Andrew Costalago und Creed Gibson treten durch den Vorhang und werden positiv empfangen. Wie schon bei Andrews Einzelmatch springt der erratische Teil des Cirque du Tonnerre neben Costalago auf und ab, um Andrew zu motivieren, die Fans anzuheizen und auch um sich selbst für das Match aufwärmen. Costalago hingegen ist die Ruhe selbst, die prototypische Verkörperung eines ruhigen Riesen. Was er gegenüber den heutigen Gegnerinnen definitiv ist.

Vor dem Apron angekommen, ist es zunächst Gibson, der mit einem ordentlichen Satz hinaufspringt. Dann setzt sich der Zirkusmann auf die Seile und winkt Costalago heran, der erst die Ringtreppe nutzt und dann den durch Gibsons Gewicht vereinfachten Einstieg.

Auf der Matte angekommen, klatschen die Beiden miteinander ab. Noch immer ist Gibson unaufhörlich am Plappern, er klopft Andrew auf dem Rücken, ist in seinem Gesicht – dieses Match ist die große Chance für den Cirque du Tonnerre heute die Pole Position einzunehmen, wenn es darum geht wer ein Tag Team Titelmatch verdient. Aber das gilt für die Gegnerinnen der Zirkusmänner natürlich auch.



„Dragon Rider“ ertönt, die Beleuchtung wird gedimmt, güldenes Scheinwerferlicht wird auf die Einzugsrampe gestrahlt und von Seiten der Fans werden „Worms~“ Rufe laut. Sollten die Black Wyrms je mit Wurmbewegungen durch den Vorhang treten, die Fans würden vermutlich komplett ausrasten.

So kommen sie aber nicht durch den Vorhang, sondern aufrecht gehend und natürlich in ihre hochkragigen Umhänge mit Drachensilhouetten gehüllt, weil Wyrms Drachen und keine Würmer sind. Die 1,54 kleine Brigitte Reflet und die 1,69 große Shizuku Shikishima können den Zuspruch der Fans aber nicht so richtig genießen. Okay, „La Vouivre“ Brigitte Reflet genießt es eh nicht als „Wurm“ bezeichnet zu werden, aber heute ist es besonders schwer.

Im Vorfeld hatten die schmale, weißblonde Französin und die blonde Japanerin mit dem Sanduhr-Körper New Level als Zeit & Ort ausgegeben, an dem sie den GFCW Tag Team Titel gewinnen wollten. Stattdessen wartet der Cirque du Tonnerre auf sie im Ring, ein Team, das schon im letzten Jahr gegen die Black Wyrms gewonnen hat und die ihrerseits Ansprüche aufs Gold haben. Auch bei der Go Home Show konnte Andrew Costalago gegen Shizuku Shikishima im Eins gegen Eins gewinnen. Soll der Titeltraum mehr als ein Traum sein, müssen die Tag Team Titelträgerinnen aus WFWs Developmental Bereich nachweisen, dass ihr Sieg gegen die Hasen kein Ausrutscher nach oben war, sondern sie tatsächlich nun ein gestandenes Team sind. Sie teamen ja nun auch schon seit immerhin rund 5 ½ Jahren zusammen.

Die beiden Next Level Tag Team Champions blicken sich an und streifen dann noch auf der Einzugsrampe ihre Umhänge bereits ab, um ihre Ringkleidung zu enthüllen – und die ist neu! Unten rum ein drakonischer Schurz, auf dass sie optisch besser zu ihren Teamkameradinnen passen als mit ihren Sporthosen zuvor und oben rum extra knappe Tops, die in der Mitte mit überkreuzten Schnüren zusammengehalten werden. Vermutlich ist Sinn und Zweck damit cool und krass zu wirken, aber die Fans freuen sich primär darüber nun mehr von Shizukus großen Brüsten zu sehen als gedacht. Dennoch – Zuspruch ist Zuspruch.

Zumindest ist Brigitte jetzt wütend genug, dass jede andere Emotion weg ist und diese Wut will sie an Creed Gibson und Andrew Costalago auslassen. Gelingt das, ist das ersehnte Tag Team Titelmatch so gut wie gebucht; es wäre das mittlerweile dritte der Black Wyrms. Shizuku ist eh stets engagiert und so gehen die beiden ungleichen Partnerinnen zum Ring, entern das Seilgeviert und posieren dort noch mal Rücken an Rücken, bzw. Haar an Haar, ehe Thorsten Baumgärtner das Match für eröffnet erklärt.


