Andrew
Costalago und Creed Gibson treten durch den Vorhang und werden
positiv empfangen. Wie schon bei Andrews Einzelmatch springt der
erratische Teil des Cirque du Tonnerre neben Costalago auf und
ab, um Andrew zu motivieren, die Fans anzuheizen und auch um sich
selbst für das Match aufwärmen. Costalago hingegen ist
die Ruhe selbst, die prototypische Verkörperung eines
ruhigen Riesen. Was er gegenüber den heutigen Gegnerinnen
definitiv ist.
Vor
dem Apron angekommen, ist es zunächst Gibson, der mit einem
ordentlichen Satz hinaufspringt. Dann setzt sich der Zirkusmann
auf die Seile und winkt Costalago heran, der erst die Ringtreppe
nutzt und dann den durch Gibsons Gewicht vereinfachten Einstieg.
Auf
der Matte angekommen, klatschen die Beiden miteinander ab. Noch
immer ist Gibson unaufhörlich am Plappern, er klopft Andrew
auf dem Rücken, ist in seinem Gesicht – dieses Match
ist die große Chance für den Cirque du Tonnerre heute
die Pole Position einzunehmen, wenn es darum geht wer ein Tag
Team Titelmatch verdient. Aber das gilt für die Gegnerinnen
der Zirkusmänner natürlich auch.
„Dragon
Rider“ ertönt, die Beleuchtung wird gedimmt, güldenes
Scheinwerferlicht wird auf die Einzugsrampe gestrahlt und von
Seiten der Fans werden „Worms~“ Rufe laut. Sollten
die Black Wyrms je mit Wurmbewegungen durch den Vorhang treten,
die Fans würden vermutlich komplett ausrasten.
So
kommen sie aber nicht durch den Vorhang, sondern aufrecht gehend
und natürlich in ihre hochkragigen Umhänge mit
Drachensilhouetten gehüllt, weil Wyrms Drachen und keine
Würmer sind. Die 1,54 kleine Brigitte Reflet und die 1,69
große Shizuku Shikishima können den Zuspruch der Fans
aber nicht so richtig genießen. Okay, „La Vouivre“
Brigitte Reflet genießt es eh nicht als „Wurm“
bezeichnet zu werden, aber heute ist es besonders schwer.
Im
Vorfeld hatten die schmale, weißblonde Französin und
die blonde Japanerin mit dem Sanduhr-Körper New Level als
Zeit & Ort ausgegeben, an dem sie den GFCW Tag Team Titel
gewinnen wollten. Stattdessen wartet der Cirque du Tonnerre auf
sie im Ring, ein Team, das schon im letzten Jahr gegen die Black
Wyrms gewonnen hat und die ihrerseits Ansprüche aufs Gold
haben. Auch bei der Go Home Show konnte Andrew Costalago gegen
Shizuku Shikishima im Eins gegen Eins gewinnen. Soll der
Titeltraum mehr als ein Traum sein, müssen die Tag Team
Titelträgerinnen aus WFWs Developmental Bereich nachweisen,
dass ihr Sieg gegen die Hasen kein Ausrutscher nach oben war,
sondern sie tatsächlich nun ein gestandenes Team sind. Sie
teamen ja nun auch schon seit immerhin rund 5 ½ Jahren
zusammen.
Die
beiden Next Level Tag Team Champions blicken sich an und streifen
dann noch auf der Einzugsrampe ihre Umhänge bereits ab, um
ihre Ringkleidung zu enthüllen – und die ist neu!
Unten rum ein drakonischer Schurz, auf dass sie optisch besser zu
ihren Teamkameradinnen passen als mit ihren Sporthosen zuvor und
oben rum extra knappe Tops, die in der Mitte mit überkreuzten
Schnüren zusammengehalten werden. Vermutlich ist Sinn und
Zweck damit cool und krass zu wirken, aber die Fans freuen sich
primär darüber nun mehr von Shizukus großen
Brüsten zu sehen als gedacht. Dennoch – Zuspruch ist
Zuspruch.
Zumindest
ist Brigitte jetzt wütend genug, dass jede andere Emotion
weg ist und diese Wut will sie an Creed Gibson und Andrew
Costalago auslassen. Gelingt das, ist das ersehnte Tag Team
Titelmatch so gut wie gebucht; es wäre das mittlerweile
dritte der Black Wyrms. Shizuku ist eh stets engagiert und so
gehen die beiden ungleichen Partnerinnen zum Ring, entern das
Seilgeviert und posieren dort noch mal Rücken an Rücken,
bzw. Haar an Haar, ehe Thorsten Baumgärtner das Match für
eröffnet erklärt.
Tag
Team-Match: Cirque du Tonnerre (Creed Gibson & Andrew
Costalago) vs. Black Wyrms (Shizuku Shikishima & Brigitte
Reflet)
Referee: Thorsten
Baumgärtner
Zu
Beginn gibt es eine Neuauflage des Kampfes der letzten Show:
Andrew gegen Shizuku. 1,94 gegen 1,69. Im Einzelkampf konnte
Shizuku lernen, was gegen Andrew so alles nicht gut
funktioniert, das Problem an der Sache ist, dass die Antwort
darauf „so ziemlich alles“ lautet. Andrew
Costalago ist Shizuku in quasi jedem Attribut überlegen.
Und das weiß Andrew auch. Creed Gibson ebenso, der in
seiner Wechselecke ordentlich Terz macht, um Andrew
anzufeuern, was Brigitte animiert in ihrer Ecke dasselbe zu
tun, womit sich die Anfeuerungsrufe des Publikums ausgewogen
präsentieren. Abwechselnd werden beide Teams angefeuert.
Doch wie geht es jetzt endlich los?
Andrew
wartet darauf, dass Shizuku den ersten Schritt macht, doch
die geht bedächtig langsam nur auf ihn zu und kaum will
Andrew Costalago in den Lockup gehen, da duckt sich Shizuku
weg, ist an Andrew vorbei, springt hoch und greift zu zum
Sleeper Hold! Das ist neu! Kein Wunder, dass Andrew dies
überrascht, aber er muss nur rücklings gehen und
sich in eine Ringecke werfen, um Shizuku dort zum Sandwich zu
machen. Einen hoher Biel Throw später klatscht Shizuku
erstmals auf die Matte in diesem Match, es wird wohl kaum das
letzte Mal bleiben.
Aber
Shizuku Shikishima erhebt sich rasch wieder, als ob diese
Anfangsoffensive von Andrew nichts gewesen wäre. Wenn
das brutale Match gegen „The MILE“ bei der
Anniversary Show für etwas gut war, dann Abhärtung.
So schnell lässt sich Shizuku von etwas Rückenschmerz
nicht einschüchtern und auch ein, zwei Punches von
Andrew und den nachfolgenden Back Body Drop nach Whip In
steckt sie gut weg. Dennoch: auf lange Sicht kann das nicht
gutgehen, irgendwann muss auch offensiv mal was gelingen.
Für
den Moment aber wechselt sich Brigitte ein, womit der
Unterschied in Sachen Physis noch gigantischer wird. Doch das
isz ein zweischneidiges Schwert – Andrew muss nun ein
gutes stück weiter nach unten zielen, um die 1,54 kleine
„La Vouivre“ anzuvisieren und die nutzt das
schamlos aus, positioniert sich immer schön so, dass
Andrew ihr hinterher muss und dabei vornübergebeugt
agieren muss – und dann schnellt sie nach vorne per
Spear!
Nicht
gegen Andrews Körper natürlich, da würde sie
abprallen. Nein, sie schmeißt sich gegen dessen linken
Unterschenkel und reißt ihn so um. Andrew steht somit
nur noch auf einem Bein und da er eh schon vorn über
gebeugt ist… würde er auf die Fresse fliegen,
wenn er kein Mann vom Zirkus mit guter Körperbeherrschung
wäre.
Ist
er aber.
Und
so macht er ein paar Hopser auf einem Bein und steht das
Ganze.
