Wieder wird in die zerstörte Kabine der Modern Erasers geschaltet, doch dieses Mal ist Iokepa nicht allein. Seine Freundin Bella Venera ist zurück gekehrt und steht neben ihm – scheinbar hat sie keine andere Kabine für das Trio organisieren können und so hat sich das Liebespaar den Umständen gefügt. Jedenfalls sind sie bereits im Ringoutfit startklar für das Match, nur Bella hebt einen ihrer Boots auf eine wieder aufgestellte Bank und schnürt sich den Stiefel ein wenig zu hastig und streng, als dass man ihre Handlung als „entspannt“ betiteln könnte.


Bella Venera: „Und er ist einfach hier, mir nichts dir nichts, reinspaziert, oder wie?“


Iokepa nickt, während er mit den Armgelenken kreist.


Iokepa: „Klar, du warst gerade weg und dann stand er dort. Und meinte halt, dass ihr mir nicht guttun würdet und dass ich stattdessen für mein Ideal des fairen Wettkampfs einstehen sollte…“

Bella Venera: „Tzzz.“


Sie wechselt die Füße und greift nach den noch nicht gebundenen Schnürsenkeln des anderen Schuhs. Dann schaut sie Iokepa in die Augen.


Bella Venera: „Dieses Arschloch. Fairer Wettkampf? Was macht er denn?! Kommt hierher und versucht dich zu manipulieren, dieses verdammt zwielichtige Aas!“


Sie schaut auf die Stelle ihres Kampfanzugs, wo MDs Blut für eine Weile klebte. Heute soll es wieder mit seinem rot getränkt werden.


Iokepa: „Habe ich ihm auch gesagt! Und gleich im Ring wird er sehen, dass er mit solchen Tricks vielleicht vor zehn, fünfzehn Jahren Erfolg hatte, aber nicht in diesem Jahrzehnt – und nicht gegen uns!“


Jetzt ist Bella diejenige, die nickt und sich anschließend wieder ihrem Stiefel widmet.


Bella Venera: „Hat scheinbar noch nicht genug Prügel einstecken müssen, aber na warte… dem werde ich gleich vollends die Lichter ausknipsen! Wir haben in der GTCW schon so manches Arschloch besiegt. Vor allem du bist über fast alle Hürden gesprungen sind – da machen dir die Worte dieses Hundes doch nichts mehr aus… Ich hoffe, genau das hast du ihm auch klar gemacht!?“

Iokepa: „Mmmh!“


Das Geräusch ihres Freundes hat zwar den Klang einer Bejahung, dennoch schwingt auch ein wenig Unbehagen mit. Schließlich sind es nicht seine Worte, sondern die des verrückten Hundes gewesen, die diesen Punkt aufgriffen...


Du hast das hervorragend gemacht, Iokepa! Der Night Fighter hat versucht uns auseinanderzutreiben – so wie es seinem Charakter entspricht. Doch du hast Stand gehalten und bist nicht in seine Falle getappt!“


Die Blicke des Liebespaares wandern zur Tür, wo Ben Slate steht und dem Hawaiianer aufmunternd zu lächelt. Dieser aber erwidert das Lächeln nicht, sondern schaut mit versteinerter Miene zu Ben Slate. Auch Bella lässt die Schnürsenkel Schnürsenkel sein und stellt sich sofort Ben Slate entgegen.


Bella Venera: „Der Herr ist also auch endlich soweit hier aufzukreuzen? Wo warst du, als wir dich gebraucht haben? Oder hat dich das schlechte Gewissen geplagt?!“


Während der vorwurfsvolle Blick der Venera auf Slate liegt, nähert sich auch Iokepa, der auf die verwüstete Kabine zeigt.


Iokepa: „Sieh dir an, was Titan und Tha Bomb hier angerichtet haben. Sie haben noch eine offene Rechnung mit uns… Dasselbe wollten sie vermutlich schon vor zwei Wochen mitteilen! Und warum?! Sag es uns, Ben! Es steht zu viel auf dem Spiel, als dass wir weitere Überraschungen gebrauchen könnten.“


Ben schaut sich für einen Moment in der Kabine um und blickt dann wieder zurück zu seinen Partnern Iokepa und Bella.


Ben Slate: „Ja, ihr habt Recht. Sie waren hier, da ich T’n‘B vor vier Wochen angeheuert habe, um Zerbeus vor unserem Match auszuschalten, damit wir Mad Dog eine Lehrstunde erteilen konnten. Aber nicht nur das. Mit seinem Blut wurde der Beginn der Modern Erasers besiegelt! Der Beginn einer neuen Ära – und das Ende einer alten. Es sind diese epischen Zeichen, die im Gedächtnis haften bleiben und später einmal in den Geschichtsbüchern auftauchen werden.“


Wütend ballt Iokepa die Faust und dreht sich weg. Bella fletscht die Zähne. Ihre Vermutung wurde bestätigt… Enttäuschung und Wut kann Slate aus den Reaktionen seiner Partner lesen. Vorsichtig macht er einen Schritt auf diese zu.


Ben Slate: „Ich weiß, dass ich uns damit der Chance beraubt habe, die drei Stars in einem Match zu besiegen… ABER seht, was passiert ist: Mad Dog hat sein wahres Gesicht gezeigt – sein Bündnis mit Zerbeus ist schon wieder passé. Und für uns werden weitere Chancen kommen. Heute ist solch ein Moment. Gegen Stella Nova und Mad Dog. Und nach unserem Sieg gegen die beiden großen Namen, werden noch mehr Türen aufgehen! Die Strategie funktioniert.“


Noch immer hat Iokepa Ben den Rücken zugewandt, während Bella den Kopf schüttelt.


Bella Venera: „Das tut sie nicht! Denn erstens hat es dem Night Fighter in die Karten gespielt. Es war ein gefundenes Fressen für ihn, dass T’n’B alles zerstört haben. Und zweitens hat uns die Sache unnötig vom Match abgelenkt.“


Bella funkelt Ben wütend an. Der Analytiker hebt entschuldigend die Arme, doch er kommt nicht dazu, sich zu verteidigen. Es sind die Worte Iokepas, die durch den Raum geifern.


Iokepa: „Ein Match, das für uns… das für mich von immenser Bedeutung ist! Bisher stehen wir mit leeren Händen da. Wir haben keinen Erfolg vorzuweisen… nur angebliche Zeichen.“


Er kickt das Holzbrett weg, das er eben in der Hand hielt und welches seine Fingerabdrücke aufweist.


Ben Slate: „Ja, es ist doof, dass unsere Kabine zerstört wurde!“


Ben fährt sich kurz durch seine Bartstoppeln, scheint seine folgenden Worte genau zu bedenken.


Ben Slate: „Aber auch an Titan und Tha Bomb werden wir uns noch rächen können. Sie sind ein namhaftes Team, jedoch längst über ihren Zenit. Nicht die Zukunft der GFCW wie wir. Du wolltest doch Chancen, Iokepa. Ich biete sie dir – heute Stella Nova und Mad Dog, dann Titan und Tha Bomb. Vielleicht gar um die Tag-Team Championships.“


Iokepa bleibt versteinert stehen, er dreht sich nicht um, sondern zeigt Slate weiterhin nur seinen Rücken. Ben blickt also zu Bella, deren Laune ebenfalls noch im Keller hockt.


Bella Venera: „Das hätten wir schon gegen Zerbeus haben können!“


Ben nickt, während er in seinem Notizbuch blättert.


Ben Slate: „Da fällt mir ein: In meinem Geheimraum wurde in den Aufzeichnungen über Mad Dog eine Seite rausgerissen. Wer von euch beiden war das?“


Kurz herrscht eine unangenehme Stille und aus Bellas Blick weicht die Wut ob dieses Gegenvorwurfs. Iokepa hingegen schaut nur zu seiner Freundin, die seinen Blick nicht erwidert.

Ben Slate lächelt plötzlich.


Ben Slate: „Na ja… wegen dieser Informationen habt ihr Mad Dogs Verhalten immerhin genau richtig analysiert. Es mag ärgerlich sein, dass die Töle hierherkommen konnte, um ihre Giftpfeile zu schießen. Doch es zeigt, genau wie ihr erkannt habt, ihre Angst vor der Niederlage. Es zeigt, dass Mad Dog weiß, dass wir besser sind.“

Nun schlägt er mit der rechten Faust in seine linke Hand, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen. Durch das Klatschen dreht Iokepa gar leicht seinen Kopf zu ihm.


Ben Slate: „Und das sind wir, das seid ihr! Wahllos irgendwelche Siege zu sammeln, ist keine Strategie, die jemanden in der GFCW jemals weitergebracht hätte. Dass jeder Sieg zählt, mag ein besseres System sein… Ein System, das wir uns für die Zukunft wünschen. Aber es ist noch keine Realität. Momentan bekommen Altstars Titelchancen, ohne jemals in den Shows Siege gesammelt zu haben. Zerbeus, Stella Nova. Teams müssen einfach Titel stehlen, um ein Match darum zu erhalten – siehe TnB. Besiegt man einen Champion, ist man nicht der neue, sondern ist auf die Freundlichkeit des Titelhalters angewiesen, eine weitere Chance zu erhalten, weil sich irgendwer dazwischen mogelt – schaut euch das IC Match an. Und selbst der höchste Champion der Liga spielt Mindgames, anstatt sich beim Kampf um den Nummer Eins Herausforderer zurück zu halten…“


Nun macht er einen weiteren Schritt auf Bella Venera und Iokepa zu.


