Die Show in Kempten ist vorbei. Iray Burch hat soeben The End durch die Barrikade geschmettert, sich über ihm positioniert und den Titel in die Höhe gehalten. Mad Dog spuckt aus, als soeben die Namen der Verantwortlichen über den Bildschirm laufen und die nächste Show von War Evening angekündigt wird. Er schüttelt den Kopf, um welchen ein Verband gebunden ist, der die Wunde abdeckt, die Iokepas Sunshine dort hinterlassen hat.


Mad Dog: „Passender Abschluss für diese beschissene Show.“


Die Ironie trieft aus seinen Worten wie das Blut vorhin aus seiner Wunde. Während sein Blick im Raum umher wandert, geraten sogleich Zereo Killer und Morbeus, die amtierenden Tag-Team Champions, ins Blickfeld der Kamera. Die beiden wirken ähnlich resigniert, während sie nach der Attacke von T`n`B ebenfalls auf einer Trage sitzen und auf die ärztliche Freigabe warten, endlich die bigBOX verlassen zu dürfen.


Mad Dog: „Jungs, ich weiß nicht, was euch getrieben hat… aber sich auf Titan und Tha Bomb einlassen?! Really?! Das roch zehn Meter gegen den Wind nach einer Falle.“


Gnadenlos gräbt die Zornesfalte ihre Furche zwischen die funkelnden Augen des verrückten Hundes. Durch die Erregung seiner Stimme ist ihm die Aufmerksamkeit der Anwesenden gewiss.


Mad Dog: „Ich weiß, dass eure Ansprüche nicht meine sind, aber ich hatte einen wirklich guten Start hier – ein Duell mit Robert Breads. Dann habe ich Iokepa besiegt und wollte mich möglichst schnell mit anderen Stars der GFCW messen. Ein Tanz mit The End! Ask Skogur, Danny Rickson… oder auch wir! Wir, MacKenzie - auch wir könnten mal ohne Hass, sondern ganz sportlich die Klinge kreuzen, huh?!“


Während die Idee im Raum nachhallt und erstaunte Blicke zwischen Morbeus und Zereo hervorruft, springt der Night Fighter von seiner Trage.


Mad Dog: „Ebenso wir, Douglas. Ein Vierteljahrhundert im Geschäft und noch nirgendwo war jemals auf einer Card die Paarung ‚Mad Dog versus Morbeus‘ zu lesen.“


Die Töle nähert sich den beiden Tag-Team Champions, in seinem Gesicht paart sich derweil Unmut mit Enttäuschung.


Mad Dog: „Statt aber Meilensteine zu erkämpfen, Klassiker auf den Brettern der GFCW zu wrestlen, wird erst mein Sieg gegen den Jungen kleingeredet, dann werden wir hintergangen und zur Krönung steh‘ ich HEUTE, wo wir die Sache endgültig hätten klären können, ALLEINE DA… und muss mir die Scheiße von diesen drei Wichsern aus dem Leib prügeln lassen!!! FUCK!“


Vorwurfsvoll wandert der Blick der unbekannten Konstante zwischen Morbeus und Zereo Killer hin und her. Schließlich atmet er laut aus, einen Teil seiner Aggression fort. Doch irgendwie will sie nicht wirklich weichen.


Morbeus: „ Oh, Mann. Ich dachte, ich bin zu alt für den Scheiß. Was hat uns da eigentlich erwischt? Richtig in den Mist gegriffen. Heute haben wir Drei den tiefen Teller nicht erfunden. Aber wir müssen weiter cool bleiben, Mad Dog. Kalt wie Hundeschnauze sein. Du weißt es doch am besten, was es heißt…..wir hatten einen tollen Start. Der Titelgewinn war episch. Da haben wir TnB schon hinter uns gelassen. Ich habe mir für New Level schon eines der neuen Teams als Gegner gewünscht, aber die alten Motherfuckers haben uns mal wieder an den EIERN!“


Mit gesenktem Haupt sitzt der Kalifornier angeschlagen da, sein Blick wandert zwischen seinem Tag Team Partner und dem verrückten Hund hin und her. Die Schultern senkend, beginnt er zu sprechen.


Zereo Killer: „Irgendwie trage ich die Hauptschuld an dieser Situation. Ich habe das Ei gefunden. Es wurde geklaut, natürlich wollte ich es sofort wieder haben. Mir war auch klar, dass das nach ner Falle riecht…“


Er blickt erneut auf seine angeschlagenen Kameraden und will sich nun selbst aufbäumen. Er erhebt sich von seiner Trage und sein Blick verfinstert sich entschlossen.


Zereo Killer: „Ja, unser Start als Team war gigantisch, doch im Moment fühlt sich‘s an wie HOCHMUT KOMMT VOR DEM FALL. Auch wenn wir in dieser Show ordentlich gefallen sind, wir stehen immer wieder auf und werden es denen zeigen. Es wird immer wieder welche geben, die diesen Wettkampf, diesen herrlichen Sport, mit Füßen treten und Abkürzungen suchen, um an ihr Ziel zu gelangen. Ich bin so lange dabei in diesem Business, muss aber immer noch Folgendes lernen: Mich zu konzentrieren, zu fokussieren! Ich bin reingefallen auf TnB… aber ich schwöre, das wird mir kein weiteres Mal passieren! Wir werden bei New Level unsere Titel verteidigen!“


Er blickt entschlossen, jedoch mit Schmerz verzerrtem Gesicht in Richtung von Morbeus.


Morbeus: „Boah, ZK. Was ist eigentlich mit unseren Titles? Das kann doch alles nicht mehr wahr sein.“


Die Blicke der Champs liegen nun auf Mad Dog, der das Titelgold bewachen sollte. Doch die Töle hebt aufgebracht die Arme, so als könne sie nicht verstehen, was diese Frage soll.


Mad Dog: „Sie liegen noch in der Kabine… Wo sonst, huh?! Hätte ich sie mit zum Ring nehmen sollen?!“


Er schüttelt verärgert den Kopf, während sich die Blicke von Zerbeus Böses ahnend treffen.


Mad Dog: „Wisst ihr was? Ihr habt Recht – wo die scheiß Titel sind, ist jetzt am wichtigsten!“


Beleidigt winkt MD ab und macht ein paar Schritte rückwärts.


Mad Dog: „Es war ein Fehler von mir, euch mit in meine Auseinandersetzung zu ziehen… Ich dachte, wir könnten uns gegenseitig den Rücken freihalten, aber heute wurde mir klar, dass wohl doch jeder für sich kämpfen muss! Dir, Morbeus, war es sowieso ein Dorn im Auge, auf zu vielen Hochzeiten zu tanzen, und, MacKenzie, du hast eh nicht genügend Kapazitäten, jetzt wo auch noch der IC Titel ruft, huh?! Also ist es besser, wenn wir nicht zu viel von den anderen verlangen oder erwarten und unsere Sachen stattdessen allein klären. Also denn… Viel Erfolg gegen TnB!“


Jetzt wirbelt die Töle, dessen vorwurfsvolle Worte Morbeus‘ und Zereo Killers Mine verziehen lässt, herum. Ein Schnippen durchknallt die betroffene Stille.
So wird der zugewiesene Krankenpfleger auf den sich nähernden Hund aufmerksam. In bestimmten Ton dringt dessen Befehl, der keine Widerworte duldet, an den Pfleger heran.


Mad Dog: „Ich geh‘ jetzt!“


Der pflegerische Wille ihn aufzuhalten, erstickt im Keim. Die aufgebrachte Töle verlässt die Krankenstation, während Zereo Killer und Morbeus ihm etwas irritiert hinterher schauen.


Längst ist der wütende Hund verschwunden, die Blicke der Tag Team Champions sind immer noch in diese Richtung gehaftet, ehe Zereo Killer erneut das Wort ergreift.


Zereo Killer: „Hm… weißt du, was ich mich jetzt frage?“


Noch bevor Douglas überhaupt antworten kann, spricht MacKenzie weiter.


Zereo Killer: „Wieviel S1margl steckt immer noch im Night Fighter? Ich mein… ich kann ihn schon verstehen, dass er sauer ist. Ich hab das Ei gefunden, deswegen sind wir losgerannt und deswegen konnten wir nicht beim Match mitmischen. Ja, das war Scheiße, richtig Scheiße. Aber das wollte ich so natürlich auch nicht! Ich – wir – wollten helfen! Oder wie siehst du das? Ich bin definitiv hin- und hergerissen.“


Die Stimmlage wird leiser und kraftloser, fast so, als wolle er in dieser Situation aufgeben. Das Projekt „Team Mad Dog, Morbeus, Zereo“ scheint im Augenblick kaum Früchte zu tragen.


Morbeus: „Für uns alle läuft es gerade doch eher bescheiden. Doch wir sind immerhin frischgebackene Champions. MD hat bislang doch nur ausschließlich Kacke an der Hacke. Ich hatte selbst mal Schizophrenie-Themen, wie du weißt und von daher will ich mir da kein Urteil erlauben. Ich kann mich nur nochmal Mantra-Artig wiederholen. Wegen des Eis haben wir mittlerweile mehr Probleme, als uns lieb ist...“


Es dauert eine Weile, aber dann ist ein schwaches Nicken bei Mr. #ISGI zu erkennen.


Zereo Killer: „Hm… ja… Ich weiß… das gefundene Ei bereitet uns tatsächlich viele Probleme… Dennoch hoffe ich, dass wir das wieder geraderücken können mit Mad Dog.“


Die Blicke treffen sich wieder…


Zereo Killer: „Dennoch… wir müssen in unsere Kabine und unsere Tag Team Titel holen.

Wenn das nicht schnell geschieht… ahne ich Böses…“


Morbeus: „Der Hund kommt auch immer gut alleine klar, lass uns erstmal unsere Hausaufgaben machen!“




War Evening, Arena Nürnberger Versicherung (Nürnberg), 01.05.2026


In Kooperation mit



Die Lichter in der Arena Nürnberger Versicherung dimmen sich langsam herunter, während sich ein erwartungsvolles Raunen durch die bis auf den letzten Platz gefüllten Ränge zieht. Rund 8.000 Zuschauer haben sich in der modernen Mehrzweckhalle versammelt, deren steil ansteigende Tribünen einen perfekten Blick auf das Herzstück des Abends bieten: den hell erleuchteten Ring, eingerahmt von LED-Banden und flankiert von einer imposanten Entrance-Stage.

Über dem Ring hängt eine massive Lichtkonstruktion, die den Innenraum in wechselnde Farben taucht – von kaltem Blau bis zu aggressivem Rot, je nachdem, wer gleich die Rampe betreten wird. Nebelschwaden ziehen über den Eingangsbereich, während die ersten Pyrotests bereits für kurze, grelle Lichtblitze sorgen. Die Kameras surren, die ersten Schilder werden in die Höhe gehalten, und aus den Lautsprechern dröhnt dumpf die Musik, die jeden Moment in die Show überleiten wird.

Die Atmosphäre ist elektrisierend – eine Mischung aus gespannter Erwartung, lautstarker Vorfreude und der Gewissheit, dass dieser Abend mehr sein könnte als nur eine weitere Show. Hier werden Geschichten fortgeschrieben, Rivalitäten verschärft und vielleicht schon die nächsten Herausforderer auf Titel geboren.

Am Kommentatorenpult nehmen Sven und Pete ihre Plätze ein.


Sven: „Was für eine Kulisse hier in Nürnberg! Die Arena ist bereit, die Fans sind bereit – und ich würde sagen, wir sind es auch.“
Pete: „Absolut! Genau solche Abende sind es, warum wir das hier lieben. Volles Haus, starke Card – das kann nur gut werden!“


Die GFCW meldet sich zurück mit einem weiteren hochkarätigen War Evening – und alles ist angerichtet für einen intensiven Wrestling-Abend.


Singles Match
Shizuku Shikishima vs. Andrew Costalago
Referee: Thorsten Baumgärtner


Sven: „Ein wirklich spannendes Duell gleich zu Beginn. Shikishima ist technisch extrem stark – wenn sie ihr Tempo durchbringt, wird es schwer für Costalago.“
Pete: „Aber genau das ist der Punkt! Costalago ist unberechenbar. Der hält sich an keine Lehrbücher, Sven. Wenn der einmal ins Rollen kommt, dann gute Nacht!“

Ein internationales Aufeinandertreffen eröffnet den Abend: Technik trifft auf rohe Intensität – ein klassisches Duell aus Kontrolle gegen Chaos.


Singles Match
Bella Venera vs. Stella Nova
Referee: Guido Sandmann


Pete: „Das ist mein Geheimtipp für den Showstealer! Zwei, die richtig was beweisen wollen.“
Sven: „Absolut. Bella Venera hat vielleicht etwas mehr Erfahrung, aber Stella Nova entwickelt sich rasant. Das könnte enger werden, als viele denken.“

Pete: „Zwei aufstrebende Athletinnen kämpfen um Momentum – ein Sieg könnte hier den entscheidenden Karriereschub bedeuten.“


Singles Match – #1 Contender Stipulation
Siegerin darf Switzenbergs Rematch-Klausel für den GFCW Intercontinental Titel einsetzen
Monica Shade vs. Milly Vermillion
Referee: Mike Kontrak


Sven: „Hier steht richtig viel auf dem Spiel. Diese Klausel kann das gesamte Titelgeschehen verändern.“
Pete: „Und genau deshalb erwarte ich hier keinen sauberen Spaziergang. Shade ist abgeklärt, aber Vermillion hat diesen Hunger – und Hunger ist gefährlich!“

Sven: „Die Gewinnerin dieses Matches erhält direkten Einfluss auf das Titelgeschehen. Eine seltene Chance – und entsprechend hoch ist der Druck.“


Tag Team Match
Refuse to Age (Robbin Zick & Danny Rickson) vs. Ask Skogur & Jona Pexianer
Referee: Karo Herzog


Pete: „Refuse to Age – die alten Hasen wissen genau, wie man solche Matches gewinnt.“
Sven: „Das stimmt, aber Skogur und Pexianer bringen eine enorme Physis mit. Wenn sie das Tempo hochhalten, könnte das die Erfahrung neutralisieren.“

Pete: „Erfahrung trifft auf rohe Kraft: Zwei Teams mit völlig unterschiedlichen Ansätzen prallen aufeinander.“

Sven: „Das war es auch und nun geht es los mit War Eveving!“


Mit einer elektrisierenden Atmosphäre, klaren Stakes und jeder Menge Spannung verspricht der War Evening einen intensiven Abend. Sven und Pete werden dabei jede Aktion begleiten – und Nürnberg darf sich auf Wrestling auf höchstem Niveau freuen.



Die Interviewwand zeigt gefühlt immer weniger Werbung für die LPG, doch vor der Interviewwand stehen zwei Frauen, die Teil der Lerbitz Performance Group sind. Zumindest noch wie die Chefin des LPG Förderkaders Miria Saionji bei der letzten Show so bedeutungsschwanger formulierte. Die beiden groß gewachsenen nordischen Schwestern Skadi Fenrir und Idunn Jörmungandr sind zum Interview zugegen und werden von Interviewerin Tammy freundlich begrüßt.


Tammy: „Hallo ihr beiden. Beim Easter Special habt ihr gegen ZerBeus eine starke Leistung gezeigt, letztlich aber doch verloren. Könnt ihr jetzt, knapp einen Monat nach diesem Match, mit Stolz auf eure Leistung zurückblicken oder überwiegt noch immer der Frust?“


Sie fragt dies rein pro forma – blickt man auf Mimik und Körpersprache der beiden Nordlichter, so ist offensichtlich, dass Idunn so drauf ist wie immer – den massiven Flechtzopf mit der Spitze im Mund, weil sie Ouroboros-Riesenschlange Jörmungandr ist und das daher so zu sein hat. Soll heißen sie hat einen halbwegs seligen Gesichtsausdruck und guckt doof , aber ungetrübt aus der Wäsche. Die etwas kleinere Schwester mit der Wolfskappe auf den zotteligen Schopf jedoch bleckt die Zähne und ist ziemlich eindeutig nicht guter Dinge, das muss wahrlich nicht erst erfragt werden.


Skadi Fenrir: „Eine hehre Jägerin wie ich, die Schneewölfin Skadi Fenrir, kann sicherlich nicht mit Stolz auf eine missglückte Jagd zurückblicken. Es gibt nur derer zwei Optionen: entweder man erlegt die Beute oder eben nicht. Es nicht zu schaffen bedeutet zu hungern und so ist unser Hunger nach dem Gold nur größer geworden.“


Idunn sieht nachdenklich drein und reibt sich den Magen. Dann versteht sie, dass es eine Metapher war. Doch nachdenklich bleibt sie.


Idunn Jörmungandr: „Wenn ich an dasss Match denke, fällt mir etwasss ein...“


Es ist schwer zu sagen wer an dieser Aussage nun mehr interessiert ist: Tammy mit ihrem journalistischen Investigationsdrang oder Skadi, die es nicht allzu oft erlebt, dass ihre Schwester einen Einfall hat – bzw. kommt es nicht so oft vor, dass sie überhaupt nachdenkt, um überhaupt erst einen Einfall zu haben. Und so wandert unter ihrem Zottelpony eine Augenbraue überrascht nach oben.


Skadi Fenrir: „Oh? Welch rares Ereignis. Was mag es wohl sein, was dir eingefallen ist?“


Idunn geht einen Schritt an Skadi heran, um ihr von oben herab tief in die Augen sehen zu können – aber nicht um mit ihr zu kuscheln oder Küsse zu verteilen. Im Gegenteil, ihr Blick ist bedrohlich.


Idunn Jörmungandr: „Du hassst mir im Match den Zzzopf ausss dem Mund gessschlagen. Mach dasss noch einmal und du kriegssst aufsss Maul Ssschwesssterherzzz.“


Skadi rollt genervt mit den Augen. Das ist also Idunns großer Einfall, ein Monat nach dem Match? Nicht, dass sie es wundert, sie kennt ihre Schwester gut genug und wie sehr ihre Laune mit ihrem Ouroboros-Spleen verbunden ist. Und das GFCW Publikum weiß es auch mittlerweile. Tammy wiederum verkneift es sich zu schmunzeln und führt das Interview mit der gebotenen Professionalität weiter, die sie nicht in Teufels Küche bringt – obgleich von Gordon Ramsay bekocht zu werden ja eigentlich toll wäre.