Beeindruckend.
Aber
Brigitte zeigt einfach prompt noch einen Spear, nun von
hinten, in die Kniekehle des Standbeins und das zwingt den
Riesen auf die Knie! Sofort wechselt Brigitte wieder mit
Shizuku und beide setzen an zum doppelten Glorious DDT, der
Wyvern Glory! So haben sie die Hasen besiegt! Aber Tsuki
Nosagi war zu dem Zeitpunkt auch angeschlagener als Andrew
Costalago. Der macht sich einfach schwer und kauert auf allen
Vieren und schon ist es den Black Wyrms völlig unmöglich
ihn vom Boden zu hieven. Dann rollt Andrew rückwärts
in den Stand, kommt in der eigenen Wechselecke aus und tagt
Creed Gibson ein, wonach es für einige Augenblicke 2
gegen 2 Offensive gibt, wo beide Teams einfach gut zulangen.
Klar,
dass der Cirque du Tonnerre dabei das bessere Ende für
sich hat und die Black Wyrms au dem Ring knocken kann. Dann
nimmt Creed Anlauf und wird von Andrew per Back Body Drop
über die Seile geschickt – als Wurfgeschoss auf
die Black Wyrms, die vom Anflug des 1,85 großen und
auch über 100 Kilo schweren Creed umgehauen und auf den
Hallenboden gekegelt werden! Aber auch Creed hat dieser
Aufprall nicht ganz gut getan, ein Flugkünstler ist er
nicht und so konnte er die Aktion nicht stehen. Aber das ist
ihm egal, die Aktion war geil, das Publikum tobt und die
Gegnerinnen wurden erwischt, also alles gut gelaufen. Creed
erhebt sich und dreht eine feiernde Ehrenrunde um den Ring,
wobei er sich merklich den Rücken hält.
Als
er von der Ehrenrunde zurück bei den Black Wyrms ist,
stehen diese wieder und erwarten ihn bereits:
Double
European Uppercut!
Creed
wird gegen die Ringtreppe gepfeffert, womit der Rücken
nun erst recht schmerzt und das Kinn gleich mit. Andrew
Costalago erkennt die Gefahr und verlässt den Ring, um
Creed zu helfen, aber die Black Wyrms ducken sich unter
seinem doppelten Clothesline hinweg und dann springt Brigitte
ihm an den Kopf für den Tornado DDT, bekommt von Shizuku
Schwung mit und kann dank dieses Schwungs den Tornado DDT
auch durchziehen! Shizuku eilt in den Ring zurück,
während Brigitte Creed von der Ringecke zieht und mit
Mühe und Not zurück in den Ring schiebt, wo Shizuku
Shikishima ihn in Empfang nimmt. Die Blondine packt den Kopf
des Mannes aus Hermantown zwischen die Oberschenkel,
umklammert dessen Körper und… versucht eine
Powerbomb?! Tatsache! In Gedenken an Marc Hill ruft Shizuku
„Power“ und kriegt Creed tatsächlich hoch!
Powerbomb!
Creed
Gibson ist also ziemlich genau das Gewicht, was Shizuku zur
Powerbomb hochkriegt, zumindest wenn sich der Gegner nicht
viel wehrt, so wie Creed hier. Cover! Eins! Zwei! Nein! Creed
kickt nicht nur aus, sondern wedelt dabei sogar noch
belehrend mit dem Zeigefinger von wegen, dass dies noch lange
nicht ausreicht. Nur „Power“ zu rufen macht
Shizukus Powerbomb noch lange nicht so stark wie es die von
Marc Hill war.
Nichtsdestotrotz
ist sie nun im Vorteil und nutzt es aus, dass Andrew
Costalago noch nicht zurück in seiner Ecke ist. Shizuku
springt auf den Rücken des noch immer am Boden liegenden
Creed Gibson und greift dessen Kopf: Dragon Clutch! Muss
Creed aufgeben? Nein, er kommt hoch und windet sich raus, er
ist doch zu groß und stark, um einfach so unten
gehalten zu werden. Dann packt er selber zu und lässt
sich fallen:
Sitout
Jawbreaker!
Gebrochen
ist Shizukus Kinn zwar zum Glück nicht, aber schmerzen
tut es schon. Aber über die erlernte Schmerzresistenz
haben wir ja schon gesprochen und so hält sie sich zwar
kurz das Kinn, spurtet dann aber nach vorn und wirft sich per
Running Cossbody auf Creed, der so abermals Energie für
einen Kick Out aufbringen muss, ehe er Shizuku per Spinning
Heel Kick erwischt.
Sowohl
Creed als auch Shizuku liegen erst mal flach nebeneinander
und werden angezählt, wodurch Referee Thorsten
Baumgärtner sein Anzählen üben kann. Irgendwo
Backstage ist Idunn Jörmungandr als ca. Einzige davon
beeindruckt, wie mühelos Thorsten Baumgärtner bis 6
zählen kann – dann stehen beide wieder, verpassen
sich gegenseitig ein, zwei Forearms und torkeln dann in die
jeweilige Wechselecke, um den Wechsel zu vollziehen, womit es
wieder 40 Zentimeter Größenunterschied zu
bestaunen gibt.
Andrew
agiert mit Vorsicht, um von Brigitte nicht wieder in die
Beine gespeart zu werden, doch die stürmt plötzlich
voran und hämmert ihm einen Lariat in den Magen.
Brigitte ist schließlich immer darauf aus ihre
negativen Emotionen am Cirque du Tonnerre auszulassen und so
schlägt sie kurzerhand wie eine Furie auf Andrew ein –
bis der zupackt und Brigitte im hohen Bogen per Fallaway Slam
durch den Ring fliegen und auf die Matte krachen lässt.
Aber
wie Shizuku hat auch Brigitte durch das Match gegen Meathook
& Co einiges an Schmerzresistenz aufgebaut und erhebt
sich sogleich wieder in der Ringecke – was sie aber
besser gelassen hätte, da Andrew Costalago per Cartwheel
Splash auf die Französin springt und voll erwischt. Wer
den Schaden hat, braucht bekanntermaßen für den
Spott nicht zu sorgen, kommt dieser doch in Form eines
lautstarken, provokativen Lachens von Creed Gibson –
ein Lachen, dass dafür sorgt, dass Brigitte aufhört
groggy zu sein und wieder Energie dank Wut bekommt. Das
Lachen sorgt aber auch dafür, dass sie zu Creed blickt,
anstatt zu Andrew, der sie so leicht packen und zum Vertical
Suplex hochstemmen kann. Dort hält er Brigitte ein
Weilchen, ehe es abwärts geht und es sogleich den
nächsten Wechsel gibt.
Andrew
wirft sich auf alle Viere und fungiert für Creed als
Sprungrampe, der sich per Senton auf Brigitte wirft. Cover:
Eins, Zwei, Kick Out. Das war wichtig, Shizuku wurde nämlich
von Andrew weggeblockt und hätte nicht helfen können.
Tatsächlich wirft Andrew Shizuku nun sogar aus dem Ring
und geht hinterher – das ist die Chance für Creed
Gibson den sprichwörtlichen Sack zuzumachen.
Aber
weiß Creed Gibson das auch?
Scheinbar
nicht, er provoziert Brigitte nämlich abermals mit ein
paar Gesten, um sie auf die Beine zu locken – okay, um
seinen Front Russian Legsweep zu zeigen muss Brigitte auch
stehen, aber hätte er sie einfach hoch gezerrt wäre
das schneller gegangen und La Vouivre hätte weniger Zeit
gehabt, um sich zu erholen. Creed realisiert das nicht,
stellt sich neben Brigitte Reflet, um zuzupacken, aber die
rammt ihm kurzerhand den Ellbogen in den Magen und kaum beugt
sich Creed vor, landet sie einen deftigen Axe Kick in Creeds
Nackenregion. Creed geht auf alle Viere und Brigitte Reflet
ist sofort auf ihm:
Wyvern
Clutch!
