Es
wird abermals in den Backstagebereich geschalten und man sieht
Zereo Killer, welcher sich alleine durch die Korridore bewegt.
Suchend blickt er nach links, nach rechts. Die Wasserflasche
bereits ausgetrunken, wird gekonnt in einem Eimer versenkt. Ein
GFCW Mitarbeiter rennt am Tag Team Champion vorbei.
Zereo
Killer: „Hey du, hast du zufällig den Night Fighter
gesehen?“
Das
Staff Member schüttelt den Kopf und geht weiter.
MacKenzie
bedankt sich noch höflich und verschwindet anschließend
um die Ecke.
Zereo
Killer: „Ich muss mit ihm reden…“
Nach
diesen Worten zieht MacKenzie von dannen und die Kamera fadet
aus.
Das
Licht wird gedimmt und die unheimlichen Töne von Dark Sun
kündigen den Auftritt der rosarot bezopften Leopardin aus
Long Island an, die Frau mit dem Stoffschwein, das sie als ihre
Strategin erachtet: Monica Shade. So nonchalant, ungezwungen und
mitunter etwas simpel gestrickt sie oft auch wirkt, wann immer
sie zu einem Match durch den Vorhang ins rosige Scheinwerferlicht
tritt, realisiert man jedes Mal aufs Neue, dass die an und für
sich freundliche und mitunter gar drollig anmutende
Schweinehirtin eine sehr gefährliche Frau ist. Nicht umsonst
hat sie den größten Stars der GFCW Gegenwart die Stirn
bieten können – auch wenn sie zumeist am Ende verloren
hat.
Doch
heute geht es für die Frau mit dem Leopardenhalstuch in den
klobigen wie bequemen Stiefeln, der heute kurzen Leopardenhose
und der eng sitzenden Kampfweste nicht gegen einen Gegner wie The
End, Ask Skógur oder Aiden Rotari, heute trifft sie auf
eine Gegnerin, die noch immer als Developmental Talent gilt.
Heute ist die steten Schrittes gen Kommentatorenpult schreitende
Monica Shade die Favoritin. Stoffschwein Lady Rosi wird Ringside
auf einen Stuhl gesetzt – natürlich mit Kissen –
dann ist Monica per Katzensprung hoch auf dem Apron, zeigt in
Pose eine Katzenklaue und schreitet durch die Seile. Das Publikum
begrüßt sie positiv, aber bei weitem nicht so
lautstark wie ihre Lieblinge. So weit ist Monica noch nicht,
manch einer muss mit ihr nach wie vor erst noch richtig warm
werden.
Warm
ist das Stichwort für Monicas Gegnerin, die blond gelockte
Phönix im feurig gefiederten Poncho und Minirock, die wie
Monica auch zur Lerbitz Performance Group zählt. Tatsächlich
war es sogar Monica, die Milly zur LPG und somit zu GFCW
vermittelte, auf dass GFCW wieder einen Feuervogel habe.
Seit
damals ist viel passiert und Milly ist eigentlich nur noch vom
Status her ein Talent, nicht von der Leistungsfähigkeit.
Milly lieferte sich bei GFCW bereits ein enges Duell mit
Intercontinental Champion Jason Crutch und erreichte im Vorjahr
bei WFW das Drittelfinale im Tournament of Honor – dort
hätte bereits Monica Shade ihre Gegnerin sein können,
wäre Monica in der Runde zuvor nicht an derselben Frau
gescheitert, wie auch Milly – Mina Louise Stuart. Übrigens
dieselbe Frau, die dereinst Stella Novas zweite Titelregentschaft
beendete. Heute also treffen Monica und Milly aufeinander, beide
sind überzeugt die Bessere zu sein und obgleich die
Statistik für Monica Shade spricht, ist die Wahrheit wohl,
dass Milly zwar Außenseiterin ist, aber alles andere als
chancenlos.
Die
Chefin des LPG Förderkaders wiederum, „Aion“
Miria Saionji will sich dieses Match nicht entgehen lassen und
ist auch zugegen, einen Platz neben Lady Rosi findend, da ein
Backstage Mitarbeiter ihr neben dem Plüschschwein einen
Stuhl aufstellt. Monica blickt Miria warnend an, aber die
streichelt Lady Rosi sachte und bedeutet mit einem kühlen
lächeln, dass Monica auf sie nicht achten braucht. Monica
sieht nicht gänzlich überzeugt aus, dass dies
tatsächlich so ist, aber der Ringgong macht „Oink“
und es geht los.
...Spaß,
der Ringgong hat natürlich „Gong“ gemacht.
Singles
Match:
Siegerin
darf Switzenbergs Rematch-Klausel für den GFCW
Intercontinental Titel einsetzen
Monica
Shade vs. Milly Vermillion
Referee:
Mike Kontrak
Beide
Frauen gehen selbstbewusst aufeinander zu, blicken sich kurz
an, dann will Milly in den Lock Up gehen – Monica aber
nicht. Die zimmert Milly einfach eine per plötzlichem Punch.
Milly stolpert getroffen zurück, revanchiert sich dann
aber prompt mit ein paar harten Shin Kicks und einem
Roundhouse Kick, dem Monica nur knapp entgeht.
Die
Leopardin feuert sofort mit der Backfist to the Future
zurück, der wiederum Milly nur knapp ausweichen kann –
aber einen Schritt nach vorn setzt Milly sofort zum Raging
Inferno an, dem Cut.throat Saito Suplex, aus dem sich Monica
mit ein paar Elbows jedoch befreit.
Nach
dieser schnellen, intensiven Anfangsphase gehen beide dann
doch erst einmal wieder auf Distanz, um sich ihre nächsten
Schritte zu überlegen. Beide dachten wohl, dass sie in
diesem Austausch einen frühen Wirkungstreffer erzielen
könnten und mit der Oberhand aus dem Schmarmützel
herauskommen würden, doch weder die 1,69 große
Schweinefreundin noch die 1,50 kleine Feurige konnte diesen
Treffer landen.
Monica
nutzt nun ihre größere Reichweite für ein
paar vorsichtige Chops und Punches, aber Milly ist flink auf
den unverhüllten Füßen und weicht aus oder
blockt, ehe sie Monicas Arm zu packen kriegt und daraus einen
Armdrag hinein in einen Armbar macht. Milly Vermillion mag
sich in der Luft am Wohlsten fühlen, aber so ein
bisschen ringerische Technik und Mattenkampf kann sie auch.
Nicht viel, aber ein bisschen.
Nicht
genug jedoch, um Monica lange auf die Matte zu zwingen. Im
Gegenteil: Monica kommt hoch und eine Windung später hat
die Leopardin nun den Feuervogel am Arm für einen
deftigen Short-arm Clothesline. Direkt noch ein zweiter
hinterher, dann stemmt Monica Milly sogar per Gorilla Press
Slam hoch und wirft die Phönixfrau kurzerhand über
die Seile nach draußen. Nach so vielen Matches gegen
groß, starke und vor allem schwere Männer sieht
man hier nun wie schnell Monica Gegner überpowern kann,
wenn sie tatsächlich mal ihren eigentlich gängigen
Stil wrestlen kann.
Und
doch, diese Kraftdemonstration mündet nicht in einem
üblen Sturz von Milly.
Vielmehr
steht die Phönix den Gorilla Press Slam über die
Seile nach draußen als wäre es nichts. Ein
anerkennendes Raunen vom Publikum nimmt Milly mit einer
gewissen Genugtuung wahr. Obgleich sie schon etwas spöttisch
guckt von wegen, dass man dies von ihr hätte erwarten
dürfen. Ein mächtiger, weiser Phönix macht
doch keine Bruchlandung. Monica nimmt dies zur Kenntnis,
nimmt Anlauf und… stoppt. Die Leopardin ist eigentlich
nicht für große Flugkunst bekannt, abseits ihres
5* Frog Splash, aber hier hatte sie definitiv die Absicht
einen Dive zu versuchen, hat es sich dann aber doch anders
überlegt. Ein paar Pfiffe wegen falscher Hoffnung auf
einen spektakulären Move machen sich breit und Milly
gibt ihrerseits ein Zeichen, dass Monica fliegen soll, wenn
sie kann. Die klettert aber nur durch die Seile und versucht
Milly abermals per Clothesline zu erwischen, aber Milly
weicht aus, springt auf den Apron und kommt von dort
postwendend per Moonsault zurückgeflogen!
Dafür
gibt es Applaus und der lässt die Feurige definitiv
nicht kalt, wie ihre nach oben zeigenden Mundwinkel
bestätigen. Mit ein paar Kick dirigiert Milly die
Leopardin gen Ringtreppe, sorgt nebenbei für den Reset
des Counts, dann heißt es Anlauf nehmen zum Meteora –
aber Monica weicht aus!
Um
einen Frontalzusammenstoß zu vermeiden springt Milly
hoch und über die Ringecke, hat danach aber immer noch
Schwung und läuft ein Stückchen weiter. Dann kann
sie anhalten und durchatmen, das war knapp, aber sie hat den
Zusammenstoß erfolgreich vermieden. Doch Monica hat die
Verfolgung aufgenommen und als Milly sich umdreht wird sie
per European Uppercut quasi über das Absperrgitter
gepfeffert. Ein paar Glückliche erhalten so etwas
dezenten Milly-Kontakt, aber das Vergnügen ist nur von
kurzer Dauer. Monica greift über das Gitter, umklammert
Milly per Waistlock und zieht sie zum German Suplex nach
hinten!
Aber
Milly steht diesen Release German Suplex, flüchtet in
den Ring und erklimmt sofort die nahe Ringecke, um per
Meteora nach draußen auf Monica zu fliegen! Was ein
Move! Die Fans jubeln Milly nun sogar lautstark zu und die
kommt rasch wieder hoch – verdammt gesunde Knie so
einen Move überhaupt zu zeigen, geschweige denn
barbeinig. Aber sie ist ja auch ein Phönix und kennt
keine Langzeitschäden. Gut für sie.
Milly
verfrachtet nun Monica zurück in den Ring, erklimmt
erneut die Ringecke und überlegt kurz den Phoenix Senton
zu springen, aber sie traut dem Schweinebraten nicht und
dreht sich lieber um zum Doube Foot Stomp. Gute Entscheidung,
Monica rollt sich nämlich zur Seite und wieder raus aus
dem Ring – aber sie wankt und ist klar angeknockt. Ein
Klassenunterschied ist bisher nicht zu sehen, tatsächlich
hat Milly Vermillion bisher sogar mehr vom Match als die
frühere WFW Titelträgerin.
Der
nachfolgende Shotgun Dropkick, der Monica in die Ringecke
pfeffert, ändert daran natürlich herzlich wenig und
der nachfolgende Phoenix Kick in der Ringecke schon gar
nicht. Im Gegenteil, Monica ist nun noch mehr angeklingelt
und Milly hat die Chance das auszunutzen: Monica wird auf die
Ringecke gesetzt, Milly klettert hinterher…
Avalanche
Huracanrana!
Cover!
Eins! Zwei! Nein! Milly fragt nach bei Mike Kontrak, aber der
bestätigt: das war nur bis zwei. Auch wenn Monica
offensiv bisher kaum stattfindet, es reicht eben nicht eine
Frau von ihrem Kaliber ein bisschen anzuklingeln – es
gilt konzentriert nachzusetzen, bis der 3 Count tatsächlich
da ist und dafür waren die Aktionen bisher dann doch
nicht zwingend genug. Ein DDT könnte da Abhilfe
schaffen, besonders ein Tornado DDT. Und so setzt sich Milly
auf die Ringecke, packt die sich erhebende Monica am Kopf,
wirbelt herum und…
...und…
..und
nichts, Milly strampelt, aber Monica bleibt standhaft und es
ist in diesem Moment, dass Milly daran Zweifel ereilen ob sie
diese Aktion im Repertoire behalten möchte. Sie schlägt
nämlich nicht nur fehl, Monica kontert auch per Northern
Lights Suplex in die Brücke und obgleich die Phönixfrau
aus dem Pinversuch auskicken, kann, ist dies der Beginn einer
Leidenszeit, denn jetzt hat Monica Zugriff und Milly bekommt
keine Distanz mehr zwischen sich und monica und kassiert nun
mächtig Prügel.
Punches,
Chops, European Uppercuts, gefolgt von einem krachenden
Lariat, der Milly einen ungewollten Salto vollführen und
auf die Ringmatte aufschlagen lässt – wonach
Monica sofort zum Inverted Overdrive ansetzt, der…
Golden
Rule!
Eins!
Zwei! Nein! Ganz so einfach lässt sich Milly dann auch
nicht abfertigen, doch in wenigen Augenblicken hat Monica
denselben Schaden angerichtet wie Milly im gesamten Match
zuvor und nun ist es die Phönixfrau, die ordentlich
angeklingelt ist, in die Ringecke geschleudert wird, dort
einen Clothesline kassiert und nach oben gesetzt wird für
einen Superplex. Zwar versucht Milly sich zu wehren, aber
Monica packt unbeeindruckt von Millys Bemühungen zu und
wuchtet die Feurige in die Tiefe, nächstes Cover,
nächster knapper 2 Count, Monica ist jetzt am Drücker
und Milly kurz vor der Niederlage.
Grund
genug für Milly zu versuchen sich aus dem Ring zu
rollen, aber Monica packt Milly an den Knöcheln und
beginnt die Phönix in den Ring zurück zu ziehen.
Milly klammert sich an die Ringseile – irgendwo
verzieht Skadi Fenrir gerade angewidert das Gesicht –
kann die Rückkehr in die Ringmitte aber nur kurz
verzögern, dann sind die rettenden Seile weit weg,
Monica umklammert sie und vollführt den Deadlift German
Supl… nein! Milly wehrt sich im richtigen Moment per
Elbows, da war ihre Seilklammerei doch für was gut,
nämlich für etwas Regeneration. Monica versucht es
noch mal, aber Milly kommt frei, steht das Ganze per Flip und
revanchiert sich per Spinning Heel Kick, nach dem beide
Frauen erst einmal flachliegen.
Mike
Kontrak zählt folglich auch beide an, aber schon bei 6
haben beide genug davon sich auszuruhen und erheben sich
wieder, um einander weiter auf die Mütze zu geben,
Monica mit Punches und Chops, Milly primär mit Kicks. Es
dauert nicht lange bis Monica die Oberhand gewinnt, ein
weiser Phönix sollte eigentlich ahnen, dass die
Leopardin die größere Durchschlagskraft hat, da
ist wohl etwas fehlplatzierter Stolz mit Milly durchgegangen.
Diese Unvernunft bezahlt Milly mit einer weiteren Tracht
Prügel, aber als Monica einen Irish Whip vollführt,
da springt Milly gegen das zweite Ringseil und kommt von da
aus per Springboard Dropkick zurück, der Monica
überrascht und zu Boden fegt!
Endlich
mal wieder eine gelungene Aktion für die Phönixfrau,
die wieder auf die Beine flippt, per Leg Lariat nachsetzt und
dann Monica am Bein packt, um irgendeinen Aufgabegriff
anzusetzen. Single Leg Crab aka Half Boston Crab vielleicht?