Tag Team-Match:
Cirque du Tonnerre (Creed Gibson & Andrew Costalago) vs. Black Wyrms (Shizuku Shikishima & Brigitte Reflet)

Referee: Thorsten Baumgärtner


Zu Beginn gibt es eine Neuauflage des Kampfes der letzten Show: Andrew gegen Shizuku. 1,94 gegen 1,69. Im Einzelkampf konnte Shizuku lernen, was gegen Andrew so alles nicht gut funktioniert, das Problem an der Sache ist, dass die Antwort darauf „so ziemlich alles“ lautet. Andrew Costalago ist Shizuku in quasi jedem Attribut überlegen. Und das weiß Andrew auch. Creed Gibson ebenso, der in seiner Wechselecke ordentlich Terz macht, um Andrew anzufeuern, was Brigitte animiert in ihrer Ecke dasselbe zu tun, womit sich die Anfeuerungsrufe des Publikums ausgewogen präsentieren. Abwechselnd werden beide Teams angefeuert. Doch wie geht es jetzt endlich los?

Andrew wartet darauf, dass Shizuku den ersten Schritt macht, doch die geht bedächtig langsam nur auf ihn zu und kaum will Andrew Costalago in den Lockup gehen, da duckt sich Shizuku weg, ist an Andrew vorbei, springt hoch und greift zu zum Sleeper Hold! Das ist neu! Kein Wunder, dass Andrew dies überrascht, aber er muss nur rücklings gehen und sich in eine Ringecke werfen, um Shizuku dort zum Sandwich zu machen. Einen hoher Biel Throw später klatscht Shizuku erstmals auf die Matte in diesem Match, es wird wohl kaum das letzte Mal bleiben.

Aber Shizuku Shikishima erhebt sich rasch wieder, als ob diese Anfangsoffensive von Andrew nichts gewesen wäre. Wenn das brutale Match gegen „The MILE“ bei der Anniversary Show für etwas gut war, dann Abhärtung. So schnell lässt sich Shizuku von etwas Rückenschmerz nicht einschüchtern und auch ein, zwei Punches von Andrew und den nachfolgenden Back Body Drop nach Whip In steckt sie gut weg. Dennoch: auf lange Sicht kann das nicht gutgehen, irgendwann muss auch offensiv mal was gelingen.

Für den Moment aber wechselt sich Brigitte ein, womit der Unterschied in Sachen Physis noch gigantischer wird. Doch das isz ein zweischneidiges Schwert – Andrew muss nun ein gutes stück weiter nach unten zielen, um die 1,54 kleine „La Vouivre“ anzuvisieren und die nutzt das schamlos aus, positioniert sich immer schön so, dass Andrew ihr hinterher muss und dabei vornübergebeugt agieren muss – und dann schnellt sie nach vorne per Spear!

Nicht gegen Andrews Körper natürlich, da würde sie abprallen. Nein, sie schmeißt sich gegen dessen linken Unterschenkel und reißt ihn so um. Andrew steht somit nur noch auf einem Bein und da er eh schon vorn über gebeugt ist… würde er auf die Fresse fliegen, wenn er kein Mann vom Zirkus mit guter Körperbeherrschung wäre.

Ist er aber.

Und so macht er ein paar Hopser auf einem Bein und steht das Ganze.

Beeindruckend.

Aber Brigitte zeigt einfach prompt noch einen Spear, nun von hinten, in die Kniekehle des Standbeins und das zwingt den Riesen auf die Knie! Sofort wechselt Brigitte wieder mit Shizuku und beide setzen an zum doppelten Glorious DDT, der Wyvern Glory! So haben sie die Hasen besiegt! Aber Tsuki Nosagi war zu dem Zeitpunkt auch angeschlagener als Andrew Costalago. Der macht sich einfach schwer und kauert auf allen Vieren und schon ist es den Black Wyrms völlig unmöglich ihn vom Boden zu hieven. Dann rollt Andrew rückwärts in den Stand, kommt in der eigenen Wechselecke aus und tagt Creed Gibson ein, wonach es für einige Augenblicke 2 gegen 2 Offensive gibt, wo beide Teams einfach gut zulangen.

Klar, dass der Cirque du Tonnerre dabei das bessere Ende für sich hat und die Black Wyrms au dem Ring knocken kann. Dann nimmt Creed Anlauf und wird von Andrew per Back Body Drop über die Seile geschickt – als Wurfgeschoss auf die Black Wyrms, die vom Anflug des 1,85 großen und auch über 100 Kilo schweren Creed umgehauen und auf den Hallenboden gekegelt werden! Aber auch Creed hat dieser Aufprall nicht ganz gut getan, ein Flugkünstler ist er nicht und so konnte er die Aktion nicht stehen. Aber das ist ihm egal, die Aktion war geil, das Publikum tobt und die Gegnerinnen wurden erwischt, also alles gut gelaufen. Creed erhebt sich und dreht eine feiernde Ehrenrunde um den Ring, wobei er sich merklich den Rücken hält.

Als er von der Ehrenrunde zurück bei den Black Wyrms ist, stehen diese wieder und erwarten ihn bereits:


Double European Uppercut!