Ja,
Wyvern Clutch, nicht Worm Clutch, eine modifizierte Variante
des Camel Clutch mit verdrehtem Arm, die weniger aufs Luft
rauben und mehr aufs Schmerz zufügen aus ist. Andrew
hört die aufkommenden Schmerzensschreie seines Partners
natürlich, aber nun ist er es, der von Shizuku an der
Rückkehr in den Ring gehindert wird. Zumindest bis er
sie hochnimmt und als Wurfgeschoss verwendet: Shizuku prallt
gegen Brigitte und die Gefahr ist gebannt.
Vorerst.
Shizuku
kriecht in ihre Wechselecke zurück – man kann auch
sagen sie wurmt sich dorthin – Andrew geht in seine
Wechselecke und Creed Gibson ist rasch bei ihm, um zu
wechseln, nimmt Brigitte dann hoch zum Atomic Drop und lässt
sie aufs Knie krachen. Andrew übernimmt die kleine
Französin von da aus per Vice Grip, aber Brigitte windet
sich und landet ein, zwei European Uppercuts, die Andrew zum
lösen zwingen. Brigitte versucht nun naturgemäß
zu Shizuku zu gelangen, aber Creed Gibson entert den Ring
wild gestikulierend und so bekommt Thorsten Baumgärtner
den Wechsel nicht mit, ab und an sind Creeds chaotische
Einlagen auch mal für etwas gut, so wie jetzt.
Doch
als Thorsten Baumgärtner die nun ihrerseits
gestikulierende Shizuku zurück in die Wechselecke
zitiert, ist er auch wieder abgelenkt und bekommt auch beim
Cirque du Tonnerre einen Wechsel nicht mit und schickt Creed
ebenso zurück in die Ecke, aus der er gekommen ist.
Statt Double Teaming macht Andrew also alleine weiter und
versucht einen erneuten Vertical Suplex gegen Brigitte
Reflet, doch bekommt er dieses Mal beim Hochstemmen deren
Knie ab und direkt darauf als Konter den Tornado DDT! Damit
hat Brigitte nun endlich die Möglichkeit zu wechseln,
aber Andrew torkelt ihr hinterher und bekommt im Fallen die
Knöchel der Weißblonden zu packen. Die streckt
ihre Finger aus und… erreicht Shizuku! Die klettert
sofort auf die Ringecke und springt per Moonsault auf Andrew
noch ehe dieser so wirklich weiß was Sache ist! Creed
Gibson erkennt die Gefahr und stürmt in den Ring, aber
Shizuku weicht ihm aus, Brigitte erwischt ihn per Shotgun
Dropkick und so getroffen torkelt Creed zurück in die
Richtung aus der Shizuku per Middle Rope Springboard
Destroyer angeflogen kommt:
Shimakaze!
Creed
liegt flach und Andrew ist noch immer angeknockt, plötzlich
hat sich das Blatt gewendet und das richtig! Brigitte packt
Andrew am Kopf, Shizuku kommt hinzu… und was alleine
schwer wäre, gelingt zusammen: Double Glorious DDT –
Wyvern Glory! Eins! Zwei! Drei! Der Cirque du Tonnerre war
gerade richtig gut am Drücker, aber sie haben ihren
Vorteil nicht in einen Sieg umwandeln können. Die Black
Wyrms drehen und gewinnen das Match, abermals mit ihrem neuen
Tag Team Finisher, mit dem sie bereits die Hasen besiegt
haben. Gut für sie, dass sie ihn haben, das ist die
Waffe, die ihnen vorher gefehlt hat. Ob sie dadurch auch
bereit sind ihr Ziel vom Titelgewinn zu realisieren, das wird
die Zukunft zeigen. In der Gegenwart sind sie erst einmal
glücklich über diesen Sieg, der sie einem
Titelkampf sehr nahe bringt...
New
Level, der Name des PPVs, und zwei Männer sind im Fokus der
Kamera, welche dazu fähig sind, sämtliche Matches auf
ein neues Level zu bewegen. Schaffen sie es auch heute im Ladder
Match? Die Rede ist von den aktuellen GFCW Tag Team Champions
Zerbeus, welche sich in der Umkleide unterhalten – fast
schon ein Bild, welches wir von Show zu Show mitbekommen.
Man
sieht, wie MacKenzie seinem Partner Ray Douglas per Smartphone
ein Video von vergangener Show zeigt und er lässt ein wenig
die Schultern sacken.
Zereo
Killer: „Tja, irgendwie ist das Gespräch doch nicht so
verlaufen, wie ich es mir erhofft hatte, oder was würdest du
dazu sagen?“
Morbeus:
„….Hmm. Mad Dog und Du. Das scheint eine langwierige
Geschichte zu werden, ja?“
Natürlich
stellt der Kanadier hier nicht wirklich eine Frage an seinen
Partner.
Morbeus:
„…Ich bin hier nach wie vor noch zwischen den
Stühlen. Versteh mich nicht falsch, ich habe großen
Respekt vor Mad Dog. Einer der größten Wrestler in
diesem Jahrhundert. Bei dem Thema Allianz oder Stable oder was
auch immer bin ich allerdings meist etwas vorsichtig. Ich habe
echt schon mit Gestalten in Stables zusammengearbeitet in den
letzten 26 Jahren…da will ich mich nur ungern an alle
zurückerinnern. Meistens dann auch noch als „Leader
from the Pack“. Und was habe ich mich da meistens
aufgespielt. Retroperspektivisch war´s ein Riesenschmarrn.
Aber mir ist diese Rollenverteilung und das IMMER damit
einhergehende Drama im Binnenverhältnis auch etwas leid
geworden. Vielleicht liegt es am Alter, aber wenigere Partner
bedeuten oft mehr Fun im Alltag wie im Ring. Und du bist ja schon
nicht mehr der Pflegelichteste, HAHA. Nevermind.“
Bevor
die Stimmung kippt, wechselt Douglas aber doch noch das Thema.
Morbeus:
„Bei all den Figuren mit den ich zusammengearbeitet habe
oder eben musste, dürfte Mad Dog jedoch eine positive
Erscheinung darstellen. Nur gefällt mir die Großwetterlage
aktuell ganz und gar nicht. Mad Dog tritt doch gleich auch in
einem Tag Team an. Stella Nova dürfte doch auch Titelhungrig
sein. Ich sehe da aktuell noch nicht den großen Vorteil für
uns, wenn wir uns mit Rivalen auf die Titel verbrüdern
sollten. Also da Thema Allianz mit MD ist ein interessantes, aber
der Zeitpunkt aktuell ist nicht passend. Ich kann es nur noch
einmal Gebetsmühlenartig betonen: WIR müssen uns auf
das Leitermatch konzentrieren! Das Ei soll wieder zu uns, ähh
zu dir zurück. Dann kann ich auch Kyle wieder unter die
Augen treten. Das war etwas schwierig in den letzten Tagen, muss
ich gestehen. Wir packen das!“
Die
Kamera schwenkt nun wieder auf den Kalifornier, welcher heute
sein schwarz-rotes Outfit trägt, dazu die passende
Gesichtsbemalung, welche ein wenig an Darth Maul aus Star Wars
erinnert. Sein Gesichtsausdruck ist sehr entschlossen, seine
Augen verengen sich, die Mimik sehr ernst.
Zereo
Killer: „Auch wenn es eine coole Sache ist, dass ich das Ei
gefunden habe, heute sind definitiv das Tag Team Titelgold das
Wichtigste. Sie haben uns alles geklaut, doch in ihrem Besitz ist
schlichtweg nichts! Wir werden ihnen heute zeigen, dass sie sich
mit den Falschen angelegt haben. Ich bin mir sicher – auch
wenn es wie eine billige Redewendung klingt, aber es ist die
Wahrheit - , dass wir heute alles geben werden! Ich werde auch
alles riskieren, damit wir unsere Titel erfolgreich verteidigen
können!“
Sein
Blick trifft auf den seines Partners, welcher nicht absolut
zufrieden mit dieser Aussage ist, aber MacKenzie erklärt
sich weiter.