Was auch immer es werden soll, Milly kann die Aktion nicht
zeigen, die Matte ist nicht ihr Metier. Das von Monica zwar
auch nicht, aber mit reiner Power kann Monica sich rasch gen
Seile robben und so dem Griffversuch entkommen.
Milly
zeigt ein paar frustrierte Kicks, es scheint fast als hätte
sie diesen Aufgabegriff einstudiert, der hier im Ansatz
steckengeblieben ist und ist jetzt pissig, dass es nicht
geklappt hat. Vermutlich wäre Milly noch pissiger, würde
sie sehen wie Miria Ringside mit den Augen rollt. Stattdessen
konzentriert sich Milly auf Monica und versucht nun selber
einen German Suplex, aber wie Milly zuvor wehrt sich nun
Monica per Elbow. Das beantwortet Milly per Enzuigiri und
packt noch mal zu, dieses Mal geht der German Suplex durch –
in die Brücke! Eins, Zwei, Nein! Monica kommt raus,
kassiert aber sofort von Milly den nächsten Kick. Monica
bäumt sich getroffen auf, aber das spielt Milly in die
Karten. Sie tritt noch mal zu, dann heißt es Ansatz
zum...
Vermillion
Flasher! (Sitout
Gourdbuster)
Und
der geht durch! Ist das jetzt tatsächlich der Sieg für
Milly?! Eins! Zwei! Nein! Monica kriegt die Schulter noch mal
hoch! Milly ärgert sich kurz und tritt ein paar weitere
Male nach, doch das hätte sie besser in der Form nicht
getan, denn die Tritte scheinen Monica eher aufzuwecken. Und
als Milly mit dem Rücken zum Ring die Ringecke erklimmt,
um den Phoenix Senton zu springen, in der Erwartung, dass
Monica dafür jetzt angeschlagen genug ist, da ist die
Leopardin aus Long Island plötzlich hinter ihr, packt
Milly und vollführt ihrerseits einen German Suplex in
die Brücke! Eins! Zwei! Nein! Milly kickt aus, wird aber
sofort wieder gepackt: Deadlift German Suplex! Dieses Mal
ohne Brücke, Monica springt förmlich auf und
lauert. Die Leopardin hat jetzt Blut geleckt und kaum erhebt
sich Milly, da wirbelt Monica abermals herum und Milly
versucht abermals die Backfist to the Future zu blocken –
doch Monica ändert in der Drehung Hand- und Armhaltung
und schlägt stattdessen ihre Dark Blade, den Double Hand
Discus Chop, der Milly völlig ungeschützt auf der
Brust trifft, klatscht und die Phönixfrau die nun übel
schmerzende Brust halten lässt. Soll heißen:
Millys Hände sind jetzt auf ihrer Brust und nicht mehr
in Kopfhöhe, um selbigen zu schützen.
Backfist
to the Future!
Milly
kippt um wie ein Stein und man könnte denken, dass
Monica bereits hier und jetzt covern könnte, um das
Match zu gewinnen, doch die Schweinehirtin will auf Nummer
Sicher gehen und erklimmt zügig die Ringecke. Milly
liegt noch immer und zuckt nur, Mike Kontrak hatte sogar nach
einem KO gecheckt, aber halbwegs bei Sinnen scheint Milly
noch zu sein. Nur nicht bei Sinnen genug, um nun dem 5* Frog
Splash auszuweichen:
5*
… Stuhlwurf?!
Gerade
als Monica abspringen will, wird sie von einem Stuhl
abgeworfen und crasht übel von der Ringecke auf die
Matte. Mike Kontrak guckt sofort in die Richtung, aus die der
Stuhl kam und sieht, dass Maria Saionji jetzt unschuldig
guckend steht und
der Stuhl, auf dem sie vorher gesessen hat verdächtig
mit Abwesenheit glänzt. Die lautstarken Buhrufe und
Pfiffe der Fans machen klar, dass sie gesehen haben, was im
toten Winkel des Referees passiert ist: Miria hat Monica mit
dem Stuhl abgeworfen. Aber was er nicht gesehen hat, kann er
auch nicht ahnden. Milly kommt derweil wieder zu sich und
sieht wie Monica irgendwie wieder versucht hochzukommen. Also
springt Milly die Leopardin per Meteora aus dem Lauf an,
knockt sie auf die Matte und direkt hinein ins Cover! Eins!
Zwei! Drei! Kick Out!
...aber
zu spät. Milly Vermillion besiegt Monica Shade, obgleich
unter tatkräftiger Mithilfe von Miria Saionji –
von der Milly aktuell vermutlich noch nicht einmal etwas
weiß. Auf jeden Fall posiert die Phönixfrau mit
dem Lächeln einer verdienten Siegerin im Gesicht, ohne
sich bei den höchst negativen Fanreaktionen irgendwas zu
denken. Miria wiederum applaudiert und lächelt auch ein
Siegerinnenlächeln. Das war definitiv keine spontane
Idee von Miria, so viel ist klar. Somit wird Milly diejenige
sein, die Darragh Switzenbergs Rematchklausel verwenden darf
und um den Intercontinental Title kämpfen. Ob sie nun im
zweiten Anlauf auch Champion werden kann, muss sich aber erst
noch zeigen, insbesondere so ihr Miria dort nicht hilft.
Wobei auch zur Wahrheit dazugehört, dass Milly sich
lange Zeit gegen Monica richtig gut geschlagen und sie
phasenweise sogar dominiert hat – Zac Alonso wird
zugesehen haben und gewarnt sein...
Miria
Saionji und Milly Vermillion sind dabei gen Backstage zu
entschwinden, aber Monica Shade hat sich ein Mikrofon geschnappt
und das Ertönen ihrer Stimme vom Ring aus über die
Lautsprecher lässt die beiden innehalten.
Monica
Shade: „Nicht so schnell ihr beiden. Ehe ihr verschwindet,
erklärt mir und Lady Rosi doch rasch etwas.“
Nicht,
dass die beiden gerade lautstark antworten könnten, sie
haben ja keine Mikrofone. Aber sie warten in der Tat und ein
fleißiger Backstagehelfer bringt Mikros, während
Monica darlegt, was sie erklärt haben möchte.
Monica
Shade: „Ich dachte dieses Match war dazu gedacht, um
festzustellen wer von uns beiden besser ist und folglich auch
besser geeignet ist, um Zac Alonso den Intercontinental Title
abzunehmen. Was sollte also dieser Eingriff? Ist er nicht ein
Zugeständnis, dass ich besser bin und der ach so mächtige
und weise Phönix Hilfe braucht, um zu gewinnen?“
Milly
will etwas erwidern, aber Miria bedeutet der feurig Gefiederten
ruhig zu bleiben, da sie das schon regle.
Miria
Saionji: „Monica, verstehst du denn nicht, dass ich dir
einen Gefallen erwiesen habe? Ich bin mir sehr sicher, dass Milly
dich auch fair besiegt hätte...“
Milly
nickt eifrig, das sieht sie auch so.
Miria
Saionji: „...aber aus Respekt vor deinem Status als
ehemalige Fünf Minuten Titelträgerin von WFW habe ich
dir diese Entschuldigung verschafft, dass du jetzt nicht ganz
sauber verloren hast, auf dass du weiterhin große Reden
schwingen kannst, wie nah du doch an wahren Größen
dieses Sports wie Stella Nova oder The End bist. Was vielleicht
sogar stimmt. Und dennoch… bist du letztlich weder so gut
wie Milly, noch so gut wie… ich.“
Ein
Raunen geht durch die Zuschauerränge, während Monica
ungläubig aus der Wäsche guckt. Ihre Ohren sind für
gewöhnlich recht gut und dennoch ist das soeben Gehörte
schwer verständlich. Die Leopardin aus Long Island guckt ihr
Stoffschwein Lady Rosi fassungslos an und das Stoffschwein guckt
zurück, wie Stoffschweine eben zurückgucken. Dann
wandern die violetten Augen der Schweinehirtin wieder gen
Einzugsrampe, hin zu Milly und vor allem Miria.
Monica
Shade: „Miria, du rühmst dich doch damit intelligent
zu sein, warum also verzapfst du jetzt so einen Schwachsinn? Du
willst mir einen Gefallen erwiesen haben? Eine Ausrede für
die Niederlage? Was? Du hast mich mit dem Stuhl abgeworfen, als
ich gerade dabei war zu gewinnen. Aber ich glaube Lady Rosi und
ich verstehen, was tatsächlich Sache ist...“
Nun
ist es Lady Rosi, die nickt. Vermutlich weil Monica das Schwein
bewusst oder unbewusst die Bewegung vollführen lässt.
Entweder das oder Lady Rosi hat doch ein Eigenleben.
Monica
Shade: „Miria… wir denken, es ging dir darum Darragh
Switzenberg zu beweisen, dass du Matches nach deinem Willen
zurechtbiegen und folglich diesem Feigling daher behilflich sein
kannst den GFCW World Title zu gewinnen. Wenn man das denn
„gewinnen“ nennen kann. Und das hast du geschafft,
Glückwunsch.“
Miria
lässt diesen Vorwurf so stehen und lächelt einfach nur.
Ja, sie verbeugt sich sogar leicht, doch nicht unterwürfig,
sondern ist es eher ein spöttischer Dienerinnen-Knicks von
wegen „gern geschehen“.
Monica
Shade: „Du hast aber noch etwas geschafft, Miria. Du hast
mich wütend gemacht. Und diese Wut will und werde ich an dir
auslassen. Die Frage ist nur, ob du einem Match bei New Level
zustimmst, sodass ich das Ganze im Ring machen kann… oder
du lehnst ab, dann laufe ich dir jetzt hinterer und verprügle
dich Backstage. Deine Entscheidung.“
Miria
sieht nicht gerade eingeschüchtert aus, sie verzieht keine
Miene und lächelt weiter, obgleich es nun von kalt zu
spöttisch wird.
Miria
Saionji: „Du solltest wissen, dass man mir nicht drohen
kann und nicht drohen sollte. Das könnten meine Anhänger
negativ auffassen, weißt du? Und einige sind wirklich…
von mir besessen. Was natürlich sehr nachvollziehbar ist.“
Sie
fährt sich spielerisch mit dem Zeigefinger übers Haar
entlang bis zur Brust und zwinkert mit routinierter Süße,
die falscher kam sein könnte und dennoch seine Wirkung nicht
verfehlt und manche Person im Publikum völlig unabhängig
vom Gender Spektrum dahinschmelzen lässt.
Miria
Saionji: „Dennoch ein interessanter Vorschlag. Ein Match
bei New Level. Long Island Leopard vs. The Aion. Das klingt nicht
schlecht, aber... auch nicht wirklich verlockend. Ich kann dich
zwar besiegen und würde dich besiegen, aber es wäre mit
sehr viel Mühe verbunden und das ist mir die Sache nicht
wert. Der Ertrag steht in keinem guten Verhältnis zum
nötigen Investment.“
Auch
die Fans, die gerade eben noch mit Schmelzen beschäftigt
waren buhen nun. Jetzt wo dieses Match als Option in den Raum
gestellt ist, da will man es auch sehen. Miria kostet das noch
etwas aus, dann fährt sie halb nachdenklich und halb
seduktiv den Finger zum Mund.
Miria
Saionji: „Es sei denn...“
Die
Buhrufe hören auf. Vielmehr hört man gespannt zu.
Miria
Saionji: „Es sei denn du stimmst zu meine Gehilfin zu
werden, wenn du verlierst. Sagen wir zunächst zeitlich
begrenzt bis Title Night? Wie du ja weißt, sollte
eigentlich Luna Rosario meine Assistentin rund um den LPG
Förderkader sein, aber die ist ja leider verschwunden. Wenn
du also dazu bereit sein solltest, dann hast du dein Match.“
Die
Fans tuscheln und warten gespannt wie Monica wohl reagiert. Die
tuschelt auch kurz, natürlich mit ihrem Schwein… und
sieht ganz und gar nicht überzeugt aus von diesem Vorschlag.
Monica
Shade: „Erneut zweifeln wir an deiner angeblichen
Intelligenz. Warum sollte ich irgendeiner Zusatzklausel
zustimmen, wenn ich dich auch einfach so verprügeln kann?
Aber… du bringst uns auf eine Idee. Wie wäre es denn,
wenn du unsere Assistentin wirst, wenn du verlierst?
Soll heißen Lady Rosi zum Ring tragen, während Matches
auf sie aufpassen… solche Sachen?“
Die
Fans geben ein lautstarkes Raunen von sich und animieren mit
Zurufen Miria dazu dem zuzustimmen. Die genießt diese
Aufmerksamkeit einmal mehr für einige Augenblicke, dann hält
sie bedeutsam das Mikrofon gen Mund.
Miria
Saionji: „Einverstanden. Wer verliert wird die Assistentin
der Gewinnerin.“
Jubel
brandet auf – es wird das Match nicht nur geben, es wird
auch noch extra spannend!
Miria
Saionji: „Wenn das alles war, werden wir jetzt gehen.
Immerhin hat Milly Vermillion ein Intercontinental Title Match
gegen Zac Alonso, auf dass es sie vorzubereiten gilt...“
Die
Szenen rund um Miria Saionji und Monica Shade – die bei New
Level zu einem bedeutungsvollen neuen Kapitel kommen werden –
sind noch nicht aus dem Kurzzeitgedächtnis der GFCW-Crowd
gelöscht, als die Kamera unvermittelt wegschaltet. Es geht
in den Backstagebereich. Offenbar muss dort etwas geschehen, denn
man sieht ein Ton- und Kamerateam, das eiligen Schrittes in den
Trakt stürmt, welcher heute für die
Office-Angelegenheiten angedacht ist.
Als
die Crew um die Ecke biegt, wird der Grund für die Eile
sichtbar. Dieser Grund ist breitschultrig, fast 120 Kilogramm
schwer, heißt Kyle Douglas und schnurstracks auf dem Weg
zur einzigen Tür, an der ein Schild angebracht ist.
CLAUDE
„DYNAMITE“ BOOKER
-
NUR MIT TERMIN –
Kyle
Douglas wirkt emotional, aufgebracht. Und hat in diesem Zustand
keine Augen für den Zusatz mit dem Termin. Er wirft einen
Blick aufs Kamerateam, entscheidet sich dann aber, dessen
Anwesenheit nicht weiter zu hinterfragen. Morbeus‘ Spross
klopft ohne Zögern an die Tür des GFCW-Präsidenten.
Einen
Moment herrscht Stille. Dann kommt ein zögerliches „Herein“
aus dem Inneren. Ungeduldig und ohne Scheu öffnet Douglas
die Tür. Er füllt mit seiner Masse den Türrahmen
derart aus, dass dem Kamerateam keine Wahl bleibt, außer
zwischen seinen Achseln hindurch zu filmen, um einen Einblick in
das Büro zu bekommen. Claude Booker sitzt dort, eine Hand an
einem Stift, mit durchwachsener Laune.