Creed wird gegen die Ringtreppe gepfeffert, womit der Rücken nun erst recht schmerzt und das Kinn gleich mit. Andrew Costalago erkennt die Gefahr und verlässt den Ring, um Creed zu helfen, aber die Black Wyrms ducken sich unter seinem doppelten Clothesline hinweg und dann springt Brigitte ihm an den Kopf für den Tornado DDT, bekommt von Shizuku Schwung mit und kann dank dieses Schwungs den Tornado DDT auch durchziehen! Shizuku eilt in den Ring zurück, während Brigitte Creed von der Ringecke zieht und mit Mühe und Not zurück in den Ring schiebt, wo Shizuku Shikishima ihn in Empfang nimmt. Die Blondine packt den Kopf des Mannes aus Hermantown zwischen die Oberschenkel, umklammert dessen Körper und… versucht eine Powerbomb?! Tatsache! In Gedenken an Marc Hill ruft Shizuku „Power“ und kriegt Creed tatsächlich hoch!


Powerbomb!


Creed Gibson ist also ziemlich genau das Gewicht, was Shizuku zur Powerbomb hochkriegt, zumindest wenn sich der Gegner nicht viel wehrt, so wie Creed hier. Cover! Eins! Zwei! Nein! Creed kickt nicht nur aus, sondern wedelt dabei sogar noch belehrend mit dem Zeigefinger von wegen, dass dies noch lange nicht ausreicht. Nur „Power“ zu rufen macht Shizukus Powerbomb noch lange nicht so stark wie es die von Marc Hill war.

Nichtsdestotrotz ist sie nun im Vorteil und nutzt es aus, dass Andrew Costalago noch nicht zurück in seiner Ecke ist. Shizuku springt auf den Rücken des noch immer am Boden liegenden Creed Gibson und greift dessen Kopf: Dragon Clutch! Muss Creed aufgeben? Nein, er kommt hoch und windet sich raus, er ist doch zu groß und stark, um einfach so unten gehalten zu werden. Dann packt er selber zu und lässt sich fallen:


Sitout Jawbreaker!


Gebrochen ist Shizukus Kinn zwar zum Glück nicht, aber schmerzen tut es schon. Aber über die erlernte Schmerzresistenz haben wir ja schon gesprochen und so hält sie sich zwar kurz das Kinn, spurtet dann aber nach vorn und wirft sich per Running Cossbody auf Creed, der so abermals Energie für einen Kick Out aufbringen muss, ehe er Shizuku per Spinning Heel Kick erwischt.

Sowohl Creed als auch Shizuku liegen erst mal flach nebeneinander und werden angezählt, wodurch Referee Thorsten Baumgärtner sein Anzählen üben kann. Irgendwo Backstage ist Idunn Jörmungandr als ca. Einzige davon beeindruckt, wie mühelos Thorsten Baumgärtner bis 6 zählen kann – dann stehen beide wieder, verpassen sich gegenseitig ein, zwei Forearms und torkeln dann in die jeweilige Wechselecke, um den Wechsel zu vollziehen, womit es wieder 40 Zentimeter Größenunterschied zu bestaunen gibt.

Andrew agiert mit Vorsicht, um von Brigitte nicht wieder in die Beine gespeart zu werden, doch die stürmt plötzlich voran und hämmert ihm einen Lariat in den Magen. Brigitte ist schließlich immer darauf aus ihre negativen Emotionen am Cirque du Tonnerre auszulassen und so schlägt sie kurzerhand wie eine Furie auf Andrew ein – bis der zupackt und Brigitte im hohen Bogen per Fallaway Slam durch den Ring fliegen und auf die Matte krachen lässt.

Aber wie Shizuku hat auch Brigitte durch das Match gegen Meathook & Co einiges an Schmerzresistenz aufgebaut und erhebt sich sogleich wieder in der Ringecke – was sie aber besser gelassen hätte, da Andrew Costalago per Cartwheel Splash auf die Französin springt und voll erwischt. Wer den Schaden hat, braucht bekanntermaßen für den Spott nicht zu sorgen, kommt dieser doch in Form eines lautstarken, provokativen Lachens von Creed Gibson – ein Lachen, dass dafür sorgt, dass Brigitte aufhört groggy zu sein und wieder Energie dank Wut bekommt. Das Lachen sorgt aber auch dafür, dass sie zu Creed blickt, anstatt zu Andrew, der sie so leicht packen und zum Vertical Suplex hochstemmen kann. Dort hält er Brigitte ein Weilchen, ehe es abwärts geht und es sogleich den nächsten Wechsel gibt.