Tammy: „Nun wart ihr aber in der Zwischenzeit gemeinsam mit Miria bei WFW für euer Match im Trios Turnier des Tournament of Honor. Dort habt ihr die Turniersiegerinnen von 2024 besiegt und habt in der nächsten Runde ein Match um den Trios Titel.“


Klingt toll. Klingt nach etwas, das ein Lächeln in Skadis Gesicht zaubern könnte. Stattdessen gibt es einen lautstarken Seufzer.


Skadi Fenrir: „Habt Ihr das Match gesehen, Tammy? Was ein glorreicher Sieg hätte sein sollen, war eine traurige Farce. Regulär hat Miria kaum mitgekämpft und was sie gemacht hat, das war heimtückisch und irregulär. Das Match so gewonnen zu haben ist auch kein Anlass für Freude oder Stolz, nein, ich muss mich geradezu dafür entschuldigen, dass wir die LPG und GFCW auf diese Weise repräsentiert haben.“
Idunn Jörmungandr: „Ich fand esss jetzt nicht ssso ssschlimm. Hauptsssache wir haben unsere Gegnerinnen am Ende zerquetssscht.“


Idunn reibt such breit grinsend die Hände. Skadi grinst nicht mit.


Skadi Fenrir: „Nun, das zumindest ist nicht falsch, doch befinde ich es als doppelt frustrierend, wie unser Auftritt gelaufen ist, da wir so lange davon geträumt hatten als Trio beim Tournament of Honor anzutreten – wenn ich „wir“ sage, spreche ich von mir, Idunn und unserer Schwester Hel. Nun Teil dieses Turniers zu sein ohne Hel fühlt sich eigenartig an. Mir ist klar, dass Miria dies als Testlauf verkauft, auf dass wir schon Erfahrung sammeln können für die Zeit, in der Hel mit der Wrestlingschule fertig ist, aber...“


Da ist es mal wieder, das berühmte Wort „aber“. Ein Wort, das klarmacht, das nicht das zuvor gesagte wichtig ist, sondern das, was nun gesagt wird. Nur lässt Skadi für den Moment kein weiteres Wort folgen, da etwas ihre Aufmerksamkeit erregt.


Doink

Doink

Doink


Plötzlich sehen wir Chris Dimer ins Bild schlendern, einen Basketball immer wieder auf den Hallenboden auftupfend. Genannt dribbeln. Dicht gefolgt von seinem Kompagnon James Hightower: Die Basketballer.


Chris Dimer: „Ähm… ja… also…“
James Hightower: „Was macht ihr denn hier?! Wir sollten doch jetzt hier ein Interview machen. Wer seid ihr überhaupt?“


Die Basketballer sind in ihrer vollen Montur, bei James Hightower bedeutet das Jersey, Hose, Leg Sleeves und Arm Sleeves und ein Stirnband, die Finger getaped. Chris Dimer hat ein klassisches 90er-Style Outfit an, also nur Hose und Trikot mit langen weißen Socken, ohne viel Brimborium.

Skadi sieht verdächtig so aus, als ob sie gute Lust hätte diesen Look um ein paar Blutspritzer zu erweitern – nicht mit ihrem Blut, versteht sich.


Skadi Fenrir: „Wer wir sind? Welch groteske Frage ist dies? Sicherlich werdet ihr als Rookie Tag Team zumindest jene kennen, welche jüngst beim Easter Special um das Gold angetreten sind, welches auch euer Begehr ist?“


So sehr die Schneewölfin auch brodelt, Idunn steht noch immer recht relaxt da und wird nur angespannter, weil sie die Emotionen ihrer wolfigen Schwester sieht.


Skadi Fenrir: „Ich frage mich, ob eure Frage wohl aus Ignoranz oder Arroganz geboren wurde. Ist es wohl möglich, dass ihr nach zwei unbedeutenden Siegen gegen zwei unbedeutende Teams bereits denkt andere Geringschätzen zu können? Dann wiederum ist es eigentlich auch gänzlich egal was ihr denkt. Als Neulinge von geringer Relevanz werdet ihr warten, bis ihr dran seid. Und nur um das Offensichtliche ausgesprochen zu haben: solange ich etwas zu sagen habe, seid ihr noch nicht dran.“


Die Hände der zottelmähnigen Norwegerin formen sich immer wieder leicht zu Fäusten. Sie würde hier zu gern einfach zuschlagen. Aber das wäre auch etwas plump und so belässt Skadi es dabei die Basketballer missbilligend anzusehen – besonders James Hightower.


Idunn Jörmungandr: „Sssimpel genug, nicht wahr? Wenn meine Ssschwessster ssspricht, habt ihr ssstill zzzu sssein. Wenn ich dasss verssstehe, sssolttet ihr dasss auch verstehen. Wenn nicht ssseid ihr echt ssstupide.“


Dies ist einer dieser Momente in Tammys Karriere als Interviewerin, wo sie nichts machen muss, als das Mikrofon zu halten – spannend wird es hier auch ohne ihr Zutun. Dass ausgerechnet Idunn Jörmungandr hier andere potentiell dumm nennt hätte etwas von Slapstick, wäre Idunn nicht so groß und bedrohlich. Nicht, dass ausgerechnet James Hightower sich von Größe einschüchtern lassen würde.

Die Basketballer wirken sichtlich irritiert ob des Auftretens der nordischen Frauen, fangen sich aber schnell wieder.


James Hightower: „Mh, na ihr seid mir ja welche. Ihr seht ganz schön martialisch aus, wie zwei Kriegerinnen. Aber wahrscheinlich seid ihr das auch, hehe. Und ein bisschen was haben wir über euch natürlich schon gehört. Ihr wart für einige Zeit Tag Team Champions. Oder wart zumindest nah dran. Egal. Wenn ihr das schafft, dann können wir das auch, was Chris?“


Der deutliche kleinere der Basketballer nickt eifrig.


Chris Dimer: „Ja, ganz genau!“
James Hightower: „Ihr habt recht, natürlich sind wir Neulinge. Natürlich haben wir wenig Erfahrung. Aber wir haben Talent. Das haben wir mit zwei eindrucksvollen Siegen bewiesen! Und es ist jetzt endlich mal an der Zeit, dass wir uns gegen ein etabliertes Team beweisen dürfen.“


Skadis Hand ballt sich nun erst recht zur Faust. Es ist offensichtlich, dass James Hightower einfach nur irgendwas sagt und sie tatsächlich nicht kennt. Was jedoch ihre Nerven komplett überstrapaziert, ist der fragende Einwurf ihrer Schwester.


Idunn Jörmungandr: „Waren wir Tag Team Championsss? Ich dachte wir hätten beide Matchesss irgendwie verloren...“


Tammy unterdrückt ein Lachen und Skadi ist fertig mit der Welt für diesen Moment. Was bleibt ihr übrig, als jetzt diese falsche Annahme zu korrigieren und die Niederlagen einmal mehr zuzugestehen?


Skadi Fenrir: „Wir sollten jetzt Tag Team Champions sein, aber sind es nicht und waren es auch nicht. So wie ich auch nicht Intercontinental Champion war, obgleich ich Intercontinental Champion Jason Crutch pinnen konnte. Aber das spielt jetzt keine Rolle.“


Skadi blickt Hightower tief in die Augen.


Skadi Fenrir: „Wenn ihr euch beweisen wollt, so habt ihr das zweifelhafte Glück, dass meine Schwester und ich noch ohne Match bei New Level sind. Doch fürchte ich, dass ein Match gegen uns für euch kein Slam Dunk wäre, sondern ein Schrittfehler...“


James Hightower hebt anerkennend die Augenbraue. Dass Fenrir hier mit einer Basketball Metapher auftrumpft, scheint ihm Respekt abzunötigen.


James Hightower: „Mh, soll das eine Herausforderung sein? Das hört sich für mich ganz nach einer Herausforderung an, Chris. Was meinst du?“

Chris Dimer: „Das war eine, James. Aber sowas von. Und, nehmen wir an? Ich meine, diese beiden sind kein Fallobst, das sind erfahrene Wrestlerinnen. Nicht irgendwelche Bauernbengel aus dem Allgäu.“

James Hightower: „Ach was, papperlapapp. Schau dir die beiden doch an. Ich meine, zugegeben, die sehen schon nach was aus, aber meistens steckt dann nichts dahinter. Dieses ganze kriegerische Getue ist doch bestimmt nur Show. Aber auch wenn nicht, dann wäre es mir fast lieber. Dann können wir uns endlich beweisen, Chris. Ein Sieg beim PPV kommt uns da gerade recht. Also, abgemacht!“


Hightower spuckt sich in die rechte Hand und hält die Pranke dann Skadi Fenrir hin.
Die guckt etwas irritiert auf die nun mit Speichel benetzte Hand, packt dann aber dennoch zu, Wolfsklaue in Pranke.


Skadi Fenrir: „Ich bin keine Kriegerin, sondern Jägerin. Und ihr seid nun meine Beute. Träumt ruhig vom Sieg, doch wird die Realität für euch ein Alptraum sein.“


Ist es ein Handshake oder doch eine Art der gegenseitigen Kraftdemonstration? Auf jeden Fall hält nun auch Idunn ihre Hand hin, auf dass Chris sie nehmen könnte – ob dies aber ohne Quetschungen möglich ist? Tammy wiederum wendet sich frontal der Kamera zu.


Tammy: „New Level hat gerade soeben ein neues, spannendes Tag Team Match hinzugewonnen! Die Tag Team Division ist in einem echten Aufschwung! Wer den PPV noch nicht geordert hat, sollte das schnellstens nachholen!“



Vielleicht hatte Mad Dog zu viel gesagt, zu viel aus der Emotion heraus gesprochen, als er seine Wut über die Ereignisse der letzten Show vor zwei Wochen ungefiltert an Zereo Killer und Morbeus abließ. Auf der anderen Seite konnten die beiden auch nicht verhehlen, dass es mitunter die Wahrheit war, die er gesprochen hatte…


Der Night Fighter sitzt in seinem Trainingsanzug auf einer Bank in der Nähe des Fitnessraumes, um gleich ein paar Gewichte zu stemmen. Seine Gedanken aber kreisen nicht nur um seinen Zwist mit Zerbeus, sondern ebenfalls um die Modern Erasers. Ihre Abreibung steckt ihm noch in den Knochen und dazu ist ihm fast sonnenklar, dass eine Einzelmatchserie gegen die Drei, die er beim Office erbitten könnte, immer wieder in ein Handicap-Match kippen dürfte. Allein das Zaudern Iokepas machte ein wenig Hoffnung auf die Falsifizierung seiner These.


Da! Ein Klopfen!

Sofort ist Mad Dog in Alarmbereitschaft. Zwar würden die Modern Erasers wohl nicht anklopfen, sondern einfach den Raum stürmen, aber vielleicht ist dieses Klopfen ja auch Taktik, um ihn in Sicherheit zu wiegen. Doch als die Tür sich öffnet, sind es nicht die Modern Erasers, die eintreten, sondern eine Frau mit markantem wie langen, orangenem Haar auf schwarzem Grund, die in der letzten Show selbst eine wenig erfreuliche Begegnung mit den Modern Erasers hatte.


Stella Nova: „Welch misstrauischer Blick. Ich würde meinen auch als glücklicher Familienvater im fortgeschrittenen Alter müsste Damenbesuch von meinem Kaliber ein Grund für Freude sein.“


Die Mundwinkel des Leitsterns des Professional Wrestling zucken nach unten, wie sie den Raum mustert und für sicher befindet. Ohne auf eine Einladung zu warten tritt die Frau mit den massiven Sternschnuppen-Flechtzöpfen ein, während sich die Gesichtszüge der Töle tatsächlich lösen.


Stella Nova: „Dann wiederum sollte man auch meinen, dass jede halbwegs sinnige Analyse zum Schluss kommen müsste, dass meine pure Präsenz ein Zugewinn ist, den man schätzen sollte und doch gibt es einen angeblichen Analytiker, der mich allen Ernstes als Schandfleck und Unkraut tituliert hat… was zumindest erklärt, warum er nun Wrestler ist und keine gut bezahlte Anstellung als Analytiker hat.“


Der verrückte Hund verliert sich für einen Moment in der Attraktivität der dreimaligen WFW Temptation Championesse. Leibhaftig wirkte diese doch noch mehr als nur auf dem Bildschirm.
Dann aber lächelt der Hund kurz und nickt ihr, während sich die Mine wieder verfinstert, anschließend zu.


Mad Dog: „Von ihren lächerlichen Urteilen kann ich auch ein Liedchen singen. Aber unterschätzen sollte man sie nicht, huh?! Ich weiß zwar nichts Genaues, aber dass Zerbeus ausgerechnet vor ihrem Match ausgeschaltet wurden, wobei man die Attacke auch anschließend hätte machen können, wo den beiden zusätzlich ein Match in den Knochen steckte… stinkt mir etwas zu sehr, wenn du verstehst, was ich meine.“


Der Night Fighter streicht sich durch den Bart. Dieser Gedanke war in den letzten Wochen unweigerlich in ihm erwacht.


Mad Dog: „Zumal mir auch die Attacke gegen dich nicht wie eine spontane Idee vorkam… Aber wozu die Spekulation, huh?! Ich denke nur, du solltest auf der Hut sein, dass heute in deinem Match gegen Bella Venera nicht alles nach deinem Plan… sondern vieles nach Slates Plan laufen könnte.“


Der Leitstern des Professional Wrestling lächelt schwach, wie sie sich an die nächstbeste freie Stelle an der Wand lehnt.


Stella Nova: „Oh, Ben Slate wird mit Sicherheit einen Plan haben und vielleicht sogar noch einen Plan B und dann noch einen Notfallplan. An Plänen mangelt es den Radiergummis ja nicht, vor allem nicht an Plänen jene auszuradieren, die ob ihrer Leistungen in diesem Sport verdientermaßen über ihnen stehen.“


Sie tippt sich bedeutsam an die Stirn, wie um zu sagen, dass die Modern Erasers nicht richtig ticken.


Stella Nova: „Unfassbar kurzsichtig und dämlich, wenn man mal ganz ehrlich ist. Man wird doch nicht vom ungeschliffenen Diamanten zum Kronjuwel ohne sich in Kämpfen mit wahren Größen zu schleifen. Und betrachtet man den Aderlass des GFCW Rosters, so würde ich denken, dass GFCW doppelt froh sein kann uns zwei im Programm zu haben, kann man dich doch quasi als Ersatz für Robert Breads erachten und mich als Ersatz für Aiden Rotari. Womit noch immer der Spot von Aldo Nero offen wäre, um von einem der Jungspunde eingenommen zu werden, so sie denn tatsächlich das Zeug dazu haben. Die logische Überlegung wäre, dass dieses Roster groß genug für uns alle ist.“


Ein leichtes Kopfschütteln unterbricht kurz den Monolog der wortstarken Inderin, während die unbekannte Konstante einen Schritt auf sie zumacht.


Mad Dog: „Yeah, selbst für die drei Genannten wäre noch Platz – je größer die Herausforderung, desto wertvoller der Erfolg, huh?! Doch so weit denkt unser Trio Infernale nicht. Wenn es ihnen darum gehen würde zu beweisen, dass sie besser sind als wir, wäre ja alles gut. Mal für Mal beweisen sie aber stattdessen, dass sie lieber den leichten Weg gehen und nur allzu gern einer wahren Konfrontation, Mann gegen Mann… Frau gegen Frau, ausweichen. Iokepa greift statt auf seine Fähigkeiten bei der AS lieber auf Ben Slates aberwitzige Konzeptpapier zurück, danach rufen sie diese Bella Venera, statt sich mit MacKenzie und mir wirklich zu messen… Auch dir treten sie nicht Angesicht zu Angesicht gegenüber, sondern wählen die hinterrücks Attacke.“


Nun schüttelt auch der Night Fighter sein Haupt, während sein Wangenmuskel angespannt zuckt.


Mad Dog: „Doch uns werfen sie vor, dass wir uns an unserem imaginären Status oder einer angeblichen Card-Position festhielten. Dabei haben wir im Gegensatz zu ihnen doch genug Schlachten geschlagen und wiederholt gezeigt, dass wir vor keinem Duell zurückschrecken... Einfach absurd.“


Sein Blick wandert wieder herüber zu Stella Nova. Doch während sich das Gefühl einer ähnlichen Wellenlänge ausbreitet, welches die „Wir“-Aussagen nur bestätigen, bleibt sein Augenmerk diesmal nicht beim attraktiven Äußern hängen. Die Töle versucht tiefer zu mustern, was er von ihr als Person wirklich halten kann.


Stella Nova: „Doppelt absurd, dass sich jemand über angeblich externe Schandflecken auslässt, der selber ein externer Neuzugang ist. Aber es ist, wie du sagst, trotz diverser lockerer Schrauben muss man die Radiergummis ernst nehmen. Besser gesagt: weil sie mehrere Schrauben locker haben, muss man sie ernst nehmen. Irrsinn und Gewaltbereitschaft sind immer eine höchst gefährliche Mixtur. Nicht zuletzt, weil die Modern Erasers zu dritt sind, was es immer leicht macht jene zu überrumpeln, die allein kämpfen, so wie du es letzte Show machen musstest und ich heute.“


Ruckartig löst sich der Leitstern des Professional Wrestling von der Wand und geht mit leichtem Tänzeln einen Schritt auf Mad Dog zu.


Stella Nova: „Dann wiederum ist genau das der Punkt, wegen dem ich hier bin. Vielleicht muss ich ja gar nicht alleine zu meinem Match antreten? Möglicherweise gibt es ja jemanden, der vielleicht, also ganz eventuell... dazu bereit wäre ob eines gemeinsamen Feindes für mich den Wachhund zu spielen, auf dass Ben Slates Pläne A, B, C bis Z allesamt in sich zusammenfallen, weil er in seinen Berechnungen eine unbekannte Konstante vergessen hat zu berücksichtigen?“


Für einen überraschend langen Moment bleibt der Blick des Night Fighters an ihren blauen Augen haften, dann aber beginnen die Lachfalten empor zu sprießen und ein Grinsen breitet sich im Gesicht des ehemaligen World Champions aus.


Mad Dog: „Das ist mal eine verdammt gute Idee, Stella. Ich halte dir den Rücken frei und freue mich, wenn du dieser kleinen Furie gleich gehörig die Leviten liest.“


Die unbekannte Konstante streckt ihre Hand aus und der Leitstern des Wrestlings ergreift sie sofort. Beide nicken sich einander zu.


