrestler ist. Aber das muss jeder für sich wissen.“
Stones Finger geht einer Schulmeldung gleich hoch … während er sich mit der anderen an der Nase juckt.
Matt Stone: „Ich bitte tunlichst um Einhalt, Morbeus der Große - aber so einfach und simpel, wie du das hier mit’m Geodreieck skizzierst, ist es nicht. Dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile - das trifft nicht wirklich auf die Partners in Crime und vor allem auf mich zu. Trent Cardigan war schon vor Zeiten der PiC mehrfacher Heavyweight Champion seiner Liga. Ein Stützpfeiler dieser Company. Und was mich angeht: nur weil die Singles Titles, die ich mir über die Jahre angefightet habe, hier keinem etwas sagen, heißt das noch lange nicht, ich wäre nur ein Tag Team Wrestler, der plötzlich nach Höherem strebt. Klar kenn ich das Motto unseres Metiers: was woanders mal war, existiert hier nicht. Aber niemand hinterfragt diese arrogante Bürde genauer.“
Der Finger geht deutend nach vorn zum verrückten Hund.
Matt Stone: „Du stellst hier ernsthaft die Frage, ob es bei mir überhaupt für den Singles Bereich reicht? Hut ab, das nenn ich dicke Hose. Aber da Hochmut bekanntlich immer vor dem Fall kommt, seiest du daran erinnert, dass es für die Konstante auch mal Zeiten gab, in denen ihm keine gebratenen Tauben ins Maul flogen. Allerdings geht’s dir scheinbar aktuell wie im Schlaraffenland, wie du uns weißmachen möchtest. Zu Schade, dass die Fans da draußen die Wahrheit kennen … wie bei der erste FORGE - Show, wo ich dich am Rande der Niederlage hatte. Mein Bein war so gut wie hin, ja - aber du hast auch auf dem letzten Loch gepfiffen…“
Er greift den angebissenen Apfel und zerdrückt ihn wie der Seewolf die Kartoffel. Dann putzt er die Hand mit einem Taschentuch ab.
Matt Stone: „… und genau das wird mein Fokus sein, um dich dann an den Klöten zu packen. Schon die Card vom kommenden War Evening gelesen? Sofern du noch genug Blut für die Ganglien übrig hast, brauchst du nur noch eins und eins zusammenzuzählen, wer dich kommenden Freitag in deiner neuen Heimat um deine geliebten Titel herausfordern wird.“
Während MD an seinem Kaffee trinkt, verschluckt er sich fast, als Stone ihm das Offensichtliche näherbringt. Eilig stellt er die Tasse ab und schaut Matt überrascht in die Augen.
Mad Dog: „Die Mad Stars gegen die Partner in Crime bei War Evening?!“
Da ist es wieder: das verwegene Lächeln eines Errol Flynn. Es sagt viel - aber andererseits auch wieder nicht.
Matt Stone: „Sagen wir’s mal so: die Mad Stars wird eine ordentliche Herausforderung erwarten. Vielleicht eine, auf die du dich nicht so schnell vorbereiten kannst … so wie beim FORGE Turnier. Der Vorteil war, dass du mich bereits kanntest - andere hier nich. Und selbst in meinem Fall hast du mitbekommen, das Vorbereitung manchmal nicht alles ist. Ich hatte dich fast … und vielleicht hab ich dich bald wieder. So wie damals gegen die Mad Godds. Ob’s den Mad Stars genauso ergehen wird?“
Touché! Der saß, wie er anhand des Mienenspiels gegenüber bemerkt.
Matt Stone: „Kommenden Freitag werde ich dir erneut alles abverlangen und mein Glück herausfordern. Und diesmal wird es anders ablaufen als im Turnier … obwohl ich hier faktisch auch noch nicht fertig bin.“
Die fragenden Blicke von MD, Morbeus und Wiebke treffen ihn augenblicklich. Doch die Erklärung folgt auf dem Fuße.
Matt Stone: „Waldorf und Statler schlagen bei FORGE auf und stecken sich ihre Felle ab wie zwei satte Zenturios ihre Provinzen. Dabei ist der erste Ringgong noch nicht mal ertönt. Das nenn ich mal Überraschung. Komme da nicht umhin, aber egal wie ich es drehe und wende … und so sehr ich es Lykos gönnen würde, wird Morbeus sich hier wohl durchsetzen, damit ihr beide euren feuchten Traum des Halbfinals erfüllen könnt. Aber im Finale ist dann Schluss. Da kann nur einer stehen … wie im richtigen Eheleben. Und das bedeutet nach Adam Riesling, dass einer von euch zwei kein Match haben wird … oder besser haben dürfte. Denn da gibt es ja noch mich hier, der euch diesen Fehdehandschuh nur allzu gern um die Schlabberohren klatscht. Na, was sagt ihr?“
Immer noch angesäuert legt MD den Kopf schief, während sein Blick von Morbeus zu Matt Stone wandert und wieder zurückgeht.
Mad Dog: „Matt, Matt, Matt – du willst es jetzt echt wissen, huh?! Von der Niederlage angefixt, bist du zum tollwütigen Fuchs geworden, der alles anfällt, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist. Weiß der Teufel, wie du dir den Shot für War Evening ergaunert hast, aber dort wird der Wahnsinn ein Ende haben… zumindest was unsere Geschichte angeht, Matt. Ich habe nicht vor, mein Halbfinale zu verlieren! Ein Rückmatch mag nun dein Traum sein… Aber diesen muss ich dir ebenso wie deinen Traum vom Halbfinale zuvor nehmen. Und wage es ja nicht selbst herbei zu führen, was du dir so sehr wünschst! Dann wirst du nochmal einen anderen Hund erleben!“
Während der drohende Blick der Töle auf Matt Stone liegt, beginnt Morbeus zu sprechen.
Morbeus: „Genug der Schwätzereien. Einer von uns Dreien muss hier heute schließlich noch arbeiten. Der Fokus richtet sich auf Lykos. Alles andere interessiert mich erst danach wieder. Und über die Finalshow denke ich gar nicht erst nach. Findet die dieses oder nächstes Jahr statt? Haha. Auf jeden Fall wird noch sehr viel Zeit vergehen. Aber Matt, ich wusste nicht, dass ich dich so treffe mit ner schnippigen Bemerkung. Du hast deinen Namen im großen Wrestling-Zirkus. Der steht nur nie allein. Und da frage ich mich schon, ob du der Co-Star bist bei den Partners? Aber gerne haue ich euch auch beide weg. Erst Mad Dog, dann den Finalgegner und dann noch mal Matt Stone. Wann immer du kannst! Und dann noch Maddy. Du hast gerade Oberwasser. Aber nicht alles Gold was glänzt, ist es auch. Deine letzten Leistungen waren mit etwas Glück am langen Ende versehen. Dein Titel ist doch eh nur geliehen!“
Er zwinkert MD zu, erhebt sich von seinem Stuhl und klopft kurz zum Abschied auf den Tisch. Dann dreht er ab. Matt spielt sich eine falsche Anerkennung ins Gesicht, applaudiert gespielt … und schüttelt dann den Kopf.
Matt Stone: „Echt, man, Doggy - du verstehst es, die Leute vor den Koffer zu scheißen. Und das hast du früher auch nicht gemacht. Weiß nicht, wer dich zu so einem Grinch erzogen hat, aber für Karma und Stuhlgang ist das echt schlecht. Zumindest mein Wohlbefinden hält das nich lange aus - deswegen lass ich dich mal in deinem Ego-Vollbad hier allein…“
Er langt in die Tüte, flippt sich eine Weintraube in den Mund und steht auf.
Matt Stone: „Schlürf du nur ruhig deinen Blasentee und erzähl der Lady hier einen vom Pferd … aber wenn der Halbfinalgegner dich schon nicht auf die Bretter schicken wird - ich werde es am Freitag tun! Verlass dich drauf! Vielleicht bringt das deinen Dickschädel wieder in die richtigen Bahnen, so dass du wieder eingenordet wirst … Hier!“
Ein weiterer Griff fördert eine Pflaume hervor, welche er RingsideWiebke in der Hand drapiert.
Matt Stone: „Für den Fall, dass er sie auch anpflaumt … dann ham sie was zum Zurückschmeißen. Vaya con dios, circo de pulgas …“
Nachdenklich schaut der verrückte Hund Morbeus und dem Maschinengewehr hinterher. Wütend ballt er die Faust auf den Tisch. Durch die Erschütterung rutscht die Kaffeetasse herunter und zersplittert kurz später auf den Pflastersteinen.
Mad Dog: „Fuck!”
Der letzte Schluck rinnt durch die Fugen in den Boden. Verärgert kramt MD in der Hosentasche nach seinem Portemonnaie. Doch Wiebke aber nimmt allen Mut zusammen, um noch einmal den Finger in die Wunde zu legen.
@RingsideWiebke: „Die zwei sind mächtig wütend... Sie sprechen von Egobad... dem Ende des Flows.”
Die Töle nickt bitter und starrt auf die Scherben auf dem Grund.
Mad Dog: „Als Verlierer ist man meistens wütend… Das liegt also nicht an meinem Stolz, sondern eher an ihrem gekränkten Ego! Und dennoch wäre ich dumm, ihre Worte einfach abzutun, huh?!“
Wiebke legt den Kopf schief und folgt dem Blick des Halbfinalisten.
@RingsideWiebke: „Damit nicht alles in einem Scherbenhaufen endet?“
MD nickt, erhebt sich und reckt das Kinn zum Gruße. Dann verschwindet er im Innenraum des Cafés, um die Rechnung zu zahlen.
Das Einkaufszentrum des ehemaligen PCWA Geländes. Trotz der Abwesenheit der einst weltweit bekannten Wrestling Liga konnte sich dieser Tempel des endlosen Konsums stets behaupten und lockt weiterhin zahllose Massen an, die bummeln, essen gehen oder shoppen wollen. Der Ort des Geschehens ist aber der Buchladen. Ein Thalia wie es sie überall in Deutschland gibt. Allerdings sehr groß. Thema sehr groß, eine Schlange an Menschen ist auch sehr groß und vor allem interessiert an einer Signierstunde. Doch was interessiert das den geneigten Wrestling Fan? Dies liegt wohl am Author und Gast des Ladens, der hier sein Erstlingswerk präsentiert. Die Schaufenster preisen es mit dem heutigen Termin, der mit Sicherheit nicht zufällig auf den War Evening gefallen ist, in breiten Lettern an.