Andrew wirft sich auf alle Viere und fungiert für Creed als Sprungrampe, der sich per Senton auf Brigitte wirft. Cover: Eins, Zwei, Kick Out. Das war wichtig, Shizuku wurde nämlich von Andrew weggeblockt und hätte nicht helfen können. Tatsächlich wirft Andrew Shizuku nun sogar aus dem Ring und geht hinterher – das ist die Chance für Creed Gibson den sprichwörtlichen Sack zuzumachen.

Aber weiß Creed Gibson das auch?

Scheinbar nicht, er provoziert Brigitte nämlich abermals mit ein paar Gesten, um sie auf die Beine zu locken – okay, um seinen Front Russian Legsweep zu zeigen muss Brigitte auch stehen, aber hätte er sie einfach hoch gezerrt wäre das schneller gegangen und La Vouivre hätte weniger Zeit gehabt, um sich zu erholen. Creed realisiert das nicht, stellt sich neben Brigitte Reflet, um zuzupacken, aber die rammt ihm kurzerhand den Ellbogen in den Magen und kaum beugt sich Creed vor, landet sie einen deftigen Axe Kick in Creeds Nackenregion. Creed geht auf alle Viere und Brigitte Reflet ist sofort auf ihm:


Wyvern Clutch!


Ja, Wyvern Clutch, nicht Worm Clutch, eine modifizierte Variante des Camel Clutch mit verdrehtem Arm, die weniger aufs Luft rauben und mehr aufs Schmerz zufügen aus ist. Andrew hört die aufkommenden Schmerzensschreie seines Partners natürlich, aber nun ist er es, der von Shizuku an der Rückkehr in den Ring gehindert wird. Zumindest bis er sie hochnimmt und als Wurfgeschoss verwendet: Shizuku prallt gegen Brigitte und die Gefahr ist gebannt.

Vorerst.

Shizuku kriecht in ihre Wechselecke zurück – man kann auch sagen sie wurmt sich dorthin – Andrew geht in seine Wechselecke und Creed Gibson ist rasch bei ihm, um zu wechseln, nimmt Brigitte dann hoch zum Atomic Drop und lässt sie aufs Knie krachen. Andrew übernimmt die kleine Französin von da aus per Vice Grip, aber Brigitte windet sich und landet ein, zwei European Uppercuts, die Andrew zum lösen zwingen. Brigitte versucht nun naturgemäß zu Shizuku zu gelangen, aber Creed Gibson entert den Ring wild gestikulierend und so bekommt Thorsten Baumgärtner den Wechsel nicht mit, ab und an sind Creeds chaotische Einlagen auch mal für etwas gut, so wie jetzt.

Doch als Thorsten Baumgärtner die nun ihrerseits gestikulierende Shizuku zurück in die Wechselecke zitiert, ist er auch wieder abgelenkt und bekommt auch beim Cirque du Tonnerre einen Wechsel nicht mit und schickt Creed ebenso zurück in die Ecke, aus der er gekommen ist. Statt Double Teaming macht Andrew also alleine weiter und versucht einen erneuten Vertical Suplex gegen Brigitte Reflet, doch bekommt er dieses Mal beim Hochstemmen deren Knie ab und direkt darauf als Konter den Tornado DDT! Damit hat Brigitte nun endlich die Möglichkeit zu wechseln, aber Andrew torkelt ihr hinterher und bekommt im Fallen die Knöchel der Weißblonden zu packen. Die streckt ihre Finger aus und… erreicht Shizuku! Die klettert sofort auf die Ringecke und springt per Moonsault auf Andrew noch ehe dieser so wirklich weiß was Sache ist! Creed Gibson erkennt die Gefahr und stürmt in den Ring, aber Shizuku weicht ihm aus, Brigitte erwischt ihn per Shotgun Dropkick und so getroffen torkelt Creed zurück in die Richtung aus der Shizuku per Middle Rope Springboard Destroyer angeflogen kommt:


Shimakaze!


Creed liegt flach und Andrew ist noch immer angeknockt, plötzlich hat sich das Blatt gewendet und das richtig! Brigitte packt Andrew am Kopf, Shizuku kommt hinzu… und was alleine schwer wäre, gelingt zusammen: Double Glorious DDT – Wyvern Glory! Eins! Zwei! Drei! Der Cirque du Tonnerre war gerade richtig gut am Drücker, aber sie haben ihren Vorteil nicht in einen Sieg umwandeln können. Die Black Wyrms drehen und gewinnen das Match, abermals mit ihrem neuen Tag Team Finisher, mit dem sie bereits die Hasen besiegt haben. Gut für sie, dass sie ihn haben, das ist die Waffe, die ihnen vorher gefehlt hat. Ob sie dadurch auch bereit sind ihr Ziel vom Titelgewinn zu realisieren, das wird die Zukunft zeigen. In der Gegenwart sind sie erst einmal glücklich über diesen Sieg, der sie einem Titelkampf sehr nahe bringt...