Claude
Booker: „Ja, Kyle?“
Kyle
Douglas: „Das ist doch scheiße, Mann. Warum immer
ich?“
In
seiner Präsidentenkarriere hat Dynamite jedes schlimme Wort
gehört und viele davon waren an ihn selbst gerichtet. Das
gibt ihm die Gelassenheit, Kyles Aufgebrachtheit mit erhobenen
Augenbrauen zu übergehen, anstatt ihm eine Szene zu machen.
Claude
Booker: „Wenn du schon ohne Termin vorbeikommst, Kyle, dann
drückt dich wenigstens so aus, dass ich dich verstehe.“
Dynamite
schiebt den Stift zurück in ein Etui mit BVB-Emblem und
faltet die Hände vor der Brust. Scheint ein längeres
Gespräch zu werden.
Claude
Booker: „Was findest du scheiße?“
Douglas
atmet tief durch. Er weiß, dass wieder kein sinnvoller Satz
rauskommt, wenn er sich jetzt keinen Moment zum Runterkommen
gönnt.
Kyle
Douglas: „Was da gerade passiert ist, das geht einfach
nicht mehr klar!“
Mit
„Da“ meint der Kanadier offenbar die Geschehnisse im
Ring, denn er deutet grob in die Richtung, wo der Entrance liegen
müsste.
Kyle
Douglas: „Die LPG bekommt ein Titelmatch geschenkt, weil
Miria Saionji irgendeinen Hinterzimmer-Deal mit Switzenberg
gemacht hat. Damit nehmen sie mir meine Chance weg, die ich
verdient hätte. Ich habe die Open Challenge von Zac Alonso
angenommen. Dem Champion und dann habe ich ihn clean besiegt.
1,2,3. Das ist ein Fakt.“
Der
junge Mann redet sich wieder in Rage. Er stützt sich auf
Dynamites Schreibtisch ab und schiebt seinen Kopf näher an
den Präsidenten heran.
Kyle
Douglas: „Und dann respektieren die LPGler die Chance, die
sie bekommen, nicht einmal. Nein, Miria greift in das Match ein,
das sie selbst angesetzt hatte und beeinflusst so das Ergebnis.“
Fassungslos
über das, was er grad gesehen hat, wirft Douglas die Arme in
die Luft.
Kyle
Douglas: „Jetzt hat Milly Vermillion durch all diesen Mist
ein Titelmatch. Und du machst nichts dagegen? Und wenn ich jetzt
das ganz große Bild aufmache, dann verstehe ich das alles
noch weniger. Dieses….EI?! Warum ist da auch wieder ein
Titleshot dran geknüpft? Erstes dürften keine Wrestler
Ü40 teilnehmen, oder suchen nun schon Eltern für ihre
Kinder nach Ostereiern. Und Zweitens: Werden dann wieder alle
Dinge total verwässert und wer ist am Ende wieder der Dumme?
KYLE F`N DOULGAS“
Nachdem
Kyle gesagt hat, was zu sagen war, tritt er vom Schreibtisch
zurück und läuft unruhig im Zimmer auf und ab. Er atmet
tief durch, um wieder auf normale Temperatur zu kommen.
Claude
Booker: „Ich bin selbst nicht damit zufrieden, wie alles
gelaufen ist.“
Es
glitzert in Kyles Augen. Ein Hoffnungsschimmer?
Kyle
Douglas: „Ooookay. Wann änderst du das dann?
Claude
Booker: „Gar nicht.“
Alle
Luft wird aus Kyle gesogen.
Claude
Booker: „Das kann ich nicht. Darragh Switzenbergs
Anwaltteam und Miria Saionji werden alles gut durchdacht haben.
Wenn ich mich über die Verträge hinwegsetze, habe ich
morgen früh diesen verdammt schmierigen Anwalt auf der Matte
stehen, der mir schon Switzenbergs Sonderregeln eingebrockt hat…“
Während
er – mit Abscheu in der Stimme – darüber
spricht, fällt Dynamite etwas ein. Einen Zusatz, den er
vergessen hat.
Claude
Booker: „Der
hervorragende GFCW-Wrestler Darragh Switzenberg. Ich
fürchte, diese Allianz zwischen LPG und Switziverse ist
juristisch wasserdicht. Ich kann Vermillion nicht einfach den
Fight entziehen, ohne dass es Konsequenzen haben wird. Und da ist
es im Sinne der Liga die bessere Entscheidung, dich noch um etwas
mehr Geduld zu bitten, anstatt in einen Rechtsstreit mit unklarem
Ausgang zu gehen.“
Douglas
sieht aus, als wolle er vor Wut auf den Schreibtisch schlagen.
Nicht unbedingt Wut auf den Präsidenten, sondern auf die
Situation an sich. Er untersteht sich im letzten Augenblick, das
zu tun.
Kyle
Douglas: „Unfair! Warum immer ich? Warum passiert mir das
immer? Scheiß Leben.“
Unvermittelt
dreht sich Kyle auf den Hacken um. Er ist im Begriff,
davonzustürmen und alles hinter sich zu lassen. Irgendwo
allein seiner Wut freien Lauf zu lassen.
Doch
direkt vor der Kabine trifft er einen weiteren Mann. Zac Alonso.
Der Intercontinental Champion legt Kyle eine Hand auf die Brust
und schiebt ihn wortlos zurück ins Büro. Dynamite
blickt verdattert drein. Plötzlich hat er zwei Männer
vor sich, dabei war Douglas doch gerade gegangen.
Claude
Booker: „Zac. Ich kann mir denken, warum du hier bist. Du
willst auch lieber gegen Kyle antreten. Ich habe ihm gerade
erklärt, dass das nicht geht. Es tut mir leid.“
Zac
Alonso: „Ich habe gehört, worüber ihr gesprochen
habt. Bei der Lautstärke der Stimmen war das nicht zu
überhören.“
Ein
Seitenblickt – mehr amüsiert als vorwurfsvoll –
geht in Richtung Kyle.
Zac
Alonso: „Darf ich meine Sichtweise zu dieser Sache zum
Besten geben?“
Claude
Booker: „Tu das, wenn es dir dadurch besser geht. Aber ich
sag dir sofort, dass ich Milly nicht rauskegeln kann. Das habe
ich gerade bereits erwähnt.“
Alonso
legt seine Hand auf die Tischplatte und trommelt mit den Fingern
einen Takt, als er nach den passenden Worten kramt.
Zac
Alonso: „Wer bin ich?“
Claude
Booker: „Zac Alonso.“
Zac
Alonso: „Ich meine…wer bin ich für dich? Für
deine Liga.“
Falls
Dynamite nicht von selbst auf die Antwort kommt, hilft der Blick
auf die Titelplatte, auf welche Alonso passenderweise mit der
flachen Hand klatscht.
Claude
Booker: „Der Intercontinental Champion.“
Zac
Alonso: „Exakt.“
Er
rückt sein wertvollstes Stück zurecht. Douglas blickt
ihn neidisch an. Der Legendensohn weiß noch nicht, warum
Alonso ihn zurück ins Büro geschoben hat. Es muss doch
irgendetwas dahinterstecken.
Zac
Alonso: „Ich trage einen Titel, der in der Vergangenheit
vielen Leuten den Weg an die Spitze geebnet hat. The End, Ask
Skógur, Player, Lionel Jannek. Nur Legenden, wo ich
hingucke. Diesen Leuten hat dieser Titel die Chance gegeben, sich
zum zweitbesten Wrestler deiner Liga hochzuarbeiten, ehe sie den
großen Sprung geschafft haben. Und du hast mit ihnen eine
Menge Moolah
gemacht,
richtig?“
Claude
Booker: „Sprich nicht im Slang mit mir, ich bin alt.“
Zac
Alonso: „Geld gemacht. Asche. Deine Liga hat an ihnen
verdient. Weil sie als Intercontinental Champions zu Ehre kamen
und gute Runs hatten. Die Fans haben eingeschaltet, um sie
wachsen zu sehen.“
Unmerkliches
Nicken von Dynamite. Aber er weiß noch immer nicht so
recht, worauf Alonso hinauswill.
Claude
Booker: „Komm zur Sache, Zac.“
Zac
Alonso: „Ich will das auch. Nicht das Geld. Aber dieses
Gefühl, ständig zu wachsen. Ein geiler Champion zu
sein, von dem die Zuschauer denken, dass er bereit für den
großen Sprung ist. Und für diesen Fall war meine
Niederlage gegen diesen jungen Mann…“
Er
deutet auf Kyle Douglas. Der Kanadier strafft die Schultern
darüber und ist überrascht, plötzlich doch in das
Gespräch einbezogen zu werden.
Zac
Alonso: „…echtes Gift. Ich kann es nicht ertragen,
gegen ihn verloren zu haben. Jeden Tag wache ich mit dem Gefühl
auf, nur durch einen Wink des Schicksals noch Champion zu sein.
Und das Schlimmste für dich ist, Dynamite: So geht es auch
deinen Zuschauern. Deinen Kunden. Wenn ich jetzt Milly besiege –
werden die Leute nicht trotzdem sagen, ich sei gar nicht der
wahre Champion, schließlich habe in einem Non-Title-Match
schon einmal verloren, hm? Es wird immer ein Schatten auf meinem
Run liegen. Für mich. Und für dich.“
Claude
Booker: „Ja, Zac. Nachvollziehbare Argumentation. Aber ich
habe dir bereits gesagt: Ich kann daran nichts ändern. Milly
Vermillion hat als Vertreterin der LPG ihren Shot schwarz auf
weiß. Das ist sicher wie das Amen in der Kirche.“
Bei
seiner erneuten Absagen an den „Kyle Douglas-Plan“
hat Dynamite mit enttäuschter Miene bei Alonso gerechnet.
Doch der Intercontinental Champion hat stattdessen ein
verschmitztes Lächeln im Gesicht, so als habe er nur darauf
gelauert, dass der Präsident zu genau diesem Punkt kommt.
Zac
Alonso: „Das stelle ich auch nicht in Frage. Milly ist im
Rennen. Du kannst sie nicht rausnehmen. Aber der Vertrag sagt
sicherlich nichts darüber aus, ob…“
Er
hält im Satz inne, wendet sich zu Kyle Douglas und hält
diesem ein imaginäres Mikrofon hin. Erst wirkt Douglas
völlig überrumpelt, hat keinen Plan, was Alonso von ihm
will.
Dann
jedoch scheint ihm etwas einzufallen. Und er macht große
Augen in Richtung Zac.
Kyle
Douglas: „…nicht jemand zum Match hinzugefügt
werden kann.“
Zac
Alonso: „EXAKT!“
Synchron
stürmen Douglas und Alonso auf Dynamites Schreibtisch zu und
stützen sich ab. Sie harren wie Hunde vor der Fütterung
auf eine Reaktion des Präsidenten. Dieser hat eine
Denkerpose eingenommen, kratzt sich am Kinn. In seinem Kopf geht
er hundert Möglichkeiten, dutzende Eventualitäten durch
– und dann lehnt er sich im Sessel zurück. Auf seinem
Gesicht ist ein gönnerhaftes Lächeln.
Claude
Booker: „Du willst also freiwillig ein 3-Way gegen Milly
UND Kyle bestreiten, Zac?“
Zac
Alonso: „Es ist DIE Chance für mich, die Zweifel
abzuschütteln, die an mir nach meiner Niederlage aufgekommen
sind. Ich kann mich gleichzeitig um die Pflichtherausfordererin
kümmern und meine Niederlage wiedergutmachen. Ich kann
derjenige sein, der endlich Kyle Douglas pinnt. Das wäre ein
Moment, der in Erinnerung bleibt. Viel mehr als eine Niederlage.“
Claude
Booker: „Ein mutiger Plan.“
Kyle
Douglas: „Der für mich durchaus formidabel klingt.
Auch wenn es kein gutes Ende für Alonso nimmt.“
Die
Spannung steht sprichwörtlich im Raum. Noch immer keine
klare Antwort von Dynamite. Dann jedoch klatscht der
Verantwortliche in die Hände.
Claude
Booker: „Ich werde das noch einmal prüfen lassen, um
ganz sicher zu gehen. Aber ich glaube…“
Er
schenkt den Wrestlern den Anflug eines Lächelns.
Claude
Booker: „…eigentlich ist gegen den Plan nichts
einzuwenden. Ich kann Milly nicht rausnehmen. Aber ich kann
andere Wrestler hinzufügen. Das ist in unseren
Re-Match-Klauseln nicht klar geregelt. Vor allem, wenn der
Champion freiwillig zwei Gegner akzeptiert, kann selbst
Switzenbergs Anwaltsteam mir nicht an den Karren pissen.“
Sein
Blick geht zu Kyle Douglas.
Claude
Booker: „Also dann, Kyle…scheinbar hat sich das
Schicksal doch einmal deiner erbarmt. Du hast den Kampf.“
Mit
einem „YES!“ ballt Kyle die Faust.
Claude
Booker: „Zac Alonso, Kyle Douglas, Milly Vermillion. Ein
3-Way bei New Level. Ich stimme zu.“
Kyle
Douglas kann seine Emotionen nur schwer in Zaum halten. Lauthals
fällt er Dynamite um den Hals, der das aber tendenziell
stoisch über sich ergehen lässt. Als er dann mit Alonso
einklatschen will, merkt Kyle dass an dieser Stelle das nun nicht
der richtige Move ist. Dennoch reicht er ihm den
kameradschaftlichen Fistbump hin, sodass Zac etwas schmunzelnd
erwidern kann.
Kyle
Douglas: „Wir sehen uns bei New Level. Und dann wird der
Intercontinental Title an mich übergehen!“
Zac
schaut Kyle noch nach, als dieser das Büro verlässt.
2025
war das Jahr des Hirsches, doch was ist 2026 für Ask Skógur?
Ein
seltsames Jahr. Das Konzept Identitätskrise begleitet Ask,
seit er in der GFCW ist und zu Beginn des Jahres hat er eine
solche mal wieder überwunden. Seitdem steht seine Reise in
der GFCW in Richtung GFCW-Titel, den er sich aber erst verdienen
musste, denn als ihm die Chance offeriert wurde, hat er sie aufs
Spiel gesetzt… und verloren.
Dann
hat er Danny Rickson besiegt und war abermals in der Position
Herausforderer Nummer 1 zu werden, allerdings, hat er wieder
verloren.
Jetzt
steht vermutlich eine neuerliche, eine finale Schlacht mit
Rickson an, doch was dann?
Was
wenn er gewinnt? Was, wenn er verliert?
Ask
steht in Gedanken versunken vor seiner Kabine, denn, obgleich der
World Title nach wie vor, fast schon wie ein Damoklesschwert,
wegweisend über ihm schwebt, scheint Ask zum ersten Mal in
seiner Karriere so wirklich planlos.
Heute
hingegen steht ein Kampf an, den es erst einmal zu gewinnen gilt,
doch diesen Kampf wird er nicht allein bestreiten.