Zereo
Killer: „Mir ist unser Team im Augenblick wichtiger als
alles Andere! Du stimmst mir sicher zu, wenn ich sage, dass wir
heute alles geben müssen, um TnB zu besiegen, oder?“
Ohne
etwas dazu zu sagen, nickt er nach kurzem Zögern. Er weiß
genau, dass Mr. #ISGI noch nicht fertig gesprochen hat.
Zereo
Killer: „Genau, das sehe ich auch so! Nie im Leben werde
ich irgendeinen Gegner unterschätzen, das ist der größte
Fehler, den man machen kann! Ich bin bereit alles zu riskieren,
egal was du davon hältst, denn ich will das Match heute
gewinnen, auf spektakuläre Art und Weise!“
Nun
stellt er sich neben seinen Partner und blickt mit ihm an die
Decke und fährt weiter fort mit seinem Monolog.
Zereo
Killer: „Wir werden mit Schmerzen aus diesem Match
rausgehen. Ja, wir sind in einem Alter, in dem wir länger
brauchen, bis wir unsere Wunden geleckt haben, aber weißt
du was? Das alles ist es Wert, weil wir diesen Sport lieben!
Sonst wären wir nicht immer noch dabei nach so langer Zeit,
oder was meinst du? Wir werden heute da raus gehen, wir werden
alles riskieren, dieses Risiko wird es Wert sein, denn wir hängen
unser Titelgold ab und verteidigen!“
Morbeus
scheint so mittelstark hyped zu sein.
Morbeus:
„ Du hast es gut zusammengefasst. Wir müssen alles
geben gegen TnB. Aber auch nicht overpacen. Das wird sich rächen.
Vertraue mir! Ich weiß, du kannst nur Volle Kanne oder
Flasche leer, aber etwas taktisch muss es schon auch sein. Sonst
liegen wir beide bald tot im Ring. Ich weiß auch, dass es
heute gegen noch zwei größere Schlitzohren geht als
wie wir es sind. Aber die Titel und das Ei gehören eben zu
uns. Und beides wird am Ende Des Abends UNS gehören!“
Der
Kanadier und der US-Amerikaner klatschen laut ab. Die Routiniers
sind READY!
Ein
Mann und sein Telefon. Sie sind die einzigen Akteure in dieser
Szene, die sich im Backstagegewirr der Mannheimer SAP Arena
abspielt.
Immer
und immer wieder wechselt Hollywood Jake zwischen drei Aktionen:
Er tippt eine Nummer auf dem Display und hält sich das
Smartphone dann an Ohr, wartet ein paar Sekunden und stößt
dann ein zunehmend genervtes werdendes Seufzen aus. Er wirkt,
auch wenn er im gewohnten Pelzmantel und mit dem zurückgegelten
Haar einen gewohnt arroganten Eindruck macht, in diesen
Augenblicken wie jemand, hinter dessen Fassade man schauen darf.
Und man sieht einen verlassenen jungen Mann, der seit Wochen
unfreiwillig auf sich allein gestellt ist.
Hollywood
Jake: “Darragh, komm schon. Wieso bist du nicht hie?. Ich
muss wissen, wann du wiederkommst.”
Mit
unruhigen Schritten zieht Jake Kreise. Er bemerkt nicht, dass er
gefilmt wird und dass sich mehrere Mitarbeiter versammelt haben,
um skeptisch zu beäugen, was er dort macht. Hollywood Jake
ist im Tunnel.
Er
schließt die Telefon-App auf dem Handy und wählt ein
anderes Programm aus. Zwei schnelle Fingerschlänge, dann
ändert sich der Bildschirm. Er scheint eine Sprachnachricht
aufzunehmen.
Hollywood
Jake: “Also, Darragh…ich weiß, dass du dir
eine Auszeit nimmst. Aber ich habe nicht damit gerechnet, dass
die SO lange dauert. Oder dass ich dich währenddessen gar
nicht erreichen kann. Deswegen diese Nachricht. Bitte ruf mich
sofort zurück, wenn du sie hörst.”
Jakes
Gesicht verzieht sich in Anspannung als er darüber
nachsinnt, was die passenden Folgeworte sind.
Hollywood
Jake: “Die Dinge laufen scheiße.”
Ein
Satz, so schonungslos wie mehr oder weniger wahr. Er spricht es
mit einem Grummeln aus.
Hollywood
Jake: “Es ist PPV…und ich stehe nicht Mal auf der
Card, Mann.”
Der
Umstand scheint ihn besonders tief zu treffen. Jake rauft sich
die gelschweren Haare, die nach der Aktion wild abstehen. Er
scheint es nicht zu bemerken.
Hollywood
Jake: “Das ist nicht der Weg des Switziverse. Wir sind der
Kern dieser Liga. Wir brauchen einen neuen Plan…und
darüber muss ich mit dir persönlich sprechen. Also ruf
mich bitte an.”
Ein
Klick und die Sprachnachricht wird (schätzungsweise) weit in
die Ferne über den Ozean gesendet. Nach Hollywood. Oder in
Switzenbergs kanadische Heimat. Vielleicht gar in die Karibik, an
einen Ort am Meer voll Sorglosigkeit und feinperligem Sand.
Jake
ist dabei, das Handy in der Hosentaschen zu verstauen, als ihm
noch etwas einfällt. Er holt das Gerät noch einmal
hervor und startet eine weitere Sprachnachricht.
Hollywood
Jake: “Okay, Darragh - ich will ehrlich sein. Vor allem
brauche ich eine Antwort von dir.”
Er
holt tief Luft. Was auch immer er sagen will: Er scheint ihm im
Hals zu stecken und Mühe zu kosten, es hervorzubringen.
Hollywood
Jake: “Warum ist verdammt nochmal Milly Vermillion heute
mit deiner Re-Match-Klausel am Start, huh? Milly Ver-mil-lion?
Scheiße, vor ein paar Wochen hast du nicht Mal gewusst, wer
das ist.”
Jakes
Faust ballt sich und im Gesicht verändert sich ebenfalls
etwas. Die Mundwinkel gehen tiefer und dort wo eben
Verunsicherung zu sehen war, übertüncht nun eine
ärgerliche Mimik alles. Da ist eine neue Härte.
Hollywood
Jake: “Wieso bist du überhaupt für Miria
erreichbar - und nicht für mich? ICH bin dein Kollege, dein
wichtigster Unterstützer. Seit mehr als einem Jahr, Mann.”
Der
Frust schlägt sich Bahn. Wort für Wort wird Jakes
Stimme zischen der. Es ist, als sei das Aussprechen seiner
Gefühle in dieser Sache der Moment, wo er sich erst selbst
darüber klar wird, was er denkt. Selbsttherapie.
Darragh
hat ihn versetzt. Darragh ignoriert ihn. Darragh macht
Deals mit anderen.
Und
er - Hollywood f’n Jake - läuft und bettelt ihm
hinterher.
Der
Riesaer senkt das Handy. Denkt nach. Richtet sich den
Mantelkragen. Nach einem tiefen Durchatmen zieht er die Haare
zurück an die geplante Position, die Spuren des Raufens sind
verschwunden.
Hollywood
Jake: “Weißt du was, Darragh?”
…
…
…
Hollywood
Jake: “Eigentlich kannst du mich mal.”
Klick.
Die
Sprachnachricht wird beendet.
Jake
steht da und blickt sich um. Die Schultern, auf denen eine Last
zu liegen schien, fühlen sich befreit an. Er zieht sie hoch
und die Mundwinkel folgen.
Jake
beginnt zu lachen. Ein freies, erlösendes Lachen.
Freiheit.
Er
breitet die Arme aus und dreht sich im Kreis, wirft den Kopf in
den Nacken als würde er frische Frühlingsluft einatmen.
Jake lebt in dem Moment, kostet ihn für volle zehn Sekunden
aus.