ICH HABE DIE MACHT ~Erfolg und Blut~ Die Autobiographie des Rekordchampions Azrael Rage Lesung und Signierstunde
Tatsächlich ist der dreifache Gerasy Champion in all seiner Pracht vor Ort. Die Haare sind inzwischen fast komplett grau und auch der Dreitagebart tut es der Frisur gleich. Die Haut ist etwas brauner und etwas weicher geworden, aber er sieht entspannt und ausgeruht aus. Trotz des dekadent wirkenden weißen Anzuges erkennt man, dass der Eine kaum an Muskelmasse verloren hat. Ein Lächeln umspielt seine Lippen, während er sich erhebt für ein Foto mit einem Fan. Gefürchtet zu sein ist großartig – Reich und beliebt noch besser. Nach einem kurzen Shakehands setzt er sich wieder und macht sich daran das nächste Buch zu unterschreiben.
Ein weiteres Buch von Rages neuer Biographie wird ihm vor die Nase für ein Autogramm gelegt. Ohne dass der ehemalige PCWA Superstar darauf achtet, wer gerade vor ihm steht, unterschreibt er jenes, dann der Blick hoch zu seinem Fan. Dieser Moment wirkt wie eine Zeitreise, alles ist still, es vergehen Sekunden, die sich wie Stunden anfühlen, denn sie kennen sich seit der WWCA, ehe sie dann getrennte Wege gingen. Zereo Killer steht vor Azrael Rage.
Zereo Killer: „Wow, das ist wirklich ziemlich lange her…“
Er zieht seine Mundwinkel nach oben und Rage begutachtet das „GFCW meets PCWA“-T-Shirt von Zereo Killer.
Zereo Killer: „Wie geht’s dir?“
Aus den Augenwinkeln blickt er die ausgestreckte Hand Zereo Killers an. Sein eben noch leicht satirisches Lächeln weicht. Ist dies ein Reflex? Die antrainierte Kriegsmaske? Anstatt die Hand zu ergreifen und zu schütteln, zieht er nur das Buch näher zu sich und bleibt sitzen.
Azrael Rage: „Wie du sicherlich schon wahrgenommen hast, geht es mir gut.“
In der Tat ist es lange her. WWCA. Eine Ewigkeit… Rage selbst beauftragte einen Ghostwriter für seine Biographie zum Thema WWCA, weil er sich nicht mehr an alles erinnern konnten. Aber Zereo Killer ist ihm im Gedächtnis geblieben… ähnlich wie ein Stück Fleisch zwischen den Zähnen, dass man mit der Zunge nicht rausgepult bekommt. Erst jetzt blickt er auf, mustert sein Gegenüber. Die Fans haben ihre Handys längst gezückt und filmen – Es ist mucksmäuschenstill.
Azrael Rage: „Dir wohl nicht so. Ich könnte einen Main Event Monolog darüber halten, aber wir kürzen das ab. Du siehst scheiße aus!“
Hastig signiert er mit dem Füller das Buch. Azrael Rage. In Druckbuchstaben. Nicht geschwungen, wie bei anderen Fans, kein Dank, Catchphrase oder andere Worte. Mit dem Mittelfinger, mögliche Absicht (?), schiebt er das Buch zurück zum anderen Ende des Tisches.
Der Kalifornier überspielt Rages Handeln abermals mit einem Lächeln, auch wenn es ihm schwerfällt. Ja, sein Gegenüber hat tatsächlich Recht. Zereo Killer sieht scheiße aus, oder zumindest angeschlagen. Dadurch, dass Zereo Killer und sein Partner Morbeus die Tag Team Titel verloren haben, lässt ihn auch mental etwas angekratzt dastehen. Apropo Raymond Douglas, wo ist er denn?
Zereo Killer: „Das erste Mal seit wieviel Jahren, dass wir uns sehen… und deine ersten Worte an mich gerichtet sind „du siehst Scheiße aus“?“
Auch wenn er sichtlich Schmerzen hat, beginnt er laut zu lachen und dreht Rage den Rücken zu. Er blickt zu den Fans, mit dem Fingerzeig auf den ehemaligen Superstar gerichtet.
Zereo Killer: „Meine Damen und Herren, das ist Azrael Rage, wie man ihn kennt. Er scheint sich nicht verändert zu haben.“
Kurzes Gelächter bricht aus, ehe sich Mr. #I AM STILL HERE umdreht und wieder den Blickkontakt zu Rage sucht.
Zereo Killer: „Aber mal im Ernst, du hast Recht. Ich seh Scheiße aus. Ich weiß nicht, wie sehr du die GFCW verfolgst. Zerbeus hat die Tag Team Gürtel verloren.“
Lässig und abfällig wirkend lehnt sich Rage in seinen Stuhl nach hinten. Mit dem Zeigefinger klopft er dreimal auf das Holz.
Azrael Rage: „Ach ja, der blöde Hund… und eine Frau. Hab es gesehen und seltenerweise hatte ich sehr gehofft, dass du ihm und der Schlampe die Knochen brichst. Aber leider bist du eine größere Enttäuschung als die deutsche Nationalmannschaft.“
Cheap Heat. Hat damals funktioniert, funktioniert heute… nicht mehr ganz so gut. Jubel. Genau das wollen seine Fans hören. Das Zeitalter der Antihelden. Der Teufel hätte gut da hineingepasst. Aber er ist in Rente.
Kann Mike ein kurzes, hämisches Grinsen in der Mimik von Rage erkennen? Vermutlich, ZK findet es nicht sehr witzig, aber übergeht die Provokation.
Zereo Killer: „Was aber noch viel schlimmer ist, Ray Douglas hat sich nach der Attacke nach dem Match verletzt…“
Wortlos lässt Rage diese schlimme Nachricht auf sich wirken. Die anwesenden Fans sehen das nicht so locker, was für schlimme Neuigkeiten!
Na klar ist es schrecklich, wenn sich jemand verletzt, aber was hat Rage damit zu tun? Genau das scheint sein Blick gerade auszudrücken. Ein Schulterzucken in die einzige Reaktion, aber sein Gegenüber spricht weiter.
Zereo Killer: „Ja, das hat nichts mit dir zu tun, aber das ist unter Anderem auch ein Mitgrund, warum ich so scheiße aussehe. Ich hab von der Signierstunde erfahren und wollte vorbeischauen. Auch wenn wir uns seit zig Jahren nicht mehr gesehen haben, wollte ich mir diese Gelegenheit nicht entgehen lassen, um mit dir ein wenig zu plaudern. Egal ob wir Freunde waren, Feinde, Rivalen, was auch immer. Eines teilen wir, und das ist die Liebe zum Wrestling. Und ich schwelge gern in Erinnerungen, wir kennen uns schon sehr lange, seit weit vor deiner PCWA-Zeit. Es tut einfach nur gut, ein altes Gesicht zu sehen und dein Leben nach dem Wrestling scheint dir gut zu tun. Und mir, so absurd es auch klingt, weil du immer noch das Arschloch-Gen in dir hast, gibt es Energie, wenn ich der Vergangenheit ab und zu begegnen kann. Das sind Momente für die Ewigkeit, das sind legendäre Momente, die man erschaffen kann.“
MacKenzie fährt mit seiner rechten Hand zum signierten Buch, das er zurückbekommen hat. Sein Blick bleibt darauf haften.
Zereo Killer: „Obwohl… Wrestling lässt einen nie ganz los, oder?“ Azrael Rage: „Hm.“
Symbolisch öffnet er ein Exemplar seiner Bucher und lässt die Finger durch die Blätter gleiten.
Azrael Rage: „Du solltest es wirklich lesen. Verinnerlichen. Du könntest etwas lernen.“
Ruckartig knallt er das Buch zu und steht auf. Die Zweimeteracht zeigen sich aufeinmal in all ihrer bedrohlichen Pracht.
Azrael Rage: „Du hattest das Glück mir nur selten im Ring zu begegnen und dennoch solltest du wissen, dass Wrestling für mich mehr ist, als nur ein Sport.“
Die Faust ballt sich langsam und er blickt sie dabei etwas vermissend an. Obwohl er in Rente ist und inzwischen seiner Zweitkarriere als Schriftsteller fröhnt, wirkt er immer noch so, als ob er jede Sekunde wieder in die schweren Stiefel und in den Ring treten könnte.
Azrael Rage: „Jeder einzelne meiner Schläge war ohne Zurückhaltung. Jeder meiner Muskeln hätte reißen können, denn ich habe stets alle Kraft in jede Bewegung gesteckt. Niemals gönnte ich mir Ruhe. Es war nie genug. Immer nur mehr… mehr Erfolg. Mehr Geld. Mehr Blut. Mehr Macht. Doch all dies hatte stets spürbare Konsequenzen…“
Die Künstlerpause. Nichts verlernt, Azrael.
Azrael Rage: „… für meine Gegner… denn wann immer jemand gegen mich antreten musste, merkte er – Ich bin nicht irgendein Kampf. Ich bin der Krieg.“
Er entlässt die Pose und setzt sich wieder. Ein plötzliches Lächeln erstreckt sich wieder über seine Lippen. War das alles für die Fans und die Kameras?
Azrael Rage: „Also du Vogelscheuche, mal im Klartext. Natürlich liebe ich das Wrestling und du tust das auch… muss ich ja anerkennen. Ohne Leidenschaft hält man hier nicht lange durch.“
So etwas aus dem Mund von Azrael Rage zu hören, ist definitiv etwas Besonderes. Anerkennend nickt ZK und zieht seine Mundwinkel abermals ein wenig nach oben.
Zereo Killer: „Ja, ich liebe diesen Sport, ich lebe für diesen Sport und so lange ich gesund bin und es auf dem Niveau machen kann, mit dem ich niemanden enttäusche – mich nicht und meine Zereo Army nicht – mach ich weiter. Doch es stimmt tatsächlich, mit zunehmendem Alter wird immer alles schwieriger und ich bin dem Ende meiner Karriere definitiv näher als dem Anfang, das ist mir auch sehr bewusst.“
Er seufzt und blickt in Richtung des Theatres, genau dorthin, wo heute die GFCW Action losgehen wird.
Zereo Killer: „Von einem Moment, in dem alles in Ordnung ist, bis zum nächsten Moment, in dem gefühlt alles zusammenbricht. Es kann sich von einer Sekunde auf die Andere einfach alles ändern… und genau so fühlt es sich an.“
Sein Blick verharrt auf das ehemalige PCWA Theatre.
Zereo Killer: „… The Apocrypha… ihr werdet sicher da sein…“
Murmelt er vor sich hin…
Zereo Killer: „Tha Bomb… Titan… Thor…Odin… Al Spawn Simmons…“ Azrael Rage: „Das ist ja alles ein super Motivational hier… aber mal im Ernst und das sollte auch ein Spatzenhirn wie du begreifen. Fünf gegen Einen geht nur beim Wichsen für den Einen gut aus.“
Fast – FAST – anerkennend winkt Rage ab.