Ben Slate: „Heute ist New Level – Großereignis. Wir stehen kurz vor der Tour durch Südeuropa. Die ganze Welt schaut zu. Heute gilt es! Heute ist der Tag, an dem unser Sieg die Aufmerksamkeit bekommt, die er verdient! Also hören wir auf, uns gegenseitig Vorwürfe zu machen, sondern gehen da raus, und bringen diese zwei Sternchen zu Fall!“


Während seines Monologs deutet Slate erst auf den heutigen Grund und Boden, wonach sein Fingerzeig auf die Tür ging, in Richtung Squared Circle.

Bellas und Iokepas Blicke treffen sich kurz. Sie nickt ihm zu. Er nickt ihr zu.

Dann dreht er sich endlich um.


Iokepa: „Ja! Heute ist New Level! Heute ist der Tag für die neue Realität der GFCW. Für ein System, in dem Siege etwas bedeuten und diejenigen Titelchancen bekommen, die sie wirklich verdient haben. Keine Mindgames, keine Spielchen – Wir messen uns mit ihnen. Fair and square! So, dass das bessere Team gewinnt!“


Der Surfer streckt seine Hand in die Mitte und sogleich ist es Bella, die ihre Hand auf die ihres Partners legt.


Bella Venera: „Fair und square!“


Mit erwartungsvollen Blicken schauen die beiden zu Ben Slate. Dieser schaut sie vorfreudig an und legt dann auch seine Hand auf die seiner Verbündeten.


Ben Slate: „So, dass das bessere Team gewinnt!“



Es wird Ringside geschaltet und wir sehen Laura, wie sie mit einem Lächeln im Squared Circle steht und nun das 3 on 2 Handicapmatch ankündigen möchte.




Die neue Gruppierung aus Ben Slate, Iokepa und Bella Venera, die sich zuvor im Backstage noch einmal eingeschworen hat, zieht gemeinsam in den Ring ein. Der Titantron mit dem Modern Erasers Banner geschmückt und der Entrance Theme passend für das Stable. Vorneweg läuft Ben Slate in seiner schwarzen Anzugshose und den Lederstiefeln. Für den Kampf hat er bereits seinen Seidenmantel und den Rollkragenpullover im Spind gelassen. Hinter ihm läuft das Liebespaar aus Iokepa und Bella Venera Hand in Hand und beide scheinen sich gegenseitig in Stimmung für das Match zu bringen. Oder ist es noch das Geständnis von Ben Slate, das sie beschäftigt?
Iokepa trägt seine gewohnte Kleidung, die sein Surfer-Image gut betont und Bella Venera erscheint im selben Outfit wie aus der letzten Show, mit dem roten Mantel, den goldenen Akzenten in ihrer Kleidung und der Maske über dem Gesicht.


Die Fans sind mehr als nur negativ gegenüber den Dreien gestimmt, laute Buhrufe schallen durch die Halle, doch das Stable lässt sich davon auf dem Weg Richtung Ringgeviert nicht beirren. Slate geht mit rausgestreckter Brust, selbstbewusst über die Treppe in den Ring, während Iokepa seiner Dame die Seile offenhält, damit sie entspannt dazwischen passt. Im Ring angekommen, gucken sich die drei gemeinsam an und besetzen dann jeweils einen Turnbuckle, um gleichzeitig die Arme emporzustrecken. Eine weitere Welle der Buhrufe ertränken sie und so begeben sie sich gemeinsam in Kampfstellung, bereit auf das Eintreffen ihrer Kontrahenten.



Wrestling ist schnelllebig.

Helden von Heute sind die Bösen von morgen oder umgekehrt. Und das mitunter ohne, dass sich charakterlich etwas ändern muss, es reicht, wenn sich die Umstände ändern. Kaum jemand verkörpert dies im Moment im GFCW Roster so sehr wie der Leitstern des Professional Wrestlings, WFWs amtierende Titelträgerin und Rekordtitelträgerin Stella Nova. Als sie sich bei der Anniversary Show in das World Title Match hineinredete, da waren ihr die Buhrufe sicher. Ein Debüt ums große Gold und das bei der Anniversary Show? Das hatte Wellen geschlagen und wurde in den sozialen Medien kontrovers diskutiert, wobei die meisten eine Meinung hatten: sie mochten dies nicht und so wurde Stella lautstark ausgebuht. Nicht zuletzt, weil Stella die Position einnahm, dass sie als Teil des World Title Matches das Faninteresse klar gesteigert hätte und diese Diskussionen in den sozialen Medien dafür Beweis seien. Das Schlimmste daran: sie hatte letztlich nicht mal Unrecht und das machte die Sache nur umso schwerer zu ertragen und die Buhrufe umso lauter.

Und heute?

Heute brandet Jubel auf, kaum dass Stellas galaktisch guter Theme Song ertönt. Jubel, der noch lauter wird, kaum dass die geschulte Seiltänzerin aus Delhi durch den Vorhang geschritten kommt. Alles, was die 1,71 große Frau mit den massiven, langen schwarz-orangenen Sternschnuppen-Flechtzöpfen tun musste, um die Fans von sich zu überzeugen, war bei der Anniversary Show zu verlieren, sich mit Mad Dog gegen die Modern Erasers zusammen zu schließen und weiter sie selbst zu sein: hochattraktiv, wortgewandt, spektakulär und doch vielseitig im Ring. Es gibt zwar nicht direkt Stella Nova Chants für die Inderin im extra knappen Top mit Sternausschnitt, dem kometenhaften Schurz und den langen Armschonern, aber der lautstarke Jubel ist definitiv genug, dass Stella halbwegs zufrieden nickt, ehe sie sich auf der Einzugsrampe in Pose stellt.

Dann tänzelt sie voran gen Rampe, hält dann aber inne und tänzelt wieder zurück, wobei sie sich bedeutsam mit dem Zeigefinger gegen den Pony tippt. Als ob sie dämlich genug wäre nun allein zum Ring zu gehen und dort den Modern Erasers potentiell genau in die Falle zu laufen. Zwei gegen Drei wird schwer genug, auch wenn Erfahrung und Titelsammlung klar für sie und den Night Fighter sprechen. Daher wartet Stella Nova lieber auf ihren Tag Team Partner und zeigt dabei lächelnd in Richtung einiger Fanschilder, auf denen etwas von „Mad Stars“, „Star Dogs“ und „Star Night Fighters“ steht.



Dröhnend scheppern nun die Klänge von Lynyrd Skynyrd durch die Halle und der Jubel der Menge wird wieder laut. Doch noch lauter wird die Meute, als der verrückte Hund den Vorhang beiseiteschiebt und erneut in die Mannheimer SAP Arena hinaustritt.


Wut liegt in seinem Blick. Die Wut über seine heutigen Gegner, aber auch ein wenig die Wut über sich selbst, diese Geschichte nicht schon viel früher beendet zu haben.

Der Night Fighter nickt kurz in Richtung der Zuschauerränge, dann fällt sein Augenmerk auf Stella Nova, die seinen Blick erwidert. Als die unbekannte Konstante zu ihr aufschließt, folgt auch hier ein Nicken und beide machen sich zielstrebig auf den Weg in Richtung Ring. Jetzt gilt der Fokus ihrem kommenden Match – die Fans reichen ihnen die Hände, doch beide gehen daran vorbei.


An Ring angekommen slidet Stelle Nova hinein und MD folgt ihr über die Ringtreppe, während Ben Slate, Iokepa und Bella Venera missmutigen Blickes die beiden von außerhalb beobachten.


Die letzten Worte des Chorus flüstert der mehrfache World Champion fast unmerklich mit. Dann geht er in seine Ringecke und bespricht sich mit Stella, wer den Anfang machen soll. Auch die Modern Erasers bevölkern nun ihren Apronbereich und Karo Herzog läutet das Match an.



2 vs. 3-Handicap Match:
Stella Nova & Mad Dog vs. Modern Erasers (Ben Slate, Iokepa & Bella Venera)
Referee: Karo Herzog


*DING* *DING* *DING*


Es sind Mad Dog und Iokepa, die das Match starten, und der Surfer kommt sofort auf den sich gerade umdrehenden älteren Gegner zugelaufen, um ihm eine Faust gegen den Kopf zu rammen. Ein weiterer Schlag sitzt und auch ein Forearm trifft sein Ziel, ehe Iokepa den Hund mit einem Dropkick zu Boden befördern kann. Kurz huscht ein Lächeln über das Gesicht des ehemaligen GTCWlers für diesen guten Start und auch Bella Venera klatscht aufmunternd in die Hände. Die Fans jedoch buhen lauthals.