Jona
Pexianer: “Hast du einen Moment, Ask?”
Brav
wartet Petes Sohn ab, bis Ask ihm mit einem Nicken signalisiert,
loslegen zu können. Doch auch schon zuvor ist an Jonas Miene
ablesbar, dass ihm etwas auf der Zunge brennt.
Jona
Pexianer: “Nun, ich wollte dir etwas sagen. Und dir
danken…”
Aus
den Gedanken gerissen, schafft es Ask direkt wieder umzuschalten,
passenderweise in den Kumpel-Modus, der hier von Nöten ist.
Als wäre es selbstverständlich winkt er ab.
Ask
Skógur: „Nicht dafür, gern geschehen. Wenn die
Refuse to Age-Typen kommen, bin ich immer zur Stelle, um denen
paar auf die Mappe zu geben, glaub mir, keiner weiß besser
als ich, was das für Typen sind und dass dies mehr als
verdient haben.“
Jona
Pexianer: “Das war nicht, wofür ich dir danken wollte.
Wobei, dafür natürlich auch. Deine Hilfe war
willkommen, denn die Wichser hatten mich ziemlich eingekesselt.
Aber im Grunde geht es mir um etwas anderes. Ich wollte dir
danken dafür, dass wir heute gemeinsam in einem Match
stehen.”
Wieder
setzt Ask zu einer Erwiderung an. Doch diesmal wartet Pex nicht
auf eine Reaktion. Er ist mit seinen Gedanken noch nicht fertig
und fährt im schnellen Sprachstil fort.
Jona
Pexianer: “Das ist nicht selbstverständlich. DU hast
ausgewählt, dass wir heute Partner sind. Als du vor zwei
Wochen den Kampf gefordert hast, da hast du keine Sekunde
gezögert und mich in einem Atemzug als möglichen
Partner vorgeschlagen anstatt die Stelle an deiner Seite erstmal
offenzulassen und darauf zu setzen, dass das Office dir jemanden
für den Fight zuweist.”
Ask
rümpft die Nase, die Frage: ‚Ja, wer sollte denn sonst
mit mir kämpfen?‘ steht ihm förmlich ins Gesicht
geschrieben.
Ask
Skógur: „Ich hab ein Problem mit denen, du hast ein
Problem mit denen. Macht doch Sinn, dass wir dann zusammenkämpfen
werden, meinst du nicht? Und wir werden ja nicht nur kämpfen…
wir werden gewinnen.“
Es
scheint Ask – wieder mit einer Selbstverständlichkeit
– gar nicht in den Sinn zu kommen, seine Entscheidung in
Frage zu stellen. Nach außen hin kann das aber schon Sinn
machen, Pex‘ Track Record spricht nicht zwingend für
ihn, aber es ist nun mal Ask und der sieht in den – guten –
Menschen, nun mal keinen Track Record.
Sondern
gute Menschen.
Jona
Pexianer: “Es ist schön, dass du das so siehst. Ich
hoffe, du fühlst es wirklich so, auch tiefer in dir drin.
Aber legen wir mal die Fakten auf den Tisch.”
Ein
Zucken in Pexs Ausdruck verrät, dass er zu einem Thema
kommt, das ihm wenig behagt. Er atmet tief durch und verlagert
seine Haltung.
Jona
Pexianer: “Du hast mich nun schon mehrfach vor Refuse to
Age retten müssen. Du warst in diesen Situationen jedes Mal
der Gamechanger und hast meinen Kopf aus einer Schlinge ziehen
können, aus der ich selbst nicht rausgekommen wäre.
Mehrfach. Im Grunde musst du denken, dass ich ein verdammter
Loser bin.”
Und
ganz plötzlich ändert sich Asks Mimik. Er bleibt zwar
ruhig, wirkt aber nun nicht mehr so selbstverständlich und
locker. Es ist fast, als wolle er Jona den Raum geben, sich
entfalten zu können, ohne auch nur im Ansatz mit einer
seiner Reaktionen Gefahr laufen wertend zu urteilen.
Jona
Pexianer: “Ich habe hier in der Liga meinen Mund manchmal
verdammt voll genommen. Das ist einfach meine Art. Immer wieder
habe ich behauptet, der hier…”
Er
klopft auf seinen Schlagarm. Die Waffe, die er für die
Lariat braucht.
Jona
Pexianer: “...würde alles verändern. Und damit
habe ich falsch gelegen. Ich habe den Fight verloren, für
den ich ein halbes Jahr trainiert habe. Ich habe meinen Vater
nicht retten können. Und gegen Aldo Nero wäre es
vielleicht noch deutlicher ausgegangen. Du hättest also
allen Grund, mich für einen hoffnungslosen Fall zu halten
und in den Spottgesang über mich einzustimmen.”
Ask
rümpft die Nase. Er grunzt. Er stellt sich nun noch klarer
vor Pex und schaut ihm in die Augen. Dann wendet er sich mit dem
Kopf ab, richtet seine Worte aber noch immer genau an Jona.
Ask
Skógur: „Weißt du Mann, es heißt, dass
hier alles sei ein Dschungel. Jeder ist sich selbst der nächste.
Du bist der Jäger… oder die Beute. Tja, ich sag, das
ist Quatsch. Wir alle sind Kämpfer, die sich in dieser Welt
zurechtfinden wollen. Die einen, denen fällt das leichter,
anderen nicht. Manch einer erreicht, was er erreichen will, ohne
große Probleme. Andere müssen viel härter dafür
kämpfen.
Schau
mich an. Ich selbst, hab mich wohl irgendwo in diesem ganzen
Chaos verloren. Ich war ganz oben, nachdem ich lange kämpft
habe. Und ich hätte wieder da sein können, aber ich
habe mich für einen anderen Weg entschieden. Das haben viele
als dumm bezeichnet und wahrscheinlich hatten sie damit auch
recht. Ich aber denke... das ist es, woraufs ankommt.
Selbstbewusstsein. Demut. Erfolg. Stagnation.
Mann…
keine Ahnung, was ich da Rede, ich bin nur der Typ aus dem Wald.“
Ask
verliert sich etwas in seinen Ausführungen, aber sein Punkt
kommt wohl irgendwie durch: er musste Demut lernen, er wollte
sich den Weg zurück nach oben verdienen, weil er eben nichts
geschenkt bekommen wollte. Er hat seinen ersten Titelverlust
nicht gut weggesteckt, also wollte er es beim zweiten Titelgewinn
besser machen. Und noch ist er vielleicht nicht wieder an diesem
Punkt, aber, wenn er es ist, dann weiß er, er wird es
verdient haben.
Ask
Skógur: „Was ich sagen will: es gibt in der GFCW
genug von denen, die behaupten sie seien die besten. Und bei
einigen stimmts vielleicht auch. Aber es gibt noch etwas
Wichtigeres, als das.
Du
brauchst: Herz. Du brauchst Kampfgeist. Du brauchst einen
eisernen Willen. Einen Willen, auch nach den Rückschlägen
weiterzumachen, egal wie hart sie auch sein mögen und glaub
mir, ich habe davon so einige mitmachen müssen.
Deswegen
verstehe ich, dass deine Niederlagen gegen Rickson weh tun, dass
die Demütigungen schmerzhaft sind… aber, Pex, ich
habe dich nich TROTZ dieser Niederlagen und Demütigungen
ausgesucht, sondern genau DESWEGEN, denn du gibst nicht auf und
das ist wertvoller als der x-te ‚beste Wrestler aller
Zeiten‘.“
Jona
Pexianer: “Mann, Ask. Wenn du mal nicht mehr im Ring stehen
willst, würde ich bei dir ein Motivationsseminar buchen.
Doch so sehr diese Worte mich auch pushen, weiß ich, dass
ich den nächsten Schritt in meiner Karriere allein gehen
muss. Ich muss heute im Ring beweisen, dass ich nicht nur formal
an deiner Seite stehe, sondern auch wirklich eine Hilfe bin. Ich
gehe heute daraus und sorge dafür, dass die beiden Clowns
mehr als nur eine Beauty-Behandlung brauchen, um sich davon zu
erholen.”
Ask
nickt Pexianer anerkennend zu.
Ask
Skógur: „Das will ich auch hoffen, denn ich meine,
was ich sage. Demut ist wichtig. Rückschläge sind
unvermeidbar und es geht um Herz, Kampfgeist, den eisernen
Willen, dennoch… musst du gewinnen, wenn du es schaffen
willst. Du darfst dich den Rückschlägen nicht hingeben,
sondern musst sie als Antrieb nehmen. Irgendwann MUSS es besser
werden und Mann, ich will dir keinen Druck machen, aber dieses
‚Irgendwann‘ ist Heute.
Hilf
mir dabei, diesem Rickson nochmal eins auszuwischen.
Tust
du das?“
Asks
Worte sind weitere Verstärkungen, ohne tatsächlich eine
Gefühl von „Druck“ aufzubauen –
gleichermaßen schwingt dennoch mit, dass ihm der Sieg in
diesem Match wichtig ist.
Er
klopft Pex auf die Schulter und entert schließlich seine
Kabine. Dabei lässt er diese offen, sodass auch Pex
hinterherkommen kann.
Die
Tür wird geschlossen und die Vorbereitung ist in vollem
Gange.
Heute
Abend wird Refuse to Age geschlagen – so viel steht fest.
Danny
Rickson: „Nein, es gibt natürlich KEINEN Grund zur
Sorge.“
Wir
steigen in medias res ein. Eine unbestimmte Szenerie im
Backstagebereich ist zu sehen, vielleicht ein Abschnitt des
Kabinentrakts. Wichtiger jedoch als die Umgebung ist das
Geschehen: Man sieht Danny Rickson mit einem Telefon an Ohr. Sein
Auftaktsatz galt keinem physischen Gesprächspartner, sondern
jemandem am Ende der Leitung.
Der
Engländer läuft auf und ab, seine Körperhaltung
erzählt von unterdrückter Empörung und falscher
Freundlichkeit.
Danny
Rickson: „Oh, natürlich habe ich Verständnis
dafür, wenn sie einfach
nur mal nachfragen wollten,
meine Herren. So macht man das unter Geschäftspartnern, ich
verstehe.“
Je
genauer man die Übertragung betrachtet, desto eher kommt man
zu einer Ahnung: Dies hier ist kein geplantes Segment. Alles hat
den Anschein einer spontan, vielleicht gar heimlichen, Aufnahme.
Der
Kamerawinkel ist unprofessionell, der Zoom nicht richtig
eingestellt. Im Grunde kann man nur zu einem einzigen Schluss
kommen: Danny Rickson weiß nicht, dass er gerade gefilmt
wird.
Danny
Rickson: „Doch als IHR Geschäftspartner darf ich
anmerken, dass es trotzdem nicht einer gewissen Komik entbehrt,
wenn Sie und ich nach der Unsterblichkeit streben, nach
unendlicher Dominanz…“
Der
Pathos bei der Erwähnung von Unendlichkeit ist selbst jetzt,
wo er angespannt wirkt, in Ricksons Stimme unverkennbar.
Danny
Rickson: „…und Sie sich aufgrund einiger unschöner
Ergebnisse bereits nach einigen Monaten veranlasst sehen, einfach
nur mal nachzufragen.
Ich halte ihre Bedenken, mit Verlaub, für absurd.“
Leise
– für die Kamera nicht verständlich – kommt
eine Antwort auf dem Telefon. Rickson hält es weiter vom Ohr
weg, so als wolle er möglichst weiten Abstand gewinnen zu
den Ausführungen des unbekannten Gesprächspartners.
Ausführungen, denen er eindeutig ablehnend gegenübersteht.
Manchmal lacht er ungläubig auf, ein anderes Mal schüttelt
er den Kopf.
Als
die ohnehin schon verwackelte Kamera näher heranzoomt, ist
auf dem Display des Handys für einen Sekundenbruchteil das
Logo von Refuse to Age zu erkennen. Seine Gesprächspartner –
sind das Vertreter „von ganz oben“ am anderen Ende
der Leitung?
Danny
Rickson: „Meine Pläne?
Meine Herren, Danny Rickson hat immer exakt einen Plan: Und das
ist, Danny Rickson zu sein. Denn das ist in dieser Liga synonym
damit, der Beste zu sein. Das ist ein Fakt, dessen
Wahrheitsgehalt nicht dadurch erschüttert wird, dass Ask
Skógur eine einzige Schlacht gewonnen hat – und
ebensowenig vom unschönen Ergebnis eines Massenkampfes.“
Wieder
kommt eine unverständliche Antwort über die Leitung.
Diesmal entgleiten Danny Rickson sämtliche Gesichtszüge.
Er versucht aufzulachen, doch es bleibt ihm auf halbem Weg im
Halse stecken.
Die
Ader an seinem Hals beginnt zu pochen.
Danny
Rickson: „Sollte
das grad ein Scherz sein? Im
Sinne unserer Freundschaft werde ich davon ausgehen, dass diese
Frage ironisch gemeint war. Natürlich umfassen diese Pläne
keinerlei Beteiligung von Miria Saionji. Refuse to Age ist und
bleibt eine Elitenbewegung, eine Auslese. Danny Rickson wird sich
nicht dazu herablassen, diese Idee zu verwässern, nur um
Ihre Nervosität zu lindern. Solche kurzfristigen gedachten
Entscheidungen sind etwas für Männer vom Schlage eines
Darragh Switzenberg und ich darf im Interesse Ihrer Firma
anmerken, dass es besser auch so bleibt und wir uns davon
distanzieren.“
Er
drückt mit beiden Fingern auf die Nasenwurzel und schließt
die Augen. Entschleunigt die Atmung. Doch der Versuch seiner
Beruhigungsmeditation zerfließt als er eine weitere
Entgegnung mit intensivem Kopfschütteln quittiert.
Danny
Rickson: „Das Ask-Skógur-Problem
ist
streng genommen kein Problem, denn es wird sich am heutigen Abend
bereits erledigt haben. Ich nehme an, dass wir dann wieder
gemeinsam positiv in die Zukunft schauen können.“
Damit
scheint das Thema für ihn beendet. Er schnalzt mit der Zunge
und dreht sich abrupt auf den Hacken um. Die Kamera wird ein
Stück zurückgezogen. Noch immer wurde sie nicht
entdeckt.
Danny
Rickson: „Und doch darf ich Ihnen eine Ankündigung
machen. Eine bedeutsame Entwicklung. Als kleines Friedenangebot
nach unserem kollegialen Zwist gerade.“
Jetzt
ist Rickson in seinem Element. Man kann förmlich spüren,
wie sehr es ihm gefällt, die Männer am anderen Ende der
Leitung zappeln zu lassen.
Danny
Rickson: „Mögen Sie Überraschungen? Oder wollen
Sie es gleich wissen?“
Auf
die Antwort hin gibt er mit der freien Hand ein Fingerschnippsen
von sich.
Danny
Rickson: „Oh, natürlich. Ich habe mir gleich gedacht,
dass die Herren keine Überraschungen mögen. Also dann,
ich darf Ihnen einen ganz besonderen Coup verkünden, denn
Refuse to Age wird…“
Wieder
dreht sich Rickson um. Und ebenso wird wieder die Kamera neu
platziert, woanders versteckt. Doch diesmal ist etwas anders.