Mad Dog: „Wenn es bei mir bald wieder gegen einen dieser Schergen geht, erhoffe ich mir Ähnliches von dir.“


Stella hebt bedeutsam die freie Hand in die Höhe mit dem Daumen nach oben.


Stella Nova: „Aber natürlich. Ich würde meinem Status als Leitstern des Professional Wrestlings Schande bereiten, würde ich Unterstützung erbeten, aber keine gewähren.“


Erneut tippt sie sich an die Stirn – doch dieses Mal symbolisiert diese Geste einen plötzlichen Einfall.


Stella Nova: „Ach ja, kleiner Shoutout. Pragg hat es ja leider nicht geschafft das Kandidatenturnier zu gewinnen und Gukesh zum großen, indischen Schachduell der Superlative zu fordern… aber dafür hat seine Schwester Vaishali das Kandidatenturnier der Frauen gewonnen. Zu schade, dass es nicht beide Geschwister geschafft haben, das wäre wahrlich historisch gewesen.“


Nachdem der Handschlag beendet ist, klatscht sie in die Hände und dreht eine Pirouette.


Stella Nova: „Wahrlich Historisches wird aber dafür heute noch passieren. Mein erstes Einzelmatch bei GFCW… und mein erster Sieg.“


MD nickt ihr mit einer Mischung aus Anerkennung und Bestätigung zu. Nur in den hinteren Gehirnwindungen kreuzt flüchtig der Gedanke auf, was wohl Zerbeus von diesem neuen Zusammenschluss halten könnten. Dann aber widmet sich der Fighter wieder seiner Trainingsvorbereitung und das Bild wird schwarz.




Anders als sonst, erfolgt jetzt kein langer, epischer und stimmungsvoller Entrance vom World Champion, vielmehr beginnt seine Musik und damit auch der tobende Jubel und End stürmt über die Stage, direkt in Richtung Ring – und das sichtlich wütend und angepisst.

Kurz nach der Stage bleibt er für einen kurzen Moment stehen. Mit seinem Gürtel auf dem Arm deutet und schaut er in Richtung seiner Rippen, als würde er noch immer die Schmerzen spüren, die Iray Burch ihm vor zwei Wochen mit seinem Angriff angetan hat. Nun gut, vermutlich eher ein symbolisches Zeichen, da nun doch einige Zeit ins Land gegangen ist, seit dem Angriff, aber auch das ist von Bedeutung, denn schon lange hat niemand mehr The End so zugesetzt, wie Burch es getan hat.

Und das kann er natürlich keinesfalls auf sich sitzen lassen.


Sven: „ENDstation. Hat sein letztes Stündlein geschlagen? Ist das nun doch ENDlich das ENDe von The END? Schafft es Iray Burch das Projekt zu beENDen, was Aldo Nero begonnen hat? Dank der Vorarbeit des besten GFCW World Champions der Geschichte, kann Iray Burch dieses ElEND beseitigen?“

Pete: „Geht’s wieder?“

Sven: „Nun sieh der Wahrheit ins Gesicht, an Iray Burch beißt sich sogar End die Zähne aus, da kann er noch so pissed sein, wie er will.“

Pete: „Gut aufgelegt scheint er auf jeden Fall nicht zu sein. Nun denn, schauen wir mal, was der Champion zu sagen hat.“


Und der besagte Champion ist inzwischen im Ring angekommen. Er hat sich ein Mikro geben lassen u…


The End: „KOMM SCHON. Lass uns keine Zeit verlieren. Ich will mit euch reden, also schert euch gefälligst her.“


End muss selbstverständlich nicht sagen, wen er hiermit anspricht – das ist offensichtlich. Gemeint sind Shelly Nafe und natürlich Iray Burch, der eigentliche Herausforderer für Ends GFCW World Championship.

End senkt das Mikro und aufgeregt, wie wütend, läuft er im Ring hin und her, auf und ab. Er will reden und das mit dem Mann, dem er schon sehr bald Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen wird.



Der Sturm lässt nicht lange auf sich warten.

Zu den treibenden, unmelodischen Klängen von Burchs Theme marschiert der Herausforderer auf. Aus seinen tiefliegenden Augen blickt er The End ohne sichtbare Regung an. So sehr auch der Champion dieses Gespräch herbeigesehnt hat: Für Burch scheint es ohne Bedeutung zu sein.

Dann, nach Sekunden der erwartungsvollen Stille, tritt der Unmensch zur Seite. Shelly Nafe kommt durch den Vorhang, ein Mikrofon in der Hand. Die Hoffnung, einem Iray Burch ohne sein Sprachrohr zu begegnen, hatte nur wenige Sekunden gelebt. Eine zweite Welle von Unmut ergießt sich in der Halle, die erste hat Iray gegolten – diese nun jedoch, in vergleichbarer Lautstärke, adressiert Shelly Nafe. Ohne, dass Nafe ein Signal geben muss, marschiert Burch hinter ihr her.

Es geht in den Ring, direkt zum wartenden Champion.


Shelly Nafe: „Wir sind hier.“

The End: „Ruhe.“


Bestimmt, aber nicht laut, energisch, aber nicht aufdringlich – End spricht diesen Ausruf, aus der Position heraus, die er nun mal innehat: als Champion und aktuelles Oberhaupt der Liga. Wenn er Ruhe sagt, dann ist auch Ruhe.


The End: „Ich korrigiere… ich will mit DIR sprechen.“


End zeigt mit seinem Finger auf Iray Burch und mit seinen Augen schaut er ganz selbstverständlich an Shelly Nafe vorbei. Er ist sich dessen bewusst, dass sie mit ihm hier im Ring steht, er entscheidet sich aktiv dafür sie nicht zu beachten, denn wie er schon sagt… sein Ziel ist nicht sie, sondern Iray Burch.

Zum Stolz einer Shelly Nafe gehört es auch, sich nicht zu Widerspruch hinreißen zu lassen. Nach einem ersten Augenblick, um die Abweisung durch den Champion zu verarbeiten, nimmt ihr Gesicht wieder den gewohnt kühlen Ausdruck an. Mit höhnisch-einladender Geste tritt sie zur Seite, winkt End zu Burch durch. Wenn er ihn haben will, soll er ihn bekommen. Mit allen Konsequenzen. Der Big Bad Bastard steht einfach nur da, die Schultern hängen herab, der Bauch steht vor. In seinem Bart glänzt es nass, nicht zu sagen, ob Schweiß oder Speichel. Er gibt kein Zeichen von sich, dass er an Ends Ausführungen interessiert ist, nur die Intensität, mit der sich seine Augen in ihn sein nächstes Spielzeug bohren, verraten seine Aufmerksamkeit.


Und dann… läuft End langsam und bedacht, ruhig und dennoch in potenzieller Angriffsbereitschaft auf seinen baldigen Gegner zu.

Die Anspannung in der Halle steigt dabei, denn das ist ein Aufeinandertreffen, was den Fans durchaus zusagt.


The End: „Ich könnte dir jetzt erzählen, was für ein schlechter Einfluss Die da auf dich ist.“


Mit einer gewissen Verachtung zeigt End ohne hinzuschauen auf Nafe.


The End: „Ich könnte dir sagen: verlass dich nicht auf sie, sie wird dich betrügen, sobald du ihr nichts mehr nützt. Ich könnte an dich appellieren und sagen, dass du für DICH kämpfen sollst und nicht für Parasiten wie Shelly Nafe. Menschen, die andere für ihre Zwecke ausnutzen.“


Jetzt geht doch eine bedachter Blick in Richtung Nafe, der uns tatsächlich etwas verrät: sieht The End tatsächlich all das Schlechte, seines eigenen ehemaligen Managers in Nafe oder projiziert er eben genau das absichtlich in sie, um Iray Burch seinerseits zu manipulieren?

Egal, wieder zurück zu Burch.


The End: „Aber… all das… würde dich nicht interessieren, richtig? Des Geschwätz der Anderen. Derer, die es besser wissen wollen. Von denen, die meinen, dein Wohl besser einschätzen zu können als du selbst. Und ironischerweise, sind diese Menschen somit keinen Deut besser als die, vor denen sie dich schützen wollen. Ich weiß das, ich weiß genau, was du denkst, denn… es dürfte kein Geheimnis sein, dass ich da war, wo du jetzt bist.

und auch ich, habe alle Warnungen sehenden Auges ignoriert, bin in die Katastrophe gelaufen und habe es letztendlich dennoch dahin geschafft, wo ich jetzt bin.

Was… bedeutet das jetzt also für dich, Iray Burch?

Ist Shelly Nafe dein Mister Corleone? Wird sie dich zum Champion machen?“


The End versucht es geschickt anzustellen – einerseits weist er auf die Parallelen zwischen ihm und Burch hin, andererseits reibt er ihm dennoch rein, dass er Nafe brauchen würde.

Eine Argumentationsstruktur, die von besagter dritten Partei nicht unbemerkt bleibt.


Shelly Nafe: „Du hast mir besser gefallen, als du das Denken deinem Manager überlassen hast.“


Während Buhrufe für diese Zwischenbemerkung von den End-Fans kommen, legt Shelly Nafe lächelnd ihren Kopf schief. Sie weiß, dass sie nun wieder die Aufmerksamkeit hat, die ihr vor einigen Augenblicken noch durch die Ignoranz des Champions verwehrt wurde.


Shelly Nafe: „Nun sieh dich an. Du stehst hier und versuchst, alles zu durchschauen. Du glaubst, Dinge durch deine fein gesetzten Worte und Analysen so manipulieren zu können, wie es dir gefällt. Und scheinbar meinst du wirklich, du wärst gut darin. So wie es der Mann war, der dich erschaffen hat.“


Das Klacken ihrer Schuhe auf der Matte verrät, dass sie einen Schritt hin zum Champion macht. Sie schiebt sich zwischen den Hamburger und ihrem Klienten.


Shelly Nafe: „Du bist es nicht, The End. Ich fürchte, deine Gedankengänge sind viel zu gewöhnlich, um das große Ganze zu verstehen. Du kennst Menschen vom Schlage eines Corleone und glaubst, ich wäre auch so. Und weil du dich von ihm gelöst hast, denkst du nun, du könntest Iray und mich auseinanderbringen, indem du die gleichen Zweifel setzt, die das Ende von Corleone hervorgebracht haben. Dir fehlt die Fähigkeit, Dynamiken zu verstehen, die nicht deiner eigenen Geschichte ähneln.“


Mit einem freudlosen Lachen wendet sie sich ab. Doch noch ist sie nicht am Ende angekommen.


Shelly Nafe: „Ich bin nicht die Drahtzieherin, die Iray Burch mit unlauteren Methoden zum Sieg bringen wird. Das wird ihm gelingen, weil er besser ist als du.“


Erwartungsgemäß führt das zu einem Sturm von „Nooo“-Rufen aus dem Publikum. Man steht fast geschlossen hinter dem Hamburger.


Shelly Nafe: „Ich bin das Gegenteil von dem, was du denkst. Ich halte Iray zurück. Und helfe dir. Denn in deiner kleinen, neuen Machtfantasie, du hättest Corleone-Schule etwas gelernt, übersiehst du leider völlig, dass du gerade an einem Ast sägst, auf dem du sitzt. Ohne mich, The End, würde der Sturm namens Iray Burch diese gesamte Liga verwüsten. Wenn du ein kleines bisschen mehr Verständnis hättest, würdest du merken, dass ich nicht dein Feind bin. Ich bin ein Schutz. Für diese Liga. Und für dich.“


End hält den Blick, als Nafe zu sprechen beginnt, weiter auf Burch, erst gegen Ende wandert er dann genervt zu Shelly Nafe, die inzwischen wieder zwischen Burch und End steht.


The End: „Ohhh… wie glücklich wir uns doch schätzen können, dass wir dich haben, Miss Nafe. Wir alle. Iray, dass du dich so sorgsam um ihn kümmerst und wir alle, dass du ihn im Zaum hältst. Die Frage ist… wie lange geht das noch gut?“


Ends Formulierung dieser Frage lässt darauf schließen, dass er selbst schon eine passende Antwort darauf parat zu haben scheint.


The End: „Nun, wenn du mich fragst, dann so lange, wie eure Ziele noch miteinander vereinbar sind. Und was Irays Ziel ist, ist klar. Er will das Chaos, er will die Zerstörung. Aber… was… ist dein Ziel. Was… willst du, Shelly Nafe?“

Shelly Nafe: „Alles.“


Sie spricht es mit solcher Verve aus, dass man das Gefühl hat, zum ersten Mal hinter die Fassade von Shelly Nafe geblickt zu haben.

Ihre Augen leuchten.


Shelly Nafe: „Deinen Titel, die Kontrolle über diese Liga, deine Verzweiflung. Einfach alles.“


Der Blick der Mittfünfzigerin scheint an The End vorbeizugehen, auch wenn ihr Kopf ihm zugeneigt ist. Sie wischt sich beiläufig eine Strähne aus dem Gesicht.


Shelly Nafe: „Junge Männer wie du scheinen oft zu denken, alle die schönen Gefühle im Wrestling für sich gepachtet zu haben. Die Ekstase der Show. Die Euphorie bei einem Sieg. Das Gefühl unendlicher Macht – zu denken, dass man nie mehr gestoppt werden kann. Das sind die Dinge, wegen denen Leute wie du ihren Körper Woche für Woche zerstören. Ein jeder in dieser Liga nimmt die Gesundheit und den Schmerz als Währung hin, um sich diese Gefühle zu erkaufen. Weil es das wert ist. Als ich jünger war, habe ich genauso gedacht, wenn ich zwischen den Seilen stand. Und nach meiner Karriere war ich mir sicher, dass nichts mehr folgt. Nichts mehr außer der Taubheit der Gefühle. Dem Wissen, nie mehr die gleiche Ekstase erleben zu können wie bei einem Sieg im Ring.“


Sie führt das Mikrofon näher an ihren Mund.


Shelly Nafe: „Ich musste alt werden, um die Wahrheit zu erkennen: Es gibt immer einen anderen Weg. Jeder Sieg, den ein Mandant einfährt, bringt den gleichen süchtig machenden Geschmack von Macht mit sich. Wenn du dein Ringoutfit gegen ein Business-Kostüm tauscht, bist du jemand anders, ja. Aber du bist nicht weniger bedeutsam. Der Einfluss eines Managers ist enorm. Leute wie ich oder Corleone formen das Geschehen in dieser Liga. Ein Titel um die Hüften eines Klienten ist ebensosehr unser Titel.“


Am Ende ihrer Ausführungen ist ihr Blick wieder starr auf The End gerichtet.


Shelly Nafe: „Niemand sollte das besser wissen als du. Ohne James Corleone wärst du niemals der Mann geworden, der du bist. Und ohne mich würde Iray Burch ein Chaos säen, dass diese Liga in den Abgrund reißt – aber nicht Champion werden. Meine Kontrolle ist das letzte Puzzlestück, um aus einer Naturgewalt eine Waffe zu machen.“


Falls es den Big Bad Bastard stört, dass über ihn geredet wird, während er danebensteht, ist es ihm nicht anzusehen. Er steht ebenso regungslos da wie zuvor, wirkt am Geschehen völlig unbeteiligt.


Shelly Nafe: „Du kannst nicht verstehen, wie es sich anfühlt, wieder Teil des Wrestlings zu sein. Nicht bevor du in dreißig Jahren an meiner Stelle siehst. Es ist, als würde man wieder leben. Aber du musst mich auch nicht verstehen…“


Ihr Blick wird provozierend.


Shelly Nafe: „…und bei New Level zu verstehen, wie gut Shelly Nafe in dem ist, was sie macht.“


Inzwischen steht End Nafe gegenüber, wobei er ihr in die Augen schaut, als wäre sie bei New Level seine Gegnerin. Gleichermaßen schwingt in Ends Blick auch eine gewisses Gefühl mit – das Gefühl von etwas vertrautem. Es mögen andere Worte gewesen sein, aber vergleichbare Ansprachen hat einst auch James Corleone gehalten, teilweise sogar über ihn, gegen seine Gegner.

Jetzt steht er auf der anderen Seite.


The End: „Ich bin beeindruckt.“


Und das scheint End tatsächlich so zu meinen, denn schließlich hat er ja tatsächlich immer wieder von Corleones Reden profitiert, wenn nun eine Person wie Shelly Nafe, ähnliches tut, gewinnt das mit Sicherheit Ends Hochachtung.


The End: „Du kannst so gut reden, wie er. Du bist so überzeugend, wie er. Und du schenkst deinem Klienten dein volles Engagement wie er. Und doch… bist du anders.

denn du… du versteckst dich nicht hinter deinen Worten, hinter deiner Überzeugung, hinter deinem vorgetäuschten Engagement. Du… gehst ganz offen mit dem um, was du willst. Und ich weiß nicht, ob dich das weniger gefährlich macht, als er es war oder sogar noch viel gefährlicher. Aber all das ist auch egal, denn ich stehe hier nicht im Ring mit James Corleone, ich stehe hier im Ring mit Shelly Nafe.

Was will Shelly Nafe? Sie will alles.”


Wieder einmal gibt sich The End seinen Gedanken und Ausführungen hin und wieder läuft er hin und her, vor Nafe und Burch.


The End: „Du hast recht. Ich weiß, wie bedeutend ein Mensch wie du im Wirken eines Wrestlers wie Iray oder mir sein kann. Deshalb weiß ich auch, dass so gefährlich Iray allein auch sein mag, du eine genauso wichtige Waffe für ihn bist, wie er es für dich ist.“


Man spürt, wie End den Punkt, den er hier machen will, immer weiter herauszögert.


The End: „Ich weiß um deine Verbindung mit Iray, ich verstehe das…, dass jeder seiner Siege auch ein Sieg für dich ist. Ich frage mich allerdings… was ist, wenn Iray verliert?

Die Schmerzen… die Schmach… die Schande. Das überwältigende Gefühl, nicht gut genug gewesen zu sein. Das Leid. Das Versagen. Das Wissen, dass man an diesem Abend NICHT der bessere Mann war.

Spürst du das auch? Spürst du jeden Knochen, der unter dem Druck zusammengebrochen ist, dass man verloren hat? Spürst du die Schläge, die Tritte, die Würfe, die allesamt ertragen wurden, ohne das Gold mit nachhause zu nehmen?“


End bleibt wieder stehen und schaut Nafe an, als würde er all diese Worte wie einen Dolch in ihren Körper bohren wollen.