MD ist derweil wieder auf den Beinen und Iokepa hat ihn in einen Front Facelock genommen, doch die Töle wirkt angestachelt und schiebt ihren Gegner mit voller Wucht gegen das Turnbuckle. Der Junge muss den Lock lösen und so kann der Night Fighter weitere Shoulder thrusts folgen lassen, die seinen Gegner zwischen das zweite und dritte Seil drücken. Mad Dog greift sich den Haarschopf, reißt ihn zu sich und nagelt ihn schließlich mit einem DDT auf die Matte.


Sven: „Schon das Cover? Das kann er nicht ernst meinen?!“

Pete: „ONE!“

Sven: „Und schon der Kickout; das war klar!“

Pete: „Hier ging es mehr darum Iokepa zu zeigen, dass ein paar gute Aktionen nicht reichen. Denn schon hat sich der anfängliche Vorteil in Luft aufgelöst.“


Gleich nach dem Kickout hat Simargl seinen Opponent mit dem Sleeperhold gepackt und die Luft geraubt. Der Surfer windet sich einen Moment und kämpft sich schließlich auf die Beine, mit guter Körperbeherrschung umklammert er den Kopf des verrückten Hundes und zieht ihn mit einem Chincrusher mit sich nach unten. Die Kinnlade des Night Fighters knallt auf den Kopf Iokepas, den sich dieser erstmal dolle reiben muss, ehe er fortsetzen kann.

Auch die Töle hält sich ihren Unterkiefer, nutzt aber die andere Hand zu einem schnellen Wechsel. Sofort springt Stella Nova vom Apron auf das dritte Seile, springboarded sich ihren Weg…


FLYING CLOTHESLINE!


Der Arm des Leitsterns schlingt sich um den Hals des jungen Surfers und reißt ihn schließlich mit sich in die Tiefe. Stella ist sofort wieder auf den Beinen und schickt einen Standing Moonsault hinterher. Nun sind es Faustschläge, die ihr Ziel nicht verfehlen und Iokepa schwer zusetzen. Der Hawaiianer aber tritt und schlägt zurück, sodass er sich gar wieder auf die Gehglieder zurück fighten kann. Stella schickt ihn in die Seile, doch es folgt ein Reversal.


Pete: „ARGH, dieser Slate!“

Sven: „Richtig so! Mit dem Ellenbogen immer schön in den Rücken rein.“

Pete: „CROSSBODY!“


Iokepa reißt Stella Nova mit seinem Gewicht zu Boden, während Bella Venera ihm seine Hand hinstreckt, um zu wechseln. Sie schaut ihn fast flehentlich an.


Sven: „Oh ja. Hier ist nach der letzten Show noch eine Rechnung offen!“

Pete: „Und tatsächlich: Wechsel! Iokepa schickt Bella Venera ins Rennen. Aber schau dir das an. Ben Slate bekommt einen bösen Blick zugeworfen.“

Sven: „Der Junge soll sich mal einkriegen… Stellas Lauf zu unterbinden, war nun wirklich keine große Sache.“

Pete: „Slate hat aber versprochen, dass es fair zugeht…“


Sofort prasseln wütende Kicks auf Stella Nova ein, doch der Leitstern wäre nicht derselbige, wenn sie es nicht schaffen würde, sich hieraus schnell wieder in eine bessere Position zu bewegen. Und so kommt Nova wieder auf die Beine und erwidert das offene Feuer. Unter Schlag aber weicht Bella aus und packt Stella von hinten, um sie, wie bei der letzten Show, mit einem Germansuplex auf die Matte zu schmettern.

Stella Nova aber dreht sich in der Luft und landete elegant auf den Füßen. Die Halle reagiert sofort mit lautem Jubel. Bella Venera dreht sich überrascht um, springt auf — genau in einen schnellen Dropkick gegen die Brust. Stella nutzt den Moment sofort aus, springt aufs zweite Seil und zeigt einen blitzschnellen Arm Drag, der Bella quer durch den Ring schleudert.

Bella rollt sich in die Ecke und schüttelt frustriert den Kopf. Stella dagegen wirkt jetzt vollkommen im Flow. Und so nimmt sie Anlauf und schickt Bella mit einer Headscissors erneut auf die Matte. .

STEL-LA! STEL-LA!“ hallt es durch die Arena.

Als Stella erneut anläuft, fängt Venera sie jedoch hart ab — Spinebuster mitten in den Ring!

1…

2…

Kickout!


Sven: „Jetzt reicht es ihr! Mit brachialer Gewalt gegen die Agilität ihrer Gegnerin!“

Pete: „Jetzt zeigt Bella ihren eher klassischen Stil. Eigentlich geht es genau dort weiter, wo die beiden vor zwei Wochen aufgehört haben.“


Tatsächlich, denn schnell zieht sie Stella in einen kontrollierten Boston Crab und setzt gezielt auf den unteren Rücken. Stella beißt die Zähne zusammen, robbt Zentimeter für Zentimeter Richtung Seile — und schafft schließlich den Rope Break.

Bella aber lässt bei vier los und diskutiert unter den lauten Buhrufen der Fans kurz mit Karo Herzog, die eine Ermahnung ausspricht. Dieser Moment reicht Stella. Kaum will sich Bella wieder ihrer Gegnerin widmen, überrascht Stella sie mit einem schnellen Roll-Up.

1…

2…


Pete: „Bella kam gerade noch heraus!“


Stella bleibt aber am Drücker. Mit einem Sidekick versucht sie die Venera zu treffen, doch diese fängt das Bein ab. Doch ein Enzuigiri trifft Bella direkt am Kopf. Bella taumelt. Stella springt aufs oberste Seil — MOONSAULT!

1…

2…

NEIN!


Bella reißt die Schulter hoch und rollt sich sofort aus dem Ring. Draußen atmet sie schwer durch und schlägt frustriert gegen die Absperrung. Stella will nachsetzen und rauscht mit einem Suicide Dive heran. Doch genau in den Forearm der Venera!


Sven: „JA! Bella hat sich gut vorbereitet!“


Kurz taumelt auch Bella Venera rückwärts, doch die Gegenkraft hat gereicht, um mehr Impact auf Stella zu verlagern, die nun vor dem Ring liegt. Schnell packt Bella sie und schleudert sie gegen das Apron. Die Fans buhen lauthals, doch Bella hebt Stella wieder hoch und rollt sie zurück in den Ring. Doch anstatt direkt zu covern, blickt Bella plötzlich zur eigenen Ecke.

Dort steht Ben Slate und nickt ihr zu. Nun streckt er die Hand aus.

TAG.

Die Stimmung ändert sich sofort. Ben steigt langsam durch die Seile, während Stella sich angeschlagen wieder aufs Apron begibt. Doch in ihrem Gesicht liegt ein Grinsen, eine gewisse Zufriedenheut zeigt sich also außerhalb des Rings, während Ben kalt und fokussiert auf Stella zugeht…


Pete: „Langsam macht sich der Vorteil der Überzahl bemerkbar. Ben Slate kommt nun erst zum ersten Mal in den Ring.“

Sven: „Soll das schon wieder eine Ausrede für eine Niederlage werden?! Ich glaube derer haben wir im Laufe der letzten Monate genug gehört.“


Ben Slate übernimmt sofort die Kontrolle, indem er der gerade wieder auf die Beine kommenden einen brutalen Discus Elbow direkt an die Schläfe hämmert. Stella taumelt benommen rückwärts und Ben greift sofort nach ihrem Arm, verdreht ihn hinter ihren Rücken und zieht sie mit voller Wucht in einen Arm Trap STO.

Stella schlägt hart auf, doch Ben bleibt direkt über ihr, kontrolliert den Arm und zieht sie ohne Hektik in einen Fujiwara Armbar. Er arbeitet präzise, beinahe klinisch. Immer wieder zieht er am Ellenbogen, zwingt Stella dazu, ihr eigenes Gewicht gegen das Gelenk zu stemmen.

Die Fans feuern Stella lautstark an.

Doch Ben hebt nur kurz den Blick und ruft etwas in die Ecke.


Pete: „Tag mit Bella.“

Sven: „Oh yeah – spielt die Überzahl aus, Erasers. Dann haben die Mad Stars keine Chance.“


Bella steigt sofort durch die Seile und übernimmt nach einem harten Kick in die von Slate offen gehaltene Seite den angeschlagenen Arm. Es gibt keinen unnötigen Übergang, keine Pause. Sie zieht Stella hoch und hämmert mehrere harte European Uppercuts gegen den Kiefer. Stella versucht sich mit schnellen Schlägen zu wehren, doch Bella fängt sie ab, zieht sie in einen Side Headlock und reißt sie mit einem Bulldog auf die Matte.

Sofort folgt ein Kneedrop in den Rücken.

1…

2…

Kickout!


Bella schlägt kurz auf die Matte, greift wieder den zuvor bearbeiteten Arm und wendet sich er Ringecke zu — Tag zu Iokepa.

Der Hawaiianer springt förmlich in den Ring, bereit sein Können hier und heute unter Beweis zu stellen. Bella hält Stella fest und Iokepa trifft sie mit einem präzisen Dropkick gegen die Brust, der Stella quer durch den Ring schleudert.