Dann
zieht Jake den Mantel glatt, nimmt das Handy wieder in die Hand
und beginnt, eine Nummer zu wählen. Eine
andere Nummer.
…
…
…
Die
Stimme am anderen Ende meldet sich sofort.
Hollywood
Jake: “Du hattest Recht.”
Ein
breites Grinsen in Jakes Gesicht.
Hollywood
Jake: “Ich spiele wirklich im falschen Team. Und jetzt habe
ich eine Entscheidung getroffen.”
Die
Einzugsrampe ist Feuer und Flamme dank der Pyroshow, die
anlässlich des Auftritts von Milly Vermillion abgefackelt
wird. Vorausgesetzt das Feuer ist eine Pyroshow und kein
magisches, beschworenes Feuer der blond gelockten Phönix im
klein gewachsenen Frauenkörper, die mit dem
Selbstverständnis eines der mächtigsten Wesen überhaupt
zu sein durch den Vorhang schreitet. Ein Selbstverständnis,
das sich bisher noch nicht in Titelgewinnen manifestiert hat,
aber sieht man sich die Kanadierin im feurig gefiederten Poncho
und Minirock heute so an, würde man nicht vermuten, dass sie
dereinst in der Gegend herumgestolpert und beim Versuch zu
fliegen regelmäßig auf die Fresse gefallen ist.
Mittlerweile hat die Phönix sich an ihr menschliches Sein
gewöhnt, einen Sieg über Monica Shade errungen –
obgleich dank Hilfe von Miria Saionji – war im letzten Jahr
im WFW Tournament of Honor eine Drittelfinalistin und ein starkes
Match um den GFCW Intercontinental Title gegen Jason Crutch hat
Milly auch schon bestritten. Das ist mehr als manch andere von
sich behaupten kann und nun will die Frau, die sich in Pose
stellt und flügelhaft mit den Armen wedelt mehr: einen
ersten Titelerfolg.
Nicht,
weil ihr das Gold etwas bedeutet.
Nein,
sie will einfach nur demonstrieren, dass sie ein mächtiger
und weiser Phönix ist und Menschlein ihr nicht gewachsen
sind. Dass es für diese Demonstration im Erfolgsfall einen
Titelgürtel gibt ist nicht weiter wichtig, außer dass
sich mit dem Status als Champ mehr Geld verdienen lässt –
und das Geld in der Menschenwelt hilfreich ist, um schöne
und/oder leckere Dinge zu kriegen, das hat Milly mittlerweile
verstanden, so wenig Mühe sie sich auch sonst gibt die
Menschenwelt verstehen zu wollen.
Die
Fans sind der nun Richtung Ring stolzierenden Blondine mit dem
roten Barett auf dem Schopf eigentlich positiv zugetan, ob ihres
spektakulären Stils und ihrer direkten, ehrlichen Art, doch
hier und heute gibt es Pfiffe und Buhrufe, da sie die Profiteurin
von Mirias miesen Machenschaften ist. Heute zumindest, zu
Jahresbeginn erlitt Milly ja selbst im ersten GFCW Main Event von
2026 eine denkbar dreckige Niederlage gegen Miria.
Nichtsdestotrotz, die Fans hätten eigentlich lieber ein
faires Resultat zwischen Milly und Monica gesehen und das hängt
Milly unweigerlich nach. Noch dazu sind ihre Gegner den Fans
einfach mehr ans Herz gewachsen. Besonders natürlich Zac
Alonso, der sich mit seiner Emanzipation von Darragh Switzenberg
besonders beliebt gemacht hat – und dass Milly Vermillion
nun als quasi Stellvertreterin von ebendiesem Darragh Switzenberg
mit dessen Rematchklausel in diesem Match steht, sorgt nun auch
nicht gerade dafür, dass man die Feurige heute siegen sehen
möchte. Milly selbst ist das egal, sie ist mit zwei hohen
Sprüngen rauf auf dem Apron und über die Seile im Ring,
wo sie noch mal zur Pose ansetzt, diese aber ob der negativen
Reaktionen abbricht. Diese Fans haben es nicht verdient sie vor
dem Match noch mal posieren zu sehen. Erst nach dem Match, mit
dem Titel in Händen, wird es noch eine Pose geben –
eine Siegespose.
Da steht er,
Ein Mann wie Atlas. Breites Kreuz und athletisch ohne Ende.
Langsamen Schrittes geht er zum Ring. Entschlossen ist sein
Blick, heute zählt nur der Titel. Ohne viel TamTam ist der
Mann aus Vancouver dann auch im Ring angekommen und wird das
Versuchen was er sich schon so lange nach sehnt: den
Intercontinental Title zu gewinnen.
Zu
guter Letzt kommt der Champion. Dieses Privileg hat sich Zac
Alonso verdient. Erkämpft. Gegen einen Darragh Switzenberg,
der seitdem (und einer Begegnung mit Iray Burch) an einem
unbekannten Ort seine Wunden leckt.
Zac
Alonso wird mit lautem Jubel empfangen, ein guter Teil der Halle
könnte sich problemlos mit einer Titelverteidigung
anfreunden - nur einige wenige Kyle-Diehards wünschen sich
den Titelwechsel.
Der
US-Amerikaner stürmt aus dem Vorhang und reißt seinen
Gürtel in die Luft. Er glänzt im Schein der Lichter und
den Kamerablitzen - genau wie sein breites Lächeln. Dieser
Fight ist eine Herausforderung, die er sich selbst gesucht hat.
Er hätte es dabei belassen können, nur Milly Vermillion
zu bekämpfen. Doch er wollte die Ultimative Challenge. Die
Scharte auswetzen, die das Gesicht von Kyle Douglas trägt.
Der
Mann, der ihn besiegt hat. Der aus der Movie Star Bomb ausgekickt
war. Alonso schenkt Kyle einen intensiven Blick, geprägt
nicht von Freundschaft, aber durchaus von Respekt. Sie brauchen
einandner nicht zu hassen, um zu wissen, dass jeder heute (fast)
über Leichen gehen würde, um mit dem Preis nach Hause
zu gehen.
Und
dann ist Alonso im Ring angekommen. Die erste große
Verteidigung bei einem PPV steht an. Der Startschuss in die
Post-Switzenberg-Ära. Und es liegt an ihm, dass diese heute
nicht schon wieder endet.
GFCW
Intercontinental Title Match: Zac Alonso vs. Milly
Vermillion vs. Kyle Douglas
Referee: Mike Kontrak
Die
Glocke läutet, und Milly Vermillion ist bei all ihrer
körperlichen Unterlegenheit keine Scheu anzusehen. Sie
steht zwischen Zac Alonso und Kyle Douglas, klein, leicht,
beide Fäuste oben, und schaut von einem zum anderen. Zac
scheint zu warten, bis sich das erste passende
Angriffsfenster öffnet.
Aber
Kyle nicht. Der Kanadier marschiert los, greift nach Millys
Schulter, doch der Phoenix taucht unter dem ersten Griff weg
und hämmert ihm direkt zwei Low Kicks gegen den linken
Oberschenkel. Nur um sicherzustellen, dass sie nicht das
leichtere Opfer in diesem Kampf ist, wie der Kanadier
möglicherweise gedacht hat.
Kyle
dreht sich fluchend zur Seite und kassiert von Zac einen
Dropkick seitlich an die Brust. Hier gilt die Sympathie, die
sich in den letzten Wochen möglicherweise angesammelt
hat, nicht. Alonso und Kyle sind Gegner, sonst nichts.
Douglas taumelt in die Seile. Zac setzt nach, doch Milly
schneidet ihm den Weg ab, springt hoch und treibt ihn mit
einer Schlagsalve durch den Ring bis er den Halt verliert und
zu Boden geht. Der Champion rollt über die Schulter ab,
kommt wieder hoch, zumindest auf ein Knie, aber Milly ist
schon da. Enzuigiri gegen Zac. Treffer am Ohr. Alonso liegt
am Boden, im Publikum sind erste angespannte Gesichter
erkennbar.