The End: „Ich hoffe es. Denn so, werde ich bei New Level nicht nur Iray Burch besiegen, sondern auch Shelly Nafe. Aber natürlich ist mir bewusst, dass du die Antwort auf diese Frage selber noch nicht wissen wirst, denn bisher habt ihr noch nicht verloren.

Bei New Level, wird sich das ändern, denn Shelly, in einer Sache, kann ich dir nicht zustimmen:

Du bist es nicht, die die GFCW vor Iray Burch behütet.

Du bist nicht der Schutz für diese Liga.“


Wie so oft spricht The End diese Worte nicht so, als wolle er sich anbiedern und doch, weiß jeder Fan worauf er hinauswill und so beginnt ein lauter Aufschrei an Jubelchants, noch bevor er es ausgesprochen hat.


The End: „Das… bin ich.“


Mit einer Selbstverständlichkeit antizipiert The End die Zustimmung der Fans, er weiß, dass seine Rolle als Schutz der Liga keine ist, die er sich ausgesucht hat. Auch die Fans haben diese Rolle nicht für The End ausgesucht. Diese Funktion hat sich einfach so ergeben. Diese Funktion ist Ends Schicksal und deshalb muss er sich dieser Verantwortung stellen und die Fans stehen dabei geschlossen hinter ihm.

Und schließlich… wendet sich End wieder Iray Burch zu.


The End: „Also dann… nachdem das geklärt ist, Burch, wie schon gesagt. Ich will mit DIR reden.

allerdings… glaube ich, gibt es nicht viel zu sagen. Außer eins: jede Siegesserie endet, jeder Streifzug ist irgendwann einmal vorbei. Jedes unbesiegbare Monster wird einmal geschlachtet.

Iray. New Level… wird DEIN Ende.“


Während End das Mikro senkt, liefert er sich einen Staredown mit Iray Burch. Und der… greift dabei ganz selbstverständlich und fordernd nach dem Mikrofon von seiner Managerin.


Iray Burch: „Ich freue mich schon darauf, wenn wir miteinander spielen.“


Eine simple Aussage, wie sie zwischen Sandkasten-Freunden gesagt werden könnte, lässt es hier der GFCW-Galaxy eiskalt den Rücken herunterlaufen und auch The Ends Blick wird eine Spur ernster, denn er weiß, dass, auch wenn er sich hier das Rededuell mit Shelly Nafe geliefert hat, nun mal Iray Burch sein Gegner ist.

Ein unbesiegtes Monster, eine Naturgewalt, ein Gegner, den The End bisher noch nicht hatte.

Und allen voran: ein Monster, der nicht mal im Geringsten von den Mindgames von Shelly Nafe und The End beeindruckt zu sein scheint.

Für ihn zählt all das nicht. Für ihn zählt nur die Zerstörung.

Die Zerstörung von The End.

Und für einen Bruchteil einer Sekunde zweifelt The End tatsächlich ob Shelly Nafe die Einzige ist, die Iray Burch kontrollieren kann und vielleicht, sollte er sich doch in ihrem Schutz wahren…

aber ja, nur für den Bruchteil einer Sekunde. Ansonsten ist und bleibt The End… nun mal The End.

Sein Blick geht zurück zu Nafe.


The End: „Wollen wir doch mal schauen, wie gut deine Kontrolle ist.“


Und wieder zurück zu Burch.


The End: „Also dann, Großer. Wieso noch länger warten?“


End lässt den Titel fallen. Mit einem blitzschnellen, aber knallharten Ruck, schmettert er Iray seine Pranke gegen den Schädel – man kann es einfach nicht Ohrfeige nennen, so kräftig trifft Ends Hand Irays Kopf. Und dabei geht alles so schnell, End tritt direkt wieder einen Schritt zurück, als wolle er Iray eine Möglichkeit geben zu antworten, die wiederum direkt von Shelly Nafe abgefangen wird – als hätte sie den Angriff bereits kommen sehen tritt sie vor Iray.

Und der… der ist außer sich. Das Chaos steigt in seinen Augen an, die Zerstörungswut strömt aus seinem Körper und es gäbe wohl nichts, was er jetzt lieber tun würde, als The End in zwei Hälften zu zerteilen…

aber… aber Shelly Nafe.

Sie redet auf ihn ein.

Sie beruhigt ihn.

Sie beschützt die GFCW. Sie beschützt The End.

Wir verstehen nicht, was sie sagt, aber wir verstehen, dass es nichts gutes für den Noch-Champion und deren Match bei New Level bedeuten kann.

Wir verstehen, dass die Zerstörung hier nicht aufgehalten, sondern nur verschoben wird.

Und langsam flacht das Feuer in Irays Augen ab. Langsam kommt er zur Ruhe.

Vorerst.

Und schließlich dreht sich Nafe noch einmal zu The End.


Shelly Nafe: „Du willst es nicht lernen, was? Ich bin die Kontrolle. Ich halte die Zügel in der Hand - und ich entscheide, wann ich sie lockere. Wann ich den Sturm entfessel. Und dieser Tag wird New Level sein“


Ein letzter Staredown vor dem großen Tag.

The End und der World Championship auf der einen Seite.

Iray Burch und Shelly Nafe auf der anderen.

Bei New Level wird der Sturm entfesselt und dann wird niemand mehr die Zerstörung aufhalten können.



Inmitten des Trubels aus GFCW-Mitarbeitern, die ameisengleich ihren perfekt durchgetakteten Job erledigen, um die Show am Laufen zu halten, steht Zac Alonso und wirkt gedankenverloren. Mit gekräuselter Miene nippt er an einer Wasserflasche, die soeben scheppernd aus einem Getränkeautomaten gerollt war.

Den erfrischenden Schluck, den er sich gönnt, spuckt Alonso fast wieder aus, als ihm jemand unvermittelt auf die Schulter schlägt.


Andrew Costalago: „Und, auf wen setzt du heute dein Geld?“


Alonso dreht sich um und wischt mit dem Ärmel Wassertropfen von Kinn und Lippen. Aus allen Gedanken gerissen braucht er einen Moment, sich auf die Situation einzustellen. Vor ihm steht – angesichts des folgenden Matches bereits im Ring-Outfit – Andrew Costalago.

Das Mitglied des Cirque du Tonnerre, das nur dank einer List Alonsos überhaupt (wieder) unter Vertrag steht, blickt Alonso erwartungsvoll an. Er stemmt die Hände in die Hüften und wartet auf eine Antwort.


Zac Alonso: „Bitte?“

Andrew Costalago: „Milly oder Monica? Es muss dir doch im Kopf rumspuken, wer heute deine neue Herausfordererin wird. Bist schließlich das erste Mal in der Situation, als Champion zu einem PPV zu fahren. Und heute kannst du dich zurücklehnen, deine Füße hochlegen und genießen, wie sich zwei Leute bis ans Ende ihrer Kräfte darum schlagen, wer dich herausfordern darf.“


Grinsend kratzt sich Costalago am Kinn. Er wirkt – anders als Alonso – bei bester Laune. Vielleicht ist es die Aufgekratztheit über das bevorstehende Match, schließlich findet er selten den Weg auf die Cards.


Andrew Costalago: „Muss schlechtere Gefühle geben. Ist sicher nicht schlecht fürs Ego, so wichtig zu sein..“

Zac Alonso: „Ich wünschte, ich könnte mich auf dieses Gefühl konzentrieren, Mann. Aber in meinem Kopf ist viel mehr los.“


Der Champion tippt sich an die Stirn.


Zac Alonso: „Und damit meine ich leider nicht meine krasse Intelligenz, sondern all die Gedanken, die mich nicht loslassen.“


Endlich schwankt es auch Costalago, dass Alonso die gute Laune grad nicht wirklich teilt. Er legt die Stirn in Falten.


Andrew Costalago: „Was meinst du?“

Zac Alonso: „Erstens: Scheiß-Darragh Switzenberg.“


Seufzen beim Champion.


Zac Alonso: „Werde ich den Typen jemals los? Jetzt hat er sich seit mehreren Wochen nicht mehr blicken lassen, seit seinen Niederlagen hält er den Schwanz eingezogen…und trotzdem ist er letztlich ausschlaggebend dafür, dass es heute überhaupt Milly oder Monica heißt. Das ist nicht richtig, Mann. Ich habe Switzenberg besiegt. Wenn er sich unbedingt auf seine Re-Match-Klausel berufen will, soll er zurückkommen und sich mir persönlich stellen. Aber stattdessen verpisst er sich und schickt andere Leute vor. Wieso ist es ihm vergönnt, die Richtung zu lenken, in die mein Titel-Run geht, hm?“

Andrew Costalago: „Verstehe. Aber sieh es mal so: Warum hat Switzenberg überhaupt den Deal mit der LPG gemacht? Weil er es nicht erträgt, dich mit dem Titel zu sehen. Er glaubt, er hat eine verdammt kluge Wahl getroffen, auf Mirias Angebot einzugehen. Und wenn du beim PPV jetzt Milly oder Monica weghaust…“


Der Zirkusmann schlägt eine Faust in die flache Hand. Das Klatschen dringt durch die schlangenhaften Gänge des Backstagelabyrinths.


Andrew Costalago: „…dann triffst du auch Switzenberg mitten in die Fresse. Egal ob er in Kalifornien am Pool oder zuhause vor dem Fernseher sitzt.“

Zac Alonso: „Stimmt schon.“


Schulterzucken bei Alonso. Wirklich überzeugend scheint er Costalagos Argument nicht zu finden.


Zac Alonso: „Aber das ist nicht alles. Mich wurmt diese Sache mit Kyle. Es fühlt sich nicht abgeschlossen an. Meine Niederlage gegen ihn ist ein dunkler Fleck auf meiner Regentschaft – und ich habe nicht mal Zeit, das auszugleichen, weil ich durch die Allianz von Miria und Darragh zu anderen Sachen gezwungen bin. Fuck.“


Der Fluch verlässt mit einem Zischen die Lippen Alonsos. Er drückt die Stiefelspitze in den Boden.


Andrew Costalago: „Früher oder später kommt die Gelegenheit. Schau doch nur auf Creed und mich. Für uns hat es Monate gedauert, erneut gegen die Würmer siegen zu dürfen und beweisen zu können, dass es ein Fehler ist, unsere Namen im Titelrennen nie zu nennen.“


Der Fokuswechsel weg von seinen eigenen Problemen hin zum Cirque du Tonnerre gefällt Alonso. Es gibt ihm Ablenkung. Für einen Atemhauch kehrt sein übliches, gewinnendes Lächeln ins Gesicht zurück.

Er schlägt Andrew Costalago motivierend auf die Schulter.


Zac Alonso: „Ich glaube an euch. New Level ist eure Bühne. Jetzt gehst du raus in die Halle und gibst einen Vorgeschmack drauf.“

Andrew Costalago: „Und New Level wird auch deine Bühne sein. Egal gegen wen.“

Zac Alonso: „Fistbump drauf?“


Alonso hält seinem Gegenüber die Faust hin. Klare Sache: Da muss der doch einschlagen. Doch zu Alonsos Verwirrung, die mit jeder Sekunde sichtbar wächst, macht Costalago keine Anstalten, die eigene Faust ebenfalls hinzuhalten.

Alonso entgeht, dass Costalagos Miene angespannt und ernst geworden ist. Er schaut an Zac vorbei zu einer Stelle.


Zac Alonso: „He, warum willst du nicht?“


Der Adamsapfel Costalagos springt nervös auf und ab. Er räuspert sich, um die Stimme wiederzufinden.


Andrew Costalago: „Zac.“


Er deutet an Alonso vorbei.


Andrew Costalago: „Wir haben Besuch.“


Auf Costalagos Geste hin dreht sich Alonso um. Und sieht zwei Körper vor sich, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Eine Dame und ein Haufen Fleisch. Parfümierte Haut und der Gestank von getrocknetem Schweiß.


Shelly Nafe: „Hallo, Zac.“


Mit einer Selbstverständlichkeit, als hätte Alonso sie persönlich in die Situation eingeladen, tritt Shelly Nafe neben den Intercontinental-Champion.

Währenddessen fahren Irays Burchs kleine Schweinsaugen den Raum ab.


Iray Burch: „Heute kein Hund.“


Der Unmensch entblößt die Zähne und leckt sich über die Lippen. Seine massige Hand fährt den langen Bart am Kinn ab. Mit schiefgelegtem Kopf, doch bar jeder Emotion, fixiert er den Intercontinental-Champion.

Alonso tritt einen Schritt zurück. Noch nie war er so erleichtert, den Zacidog im Hotel gelassen zu haben.


Iray Burch: „Wie schade.“


Der Zirkusmann tritt vor, stellt sich demonstrativ neben Alonso. Legt ihm eine Hand auf die Schulter. Er ist Alonso so einiges schuldig und bereit, diese Schuld hier und jetzt einzulösen – auch wenn ihm sichtlich nicht behagt, wohin sich die Situation entwickelt.


Andrew Costalago: „Mach dir keine Sorgen, Zac. Ich bin hier. Und Creed sollte jeden Moment kommen, um mich abzuholen. Wir kämpfen an deiner Seite.“


Zum ersten Mal nimmt Shelly Nafe Costalago wahr. Wahr, aber nicht ernst. Sie klatscht in die Hände und schenkt dem Zirkusmann ein freudloses Lachen.


Shelly Nafe: „Wie reizend, eure Freundschaft. Doch wären wir hier, um einen Kampf zu suchen, hättest du es bereits gemerkt, Andrew.“


Weil er den Wink nicht versteht, legt Nafe nach und macht eine wegwerfende Geste in Richtung des US-Amerikaners.


Shelly Nafe: „Du wirst nicht gebraucht.“


Costalago tritt vor, richtet einen ausgestreckten Finger auf Nafe. Er ist bereit für den Konflikt. Wenn es sein muss.


Andrew Costalago: „Du…“


Unvermittelt tritt Zac Alonso vor und hält Andrew Costalago zurück. Mit sanftem Nachdruck schiebt er ihn weg.

Ihnen gegenüber betrachtet Iray Burch die Situation mit der Neugier eines Raubtiers. Er wirkt, wenn man den Ansatz einer Emotion in seine kühle Miene interpretieren möchte, enttäuscht darüber, dass Costalago es nicht drauf angelegt hat.


Zac Alonso: „Ist schon gut. Geh zu deinem Match. Ich mach das hier.“


Erst will Costalago protestieren, doch nach einem langen Blick in die Augen gibt sich Costalago letztlich geschlagen. Sein Ausdruck ist weiter voller Misstrauen, aber im Grunde stimmt es: Scheinbar ist Nafe wirklich für einen anderen Zweck gekommen. Und er hat einen anderen Programmpunkt vor der Brust: Sein Match.

Also zieht Costalago brummend ab. Zurück bleiben nur noch drei Personen: Zac Alonso, angespannt und in Habachtstellung, eine entspannte Shelly Nafe und Iray Burch im Hintergrund, dessen Interesse an der Situation nicht vorhanden zu sein scheint.


Zac Alonso: „Was willst du, Shelly?“

Shelly Nafe: „Geschäftliches.“

Zac Alonso: „Nein.“

Shelly Nafe: „Du hast mein Angebot noch nicht gehört.“

Zac Alonso: „Ich werde nicht meine Seele verkaufen und deiner Truppe beitreten. Auf keinen Fall.“


Wieder lacht Nafe auf. Diesmal scheint es aufrichtiger zu sein. Sie wendet sich zu Burch um.


Shelly Nafe: „Ist er nicht lustig? Er denkt, ich würde ihm DIESES Angebot machen?“

Iray Burch: „Lustig.“


Burch betont das Wort, als habe er es zum ersten Mal in seinem Leben gehört. Sein Gesicht bleibt unbewegt, die Arme sind vor der Brust gekreuzt.


Shelly Nafe: „Mich interessieren nicht deine Dienste. Sondern dein Besitz.“


Instinktiv legt Zac Alonso eine Hand auf die Intercontinental Championship um seine Hüften.


Zac Alonso: „Bescheidenheit ist eine Tugend, Shelly. Dein Mann dort tritt bei New Level um den Heavyweight Title an. Und nun gierst du bereits nach dem nächsten? Iray sieht nun wirklich nicht aus, als könne er zur Sonne fliegen – doch auch euch sollte die Geschichte von Ikarus vertraut sein.“

Shelly Nafe: „Ich frage nicht für Iray, Zac. Er ist versorgt, wie du bereits angemerkt hast.“


Ihr Blick fährt Alonso ab. Bleibt auf der Intercontinental Championship hängen.


Shelly Nafe: „Der Nafe Effect wird wachsen. Bald.“

Zac Alonso: „Den Plan hast du schon lä…“


Die schneidende Stimme Shelly Nafe schneidet Alonsos Widerspruch mit einer Bestimmtheit ab, die keine Wahlmöglichkeit lässt.


Shelly Nafe: „Es ist kein Plan. Es ist ein Fakt. Ein Fingerschnippsen und hunderte Männer wären bereit, mir und Iray zu folgen. Wir sind der Sturm. Ein Platz im Auge des Orkans ist ruhig und verlockend, wenn drumherum nichts ist außer Chaos. Und dieser Tag wird kommen, sobald Iray bei New Level gewonnen hat. Dann haben wir ein erstes Ziel erreicht. Um mehr Zeit für…“

Iray Burch: „…schöne Spiele.“


Alonso wendet seinen Blick von Burch ab und fixiert wieder Nafe. Er hat keine Sympathie für sie – doch in ihrem Anblick liegt zumindest etwas Menschliches; das Gefühl, sie mit Worten erreichen zu können, mit etwas Rationalität. Ein Ausdruck, der für den Big Bad Bastard ein Fremdwort zu sein scheint.


Zac Alonso: „Was ist mit deinem Werben um Iokepa, hm? Er ist stattdessen Teil der Modern Erasers geworden. Und Jake? Jake ist ein manipulierbarer Pisser und trotzdem ist er deinen Verlockungen bislang nicht gefolgt. Oder hat er dir endlich zugesagt?“


Falls seine Frage der Versuch war, Shelly Nafe mehr Details zu entlocken, wird Alonso enttäuscht. Sie bleibt ruhig und stumm.


Zac Alonso: „Ich frage mich…“


Der Champion schafft es, dem intensiven Blick Nafes standzuhalten. Er macht einen Halbschritt in Richtung der Managerin.