Den Schwung nutzend versucht Stella nun in die eigene Ecke zu kriechen und die ausgestreckte Hand ihres Partners, Mad Dog, zu erreichen. Doch Iokepa bleibt an ihr dran. Er packt ihren Arm, setzt einen kontrollierten Armbar an und zieht Stella gleichzeitig mit dem Knie in den Rücken.

Stella versucht sich herauszudrehen, doch Iokepa wechselt sofort die Position, greift ihren Kopf und rollt sie in einen Front Facelock. Es wirkt beinahe wie Sparring zwischen Technikern — nur dass Stella mittlerweile sichtbar angeschlagen ist.


Pete: „Stella kämpft sich langsam auf die Beine, doch Iokepa hält sie fest.“

Sven: „Er versucht sie mit Kniestößen weiter zu treffen…“

Pete: „NORTHERN LIGHTS SUPLEX! IN DIE BRÜCKE!!!!“

Sven: „Wo holt sie den denn her?“

Pete: „EINS!“

Sven: „ZWEI!“


Aber Iokepa zieht die Schulter hoch! Stella fällt zur Seite und versucht sich wieder in Richtung Mad Dog zu drehen, Iokepa aber lässt sie nicht. Er hält ihr Bein fest, sodass Nova ihren Fokus ändern muss. Beide kommen wieder auf die Beine und schenken sich ein paar Schläge ein. Doch plötzlich springt Io hinauf.


HURACANRANA!


Mit der Aktion schleudert er Stella Nova wieder in die falsche Ecke. Und nun erfolgt erneut der Tag zu Ben. Dieser kommt herein, während Iokepa Stella auf die Beine holt und festhält. Sofort folgt ein harter Kick gegen die Rippen. Stella sackt auf die Knie, und Ben zieht sie direkt in einen Half Nelson Suplex.

Die Halle stöhnt kollektiv auf.


Sven: „Langsam verlieren sie das Vertrauen, das Stella hier noch den erfolgreichen Tag mit Mad Dog schaffen wird.“

Pete: „Die vielen Wechsel der Modern Erasers scheinen sich jedenfalls bezahlt zu machen.“


Stella landet beinahe auf dem Nacken und rollt sich reflexartig zur Seite, doch Ben lässt ihr keine Luft. Er zieht sie hoch und schleudert sie mit einem schnellen Irish Whip in die Ecke der ME und folgt mit einem Tag zu Bella.

Die Maskierte stürmt herein und rammt Stella die Schulter mehrfach in den Magen. Stella versucht sich mit Ellbogen zu wehren, doch Bella hält sie fest. Dann kommt schon wieder der Wechsel.

Iokepa ist wieder im Ring, springt aufs zweite Seil und trifft Stella mit einem Flying Forearm direkt aus der Ecke. Statt zu covern, zieht er Stella sofort wieder hoch und zeigt einen perfekten Northern Lights Suplex mit Bridge.

1…

2…

Kickout!


Sven: „Was Stella kann, kann Iokepa schon lange!!!“

Pete: „Langsam aber sicher sollte die Gute sich zum Wechseln begeben, sonst sehe ich schwarz.“

Sven: „Ist doch lustig. Jetzt beginnen die Modern Erasers, Stella richtig auseinanderzunehmen.“

Pete: „Wieder ein Wechsel! Die kommen ja fast im Zehn-Sekunden-Takt.“


Ben Slate ist dran, wechselt aber gleich wieder mit Bella. Nun setzt er einen Hammerlock an und schleudert Stella mit einem kurzen Throw zu Bella. Bella fängt sie direkt ab und trifft einen Tilt-a-Whirl Backbreaker. Quasi noch bevor Stella von Bellas Knie auf den Boden fällt, tagged die Venera schon wieder ihren Freund ein. Iokepa springt über das oberste Seil, landet elegant mit gespreizten Beinen auf den oberen Ringseilen und trifft mit einem...


SPLIT LEGGED MOONSAULT!


1…

2…

Kickout!


Stella kämpft weiter. Und nun klopft MD in seiner Ringecke auf das Top-Rope, um die Fans noch einmal hinter seine Partnerin zu bringen. Ben Slate wird derweil eingewechselt und zieht Stella Nova in die Ringmitte. Dort zwingt er sie diesmal sogar in die Cattle Mutilation. Die Fans werden lauter, als Stella unter Schmerzen schreit. Ben zieht die Arme brutal nach hinten und verlagert sein ganzes Gewicht auf ihren Rücken.

Mad Dog hämmert wütend aufs Top Rope, während die Ringrichterin Stella mehrfach fragt, ob sie aufgeben will. Doch Stella schüttelt nur den Kopf.

Irgendwie schafft sie es, sich zur Seite zu rollen und Ben aus dem Hold zu zwingen.

Die Halle jubelt sofort auf. Doch kaum kommt Stella auf die Knie, kann Ben wechseln und Bella trifft sie schon wieder mit einem Big Boot.


Pete: „Sie braucht jetzt eine bessere Aktion… ein einfacher Konter reicht nicht.“

Sven: „Zumal sie an Kraft verloren hat. Der Weg zu Mad Dog wird immer länger. Zu lang!!“


Iokepa wird von Bella wieder eingewechselt und nutzt jetzt seine Athletik komplett aus. Er zieht Stella hoch, setzt sie aufs oberste Seil und springt selbst hinterher. Die Fans stehen bereits.


REVERSE HURACANRAN!


Stella überschlägt sich quer durch den Ring.

1…

2…


Pete: „KICKOUT! WHAT?! UNGLAUBLICH!“

Sven: „Sie schafft es echt nochmal raus… Wer hätte das gedacht?!“

Pete: „Sie hat wahrlich ein Kämpferherz!“


Auch die Modern Erasers können kaum glauben, dass Stella noch drin ist. Ben lehnt sich über das obere Seil und ruft erneut nach dem Wechsel. Keine Emotion, keine Hektik — nur totale Kontrolle. Iokepa kommt dem nach und Ben steigt langsam hinein, packt Stella am Kopf und hebt sie hoch. Stella wirkt völlig erschöpft. Ben dreht sie ein für den Discus Elbow —

doch Stella sackt plötzlich unter dem Arm weg.

Ben dreht sich irritiert um.

SUPERKICK!


Die Halle explodiert. Beide gehen zu Boden und liegen nun erstmal flach. Ben versucht sofort weiter zu kriechen. Zu den beiden anderen. Doch Stella macht es ihm gleich!


Sven: „Tag zu Bella! Sie springt rein und packt Stella am Bein.“

Pete: „Die Fans buhen laut. Aber Stella tritt verzweifelt um sich, erwischt Bella im Gesicht und zieht sich weiter… NUR NOCH EINEN METER!“

Sven: „Nicht so schnell, Madam. Bella greift nochmal nach ihrem Fuß! Schnapp sie dir!“

Pete: „STELLE ROLLT SICH FREI. TAG. TAG MIT MAD DOG!“


Die Halle rastet komplett aus. Und Mad Dog steigt durchs Seil, doch Bella Venera stürmt zuerst auf ihn zu — sofort kassiert sie eine brachiale Clothesline, die sie beinahe überschlägt. Noch bevor sie überhaupt richtig landet, kommt Ben Slate auf ihn zu, doch fliegt er mit einem hohen Backdrop durch die Luft und unsanft auf den Rücken. Der Night Fighter ist jedoch noch nicht fertig und rennt zu dem auf dem Apron befindlichen Iokepa, um ihm auch eine mitzugeben. Die Halle chantet nur noch Mad Dogs Namen.


Bella wird mit einer weiteren Clothesline zu Boden befördert und hier ist auch wieder Ben Slate. Rechte Hand. Linke Hand. Harte Schläge direkt gegen den Kopf des Analytikers. Ben versucht einen Takedown, aber Mad Dog blockt ihn, stößt ihn weg und trifft einen massiven Spinebuster mitten in den Ring. Die Fans stehen komplett.


MAD DOG! MAD DOG!


Bella versucht wieder anzugreifen, doch Mad Dog schleudert sie in die Ecke. Er nimmt Anlauf.


DOG BITE!


Der Spin Kick schlägt perfekt gegen Bellas Kopf ein. Bella sackt sofort in der Ecke zusammen. Doch der Hawaiianer ist klug und schlägt ihr auf den Rücken, um sich einzutaggen. Wütend springt er mit einem Springboard Crossbody auf MD zu — doch der Veteran fängt ihn ab! Die Fans schreien auf, als Mad Dog ihn auf den Schultern hält, einige Schritte macht und dann mit voller Wucht die Fighters Powerbomb zeigt.

Die Ringmatte erbebt, als Bella aus dem Ring robbt.

1…

2…

KICKOUT! Doch Bella Venera zieht die Ringrichterin aus dem Ring!


Sven: „Das war doch gar nicht nötig!“

Pete: „Mist! Jetzt bricht Chaos aus!“


Stella springt draußen vom Apron und wirft sich auf Bella. Beide krachen gegen die Absperrung. Im Ring versucht Iokepa benommen aufzustehen — Mad Dog packt ihn sofort am Kopf, während Karo Herzog nach Stella Nova und Bella Venera schaut.


Mad Dog: „„MY NAME IS…“


MAD DOG! MAD DOG! MAD DOG!


WHACK!!