Rickson
hält abrupt inne. Er zieht die Augen zusammen.
Danny
Rickson: „Einen Moment bitte.“
Der
Engländer lässt das Smartphone herabsinken. Macht einen
Schritt in Richtung des Kameraverstecks. Und blickt dann genau in
die Linse. Seine Zornesfalten zieht sich zusammen.
Nur
mit Mühe kann er seinen Ärger unterdrücken, als er
wieder das Telefon hochnimmt.
Danny
Rickson: „Ich stelle gerade fest, dass die Wände in
dieser Umgebung Ohren haben. Entschuldigen Sie mich einen
Moment.“
Das
Telefon gleitet in die Hosentasche.
Danny
Rickson: „ROBBIN!“
Keine
fünf Sekunden vergehen, ehe Robbin Zick mit gehorsamer Miene
die Szenerie betritt. Er muss auf der anderen Seite des Raumes
auf seinen Einsatz geharrt haben.
Robbin
Zick: „Ja?“
Zicks
Blick folgt, als Rickson in Richtung der versteckten Kamera
deutet. Spätestens jetzt muss der (zu) forsche Kameramann
ahnen, dass es für ihn kein gutes Ende nimmt.
Danny
Rickson: „DRAUF!“
Der
Assistent macht einen Schritt auf die Kamera zu, ehe er noch
einmal stehen bleibt und sich zur letzten Rückversicherung
umdreht.
Robbin
Zick: „Drauf?“
Danny
Rickson: „Drauf.“
Rickson
klatscht in die Hände, zieht das Handy wieder aus der Tasche
hervor und nimmt es zurück ans Ohr.
Das
Letzte, was die Zuschauer sehen, ist der herannahende Fuß
Robbin Zicks. Dann fällt die Kamera zu Boden. Das Ächzen
eines Mannes ist zu hören. Und alles wird schwarz.
„BUUUUUUH!“
Seit
Monaten sind Refuse to Age Teil dieser Liga und kann noch aus all
den Schandtaten und Kontroversen wegzudenken, mit denen sie in
schöner Regelmäßigkeit die GFCW in den Wahnsinn
treiben. Und doch: Dies ist der erste gemeinsame Kampf von Danny
Rickson und Robbin Zick.
Der
Hall of Famer kommt zuerst. Er tritt zu einem Schwall aus
Buhrufen durch den Vorhang und bleibt am Anfang der Rampe stehen.
Dann hebt er einen Arm und winkt, ohne sich dabei umzudrehen.
Gehorsam kommt Robbin Zick hervorgelaufen und stellt sich, zwei
Schritte hinter Rickson, auf. Trotz der klar verteilten
Hierarchie, die zu Ungunsten Zicks ausfällt, wird der
Hannoveraner nicht in seiner Arroganz beeinträchtigt. Er
blickt mit gerecktem Kinn ins Publikum, wischt sich das lange
Haare aus dem Gesicht und fährt – natürlich ganz
zufällig – mit einer Hand an seinem Sixpack entlang,
um die Blicke – ebenso zufällig – der Kameras
und Zuschauer auf eben jene Körperstelle zu richten.
Sven:
„So sehen Stars aus, Pete.“
Pete:
„Robbin Zick hat noch keinen Kampf im Main Roster gehabt.
Ich würde nicht beurteilen, dass er ein Star ist.“
Sven:
„Seine Bilanz ist 1 zu 0.“
Pete:
„Wo kommt die 1 her, wenn dies sein Debüt ist?“
Sven:
„Den heutigen Sieg habe ich bereits mitgerechnet.
Schließlich geht es gegen deinen Sohn.“
Zu
zweit setzt sich Refuse to Age in Bewegung, es geht Richtung
Ring. Zuschauer kommen nicht umhin, an die Szenen zu denken, die
man früher am Abend mit der Beteiligung Ricksons gesehen
hatte. War das etwa eine Ermahnung, die er vonden oberen der
Firma erhalten hatte? Es klang und sah ganz danach aus. Und seine
einzige Antwort dürfte sein, dass er diesen Fight für
sich entscheidet.
Unsicherheit
ist Rickson trotzdem nicht anzusehen. Er ist seit Jahrzehnten
darin geübt, hochmütig zu sein und so bricht nicht den
selbstbewussten Blick, den er entlang der gesamten Rampe in
seinem Gesicht trägt. Im Ring angekommen, entledigt er sich
seines Shirts und präsentiert einen austrainierten Körper,
der sich Sachen Definition kaum hinter dem Zicks steht, auch wenn
rund 25 Jahre die Beiden trennen.
Dann
verklingt die Musik von Refuse to Age. Und die Stimme in der
Halle wird schlagartig besser.
Bis
in die Haarspitzen motiviert stürmt Jona Pexianer durch den
Vorhang. Schon weit vor dem Klang der Glocke ist seine Stirn
nassgeschwitzt, offensichtlich hat er sich im Backstagebereich
intensiv vorbereitet. Körperlich wie mental.
Seine
Muskeln sind angespannt, am Hals tritt die Schlagader hervor.
Pexianer schlägt nicht mit den Zuschauern ab, aber brüllt
ihnen seine gesammelte Motivation entgegen. Und schafft es
tatsächlich, dass die Halle teils mit einstimmt, ihm gute
Reaktionen schenkt. Nicht in der Lautstärke, die es gleich
für seinen Partner geben wird – aber doch, Pex hat die
Herzen der Fans in den letzten Wochen durchaus erobert.
Bei
aller Motiviertheit ist Pex trotzdem klug genug, nicht sofort in
den Ring zu Refuse zu Age zu sliden. Er weiß, dass er
besser wartet, um nicht in einen Hinterhalt zu geraten.
Und
so wartet – wie alle – auf den großen Liebling
dieses Matches. Auf den Main Character.
„ASK!“
„ASK!“
„ASK!“
Der
Jubel bricht aus, als Ask Skógur auf die Stage gelaufen
kommt – moderat gut gelaunt, aber dafür sichtlich fit
und aufgeladen. Der Mann scheint fokussiert auf seine heutigen
Gegner und dadurch kann man auch etwas davon absehen, dass seine
Laune nicht die beste zu sein scheint, denn letztendlich sind
besagte Gegner nun mal der Grund dafür.
Jetzt
läuft Ask auf jeden Fall die Stage herunter,
selbstverständlich klatscht er dabei trotzdem mit dem ein
oder anderen Fan ab – das lässt sich der Fanliebling
aus dem Wald dann doch nicht nehmen, weder von Rickson noch von
Zick oder irgendwem sonst, von Refuse to Age.
Refuse
to Change – das ist Asks Motto, ironischerweise auch trotz
dessen, dass er schon sehr viel „Change“ durchgemacht
hat, in seiner Zeit in der GFCW.
Sven:
„ARGH!“
Pete:
„Willst du wieder geworfen werden?“
Sven:
„Hmpf.“
Pete:
„Ein wichtiges Match. Und ich weiß gar nicht so
wirklich, wie ich Ask für das Danken soll, was er heute für
meinen Sohn tut. Er gibt ihm eine Chance, an seiner Seite
gemeinsam seinem Peiniger, dieser miesen Type eines Danny
Ricksons, Vergeltung zu Teil werden zu lassen. DANKE ASK!“
Sven:
„Ich bin fassungslos, als Kommentator ist es deine Pflicht
neutral gegenüber allen GFCW-Wrestlern zu sein!“
Pete:
„Ich hoffe Ask wischt heute mit Danny den Boden auf!“
Ask
erreicht den Ring. Er betritt diesen mit Blick zu Pex.
Anerkennend nickt er ihm zu, als wolle er sagen „Wird
schon. Muss ja.“
Und
so ist er bereit für dieses wichtige Match.
Tag
Team-Match:
Refuse
to Age (Robbin Zick & Danny Rickson) vs. Ask Skogur &
Jona Pexianer
Referee:
Karo Herzog
Karo
Herzog prüft noch einmal beide Ecken. Danny Rickson
steht locker auf dem Apron, dehnt den Nacken, rollt die
Schultern und sieht trotz aller Bemühungen um Jugend
aus, als hätte er diese Situation schon ein paar hundert
Mal erlebt. Neben ihm tigert Robbin Zick auf der Apron Matte,
den Blick fest auf Jona Pexianer gerichtet. Youngster hasst
Youngster. Pex erwidert das Starren mit offenem Kiefer und
geballten Fäusten. Seine Finger zucken bereits.
Ask
Skógur legt ihm eine Hand auf die Brust. Als wolle er
ihm sagen: Jona,
warte auf den Gong. Die
Mentorenrolle, die der Schwede ganz wie von selbst im Umgang
mit Petes Sohn eingenommen hat, endet nicht, nur weil sie
jetzt im Ring stehen.
Zick
grinst breit. Er lehnt sich über das oberste Seil und
tippt sich mit dem Zeigefinger an die Schläfe.
Robbin
Zick: „Was denn, Pex? Du lässt dich von Ask
zurückhalten? Du bist ebenso feige wie hässlich,
Bro.“
Pex
macht einen Schritt nach vorn, doch wieder ist Ask da.
Diesmal genügt ein einzelnes Wort. Nicht.
Der
Gong ertönt. Damit ist jedes Nicht
aus
Pex’ Kopf verschwunden.
Er
schießt aus der Ecke und rammt Zick mit beiden Händen
gegen die Brust. Kein Lock-Up, kein Abtasten. Zick wird in
die Seile gedrückt, prallt zurück und kassiert den
ersten Forearm an den Kiefer. Pex setzt nach. Noch ein
Schlag. Dann ein dritter, unsauber, aber mit genug Gewicht
dahinter, dass Zick die Arme hochreißen muss. Der
Recruiter von Refuse to Age versucht, Jona am Hinterkopf zu
packen, doch der stößt ihn zurück und trifft
ihn mit einem harten Shoulder Block.
Zick
bleibt stehen. Er wankt, mehr nicht. Das Grinsen verschwindet
trotzdem. Pex knurrt ihn an, läuft in die Seile, kommt
zurück und knallt mit einem zweiten Shoulder Block gegen
ihn. Wieder bleibt Zick auf den Beinen, diesmal muss er
allerdings zwei Schritte zurück. Aus der Ecke ruft Danny
etwas, das in der Halle untergeht. Zick winkt ab, stürzt
sich auf Pex und will ihn in einen Collar-and-Elbow-Tie-Up
zwingen.
Pex
denkt nicht daran. Er schlägt sich frei, rammt Zick das
Knie in den Bauch und packt ihn am Handgelenk. Ein Irish Whip
soll folgen, Zick stemmt sich dagegen, dreht die Bewegung um
und schickt Pex in die Seile. Pex kommt zurück, Zick
senkt den Kopf für einen Back Body Drop, aber Pex bremst
nicht. Er tritt ihm mit dem Big Boot voll gegen die Brust.
Zick
geht zu Boden.
Pete:
„Mein Sohn, mein Stolz!“
Der
Kommentar vergisst jede Überparteilichkeit und schenkt
seinem Fleisch und Blut einen Applaus, für den es einen
bösen Blick von Sven gibt. Die Halle geht mit. Pex setzt
sofort hinterher und stürzt sich auf den alterslosen
Jüngling. Er bleibt auf ihm, hämmert mit Schlägen
auf ihn ein. Karo zählt an, Pex hört bei vier auf,
aber nur, weil Ask vom Apron aus seinen Namen ruft.
Ask
Skógur: „Jona!“
Pex
steht auf, atmet schwer und hebt beide Hände. Zick rollt
sich in Richtung Seile, schiebt den Oberkörper unter dem
untersten hindurch und lässt sich auf den Hallenboden
fallen. Buhrufe begleiten ihn. Er fasst sich an die Brust,
geht ein paar Schritte rückwärts und schüttelt
den Kopf, als hätte Pex gerade etwas zutiefst Illegales
getan.
Rickson
Miene verfinstert sich. Er springt vom Apron und geht zu ihm.
Er spricht ruhig auf Zick ein, eine Hand im Nacken seines
Partners. Er ist nicht der Mann, um Trost zu spenden, ihm
geht es um Korrektur des Vorgehens. Zick wischt sich über
den Mund, steigt auf den Apron und kommt zwischen den Seilen
zurück. Er hebt die Hände und fordert jetzt
tatsächlich ein Kräftemessen.
Pex
schaut zu Ask. Ask hebt kaum merklich das Kinn. Vorsicht.
Pex
geht trotzdem darauf ein. Er hebt die Hände, die Finger
verschränken sich, Zick drückt sofort mit allem
Gewicht nach vorn. Pex gibt keinen Zentimeter her. Die beiden
stehen Stirn an Stirn, Zick ein Stückchen größer,
aber nicht breiter. Pex stemmt sich dagegen, bringt Zick zum
Schwitzen, treibt ihn sogar einen halben Schritt zurück.
Da löst Zick abrupt eine Hand, dreht sich heraus und
klatscht Danny ab. Sofort gehen die Buhrufe hoch.
Pex
merkt den Wechsel erst, als Rickson bereits durch die Seile
steigt. Der ewig junge Veteran lächelt. Pex will an ihm
vorbei zu Zick,mit dem ist er noch nicht fertig, aber Herzog
stellt sich dazwischen, sie sorgt hier für Ordnung.
Verdammt noch mal! Danny nutzt den Augenblick nicht für
einen Angriff. Er bleibt stehen, wartet, lächelt weiter.
Diese Geduld reizt Pex mehr als jeder Cheapshot.
Höhnisch
winkt Rickson den unerfahrenen Mann heran. Und Pex kommt. Er
schießt mit einem rechten Haken nach vorn, Danny duckt
sich darunter weg, greift den Arm und wirft Pex mit einem
sauberen Arm Drag auf die Matte. Pex rollt durch, springt
hoch und rennt wieder an. Zweiter Arm Drag. Diesmal hält
Danny das Handgelenk fest, dreht in einen Armbar am Boden und
kniet mit einem Bein auf Pex’ Schulter. Jona schlägt
mit der freien Hand auf die Matte, nicht zum Abklopfen,
sondern aus Zorn. Danny beugt sich zu ihm hinunter und
flüstert ihm etwas ins Ohr, das sicher nicht
schmeichelnd war.
Sven:
„Dein Sohn ist eine unkontrollierte Gurke, Pete.“
Pete:
„LÜGE!“
Sven:
„Sprüche des Sprachrohrs sind nur gut, wenn sie
von mir kommen, Mann.
Pex
stemmt sich hoch. Danny hält den Arm, dreht ihn einmal,
aber Pex kommt auf die Beine und stößt ihn mit der
freien Schulter weg. Danny federt in die Seile. Der Youngster
erwartet ihn mit einem Shoulder Block, trifft sauber, und
diesmal geht Rickson auf die Matte.
Das
Publikum nimmt es dankbar an.