Azrael Rage: „Aber das weißt du längst und willst es dennoch genau so versuchen. Der tragische Held gegen die Übermacht. Erbärmlich und vor allem idiotisch.“
MacKenzie lässt die Worte auf sich wirken und blickt Azrael Rage in die Augen. Er will sich zum Publikum umdrehen und…
Azrael Rage: „Denk nicht einmal dran hier und jetzt eine deiner Pfadfinder Promos zu halten. Ich zieh dir dieses Buch – Hardcorver nur 29,99€ - über den Hinterkopf und schleif dich bewusstlos hier raus, bevor du den zu dem Teil mit den Gebeten und den Vitaminen gekommen bist.“
Die anstaute Euphorie schwindet schnell beim mental niedergeschlagenen GFCW Publikumsliebling und er verstummt für den Moment.
Zereo Killer: „Na gut, okay.“
Auch wenn der Killer sich ziemlich sicher ist, dass sein Handshake erneut nicht erwidert wird, streckt er dem Buchautor die Hand entgegen.
Zereo Killer: „In erster Linie ging es mir tatsächlich darum dich zu sehen, einfach mal hallo zu sagen. Egal was du von mir hältst, ich will, dass du weißt, dass ich großen Respekt davor habe, was du für diesen Sport getan hast. Und bevor ich gehe und du weiter für diese großartigen Fans signieren kannst, will ich dir eins sagen.“
Nun blickt er dem ehemaligen Profiwrestler in die Augen und sagt.
Zereo Killer: „YOU ARE AZRAEL RAGE – AND YOU STILL GOT IT.“
MacKenzie dreht sich zu den Fans und diese jubeln laut und stimmen ihm zu! Rage still got it, so viel steht natürlich fest! MacKenzie steht vor dem aufgebauten Tisch, Rage sitzt, weiß für den Moment nicht, wie er auf diese Worte reagieren soll, egal, viele Fans nützen diese einmalige Gelegenheit und machen ein Foto davon! Azrael Rage und Zereo Killer gemeinsam auf einem Bild! Zereo lächelt… Rage nicht so… Es ist eher gespielt, als ob er lieber den Füller durch die Hand des Killers rammen würde. Er eher ein wenig perplex, der Andere eher euphorisch, ein Bild, welches um die Welt gehen wird. Während des Fotos flüstert Rage leise zu ihm.
Azrael Rage: „Du bist dumm wie Brot, Held. Aber du hast Eier.“
Und mit einem zufriedenen und einem gespielten Lächeln geht diese Bild um die Welt und die Szene fadet aus.
War Evening, ehemaliges PCWA Theatre (Berlin), 07.08.2026
In Kooperation mit
Nach
der Südeuropatour der GFCW kommt die Liga heute wieder
zurück nach Deutschland. Und welcher Ort wäre dafür
besser geeignet als die Hauptstadt des Landes? Während uns
Bilder Berlins, das Brandenburger Tor, den Reichstag mit seiner
weltbekannten Kuppel, das Holocaust-Mahnmal und das Schloss
Charlottenburg, gezeigt werden, nimmt uns das Intro langsam mit
auf das Phönix Center, wo einst die Phönix Crossover
Wrestling Association zu Hause war. Immer noch sehen wir dort das
große grüne Gelände, den Freizeitpark, Casinos
und die Mall. Alles scheint noch unter der Firma „Vark
Enterprises“ zu laufen, die Firma von Markus Vark, dessen
Tochter Jona die PCWA leitete.
Pete: „Guten Abend aus Berlin!! Herzlich Willkommen zu einer weiteren Ausgabe von War Evening“ Sven: „Conquista und die Tour liegen hinter uns, jetzt heißt es volle Fahrt in Richtung Blue Blood!“ Pete: „Ganz dem Motto: Nach dem PPV, ist vor dem PPV. Allerdings werden einige Ereignisse der Großveranstaltung in Italien natürlich auch diese Show prägen und hier und heute fortgeschrieben werden.“ Sven: „Deswegen schauen wir doch einfach schonmal, was uns im Ring erwartet!“
Tag
Team-Match:
Pete: „Das erste Match des Abends ist ein Rematch – denn genauso haben wir auch unsere Verso la Conquista begonnen. Allerdings waren die Birdie Boys damals weder uns noch ihren Gegnern bekannt.“ Sven: „Diesen Vorteil nutzen die beiden Golfer damals, konnten ihrem ersten Erfolg allerdings keinen weiteren nachfolgen lassen.“ Pete: „Außer natürlich die Elimination der aktuellen Tag-Team Championesse Stella Nova in der Battle Royal bei War Evening in Barcelona. Ein absoluter Achtungserfolg.“ Sven: „Und doch schieden sie kurz später aus und spätestens seit ihrer Niederlage gegen Zac Alonso und Güldenherz stehen sie wieder dort, wo sie angefangen haben, was das heutige Match eindeutig auf den Punkt bringt.“ Pete: „Für beide Teams kann dieser Abend also zu einem neuen Anfang werden. Die Alliance wird sich dieses Mal vorbereitet haben und könnten mit einem Sieg nochmal andere Teams herausfordern, die Birdie Boys wollen ihren Abwärtstrend stoppen und zeigen, dass sie kein One Hit Wonder sind. Wem von beiden dieses Unterfangen gelingt, sehen wir direkt zu Beginn hier an diesem Abend in Berlin.“
Singles
Match:
Sven: „Hat es sich ausgesuiiiuuut?! Zumindest Thorsten Baumgärtner war bei Conquista der Meinung, dass Garrison Gaeta gewonnen hätte. Ich glaube das war Betrug!“ Pete: „Ebenso wie Sandro seinen Protest einlegte, aber wer die Wiederholung gesehen hat, sieht, dass der ehemalige GFCW Intercontinental und Tag-Team Champion Garrison Gaeta ihn bis Drei auf der Matte hielt.“ Sven: „Pah! Dafür wird Celo Marx heute das Opfer sein, denn Sandro will sicher auch Deutschland ebenso wie Südeuropa im Sturm erobern.“ Pete: „Leider wird er es versuchen und wenn ich ehrlich bin, sind die Chancen von Marx tatsächlich nicht hoch einzuschätzen. Als Leipziger wird er allerdings versuchen unserem Land alle Ehre zu machen.“ Sven: „SUUUIIIIIIIIIUUUUUUUUUUUUUUU!“
GFCW Tag
Team-Titelmatch:
Pete: „Kommen wir zum Main Event und zum ersten Titelmatch für die neuen GFCW Tag Team Champions, die Mad Stars.“ Sven: „Niemand hätte es geglaubt – aber der alte Köter und das Sternchen haben es tatsächlich geschafft, Zerbeus die Titel abzunehmen. Ihre Freude darüber weilte jedoch nicht lange… hihi.“ Pete: „Du sprichst von der Attacke durch The Apocrypha, die sich heute hoffentlich raushalten, denn wie wir in der Preshow gesehen haben, wartet heute Abend ein ordentliches Kaliber auf die Champions.“ Sven: „HA, dieser Matt Stone gefällt mir! Bei Forge am Sonntag konnte man sehen, wie er im Gebüsch eine rothaarige Alte vernascht hat… bei den Mad Stars hingegen sehen wir weder Sex noch Rock’n’Roll – nur langweilige Familienausflüge.“ Pete: „Auf Arbeitsebene funktioniert es auch besser, wenn man sich nicht gleich bespringt. Sieh dir die Entwicklung des Vertrauens untereinander bei den Mad Stars an.“ Sven: „Du meinst ernsthaft, ich würde nicht performen, wenn deine Mutter deinen Job hätte? Junge, ich würde das hier allein schaukeln, während sie den Job ausführt, den sie am besten kann!“ Pete: „Kommen wir besser zurück zu Matt Stone! Eben haben wir gesehen, dass ihm die Niederlage gegen den Night Fighter bei Forge Fusion 1 nicht geschmeckt hat und er deswegen dafür gesorgt hat, hier und heute einen weiteren Kampf gegen den verrückten Hund zu bekommen.“ Sven: „Ebenso ein edler Zug von ihm, während der Hund nur angepisst war. Und passender Weise auch im ehemaligen Wohnzimmer der beiden. Hier im ehemaligen PCWA Theater.“ Pete: „Für beide wie für die Crowd heute sicherlich ein emotionaler Moment! Der Night Fighter war allerdings nicht besonders erfreut, da sich Stone in seinen Augen als schlechter Verlierer zeigte, das heutige Match einfach erwirkt hat und sich damit auch noch in seine Angelegenheiten hier in der GFCW einmischte.“ Sven: „Die Mad Stars haben jetzt nun einmal die Zielscheibe auf dem Rücken. Da sind The Apocrypha, Matt Stone und auch noch andere Teams, welche die Titel gerne hätten. So ist das als Champion!“ Pete: „Für Stella und MD natürlich auch keine neue Situation – sie sind hoch dekorierte Stars. Und deswegen werden sie das heute professionell angehen und alles dafür tun, ihre Titel zu verteidigen. Schließlich hat Matt Stone schon einmal den Kürzeren gezogen.“ Sven: „Hier und heute hat er aber noch ein Ass im Ärmel! Wer heute an seiner Seite kämpft, ist noch nicht bekannt.“
Zeit für Wrrrreesssstling. In der ehemaligen PCWA-Halle in Berlin stehen rund 5000 Zuschauer dicht an dicht, als plötzlich ein hohes Hupen durch die Halle geht. Seitlich neben der Bühne tuckert ein Golfcart hervor. Und wird sofort mit negativen Reaktionen empfangen.
Am Steuer sitzt Steven Sademi, mit viel zu ernstem Blick für einen Mann in einem Golfcart. Neben ihm lehnt „Mr. Fairway“ Rupert Wooten zurück, winkt den Fans mit zwei Fingern zu und zeigt mit empört geschürzten Lippen auf eine Gruppe in der ersten Reihe, die ihn lautstark ausbuht. Dieser Kulturbanausen. Hinten am Cart hängt die Golftasche. Die Schläger klappern bei jeder kleinen Bodenwelle. Sademi fährt eine Schleife vor der Rampe, während Wooten aussteigt und seine imaginäre Scorecard prüft. Die Buhrufe werden lauter. Er lüftet seine Golfcap zum Gruß und legt sie dann ordentlich auf dem Kommentatorenpult ab. Die federweißen Golfhandschuhe bleiben für das Match jedoch an.