New Level, der Name des PPVs, und zwei Männer sind im Fokus der Kamera, welche dazu fähig sind, sämtliche Matches auf ein neues Level zu bewegen. Schaffen sie es auch heute im Ladder Match? Die Rede ist von den aktuellen GFCW Tag Team Champions Zerbeus, welche sich in der Umkleide unterhalten – fast schon ein Bild, welches wir von Show zu Show mitbekommen.


Man sieht, wie MacKenzie seinem Partner Ray Douglas per Smartphone ein Video von vergangener Show zeigt und er lässt ein wenig die Schultern sacken.


Zereo Killer: „Tja, irgendwie ist das Gespräch doch nicht so verlaufen, wie ich es mir erhofft hatte, oder was würdest du dazu sagen?“

Morbeus: „….Hmm. Mad Dog und Du. Das scheint eine langwierige Geschichte zu werden, ja?“


Natürlich stellt der Kanadier hier nicht wirklich eine Frage an seinen Partner.


Morbeus: „…Ich bin hier nach wie vor noch zwischen den Stühlen. Versteh mich nicht falsch, ich habe großen Respekt vor Mad Dog. Einer der größten Wrestler in diesem Jahrhundert. Bei dem Thema Allianz oder Stable oder was auch immer bin ich allerdings meist etwas vorsichtig. Ich habe echt schon mit Gestalten in Stables zusammengearbeitet in den letzten 26 Jahren…da will ich mich nur ungern an alle zurückerinnern. Meistens dann auch noch als „Leader from the Pack“. Und was habe ich mich da meistens aufgespielt. Retroperspektivisch war´s ein Riesenschmarrn. Aber mir ist diese Rollenverteilung und das IMMER damit einhergehende Drama im Binnenverhältnis auch etwas leid geworden. Vielleicht liegt es am Alter, aber wenigere Partner bedeuten oft mehr Fun im Alltag wie im Ring. Und du bist ja schon nicht mehr der Pflegelichteste, HAHA. Nevermind.“


Bevor die Stimmung kippt, wechselt Douglas aber doch noch das Thema.


Morbeus: „Bei all den Figuren mit den ich zusammengearbeitet habe oder eben musste, dürfte Mad Dog jedoch eine positive Erscheinung darstellen. Nur gefällt mir die Großwetterlage aktuell ganz und gar nicht. Mad Dog tritt doch gleich auch in einem Tag Team an. Stella Nova dürfte doch auch Titelhungrig sein. Ich sehe da aktuell noch nicht den großen Vorteil für uns, wenn wir uns mit Rivalen auf die Titel verbrüdern sollten. Also da Thema Allianz mit MD ist ein interessantes, aber der Zeitpunkt aktuell ist nicht passend. Ich kann es nur noch einmal Gebetsmühlenartig betonen: WIR müssen uns auf das Leitermatch konzentrieren! Das Ei soll wieder zu uns, ähh zu dir zurück. Dann kann ich auch Kyle wieder unter die Augen treten. Das war etwas schwierig in den letzten Tagen, muss ich gestehen. Wir packen das!“

Die Kamera schwenkt nun wieder auf den Kalifornier, welcher heute sein schwarz-rotes Outfit trägt, dazu die passende Gesichtsbemalung, welche ein wenig an Darth Maul aus Star Wars erinnert. Sein Gesichtsausdruck ist sehr entschlossen, seine Augen verengen sich, die Mimik sehr ernst.


Zereo Killer: „Auch wenn es eine coole Sache ist, dass ich das Ei gefunden habe, heute sind definitiv das Tag Team Titelgold das Wichtigste. Sie haben uns alles geklaut, doch in ihrem Besitz ist schlichtweg nichts! Wir werden ihnen heute zeigen, dass sie sich mit den Falschen angelegt haben. Ich bin mir sicher – auch wenn es wie eine billige Redewendung klingt, aber es ist die Wahrheit - , dass wir heute alles geben werden! Ich werde auch alles riskieren, damit wir unsere Titel erfolgreich verteidigen können!“


Sein Blick trifft auf den seines Partners, welcher nicht absolut zufrieden mit dieser Aussage ist, aber MacKenzie erklärt sich weiter.


Zereo Killer: „Mir ist unser Team im Augenblick wichtiger als alles Andere! Du stimmst mir sicher zu, wenn ich sage, dass wir heute alles geben müssen, um TnB zu besiegen, oder?“


Ohne etwas dazu zu sagen, nickt er nach kurzem Zögern. Er weiß genau, dass Mr. #ISGI noch nicht fertig gesprochen hat.


Zereo Killer: „Genau, das sehe ich auch so! Nie im Leben werde ich irgendeinen Gegner unterschätzen, das ist der größte Fehler, den man machen kann! Ich bin bereit alles zu riskieren, egal was du davon hältst, denn ich will das Match heute gewinnen, auf spektakuläre Art und Weise!“


Nun stellt er sich neben seinen Partner und blickt mit ihm an die Decke und fährt weiter fort mit seinem Monolog.