Da
ist Morbeus wieder. Kyle packt Milly von hinten am Hüftbund
und hebt sie ohne großes Theater aus. German Suplex?
Nein, Milly klammert sich mit beiden Armen an Kyles
Handgelenk, dreht sich in der Luft heraus und landet hinter
ihm auf den Füßen. Sie stößt ihn mit
beiden Händen nach vorn. Zac, der in diesem Moment
gerade wieder auf die Beine kommt, erkennt instinktiv eine
Gelegenheit. Er springt auf das zweite Seil, kommt zurück,
Springboard Dropkick gegen Douglas.
Kyle
kracht auf die Matte. Zac dreht ihn sofort um.
Eins.
Kyle
wirft Zac schon bei eins von sich runter. Und im Hintergrund
steht Milly, die jede Sekunde bereit gewesen wäre, hier
einzugreifen, sofern Kyle die Aufgabe nicht selbst erledigt
hätte.
Zac
landet auf dem Hintern, reibt sich kurz den Kiefer und nickt
dann. Er hat mit nichts anderem gerechnet.
Milly
nimmt unterdessen Anlauf, doch Zac sieht sie kommen.
Leapfrog. Milly rauscht unter ihm durch, federt aus den
Seilen zurück und läuft direkt in Zacs Cartwheel
Kick. Sie geht zu Boden, rollt aber weiter bis auf den Apron.
Der frühere Switziversler will hinterher, aber Kyle ist
wieder oben und rammt ihm den Unterarm zwischen die
Schulterblätter. Kyle zieht Zac hoch, greift um die
Hüfte… Front Suplex!
Kyle
hebt Zac nochmal an und wirft ihn diesmal quer in die Ecke.
Der Champion hängt dort kurz, Luft weg. Kyle schaut zu
Milly, die am Apron kniet, und dann wieder zu Zac. Er
entscheidet sich für den Champion. Er stürmt los.
Corner Splash? Zac rutscht zur Seite. Kyle bremst zu spät,
schlägt mit dem Brustkorb gegen die Polster, dreht sich
um und bekommt Zacs Clotesline an den Hals. Kyle wankt, fällt
aber nicht. Zac runzelt die Stirn. Noch ein Schlag. Kyle geht
einen Schritt zurück, aber kippt immer noch nicht weg.
Zac nimmt mehr Anlauf.
Diesmal
fängt Kyle ihn ab.
Pete:
“Side Hand & Arm Suplex!”
Zac
fliegt sauber landet hart auf dem Rücken.
Pete:
“Da ist Milly ist auf dem obersten Seil!”
Double
Foot Stomp auf Zac.
Nein.
Zac rollt weg.
Milly
landet auf den Füßen, tief in den Knien, federt
ab, dreht sich und wird von Kyle mit beiden Armen gepackt. Er
wirft sie über Kopf. Belly to Belly Suplex. Milly segelt
fast bis zur Ringmitte und landet auf der Seite. Ein paar
Leute in der ersten Reihe ziehen hörbar Luft ein.
Sven:
“150 Zentimeter gegen 193. Was 43 Zentimeter Länge
ausmacht, davon kann deine Mutter aus Erfahrung erzählen.“
Kyle
covert Milly.
Eins.
Zac
steht wieder und bricht mit einem Kick auf Kyles Rücken
ab. Nicht schön getroffen, aber genug. Douglas kippt
seitlich herunter, Zac bleibt kurz auf ihm liegen und rollt
dann auf Milly.
Eins.
Milly
ist draußen. Sie hätte die Rettung durch Alonso
nicht gebraucht.
Mike
Kontrak ist nah dran und zeigt es direkt an. Zac nickt,
klopft einmal mit der flachen Hand auf die Matte und zieht
Milly in die Ringmitte. Er will sie hochnehmen, doch Milly
tritt ihm aus der Drehung gegen das Knie. Zac sackt ein Stück
ab. Noch ein Kick, diesmal gegen die Innenseite des
Oberschenkels.
Sie
rennt in die Seilem fliegt geradezu phönixhaft aufs
Rope, dreht sich agil um und trifft mit einer Meteora gegen
seine Brust.
Cover.
Eins.
Zwei.
Zac
kickt aus.
Pete:
“Da muss noch mehr kommen. Das langt nicht, um
Championessen zu werden. Aber sie ist auf dem Weg dahin…”
Da
kommt Kyle. Milly steht auf und weicht nicht aus. Sie tritt
ihm gegen das Knie, dann gegen den Bauch, dann versucht sie
einen DDT. Kyle blockt. Er hebt sie an, will sie auf die Ecke
setzen, aber Milly hakt das Bein um seinen Kopf. Tornado DDT.
Kyle
hält sie fest.
Er
bleibt stehen. Für einen Moment hängt Milly schief
an ihm, ihre Arme um seinen Kopf.
Pete:
“Da ist Alonso in den Seilen! Der Champion ist zurück.”
Zac
springt vom zweiten Seil und trifft Kyle mit einem Missile
Dropkick in den Rücken. Dadurch kippt Douglas nach vorn,
und Milly zieht den Tornado DDT durch diese Anschubhilfe doch
noch durch. Kyle schlägt mit der Stirn auf, Zac landet
daneben. Milly robbt sofort zu Kyle.
Eins.
Zac
zieht sie weg.
Der
Champion hat nicht den Weg zurück ins Match gefunden, um
tatenlos den Pinversuch einer Konkurrentin mit anzusehen. Er
nimmt Milly hoch und umklammert sie, womöglich für
den Ansatz zu einem Suplex. Doch ehe er sich versieht, hat er
das Knie der LPG-Vertreterin im Magen. Alonso sackt auf ein
Knie und bekommt einen klatschenden Kick an die Brust.
Pete:
“Jetzt hat Milly beide am Boden.”
Milly
blickt sich um. Wen bearbeitet sie weiter? Sie hat zwei
Möglichkeiten und eine Entscheidung zu treffen.
Vermillion steht auf, zieht Kyle am Kopf hoch und verpasst
ihm einen Kick in den Magen. Dann einen zweiten an den
Brustkorb. Es soll eine Serie draus werden.
Kyle
packt beim dritten Tritt das Bein. Für einen Augenblick
stehen Douglas und der Phönix da und starren einander
an, niemand will das nächste Angriffsfenster öffnen.
Vermillion hüpft auf einem Bein, weil das andere noch
umklammert wird. Für einen Enzuigiri ist Kyle zu
aufmerksam und für Punches sind ihre Arme in dieser
Position zu kurz. Die Unentschlossenheit auf beiden Seiten
eröffnet die Chance für den lachenden Dritten, denn
im Hintergrund springt Alonso auf die Beine.
Zac
kommt von hinten.
Pete:
“ANSATZ ZUM HOLLYWOOD KICK!”
Zacs
zweiter Finisher, der Roundhouse Kick ak den Hinterkopf.
Gerichtet ist er an den jungen Kanadier, der so damit
beschäftigt ist, Vermillion unter Kontrolle zu halten,
dass er die viel größere Gefahr in Form eines
heranschnellenden Stiefels nicht kommen sieht.
Douglas
duckt sich.
Der
Kick trifft Milly seitlich am Kopf.
Der
Phoenix fällt auf die Matte. Zac wirkt über das
falsche Ziel nicht unglücklich, Gegner ist eben Gegner.
Klar, keine Absicht, aber im 3-Way fragt später niemand
nach Absicht.
Und
doch hat es eine Konsequenz: Kyle nutzt den Moment, greift
Zac von hinten und wirft ihn mit einem German Suplex. Er hält
die Brücke.
Eins.
Zwei.
Zac
bekommt eine Schulter hoch.
Kyle
rollt mit ihm durch, greift wieder. Zweiter German Suplex.
Diesmal ohne Brücke. Zac landet härter, bleibt auf
der Schulter liegen. Kyle steht auf, zieht die Träger
seines roten Singlets zurecht und brummt etwas, das im
Hallenlärm untergeht.