Tammy: „Das folgende Match ist ein Tag-Team-Match! Zuerst auf dem Weg zum Ring: aus Belfast, Nordirland, ‚Mr. Fairway‘ Rupert Wooten! Und aus den USA… sein Caddy Steven Sademi! Gemeinsam bringen sie ein Gesamtgewicht von 187 Kilogramm auf die Waage: die Birdie Boys!“
Wooten nickt zufrieden, als hätte Tammy gerade seine Adelung verlesen. Sademi parkt das Golfcart vor dem Ring, tätschelt die Golftasche und steigt dann auf den Apron. Howard Eagle schaut sofort zur Tasche und hat einen tadelnden Ausdruck im Gesicht, was Wooten mit einer empörten Geste kommentiert. Natürlich wird alles regelkonform ablaufen. Na-tür-lich! Und dann verstummt die Musik. Sademi rümpft die Nase. Also das Lied hätte doch wirklich noch drei, vier Minuten länger laufen können. Verdammte Kulturbanausen. Dann kippt die Stimmung in eine andere Richtung. Rodrigo Gaya schießt zu einer generischen Rockmusik aus dem Vorhang, springt einmal auf der Stelle und klatscht mit mehreren Fans an der Absperrung ab. Hinter ihm kommt Jackie D’Arcy heraus, deutlich breiter und schwerer, mit zerzaustem Mohawk und entspanntem Blick. Rodrigo zeigt auf das Golfcart, blickt zu D’Arcy, und lacht. Jackie macht eine kurze abwehrende Geste. Vom Ring gibt es dafür Unflätiges aus den Golferkehlen.
Tammy: „Und ihre Gegner: aus Oviedo, Spanien, Rodrigo Gaya! Und aus Melbourne, Australien, Jackie D’Arcy! Gemeinsam bringen sie ein Gesamtgewicht von 180 Kilogramm auf die Waage: die Punk n’ Jump-Alliance!“
Gaya rutscht unter dem unteren Seil hindurch in den Ring. Jackie steigt hinterher, springt auf die Beine, und bleibt kurz vor Wooten stehen. Mr. Fairway weicht einen halben Schritt zurück, tut dann aber so, als habe er nur seine Position verbessert. Sademi stellt sich neben ihn, Howard Eagle schickt beide Teams in ihre Ecken.
Celo Marx: „Die Zukunft trägt Schachbrettmuster, Mac.“
Und Celo Marx, der am Mikrofon bereitsteht, trägt einen Ringanzug im… …Schachbrettmuster. Also ist er…ist er die…? OMG #FORESHADOWING. Der Leipziger rauft sich das schüttere Haupthaar. Nicht, weil es juckt, sondern weil in ihm ein Fire burnt und er heiß auf den Kampf ist. Außerdem, weil es awkward rüberkommt, wenn man im Kamerabild steht und einfach gar nichts macht. Er legt die Daumen in die Träger seines Ringanzugs und lässt ihn flutschen. Mac Müll betrachtet das Geschehen mit der Geduld eines lebendigen Toten und hebt dann das Mikrofon an seinen Mund.
Mac Müll: „Es ist was her, seitdem wir dich das letzte Mal gesehen haben, Celo.“ Celo Marx: „Ein Fehler der Booker. Doch heute hat das Warten endlich ein Ende. Heute wird die Streak fortgeführt.“ Mac Müll: „Die Streak?“ Celo Marx: „Meine Siegesserie.“
In Mülls Kopf setzen sich ein paar Zahnräder in Bewegung. Man glaubt, sie in Echtzeit beobachten zu können. Der Interviewer denkt nach. Lang genug, damit Celo von selbst fortfährt.
Celo Marx: „Mr. Unbeatable Celo Marx. Miria Saionji ist durch Kyle Douglas Geschichte. Nun ist es an der Zeit, über meine Ära des Ungeschlagen-seins zu sprechen. Ich bin nicht nur noch immer ungeschlagen, ich sehe vielleicht sogar besser aus.“ Mac Müll: „Celo?“ Celo Marx: „Ja, Mac?“ Mac Müll: „Du hattest exakt EIN Match. Das war vor sechs Monaten.“ Schulterzucken beim Leipziger. Er spannt unter seinem Schachbrettmusteranzug die Muskeln an und blickt seinen Gesprächspartner verwirrt an.
Celo Marx: „Was nicht meiner Aussage widerspricht. Ich habe gewonnen. Ich wurde noch nie besiegt.“ Mac Müll: „Statistisch gesehen nicht, aber…“ Celo Marx: „Aber – Aber – Aber! Un-be-siegt. Seit SECHS MONATEN. Wer hat eine solche Streak, Mac? Wer? Ich habe Iokepa gesiegt und der ist dreifacher GTCW Champion. Also bin ich vierfacher GTCW-Champion. Mindestens. Also Schluss damit! Mit all diesen Zweifeln.“
Er schiebt nicht nur im übertragenen Sinne die Zweifel zur Seite, sondern auch im wortwörtlichen Sinne Mac. Damit er mehr Platz im Kamerabild hat. …. …. ….
„Das denke ich aber auch. Schluss damit!“
Tönt eine Stimme, die Schritt für Schritt näherkommt. Die Anwesenden blicken sich um. Und sehen Sandro. In ungewohnter Aufmachung. Statt seiner Uniform tritt der verhinderte Eroberer – der sich bei Conquista Garrison Gaeta ergeben musste – in richtigem Understatement auf. Soll heißen: Einfache Jeans, schwarzes Shirt. Die dunklen Haare sind frisch geschnitten und unauffällig kurz. Ein Neuanfang?
Sandro: „Elo ass et Zäit, datt s du verschwënns." Mac Müll: „Hä?“ Celo Marx: „Hä?“
Nicht nur im Ausdruck sind Mac und der Wrestler vereint, nein, sie blicken auch einander verwirrt an.
Mac Müll: „Was hast du gesagt?“ Sandro: „Ech schwätze just e bëssen Lëtzebuergesch.“
Das macht es nicht besser. Nicht, dass die Anwesenden von Sandro erwarten, sinnvolle Sätze zu hören, doch zumindest hat man ihn bisher sprachlich gut verstanden.
Celo Marx: „Hat Gaeta dich zu hart am Kopf getroffen oder was ist mir dir passiert?“ Sandro: „Ich sagte, dass es an der Zeit ist, dass du verschwindest, Celo. Sonst ist deine Haut schon vor unserem Match noch kuhfleckiger als dein Anzug.“ Celo Marx: „Das sind keine Kuhflecken! Das ist ein…“
Genervt winkt der – heute komisch sprechende – Botschafter Portugals ab. Er stöhnt langgezogen.
Sandro: „Jo jo, ech hu scho verstanen, datt dat e Schachbriet ass. Awer elo verschwann!" Celo Marx: „Ich verschwinde. Aber nicht, weil du es willst, sondern weil mir das hier zu blöd ist. Auf Wiedersehen. Im Ring. Wo ich meiner UNBESIEGBARKEITS-SERIE einen weiteren Skalp hinzufüge.“
Und damit ist die Zukunft der GFCW auch schon um die Ecke verschwunden. Allzu lange schaut ihm Mac Müll aber nicht nach. Denn sein Fokus liegt auf Sandro. Was ist mit dem verhinderten Eroberer los? Mac jedenfalls schaltet schnell. Er nutzt die Gelegenheit, die sich ihm bietet, und bringt das Mikrofon erneut in den Anschlag. Für einen neuen Gesprächspartner.
Mac Müll: „Sandro? Zeit für ein Interview?“
Die schneeweiße Kauleiste des Angesprochenen klappt auf.
Sandro: „Natürlich.“
Das geht einfach. Und das macht die Situation noch komischer. Mac hatte erwartet, dass der Portugiese nach der Niederlage von Conquista bei anderer Stimmung wäre. Wortkarg. Maulfaul. Doch Sandro wirkt geradezu…entspannt. Zeit, um journalistisch einzuhaken.
Mac Müll: „Ich hoffe, du verzeihst mir diese Frage: Doch wie fühlst du dich nun, da das Schicksal einer Nation auf deinen Schultern lag…und du Portugal in ein Tal der Tränen gestürzt hast?“
Die Antwort sind verwundert aufgerissene Augen.
Sandro: „Portugal?“ Mac Müll: „Die portugiesische Eroberung ist gescheitert. Verletzt dich das nicht?“
Er schiebt das Mikrofon näher an den Beinahe-Conquistador heran. Dieser hat nach wie vor ein Fragezeichen im Gesicht.
Sandro: „Was interessiert mich denn Portugal?“ Mac Müll: „Aber…aber…du…du bist doch für Portugal angetreten. Du bist Portugiese.“ Sandro: „Portugiese? Ist der Portugiese mit uns im Raum?“
Während der arme Mac vor Verwirrung zu schwinden droht, läuft Sandro hin und her. Er schaut hinter Kisten, unter Tischen, gar hinter Vorhänge.
Sandro: „"Moien? Ass hei e Portugis do? MOIEN!?"
Die Scharade geht noch einige Male weiter. Weitere Kisten werden zur Seite geräumt.
Sandro: „Hallo? Ist hier vielleicht ein Portugiese!?“
Dann hat sich Mac Müll zumindest soweit wieder gefangen, dass er Sandros Treiben mit einem Griff an die Schulter Einhalt gebieten kann.
Mac Müll: „Aber DU bist der Portugiese, Sandro. Der Botschafter und Eroberer und der Priester des Heiligen Ronaldo.“
Sandro: „Ich ein Portugiese?“
Er lacht schrill auf. Etwas Blöderes hat er ja wohl in seinem Leben noch nicht gehört.
Sandro: „Ach, Mac. Dieser kleine portugiesische Samentropfen in meinem Stammbaum ist doch wirklich kaum der Rede wert. Hahaha. Ich – Sandro – bin auch sicherlich kein Priester und Botschafter. Du redest wirr, mein Freund. Bist du vielleicht überarbeitet? Ich bin just en normale Lëtzebuerger Jong. Ein einfacher Kerl aus Luxemburg. Geboren in Esch an der Alzette. Auf Luxemburgischen Grund und Boden. Und deshalb bin ich mit vollstem Herzen Luxemburger. Willst du etwa meinen Pass als Beweis sehen?“
Er blickt Mac zwar fragend an, gibt diesem dann aber doch keine Chance, auf die ohnehin rhetorisch gemeinte Frage zu antworten.
Sandro: „Und ich bin in diese Liga gekommen, um die große weute Welt davon zu unterrichten, wie viel Freundlichkeit und Wunderbares sich in einem Zwergstaat befindet, der von außen klein, doch im Herzen ganz groß ist. Ich bin…“
Stolz streicht sich Sandro über die Brust.
Sandro: „…der Wrestling-Botschafter Luxemburgs.“
Sein bisher so gönnerhafter Blick wird ernster.
Sandro: „Und alles andere wäre eine infame LÜGE!“
Zufrieden stemmt er die Hände in die Hüften. Mac Müll steht kopfschüttelnd da und blickt zu Boden. Sandro klopft ihm auf den Rücken.
Sandro: "Hues du nach Fragen an den Botschafter, mein Lieber?"
Geschlagen lässt der Interviewer sein Mikrofon senken.
Mac Müll: „Ich denke, mir ist nicht mehr nach Fragen stellen, Sandro. Ein gutes Match dir.“ Sandro: „Danke dir. Und niemals vergessen..
Er lächelt in die Kamera und ballt die Faust. Sandro: „….Hopp Lëtzebuerg!"