Pete: „STUHLSCHLAG VON SLATE! DAS DARF NICHT WAHR SEIN!“

Sven: „MNI abgewehrt. HA!“


Ben Slate wirft den Stuhl aus dem Ring und ruft die Ringrichterin, dass sie wieder in den Ring zurückkommen soll. Und da Bella und Stella den Umständen entsprechend ok sind, kommt sie der Aufforderung des Schweizers nach.


Sven: „WAS MACHST DU?! PIN IHN!“

Pete: „Iokepa starrt Ben Slate an, der ihm das Gleiche wie du zuschreit.“


Aber der Hawaiianer möchte nicht pinnen. Er schüttelt vielmehr den Kopf, geht zu Ben Slate und hält ihm seine Hand zum Wechseln hin. Slate beeilt sich, den Tag zu vollziehen und stürmt in den Ring.

1…

2…

KICKOUT! Die Schulter ist oben. Mit wütendem Blick schaut Ben Slate zu Iokepa, doch der ist mittlerweile vom Apron gesprungen und macht sich auf den Weg Richtung Backstagebereich.


Sven: „Was ist das denn jetzt?! ECHT?!“

Pete: „Iokepa scheint seine Worte ernst gemeint zu haben. Keine unfaire Strategie! So will er nicht gewinnen.“


Ben Slate schaut Iokepa fassungslos hinterher. Der Hawaiianer dreht sich jedoch nicht einmal mehr um. Unter gemischten Reaktionen der Fans verschwindet er langsam hinter dem Vorhang und lässt Bella Venera und Ben Slate alleine zurück.

Im Ring aber liegt der Fokus plötzlich woanders, denn Stella Nova ist eingewechselt.

Die Halle merkt es erst jetzt richtig — und wird sofort laut.


Sven: „Moment mal… Stella ist legal?!“

Pete: „JA! Während Slate nur auf Iokepa fixiert war, hat Mad Dog den Tag geschafft!“

Sven: „DREH DICH UM, MAN!“


SUPERKICK VON STELLA!


Der Treffer sitzt perfekt gegen den Kiefer des Schweizers. Ben taumelt rückwärts direkt in die Seile. Stella ignoriert den Schmerz in Rücken und Arm komplett, springt aufs zweite Seil —

SPRINGBOARD CROSSBODY!

1…

2…

Kickout!


Ben reißt die Schulter hoch und rollt sich sofort weg. Stella zieht sich an den Seilen hoch, während Bella wieder in den Ring stürmt. Die Venera will Stella von hinten packen —

doch Stella dreht sich heraus und schickt Bella mit einer Headscissors durch die Seile nach draußen!

Die Fans jubeln laut.

Doch dies war die entscheidende Ablenkung für Ben Slate, der Stella Nova mit einer Discus Elbow von hinten erwischt. Stella taumelt nach vorne in Richtung Ringecke. Ben Slate eilt ihr hinterher, doch Stella läuft mit letzter Kraft die Ringseile empor, springt auf Ben Slate zu


TORNADO DDT!


Die Halle explodiert.

1…

2…

NEIN!


Sven: „Ben Slate lebt immer noch!“

Pete: „Aber Stella Nova zieht hier gerade alles aus sich heraus!“


Stella wirkt mittlerweile völlig erschöpft. Sie schaut zu Mad Dog in die Ecke. Der Night Fighter nickt ihr nur zu.

Dann zieht Stella Ben langsam wieder auf die Beine.

Doch Ben stößt sie plötzlich hart von sich. Stella kracht gegen die Ecke. Ben rennt hinterher —

DOG BITE!


Mad Dog hat sich blind eingewechselt! Der Spin Kick trifft Ben genau im Gesicht, als dieser in die Ecke rauscht. Ben taumelt benommen aus der Ecke zurück und dreht sich direkt in einen Tritt in den Magen. Die Halle steht komplett.


MAD DOG! MAD DOG! MAD DOG!


Mad Dog hakt den Arm ein. Der Screwdriver hämmert Ben Slate mit voller Wucht auf die Matte.


Sven: „NEIN! NICHT DER!“

Pete: „ENTER NIGHT! ENTER NIGHT GEGEN BEN SLATE! DAS MUSS ES SEIN!“


Mad Dog bleibt direkt auf ihm liegen. Stella Nova kümmert sich um Bella Venera. Karo Herzog zählt.


EINS!


ZWEI!


DREI!!!


*DING* *DING* *DING*!


Die Halle explodiert unter lautem Jubel.


Pete: „SIE HABEN ES GESCHAFFT! TROTZ DER ÜBERZAHL! TROTZ DES STUHLSCHLAGS!“

Sven: „Das darf doch nicht wahr sein…“


Stella slidet erschöpft in den Ring, während Mad Dog sich langsam erhebt. Bella sitzt draußen fassungslos am Ringrand und schlägt wütend gegen das Apron. Sie ist so in Rage, dass Zornestränen ihre Wange hinunterlaufen.


Sven: „Hat sie schon realisiert, dass Iokepa gar nicht mehr anwesend ist?“


Im Ring hilft Mad Dog Stella wieder auf die Beine und Karo Herzog hebt die Arme der beiden Sieger unter dem lauten Jubel der Fans in die Höhe.


Pete: „Was für ein Kampf. Stella Nova hat unfassbar viel eingesteckt, Mad Dog hat das Match am Ende übernommen — und Ben Slate verliert ausgerechnet, nachdem seine eigene Gruppe auseinanderbricht.“


Die Kamera zeigt noch einmal die Stage. Doch Iokepa ist längst weg.

Im Ring dagegen feiern die Fans lautstark die Mad Stars, während Mad Dog und Stella Nova erschöpft, aber triumphierend im Ring stehen.





Tammy: „Meine Damen und Herren, begrüßen sie mit mir gemeinsam… Ask Skógur!“


Aus dem Hintergrund der Halle kann man bereits laute Jubelrufe vernehmen, als die Kamera nun so ausfährt, dass man auch den Schweden im Bild sieht.

Entgegen den Umständen scheint Ask dennoch recht gut drauf zu sein, sein Haar ist zottelig, seine Kleidung mal wieder recht alt und löchrig, aber so bodenständig und geerdet mag man den Hirsch der GFCW ja auch. Heute bekommt er es mal wieder mit einem sehr harten Gegner zu tun, der ihn schon einige Zeit begleitet, anders als sonst, könnte man meinen, ist er heute aber nicht zwingend auf der Seite, die besonders unter Druck steht.


Tammy: „Ask! Danke für deine Zeit! Seitdem du mit Refuse to Age zu tun hast, konntest du Danny Rickson bereits einmal in einem Einzelmatch und vor zwei Wochen zusätzlich in einem Tag Team Match besiegen. Wie schaust du dementsprechend auf das heutige Match?“


Ask grübelt kurz, es scheint, als wolle er keine zu leichtfertige Antwort auf diese Frage geben. Und das ist eigentlich eher untypisch für Ask…

was er auch selber merkt.


Ask Skógur: „Na wie schon? Ich hab den einmal besiegt, das schaff ich schon auch nochmal. Mir bleibt ja nichts anderes übrig, schließlich muss auch ein alter Sack wie Danny Rickson mal lernen, dass er sich der Natur nicht widersetzen kann.“


Eine fast schon flapsige Antwort von Ask, die allerdings wohl auch bewusst so gewählt wurde. Ask sammelt sich und setzt nochmal an.


Ask Skógur: „Nein, ernsthaft. Ich… weiß wie es ist sich mit Typen wie Rickson rumzuschlagen. Und ich weiß auch, dass es nichts heißen muss, ihn einmal besiegt zu haben. Vor allem eben, weil ich ihn schon einmal besiegt habe, wird er heute umso gefährlicher sein. Ich muss also auf alles vorbereitet sein, denn dieser Sieg ist wichtig. Die Mission heißt immer noch, dass ich zurück in Richtung World Title will und das schaffe ich eben nur, wenn ich nicht verliere. Im Fatal Four Way Match vor einigen Wochen konnte ich das nicht verhindern und daran hatte Rickson ja auch irgendwie Mitschuld, deswegen zahle ich es ihm heute heim, gewinne das Ding und dann geht’s auf in Richtung End… oder Burch.“

Tammy: „Eine sehr positiv-gerichtete Sichtweise auf das heutige Match – so, wie wir es von dir kennen. Aber bei allem Respekt, Danny Rickson muss heute nicht zwangsläufig dein einziger Gegner sein oder denkst du, dass sich Refuse to Age heute zurückhalten wird?“

Ask Skógur: „Was spielt es denn für eine Rolle, was ich denke?“


Asks Antwort kommt fast schon wie aus der Pistole geschossen, als wäre er sich dieser Option durchaus bewusst, aber wie er schon sagt – er hat ja keine Wahl.


Ask Skógur: „Kann schon sein, dass Ricksons Schergen auch mitmischen werden. Aber so war es immer und so wird es immer sein. Kann auch sein, dass Rickson heute selber kämpft, um sich vor Refuse to Age zu beweisen. Tja, schaun wir mal.