Pex
brüllt kurz im Triumph auf. Danny sitzt auf dem
Hosenboden, blickt nach oben und wirkt zum ersten Mal an
diesem Abend einen Tick weniger amüsiert. Pex greift
nach ihm, zieht ihn hoch und will ihn in die Ecke schleudern.
Danny kontert, der Deutsche läuft also selbst los,
springt auf den zweiten Turnbuckle, dreht sich herum und will
mit einem wilden Crossbody zurückfliegen.
Danny
macht einen Schritt zur Seite. Pex kracht auf die Matte.
Rickson
ist sofort da. Er greift nach dem Bein, setzt den Fuß
in die Kniekehle und zieht Pex in Richtung
Refuse-to-Age-Ecke. Zick streckt bereits die Hand aus. Tag.
Es bleibt bei einem kurzen Einsatz für Rickson an diesem
Abend. Vorerst.
Sven:
„Das schwächste Glied in der Kette wird isoliert.
Und das ist natürlich dein Sohn. Das muss sogar ich
zugeben, obwohl der Kobold hier auch beteiligt ist.“
Zick
steigt durch die Seile und tritt Pex in den Rücken,
bevor der überhaupt richtig Luft holen kann. Ein zweiter
Tritt folgt, dann zieht er ihn am Kopf hoch und rammt ihm den
Unterarm in den Nacken. Danny bleibt bis vier im Ring, hält
Pex am Arm fest und ermöglicht Zick einen Running Knee
Lift in die Rippen. Herzog ermahnt Rickson, der hebt artig
die Hände und tritt nach draußen, natürlich
keinen Moment früher als nötig. Währenddessen
wirft Zick Pex mit einem Snapmare auf die Matte und setzt
einen Chinlock an. Dabei schaut er zu Ask.
Robbin
Zick: „Und auf diesen Typen gibst du was?“
Ask
antwortet nicht. Seine Hände liegen ruhig auf dem
obersten Seil, die Augen bleiben an Pex. Hat er umsonst
Vertrauen in den Youngster gesetzt? Oder sieht der Hirsch
etwas, das der Masse verborgen bleibt? Da kämpft sich
Jona hoch. Mit der Kraft der Verzweiflung. Ein Ellbogen in
Zicks Seite. Noch einer. Zick zieht den Griff fester, doch
Pex kommt auf ein Knie, dann auf beide Füße. Er
schiebt Zick rückwärts, trifft ihn mit einem
dritten Ellbogen und läuft los.
Zick
will ihn abfangen, aber Pex geht darunter hinweg, federt
erneut in die Seile und kommt mit einer Lariat zurück.
Zick duckt sich, Pex rauscht durch, bleibt in Bewegung. Beim
zweiten Anlauf springt Zick mit einem Back Elbow hoch, doch
Pex stoppt rechtzeitig, packt ihn an der Hüfte und hebt
ihn aus. Kein schöner Suplex, eher ein wuchtiges
Wegstemmen. Zick knallt auf den Rücken.
Beide
liegen kurz.
Ask
streckt die Hand aus.
Pex
sieht sie. Dann sieht er Zick, der sich Richtung Danny rollt.
Für eine Sekunde will er hinterher. Der alte Reflex
zieht an ihm. Er will Robbin verfolgen. Zick robbt weiter,
absichtlich langsam, ein Köder, um Pex zu einer dummen
Entscheidung zu verleiten.
Ask
Skógur: „Jona!“
Diesmal
ist Ask lauter. Pex schlägt einmal auf die Matte, dreht
sich dann doch um, gibt die Verfolgung von Zick auf und
springt in die eigene Ecke.
Tag!
In der Halle wird es laut. Der Main Character ist im Game.
Ask Skógur steigt durch die Seile.
Die
Stimmung verändert sich. Zick ist eben noch auf dem Weg
zu Danny gewesen, jetzt bleibt er in der Ringmitte stehen.
Ask bewegt sich nicht hastig. Er kommt auf ihn zu, Schritt
für Schritt, die Schultern locker, die Arme bereit. Zick
will zuerst schlagen. Ask blockt den Forearm, dreht das
Handgelenk ein, Wristlock. Zick verzieht das Gesicht und
versucht, sich herauszuwinden, doch Ask geht mit, nimmt den
Arm hinter den Rücken, Hammerlock, dann ein Stoß
mit der Schulter in Zicks Schulterblatt.
Pete:
„Da ist Ask’sche Qualität! Er ist im Ring so
gut wie vom Charakter her.“
Sven:
„Entschuldige mich, während ich vomitiere.“
Ask
zieht ihn zurück, dreht den Arm erneut und trifft einen
Back Elbow aus kurzer Distanz. Zick taumelt in die Seile. Ask
lässt ihm keinen Raum. Irish Whip, Zick kontert, doch
Ask läuft unbekümmert weiter, duckt sich unter
einer Clothesline weg und trifft beim Zurückkommen einen
Kick gegen die Brust. Zick stolpert nach vorn und landet in
der Ecke.
Pex
schlägt draußen auf die Polsterung und ruft Ask
etwas zu. Ask nickt, geht in die gegenüberliegende Ecke
und nimmt Anlauf. Zick dreht sich gerade rechtzeitig um, da
rauscht Ask schon heran und trifft ihn mit einem Running
European Uppercut. Zicks Kopf fliegt zurück, seine Arme
hängen über den Seilen.
„ASK!“
„ASK!“ „ASK!“
Ask
packt ihn, zieht ihn aus der Ecke und hebt ihn für einen
Vertical Suplex an. Zick strampelt, bekommt ein Knie frei und
trifft Ask am Kopf. Noch eins. Ask muss ihn absetzen. Zick
landet hinter ihm, rennt in die Seile, doch Ask dreht sich
schnell genug und fängt ihn mit einem Powerslam ab.
Cover.
Eins.
Zwei.
Zick
kommt raus.
Ask
zieht Zick hoch, setzt erneut am Arm an und will ihn in
Richtung Pex treiben. Zick sperrt sich. Ein Ellbogen gegen
Ask, dann ein Griff in dessen Gesicht. Ask fährt mit dem
Kopf zurück und Robbin nutzt die Lücke und rammt
ihm die Schulter in den Magen.
Von
der Ringecke her ruft Danny nach dem Tag. Zick greift nach
Ask, will ihn in die eigene Ecke schleudern, doch Ask bleibt
stehen, dreht die Bewegung um und schickt Zick stattdesseauf
dem Weg. In Richtung Rickson. Ist es von Ask der Wink mit dem
Zaunpfahl, dass er jetzt persönlich gegen den Obermotz
antreten will, nicht gegen dessen Gehilfen? Doch Danny macht
einen Schritt zurück, gerade genug, dass Zick nicht mit
ihm kollidiert. Dieser kleine Rückzug bleibt nicht
unbemerkt. Zick schaut über die Schulter. Nur einen
Moment. Ein Blick, der fragt, warum Danny nicht da war.
Ask
nutzt ihn. Er packt Zick von hinten um die Hüfte, hebt
an. Zick stemmt die Beine in die Matte, greift nach dem
obersten Seil und hält sich fest. Herzog zählt
wieder. Ask löst nicht sofort, Zick klammert sich tiefer
in die Seile. Danny steigt halb durch die Seile und brüllt
die Referee an, sie solle endlich Ordnung schaffen. Dock Ask
lässt von selbst los. Zurück in der Freiheit,
schlägt nach hinten mit dem Ellbogen. Ask weicht knapp
aus, doch Danny Rickson kommt in seinem Rücken illegal
in den Ring und ist bereits nah genug, um ihm einen Schlag
gegen den Hinterkopf zu verpassen. Ask taumelt einen Schritt.
Zick
dreht sich um und trifft ihn mit einen Running Boot in den
Bauch. Buhrufe in der Halle als Ask Skógur durch den
Trick von Refuse to Age zu Boden sackt.
Sven:
„FANTASTISCH! Das ist Teamwork.“
Pete:
„Das unfair.“
Sven:
„Unfair ist es, mein Leben an deiner Seite zu
verbringen, untalentierter Pete. Du hast keine Ahnung von
diesem Wort, als nutze es nicht.“
Zick
packt Ask am Kopf, zieht ihn in die eigene Ecke und taggt
Danny ab. Rickson steigt nicht sofort ein. Er nimmt sich die
Sekunde, schaut zu einem immer unruhiger werdenden Pex
hinüber und lächelt. Dann kommt er durch die Seile,
während Zick Ask mit beiden Händen festhält.
Danny setzt einen gezielten Tritt in Asks Rippen.
Herzog
zählt Zick an. Der löst mit dem Lächeln eines
Unschuldlämmchens bei vier und steigt nach draußen.
Danny zieht Ask in die Ringmitte, legt ihm den Arm um den
Hals und bringt ihn mit einem Neckbreaker zu Boden. Cover.
Eins.
Zwei.
Ask
kickt aus.
Pete:
„Danny Rickson scheint sich heute wieder mehr auf die
Basics zu konzentrieren. Ich sehe wenig von den Aktionen, mit
denen er seine Jugend beweisen will. Hat ihn vielleicht die
Kritik an den Ergebnissen doch zum Umdenken gebracht?“
Sven:
„Du siehst Gespenster, Pete. Gegen zwei Versager vom
Schlage Ask und Pex ist es schlicht nicht nötig, schön
zu wrestlen.“
Danny
bleibt auf den Knien. Er greift nach Asks Handgelenk und
zieht ihn langsam hoch. Zu langsam für Pex, der auf dem
Apron unruhig hin und her läuft. Danny sieht es aus dem
Augenwinkel. Er dreht Ask so, dass Pex freie Sicht hat, und
schlägt dem Schweden als Provokation mit der flachen
Hand ins Gesicht, während Pex genau draufschaut.
Pex
steigt sofort halb in den Ring. Er kocht. Herzog geht
dazwischen und hält Pexianer zurück. Danny dreht
Ask in die eigene Ecke und Zick würgt ihn mit dem
Unterarm über dem obersten Seil, während die
Offizielle noch Pex zurückschiebt. Die Halle buht, Pex
brüllt, Danny steht mit offenen Armen da, als wüsste
er nicht, wovon irgendjemand spricht.
Als
Herzog sich umdreht, löst Zick den Griff und steht
wieder ganz still und rein auf dem Apron. Danny geht hinüber,
klatscht Zick auf die Brust. Tag.
Sven:
„Das Match ist quasi entschieden. Ask wird verlieren.
Natürlich. Die Anniversary Show war ein Ausrutscher,
nichts weiter.“
Zick
kommt rein und rammt Ask die Schulter in den Magen. Einmal.
Zweimal. Beim dritten Mal zieht Ask das Knie hoch. Zick
taumelt zurück, Ask will aus der Ecke, doch Danny greift
von draußen nach seinem Fuß. Wieder nur ein
kurzer Moment. Wieder lang genug. Denn Zick rauscht heran und
trifft Ask mit einer Clothesline in der Ecke.
Der
Hannoveraner zieht Ask hoch, legt ihn sich zurecht und wirft
ihn mit einem Sidewalk Slam auf die Matte. Cover.
Eins.
Zwei.
Ask
hebt die Schulter.
Zick
sitzt auf, schaut zu Danny, dann zu Herzog. Zwei Finger. Die
Referee bestätigt zwei. Zick schlägt frustriert auf
die Matte. Rickson ruft ihn zu sich, streckt die Hand aus.
Zick zieht Ask an den Haaren Richtung Ecke, wieder zählt
Sandmann, wieder lässt Zick kurz vor Schluss los.
Tag
zu Danny.
Rickson
steigt hinein und tritt Ask nicht sofort. Stattdessen
umrundet er ihn, während Ask sich auf die Seite dreht
und nach Luft sucht. Danny bleibt bei dessen Kopf stehen,
beugt sich hinunter und sagt etwas, das nur Ask hören
kann. Ask antwortet mit einem Blick nach oben. Dann greift
Danny zu. Er zieht Ask hoch, hakt den Arm ein und setzt zum
Belly to Belly Suplex an. Ask blockt. Ein Headbutt gegen
Dannys Kinn. Danny löst, taumelt zurück. Ask macht
zwei Schritte in Richtung eigener Ecke.
Pex
streckt sich so weit hinein, wie die Elastizität der
Seile es zulässt.
Danny
packt Ask am Bein.
Ask
dreht sich herum und erwischt ihn mit einem …
BJÖRNSMACK!
…gegen
die Schläfe. Danny fällt auf ein Knie. Sofort ist
Jubel in der Halle. Ask schwankt, aber er steht. Zick schreit
vom Apron, Danny versucht, sich zur orientieren. Ask dreht
sich zur Ecke, ein Schritt, noch einer.
Da
Danny springt nach vorn und klammert sich an Asks Fuß.
Ask zieht ihn mit. Die Halle wird lauter. Pex’ Hand ist
nur noch wenige Zentimeter entfernt. Danny stemmt sich
dagegen, die Finger um Asks Knöchel. Ask hebt das freie
Bein und tritt nach hinten. Danny löst.
Ask
springt.
Doch
bevor seine Hand Pex erreicht, stürmt Zick durch den
Ring und reißt Pex mit einem Forearm vom Apron.
Pete:
„SCHIEBUNG!“
Sven:
„TAKTIK!“
Herzog
fährt herum und stellt Zick sofort zur Rede. Pex landet
draußen auf den Füßen, stolpert gegen die
Absperrung und will wieder in den Ring. Zick hebt beide
Hände, als wäre nichts gewesen. Hat jemals eine
Ringrichterin in der GFCW wegen so etwas disqualifiziert?
Zick kennt die Antwort und er weiß sie auszunutzen
Ask
bleibt auf der Matte liegen, die Hand ausgestreckt ins Leere.
Danny atmet durch, robbt zu ihm und legt einen Arm über
dessen Rücken. Kein Cover. Noch nicht. Er sieht zu Zick,
dann zu Pex draußen, dann zum Publikum.
„LET’S
GO ASK!“
Rickson
legt den Arm über Ask Skógurs Schulter und bleibt
für einen Moment auf ihm liegen, ohne Karo Herzog zum
Zählen zu zwingen. Der Engländer schaut hinüber
zu Jona Pexianer, der noch immer draußen am Apron
steht, mit beiden Händen am Seil, als müsse er sich
selbst daran festbinden, um nicht durchzudrehen. Erst dann
drückt der Hall of Famer das Kinn des Schweden mit dem
Unterarm nach unten.
Karo
zählt.
Eins.
Zwei.
Brother
Nature dreht die Schulter hoch.
Danny
atmet genervt aus. Er zieht Ask am Kopf nach oben, packt ihn
um die Hüfte und bringt ihn mit einem Belly to Belly
Suplex wieder auf die Matte. Danach greift Rickson sofort
nach dem linken Bein seines Gegners und zieht es zu sich
heran. Will es in eine unbequeme Bequem wickeln.
Sven:
„Ansatz zum Sharpshooter. Geil, gib’s dem
Goblin.“
Der
Hirsch merkt früh genug, was passiert. Ein Fuß
landet an Dannys Brust, dann der zweite. Rickson wird von ihm
weggestoßen, läuft rückwärts in die
Seile und kommt mit zusammengebissenen Zähnen zurück.