Das Licht im ehemaligen PCWA Theater wird gedimmt und die Fans zücken die Lichtquelle ihrer Wahl, um die Mad Stars mit einem Lichterhimmel zu begrüßen – aber es sind in diesem Fall nicht allein die Mad Stars. Vor allem Mad Dog, als ehemaliger Protagonist der PCWA, wird mit lauten Rufen empfangen.
Und als sie nun gemeinschaftlich durch den Vorhang treten, wird die Menge noch einmal lauter. Die Mad Stars – Mad Dog erneut mit dem Mad Stars Logo auf den Hosenbeinen, sowie orangenen Stiefeln mit schwarzen Schnüren, Stella Nova ebenfalls weiterhin mit weniger Orange und viel mehr Schwarz auf ihrem kometenhaften Schurz und knappen Top mit Sternausschnitt, auf dessen Rückseite ebenso das Mad Stars Logo zu sehen ist. Dazu um ihre Hüften geschnallt: die GFCW Tag Team Championtitel. Die Botschaft ist klar: aus zwei Einzelwrestlern wurde ein Team und dieses Team ist das beste der GFCW. Wie sich die große, vernarbte Töle mit den wilden, schwarzen Haaren in Bewegung setzt, beginnt auch zeitgleich der Leitstern mit den massiven, schwarz-orangenen Flechtzöpfen den eleganten Tanzschritt gen Ring – visuell kontrastreich und doch im Gleichschritt. Die beiden erklimmen den Apron, Mad Dog die Atmosphäre inhalierend, Stella posierend, dann schlüpfen sie abermals synchron durch die Seile und stehen nun im Ring, um die Titel euphorisch in die Höhe zu stemmen. Die Fans reagieren noch einmal mit lauter Zustimmung, während die Musik langsam verstummt.
Die beiden Mad Stars schauen
in das Rund des Theaters, doch die „Mad Dog“ Chants
wollen nicht abbrechen. Sogar Stella Nova macht einen Schritt zur
Seite und zeigt mit beiden Händen auf ihren Partner und
ehemaligen PCWA Superstar. Die Berliner quittieren es mit
ununterbrochenem Jubel und der Hund presst die Lippen
aufeinander. Die Augen glänzen feucht.
Mad Dog: „Ich danke euch für diesen Empfang… ich…“
Wieder wird er unterbrochen. Wieder sind es die alten Fans, die Stimmung machen.
Mad Dog: „…es ist über fünf Jahre her, als ich HIER beim letzten PCWA Brawlin‘ Rumble den XAW World Heavyweight Title gewann und die PCWA kurz später während der Auslandstour ihre Pforten schloss. Fünf Jahre! Zuvor war ich fast 14 Jahre für die PCWA aktiv gewesen, habe Titel gewonnen, Höhen und Tiefen erlebt, legendäre Schlachten geschlagen und mehrere Epochen geprägt. Für viele war ich tatsächlich so etwas wie die Seele dieser Liga...“
Wieder überkommen ihn
die Emotionen, was die Fans erneut laut werden lässt.
Mad Dog: „Ich habe wiedermal einen Neuanfang gewagt. Wie so oft in meiner Karriere. Und wieder einmal wurde ich… oder habe ich mich dafür mit der Hilfe von Stella belohnen können. Und einer der Gegner war jemand, der sich auch in der PCWA einen Namen gemacht hat. Mike MacKenzie… alias Zereo Killer.“
Auch dieser Mann bekommt den Jubel der Massen.
Mad Dog: „Mike, auch wenn hier einige unsere ersten Matches als legendär bezeichnen, bin ich genauso froh wie du, dass wir mit dem Match bei Conquista, was das Drumherum angeht, einen Gegensatz zur Vergangenheit geschaffen haben.“
Er blickt kurz in die Kamera und lässt den Jubel der Fans verklingen – und nun wo die Fans leiser geworden sind, wird erstmals Stellas Stimme laut, deren Fähigkeit das Rampenlicht einem anderen zu überlassen allmählich hart an ihre Grenzen gestoßen ist.
Die Miene des Hundes versteinert kurzzeitig.
Mad Dog: „Wieder treten dunkle Gestalten hervor und zerstören diesen Moment. Ihr wisst, von wem ich rede: The Apocrypha!“
Nun schwingt die Stimmung ein erstes Mal um. Buhrufe und Pfiffe sind es, die durch unsere Gehörwindungen dröhnen.
Mad Dog: „Ihr wollt das Fundament sein, huh?! Für was? Für Siege, die keine sind?! Für Männlichkeit, die keine ist?! …Für eine Vergangenheit, die sich überlebt hat?! Oder für angebliche Härte und Brutalität, mit der ihr euch nur selbst bestraft?! Ihr sprecht von einer alten Zeit, huh?! Ich kenne diese genauso gut wie ihr! Nur bin ich – wie ich eben erzählt habe – weiter durch diese Zeit gegangen, anstatt wie ein Relikt jetzt zurück zu kommen und an früher zu erinnern, wo ihr zurückgeblieben seid, weil ihr zu kurzatmig ward weiter zu marschieren. Bei mir sind die Brüche und Niederlagen Stationen meines Weges, auf die ich stolz bin und durch die ich gelernt habe – durch die ich geworden bin, der ich jetzt bin! Ich habe es schon bei der Battle Royal gezeigt, als ich mich gegen zwei von euch durchgesetzt habe: Ihr seid vor 20, vor 25 Jahren stehen geblieben. Gedanklich. Charaktermäßig. Wrestlerisch. Und wollt uns diese starrsinnige, rückwärtsgewandte Veränderungsresistenz als Zukunft der GFCW verkaufen??? FUCK OFF!!“
Der Speichel fliegt beim Schrei aus dem Mund. Der starre, irre Blick geht nur zum Backstagebereich, dorthin wo er die vier dunklen Männer vermutet. Stella hingegen steht ruhig da und nimmt mit einem Lächeln wahr, wie voller Energie und Tatendrang ihr Partner ist. Genau diese Gegensätze, die sie zu einem Team zu einen gelernt haben, machen sie so stark.
Mad Dog: „Yeah, diesen Konflikt werden wir heute nicht klären, denn heute steht uns ein anderes Kaliber vor der Brust. Ein aufrechter Wrestler. Geradeaus. Nie unterzukriegen. Und im Gegensatz zu euch, TnB, werden wir damit unserer Rolle als Champion gerecht – die GFCW Tag Team Titel stehen direkt wieder auf dem Spiel. Ich bin ehrlich: Als ich am Sonntag bei Forge Fusion 2 davon erfuhr, war ich nicht sonderlich begeistert. Zu sehr wirkte noch nach, dass wir den Titelgewinn nicht feiern konnten. Nachdem ich nun das Phönix Center betreten habe, ihr uns empfangen habt und die Erinnerungen an damals zurückgekommen sind, gefällt mir die Ansetzung deutlich besser. Lassen wir das schlecht behütete Geheimnis aus dem Sack, Matt. Komm raus!“
Eine kleine Weile herrscht diese angespannte Stille vor, in dem man nur die langsam anschwellenden Rufe und Gesänge der Fans hört. Dann…
I did this to myself The summer air burning in my lungs One more glance till I come undone Let's stop this rising sun
Es brechen akustisch alle Dämme und das Theme, welches über viele Monate die Fans in diesem Theatre zum Jubeln gebracht hat, schallen auch heute hervor. Lichteffekte rotierender Spotscheinwerfer fluten die Arena … und dann tritt der Benannte endlich auf die Stage hinaus: Matt „The Machinegun“ Stone, früherer XFW- und PCWA-Wrestler. Wie ihn die Fans des Phoenix kennen, schlendert er zunächst lässig grinsend und leger in eine verwaschene Nieten-Jeansweste über seiner Ringgear aus bunten Longstretchpants, schwarzen Boots und ebenso farbigen Wristtapes gekleidet hervor und taunted ins Publikum. Dann aber nimmt er Fahrt auf und zeigt auf der Bühne einen sehenswerten Flickflack Salto mit Mikro in der Hand. Die Pops gehen nochmals los, während die Mad Stars das Schaulaufen zur Kenntnis nehmend begutachten. Schließlich klingt das Comeback Kidd-Theme aus, Stone stellt sich mittig auf die Stage und genießt lächelnd die Reaktionen. Mehrfach versucht er anzusetzen, aber es gelingt ihm nicht wirklich … und was ihm andererseits auch egal zu sein scheint. Dann fährt er sich ein letztes Mal trademarkmäßig durch die wasserstoffblonde Irokesen-Haartolle mittig auf seinem Kopf und setzt das Mikro an … … bevor er es fast senkrecht über seinen Kopf hebt und diesen in den Nacken legt.
Matt Stone: „Finally ….“
Die Pops branden erneut los, flankiert von einigen Lachern … und dem hörbaren Faceplam Mad Dogs im Ring. Dann wendet sich Machinegun wieder direkt dem Publikum und den Zuhörern im Ring zu.
Matt Stone: „… hab ich dieses Gefühl zurück. Es ist so geil, wieder hier zu sein. Thank you, gunners!“
Der New Yorker spielt gekonnt mit den Reaktionen der Fans. Er schaut sich noch einmal orientierend um, setzt dann fort.
Matt Stone: „Und ob nun die eine Liga mit vier Buchstaben oder die andere - es ist in diesen heiligen Hallen der gleiche Spirit wie immer, der einen erfasst und mitnimmt. Auf gefühlten Schwingen getragen bis runter zum Ring und zurück … ob nun mit Buhen, Anfeuerungen oder Jubel. Ich bevorzuge ehrlich gesagt das letztere - und da steht mindestens einer grinsend im Ring, dem es genauso ergeht. Und das zurecht. Das dynamische Duo da zwischen den Ropes hat bei eurem letzten Event mal wieder Historisches vollbracht und das Ergebnis kann jeder hier … auf der Schulter … um die Hüften … oder sonst wo sehen. Ich find das fantastisch. Oder ums mit den Worten eines einst bekannten Einwohners auf den Punkt zu bringen … IHR FANS DIESER HALLE … SCHAUT … AUF … DIESEN … CHAMP……..YEAH!!!“
Wieder
ein paar Lacher der Marke zitierfähig.
Matt Stone: „… aber, Freunde der Tanzmusik und des Breitensports - das war’s dann auch schon von mir was Höflichkeit, Steal my Catchphrase und die Lobhudelei der Woche angeht. Schließlich is hier und heute noch Business angesagt - und zwar nicht as usual.“
Der Finger geht deutend in den Ring.