Zac Alonso: „…ob das System Shelly Nafe nichts ist außer die geschickteste Illusion der GFCW. Wir hören immer wieder von deinem Einfluss, deiner Macht, von deinen fantastischen Fähigkeiten. Doch haben wir sie je erlebt?“

Shelly Nafe: „Du könntest sie schnell erleben, wenn dir danach ist.“


Iray Burch macht einen Schritt vor. Sein Geruch liegt in der Luft und mit ihr die Ahnung, dass nur ein kleiner Funke fehlt, um ein großes Feuer zu entzünden.

Alonso schluckt die Worte herunter, die ihm auf der Zunge liegen. Seine Hand ballt sich zur Faust.


Shelly Nafe: „Was mich zu meinem Angebot zurückbringt.“


Nun ist sie es, die einen Schritt nach vorne macht. Durch ihre hohen Absätze ist sie auf Augenhöhe mit dem Mann aus Los Angeles.


Shelly Nafe: „Sofern du bei New Level verteidigst, will ich, dass du dem Nafe Effect einen Kampf um deinen Titel zusagst. Ein wäre ein schönes Willkommensgeschenk für meinen zweiten Klienten.“

Zac Alonso: „Was für ein tolles Angebot. Und was ich bekomme ICH dafür?“

Shelly Nafe: „Kontrolle.“


Die Augenbraue des Titelträgers geht hoch.


Zac Alonso: „Ah?“

Shelly Nafe: „Solltest du zusagen, garantiere ich dir einen fairen und kontrollierten Kampf, sobald es dazu kommt. Vielleicht – wenn du gut genug bist – wirst du dann sogar eine kleine Chance auf den Sieg haben. Auch wenn ich das nicht glaube, selbstverständlich.“


Sie schenkt ihm die Andeutung eines Zwinkerns.


Shelly Nafe: „Wenn du ablehnst jedoch, nun, dann werde ich mit meinen neuen Mandanten auch zu meinem Kampf kommen. Die ganze Situation könnte für dich nur ein klein wenig…stürmischer ausfallen.“

Zac Alonso: „Dein Angebot ist also eine Drohung.“


Schulterzucken bei Shelly Nafe.

Auf eine stumme Geste hin tritt Iray Burch vor. Shelly tätschelt ihrem Mandanten den Arm – eine Geste, die bei Alonso für einen fassungslosen Ausdruck sorgt.


Shelly Nafe: „Oh, und bevor ich es vergesse: Du solltest bei New Level besser wirklich gewinnen. Denn wenn ich meine Zeit gerade mit einem Angebot an jemanden verschwendet habe, der durch den Verlust seines Titels keine Chance mehr haben wird, das Angebot anzunehmen, dann wird jemand ganz Besonderes in dir nicht viel mehr sehen als ein Spielzeug.“


Die Nüstern Irays Burchs öffnen sich, als er schneller zu atmen beginnt. Er betrachtet Alonso mit erwachendem Interesse, lässt das Handgelenk kreiseln.


Shelly Nafe: „Und ich werde den neuen amtierenden GFCW Heavyweight Champion dann nicht zurückhalten.“


Synchron drehen sich Shelly Nafe und Iray Burch um. Ihre Schritte hallen durch die Gänge als ein letztes Mal die Stimme Nafes nachhallt.


Shelly Nafe: „Viel Glück bei New Level, Zac.“




Güldenes Scheinwerferlicht bei sonst tiefschwarzer Atmosphäre, während „Dragon Rider“ im Hintergrund läuft ist die typische Anmoderation für die Black Wyrms, Shizuku Shimishima und Brigitte Reflet. Bisher haben die beiden bei GFCW nur Matches bestritten, bei denen sie als Team agieren konnten, hier und heute ist die blonde Japanerin mit den goldenen Augen also erstmals ohne ihre kleine, französische Partnerin für ein Match gebookt. „La Vouivre“ ist aber natürlich dennoch mit dabei, um der Frau aus Tokio moralischen Beistand zu gewähren. Wie üblich schreiten sie in ihren hochkragigen Umhängen zum Ring, die mit Wyrm-Motiven verziert sind, die eindeutig wie Drachen und nicht wie Würmer aussehen. Dennoch erfolgt der Zuspruch der Fans einmal mehr mit „Let’s Go Worms“ Rufen, die Shizuku ermuntern und Brigitte unverändert vor eine Geduldsprobe stellen. Brigitte ertappt sich dann dabei, wie sie geradezu automatisiert an Shizukus Seite den Ring betreten will, lässt es aber dann doch sein. Das Spotlight gehört heute der Frau, deren Körperbau die kleine, schmale Französin auch so gern hätte. Shizuku Shikishima betritt den Ring also allein, entledigt sich in Pose ihres Umhangs, um ihre ebenfalls mit drachenhaften Wyrmmotiven verzierte Sportkleidung zu enthüllen, dann heißt es Warten auf den Gegner.



Als Andrew Costalago durch den Vorhang tritt, ist ihm nicht mehr anzusehen, dass die vorangehende Szene mit Iray Burch ihn nachhaltig verunsichert hat. Wahrscheinlich ist es der Fokus auf die Aufgabe namens Shizuku Shikishima, die ihm Scheuklappen aufsetzt. Oder aber sein Begleiter: Creed Gibson läuft während des Entrances neben Costalago hin und plappert ihm unaufhörlich etwas ins Ohr.

Immer wieder springt der erratische Teil des Cirque du Tonnerre bei seinen Motivationsversuchen für Costalago auf und ab, so dass man den Eindruck gewinnen muss, er würde gleich in den Ring müssen und sich dafür aufwärmen. Costalago hingegen ist die Ruhe selbst, die prototypische Verkörperung eines ruhigen Riesen. Zumindest gegen Shikishima geht er als solcher durch, beträgt sein Zentimetervorteil doch rund 30.

Vor dem Apron angekommen, ist es zunächst Gibson, der mit einem ordentlichen Satz hinaufspringt. Dann setzt sich der Zirkusmann auf die Seile und winkt Costalago heran, der erst die Ringtreppe nutzt und dann den durch Gibsons Gewicht vereinfachten Einstieg.

Auf der Matte angekommen, klatschen die Beiden miteinander ab. Noch immer ist Gibson unaufhörlich am Plappern, er klopft Andrew auf dem Rücken, ist in seinem Gesicht – so lange, bis es dem Ringrichter reicht und er Gibson freundlich, aber bestimmt auffordert, den Platz an der Seite seines Partners zu räumen. Es soll endlich losgehen; und das muss Andrew Costalago selbst bewältigen.


Singles Match:

Shizuku Shikishima vs. Andrew Costalago

Referee: Thorsten Baumgärtner

Shizuku ist mit 1,69 nicht gerade klein und körperlich ist sie ein absoluter Hingucker mit einem fit trainierten, wohlgeformten Traumkörper dessen ordentliche Oberweite allein für gewichtige Wucht gut ist, sodass sie gegen viele Frauen und auch manchen Mann physikalisch im Vorteil wäre. Aber Andrew Costalago türmt aus 1,94 Metern Höhe über ihr und 114 Kilo ist auch mal eine Ansage. Selbst Männer wie Ask Skógur und The End kommen nicht ganz auf diese Zahlen. Aber das ist für Shizuku ja schon lange nichts neues mehr, sie ist ja nun auch schon länger bei GFCW. Neu ist nur, dass sie es allein mit so einem Gegner aufnehmen muss, das ist ihr erstes Einzelmatch bei GFCW und tatsächlich eins ihrer ersten Einzelmatches überhaupt. Positiv gedacht ist Andrew aber Einzelmatches auch nicht gewohnt, von daher ist dies für beide eine neue Erfahrung.


Dann geht es los, erst mal per Lock Up und sonstigen Abtast-Aktionen, bei denen Andrew sein Plus an Stärke und Größe natürlich entgegenkommt. Shizuku versucht es daraufhin mit Tempo, huscht an Andrew vorbei, federt in die Seile und vollführt einen Running Crossbody. Andrew fängt sie aber locker auf und wirft Shizuku per Fallaway Slam hinter sich und während Creed Ringside die Aktion feiert, ist Andrew schon wieder bei Shizuku und setzt zum Guillotine Choke an.


Es bleibt jedoch beim Ansatz, da sich Shizuku in die Seile retten kann.


Andrew löst halbwegs fair, zieht Shizuku dann aus den Seilen und setzt stattdessen den Vice Grip an. Die Hände in Shizukus herrliches Blond pressen zu wollen ist sehr verständlich, aber ihr wohl frisiertes, langes und vor allem dickes Haar ist gegen diesen Griff wie ein natürlicher Hairbag, sodass Andrew nicht gerade viel Druck auf den Kopf der naturblonden Japanerin mit der nordeuropäischen Abstammung ausüben kann. Dies ermöglicht es Shizuku sich auf die Beine zurückzukämpfen, ein zwei Elbows zu landen und dann per Windung zuzupacken:



Blue Thunder Roar!



...das ist die Idee, aber Shizuku kriegt Andrew nicht ausgehebelt. Der schlägt zu und packt zu, um selber einen Vertical Suplex zu zeigen – aber nein. Shizuku blockt und versucht ihrerseits Andrew zum Vertical Suplex auszuhebeln. Der macht sich aber schwer und so muss Shizuku ihn wieder absetzen… greift aber um und zeigt einen DDT! Das ging voll auf die Rübe, welche sich Andrew nun auch hält, endlich mal eine gelungene Aktion!


Brigitte applaudiert Ringside, während Creed seinen Partner anfeuert sich wieder zu erheben. Das macht er auch, doch ist sein Kopf dabei genau zur falschen Zeit auf der falschen Höhe. Shizuku kommt nämlich aus vollem Lauf angelaufen zum Shimakaze, dem Running Destroyer!


Eins!


ZwKICK OUT!


Nicht mal richtig bis zwei. Shizuku guckt verblüfft und doch muss man sagen, dass es nicht komplett überraschend ist. Die meisten Destroyer kommen mit etwas Anlauf, sodass ihre Aktion sich ehrlich gesagt nicht wirklich von der Standardvariante unterschiedet. Vielleicht sollte sie eine andere Version lernen und diesen Eigennamen geben? Shizuku überlegt auf jeden Fall, guckt zu den Seilen hinter sich und springt spontan gegen das mittlere Ringseil und springt von da auf Andrews Kopf! Middle Rope Springboard Destroyer! Den könnte sie Shimakaze nennen!


Problem: die Aktion misslingt, Andrew kontert per Back Body Drop.


Und nun ist es Shizuku, die beim Aufstehen in der perfekten Position für Andrew Costalago ist: kurzer Spurt und Sunset Flip Powerbo… nein! Shizuku nutzt den Schwung von Andrew gegen ihn und kontert ihrerseits per Back Body Drop! Brigitte jubelt, Creed schlägt die Hände über dem Kopf zusammen und auch die Fans werden laut, aber Andrew bleibt ganz ruhig und rollt sich aus dem Ring. Doch kann er da Folgeaktionen zu einfach aus dem Weg gehen? Oder wird Shizuku beweisen, dass sie kein Wurm, sondern ein Drache ist und sich jetzt in die Lüfte erheben und fliegen? Anlauf nimmt sie auf jeden Fall, dann wuchtet sie sich durch die Seile:



Torpedo Tornado DDT!



Die Fans sind aus dem Häuschen und feiern diese Aktion mit „Let’s Go Worms“ Rufen. Zugegeben der Move hat irgendwie etwas Wurmiges, wenn man denn darin etwas Wurmiges sehen möchte. Nichtsdestotrotz, die Aktion hat gesessen und ihre Wirkung nicht verfehlt. Könnte Shizuku jetzt zügig nachsetzen, wäre das günstig.


Kann sie aber nicht.


Den großen, schweren Mann in den Ring zurück zu schieben kostet Zeit und Kraft und bis das gelungen ist, da ist er auch schon wieder regeneriert genug, um nicht einfach liegenzubleiben, als sich Shizuku am Moonsault versucht. Stattdessen ist er hinter ihr, klopft ihr auf den unter Haar begrabenen Rücken und pflückt sie aus dem Stand per Back Suplex von der Ringecke… aber Shizuku wehrt sich, kommt hinter Andrew zu stehen und greift zu zum Dragon Suplex!


...wieder eine Aktion, die Shizuku so einfach nicht zeigen kann. Andrew kommt also frei, landet ein paar Elbows und versucht es dann per Clothesline aus der Drehung, aber Shizuku packt Andrew am Kopf und lässt sich auf die Knie fallen: Chin Breaker! Andrew hält sich naturgemäß das Kinn und beugt sich nach vorn, womit sein Kopf nun wieder auf einer günstigen Höhe für Shizuku ist. Die packt zu und mobilisiert alle Kraft, um Andrew zumindest etwas anzuheben… und es gelingt!



Glorious DDT!



Cover! Eins! Zwei! Nein! Brigitte hatte sich Ringside schon gefreut, aber ohne ihr Zutun ist der Glorious DDT eben keine Wyvern Glory, so beeindruckend es auch ist, dass Shizuku Shikishima diese Aktion gegen Andrew Costalago überhaupt zeigen konnte. Aber Shizuku verzagt nicht, setzt sich prompt auf Andrews Rücken und setzt an zum Dragon Clutch! Mitte des Rings! Muss Andrew jetzt aufgeben?


Nein, nein, muss er nicht.


Vielmehr stemmt er sich hoch, mit Shizuku auf dem Rücken. Bei aller Physis, letztlich ist Shizuku dann eben doch kein Schwergewicht und Andrew Cotalago ist nun einmal 1,94 groß und 114 Kilo schwer. Und so steht er nun und lässt sich rücklings in die Ringecke fallen. Ein Mal. Zwei Mal. Dann wird Shizukus Griff schlapp und Andrew ist sie los, aber nicht ohne noch mal per Back Elbow zuzulangen. Dann nimmt er Anlauf zum Cartwheel Corner Splash und trifft! Shizuku fällt KO nach vorn und wurmt sich durch den Ring, um Distanz zwischen sich und Andrew zu kriegen – klar, dass dies die Fans nur darin bestätigt sie mit „Let’s Go Worms“ Zurufen zu unterstützen. Aber dieser Zuspruch bringt nichts mehr: Andrew nimmt erneut Anlauf und kommt dann mit Schwung von vorn zur Sunset Flip Powerbomb! Shizuku zappelt, aber der besser als Code Red bekannte Move mündet nach dem Impact in ein Cover und Andrew hält sie mit seiner überlegenen Physis recht klar in diesem drin. Und so zählt Thorsten Baumgärtner bis drei, sehr zur Freude von Creed Gibson, der hyperaktiv applaudiert und den Sieg feiert. Andrew feiert auch, aber eher nach innen, sieht man doch bei ihm nicht gerade eine große Gefühlsregung. Shizuku wiederum sieht geradezu entschuldigend zu Brigitte, welche ihre Partnerin tröstet und die Mannen vom Cirque du Tonnerre anfunkelt. Wieder ein Sieg in einem direkten Vergleichsmatch – wenn Andrew Costalago und Creed Gibson das im Tag Team Match bei New Level wiederholen können, haben sie Black Wyrms deutlich abgehängt und gute Argumente für einen Titelkampf. Aus Sicht der Black Wyrms hätte New Level das Datum sein sollen, an dem sie sich zu den Tag Team Champions küren, stattdessen stehen sie nun mächtig unter Druck überhaupt im Rennen um einen Titelkampf dabei zu bleiben...




Iokepa: „So hätte es nicht sein sollen. Verdammt!“


Seit einer gefühlten Ewigkeit läuft Iokepa in der Kabine auf und ab, aus jeder Faser seines Körpers spricht Unruhe. Das lange Haar mit den sonnengelben Strähnen steht vom vielen Zerraufen schon ganz wirr zu allen Seiten ab.

Seine Freundin, die bereits ihr Ringoutfit trägt und außer dem Hawaiianer die einzige anwesende Person ist, hat Iokepas Auftritt lange Zeit schweigend hingenommen, nun legt sie ihm beruhigend einen Arm auf die Schulter.


Bella Venera: „Jetzt komm doch erst einmal runter und setz dich hin.“


Mit einem Nicken, das je nach Sichtweise als Einladung oder Aufforderung verstanden werden kann, deutet sie auf die Bank in der Kabine. Doch ihre Hoffnung wird enttäuscht: Iokepa bleibt stehen. Doch zumindest hält er mit dem Herumlaufen inne, schließt für einen Augenblick die Augen und nimmt einen tiefen Atemzug.


Iokepa: „Versteh es doch. Ich kann mich nicht einfach hinsetzen und so tun, als wäre nichts passiert.“

Bella Venera: „Io, jetzt noch mal langsam: Was genau ist dein Problem? Wir haben vor zwei Wochen gewonnen. Trotzdem hast du seit zwei Wochen miese Laune.“


Der Hawaiianer stößt ein freudloses Lachen aus. In Bellas Bauch hingegen sprüht noch einmal jene Genugtuung auf, die sie spürte, als der verrückte Hund blutend auf dem Boden lag.


Iokepa: „Gewonnen.“


Mit den Fingern malt er Anführungszeichen in die Luft.


Iokepa: „Gewonnen, pff. Ja, vielleicht für die ewige Punkteliste. Doch es geht nicht darum, welches Ergebnis in der Statistik steht. Es geht um das WIE. Da liegt das Problem, verstehst du?“


Die Maskierte kennt ihren Freund gut genug, um zu wissen, wann eine Frage rhetorisch gemeint ist und wann nicht. Und so drückt sie einfach nur seinen Arm und lässt ihn reden.


Iokepa: „Mad Dog, Morbeus, Zereo Killer. Vor zwei Wochen hatten wir die größte Gelegenheit unserer GFCW-Karriere. Nicht nur zwei, sondern gleich drei Fliegen mit einer Klatsche zu schlagen. Es wäre DIE Gelegenheit gewesen, unseren Standpunkt zu verdeutlichen, dass es Zeit für einen Generationswechsel in dieser Liga ist. Stattdessen ist diese Farce von einem Kampf entstanden. 3 gegen 1. Man kann es kaum als Match bezeichnen.“

Bella Venera: „Zumindest hat Mad Dog erstmal bekommen, was er verdient.“


Ihre Augen funkeln erneut auf. Dann sucht sie in den Augen ihres Partners nach einem Zeichen, dass diese Feststellung seine Laune verbessert. Vergeblich. Stumm stößt Iokepa Luft aus der Nase aus und schüttelt andeutungsweise den Kopf.