Ask richtet sich auf, will zum Björnsmack hochschnellen,
doch der Veteran lässt sich fallen, rutscht unter dem
Ellbogen hindurch und zieht dem Schweden das Standbein weg.
Wieder liegt Ask. Diesmal setzt Danny sofort nach, dreht den
Körper seines Gegners, kreuzt die Beine und beginnt den
Sharpshooter einzudrehen.
Die
Hände des Hall of Famers schließen sich enger um
die Beine. Ein Schritt über den Körper. Die Hüfte
dreht ein. Für einen Augenblick scheint es, als sei der
Griff komplett drin. Dann stemmt Skógur beide
Unterarme in die Matte, schiebt sich mit einem kurzen,
wütenden Laut hoch und greift ins untere Seil. Sandmann
ist direkt da, zeigt auf den Ropebreak. Rickson löst
nicht sofort. Die Finger bleiben, wo sie sind. Eins. Zwei.
Drei. Vier. Dann endlich lässt der Engländer los
und tritt zurück. Der Blick zum Referee fällt kühl
aus. Er winkt ab, als er von Herzog ermahnt wird und schenkt
ihr nicht einmal besondere Aufmerksamkeit. Ich kenne die
Regeln.
Vom
Apron schnaubt Petes Sohn hörbar.
Ricksons
Kopf dreht sich langsam in Richtung Pex und es hat dein
Eindruck, als wolle der Engländer den Konflikt mit dem
Mann auf dem Apron suchen. Karo Herzog blickt ob dieses Plans
skeptisch drein. Doch – natürlich – ist es
nur die nächste Ablenkung in einer langen Reihe. Hinter
dem Rücken des Referees tritt Zick aus der eigenen Ecke
in den Ring und rammt Ask den Fuß gegen die Rippen. Der
Schwede verkrampft, rollt sich zur Seite. Pex steigt sofort
durch die Seile, doch Herzog fängt ihn ab, ohne gesehen
zu haben, was der Anlass für Jonas plötzlichen
Ausbruch war.
Jona
Pexianer: „Der tritt ihn! Guck doch hin!“
Das
alles ist Musik für Refuse to Age. Während die
Offizielle den Bochumer zurückdrängt, schiebt
Rickson seinen Gegner in die Heel-Ecke und klatscht Robbin
Zick ab. Der jüngere Part des Teams steigt breitbeinig
durch die Seile, legt Ask den Arm um den Hals und zieht ihn
aus der Ecke heraus.
Swinging
Neckbreaker.
Der
Kopf des ehemaligen Champions schlägt auf, der Körper
klappt nach. Zick legt sich quer über ihn.
Eins.
Zwei.
Ask
bekommt die Schulter nach oben.
Der
Recruiter sitzt auf und starrt Herzog an, als sei das Weib
gerade persönlich für alles zuständig
geworden, was in Zicks Leben nicht schnell genug ging. Auf
dem Apron hebt Rickson nur einen Finger, keine Hektik. Der
Hinweis kommt an. Robbin greift nach Asks Bein, zieht ihn
zurück zur Mitte und steigt über ihn.
Single
Leg Boston Crab.
Sven:
„Jawohl! Zieh’s durch!“
Ein
Bein von Skógur hängt eingeklemmt unter Zicks
Achsel, das Knie wird unnatürlich nach hinten gezogen.
Ask beißt die Zähne aufeinander. Mit den
Unterarmen arbeitet er sich über die Matte, Zentimeter
um Zentimeter, während Pex in der Ecke keine Luft mehr
zu holen scheint.
Zick
lehnt sich tiefer in den Griff. Und hat trotzdem die
Übersicht, Jona provozierend zuzuzwinkern.
Das
reicht, um Pex halb durch die Seile zu bringen. Herzog dreht
den Kopf, warnt ihn, und genau in diesem Moment löst
Zick den Griff, nur um Ask mit einem kurzen Stomp in den
Rücken wieder flach zu halten. Aus der
Refuse-to-Age-Ecke kommt der Tag. Danny klettert aufs zweite
Seil, dann höher. Für einen Mann, der sein Alter
zum Feind erklärt hat, bewegt er sich entsprechend
schnell.
DIVING
ELBOW!
Der
Körper des Engländers kracht auf Asks Rippen. Das
Cover folgt sofort.
Eins.
…
…
…
Zwei.
…
…
…
Wieder
ist der Schwede draußen.
Ricksons
Gesicht verliert einen Hauch von Glätte. Nicht viel.
Genug, dass die erste Reihe es sieht. Er zieht Ask hoch, legt
ihn sich zurecht und setzt zum German Suplex an. Die Arme
schließen sich um die Hüfte. Doch diesmal geht der
Rothirsch nicht mit. Ein Ellenbogen trifft Danny an der
Schläfe. Ein zweiter. Der Griff lockert sich. Ask dreht
sich heraus, packt den Kopf des Hall of Famers und hebt ihn
an.
Skogens
Straff.
Nein.
Rickson
strampelt, verlagert das Gewicht und landet hinter Ask auf
den Füßen. Sofort klammert er sich wieder an die
Hüfte, diesmal kommt der German Suplex durch. Ask wird
geworfen, landet hart auf den Schultern und rollt bis zur
Ringmitte. Der Engländer bleibt einen Moment auf den
Knien. Auch an ihm geht dieses Match nicht ohne Spuren
vorbei.
Pex
schlägt mit der flachen Hand auf das oberste Polster.
Sein zweiter Name an diesem Tag ist Frustration.
Ask
robbt. Langsam, mit der rechten Hand voran. Sein Gesicht
zeigt Schmerz. Rickson sieht die Bewegung, packt ihn am Fuß
und zieht ihn zurück. Der Schwede dreht sich auf den
Rücken. Danny will wieder in den Sharpshooter übergehen,
doch ein Tritt trifft ihn an der Brust. Der zweite landet
höher, am Kinn. Der Hall of Famer wankt zurück und
fällt in die eigene Ecke.
Tag
zu Zick.
Der
Hannoveraner kommt rein und nimmt sofort Anlauf.
Running
Big Boot! Doch Ask duckt sich im letzten Augenblick. Zicks
Bein rauscht über ihn hinweg, der Schwung trägt ihn
in Richtung Seile. Beim Zurückfedern ist der Schwede
wieder auf den Knien und trifft ihn mit dem…
…TIMBER!...
…seinem
Bicycle Kick gegen den Hinterkopf. Nicht voll, nicht sauber,
aber hart genug. Der Refuse-to-Age-Marketer stolpert nach
vorn und fällt auf alle Viere.
Jetzt
liegt der Weg frei.
Pete:
„Komm schon, Ask! Come on!“
In
der eigenen Ecke streckt Pex den Arm so weit aus, dass sein
Oberkörper fast zwischen den Seilen hängt. Danny
erkennt die Gefahr, läuft am Apron entlang und will
eingreifen, doch Ask hat sich bereits gedreht. Ein letzter
Sprung, die Finger berühren sich.
Tag.
Nach
einer gefühlten Ewigkeit ist Pex wieder im Spiel. Petes
Sohn kommt mit einem Laut in den Ring, der nichts Gutes für
Freunde gesitteten Wrestlings verheißt.
Zick
ist gerade erst auf einem Knie, da fährt ihm ein
Shoulderblock in die Brust. Der Hannoveraner fällt,
rollt durch und steht sofort wieder auf. Pex schickt ihn mit
einem zweiten Shoulderblock zurück auf die Matte.
Rickson steigt durch die Seile, kassiert jedoch einen Big
Boot, noch ehe er richtig im Ring ist. Der Tritt erwischt ihn
seitlich am Oberkörper und befördert ihn zurück
auf den Apron, wo er sich am obersten Seil festklammert.
„PEX!“
„PEX!“
„PEX!“
Der
Zuspruch für Pexianer wird lauter. Nicht nur, weil er
die Rettung von Skógur ist, sondern auch weil Refuse
to Age es provoziert hat. Sie wollten ihn zur Weißglut
bringen. Und das haben sie auch. Doch nun müssen sie
bereit sein, die Konsequenzen zu tragen.
Der
Bochumer greift nach Zick, zieht ihn hoch und setzt zum
Vertical Suplex an. Die Technik sieht nicht elegant aus. Aber
Zick geht hoch. Kurz stehen beide Körper senkrecht, dann
lässt Pex ihn fallen. Der Ring federt. Cover.
Eins.
Zwei.
…
…
…
Zick
stößt ihn von sich.
Pex
will sofort weiter. Ein Lifting DDT soll folgen, doch der
größere Hannoveraner stemmt sich dagegen und
hämmert ihm Fäuste in die Seite. Ein Griff ans
Handgelenk, eine Drehung, Pex war in seiner Wut unaufmerksam.
Northern
Lights Suplex. Zick hält die Brücke.
Eins.
…
…
…
Zwei.
…
…
Pex
reißt sich heraus.
Beide
kommen fast gleichzeitig hoch. Der junge Refuse-to-Age-Mann
trifft als Erster, Forearm gegen die Wange. Petes Sohn
antwortet mit einer Faust. Herzog warnt ihn wegen der
geschlossenen Hand.
Zick
versucht, die Wildheit zu brechen, greift zu und hebt Pex für
eine Blue Thunder Bomb aus. Der Bochumer zappelt, landet aber
in der Drehung auf der Matte. Sofort das Cover.
Eins.
…
…
…
Zwei.
…
…
…
NEIN!
Pex
kommt raus.
Zick
flucht und rauft sich die Haare. Aber nun hat er Blut
geleckt. Er zieht Pex hoch und schiebt dessen Kopf zwischen
die Beine. Doch Petes Sohn schlägt sich frei. Ein
Fauststoß in den Bauch. Noch einer. Dann ein Headbutt
gegen Zicks Brust. Robbin stolpert zurück. Der Bochumer
nimmt Anlauf und will…
….
die Lariat
schlagen,
seine wichtigste Waffe, seine grobe Unterschrift. Aber ohne
größere Probleme duckt sich Zick darunter weg und
schiebt ihn mit beiden Händen in Richtung Danny.
Der
Hall of Famer zieht das Seil herunter.
Pex
kippt über das Top Rope nach draußen und landet
schwer vor der Refuse-to-Age-Ecke draußen.
Sven:
„Hehe…“
Herzog
beugt sich über die Seile und beginnt sofort zu zählen.
Rickson springt vom Apron, hebt beide Hände und geht
betont unbeteiligt weg. Zick folgt ihm draußen hinter
dem Rücken des Referees und packt Pex am Hinterkopf. Ein
kurzer Lauf, dann kracht die Stirn des Bochumers gegen den
Apron.
Die
Halle buht. Der Hannoveraner hebt die Hände.
Robbin
Zick: „Er ist doch nur gestolpert!“
Rickson
zieht währenddessen am Arm seines Partners und zeigt
zurück in den Ring. Nicht feiern. Arbeiten. Gewinnen.
Das ist, worauf es heute ankommt. Zick rollt Pex hinein und
taggt Danny ab, der in einer flüssigen Bewegung durch
die Seile steigt. Der alte Champion nimmt das Bein seines
Gegners, dreht ihn auf den Bauch und setzt erneut zum
Sharpshooter an.
Diesmal
sitzt der Griff.
Pex’
Hände krallen sich in die Matte. Der Rücken biegt
sich, die Zähne knirschen. Petes Sohn will nicht
schreien, tut es aber doch. Ein raues, wütendes
Geräusch, das in den Anfeuerungen der Galaxy untergeht.
Ask steht in der Ecke, eine Hand am Seil, die andere
ausgestreckt. Er brüllt keine großen Worte. Nur
den Namen.
Ask
Skógur: „Jona! Du schaffst das!“
Sven:
„RUHE!“
Danny
lehnt sich zurück. Jeder Muskel in seinen Beinen
arbeitet. Seine Augen bleiben nicht auf Pex, sondern auf Ask
gerichtet. Da liegt die eigentliche Botschaft. Der Mann, der
ihn geschlagen hat, muss zusehen, wie sein Partner Stück
für Stück zermürbt wird.
Doch
Pex stemmt sich hoch. Ein paar Zentimeter. Dann zieht
Rickson ihn zurück in die Mitte.
Herzog
fragt nach. Der Bochumer schüttelt den Kopf, spuckt fast
auf die Matte und kriecht wieder los. Pex windet den eigenen
Körper unter Schmerzen herum, bekommt Danny an einem
Bein zu fassen und zieht. Der Sharpshooter kippt. Der
Engländer verliert für einen Sekundenbruchteil die
Balance.
Und
das langt!
Petes
Sohn dreht sich auf den Rücken und stößt ihn
weg.
…
Rickson
federt in die Seile. Pex springt auf.
Rickson
kommt zurück.
Und
diesmal trifft die Lariat.
Der
Unterarm knallt gegen Dannys Brust und Hals, der Hall of
Famer fällt nach hinten und bleibt liegen. Pex fällt
ebenfalls, die Hand auf dem unteren Rücken, das Gesicht
in die Matte gedrückt.
Zwei
Körper liegen im Ring, zwei Partner stehen auf den
Aprons.
Pete:
„Komm, mein Sohn, komm!“
Doch
wie schon einst im 1 vs. 1 gegen Rickson ist Pexianer zu
kaputt, um sofort den Pin anzusetzen. Und so verrinnen
wertvolle Sekunden für die mögliche Sensation. Er
schafft es nicht, zum Engländer hinzurobben und die Hand
auf ihn zu legen.
Danny
bewegt sich sogar zuerst. Die Hand tastet nach der eigenen
Ecke. Zick lehnt sich hinein, so weit es geht. Auf der
anderen Seite schiebt Ask den Arm durch die Seile.
Der
Engländer erreicht Robbin. Tag.
Doch
auch auf der anderen Seite gelingt der Wechsel. Pexs Hand
schlägt in Asks Handfläche ein. Tag.
„YEEEEEAAAH!“
Pete:
„Ask ist zurück im Kampf!“
Sven:
„Juhu.“
Der
Hirsch kommt durch die Seile und nimmt direkt Fahrt auf. Zick
will ihn mit einem Running Big Boot abfangen, doch Ask taucht
unter dem Bein hindurch, läuft weiter, federt in die
Seile und trifft beim Zurückkommen den Björnsmack.
Der Spinning Back Elbow knallt an Robbins Kiefer. Der
Hannoveraner kippt zur Seite, bleibt aber auf den Beinen,
mehr durch Gewicht als durch Willen.
Ask
packt ihn, zieht ihn an sich heran und hebt ihn hoch.
Michinoku
Driver.
Zick
schlägt mittig im Ring ein. Cover.
Eins.
…
…
…
Zwei.
…
…
…
Danny
ist da und tritt Ask gegen die Schulter. Der Pin wird
gelöst.