Pete:
“Jetzt ist erstmals Mr. Unpinable gegen beide
gleichzeitig am Drücker. Kann er was draus machen?”
Kyle
zieht Zac hoch und setzt zum Pump Handle Slam an. Alonso
strampelt, kommt hinten runter, schiebt Kyle in die Seile.
Milly ist unterdessen am Apron, wohin sie nach Alonsos Kick
gerollt war. Benommen, aber wach genug. Sie zieht das oberste
Seil runter. Kyle fällt nicht raus, aber er hängt
mit dem Oberkörper drüber. Milly springt vom Apron
hoch, zieht sein Gesicht auf das Seil und lässt ihn
zurückschnappen.
Kyle
taumelt rückwärts unter fällt letztlich auf
den Rücken. Sein schwerer Körper lässt den
Ring erzittern.
Zac
springt unterdessen aufs zweite Seil.
Ropewalk
Moonsault!
Er
balanciert nur zwei Schritte, dann springt er ab und trifft
Douglas zielgenau. Beide bleiben liegen. Zac greift das Bein.
Eins.
Sven:
“Der Phönix ist auf dem Top Rope.”
Milly
bricht mit einem Double Foot Stomp auf Zacs Rücken ab.
Ein leicht verärgertes Raunen schallt durch die Halle.
Douglas, der dem Pin entkommen ist, rollt sich aus dem Ring,
um sich draußen etwas zu erholen.
Zac
schreit auf und rollt zur Seite. Milly bleibt auf ihm, zieht
ihn an den Haaren ein Stück hoch. Dann lässt sie
ihn abrupt frei, gibt ihm einen Schubser Richtung Ringmitte,
nimmt Anlauf und trifft Zac mit einem Running Dropkick.
Alonso fliegt in die Ecke und sitzt dort.
Milly
rennt an, Kick mit Anlauf. Ihr Fuß trifft Zacs Kiefer.
Der Champion klappt zur Seite, hält sich aber am
mittleren Seil fest.
Milly
zieht ihn heraus. Cover.
Eins.
Zwei.
Zac
reißt die Schulter hoch.
Milly
bleibt diesmal nicht liegen. Sie schaut geistesgegenwärtig
zu Kyle, der vor dem Ring am Aufstehen ist, und entscheidet
sich schnell, bei wem es weitergeht. Sie nimmt Anlauf,
springt durch die Seile…
…Tope
con Hilo gegen Douglas!
Kyle
fängt sie. Bei Millys leichtem Gewicht trotz allen
Schwungs doch eine machbare Aufgabe, auch noch in dieser
Matchphase.
Er
dreht sich zum Kommentatorenpult, dann zum Ringpfosten, dann
doch zum Apron. Er rammt sie mit dem Rücken gegen die
Ringkante.
Milly
sackt draußen zu Boden.
Im
Ring richtet Zac sich auf. Er sieht Kyle draußen, sieht
Milly unten, greift sich kurz ans Kinn und nimmt Anlauf.
Baseball Slide gegen Kyle. Douglas wankt gegen die
Absperrung. Zac sieht eine Chance, eine weitere Aktion
vorzubereiten, steigt auf den Apron und springt ab.
Pete:
“Kyle fängt auch ihn! POWER!”
Doch
diesmal hat Morbeus’ Spross weniger Glück nach
seiner Kraftleistung. Zac dreht sich in der Luft heraus und
schickt Kyle mit einem Tornado DDT auf die dünne Matte
am Hallenboden. Der Kanadier bleibt liegen, eine Hand am
Hinterkopf. Zac zieht Milly hoch und schiebt sie zurück
in den Ring und rollt selbst hinterher.
Milly
rollt plötzlich durch, packt Zacs Arm und zieht ihn in
einen Crucifix Pin.
Eins.
Zwei.
Zac
kommt gerade noch raus.
Beide
kommen hoch. Milly schneller. Gamengiri. Zac taumelt. Milly
greift ihn von vorne.
Sitout
Gourdbuster!
Der
Vermillion Flasher. Sie bekommt ihn nicht perfekt hoch, Zac
ist schwerer als sie, aber sie knallt ihn trotzdem mit
Gesicht und Brust auf die Matte.
Cover.
Eins.
Zwei.
Kyle
zieht Milly am Bein vom Cover weg.
Die
Halle jubelt entweder wegen Douglas’ Rückkehr oder
für Alonso, irgendwas dazwischen. Kyle ist wieder da,
aber noch nicht ganz. Er zieht Milly hoch. Vermillion schlägt
mit beiden Ellbogen nach hinten. Einmal, zweimal. Beim
dritten Mal lässt Kyle locker. Milly rennt in die Seile
und kommt mit Schwung zurück, aber Kyle stoppt die
Bewegung und hebt sie auf die Schulter. Er versucht, den
Phönix wegzuschleudern und auf die Matte zu knallen,
doch Milly klammert sich fest. Eine Zeitlang geht es hin und
her. Genug Augenblicke für Zac Alonso, um von seinen
Gegnern unbemerkt auf die Beine zu kommen und in der Seite
hochzuklettern.
Zac
springt vom Turnbuckle.
Crossbody
auf beide.
Kyle
fällt mit Milly unter sich, Zac rollt weiter und hält
sich sofort die Rippen. Alle drei liegen. Mike Kontrak geht
in die Hocke, schaut nach Milly, dann nach Zac, dann nach
Kyle. Alonso scheint sich, obwohl es seine Offensivaktion
gewesen war, etwas getan. Er liegt da und hält sich den
Rücken, versucht mit schmerzverzerrtem Gesicht, flacher
zu atmen.
Milly
bewegt sich zuerst. Sie kriecht nicht zu den Seilen, sondern
zu Zac. Wieder der Champion. Wieder der Titel. Sie legt sich
auf ihn.
Eins.
…
…
…
Zwei.
Zac
bekommt die Schulter hoch.
Milly
zieht die Lippen schmal. Sie steht langsam auf, streicht sich
die Haare aus dem Gesicht und zeigt zur Ecke. Einige Fans
reagieren sofort. Sie wissen, wofür es Zeit ist. Phoenix
Senton.
Sie
steigt hoch, doch Kyle packt ihr Bein. Milly tritt nach ihm,
trifft ihn an der Stirn. Kyle lässt los, aber steigt
selbst auf den Apron. Milly dreht sich auf dem obersten Seil
zu ihm und tritt nochmal. Kyle blockt den Fuß, zieht
sie ruckartig in Richtung Seil. Milly landet sitzend auf dem
Turnbuckle.
Alonso
ist wieder da. Er springt in die Ecke und schlägt Kyle
mit einem Forearm vom Apron. Douglas fällt draußen
auf ein Knie.
Zac
steigt zu Milly hoch. Beide stehen wacklig auf dem zweiten
Seil. Zac will einen Superplex. Milly blockt mit Haken in die
Seile. Sie kann ein paar Sekunden auf die Art und Weise
gewinnen. Kyle ist wieder auf dem Apron. Er klettert in die
Ecke, unter beide. Die Zuschauer merken vor den Beteiligten,
was kommt. Kyle packt Zac um die Hüfte. Zac hält
Milly fest. Milly hält das Seil fest.
Powerbomb-Superplex-Knäuel.
Kyle
reißt Zac herunter, Zac zieht Milly mit, Milly löst
sich zu spät, und alle drei schlagen versetzt ein. Für
ein paar Sekunden ist nur Mike Kontrak auf den Beinen.
Kyle
legt eine Hand auf Zac.
Eins.
…
…
…
Zwei.
…
…
…
Alonso
kickt aus.
Kyle
rollt auf den Rücken und starrt zur Hallendecke. Dann
setzt er sich auf. Er war so oft so kurz vor einem großen
Sieg und jetzt wird er nicht zulassen, dass seine Frustration
möglicherweise zu einem Problem wird. Also: Weitermachen
ist die Devise. Er setzt sich auf, greift nicht nach Zac,
sondern Milly am Nacken und zieht sie vor sich.