Matt Stone: „Doggy, ich find’s ja dufte, dass du neben deinem Lächeln scheinbar auch wieder etwas Gefallen gefunden hast. Nämlich anders als Sonntag hast du scheinbar wieder Gefallen an einem Match gefunden. Zumindest hoffe ich das … denn diese Mundwinkel unter der schweißgetränkten Schüttelfrisur könnten womöglich wieder auf Merkel-Niveau abrutschen, wenn ich mein Versprechen unter Umständen einlöse.“
Ein lautes „Oh!“ zieht durch die Reihen der Fans. Die Mad Stars setzen einen gespannteren Gesichtsausdruck auf. Matt dagegen … zuckt mit den Schultern.
Matt Stone: „Tja, ich hab es dir mehr als einmal gesagt: wir werden uns bei FORGE vermutlich nicht zum letzten Mal gesehen haben … und die Tatsache, dass ich hier und heute stehe zeigt, dass ich diesen Worten Taten folgen lasse. Und wer weiß … vielleicht lasse ich noch mehr folgen. Du sagtest, du hättest hier einen Titel gewonnen - ich kann das von mir ebenfalls behaupten. Und es sind in meinem Fall ironischerweise Titel, die man normalerweise im Duett aufs Spiel setzt. Und wenn ich mich richtig erinnere, war der Mann in meinem Spiegel das letzte Mal siegreich, als wir beide uns indirekt um die Teamtitel gegenüberstanden. Daher fordere ich mein Glück heute nur allzu gern heraus.“
Obwohl das offene Geheimnis keines mehr ist, ziehen die Worte Machineguns deutliche Reaktionen. Man merkt: die Crowd möchte diese Begegnung sehen.
Matt Stone: „Also, Mad Dog - ich schätze dich nach wie vor als harten Hund ein. Und ich werde und will mir mit dir einen Fight liefern, der diese Massen hier einmal mehr zum Ausflippen bringen wird. Die Frage, welche bleibt, ist aber: was, wenn eure erste Titelverteidigung gleich eure Letzte wäre? Was, wenn ich mich heute für die Niederlage bei FORGE Fusion #1 revanchiere und dir eine Niederlage wie damals bei der Trophy Challenge beibringe? Dir diesmal sogar den Titel direkt abnehme … hast du dann immer noch Gefallen daran? Wie schaut’s aus?“ Mad Dog: „Auch wenn ich nicht davon ausgehe, würde sich dann immerhin zeigen, dass ich im Gegensatz zu dir in der Lage wäre, nach einer Niederlage Respekt zu zollen, huh?!“
Während MD herausfordernd grinst, steht Stella Nova schon etwas länger ungeduldig da, ihr rechter Fuß wippt mit merklicher Unruhe auf und ab und nun hält sie es nicht länger aus und schaltet sich ins Gespräch ein.
Matt stochert sinnbildlich etwas mit den Schuhspitzen auf dem Stageboden herum. Sein Blick ist kurz nach unten gerichtet - mit einem milden Lächeln. Dann schaut er wieder auf, die Inderin direkt an.
Matt Stone: „Sternchen … um das mal klar zu betonen: weder bin ich born yesterday noch auf der Currysuppe daher geschwommen. So wie du deine Hausaufgaben durchaus gemacht haben dürftest, gilt das für mich genauso. Ich kenne dich wie den streunenden Goldjungen da neben dir. Ich weiß, zu was du es in der WFW wie auch hier schon gebracht hast. Und da ich die Hürde, welche ich heute zu überspringen gedenke, genauestens analysiert habe, bin ich selbstverständlich nicht allein gekommen…“
Mit einem Grinsen nimmt das Maschinengewehr zur Kenntnis, wie die Pops erneut losbrechen. Vereinzelte „PiC“ - Rufe erschallen, aber Stone bedeutet ihnen sich etwas zu beruhigen.
Matt Stone: „Ich höre hier schon die früheren PCWAler raus - aber ich muss euch ein wenig enttäuschen, wenn ihr hier die Partners in Crime erwartet habt. Der gute Kugelblitz hat leider zu tun bzw. feilt im eisigen Kanada an seiner Karriere. Trotzdem … wenn ich den Geist des Phoenix nicht hierher zu bringen vermag, dann bring ich mir halt meinen eigenen Phönix mit. Einen … Red Phoenix. Jemand, der mir auch viel bedeutet und ebenfalls was mit Kanada zu tun hat. Daher ohne große Vorreden … Daddy DJ war gestern, heute ist Mammy DJ angesagt … make some noise … for … DARLEANE JACOBY!!!“
Feel the weight of a martyr It could all be yours Cut down the altar
Matt lässt das Mikro sinken und im gleichen Atemzug brandet „Circle with me“ von Spiritbox los. Die Pops Stone bezüglich ausnutzend marschiert leger eine fast 1,80m große, rothaarige wie sommersprossige Kampfamazone in rotgelber Ringwear hinaus. Das kurze Cheerleader-Kleid über der roten Stretchpants ist mit einem großen „DJ“ - Logo verziert, bis auf dessen Höhe ihr Flechtzopf hängt. Nicht minder athletisch wie das Maschinengewehr geht sie lässig grinsend von einem Vertikalspagat in einen Radschlag über und endet in einem Salto neben Stone. Das Mikro, was dieser lässig wirft, fängt Jacoby nicht minder elegant auf. Sie legt den Arm um Matt, als sie spricht. Dabei ist deutlich hörbar ein starker irischer Einschlag in ihrem Manitoba-Akzent vernehmbar.
DJ: „Hallo Berlin! Hallo GFCW!“
Ordentliche Pops erschallen. Sie fokussiert die Mad Stars im Ring. Anders als bei Stone wirkt sie trotz offenen Wesens etwas kühler. Ihr Grinsen hat leicht diabolische Züge.
DJ: „Freut euch nicht zu früh, denn im Gegensatz zu Matt mach ich selten viele Worte. Dog, Stella - der Fehdehandschuh ist geworfen und wir nehmen ihn auf. Weder werde ich hier von Ehrerbietung sprechen noch davon, euch zu Frolic & Chutney zu verarbeiten. Lasst uns fighten und mögen die Besseren siegen. Mad Dog und Stella Nova gegen Matt Stone und Darleane Jacoby … Mad Stars vs. Mixed Devotion! Bang on!“
Mic Drop!
Sandro steht verloren im Backstagebereich rum. Das liegt zum einen daran, dass sein designierter Fehdengegner bis zur Deadline kein RP gemacht hat, vor allem jedoch daran, dass er vergeblich auf jemanden wartet. Und zwar jemand, der ihm ein Mikrofon unter die Nase hält. Er will schließlich etwas loswerden. Doch…niemand kommt. Dann, als Alonso fast schon die Hoffnung aufgegeben hat, stöckelt eine bekannte Gestalt heran. Es ist Tammy. Sie schenkt dem Nach-wie-vor-Champion ein breites Lächeln.
Tammy: „Ich weiß, du hast auf Mac gewartet, Zac. Doch er muss sich von zwei anderen Gesprächen noch etwas erholen, die etwas verwirrend waren. Glück für dich, denke ich. Nun darfst du stattdessen mit mir sprechen. Und das ist doch viel besser, hm?“
Stolz schenkt sie der Kamera ein Grinsen, dann wandert es weiter zu Alonso. Dem es ziemlich egal scheint, mit wem er spricht. Hauptsache er kann endlich sagen, was zu sagen hat.
Tammy: „Du hast doch bestimmt irgendwelche NEWS…“
Ein Wort, dass sie mit beinahe orgastischer Leidenschaft ausspricht. Ihr Körper erbebt.
Tammy: „…für mich, oder?“ Zac Alonso: „Naja, wie man es nimmt. Ob es große Neuigkeiten sind, muss jeder für sich entscheiden.“
Der Reporterin entgleisen die Gesichtszüge. Sie hat innerhalb eines Satzes gute 50% weniger Lust auf dieses Segment. Aber Tammy bleibt professionell und hält das Mikrofon weiter vor Alonsos Nase. Auch wenn ihr Ausdruck streng und tadelnd ist.
Zac Alonso: „Das Wichtigste: Ich bin weiterhin Champion.“
Keine Neuigkeit, aber eine stolzmachende Feststellung. Der Titel auf seiner Schulter glänzt wie frisch poliert. Oder frisch vom Zacidog geleckt.
Zac Alonso: „Und das bringt bekanntlich Verantwortlichkeiten mit sich.“
Eifriges Nicken bei Tammy. Sie kann ihm folgen. Und ist gleichzeitig ungeduldig. Soll er doch einfach zum Punkt kommen.
Zac Alonso: „Wie die Verantwortung sich darüber Gedanken zu machen, wie man den Titel bei Blue Blood ins Rampenlicht stellt. Und eines kann ich dir sagen, Tammy: Der FAKT, dass es in einer echten Burg stattfindet, macht die Herausforderung noch einmal ein gutes Stück spannender. Denn welches Kind ist früher nicht auf Burgen und Ritter und so ein Zeug abgefahren?“ Tammy: „Ich.“
Für einen Augenblick herrscht beharrliches – und unangenehmes – Schweigen. Dann zuckt Tammy mit den Schultern.
Tammy: „Mich haben ALTE Dinge NIE interessiert, weißt du? Ich will NEUES. So wie NEWS. Also verrate mir bitte, was du dir für dein PPV-Match ausgedacht hast.“ Zac Alonso: „Okay. Also, zurück zur Burg. Hätte ich als Kind jemals gedacht, dass ich mir gleich zwei Träume erfülle, hm? Erstens Champion in einer Wrestling-Liga zu sein und zweitens den Titel in einer echten Burg zu verteidigen…“
Ein Glänzen tritt in seine Augen. Für einen Augenblick kann man sich Alonso als träumendes Kind vorstellen.
Zac Alonso: „Und ich weiß, dass ich ein paar Leuten viel zu verdanken habe, damit ich überhaupt in diese Position gekommen habe. Und PAAR ist noch untertrieben. Eigentlich sind es ziemlich VIELE Leute. Nämlich all die geilen Fans der GFCW-Galaxy ohne die das Wrestling so ziemlich nichts wäre.“ Tammy: „Zum Punkt, bitte.“ Zac Alonso: „Ich möchte den Fans etwas zurückgeben und gleichzeitig mein Match in einer Burg wirklich unvergleichbar machen. Und deswegen kombiniere ich diese beiden Punkte zu einer Idee. Und zwar…“
Mit einem Grinsen auf den Lippen wendet er sich der Kamera zu.
Zac Alonso: „…ein FAN’S CHOICE-Match.“ Tammy: „Woah. Und was, äh, soll das heißen?“ Zac Alonso: „Dass IHR alle entscheiden könnt, was für eine Matchstipulation mir in der Burg bevorsteht. Soll ich meinen Gegner in den Burggraben werfen? Sollen wir im Burginneren brawlen? Oder mit mittelalterlichen Schilden aufeinander einprügeln? Die Möglichkeiten sind endlos. Und ihr könnt euch sicher sein, dass ich einige Ideen haben werde. Und im Vorfeld von Blue Blood wird in einer Abstimmung entschieden, welche Stipulation zum Einsatz kommt. Die GFCW-Galaxy entscheidet.“
Wie der langweilige Face, der er ist, grinst Alonso in die Kamera. In der Halle gibt es für seine Ansage artige Pops. Doch Tammy hat ein Fragenzeichen im Gesicht.