Unruhe
und Buhrufe in der Halle. Herzog drängt den Engländer
zurück, Pex zieht sich währenddessen an den Seilen
hoch. Rickson weicht dem Referee aus und will noch einmal auf
Ask los, doch Petes Sohn ist ihm im Weg. Der Bochumer trifft
ihn mit einem Forearm, dann mit einem zweiten. Danny
antwortet mit einem gezielten Kick gegen das Knie. Sofort
geht Pex auf ein Bein. Der Hall of Famer greift nach dem
Kopf, läuft die Seile an und dreht sich ein.
MTS
gegen Pexianer!
Der
California Roll reißt Pex durch die Bewegung und
schleudert ihn unsauber zur Seite. Petes Sohn rollt unter dem
untersten Seil nach draußen und bleibt dort liegen. Die
Halle buht Rickson nieder. Der richtet nur die Haltung,
schaut kurz zu Pex auf dem Boden und dreht sich dann wieder
in Richtung Ringmitte.
Ask
steht bereits.
Schwede
winkt ihn nicht heran, sagt nichts, hebt nur die Fäuste.
Danny geht auf ihn zu. Ein Schlagabtausch beginnt, kürzer
als vorher, dichter, gefährlicher. Rickson trifft mit
einem Uppercut, Brother Nature antwortet mit einem Chop. Der
zweite Chop hallt durch die Halle. Ein dritter treibt Danny
rückwärts in die Seile. Irish Whip. Der Hall of
Famer kontert, Ask läuft, springt vom zweiten Seil ab
und kommt mit einem Crossbody zurück. Der Blockbuster
reißt Rickson zu Boden. Sofort das Cover.
Doch
Herzog zählt nicht.
Sven:
„Natürlich ist Rickson NICHT der offizielle Mann
im Ring. Wie kann man so dumm sein und das nicht bemerken?
Oh, es ist Ask Skógur. Der KOBOLD. Das erklärt
es.“
Ask
bleibt ruhig. Keine Reklamation. Er zieht Danny hoch, hakt
die Arme ein.
Deer
Driver.
Bevor
der Pedigree durchgeht, rettet Zick seinen Anführer. Der
Hannoveraner hat sich aufgerappelt, schiebt Ask von hinten
nach vorn und löst damit den Ansatz. Rickson fällt
auf die Knie, Robbin packt den Schweden aus der Drehung
heraus und hebt ihn auf die Schultern.
Electric
Chair Facebuster gegen Skógur!
Die
Halle hält hörbar die Luft an.
Ask
schlägt mit dem Gesicht voran auf die Matte, Zick, der
legale Mann, dreht ihn sofort um und legt sich auf ihn.
Eins.
…
…
Zwei.
…
…
SKÓGUR
kommt raus.
Plötzlich
ist Pex zurück im Ring. In diesem Kampf sind die Grenzen
zwischen legal und illegal derart verschwommen, dass er es
draußen nicht mehr aushält. Robbin dreht sich auf
dem Boden herum und schlägt nach ihm. Pex kassiert den
Treffer, erwidert ihn mit einem Headbutt und reißt den
Recruiter hoch. Ein Bodyslam soll folgen, doch Zick stößt
ihn weg, springt auf das zweite Seil und klettert sofort
weiter nach oben. Für einen Mann seiner Größe
bewegt er sich schnell genug, um Pex zu überraschen.
Top
Rope Bulldog.
Petes
Sohn wird mitgerissen und landet hart auf Brust und Gesicht.
Zick dreht ihn herum, doch Herzog zeigt wild gestikulierend
an, dass Pex nicht der legale Mann ist. Der Hannoveraner
flucht, schlägt frustriert auf die Matte und blickt zu
Rickson.
Pete:
„Natürlich ist mein Sohn NICHT der offizielle Mann
im Ring. Wie kann man so dumm sein und das nicht bemerken?
Oh, es ist Robbin Zi….“
Sven:
„RUHE!“
Danny
steht inzwischen am Apron, eine Hand am oberen Seil, die
andere am Rücken. Er will nach oben.
Robbin
taggt sich selbst aus, als Rickson schon oben ist.
Danny
blickt sich um. Der Schwede liegt in der richtigen
Entfernung. Der Hall of Famer richtet sich auf, schaut kurz
in die Halle, dann hinunter auf seinen Gegner. Die Shooting
Star Press, der Fountain of Youth, wie er seinen neuen
Finisher nennt, soll ausgerechnet gegen den Mann landen, der
seinem Comeback den ersten Riss verpasst hat.
Doch
Ask rollt zur Seite.
Danny
merkt es in der Luft.
Zu
spät.
Der
Engländer kracht mit Brust und Bauch auf die Matte. Der
Aufprall nimmt ihm jede Fassung aus dem Gesicht. Er rollt
sich herum, ringt nach Luft, will zum Tag. Ask liegt
ebenfalls, doch seine Augen sind offen. Pex hängt in der
Face-Ecke, hält sich den Kopf nach dem Top Rope Bulldog
und streckt trotzdem die Hand aus.
Rickson
erreicht Zick zuerst. Tag.
Der
Hannoveraner kommt hinein und sieht die Chance. Er zerrt Ask
hoch, legt sich dessen Arm über den Nacken und will ihn
zum Northern Lights Suplex nehmen. Der Schwede blockt. Ein
Knie gegen Zicks Seite. Noch eins. Dann greift Ask zu, hebt
Robbin an und diesmal kommt der Brainbuster durch.
SKOGENS
STRAFF!
Der
Refuse-to-Age-Marketer bleibt liegen. Ask rollt sich zur
eigenen Ecke, doch Pex ist noch immer nicht ganz da. Der
Bochumer steht auf dem Apron, ein Arm über dem Seil, der
Blick verschwommen. Brother Nature könnte selbst
weitermachen. Man sieht es in seiner Haltung. Er entscheidet
sich trotzdem für den Tag. Er vertraut Jona, das hat er
in Worten deutlich gemacht. Und er wird es auch in Taten
zeigen. Sonst wäre er nicht Ask Skógr.
Die
Hand schlägt ein. Petes Sohn kommt hinein und steht
über Zick.
Für
einen Augenblick ist alles da, was Robbin vorher
heraufbeschworen hat. Die Fesselung. Pete. Die Seife. Der
Tiefschlag. Das Grinsen des Mannes am Boden. Pex’
Rechte ballt sich. Er könnte einfach auf ihn einprügeln,
solange Herzog zählt. Er will es. Man sieht, wie der
Impuls durch den ganzen Körper geht.
Vom
Apron kommt Asks Stimme.
Ask
Skógur: „Bewahr die Fassung, Mann. Verlier dich
nicht.“
Pex
atmet durch.
Zick
zieht sich an ihm hoch, greift nach der Hose, will ihn in die
eigene Ecke ziehen. Der Bochumer lässt es nicht zu. Ein
kurzer Stoß mit dem Knie. Der Ansatz zum Lifting DDT.
Er will es ruhig angehen lassen, so wie Ask es ihm empfohlen
hat. Doch vielleicht eine Spur ZU ruhig, denn Robbin stemmt
sich heraus, packt Pex am Bein, wirft ihn zu Boden und
versucht abermals den Single Leg Boston Crab. Ohne größere
Probleme stößt Pex ihn weg, richtet sich auf und
trifft den Big Boot.Zick fällt in Richtung Seile. Der
Bochumer nimmt Anlauf.
Lariat.
Robbin
duckt sich im letzten Moment darunter weg. Die Wucht zieht
Pex weiter, direkt in die neutrale Ecke. Beim Umdrehen
rauscht Zick an und erwischt ihn mit dem Running Dropkick.
Der Treffer sitzt. Petes Sohn sackt zusammen, doch er fällt
nicht. Nicht sofort. Er bleibt am zweiten Seil hängen.
Der
Hannoveraner packt ihn und hebt ihn erneut auf die
Schultern. Electric Chair Facebuster. Was Ask eben
erleiden musste, gibt es nun auch für dessen Partner.
Zumindest ist das Robbins Plan. Doch Pex windet sich heraus.
Er rutscht hinter Zick herunter, stößt ihn nach
vorn. Robbin prallt mit der Brust gegen die Ecke, in der Ask
steht. Instinktiv will der Schwede nach ihm greifen, doch
Heerzog achtet genau auf die Legalität. Pex nutzt die
Sekunde anders. Kein blinder Schlaghagel. Kein Sturz nach
vorn. Er greift Robbin am Arm und zieht ihn zurück in
die Mitte.
Vertical
Suplex.
Zick
kracht auf die Matte, Pex bleibt auf einem Knie und schaut zu
Ask. Dann tut er etwas, das vor zehn Minuten kaum vorstellbar
gewesen wäre: Er taggt von selbst, weil er merkt, dass
er die Pause braucht.
Ask
steigt durch die Seile. Pex steht auf, zieht Robbin noch
einmal hoch und hält ihn nur für den Bruchteil
eines Moments fest, gerade lang genug, dass der Hannoveraner
sich mit wackligen Beinen umdrehen muss. In Richtung Ask.
Björnsmack.
Der
Ellenbogen trifft Zick am Kopf, und der Körper kippt
nach hinten in Asks Arme. Brother Nature hält ihn fest,
zieht ihn wieder zu sich heran und dreht das Handgelenk ein.
Force
of Nature.
Der
Ripcord Lariat rauscht durch und trifft voll. Robbin Zick
klappt zusammen. Ask fällt mit ihm in das Cover.
Eins.
Danny
Rickson erkennt es sofort.
Der
Hall of Famer springt durch die Seile, obwohl er noch die
Folgen der missglückten Fountain of Youth in jeder
Bewegung trägt. Pex sieht ihn kommen und stellt sich ihm
entgegen. Der Engländer versucht auszuweichen, rammt ihm
die Schulter in den Körper, will durch die Lücke.
Zwei.
Petes
Sohn packt ihn am Arm. Nicht lange. Nur lang genug. Rickson
reißt sich los, taumelt einen Schritt, wirft sich nach
vorn. Seine Hand ist ausgestreckt, die Finger greifen nach
Asks Rücken.
Drei.
Herzogs
Hand schlägt auf die Matte.
Dann
erst trifft Danny den Schweden. Zu spät. Kein Abbruch.
Keine Rettung. Nur ein Schlag, der nach dem Ergebnis kommt.
Der
Gong ertönt.
Sieger
des Matches durch Pinfall: Ask Skógur & Jona
Pexianer!
Ask
rollt sich von Zick herunter und bleibt kurz auf dem Rücken
liegen. Neben ihm liegt der Hannoveraner, die Augen halb
offen. Pex sitzt an den Seilen, hält sich den Kopf und
schaut zu Rickson, der auf allen Vieren neben dem Cover
kniet. Der Engländer starrt die Ringrichterin an, dann
seine eigene ausgestreckte Hand, als könne er nicht
glauben, dass sie den Moment verpasst hat.
Er
war zu langsam. Die Reaktion nicht schnell genug. Zu
alt…nein, das kann es nicht sein! DARF es nicht sein.
Laura
verkündet die Sieger. Ask Skógur und Jona
Pexianer.
Der
Schwede kommt langsam auf die Beine. Pex ebenfalls, deutlich
schwerer, mit einer Hand an den Rippen. Für einen
Augenblick stehen beide nebeneinander, ohne große
Geste. Dann hebt Ask den Arm seines Partners.
Auf
der anderen Seite zieht Rickson Zick nicht hoch. Der Hall of
Famer bleibt auf den Knien, während Robbin sich neben
ihm auf die Seite dreht. Refuse to Age hat nicht wegen
fehlender Kraft verloren. Nicht wegen fehlender Technik. Eine
Sekunde fehlte.
Und
genau diese Sekunde hängt Danny Rickson sichtbar
schwerer an den Schultern als jeder Move des Matches.
Danny
Rickson: „So wird es nicht enden.“
Die
Stimme Danny Ricksons schneidet durch die Halle. Schlagartig
liegt die Aufmerksamkeit auf ihm. Auch Ask Skógur und Jona
Pexianer, die bereits Richtung Vorhang unterwegs waren, bleiben
stehen.
Und
Skógur dreht sich um. Er sich einen Danny Rickson, der
schwer atmet. Dessen Hand sich mit solcher Intensität um das
Mikrofon klammert, dass die Finger wie Krallen wirken.
Danny
Rickson: „Du bist nicht besser als ich, Ask Skógur.“
Eine
Aussage, der die vielen Buhrufe der Zuschauer eindeutig
widersprechen.
Danny
Rickson: „Dieser Abend hat keine Bedeutung. Die Anniversary
Show hatte keine Bedeutung. Zwei Momentaufnahmen, die
verschwinden im großen Bild der Unendlichkeit. Ein Danny
Rickson wird keinen Krieg gegen einen wie dich verlieren.“
Höhnisches
Lachen bei Pexianer, als er diese Worte hört. Doch Ask
Skógur bleibt ernst. Sein Blick in Richtung Rickson ist
ebenso fokussiert wie der des Engländers selbst.
Danny
Rickson: „Ich will erneut gegen dich kämpfen. Wir
beide. Ohne Anhängsel. Bei New Level.“
Ein
Raunen geht durch die Halle. Es klingt nach zufrieden, nach der
Erfüllung eines Wunsches, den viele Zuschauer hier und heute
hatten.
Danny
Rickson: „Dieser Name – New Level – wird
prophetisch sein. Es ist der Tag, an dem ihr alle..:“
Er
fährt mit den Händen die Halle ab.
Danny
Rickson: „…wirklich verstehen werdet, wozu der neue
Danny Rickson in der Lage ist. Doch ganz besonders du, Ask
Skógur. Und ich weiß, wer du bist. Ich weiß,
wie du denkst. Du bist niemand, der einer Herausforderung
ausweichen kann.“
Rickson
tritt näher die Seile. Seine Kiefer mahlen.
Danny
Rickson: „Also gib mir, wonach ich begehre. Sag es. Stimme
zu.“
Die
Aufmerksamkeit verlagert sich in Richtung Ask. Natürlich
wollen die Zuschauer den Kampf sehen. Aber sie haben auch Spaß
daran, einen Danny Rickson zappeln zu sehen. Mit dem Rücken
zur Wand.
Falls
der Anruf wirklich von Refuse to Age kam – und Rickson
Druck gemacht wurde – dann ist dieser Druck durch den
zurückliegenden Kampf gestiegen. Er muss sich auf Ricksons
Schultern wie ein Amboss anfühlen.
Danny
Rickson: „Los!“
Von
der Fassade Ricksons ist nicht mehr viel übrig. Er geifert
nach dem Match. Keine schlauen Sprüche mehr, keine
Inszenierung. Nur ein Mann und sein Verlangen.
Und
Ask Skógur ist es, der alles in der Hand hat. Ricksons
Glück und Ricksons Unglück. Er steht da, sein Körper
zeichnet sich gegen den Vorhang ab. Neben ihm verschwimmt Jona
Pexianer in Beiläufigkeit.
…
…
…
Und
er nickt.
„YEEEAAAAAH!“
Danny
Rickson vs. Ask Skógur II. New
Level. Es
ist offiziell.