Wie heißt es so schön? Nichts ist so beständig, wie die Lageänderung. Planen kann ich da recht wenig, reagieren muss ich und was auch immer Danny Rickson für mich bereithält – ich werde reagieren.“


Ask wirkt überzeugt. Und an sich sollte das keine Überraschung sein, dass ein Wrestler kurz vor seinem großen Match Überzeugung ausstrahlt, allerdings reden wir hier von Ask und bei dem ist nichts so beständig, wie der Selbstzweifel.

Genau dieser scheint hier aber wahrhaftig und authentisch gering zu sein. Vielleicht ist es der Tatsache zu verdanken, dass er Rickson bereits besiegt hat, vielleicht ist sein Hunger auf den World Title auch wirklich wieder richtig groß. Aber Ask ist überzeugt und selbstbewusst und so wird er in das heutige Match gehen.


Tammy: „Okay, Ask. Ich glaube an dich und drücke dir die Daumen. Und solltest…. Nein, sobald du dann gewonnen hast, wer wäre dir denn dann als Gegner lieber: The End oder Iray Burch?“

Ask Skógur: „Na der, der den Titel hat, wäre mir lieb.“


Wieder eher scherzhaft gemeint, wobei es auf Asks Art dennoch recht authentisch und sogar etwas verspielt-naiv daherkommt.


Ask Skógur: „Nein Mann, schon klar. Die Sache ist, dass ich sowohl mit End, als auch mit Burch ne offene Rechnung habe. Iray hat mich im Four Way gepinnt und gegen End konnte ich noch nie so richtig antreten. Insofern kämpfe ich gern gegen Beide. Einen ‚leichten‘ Weg gibt’s bei der Konstellation ohnehin nicht, deshalb belasse ich es tatsächlich dabei: ich kämpfe, gegen wen auch immer ich muss, um das zurückzugewinnen, was ich will und das ist der GFCW World Championship. Und weder The End, noch Iray Burch und erst recht nicht Danny Rickson können mich davon abhalten.“




Wie immer bebt die Halle, sobald diese Musik ertönt – Main Character Ask Skógur ist da, um heute ein weiteres Mal gegen den GFCW Hall of Famer Danny Rickson anzutreten und selbstverständlich auch, um ihn ein zweites Mal zu besiegen.

Und da kommt er auch schon. Ask betritt die Bühne, wobei der Jubel sogar noch lauter wird. Von dort aus schaut Ask durch die Zuschauerreihen, die fast geschlossen hinter ihm stehen. Generell scheint es wohl kaum ein Mitglied in der GFCW-Galaxy zu geben, der mit Ask wirklich ein Problem hat – ganz im Gegensatz zu vielen seiner Gegner, die er über die Jahre hatte.

Man merkt Ask an, dass die Leichtigkeit nicht gänzlich gegeben ist, die Sache ist ernst und Ask wird seinen heutigen Kontrahenten keinesfalls unterschätzen, auch oder vor allem deshalb nicht, weil er ihn eben schon besiegt hat. Wie Ask es heute selbst gesagt hat, könnte dieser Umstand Rickson sogar noch gefährlicher machen. Trotzdem hat Ask, wie eh und je, ein Lächeln auf dem Gesicht, als er die Rampe hinabläuft um mit einigen Fans abzuklatschen.


Pete: „Main Character Ask ist da und heute wird er Refuse to Age endlich und ein für alle Male den Gar ausmachen! Nimm das, Sven!“

Sven: „Tzz. Warten wir mal ab, Ask mag deiner Brut sowas wie einen Selbstbewusstseinsbonus gegeben haben und nun auch 1:0 gegen Rickson stehen, aber irgendwann wird auf der Waldmann wieder scheitern und dieses ‚irgendwann‘ ist heute, also freu dich ruhig, solange du dich noch freuen kannst.“

Pete: „Ich sehe das anders. Seit Title Night versucht Ask zurück in Richtung World Title zu gehen und er mag seitdem auch wieder einige Rückschläge bekommen haben, aber wie es so oft bei ihm der Fall ist, hat er aus diesen Rückschlägen nur weiter gelernt und neue Kraft geschöpft. Kraft, die ihm heute zum Sieg verhelfen wird und ihn dann auch tatsächlich wieder zum World Title führt.“

Sven: „Rede dir das ruhig weiter ein.“

Pete: „GO ASK!“


Ask hat den Ring erreicht. Er entert diesen, bevor er auf dem Turnbuckle noch einmal feiert, gemeinsam mit den GFCW-Fans. Und schließlich ist es so weit, seine Musik klingt ab und er macht sich final bereit für dieses Match.


Die Zukunft ist vorbei.


In großen Lettern kündigt dieser Satz die Ankunft Danny Ricksons an. Eine Aussage, die der Halle of Famer bislang nicht gerecht geworden ist. Einem Sieg über Jona Pexianer, dem Neuling, steht die bittere Niederlage gegen Ask Skógur gegenüber. Die verpasste Chance, sich zum Herausforderer auf den GFCW Titel zu krönen - und zuletzt die Niederlage im Tag Team Match gegen Ask und Pex.

Keine Frage: Danny Ricksons Comeback ist bis hierhin kein Triumphzug. Shelly Nafe hat es ihm in einer Deutlichkeit gesagt, wie es bislang allenfalls hinter seinem Rücken gesagt wurde.

Der Engländer tritt auf die Rampe. Sein blondes, langes Haar ist nass und schwer, es fällt ihm in den Nacken. Sein makelloser Oberkörper lässt einen glauben, dass am Unsterblichkeitsprogramm von Refuse to Age wirklich etwas sein muss. Doch am markantesten ist der ernste Blick auf Ricksons Gesicht. Oder besser gesagt: Verbissenheit.

Bei jedem Schritt zum Squared Circle hat er den Gegner im Fokus. Keine Aufmerksamkeit für die Fans, keine Posen, kein Umherschauen. Einfach nur Ask Skógur - der Mann, der ihn im Weg steht. Heute will er ihn nicht nur besiegen, sondern er muss. Sonst…

Ricksons springt mit einem Satz auf den Apron und drückt die Seile herunter, um einzusteigen. Der Ringrichter Peter Cleven empfängt ihn und weist ihm eine Ecke zu, was Rickson prompt ignoriert, indem er auf die Ringmitte zu marschiert, die Arme in die Luft reist und dann mit der flachen Hand auf das RtA-Logo klopft, welches auf dem Oberschenkel seiner azurblauen Tights aufgedruckt ist. Ein Bekenntnis pro Refuse to Age? Eine Anspielung auf Nafes Angebot? Oder einfach nur Trotz, um etwaige Gerüchte zu beruhigen?

Dann verstummt Ricksons Musik. Er wendet sich wieder dem Gegner zu. Seine Augen sind schmal und ernst, der Blick wie versteinert.

Ist die Zukunft wirklich vorbei…oder die Zeit eines Danny Rickson?


Singles Match:
Danny Rickson vs. Ask Skógur
Referee: Peter Cleven


Die Glocke läutet. Beide Männer lösen sich aus ihren Ecken.

Peter Cleven hält kurz eine Hand zwischen sie, bekommt von beiden ein Nicken und gibt den Weg frei. Trotz all des Hasses, der sich für diese Partie in den vergangenen Wochen und Monaten aufgestaut hat, sind die Herren erfahren und klug genug, nicht vorschnell zu handeln. Sie taktieren, halten sich unter Kontrolle.

Danny Rickson kreist mit kleinen Schritten, die Schultern locker, die Augen wach. Ask Skógur hat die Hände etwas tiefer, mehr Druck in der Haltung. Das erste Abtasten dauert nur wenige Sekunden. Ein Griffversuch des Engländers, ein Ausweichen des Schweden, dann treffen sie im Lock-Up aufeinander.

Rickson arbeitet sofort am Arm. Ein sauberer Übergang ins Wristlock, der Ellenbogen eng am Körper, das Gewicht genau so verlagert, dass Skógur nicht einfach durch Kraft lösen kann. Der frühere Champion dreht mit, sucht den Winkel, rollt über die Schulter ab und steht wieder vor Rickson. Der Veteran greift erneut zu, diesmal mit einem Headlock Takeover. Ask landet auf dem Rücken, dreht die Hüfte und legt die Beine um Dannys Kopf. Der Hall of Famer kippt sich heraus, beide stehen wieder.

Verhaltener Applaus geht durch die Halle. Nicht der hasserfüllte, actiongeladene Beginn, den man erwartet hatte. Aber ein Vorgeschmack auf das, was uns erwarten wird: Ein Duell auf Augenhöhe.

Rickson hebt die Augenbrauen und schießt wieder vor. Beim nächsten Lock-Up schiebt der Schwede allerdings stärker nach vorn. Danny muss zwei Schritte rückwärts, gerät in die Seile, Cleven fordert die Lösung und Ask löst, nachdem er die Dominanz über Rickson zwei, drei Sekunden genossen hat. Die Zuschauer freut es. Doch Rickson richtet die Hände, tritt aus den Seilen und schlägt sofort mit einem Forearm zu. Der Treffer sitzt an der Wange. Skógur antwortet mit einem Chop gegen die Brust.

Das Geräusch hallt durch den Veranstaltungsort.