Tammy: „Aber ein wichtiges Details fehlt noch…“ Zac Alonso: „Und zwar?“ Tammy: „Der Gegner.“ Zac Alonso: „FAKT.“
Er rückt seinen Titelgürtel auf der Schulter zurecht. Sein Blick wird intensiver. Er fixiert die Kamera.
Zac Alonso: „Genau deswegen werde ich meine Augen offen halten. Und unser Präsident tut es besser auch. Wer will mit mir in die Burg steigen, hm? Wir haben nach heute noch drei Shows Zeit, meinen Challenger zu suchen. Und ich werde keine vorschnelle Entscheidung treffen.“
Der Champion lässt seinen Titel von der Schulter gleiten und hält ihn in den Händen. Klopft einladend auf die Platte.
Zac Alonso: „Lasst das Rennen beginnen.“
Das PCWA Theatre liegt in völliger Dunkelheit. Kein Feuerwerk. Keine Musik. Keine Stimme. Nichts.
Sekunden vergehen.
Die Zuschauer beginnen unruhig zu werden. Dann…ein dumpfer Schlag.
BUMM
Als würde tief unter der Halle ein gewaltiger Stein bewegt werden. Noch einmal.
BUMM.
Und noch einmal.
BUMM.
Pete schweigt. Sven ebenfalls. Niemand kommentiert.
Auf dem Titantron erscheint langsam ein steinernes Siegel.
Alt. Rissig.
Darunter erscheinen in weißer Schrift zwei Worte.
THE.APOCRYPHA
Die Schrift verschwindet wieder. Nun erscheint nur noch ein einziger Satz.
WIR.SIND.DAS.FUNDAMENT
Auch dieser Satz verschwindet. Stille. Dann hört man…Schritte.
Langsame. Schwere. Gleichmäßige Schritte.
Klack…
Klack…
Klack…
Der erste Mann betritt die Bühne.
Tha Bomb.
Kein Blick zum Publikum. Keine Pose. Keine Reaktion. Er marschiert einfach. Mit verschränkten Händen hinter dem Rücken. Ein Architekt, der sein Bauwerk kontrolliert. Einige Sekunden später erscheint
Titan.
Breite Schultern. Gesenkter Blick.
Die Buhrufe der Zuschauer prallen an ihm ab wie Regentropfen an Granit. Dann…
Thor.
Die Halle reagiert. Viele erkennen den ersten Heavyweight Champion sofort. Andere glauben ihren Augen nicht. Thor ignoriert alles. Als gäbe es niemanden außer den vier Männern. Zuletzt erscheint
Odin.
Sein Blick schweift einmal langsam über die Zuschauer. Nicht hasserfüllt. Nicht arrogant. Sondern…enttäuscht.
Die vier laufen exakt im gleichen Abstand. Keine Musik begleitet sie. Nur ihre Schritte. Als sie den Ring erreichen, betreten sie ihn nacheinander. Jeder nimmt eine Seite des Rings ein.
Vier Ecken. Vier Säulen.
Sie sprechen kein Wort. Erst jetzt…erscheint…
Al Spawn Simmons.
Die Halle wird lauter. Buhrufe. Pfiffe. Beschimpfungen. Simmons reagiert nicht. Er trägt einen dunklen Maßanzug. Über dem Arm liegt eine alte, abgegriffene Bibel. Langsam steigt er die Ringtreppe hinauf. Er bleibt auf dem Apron kurz stehen. Nicht wegen der Fans. Er streicht mit der Hand über das oberste Ringseil. Dann steigt er durch die Seile. Die vier Männer hinter ihm rühren sich nicht. Simmons stellt sich in die Ringmitte. Er betrachtet die Zuschauer.
Nicht mit Hass. Nicht mit Wut.
Sondern mit der nüchternen Miene eines Professors, der in einen Hörsaal voller Studenten blickt. Er hebt langsam das Mikrofon.
…
Er sagt nichts. Fünf Sekunden. Zehn Sekunden.
Die Zuschauer buhen immer lauter. Simmons wartet. Bis sie sich selbst erschöpfen.
Erst dann beginnt er.
Leise.
Al Spawn Simmons: „Interessant.”
Ein kleines Lächeln.
Al Spawn Simmons: „Ihr glaubt…”
Pause.
Al Spawn Simmons: „…ihr würdet mich ausbuhen.”
Er blickt langsam durch die Arena.
Al Spawn Simmons: „Nein. Ihr beweist lediglich…dass ihr noch zuhören könnt.”
Er geht langsam einige Schritte. Nicht hastig. Nicht theatralisch. Ein Dozent. Nicht ein Wrestler.
Al Spawn Simmons: „Vor zwanzig Jahren…war ich stolz…ein Teil dieser Liga gewesen zu sein.”
Er nickt langsam.
Al Spawn Simmons: „Damals…war Wrestling noch ein Versprechen. Ein Handschlag. Ein Wort. Ein Opfer.”
Sein Blick fällt kurz auf Thor. Dann auf Odin. Dann auf Titan. Dann auf Bomb.
Al Spawn Simmons: „Heute…ist Wrestling ein Produkt.”
Ein Raunen geht durch die Halle. Simmons bemerkt es. Er spricht weiter.
Al Spawn Simmons: „Ich bin gegangen. Und ich habe zugesehen. Jahre. Viele Jahre.”
Er lächelt bitter.
Al Spawn Simmons: „Ich habe gesehen…wie Männer…zu Marken wurden. Wie Legenden…zu Statistiken wurden. Wie Titel…zu Werbeflächen wurden.”
Er hebt langsam den Blick.
Al Spawn Simmons: „Und mehr als einmal…”
Lange Pause.
„…musste ich kotzen.”
Die Fans reagieren sofort mit lauten Buhrufen. Simmons lächelt nur.
Al Spawn Simmons: „Nicht wegen euch.”
Er winkt fast beiläufig ins Publikum.
Al Spawn Simmons: „Ihr seid dafür viel zu unbedeutend.”
Absolute Stille. Dieser Satz sitzt.
Al Spawn Simmons: „Ihr überschätzt eure Bedeutung.”
Er schaut in die erste Reihe.
Al Spawn Simmons: „Ihr glaubt…diese Liga existiere…für euch.”
Er schüttelt langsam den Kopf.
Al Spawn Simmons: „Nein. Sie existiert…”
Pause.
Al Spawn Simmons: „…wegen eures Geldes.”
Die Buhrufe werden lauter. Simmons spricht unbeirrt weiter.
Al Spawn Simmons: „Man verkauft euch Eintrittskarten. Man verkauft euch T-Shirts. Man verkauft euch Hoffnung. Und ihr…”
Er lächelt beinahe mitleidig.
Al Spawn Simmons: „…seid dankbar dafür.”
Er beginnt langsam durch den Ring zu gehen.
Al Spawn Simmons: „Ihr nennt euch…das Herz der GFCW. Nein. Ihr seid der Geldbeutel. Nicht mehr.”
Einige Fans schreien wütend. Simmons nimmt sie gar nicht wahr.
Al Spawn Simmons: „Man sagt euch…ohne euch gäbe es diese Liga nicht.”
Er nickt.
Al Spawn Simmons: „Das stimmt. Ohne euer Geld. Nicht ohne euch.”
Pete ist fassungslos.
Pete: „Das kann er doch nicht ernst meinen!”
Sven antwortet ungewöhnlich ruhig.
Sven: „Ich glaube…er meint jedes einzelne Wort ernst.”
Simmons fährt fort.
Al Spawn Simmons: „Während ihr arbeitet…damit ihr euch Eintrittskarten leisten könnt…erzählt man euch…ihr wärt wichtig.”
Er lächelt.
Al Spawn Simmons: „Ein wunderschönes Märchen.”
Er blickt direkt in die Hauptkamera.
Al Spawn Simmons: „Denn während ihr bezahlt…lebt die Spitze dieser Liga…von eurem Glauben.”
Eine kurze Pause.
Al Spawn Simmons: „Man verkauft euch Helden. Man verkauft euch Träume. Und solange ihr weiter zahlt…bleibt das Geschäft bestehen.”
Jetzt verändert sich seine Stimme. Nicht lauter. Nur kälter.
Al Spawn Simmons: „Claude Dynamite…”
Lange Pause.
Al Spawn Simmons: „…hat euch über Jahre beigebracht…dass diese Liga euch gehört.”
Er schüttelt langsam den Kopf.
Al Spawn Simmons: „Sie gehörte euch nie. Und sie wird euch niemals gehören.”
Titan tritt nun einen Schritt nach vorne. Er nimmt Simmons nicht das Mikrofon. Er spricht einfach.
Titan: „Ein Fundament…”
Er blickt langsam durch die Halle.
Titan: „…fragt niemals die Mauern…ob sie stehen bleiben möchten.”
Er zeigt auf den Ringboden.
Titan: „Es trägt.”
Pause.
Titan: „Oder es bricht.”
Tha Bomb hebt den Kopf. Nur ein Satz.
Tha Bomb: „Wer Last nicht trägt…”
Pause.
Tha Bomb: „…wird ersetzt.”
Thor: „Geschichte…”
Pause.
Thor: „…fragt nicht nach Popularität.”
Odin: „Nur nach Würde.”
Simmons hebt erneut das Mikrofon. Er lächelt. Stolz.
Al Simmons: „Das…”
Er schaut seine vier Männer an.
Al Simmons: „…ist das Fundament.”
Eine bedrückende Stille legt sich über das PCWA Theatre. Niemand buht mehr. Niemand jubelt. Al Spawn Simmons lässt seinen Blick langsam durch die Halle schweifen. Fast so, als würde er jeden einzelnen Menschen mustern.
Nicht ansehen. Mustern.
Wie ein Professor vor einer mündlichen Prüfung. Dann hebt er langsam erneut das Mikrofon.
Al Spawn Simmons: „Vorhin…habe ich gesagt…dass ihr euch überschätzt.”
Er nickt langsam.
Al Spawn Simmons: „Das war keine Beleidigung. Es war eine Diagnose.”
Er beginnt langsam durch den Ring zu gehen. Die vier Männer hinter ihm bewegen sich keinen Zentimeter.
Al Spawn Simmons: „Ich habe mein Leben…damit verbracht…Menschen zu beobachten. Nicht ihre Worte. Nicht ihre Siege. Nicht ihre Niederlagen.”
Pause.
Al Spawn Simmons: „Ihre Entscheidungen.”
Er bleibt stehen. Sein Blick fällt direkt in die Hauptkamera.
Al Spawn Simmons: „Denn…jeder Mensch…offenbart seinen Charakter…”
Pause.