Kylemission!
Der
Katahajime sitzt nicht vollständig, weil Milly sich
sofort seitlich dreht, aber Kyle schließt den Arm
enger. Millys Gesicht wird rot. Sie tritt mit den Fersen auf
die Matte. Zac liegt daneben und sieht es, aber kann noch
nicht reagieren. Trotz des Kickouts steckt ihm die Powerbombe
in den Knochen.
Milly
greift nach dem Seil. Zu weit.
Sie
greift nach Kyles Finger. Der versteckt die Hand.
Mike
fragt, ob sie aufgibt. Milly schüttelt den Kopf, aber
ihr Gesicht spricht Bände. Zac zieht sich an den Seilen
hoch. Er kann es so nicht laufen lassen. Wenn Milly aufgibt,
verliert er den Titel. Wenn Kyle gewinnt, ist alles weg. Also
kommt Zac zurück und tritt Kyle gegen die Schläfe.
Kyle
hält den Griff.
Zac
tritt nochmal. Diesmal löst Kyle. Milly rollt heraus,
hustet, eine Hand am Hals. Sie krabbelt auf die Seile zu und
zieht sich in der Ecke hoch, was zunächst wenig
Beachtung findet. Zac zieht Kyle hoch und setzt zu einem
Suplex an. Kyle ist zu schwer und zu stabil. Er stemmt sich
dagegen, hebt Zac aus und…
…
…
…
…trifft
den Olympic Slam.
Goldrush!
Kyle
covert Zac.
Eins.
…
…
Zwei.
Pete:
“HABEN WIR EINEN NEUEN CHAMPION?”
Milly
springt vom obersten Seil.
Phoenix
Senton auf Kyle und Zac gleichzeitig!
Sie
trifft beide, aber der Preis ist hoch. Milly rollt von ihnen
runter, hält sich den unteren Rücken. Kyle liegt
seitlich, Zac auf dem Bauch. Milly schiebt Zac auf den
Rücken, legt sich auf ihn.
Eins.
…
…
Zwei.
…
…
…
…
Zac
hat eine Hand im Seil.
Die
Halle ist jetzt laut genug, dass Pete erst ansetzt und dann
wartet. Definitiv nicht warten jedoch will Vermillion. Sie
hat sprichwörtlich Blut gerochen und will daran
anknüpfen. Also stemmt sie sich nach Alonso
unglücklichem Rauskommen sofort wieder hoch und klettert
noch Mal auf die Seile.
Phoenix
Senton auf Zac? Diesmal wäre der Move nur für ihn
reserviert, denn Douglas ist draußen vor dem Ring und
atmet durch.
Milly
springt ab…
…
…
Zac
rollt weg.
Milly
landet auf der Matte, ohne Ziel, aber sie dreht sich gerade
noch ab. Trotzdem fährt ihr der Schmerz in den Rücken.
Sie kommt auf die Knie. Zac zieht sich an den Seilen hoch,
fast gleichzeitig mit ihr. Milly stürmt vor, schneller
Kick zur Schläfe.
Der
Champion duckt sich.
Millys
Bein geht über ihn hinweg, sie dreht durch, landet, will
mit einem Backfist nachsetzen. Zac fängt den Arm, zieht
sie heran. Dreht sie dann um.
Hollywood
Kick!
“YEAAAAAH!”
Diesmal
trifft er sauber. Hinterkopf, seitlich, genug. Milly fällt
wie ein gefällter Baum zu Boden. Die Fans feiern den
Champion und sehnen den siegbringenden Pin herbei. Auch Zac
hat diese Sehnsucht. Doch ebenso besitzt er Übersicht.
Er schaut kurz nach draußen. Kyle greift am Apron nach
dem Seil.
Alonso
könnte versuchen, Vermillion zu pinnen. Aber er
entscheidet sich für den anderen möglichen Weg.
Er
rennt los.
Running
Dropkick gegen Kyle Douglas!
Der
Kanadier wirft vom Apron geschossen und fliegt Rücken
voran in die Absperrung vor den Zuschauern. Mit verdrehten
Augen und schwer atmend bleibt er liegen.
Pete:
“Gute Übersicht von Zac…”
Sven:
“...doch jetzt hat er zu viel Zeit verplempert, um nach
seinem Hollywood Kick noch Milly Vermillion zu pinnen.”
Alonsos
Angriff auf Kyle war die sichere Variante. Das
Vorausschauende. Doch indem er die Gelegenheit nutzte, verlor
er eine andere. Und braucht nun Plan B.
Er
steigt auf die Seile. Blickt auf seine Gegnerin hinab. Gerade
kehrt das Leben in Milly Vermillion zurück. Sie beginnt,
langsam wieder zu krabbeln. Robbt auf die Seile zu. Will
verhindern, was Alonso vorhat.
Alonso
springt ab.
MOVIE
STAR BOMB!
Die
Aktion, die gegen Kyle Douglas nicht gelangt hat…
…
…
…
…endet
auf den angezogenen Knien der Gegnerin.
Der
Champion beugt den Rücken durch und stöhnt auf. Die
Fans springen von den Sitzen und tun es ihm nach. Alonso
Swanton Bombe hat nichts ins Ziel geführt.
Und
nun ist es Milly, die keine Zeit zu verlieren hat.
Sie
packt Alonso an dessen immer länger werdenden Haaren.
Nimmt all ihre Kraft und Leidenschaft zusammen. Jetzt scheint
der Gewichtsunterschied von rund 40 Kilogramm eine machbare
Aufgabe zu ein. Sie bekommt den Gegner hoch. Legt ihn sich
auf die Schulter.
PHOENIX
DRIVER!
Kopf
und Nacken voran geht es für Alonso abwärts.
…
…
…
Oder
sollte es zumindest.
Der
Champion verlagert geistesgegenwärtig sein Gewicht und
rutscht dem Phönix hinten von der Schulter. Elegant wie
ein Tänzer kommt er auf den Füßen zu stehen.
Er
ist in Milly Vermillions Rücken.
HOLLYWOOD
KICK!
Das
zweite Mal innerhalb von weniger als einer Minute, dass sein
sekundärer Finisher trifft. Das Klatschen seines
Stiefels an Vermillions Hinterkopf schallt durch die Halle.
Die LPG Vertreterin sackt zu Boden.
Alonso
wirft sich auf sie.
EINS…
…
…
Kyle
Douglas rutscht auf den Apron. Er atmet schwer.
…
…
ZWEI…
…
…
Douglas
angelt mit dem Arm nach Alonso Bein, um ihn aus dem Pin zu
ziehen.
…
…
…
Doch
am Ende fehlen Kyle Zentimeter.
…
…
…
DREI.
Sieger
des Matches durch Pinfall und weiterhin Intercontinental
Champion: Zac Alonso!
Pete:
„Zac Alonso verteidigt. Nicht durch die Movie Star
Bomb, sondern durch zwei Wirkungstreffer innerhalb kürzester
Zeit. Er pinnt Milly Vermillion, und das ist der
entscheidende Satz dieses Matches.“
Sven:
„Kyle Douglas bleibt ungepinnt. Wieder. Aber er steht
wieder ohne Titel da.“
Milly
rollt sich auf die Seite, eine Hand am Nacken, die andere auf
der Matte. Zac kommt auf die Beine, wackelt einen Augenblick
lang genommen und hebt dann den Gürtel in die Luft.
Jubel für den Champion, Applaus für den Kampf, ein
paar Pfiffe für den Ausgang, weil manche in der Halle
Kyle schon lieber mit dem Titel gesehen hätten.
Kyle
steigt nicht mehr in den Ring. Er bleibt draußen, sieht
Zac an und schüttelt mit einem Fluch auf den Lippen den
Kopf. Zac hebt den Titel noch einmal und der Kanadier wendet
den Blick ab. Da war sie - die Gelegenheit, auf die er
gewartet hatte. Doch am Ende stand nicht sein Triumph.