Der Engländer presst die Lippen zusammen, schluckt den Schmerz herunter und wählt die Flucht nach vorn. Ein Kick gegen den Oberschenkel, ein European Uppercut, dann ein Irish Whip. Ask kommt aus den Seilen zurück, duckt sich unter einer Clothesline weg und trifft Rickson beim zweiten Anlauf mit einem Shoulder Block. Danny fällt, rollt über die Schulter und steht rasch wieder, aber das erste kleine Zögern ist da.


Pete: “Rickson erstmals am Boden. Und das gefällt ihm nicht. Mir scheint es, als habe er heute bewusst entschieden, wieder zurück zu den Basics zu gehen und keine wilden Sachen zu machen…und doch geht Ask als moralischer Sieger der Anfangsphase raus.”


Der Schwede bleibt dran. Ein Arm Drag bringt Rickson auf die Matte, danach folgt ein kurzer Hammerlock. Danny tastet nach dem Seil, erreicht es, und Cleven zählt an. Ask löst bei drei. Der Veteran nutzt die Sekunde beim Aufstehen für einen tiefen Tritt gegen den Bauch. Der Referee ermahnt ihn, doch Rickson hält den Blick auf Skógur gerichtet und zieht ihn in einen Snapmare. Ein Knee Drop soll folgen, Brother Nature rollt zur Seite, der Knieaufprall geht in die Matte.


Pete: “Uff. So auf den Knien zu landen ist nicht schön. Vor allem im Alter.”

Sven: “LÜGE! Deine Mutter ist täglich auf den Knien und ihr geht es noch gut.”


Ask nimmt Fahrt auf. Ein Running European Uppercut drückt Danny in die Ecke. Zwei Chops folgen, dann packt der Schwede ihn am Handgelenk und schleudert ihn quer durch den Ring. Rickson prallt hart gegen die Polster, taumelt heraus und wird mit einem Powerslam abgefangen.

Cover.

Eins.

Zwei.

Schulter hoch.

Der Engländer setzt sich auf, fährt sich mit der Hand über den Brustkorb und sucht zum ersten Mal kurz Abstand. Er schüttelt den Kopf und Flucht leise. Skógur lässt ihn nicht lange. Er zieht ihn hoch, es gibt ein kurzes Gerangel, welches der Schwede mit einem Knie in Ricksons Magen zu seinen Gunsten beendet.

Ask setzt zum Brainbuster an, doch Danny blockt mit dem Bein. Ein Schlag in die Rippen, noch einer, dann rutscht Rickson hinter ihn und nimmt die Hüfte.

German Suplex!

Ask landet auf den Schultern, rollt aber sofort durch und kommt wieder auf ein Knie.

Rickson sieht es. Der Ausdruck in seinem Gesicht verändert sich kaum, aber sein Atem ist schwerer geworden.

Noch einmal stürzt sich der Engländer nach vorn. Ask fängt den Forearm ab, dreht ein und trifft einen Björnsmack aus kurzer Distanz. Der Spinning Back Elbow erwischt Danny nicht voll, reicht aber, um ihn in die Seile stolpern zu lassen. Skógur geht hinterher, wirft ihn mit einem Back Body Drop hoch und schickt ihn flach auf die Matte.

Jubel brandet auf als Ricksons Körper aus der Höhe auf die Matte klatscht.

Beim Aufstehen hängt Rickson für einen Moment am obersten Seil. Peter Cleven fragt, ob alles in Ordnung sei. Danny winkt ihn genervt weg. Doch man merkt: Die schlechte Laune richtet sich mindestens so sehr gegen sich selbst wie gegen den Ringrichter.


Pete: “Bisher macht Rickson keinen schlechten Kampf, aber das war beim letzten Aufeinandertreffen auch nicht der Fall. Trotzdem hat es da nicht gelangt. Die Frage ist, ob er einen Masterplan im Gepäck hat…oder es einfach auf ein offenes Duell ankommen lässt.”

Sven: “Rickson braucht keine besondere Taktik. Qualität setzt sich letztendlich durch.”


Der Schwede kommt wieder. Schritt um Schritt, ohne Hast. Dieses Mal greift Rickson nach einem Bein, will den Gegner zu Boden ziehen, doch Skógur bleibt stabil. Ein kurzer Headbutt auf die Schulter, dann löst er den Griff und hebt Danny aus.

Michinoku Driver.

Der Ring federt, die Halle zieht an.

Eins.

Zwei.

Rickson kickt aus und dreht sich sofort auf die Seite.

Ask steht zuerst. Der Unterschied zeigt Wirkung. Der jüngere Mann wirkt noch frisch genug, um Druck zu machen, während der Hall of Famer sichtbar mehr Aufwand betreiben muss, um wieder in Position zu kommen. Rickson richtet sich am Seil hoch, hält sich kurz den Rücken und schaut Skógur aus schmalen Augen an. Wenn er einen Plan hat und sich nicht nur auf die eigene Qualität verlassen will…wäre jetzt der Zeitpunkt, ihn zu enthüllen. Denn mehr und mehr schwimmen dem Hall of Famer die Felle davon.


Pete: “Ricksons Comeback ist bisher durchwachsen. Und hier zu verlieren…könnte Todesstoß sein.”

Sven: “Könnte, könnte Fahrradkette. Er wird gewinnen. Ich bin mir sicher.”


Der nächste Schlagabtausch beginnt in der Mitte. Danny trifft mit einem Uppercut, Ask mit einem Chop. Noch ein Uppercut, noch ein Chop. Beim dritten Versuch will Rickson ausweichen und zu einer Aktion ansetzen, aber Skógur schiebt ihn von sich. Danny federt in die Seile, kommt zurück, Skógur lässt ihn vorbeilaufen und nimmt dann seinerseits Anlauf zum…

TIMBER!, den Bicycle Kick gegen den Hinterkopf.

Der Treffer bringt Ricksons auf die Knie.

Skógur zieht ihn hoch, hakt den Arm ein.

SKOGENS STRAFF!

Der Brainbuster sitzt. Wieder ein Cover.

Eins.

Zwei.

Danny kommt raus, diesmal später.


Pete: “Nicht der Sieg…aber bislang langt Asks Standardprogramm für immer deutlich werdende Dominanz.”


Der Engländer rollt aus dem Ring. Buhrufe begleiten ihn, während er draußen auf ein Knie sinkt und mit einer Hand an der Absperrung Halt sucht. Cleven beginnt zu zählen. Ask folgt nicht sofort, bleibt an den Seilen und schaut hinunter. Dann steigt er durch die Seile, aber Rickson hat nur darauf gewartet. Als der Schwede über den Apron tritt, fährt Dannys Hand hoch.

Ein Finger ins Auge.

Skógur zuckt zurück, beide Hände am Gesicht. Der Referee hat den Winkel nicht sauber gesehen, ahnt aber genug und ruft Rickson scharf an. Der Veteran reagiert mit einem gereizten Kopfschütteln, packt Ask am Bein und zieht ihn vom Apron. Der Schwede landet auf den Füßen, sieht aber für einen Moment nichts. Danny nutzt das aus und rammt ihm das Knie in den Bauch, dann den Unterarm in den Rücken.

Der Ton des Matches kippt. Es wird härter. Verbissener.

Rickson hebt kurz an und wirft Skógur gegen die Ringkante, schiebt ihn zurück unter das unterste Seil und steigt hinterher. Im Ring setzt er sofort nach. Ein Elbow Drop auf den Rücken, dann ein zweiter. Danach greift er nach dem Bein und dreht in den Sharpshooter. Ask versucht sich herauszutreten, doch die Augen brennen noch, der Körper reagiert eine halbe Sekunde zu spät. Der Griff sitzt.

ASK!” “ASK!” “ASK!”

Die Zuschauer stehen hinter ihrem Helden. Wollen ihn zur Rettung brüllen.


Sven: "Klopf ab, komm schon. Gib einfach auf, Ask. Du willst es doch auch.”


Der Schwede stemmt die Unterarme in die Matte. Danny lehnt sich zurück, die Zähne sichtbar aufeinandergepresst. Cleven kniet vor Ask und fragt nach. Kopfschütteln auf Seiten des Schweden. Der Weg zum Seil ist kurz und für einen Augenblick wittert er Hirsch eine Chance, doch dann kommt Ricksons Routine ins Spiel. Er antizipiert das Vorhaben senies Gegners. Rickson zieht ihn wieder zurück in die Mitte. Dieses Zurückziehen kostet Kraft. Man sieht es an Dannys Schultern. Er will den Griff tiefer setzen, verbissen, noch verbissener, und genau dabei verrutscht sein Stand.

Ask dreht die Hüfte.

Ein Arm packt Dannys Bein, der andere zieht nach. Rickson verliert das Gleichgewicht und kippt zur Seite. Der Sharpshooter bricht. Beide stehen mühsam auf, der Veteran einen Tick schneller, weil er näher an den Seilen ist und sich hochziehen kann. Er rennt los, will den Momentumwechsel sofort abwürgen, doch Skógur ist mit einem großen Satz auf den Seilen und springt ab.

CALL OF THE WILD!

Der Blockbuster lässt Rickson hart aufkommen. Ask bleibt kurz sitzen, blinzelt gegen das Brennen im Auge an und geht dann ins Cover.