Zereo Killer: „Wir werden mit Schmerzen aus diesem Match rausgehen. Ja, wir sind in einem Alter, in dem wir länger brauchen, bis wir unsere Wunden geleckt haben, aber weißt du was? Das alles ist es Wert, weil wir diesen Sport lieben! Sonst wären wir nicht immer noch dabei nach so langer Zeit, oder was meinst du? Wir werden heute da raus gehen, wir werden alles riskieren, dieses Risiko wird es Wert sein, denn wir hängen unser Titelgold ab und verteidigen!“


Morbeus scheint so mittelstark hyped zu sein.


Morbeus: „ Du hast es gut zusammengefasst. Wir müssen alles geben gegen TnB. Aber auch nicht overpacen. Das wird sich rächen. Vertraue mir! Ich weiß, du kannst nur Volle Kanne oder Flasche leer, aber etwas taktisch muss es schon auch sein. Sonst liegen wir beide bald tot im Ring. Ich weiß auch, dass es heute gegen noch zwei größere Schlitzohren geht als wie wir es sind. Aber die Titel und das Ei gehören eben zu uns. Und beides wird am Ende Des Abends UNS gehören!“


Der Kanadier und der US-Amerikaner klatschen laut ab. Die Routiniers sind READY!



Ein Mann und sein Telefon. Sie sind die einzigen Akteure in dieser Szene, die sich im Backstagegewirr der Mannheimer SAP Arena abspielt.

Immer und immer wieder wechselt Hollywood Jake zwischen drei Aktionen: Er tippt eine Nummer auf dem Display und hält sich das Smartphone dann an Ohr, wartet ein paar Sekunden und stößt dann ein zunehmend genervtes werdendes Seufzen aus. Er wirkt, auch wenn er im gewohnten Pelzmantel und mit dem zurückgegelten Haar einen gewohnt arroganten Eindruck macht, in diesen Augenblicken wie jemand, hinter dessen Fassade man schauen darf. Und man sieht einen verlassenen jungen Mann, der seit Wochen unfreiwillig auf sich allein gestellt ist.


Hollywood Jake: “Darragh, komm schon. Wieso bist du nicht hie?. Ich muss wissen, wann du wiederkommst.”


Mit unruhigen Schritten zieht Jake Kreise. Er bemerkt nicht, dass er gefilmt wird und dass sich mehrere Mitarbeiter versammelt haben, um skeptisch zu beäugen, was er dort macht. Hollywood Jake ist im Tunnel.

Er schließt die Telefon-App auf dem Handy und wählt ein anderes Programm aus. Zwei schnelle Fingerschlänge, dann ändert sich der Bildschirm. Er scheint eine Sprachnachricht aufzunehmen.


Hollywood Jake: “Also, Darragh…ich weiß, dass du dir eine Auszeit nimmst. Aber ich habe nicht damit gerechnet, dass die SO lange dauert. Oder dass ich dich währenddessen gar nicht erreichen kann. Deswegen diese Nachricht. Bitte ruf mich sofort zurück, wenn du sie hörst.”


Jakes Gesicht verzieht sich in Anspannung als er darüber nachsinnt, was die passenden Folgeworte sind.


Hollywood Jake: “Die Dinge laufen scheiße.”


Ein Satz, so schonungslos wie mehr oder weniger wahr. Er spricht es mit einem Grummeln aus.


Hollywood Jake: “Es ist PPV…und ich stehe nicht Mal auf der Card, Mann.”


Der Umstand scheint ihn besonders tief zu treffen. Jake rauft sich die gelschweren Haare, die nach der Aktion wild abstehen. Er scheint es nicht zu bemerken.


Hollywood Jake: “Das ist nicht der Weg des Switziverse. Wir sind der Kern dieser Liga. Wir brauchen einen neuen Plan…und darüber muss ich mit dir persönlich sprechen. Also ruf mich bitte an.”


Ein Klick und die Sprachnachricht wird (schätzungsweise) weit in die Ferne über den Ozean gesendet. Nach Hollywood. Oder in Switzenbergs kanadische Heimat. Vielleicht gar in die Karibik, an einen Ort am Meer voll Sorglosigkeit und feinperligem Sand.

Jake ist dabei, das Handy in der Hosentaschen zu verstauen, als ihm noch etwas einfällt. Er holt das Gerät noch einmal hervor und startet eine weitere Sprachnachricht.


Hollywood Jake: “Okay, Darragh - ich will ehrlich sein. Vor allem brauche ich eine Antwort von dir.”


Er holt tief Luft. Was auch immer er sagen will: Er scheint ihm im Hals zu stecken und Mühe zu kosten, es hervorzubringen.