Al Spawn Simmons: „…erst dann…wenn er geprüft wird.”
Er hebt langsam die Bibel.
Al Spawn Simmons: „Gold…muss ins Feuer. Stahl…muss unter den Hammer. Ein Fundament…”
Er blickt zu Tha Bomb.
Al Spawn Simmons: „…muss Gewicht tragen.”
Tha Bomb nickt langsam.
Tha Bomb: „Ein Architekt…prüft keinen Bauplan. Er prüft…ob das Gebäude stehen bleibt.”
Simmons übernimmt wieder.
Al Spawn Simmons: „Und deshalb…werden wir…”
Lange Pause.
Al Spawn Simmons: „…prüfen.”
Er zählt langsam auf. Nicht hektisch. Jeder Name bekommt seine eigene Pause.
Al Spawn Simmons: „Claude Dynamite.”
„Eric Fletcher.”
„Die Champions.”
„Die Herausforderer.”
„Die Veteranen.”
„Den Nachwuchs.”
„Die Ringrichter.”
„Die Kommentatoren.”
Pete schaut erschrocken zu Sven. Simmons lächelt.
Al Spawn Simmons: „Ja…auch euch.”
Dann zeigt er direkt in die Kamera.
Al Spawn Simmons: „Jeder Vertrag…jeder Gürtel…jede Entscheidung…jede Karriere…”
Lange Pause.
Al Spawn Simmons: „…steht ab heute unter Prüfung.”
Die Zuschauer beginnen erneut zu buhen. Simmons reagiert überhaupt nicht. Er wartet. Bis es wieder still wird. Dann spricht er weiter.
Al Spawn Simmons: „Ihr nennt uns…Monster.”
Er nickt langsam.
Al Spawn Simmons: „Vielleicht. Ihr nennt uns…Terroristen.”
Er lächelt.
Al Spawn Simmons: „Vielleicht. Ihr nennt uns…das größte Problem…dieser Liga.”
Er hebt langsam den Blick.
Al Spawn Simmons: „Und genau deshalb…werden wir gewinnen.”
Pete schüttelt fassungslos den Kopf.
Pete: „Gewinnen? Wovon redet er?”
Simmons hört es. Er antwortet sofort.
Al Spawn Simmons: „Ich rede…nicht von Matches.”
Er schüttelt langsam den Kopf.
Al Spawn Simmons: „Matches interessieren mich nicht. Titel interessieren mich nicht. Siege interessieren mich nicht.”
Thor hebt langsam den Kopf. Zum ersten Mal spricht er mehr als einen Satz. Seine Stimme ist tief. Fast ehrfürchtig.
Thor: „Ein König…wird nicht daran gemessen…wie viele Schlachten…er gewinnt.”
Pause.
Thor: „Sondern……welche Welt…er hinterlässt.”
Odin ergänzt.
Odin: „Und diese Welt…ist schwach geworden.”
Jetzt…passiert etwas. Ein Fan aus der ersten Reihe schreit.
Fan: „VERPISST EUCH!”
Simmons schweigt. Er lächelt. Er atmet tief ein. Langsam aus. Er antwortet ruhig.
Al Spawn Simmons: „Sehen Sie…”
Er zeigt auf den Fan.
Al Spawn Simmons: „Das meine ich. Sie glauben…Ihre Meinung…würde etwas verändern.”
Er lächelt beinahe freundlich.
Al Spawn Simmons: „Sie verändert gar nichts.”
Der Fan schreit erneut. Diesmal lauter.
Simmons schließt kurz die Augen. Man sieht…wie sich seine rechte Hand langsam zur Faust ballt. Titan hebt kaum merklich den Blick. Tha Bomb beobachtet Simmons. Thor ebenfalls. Odin macht instinktiv einen halben Schritt nach vorne. Sie kennen diesen Moment.
Simmons kämpft. Mit sich selbst. Er atmet schwer. Noch einmal. Noch einmal. Dann öffnet er langsam die Augen. Für einen Sekundenbruchteil…ist der Professor verschwunden.
Seine Augen wirken leer. Wild. Fast animalisch. Die Stimme klingt tiefer. Rauer.
Al Spawn Simmons: „IHR…”
Die Halle verstummt augenblicklich.
Al Spawn Simmons: „…habt keine Ahnung…was Angst bedeutet!”
Seine rechte Hand zittert. Er macht noch einen Schritt. Titan steht jetzt direkt hinter ihm.Nicht um ihn aufzuhalten.Nur…um da zu sein. Simmons merkt es. Er schließt die Augen.
Lange. Sehr lange.
Dann richtet er langsam seine Krawatte. Als wäre nichts gewesen. Er lächelt wieder. Fast entschuldigend.
Al Spawn Simmons: „Verzeihen Sie.”
Ein kleines Lächeln.
Al Spawn Simmons: „Manche Narben…vergessen nie.”
Die Halle ist vollkommen still. Nicht einmal die Fans buhen. Simmons schaut langsam wieder nach vorne. Seine Stimme ist wieder ruhig.
Professor. Nicht Monster.
Al Spawn Simmons: „Wo waren wir?”
Er lächelt.
Al Spawn Simmons: „Ach ja. Bei der Prüfung.”
Er legt die Bibel langsam auf den Ringboden.
Titan. Bomb. Thor. Odin.
Alle vier treten gleichzeitig einen Schritt nach vorne. Wie vier Säulen. Simmons stellt sich zwischen sie. Der Mittelpunkt. Das Dach.
Al Spawn Simmons: „Prüfungen…beginnen niemals…mit den Besten.”
Er schaut Richtung Entrance.
Al Spawn Simmons: „Sie beginnen…mit den Mutigen.”
Er hebt langsam den Arm.
Al Spawn Simmons: „Also…wer von euch…glaubt…die Werte dieser Liga…”
Pause.
Al Spawn Simmons: „…noch wirklich zu vertreten?”
Er zeigt auf den Ring.
Al Spawn Simmons: „Kommt.”
Noch eine Pause.
Al Spawn Simmons: „Hier. Jetzt. Stellt euch unserer Prüfung.”
Er lächelt. Nicht böse. Fast neugierig.
Al Spawn Simmons: „Beweist uns…dass ihr das Fundament…”
Lange Pause.
Al Spawn Simmons: „…noch verdient.”
Die Kamera zeigt die Zuschauer. Niemand bewegt sich. Niemand. Sekunden vergehen. Dann…bewegt sich eine Person hinter dem Vorhang. Al Spawn Simmons steht regungslos in der Mitte des Rings.
Titan. Tha Bomb. Thor. Odin.
Vier Männer. Vier Säulen.
Niemand bewegt sich. Die Zuschauer blicken gespannt Richtung Entrance. Sekunden vergehen. Niemand erscheint. Simmons lächelt. Fast zufrieden. Er hebt langsam das Mikrofon.
Al Spawn Simmons: „Interessant. Eine ganze Arena voller Menschen…”
Er blickt langsam über die Zuschauer.
Al Spawn Simmons: „…aber keiner…traut sich. Vielleicht…ist das genau der Zustand…in dem sich diese Liga befindet.”
Plötzlich ertönt Musik. Nicht die eines GFCW-Stars. Vier junge Männer erscheinen auf der Stage. Schlichte Ringkleidung. Keine Titantron-Videos. Keine Pyrotechnik.
Nur vier Wrestler.
Die Fans reagieren sofort mit lautem Applaus. Pete erkennt den Hintergrund.
Pete: „Das sind doch…Jungs aus der Region!” Sven: „Sie standen schon vor Jahren hier in dieser Halle. Damals noch…als das hier die Heimat der PCWA war.”
Die Zuschauer applaudieren noch lauter. Man merkt sofort:
Diese vier sind keine Stars. Aber viele kennen ihre Gesichter. Der Wortführer der vier hebt ein Mikrofon.
Lothar Lokal: „Vielleicht sind wir keine GFCW-Stars. Vielleicht tragen wir keine Titel. Aber…”
Er schaut sich in der Halle um.
Lothar Lokal: „Diese Halle…war einmal unser Zuhause.”
Die Fans applaudieren.
Lothar Lokal: „Hier…haben wir gelernt…was Respekt bedeutet. Hier…haben wir gelernt…was Wrestling bedeutet.”
Er zeigt direkt auf Simmons.
Lothar Lokal: „Und wir lassen nicht zu…dass ihr diesen Ort benutzt…um alles zu beschmutzen…”
Die Halle steht hinter den vier. Simmons hört aufmerksam zu.
Kein Lächeln. Kein Spott. Er nickt sogar anerkennend.
Al Spawn Simmons: „Sehr schön.”
Lange Pause.
Al Spawn Simmons: „Das…ist endlich eine Antwort. Ihr kämpft…nicht für Geld. Nicht für Verträge. Nicht für Ruhm.”
Er schaut in die Arena.
Al Spawn Simmons: „Ihr kämpft…für Erinnerungen.”
Der Sprecher nickt entschlossen.
Lothar Lokal: „Ja.”
Simmons lächelt. Fast väterlich.
Al Spawn Simmons: „Dann…seid ihr würdige Kandidaten.”
Er dreht sich langsam zu seinen Männern.
Al Spawn Simmons: „Titan.”
Ein Schritt.
Al Spawn Simmons: „Tha Bomb.”
Ein Schritt.
Al Spawn Simmons: „Thor.”
Ein Schritt.
Al Spawn Simmons: „Odin.”
Ein Schritt.
Jetzt stehen sich die acht Männer gegenüber.
Vier junge Wrestler. Vier lebende Legenden.
Pete schluckt.
Pete: „Ich hoffe…die wissen…worauf sie sich eingelassen haben.”
Sven antwortet leise.
Sven: „Nein. Und genau deshalb…werden sie geprüft.”
Simmons hebt erneut das Mikrofon.
Al Spawn Simmons: „Ihr habt Mut bewiesen. Und Mut…”
Er schüttelt langsam den Kopf.
Al Spawn Simmons: „…verdient immer Respekt. Aber Mut…ist niemals…ein Beweis für Würde.”
Lange Stille.
Al Spawn Simmons: „Die Prüfung…wird es zeigen.”
Er dreht sich Richtung Entrance.
Al Spawn Simmons: „Ringrichter.”
Pause.
Al Spawn Simmons: „Bitte.”
Kein Schreien. Kein Befehl. Nur ein einziges Wort.
Ein Ringrichter erscheint vorsichtig auf der Stage. Simmons nickt ihm freundlich zu.
Al Spawn Simmons: „Danke.”
Der Ringrichter wirkt sichtlich nervös. Er steigt in den Ring. Simmons tritt einen Schritt zurück. Die acht Wrestler nehmen ihre Positionen ein.
Pete: „Das…wird keine normale Auseinandersetzung.” Sven: „Nein. Das ist die erste Prüfung von The Apocrypha.”
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