Eins.

Zwei.

Danny hebt die Schulter.

Die Halle wird lauter. Skógur stellt sich wieder auf. Der Schwede schüttelt den Kopf frei, zieht Rickson hoch und hakt beide Arme ein. Dieses Mal bekommt Danny keinen Ausweg mehr.

Deer Driver!

Der Pedigree trifft sauber. Ask dreht den Engländer auf den Rücken und legt sich auf ihn. Cleven zählt.

Eins…

Zwei.

Drei.


Pete: “SIEG FÜR ASK! Das ging letztlich…einfacher als gedacht.”


Der Gong bleibt aus.


Sven: “GUCK DOCH HIN, DU IDIOT! Von wegen einfach.”

Pete: “Oh.”


Peter Cleven springt auf und zeigt sofort auf das Seil. Ricksons rechter Fuß liegt auf dem unteren Rope, klar genug. Skógur sitzt auf, schaut erst zum Referee, dann zum Fuß. Er atmet aus, akzeptiert es und steht langsam wieder auf.

Rope Break. Ricksons bleibt im Match.

Man könnte meinen, es ist für den Hall of Famer nur ein Herauszögern des Gnadenschusses. Doc für Danny wirkt diese Rettung anders. Der Engländer greift ans Seil, zieht sich daran hoch und zeigt plötzlich mehr Leben als in den Minuten zuvor. Als Ask nach ihm greift, reißt Rickson sich los und rollt nach draußen. Der Schwede folgt, lässt sich von der plötzlichen “Flucht” des Gegners provozieren und rollt ohne viel Nachzudenken raus.

Draußen schlägt Danny zu. Den Punch kann Ask kontern, doch Rickson hat mehr im Repertoire. Ein Tritt gegen die Rippen, dann packt er Skógur am Nacken und hämmert dessen Stirn auf den Apron. Einmal. Ask taumelt zurück. Rickson hält ihn fest. Zweimal. Peter Cleven zählt im Ring lauter an, doch der Hall of Famer achtet nicht darauf. Dreimal knallt der Kopf des Schweden auf die Kante.


Pete: “He!”

Sven: “Was ‘He’? Ricksons hat in der Vergangenheit oft genug schön gewrestled. Nun ist Zeit für Effektivität und Brutalität. Ein Hirsch verdient es ohnehin nicht, in Schönheit zu sterben. Zumindest kein Koboldhirsh wie der da.”


Die Einschläge von Asks Schläfe auf die harte Kante sind heftig. Die Stirn wird rot.
Skógurs Blick wird glasig. Die Hände suchen Halt, finden kurz das Ringtuch, rutschen ab.

Rickson zieht ihn zurück, schaut zum Referee und schiebt Ask bei acht wieder in den Ring. Er folgt direkt, ohne Cover. Der Veteran will stehen, will sehen, wie Skógur aufsteht. Brother Nature kommt tatsächlich hoch, wankend, aber immerhin. Als Danny auf ihn zugeht, schießt die Hand des Schweden nach vorn. Unkontrolliert, weil Skógurs Kopf so brummen muss, dass er nur Sterne sieht, aber der Kampfgeist in ihm lebt.

Ein Chop. Dann noch einer. Die Halle reagiert sofort, weil Ask sich wieder in die Offensive kämpft.

ASK!” “ASK!” “ASK!”

Ein Irish Whip gelingt. Rickson kommt zurück, Skógur dreht ein und will den Björnsmack schlagen.

Der Körper macht nicht mit.

Mitten in der Drehung verliert er das Gleichgewicht. Der Kopf dreht sich nach den Aufschlägen am Apron zu sehr. Und der glasigen, verschwommene Blick tut ein Übriges. Der Schwede sackt auf ein Knie, schlägt ins Leere und fasst sich an die Stirn. Das kurze Schwanken reicht. Rickson steht hinter ihm, packt den Kopf und zieht ihn herunter.

TORNADO DDT.

Ask schlägt mit der Stirn auf. Ausgerechnet. Danny rollt ihn auf den Rücken, schaut kurz zum Turnbuckle und trifft eine Entscheidung. Der Hall of Famer steigt langsam nach oben. Dort richtet er sich auf, atmet einmal tief durch und springt.

Bis hierhin war Effektivät.

Jetzt ist Showtime.

Fountain of Youth.

..

Die Shooting Star Press trifft.

Rickson bleibt auf Skógur liegen und hakt das Bein ein.

Eins.

Zwei.

Cleven bricht den Count ab.

Diesmal liegt Asks Fuß auf dem unteren Seil. Der Ref hat es früher gesehen als beim vermeintlichen Three Count gegen Rickson zuvor. Und so gibt es weniger Verwirrung auf den Rängen. Aber umso mehr Jubel.

Ask hat noch nicht verloren.

Für einen Augenblick bleibt Danny einfach über ihm liegen. Dann fährt der Kopf des Engländers herum. Der Blick zum Referee ist scharf. Cleven zeigt auf das Seil, wiederholt die Entscheidung. Rickson schiebt sich hoch, packt Ask am Hals und schlägt auf ihn ein. Kurze, harte Schläge gegen Kopf und Stirn. Peter Cleven zählt an, Danny hört nicht. Bei vier zieht der Referee ihn mit beiden Händen weg.

Rickson fährt herum und schreit dem Offiziellen etwas entgegen. Er wirkt verbissen. Und verbittert.

Cleven bleibt vor ihm stehen und zeigt erneut zum Seil. Der Engländer redet weiter, die Stimme rauer, die Gesten größer. Hinter ihm bewegt sich Ask. Langsam, schwer, mit einer Hand am Seil. Das Publikum merkt es vor Danny. Der Lärm steigt.

Rickson dreht sich um.

Skógur kommt aus der Ecke und setzt noch einmal …

zum Björnsmack an.

Diesmal kann Ask den Schwindel besiegen und auf den Beinen bleiben. Doch die Aktion kommt schwerfälliger als gewohnt.

Danny taucht weg.

Der Ellenbogen trifft Peter Cleven.

Der Referee geht zu Boden, hart genug, dass sofort ein Raunen durch die Halle läuft. Ask bleibt stehen, merkt erst eine Sekunde später, wen er getroffen hat. Sein Blick geht nach unten zum Offiziellen. Diese eine Sekunde nimmt Rickson ohne Zögern.

Er packt Skógur im Nacken, reißt ihn herum und schleudert ihn kopfvoran zwischen zweitem und drittem Seil gegen die Ringecke. Der Schwede trifft die Polster und den Stahl dahinter ungünstig, federt zurück und taumelt in den Ring, die Beine unsicher, der Blick noch leerer als zuvor. Falls das überhaupt möglich war.

Danny wartet nicht mehr.

Ein Griff um den Kopf, der Schwung über den eigenen Körper, dann zieht er Skógur in die Bewegung.

MTS.

Der Rickson Klassiker. In jeder Ära.

Der California Roll knallt Ask auf die Matte. Rickson bleibt neben ihm liegen, rollt sich dann über ihn und hakt beide Beine ein. Peter Cleven rührt sich erst nicht. Danny schreit nach ihm, schlägt mit der flachen Hand auf die Matte. Der Referee bewegt den Arm, blinzelt, sieht das Cover und robbt näher.

Der Count kommt.

Eins.

Ask liegt flach.

Zwei.

Der Schwede zuckt mit der Schulter, aber es reicht nicht.

Drei.

Die Glocke läutet.


Sieger des Matches durch Pinfall: Danny Rickson!


Er hat einen Rope Break gebraucht und musste den Wunsch, jung und attraktiv zu kämpfen, erneut hinunterschlucken. Doch Sieg ist Sieg. Ausgerechnet der Moment, in dem Rickson seinem Ärger darüber, ins Hintertreffen geraten zu sein, freien Lauf ließ, brachte am Ende die Entscheidung. Der Wutausbruch, das Hämmern von Skógurs Kopf auf den Apron, erwies sich als Geniestreich, der die Entscheidung hervorbrachte. Zweimal hatte Ask danach den Björnsmack versucht. Zweimal musste er dem Schwindel und dem verschwommenen Blick Tribut zollen. Und das hat ein Veteran eiskalt ausgenutzt.

Rickson löst das Cover erst nach einem weiteren Atemzug. Dann rollt er sich zur Seite und bleibt auf dem Rücken liegen, die Augen zur Hallendecke gerichtet. Er springt nicht sofort auf. Dafür fehlt ihm die Luft. Neben ihm liegt Ask Skógur, eine Hand an der Stirn, der Körper schwer von den Treffern gegen Apron, Matte und Ecke gezeichnet.

Als sein Arm gehoben wird, kommt der Hall of Famer langsam auf die Knie. Der Blick geht zu Skógur hinunter, doch nur für einen Augenblick. Dann wendet der Engländer die Augen ab und reißt auch den zweiten Arm in die Luft. Es geht nicht um Ask, nicht um den Verlierer dieses Kampfes.

Es geht nur um ihn. Danny Rickson. So wie es seit zwei Jahrzehnten bereits ist.

Und jetzt steht hinter seinem Comeback kein Fragezeichen mehr…sondern ein Ausrufezeichen.