Bella Venera: „Aber das war noch nicht alles, Io. Er ist zwar angeschossen, doch er will Rache. One on One. Gegen einen von uns Dreien! Bei New Level, in den Shows danach. Wir werden so oft gegen ihn antreten, bis wir ihn nicht nur fair besiegt haben. Wir werden so lange gegen ihn antreten, bis er nicht mehr aufsteht! Und was Morbeus und Zereo angeht: Aufgeschoben ist nicht aufgeschoben. Es war letztendlich ihr Glück, nicht mit uns im Ring gestanden zu haben. So können sie die Illusion, sie wären gut, noch etwas länger aufrechthalten. Aber eines Tages da werden wir sie uns schnappen. Ganz sicher.“


Noch immer ist das Lächeln nicht zurück auf Iokepas Lippen gekehrt. Spurenlos bleiben die Sätze der vertrauten Stimme trotzdem nicht. Er lässt nachdenklich den Kopf hängen…nur um im nächsten Augenblick den Körper wieder zu verhärten und ein Stöhnen von sich zu geben. Zu früh gefreut.


Iokepa: „Ich habe nicht die Zeit und Geduld, um auf „Eines Tages“ zu warten, wenn es darum geht, Eindruck zu machen. Um in diese Liga zu kommen, habe ich freiwillig meinen GTCW Titel niedergelegt und meinen Status aufgegeben. Ich war der verdammt nochmal beste Wrestler im Nachwuchs, über Jahre hinweg. Ich bin nicht so ein dahergelaufener Youngster. Ich bin etwas Besonderes.“

Bella Venera: „Das weiß ich doch.“


Der Hawaiianer greift in einem versöhnlichen Akt nach der Hand, die seine Freundin ihm hinhält und drückt sie.


Iokepa: „Du weißt es. Und dafür liebe ich dich. Aber die ganze Welt soll es wissen. Dazu brauche ich Gelegenheiten, die leider viel zu selten kommen - und die vor zwei Wochen ist durch diese Scheiße mit ZerBeus geplatzt. Wir konnten uns nicht in den Blickpunkt stellen. Jetzt soll ich wieder warten bis die nächste Chance kommt, hm? Frustrierend.“

Bella Venera: „Glaube mir, die kommt. Ben hat es auch gesagt!“


Fast unmerklich rollt Iokepa bei der Erwähnung von Ben Slate mit den Augen.


Bella Venera: „Lass die Vergangenheit hinter dir und schau nach vorne. Denn ich habe schließlich gleich ein Match. Gegen Stella Nova.“


Für den Bruchteil einer Sekunde scheint es, als ginge ein Stich durch Iokepas Gesicht bei der Erwähnung des anstehenden Matches. Dem normalen Beobachter wäre es kaum aufgefallen, doch jemandem, der dem Hawaiianer so nah steht wie seine Freundin, natürlich schon.


Bella Venera: „Es ist doch kein Problem für dich, dass ich diese Gelegenheit habe, eine World Championesse zu besiegen?“

Iokepa: „Nein, natürlich nicht.“


Er lässt Bellas Hand los und schaut sich verlegen in der Kabine um.


Iokepa: „Es ist nur so, dass ich nicht viel beitragen kann. Ich glaube an dich und du wirst heute einen großen Sieg einfahren. Und für mich…für mich bleibt nur, dir hinterher zu applaudieren und dann weiter zu hoffen, dass auch ich eines Tages die Chance für einen solchen Erfolg bekomme. Und es fühlt sich einfach schlimm an, auf den Gutwillen des Office angewiesen zu sein, damit sie mir High Profile-Matches geben. Es ist schließlich das gleiche Office, welches mich über Jahre ignoriert hat."

Bella Venera: „Ich glaube, du irrst dich, Io.“


Da gehen die Augenbrauen des Hawaiianers hoch.


Iokepa: „Was meinst du?“

Bella Venera: „Es gibt sehr wohl etwas, das du zu deinem Erfolg beitragen kannst. Erarbeite dir die Gelegenheiten! Mein Match gegen Stella Nova ist kein Good Will, sondern deswegen zustande gekommen, weil wir sie angegriffen haben. Auch die Attacke war kein Match, vielleicht war es in deinen Augen gar eine Farce! Du warst schließlich dagegen und wolltest nicht mit raus kommen... Ich bin gegangen und habe dafür gleich das Match gegen Stella Nova.“


Bedeutungsschwanger kräuselt sich ihre Stirn, sodass hinter der Maske sicherlich nun ihre Augenbrauen emporgeflogen sind. Nun legt sie den Arm um ihren Freund.


Bella Venera: „Und auch zu meinem Erfolg kannst du heute etwas beitragen. Und damit meine ich nicht nur deine moralische Unterstützung. Auch wenn ich diese natürlich sehr zu schätzen weiß.“


Durch die Öffnungen der Maske hindurch blicken ihre dunkel geschminkten Augen Iokepa verführerisch an.


Bella Venera: „Du hast gesehen, was Mad Dog und Stella Nova miteinander besprochen haben. Er wird am Ring sein.“

Iokepa: „Ja.“

Bella Venera: „Und das bedeutet…“


Sie gibt Iokepa die spielerische Gelegenheit, den Satz an ihrer statt zu beenden. Klappt normalerweise gut. Wenn Iokepa besserer Stimmung ist. Doch weil Iokepa jetzt keine Anstalten macht, fährt Venera von selbst fort.


Bella Venera: „…er wird versuchen, ihr zum Sieg zu verhelfen. Wir müssen ihm zuvorkommen.“


Eine unangenehme Stille setzt ein. Dann löst sich Iokepa sanft, aber doch bestimmt, aus der Umarmung der Wrestlerin. Er beginnt, nachdenklich im Raum auf und ab zu wandern.


Iokepa: „Ich weiß nicht, Bella.“

Bella Venera: „Musst du wirklich darüber nachdenken, ob du mir hilfst, Io? Ich bin…überrascht.“


Sie versucht, es mit einem gespielt empörten Tonfall vorzutragen, um der Situation die Spannung zu nehmen. Doch es ist nicht zu überhören, dass eine Spur Wahrheit dahintersteckt.


Iokepa: „Verstehe mich nicht falsch bitte.“

Bella Venera: „Wie soll ich es denn verstehen?“


Erwartungsvoll legt sie den Kopf schräg.


Iokepa: „Ich würde ALLES für dich tun. Aber wenn ich am Ring bin und versuche, dir zu helfen, würde ich dir die Gelegenheit nehmen, dich selbst auszuzeichnen. Im schlimmsten Fall würde der Kampf sportlich genauso bedeutungslos werden wie unser Sieg über Mad Dog vor zwei Wochen. Dann wäre meine Hilfe keine Hilfe, sondern ein Verrat an dir und deiner Karriere.“


Er schaut seine Partnerin eindringlich an, versucht unter ihrer Maske ein Zeichen wahrzunehmen, dass seine Worte in ihrem Kopf Sinn ergeben haben und angekommen sind. Doch Venera lässt ihn zappeln. Mit geschlossenen Lippen schaut sie ihn an.

Erst als Iokepa zu einer weiteren Erklärung ansetzt, bricht sie die Ruhe.


Bella Venera: „Ich bitte dich nicht darum, Stella Nova bei ihrem Einmarsch zu überfahren. Du sollst nur ausgleichen, wenn der verdammte Hund etwas abzuziehen versucht. Das ist das komplette Gegenteil von unlauterer Hilfe. Vielleicht bietet sich nach dem Kampf für dich eine Gelegenheit, den Hund für New Level herauszufordern. Aber während des Matches sollst du eine Rückversicherung sein. Es ist aktive Verteidigung!“

Iokepa: „Gut.“


Sein zunächst zögerliches Nicken wird mit jeder Wiederholung intensiver. Letztlich kehrt gar der Anflug eines Lächelns zurück.


Iokepa: „Tut mir leid, dass ich so gezögert habe. Du hast natürlich Recht. Es ist Mad Dogs Schuld und die von Stella Nova, denn sie haben miteinander ausgemacht, zu zweit am Ring zu sein.“

Bella Venera: „Es ist eine Provokation von ihnen. Uns gegenüber.“

Iokepa: „Ja.“


Der Hawaiianer klatscht in die Hände, als wolle er sagen: Damit wäre das geklärt. Doch Bella Venera liegt noch etwas auf der Zunge. Und so macht sie abermals einen Schritt auf ihren Freund zu, schmiegt sich an ihn.


Bella Venera: „Und denk auch nicht mehr über das nach, was vor zwei Wochen geschehen ist. Daran hatten wir auch keine Schuld. Es ist Pech gewesen, dass etwas unseren Sieg getrübt hatte. Eine unglückliche Verkettung von Ereignissen.“

Iokepa: „Pech. Naja, oder…“


Er beißt sich auf die Zunge und verstummt. Doch wieder einmal war Venera aufmerksam genug, um die Andeutung im Satzanfang zu bemerken.


Bella Venera: „Oder?“


Am liebsten würde Iokepa gar nichts sagen. Unter dem eindringlichen Blick seiner Freundin schmilzt der Widerstand jedoch schnell dahin.


Iokepa: „In den letzten zwei Wochen habe ich mich manchmal gefragt, ob das Ausscheiden von Zereo und Morbeus durch diese Sache wirklich so zufällig war und allein die Angreifer die Schuld tragen. Oder ob vielleicht, naja…ich meine… vielleicht, ob Ben…“

Bella Venera: „Sind das deine Gedanken oder die von Mad Dog? Er hatte eben doch auch sowas angedeutet... Lass dir nicht von diesem Hund einen Floh ins Ohr setzen – das ist genauso Provokation wie die Aussagen von Stella, dass wir die Verrückten wären. Ich werde Stella gleich zeigen, was wahre Frauenpower ist und genau das tun, was sie für den richtigen Weg hält: Mich durch meinen Sieg gegen sie zum neuen Leitstern der GFCW machen!“


Bella ballt die Faust, hakt sich bei Iokepa unter und mit einem leichten Zug, machen sie sich auf zur Gorilla Position.


Bella Venera: „Und du kämpfst bei New Level dann gegen den Night Fff…“


Als sie die Türe ihrer Kabine aufdrücken, stehen sie plötzlich vor Titan und Tha Bomb. Die Überraschung verschlägt Bella glatt die Sprache.


Titan: „Ist Ben da?“

Bella Venera: „Äh… nein.“


T’n’B schauen einander an, dann geht der Blick zurück zum Liebespaar.


Titan: „Dann sagt ihm, dass wir hier waren.“

Bomb: „Und dass unsere Geduld nicht ewig währt!“


Mit einem eklig anrüchigen Augenzwinkern bedenkt Titan die junge Venera. Iokepa ballt schützend seine Faust, doch die beiden machen gleich danach auf dem Absatz kehrt und gehen wieder ihrer Wege.

Vielsagend schaut Iokepa zu Bella, die nun auch die Stirn in Falten legt. Nun ist es aber Iokepa, der den Kopf schüttelt und Bella einen Kuss auf den Mund drückt.


Iokepa: „Das müssen wir später klären. Konzentriere dich jetzt auf dein Match!“



Schwer angeschlagen sieht man die Tag Team Champions im Backstagebereich. Man kann nicht verstehen, was sie miteinander bereden, doch von positiver Stimmung fehlt jede Spur. Kempten, diese Stadt lässt Zereo Killer und Morbeus nicht aus, wir befinden uns in diesem Rückblick immer noch in der bigBOX.


Zereo Killer: „Wir werden aus dieser Nummer rauskommen, mit Sicherheit. Wir werden sie schlagen bei der Großveranstaltung, denn wir sind wahre Legenden. Wir müssen niemanden mehr etwas beweisen, außer, wenn wir es wollen, uns selbst. Ich hoffe, das siehst du doch auch so, oder?“


Zerbeus gehen weiter den langen Gang entlang und der Kalifornier wartet just in diesem Augenblick vergebens auf eine Antwort. Trouble in Paradise? Scheint so, zumindest in dieser Momentaufnahme.


Zereo Killer: „Wir holen jetzt unsere Tag Team Gürtel, lecken sozusagen unsere Wunden und bereiten uns auf das vor, was kommen mag! Gemeinsam werden wir das alles überstehen, hörst du? Gemeinsam!“


MacKenzie zwingt sich zu einem Lächeln, als Morbeus plötzlich stehen bleibt.


Morbeus: „Hey, das kann doch gar nicht sein! Da stimmt doch was mit der Tür zur Umkleide nicht. Da, Mike! Schau doch. Ein Spalt ist noch auf!“


Die beiden Nordamerikaner, deren Puls nun bald bei 200 liegen dürfte, ist die Wut direkt anzusehen, denn nachdem sie die Türe öffneten….


Morbeus: „WAASSS? DIE TITLES SIND WEG! DAS KANN DOCH NICHT WAHR SEIN….Mike, wo sind die Gürtel? Wo sind sie nur?“


ZK will suchen bzw. er sucht nach einer Antwort, aber das ist gerade nicht so leicht mit Ray Douglas..


Morbeus: „Mike. Hast du die Titles gesehen? Sie können doch nicht weg sein. Das kann doch alles nicht…….FUUUUUUUCCCCCKKK!“


Wutschäumend bewegt sich Ray Douglas wie ein Irrlicht und ruft dann ZK nur zu:


ES IST DEINE SCHULD, MIKE. ALLES WEGEN DEM KACK-EI! MAAAAAANNNNNNNN!“


Wutendbrand stapft Morbeus von dannen.


--- CUT ---


Provokant laut hallen die Schritte derer dessen breiten Rücken wir sehen durch die Gänge. Das einzige, was noch lauter erklingt ist das Gelächter der beiden. Diejenigen die sich im Weg der beiden aufhalten treten einen Schritt zurück, um respektvoll Platz zu machen, Trotzdem kommt es immer wieder dazu das die, die sich im Weg befanden mit netten Worten oder einem kleinen Schubser nochmals daran erinnert werden sich lieber nicht im Wege der beiden aufzuhalten.


Hast du gesehen wie die beiden letzte Show die Halle verlassen haben?“


Der größere der beiden fängt an zu hinken und humpeln. Er scheint sich über jemanden lustig zu machen.


Ja vor allem hat er etwas gesucht. Irgendwas fehlt ihm. Was war es nochmal?!“


Er dreht sich um und wir sehen in das Gesicht von Tha Bomb. Fragend schaut er sich um. Kratzt sich an der Schläfe.


Na wo ist es denn? Ich kann es nicht finden.“


Die GFCW-Legende öffnet seine Jacke und gibt einen Blick auf sein schwarzes Shirt frei. In großen Lettern steht der berühmte Spruch von Oliver Kahn auf dem schwarzen Stück Stoff.



EIER…wir brauchen EIER…



Dazu das Bild des geklauten Ei. Titan prustet los als er sieht das sich sein Partner mit der anderen Hand in den Schritt packt. Es scheint so als ob er etwas sucht…und nicht findet. Mit einem bewusst dummen Blick macht er sich über das geklaute Ei von Zereo Killer lustig. Auch er muss nun wiederholt laut loslachen. Titan stützt sich auf seiner Schulter ab und hält sich den Bauch vor Lachen. Die ganze Situation ist maßlos überspielt, jedoch ist es genau das was T´n`B lieben.


Tha Bomb: „Na ich habe noch meine Eier Titan.“

Titan: „Es ist nicht leicht die Eier zu haben sich uns in den Weg zu stellen. Oder das an sich zu reißen was der Legende und Geschichte nach uns gehört.“


Tha Bomb nickt zustimmend.


Tha Bomb: „Das wir Zereo sein heißgeliebtes EI geklaut haben war ein kluger Schachzug Titan, das muss ich zugeben.“


Die beiden setzen ihren Weg fort.


Tha Bomb: „Hast du gesehen wie harmonisch zwischen den beiden ist?“

Titan: „Das ist kein Team…das ist eine Zweckgemeinschaft…Die können sicherlich mal ein Match zusammen gewinnen. Auch das Gold können die beiden erringen. Dafür ist die Qualität der beiden einfach da. Das sind ehemalige GFCW Heavyweight Champions.“

Tha Bomb: „Genau da liegt der Hase begraben…es sind zwei Single Wrestler. Zwei Individuen die am Ende nur an sich denken. Das KANN nicht gutgehen. Und der geniale Schachzug mit dem Klau des Ei haben wir genau das ausgelöst, was wir die ganze Zeit schon gesagt haben…Die beiden können sich nicht leiden.“

Titan: „Ja. Zereo hat Morbeus eindeutig gezeigt das ihm seine persönliche Ziele wichtiger sind als das was sie gerade besitzen…“


Tha Bomb stoppt. Legt seine Hand auf die starke Schulter von Titan.


Tha Bomb: „…besaßen…mein Freund…besaßen…“


Titan lacht auf. Er nestelt an dem schwarzen Sack herum den er schon die ganze Zeit lässig über die Schulter geworfen hatte. Nach einigen Sekunden zieht er die GFCW Tag Team Gürtel heraus. Tha Bomb nimmt sich einen und schaut ihn ehrfürchtig an.


Tha Bomb: „Ihr seid wieder da, wo ihr hingehört. Wir ehren euch. Wir schätzen euch.“

Titan hat sich „seinen“ Gürtel umgeschnallt. Er streichelt den Gürtel.


Titan: „Die beiden sind sich nach dem Klau des Ei schon fast an die Gurgel gegangen. Ich bin gespannt was jetzt passieren wird wenn auch noch „ihre“ Gürtel weg sind.“


Wieder lachen die beiden laut auf.


Tha Bomb: „Nicht mehr lange und ihr seid auch offiziell wieder in unserem Besitz. Egal welches Match es geben wird. WIR SIND DAS BESTE TEAM DER GFCW GESCHICHTE!!“


Entspannt schlendern die beiden ums Eck.


--- CUT ---


Zerbeus starren nun ungläubig auf einen Bildschirm, der nochmal die aufgezeichneten Geschehnisse verdeutlicht. Ray Douglas wirft MacKenzie dabei noch ein paar böse Blicke zu und steht da mit verschränkten Armen. Der Hitzkopf versucht durchzuatmen, doch er kann seine Verärgerung schlichtweg nicht verbergen:


Morbeus: „Das Ei, das Ei. Es macht nur Probleme, dabei ist es doch nur ein Ei… Aber wer hat das faule Ei angeschleppt? Wer war es wohl?“

Zereo Killer: „…“


Die Schultern in Richtung den Boden senkend, die Last des Tag Teams, des Titelgoldes, das gefundene Ei, all das scheint ihn auf den kalten Betonuntergrund zu ziehen, doch er versucht sich hochzukämpfen, setzt ein entschlossenes Gesicht auf, krempelt metaphorisch die Ärmel hoch und schaut seinen Partner ins Gesicht.