Hollywood Jake: “Warum ist verdammt nochmal Milly Vermillion heute mit deiner Re-Match-Klausel am Start, huh? Milly Ver-mil-lion? Scheiße, vor ein paar Wochen hast du nicht Mal gewusst, wer das ist.”


Jakes Faust ballt sich und im Gesicht verändert sich ebenfalls etwas. Die Mundwinkel gehen tiefer und dort wo eben Verunsicherung zu sehen war, übertüncht nun eine ärgerliche Mimik alles. Da ist eine neue Härte.


Hollywood Jake: “Wieso bist du überhaupt für Miria erreichbar - und nicht für mich? ICH bin dein Kollege, dein wichtigster Unterstützer. Seit mehr als einem Jahr, Mann.”


Der Frust schlägt sich Bahn. Wort für Wort wird Jakes Stimme zischen der. Es ist, als sei das Aussprechen seiner Gefühle in dieser Sache der Moment, wo er sich erst selbst darüber klar wird, was er denkt. Selbsttherapie.


Darragh hat ihn versetzt.
Darragh ignoriert ihn.
Darragh macht Deals mit anderen.


Und er - Hollywood f’n Jake - läuft und bettelt ihm hinterher.


Der Riesaer senkt das Handy. Denkt nach. Richtet sich den Mantelkragen. Nach einem tiefen Durchatmen zieht er die Haare zurück an die geplante Position, die Spuren des Raufens sind verschwunden.


Hollywood Jake: “Weißt du was, Darragh?”



Hollywood Jake: “Eigentlich kannst du mich mal.”


Klick.

Die Sprachnachricht wird beendet.


Jake steht da und blickt sich um. Die Schultern, auf denen eine Last zu liegen schien, fühlen sich befreit an. Er zieht sie hoch und die Mundwinkel folgen.


Jake beginnt zu lachen. Ein freies, erlösendes Lachen.


Freiheit.


Er breitet die Arme aus und dreht sich im Kreis, wirft den Kopf in den Nacken als würde er frische Frühlingsluft einatmen. Jake lebt in dem Moment, kostet ihn für volle zehn Sekunden aus.


Dann zieht Jake den Mantel glatt, nimmt das Handy wieder in die Hand und beginnt, eine Nummer zu wählen. Eine andere Nummer.



Die Stimme am anderen Ende meldet sich sofort.


Hollywood Jake: “Du hattest Recht.”


Ein breites Grinsen in Jakes Gesicht.


Hollywood Jake: “Ich spiele wirklich im falschen Team. Und jetzt habe ich eine Entscheidung getroffen.”




Die Einzugsrampe ist Feuer und Flamme dank der Pyroshow, die anlässlich des Auftritts von Milly Vermillion abgefackelt wird. Vorausgesetzt das Feuer ist eine Pyroshow und kein magisches, beschworenes Feuer der blond gelockten Phönix im klein gewachsenen Frauenkörper, die mit dem Selbstverständnis eines der mächtigsten Wesen überhaupt zu sein durch den Vorhang schreitet. Ein Selbstverständnis, das sich bisher noch nicht in Titelgewinnen manifestiert hat, aber sieht man sich die Kanadierin im feurig gefiederten Poncho und Minirock heute so an, würde man nicht vermuten, dass sie dereinst in der Gegend herumgestolpert und beim Versuch zu fliegen regelmäßig auf die Fresse gefallen ist. Mittlerweile hat die Phönix sich an ihr menschliches Sein gewöhnt, einen Sieg über Monica Shade errungen – obgleich dank Hilfe von Miria Saionji – war im letzten Jahr im WFW Tournament of Honor eine Drittelfinalistin und ein starkes Match um den GFCW Intercontinental Title gegen Jason Crutch hat Milly auch schon bestritten. Das ist mehr als manch andere von sich behaupten kann und nun will die Frau, die sich in Pose stellt und flügelhaft mit den Armen wedelt mehr: einen ersten Titelerfolg.


Nicht, weil ihr das Gold etwas bedeutet.


Nein, sie will einfach nur demonstrieren, dass sie ein mächtiger und weiser Phönix ist und Menschlein ihr nicht gewachsen sind. Dass es für diese Demonstration im Erfolgsfall einen Titelgürtel gibt ist nicht weiter wichtig, außer dass sich mit dem Status als Champ mehr Geld verdienen lässt – und das Geld in der Menschenwelt hilfreich ist, um schöne und/oder leckere Dinge zu kriegen, das hat Milly mittlerweile verstanden, so wenig Mühe sie sich auch sonst gibt die Menschenwelt verstehen zu wollen.