Zereo Killer: „Ich weiß, dass vieles davon meine Schuld ist. Ich weiß auch, dass du unsere Titelgürtel gegen die Schwestern gerettet hast, weil ich nicht richtig imstande war gegen Wrestlerinnen zu kämpfen. Ich weiß, dass ich auf Wiedergutmachungskurs sein soll, wenn nicht sogar muss!“


Der Blickkontakt bleibt aufrechterhalten und Mr. I STILL GOT IT fährt fort.


Zereo Killer: „Aber das entscheidende ist, dass ich auf dem Wiedergutmachungskurs sein will! Sonst bringt das alles nichts! Ich bin zurückgekehrt um zu zeigen, dass ich nicht zum alten Eisen gehöre! Ich bin zurückgekehrt um zu zeigen, dass ich es immer noch draufhabe. Ich bin…“


Obwohl wir uns im Backstagebereich befinden, kann man nach diesem Satz die GFCW Galaxy hören. Ja, sie chanten seinen Schlachtruf „YOU STILL GOT IT“, und dieser verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Die Fans, seine Zereo Army, glaubt noch an ihn, das zaubert dem Kalifornier ein großes Lächeln ins Gesicht.


Zereo Killer: „Die Leute da draußen glauben an mich, sie glauben an dich, sie glauben an uns als Team!“


Wieder treffen sich die Augenpaare, und abermals ist es MacKenzie, der fortfährt.


Zereo Killer: „Du hast mir Woche für Woche den Kopf reingewaschen, du hast mich aufgebaut, wenn ich down war, wenn ich an mir gezweifelt habe, du bist mit mir gemeinsam ins offene Messer gelaufen in der vergangenen Show. Wir hatten dadurch auch einen Streit und haben die Show nicht miteinander verlassen. Verdammte Scheiße, wir überstehen das aber alles und wenn alles vorbei ist, wird alles wieder gut sein! Und wenn man diese negativen Höhepunkte überwindet, schweißt man als echtes Tag Team noch mehr zusammen!!!“


MacKenzies Blick richtet sich nun in die Kamera, die direkt auf die Champions gerichtet ist.


Zereo Killer: „Ich bin mir sicher, dass ihr das genau seht, was hier gerade passiert! Eventuell pisst ihr euch weiterhin ein vor Lachen, doch das wird euch jetzt vergehen, denn ich habe eine Herausforderung! Ich will, dass beim PPV nicht nur die Tag Team Titel auf dem Spiel stehen, sondern auch das Ei! Und der Sieger wird in einem WINNER TAKES ALL Ladder Match ermittelt! Wer die Gürtel abhängt, bekommt als Draufgabe das Ei!“


Ray Douglas schaut einigermaßen versteinert seinen Partner an und stammelt eher in leiser Note: „bist du dir da sicher mit dieser Herausforderung?“



ZK wendet sich Raymond Douglas zu und sieht in ein sorgenvolles Gesicht. MacKenzie lässt sich von seinem wiedergefundenen Feuer nicht abbringen und versucht seinen Partner damit anzustecken.


Zereo Killer: „Ray, mein Freund…“


Das hat er so noch nie gesagt, aber es scheint ehrlich.


Zereo Killer: „Ich vertraue in deinen und meinen Fähigkeiten, dass wir dieses Match gewinnen können und all das zurückerobern, was wir eigentlich nie verloren haben.“


Eine kurze künstlerische Pause wird eingelegt, die linke Hand auf die Schulter von Ray Douglas gelegt.


Zereo Killer: „Und ja, ich bin mir sicher, dass ich uns vertrauen kann, dass wir alles, was in unserer Macht steht, unternehmen werden, um dieses Laddermatch zu gewinnen! Und falls wir es, warum auch immer, verlieren sollten, dann will ich auch das Ei verlieren, welches ich auf glückliche Art und Weise gefunden habe… denn das hat uns das alles eingebrockt. Aber was für mich das Allerwichtigste ist…“


Erneut lässt er diese Sätze ein wenig wirken, bevor er weiterspricht.


Zereo Killer: „Egal ob wir gewinnen oder verlieren werden, ich will nach dem Großereignis weiterhin dein Tag Team Partner sein!“


Mit einem zuversichtlichen und hoffnungsvollen Grinsen blickt er den Kanadier an und reicht ihn die Hand.


Relativ lange schaut Morbeus auf den ausgestreckten Arm. Dann nimmt er den Handshake aber natürlich an und nickt mit dem Kopf.


Morbeus: „Ich bestätige. ZERBEUS versus TnB in einem WINNTER TAKES IT ALL LADDERMATCH!!“


Das Live Bild, welches zu sehen ist, wird nun gesplittet, und dreimal darf man raten, wen man nun in der unteren Hälfte des Bildes zu sehen bekommt.


Was für eine unfassbare Liebeserklärung…hast du ein Taschentuch für mich Titan?“


Der Bildschirm teilt sich und wir sehen das Gesicht von Tha Bomb. Er wischt sich eine nicht vorhandene Träne aus dem Auge. Ein weißes Taschentuch wird von der Seite ins Bild gereicht.


Ihr seid das witzigste Pärchen seid Dick und Doof.“


Morbeus und Zereo Killer erkennen den ernst der Lage und reagieren natürlich nicht begeistert. Die Mienen verfinstern sich mit jedem Wort was T´n´B von sich geben.


Tha Bomb: „Eure Geschwafel und eure Beziehungsprobleme interessieren hier keinen. Jeder in der Halle…jeder auf der Welt weiß das eure Beziehung rein platonischer Natur ist. Und genau das wird euch zum Verhängnis werden.“


Zerbeus wirken jetzt zwar sauer…aber interessiert.


Tha Bomb: „Um das größte Team der GFCW…T´n´B zu schlagen…und um das größte, beste, stärkste Team der GFCW zu werden…da reicht eine platonische Beziehung nicht aus. Titan ist mein Bruder. Wir sind mehr als ein Team.“


Ein paar unschöne Worte seitens Morbeus lassen Tha Bomb nur schmunzeln.


Tha Bomb: „Ihr habt euch vor Monaten auf Tinder gefunden. DAS freut uns sehr. Zwei frustrierte alte Knacker die in ihrer Midlife Crisis stecken.“


Zerbeus scheinen sich sicher zu sein das T´n´B ebenso in der Midlife Crisis stecken und geben das auch klar zu Protokoll.


Tha Bomb: „Ihr habt die Gürtel an euch genommen…nein sie wurden euch praktisch aufgezwungen weil irgendwer in der oberen Etage meint sie müssen zwei alte Single Ladies brauchen um die TT Division wieder spannend zu machen…“


Die Fans buhen…


Tha Bomb: „Und ihr Fans…“

Die Fans buhen lauter…


Tha Bomb: „…ihr springt auf die Masche auf wie räudige Köter auf Bali wenn es ums letzte Hühnchen geht…“


Die Fans BUUUUUUUUUUHEEEEEN…


Tha Bomb: „Sind wir auch alt…ja…wir sind jedoch nicht darauf aus die Tag Team Titel zu gewinnen um wieder in aller Munde zu kommen…so wie ihr beiden anscheinend…“


Die Kiefer von Zereo und Morbeus mahlen und mahlen und mahlen…


Tha Bomb: „Ihr habt seit langem mal wieder etwas in der Hand…und nur weil wir euch ein bißchen geärgert haben und euch das komische Ei und die Gürtel geklaut haben wollt ihr direkt alles aufs Spiel setzen, was ihr habt??“


T´n´B lachen laut…sie lachen hämisch…sie lachen herablassend.


Tha Bomb: „Ihr wollt alles verlieren…ok…ihr verliert nicht nur die Gürtel…du verlierst nicht nur dein EI…nein…auch du verlierst nicht nur dein Tinder Date Morbeus…Ihr verliert das was ihr früher mal hattet…eure Ehre…eure Glaubwürdigkeit…euren Charakter…und mit euch verliert die GFCW…mit euch verlieren die Fans.“


Tha Bomb setzt seine Sonnenbrille auf.


Tha Bomb: „THE WINNER TAKES IT ALL???...T´n´B TAKES IT ALL!!! ZERBEUS LOSES EVERYTHING!!!”

Morbeus: „Ich habe nun schon länger keine Eier mehr verzehren können, weil mich Eier insgesamt ziemlich nerven! Dementsprechend gibt es für euch bei New Level nicht nur Backenfutter, ich werde auch EURE EIER grün und blau treten. Das hat den Vorteil, dass ihr die dann für das nächste Osterfest nicht mehr neu bemalen müsst. Und übrigens: Die Tag Team Titles bleiben natürlich auch bei UNS!!

Zereo Killer: „Genauso ist es! Die einzige Möglichkeit wie ihr zu den Tag Team Titel kommt, ist eben jene, dass ihr diese klaut, doch so werdet ihr nicht in die Geschichtsbücher eingetragen, es gibt keine Rubrik für Titelklau, Pech gehabt! Wir werden euch zeigen, wie gut wir als Team funktionieren, das schwöre ich euch!“


Die Fäuste werden auf der Seite der Champions entschlossen geballt als T´n´B die Gürtel ins Bild halten beginnt das Buhen aufs neue…lauter als je zuvor.






Es wird Ringside geschaltet. Ob nun „endlich“ oder einfach nur „wieder“ – darüber scheiden sich die Geister. Wie es aber auch immer um euren Geschmack bestellt ist, sehen wir nun Laura, wie sie mit einem Lächeln im Squared Circle steht und das zweite Match des Abends ankündigen möchte. Gerne sollte es nicht überscrollt werden.




Zum zweiten Mal ertönt die Musik der neuen Gruppierung aus Ben Slate, Iokepa und Bella Venera. Doch dieses Mal sind es nur Zweidrittel des Stables, mit Namen Bella Venera und Iokepa, die durch den Vorhang treten. Das Liebespaar läuft nach den Ereignissen im Backstage-Bereich Hand in Hand und Iokepa scheint Bella weiterhin in Stimmung für das Match zu bringen. Iokepa trägt seine gewohnte Kleidung, die sein Surfer-Image gut betont, und Bella Venera erscheint im selben Outfit wie aus den letzten Shows, mit dem roten Mantel und den goldenen Akzenten in ihrer Kleidung. Das Gesicht wird durch die güldene Maske verdeckt.


Die Fans sind mehr als nur negativ gegenüber den Beiden gestimmt, laute Buhrufe schallen durch die Halle, doch das Team lässt sich davon auf dem Weg Richtung Ringgeviert nicht beirren. Iokepa hält seiner Dame die Seile offen, damit sie entspannt dazwischen passt. Im Ring angekommen, gucken sich die beiden gemeinsam an und besetzen dann jeweils einen Turnbuckle, um gleichzeitig die Arme emporzustrecken. Eine weitere Welle der Buhrufe ertränken sie und so begibt sich Bella in Kampfstellung, bereit auf das Eintreffen ihrer Kontrahentin, während Iokepa den Ring nach einem Kuss verlässt und sich außerhalb positioniert.



Als diese Musik zum ersten Mal bei GFCW ertönte, da war es eine Störung der Vertragsunterzeichnung des GFCW World Title Matches zwischen The End und Monica Shade und hatte für Spannung gesorgt, was dies wohl bedeuten könnte. Beim zweiten Ertönen gab es lautstarke Buhrufe, da Stella Novas Inklusion ins World Title Match bei der Anniversary Show bei großen Teilen der GFCW Galaxy nicht gut ankam. Beim dritten Ertönen vor zwei Wochen dann waren die Reaktionen gemischt.


Und heute?


Heute in Nürnberg, da gibt es – doch primär Jubel und Zuspruch. Der indische Leitstern gibt natürlich generell Anlass sie zu mögen, sowohl wrestlerisch als auch optisch, aber der größte Grund für diesen Stimmungswandel ist zweifellos, dass man ihr Zweckbündnis mit Mad Dog gutheißt und vor allem ihre heutige Gegnerin, die viel dafür getan hat, dass die Fans sie trotz ihres guten Looks nicht leiden können. Ja, hier und heute will die GFCW Galaxy die Rekordtitelträgerin von WFW gewinnen sehen, keine Frage. Zumal die durch den Vorhang tretende Frau mit den massiven Sternschnuppen-Flechten jetzt auch nicht länger eine Außenseiterin ist, sondern zum GFCW Roster zählt.

Und so gehen die Emotionen steil, wie Stella einen Zeigefinger emporstreckt, die Finger der anderen Hand in die Hüfte stemmt und ein Knie zur Pose hochzieht. Zu all ihren anderen Attributen hat Stella ohne Zweifel eine Menge Aura, der man sich schwer entziehen kann, der von The End nicht unähnlich. Die Aura einer Person, die ein von diversen Erfolgen genährtes Selbstvertrauen und Selbstverständnis hat. Stella nennt sich nicht nur Leitstern, sie ist ein Star.

Die wie üblich in ihren kometenhaften Schurz und ein knappes Top mit Sternausschnitt gehüllte Stellare schreitet tänzelnden Schrittes zum Ring und blickt mit zufriedener Mimik in die Fanreihen, wo es nun einige positive Fanplakate in ihre Richtung gibt, eine Frage wann es ein Tanz-Duett mit Caracal Matthews gibt inklusive. Dann ist sie am Ring angekommen, ist mit geübter Leichtigkeit mit einem ansatzlosen Sprung hoch auf dem Apron und mit einem Zweiten rüber über die Seile. Im Ring angekommen heißt es noch einmal posieren und Jubel abkassieren, ehe es dann allmählich ernst wird.


Leicht irritiert geht der Blick von Iokepa zu seiner Freundin. Diese aber ist nur auf Stella Nova fokussiert, als das Ertönen einer Musik die Nerven des Surfers beruhigt.



Die Jubelschreie der Nürnberger Crowd schnellen wieder in die Höhe. Die stille Anspannung ist für den Moment gebrochen, denn es ist die Musik des mehrfachen World Champions, der in Deutschland und Amerika groß gewordenen Legende, dessen große Matches noch auf DVDs gepresst wurden und in den Regalen vieler Wrestlingsfans verstauben, da sie mittlerweile lieber streamen. Die Begeisterung des Publikums spiegelt sich allerdings nicht in seinem Blick. Mad Dog tritt wütenden Auges in die Halle, wobei die Richtung seines Hasses eindeutig zu Bella Venera und Iokepa weist. Die Ikone hat nicht vergessen, was die Modern Erasers ihm vor zwei Wochen angetan haben, und es sieht nicht so aus, als seien er oder die Geschichte damit ausradiert. Ganz im Gegenteil!


Mit großen Schritten marschiert der Kämpfer der Nacht zum Ring, geht aber nicht in selbigen, sondern bleibt außerhalb, um mit den ausgestreckten Armen der Fans abzuklatschen. Dies jedoch nicht ohne Iokepa aus den Augen zu lassen. Vielsagend spuckt er ihm vor die Füße, als er an ihm vorbei geht; was der Surfer mit einem Fluchen in Richtung der Töle quittiert.


Alsbald ist MD hinter der Ecke von Stella Nova angekommen und bleibt dort lauernd stehen. Ein Nicken in Richtung des Leitsterns, welcher dieses erwidert, verdeutlicht noch einmal ihre vorherige Absprache. Dann verklingt die Musik und ein anderes Geräusch wird laut.


Singles Match:

Bella Venera vs. Stella Nova

Referee: Guido Sandmann


Ding, ding, ding!


Die beiden Damen machen einige Schritte aufeinander zu. Mit zwei Metern Abstand bleiben sie stehen und starren einander in die Augen. Es fallen auch ein paar Worte, doch diese sind nicht deutlich genug zu vernehmen.


Pete: „Wer wagt den ersten Schritt?!“

Sven: „Bella!“

Pete: „NEIN! STELLA!“


Den Schlag der Venera blockend ist der Leitstern nach vorne geschnellt und hat Bella einen Forearm gegen den Kopf schmettert. Die Maskierte versucht ihrerseits mit einem weiteren Schlag zu treffen, hat aber zu wenig Zeit, denn Stella Nova drückt sie mit weiteren Schlägen nach hinten. So trifft sie nur mäßig, die Inderin hingegen packt ihren Arm, läuft mit den Beinen die naheliegende Ringecke empor und springt von oben auf Bella Venera, um sie mit einem Huracanrana auf die Matte zu schmettern.

Die Fans jubeln sofort, doch Bella Venera ist nicht die Art Wrestlerin, die sich von einem guten Move beeindrucken lässt. Schnell ist sie auf den Beinen, doch da kommen eben selbige ihrer Gegnerin wieder angeflogen, schlingen sich um ihren Kopf und drehen diesen so in Windeseile herum, dass Bella erneut den Boden unter den Füßen verliert und auf die Matte muss. Durch die Drehung hat sie zudem an Orientierung eingebüßt, was Stella zu einem Standing Moonsault nutzt.


Unten packt sie das maskierte Haupt und drischt mit ein paar Schlägen auf es ein. Bella drückt Stella mit ihren Beinen und Armen von sich weg, doch katzengleich ist der WFW Superstar wieder oben und erwischt die sich ebenso aufraffende Bella mit einem Dropkick. Ein drittes Mal bringt Nova ihre Gegnerin damit auf die Matte, die sich erstmal schüttelnd sogleich aus dem Ring rollt, um einer weiteren Attacke so aus dem Weg zu gehen.


Pete: „Da sieht man, was man bekommt, wenn man den Mund zu voll nimmt.“

Sven: „Am Ende kackt die Ente, Pete. Bella Venera macht das einzig Richtige und nimmt erstmal Tempo aus dem Match.“

Pete: „Aber damit gesteht sie auch ihren in dieser Deutlichkeit schon überraschenden Fehlstart ein. Geht ihr womöglich noch die plötzliche Begegnung mit Titan und Tha Bomb durch den Kopf?!“


Während Pete und Sven über die einseitige Anfangsphase des Matches diskutieren, hageln laute Pfiffe und Buhrufe auf Bella Venera ein. Diese macht allerdings trotz der Ermahnung von Guido Sandmann, der sich zwischen zweitem und drittem Seil stehend zu ihnen gewandt hat, keine Anstalten zurück ins Seilgeviert zu kommen. Lieber bleibt sie bei ihrem Freund Iokepa, der ihr aufmunternd zuspricht und vielleicht noch die ein oder andere taktische Anweisung für sie parat hat.


OVER THE TOPROPE CORKSCREW PLANCHA


Während das Liebespaar noch miteinander redet, rennt Stella Nova an und reißt Iokepa mit ihrer Aktion zu Boden. Eigentlich wollte die Inderin beide erwischen, doch der Surfer hat Bella geistesgegenwärtig von sich gestoßen und sie damit vor der Attacke gerettet. Die Fans feiern den Leitstern trotzdem lautstark für ihren Move und auch Mad Dog reißt respektvoll die Augenbrauen hoch.


Sven: „Unverschämtheit! Iokepa ist noch nicht einmal Teil des Matches und sie attackiert ihn einfach.“

Pete: „Was eine Wahnsinnsaktion! Absolut richtig, den Talk zu unterbrechen. Hier läuft ein Match und kein Kaffeekränzchen!“

Sven: „HA! Sieh nur! Das hat sie jetzt von ihrer tollen Aktion…“


Krachend fliegt der Leitstern in die Guardian Rail. Ein Dropkick von Bella Venera in den Rücken gab ihr so viel Schwung, dass sie den harten Aufprall nicht mehr verhindern konnte. Die ehemalige GTCW Wrestlerin sieht damit ihre Chance gekommen und drischt mit weiteren Stomps auf den Rücken ihrer Gegnerin ein. Gudio Sandmann zählt derweil den Count, der Bella dazu animiert Stella wieder in den Ring zu befördern.

Schnell rollt sie hinterher und wirft sich mit einem Elbowdrop erneut auf den Rücken. Nun bohrt sie ein Knie in Stellas Rücken und greift mit ihren Armen nach dem Kopf, um diesen zu überstrecken. Die Frau aus Delhi schreit kurz auf.


Sven: „Schwachstelle gefunden. Jetzt zeigt sich, wer hier den Mund zu voll genommen hat!“

Pete: „Bella hat sich unfair zurück ins Match gekämpft. Diesen Vorteil nutzt sie aber tatsächlich gut.“

Sven: „Unfair??? Was redest du?! Sie hat die Situation erkannt und bereitet jetzt schon alles für den Goodnight Kiss vor!“


In der Tat wird der Rücken hier ähnlich dem STF überstreckt, doch zusätzlich lastet das Gewicht der Venus auf dem Leitstern. Guido Sandmann ist bei ihr, doch eine Aufgabe verneint sie mehrmals. Stattdessen versucht sie sich zu den Seilen zu manövrieren. Die Finger berühren schon das Seil. Doch es fehlen ein paar Zentimeter, ja Millimeter, um es zu schaffen. Noch einmal ist Sandmann da, Bella zieht noch einmal fester. Doch in den Augen der WFW Championesse ist der pure Wille zu sehen. Stark drückt sie sich mit den Armen nach oben und erreicht nun das rettende Seil.

Bella hält den Griff noch einige Sekunden, doch dann lässt sie den Kopf los und nimmt auch das Knie weg. Stattdessen trifft sie mit einem weiteren Kick die Wirbelsäule. Erneut prasseln laute Buhrufe auf sie ein, während sich Sandmann zwischen Bella und Stella stellt, sodass sich Nova erheben kann. Allerdings drückt Venera den Referee weg und stürmt sofort wieder auf Stella zu. Ein Sidekick trifft erneut den Rücken und Nova wankt nach vorne. Mit einem Forearm jagt sie hinterher und gleich folgt die Umklammerung für einen German Suplex. Schnell will sie Nova auf die Matte schmettern, doch Stella blockt den Move, indem sie ihr Gewicht nach vorne verlagert. Die moderne Ausradiererin muss sie wieder absetzen, doch der Leitstern nutzt den Moment, umfasst den Nacken der Göttin und zieht sie mit einem Stunner zu Boden.


Mit dem Arm greift sie kurz nach ihrem Rücken, während Bella Venera sich den Hals haltend auf dem Boden liegt. Mad Dog klopft aufmunternd auf die Ringmatte und auch die Fans wittern jetzt die Chance, dass das Momentum wieder kippen könnte, und jubeln entsprechend. Allerdings kommen beide Wrestlerinnen fast gleichzeitig wieder auf die Beine und Bella macht es wie zuvor: Sie stürmt heran und will Nova mit einer Clothesline erwischen, diese aber nutzt den Schwung der Venera.


BLACK HOLE SLAM!


Mit voller Wucht kracht Bella auf die Matte. Diesmal bleibt sie nicht einfach liegen – sie krümmt sich sofort und greift sich an den unteren Rücken. Der Aufprall hat genau die Stelle erwischt, die sie zuvor bei ihrer Gegnerin selbst so gnadenlos bearbeitet hat.


ONE!


TWO!


Pete: „KICKOUT!!“

Sven: „Bella ist noch da!“

Pete: „Aber schau es dir an! Der Rücken – das kommt jetzt alles zurück! Ich glaube Stella hat das stärkere Rückgrat.“


Bella rollt sich zur Seite, beißt die Zähne zusammen, versucht hochzukommen – bricht aber auf halbem Weg wieder ein und muss sich am Seil hochziehen. Stella sieht das sofort und hat ihr Ziel erfasst.


Pete: „Zeit für Payback.“


Sie stürmt los und trifft Bella mit einem Dropkick – direkt in den Rücken. Bella wird gegen die Seile geschleudert, bleibt dort hängen, die Arme über dem obersten Seil. Stella zögert keine Sekunde: Sie greift Bella, zieht sie ein Stück vom Seil weg, dreht sie ein und zeigt einen Backbreaker über das Knie!

Bella schreit laut auf und rollt sich sofort wieder zusammen, beide Arme um den Rücken geschlungen.

Die Fans spüren die Dynamik, denn jetzt ist es Stella, die systematisch arbeitet. Die mehrfache Championesse hebt Bella erneut hoch, hält sie kurz fest… und rammt ihr dann mehrfach das Knie in den unteren Rücken. Jeder Treffer sitzt, jeder bringt Bella weiter aus dem Gleichgewicht. Mad Dog klatscht zustimmend auf die Matte, während Iokepa draußen längst wieder auf die Beine gekommen ist. Er wirkt angespannt, scheint etwas sagen zu wollen und ruft Bella etwas zu. Ihr Blick geht zu ihm, doch ihr helfen kann und will er hier nicht.

Stella setzt nach, whippt Bella in die Ecke. Hart prallt sie mit dem Rücken gegen die Turnbuckles und sackt nach vorne. Sofort folgt Stella.


Running Corner Meteora!


Die Knie bohren sich in Bellas Schultern und drücken ihren Rücken zusätzlich in die Ringecke. Dann fällt Bella nach vorne, Stella springt auf das zweite Seil und springt einen wunderschönen Moonsault hinterher.


Sven: „ONE!“

Pete: „TWO!“

Sven: „DIE SCHULTER IST OBEN!“

Pete: „Das war verdammt eng!“

Sven: „Aber sie lebt noch! Bella lebt noch!“


Stella atmet einmal tief durch, fährt sich kurz durch den Pony, dann packt sie Bellas Arm, will sie hochziehen. Doch diesmal kommt die Gegenwehr. Langsam und unter Schmerzen stemmt sich Bella hoch und trifft mit einem Schlag in den Bauch. Noch einer. Sie schreit auf – mehr aus Trotz als aus Kraft – und hämmert einen Forearm gegen Stellas Kopf! Der Leitstern taumelt einen Schritt zurück. Während sich Bella an den Rücken greift, ist es Stellas Kauleiste, die nun schmerzt. Die Venera geht weiter nach vorne, umgreift Stella und zieht sie eng heran.


German Suplex!


Sven: „OH! Sie hat gelernt! Direkt aus dem Überraschungsmoment. Jetzt sitzt der Move!“

Pete: „Aber keine perfekte Brücke – der Rücken lässt es nicht zu.“

Sven: „Das ist genau das Problem! Jeder Move kostet sie doppelt!“

Pete: „Aber sie kämpft sich rein! Das muss ich ihr lassen!“


Stella kippt bauchlinks zur Seite und Bella kriecht sofort hinterher, zwingt sich weiterzumachen. Jetzt klemmt sie den Arm ein. Zurück zur Strategie. Zurück zur Schwachstelle. Doch für die beste Waffe reicht’s gerade nicht.


CROSSFACE!


Stella schreit auf. Diesmal ist es allerdings kein sauberer, kontrollierter Griff wie zuvor – es ist roher, verbissener. Bella beißt sich durch den Schmerz, um den Druck hochzuhalten, um Novas Oberkörper weit nach oben zu ziehen. Draußen nickt Iokepa langsam, während Stella ihr Gesicht verzieht. Der Druck auf ihren Rücken ist enorm, der Nacken überstreckt – die Halle wird lauter.


Sven: „Genau da will sie sie haben! Heute gibt’s für Stella ne Gutenachtgeschichte ohne Goodnight Kiss.“

Pete: „Wart ab! Sie ist näher an den Seilen als zuvor!“


Und tatsächlich bewegt sich Stella immer noch. Langsam, unter Schmerzen, aber sie bewegt sich. Ihre Finger krallen sich in die Matte, sie zieht sich Stück für Stück nach vorne. Bella merkt das und zieht nochmal fester an. Stella schreit auf… und greift ins Seil.

Beide Frauen trennen sich, Bella greift sich sofort den Rücken, während Stella sich wegrollt und hustend Luft schnappt.


Pete: „Stark gerettet! Das war pure Willenskraft. Hätte sie auch noch das Bein einharken können, wäre es nahezu unmöglich geworden.“

Sven: „Was nicht ist, kann noch werden! Stella hat ordentlich Schaden genommen…“


Bella rafft sich auf und ist merklich sauer, dass ihre Gegnerin erneut die Seile erreicht hat. Fragend wendet sie sich zu Guido Sandmann und tippt sich an die Stirn, so als wolle sie ihm mitteilen, dass Stella Nova vor dem Griff in die Seile aufgegeben haben müsste oder dass sie die Seile gar nicht erreicht habe. Der Ringrichter aber deutet mehrfach auf das untere Seile. Doch wo ist Stellas Hand?


Leg Lariat! Bella knickt ein und muss auf die Matte! Die Fans jubeln, während Stella jetzt den Moment für sich genutzt hat. Sie zieht Bella hoch, whippt sie in die Seile…


Tilt-a-Whirl Backbreaker!


Sven: „Das ist jetzt die Retourkutsche!“

Pete: „Und wie! Sie zielt exakt auf die gleiche Stelle!“


Bella windet sich am Boden, schreit auf, während Stella kurz durchatmet… dann zeigt sie nach oben und die Fans reagieren sofort. Sie steigt aufs Apron, dann aufs Top Rope. Jeder Schritt sitzt noch nicht perfekt, der Rücken macht sich bemerkbar, aber sie zieht es durch.

Während Mad Dog sie anfeuert, kommt Bella Venera wieder auf die Beine. Iokepa schaut draußen angespannt in den Ring.


Pete: „Das könnte es gewesen sein! Outer Space, der Shooting Star Crossbody incoming!“


Stella richtet sich oben auf…


Sven: „DA!“


Plötzlich ist Bewegung am Ringrand! Die Fans buhen lauthals. Mad Dog schaut überrascht drein. Ben Slate taucht aus dem Nichts auf und springt auf den Apron, doch auch der Night Fighter rennt sogleich in die Richtung und hechtet aufs Apron. Guido Sandmann dreht sich sofort zu den beiden um und weist sie an den Apron wieder zu verlassen. Stella blickt irritiert zur Szenerie – nur für einen Moment, aber es reicht. Diese eine Sekunde ist diese kleine Ablenkung, die der Maskierten reicht. Schwungvoll lässt sie sich in die Seile fallen und die Erschütterung geht durchs ganze Ringseil! Stella verliert das Gleichgewicht, die Füße rutschen ab und sie rast nach unten. Zwischen ihren Beinen ist nur der Stahl des Turnbuckles. Ein Raunen geht durch die Halle!


Pete: „OH NEIN! DIESER SLATE!!!“

Sven: „Oha… das heißt erstmal kein Sex mehr.“


Stella Nova hält sich schmerzverzerrt den Schritt, Ben Slate hingegen springt lächelnd vom Apron. MD starrt fassungslos auf das Geschehene, springt aber auch erstmal runter. Als sich Guido Sandmann wieder umdreht, ist Bella sofort wieder da. Trotz Schmerzen. Trotz Rücken. Sie stürmt in die Ecke, klettert zu Stella hoch, hämmert einen Schlag gegen ihren Kopf, einen Uppercut in ihren Rücken – genau auf die bearbeitete Stelle!

Stella schreit auf, hängt nun angeschlagen im Seilgeviert fest. Venera hagt den Arm über und zieht sie in dieser Suplexhaltung auf das dritte Seil zurück…


SUPERPLEX!!!!


Beide Damen schreien auf, als sie die Ringmatte erreichen und erneut mit ihren malträtierten Wirbeln aufschlagen. Die Fans sind aus dem Häuschen und peitschen Stella Nova weiter nach vorne. Guido Sandmann bleibt allerdings keine andere Möglichkeit, als die beiden anzuzählen.


1…


2….


3…


Während Mad Dog Beide Wrestlerinnen rühren sich wieder, doch Bella Venera ist es dieses Mal, die zuerst die Seile zu greifen bekommt, um sich an ihnen hoch zu ziehen.


4…

5…


Stella Nova hat sich auf ihre Knie gekämpft und hockt nun in der Ringmitte. Starrt auf Bella, die nun den Stand erreicht hat.


Sven: „Die ideale Position für den Kiss of ruin! Ihren Running Knesstrike!“

Pete: „Sie schickt einen Luft-Kuss in Richtung Stella.“

Sven: „MAD DOG! MAD DOG! DIESES ARSCH!“

Pete: „Ausgleichende Gerechtigkeit!“


Gerade als Bella loslaufen wollte, stand schon Mad Dog vor ihr, um die Aktion zu verhindern. Wütend verzieht sich das Gesicht der Venera und mit einem Schrei der Verzweiflung will sie dem Night Fighter ihre Faust in die Fresse knallen. Aber der Hund blockt den Schlag und drückt die geschwächte Bella von sich. In dem Moment haben Ben Slate und Iokepa längst den Ring geentert und ihre Fäuste kommen fast simultan auf den verrückten Hund geflogen. Dieser wankt und versucht sich gegen die beiden Modern Erasers zu wehren. Wild fliegen Fäuste und Beine. Bella lehnt sich derweil an die Seile, als ihre beiden Verbündeten die Oberhand gewinnen und den verrückten Hund in die Ringecke drängen.

Aus ihren dunklen, erschöpften Augen sieht Bella, dass Stella Nova nun auch wieder auf den Beinen ist. Ohne wirklich zu wissen, was vorgeht, reißt sie an der Schulter Iokepas. Der junge Surfer duckt unter einem Schlag ab und fackelt nicht lange.


SUNSHINE!!


Mad Dog nutzt die Überraschung und schickt Ben Slate mit einer Clothesline zu Boden. Sogleich wirft er sich auf Iokepa.

Ding, ding, ding!


Pete: „ZU VIEL FÜR SANDMANN!“

Sven: „Eine DQ?! Ernsthaft!?? Wieso nicht als der Hund alles zerstörte???“


Stella Nova liegt ausgeknockt auf dem Boden und Bella kommt nun endlich dazu ihren Goodnight Kiss anzusetzen. Mit aller Kraft zieht sie an Stella Nova.

Ben Slate ist wieder auf den Beinen und reißt nun an den Beinen des verrückten Hundes, um diesen von Iokepa zu ziehen. Derweil lässt Guido Sandmann erneut die Ringglocke läuten


Ding, Ding, Ding.


Laura: „Siegerin des Matches durch Disqualifikation. STEEEELLLLA NOOOVVA.“


Doch weder Bella, noch die anderen drei Streithähne hören auf die Glocke oder Lauras Verlautbarung, die eigentlich jegliche Aktivität beenden sollten. Und so kommt es, wie es kommen muss: Einige Securitys laufen auf den Wink von Guido Sandmann zum Ring, um die Situation aufzulösen. Am schnellsten sieht Bella Venera ein, dass ihr Aufgabegriff hier keinen Sieg mehr bringen wird und lässt von Stella Nova ab. Stattdessen ist sie aus dem Ring gegangen und bedroht Laura. Sie entreißt ihr das Mikro, doch weiter kommt sie nicht, als die Securitys bei ihr auftauchen.

Bei den anderen Dreien ist es etwas schwieriger, sie voneinander zu trennen. Doch die Übermacht der Security Mannen kann Slate und Iokepa schließlich von Mad Dog trennen.


Während die Modern Erasers umgeben von Security Personal vor dem Ring stehen und wütend in selbigen schauen, kümmert sich der Night Fighter um Stella Nova, die langsam mit schmerzverzerrtem und zeitgleich wutentbranntem Gesicht den Erasers nachschaut.

Der Analytiker Ben Slate hat sich unterdes das Mikro von Bella Venera geschnappt.


Ben Slate: „Wieder werden die Erfahrenen von den Entscheidungsträgern bevorteilt. Wieder wird Fehlverhalten von angeblichen Legenden nicht geahndet. Stattdessen wird die Zukunft der GFCW ein weiteres Mal bestraft.“


Die Kamera fängt Guido Sandmann ein, doch dieser ist sich keiner Schuld bewusst und schüttelt vielsagend mit dem Kopf.


Ben Slate: „Aber mit einer DQ kann das so oder so nicht enden! NEW LEVEL! Wenn ihr mutig genug seid, stellt euch uns Dreien! Es gibt keine bessere Veranstaltung, auf der die Modern Erasers die alte Garde endlich auslöschen werden!“


Bella und Iokepa schauen etwas überrascht zu Slate, dann ergibt das Ganze aber durchaus Sinn für sie und alle Drei schauen erwartungsvoll in Richtung Ring.
Es braucht keine große Abstimmung zwischen den beiden erfahrenen Superstars, keine Worte oder große Gesten. Es ist ihnen sogleich klar – und beide nicken mit rachelüsternen Blicken.