Die Fans sind der nun Richtung Ring stolzierenden Blondine mit dem roten Barett auf dem Schopf eigentlich positiv zugetan, ob ihres spektakulären Stils und ihrer direkten, ehrlichen Art, doch hier und heute gibt es Pfiffe und Buhrufe, da sie die Profiteurin von Mirias miesen Machenschaften ist. Heute zumindest, zu Jahresbeginn erlitt Milly ja selbst im ersten GFCW Main Event von 2026 eine denkbar dreckige Niederlage gegen Miria. Nichtsdestotrotz, die Fans hätten eigentlich lieber ein faires Resultat zwischen Milly und Monica gesehen und das hängt Milly unweigerlich nach. Noch dazu sind ihre Gegner den Fans einfach mehr ans Herz gewachsen. Besonders natürlich Zac Alonso, der sich mit seiner Emanzipation von Darragh Switzenberg besonders beliebt gemacht hat – und dass Milly Vermillion nun als quasi Stellvertreterin von ebendiesem Darragh Switzenberg mit dessen Rematchklausel in diesem Match steht, sorgt nun auch nicht gerade dafür, dass man die Feurige heute siegen sehen möchte. Milly selbst ist das egal, sie ist mit zwei hohen Sprüngen rauf auf dem Apron und über die Seile im Ring, wo sie noch mal zur Pose ansetzt, diese aber ob der negativen Reaktionen abbricht. Diese Fans haben es nicht verdient sie vor dem Match noch mal posieren zu sehen. Erst nach dem Match, mit dem Titel in Händen, wird es noch eine Pose geben – eine Siegespose.








Da steht er, Ein Mann wie Atlas. Breites Kreuz und athletisch ohne Ende. Langsamen Schrittes geht er zum Ring. Entschlossen ist sein Blick, heute zählt nur der Titel. Ohne viel TamTam ist der Mann aus Vancouver dann auch im Ring angekommen und wird das Versuchen was er sich schon so lange nach sehnt: den Intercontinental Title zu gewinnen.


Zu guter Letzt kommt der Champion. Dieses Privileg hat sich Zac Alonso verdient. Erkämpft. Gegen einen Darragh Switzenberg, der seitdem (und einer Begegnung mit Iray Burch) an einem unbekannten Ort seine Wunden leckt.


Zac Alonso wird mit lautem Jubel empfangen, ein guter Teil der Halle könnte sich problemlos mit einer Titelverteidigung anfreunden - nur einige wenige Kyle-Diehards wünschen sich den Titelwechsel.


Der US-Amerikaner stürmt aus dem Vorhang und reißt seinen Gürtel in die Luft. Er glänzt im Schein der Lichter und den Kamerablitzen - genau wie sein breites Lächeln. Dieser Fight ist eine Herausforderung, die er sich selbst gesucht hat. Er hätte es dabei belassen können, nur Milly Vermillion zu bekämpfen. Doch er wollte die Ultimative Challenge. Die Scharte auswetzen, die das Gesicht von Kyle Douglas trägt.


Der Mann, der ihn besiegt hat. Der aus der Movie Star Bomb ausgekickt war. Alonso schenkt Kyle einen intensiven Blick, geprägt nicht von Freundschaft, aber durchaus von Respekt. Sie brauchen einandner nicht zu hassen, um zu wissen, dass jeder heute (fast) über Leichen gehen würde, um mit dem Preis nach Hause zu gehen.


Und dann ist Alonso im Ring angekommen. Die erste große Verteidigung bei einem PPV steht an. Der Startschuss in die Post-Switzenberg-Ära. Und es liegt an ihm, dass diese heute nicht schon wieder endet.


GFCW Intercontinental Title Match:
Zac Alonso vs. Milly Vermillion vs. Kyle Douglas

Referee: Mike Kontrak


Die Glocke läutet, und Milly Vermillion ist bei all ihrer körperlichen Unterlegenheit keine Scheu anzusehen. Sie steht zwischen Zac Alonso und Kyle Douglas, klein, leicht, beide Fäuste oben, und schaut von einem zum anderen. Zac scheint zu warten, bis sich das erste passende Angriffsfenster öffnet.

Aber Kyle nicht. Der Kanadier marschiert los, greift nach Millys Schulter, doch der Phoenix taucht unter dem ersten Griff weg und hämmert ihm direkt zwei Low Kicks gegen den linken Oberschenkel. Nur um sicherzustellen, dass sie nicht das leichtere Opfer in diesem Kampf ist, wie der Kanadier möglicherweise gedacht hat.

Kyle dreht sich fluchend zur Seite und kassiert von Zac einen Dropkick seitlich an die Brust. Hier gilt die Sympathie, die sich in den letzten Wochen möglicherweise angesammelt hat, nicht. Alonso und Kyle sind Gegner, sonst nichts. Douglas taumelt in die Seile. Zac setzt nach, doch Milly schneidet ihm den Weg ab, springt hoch und treibt ihn mit einer Schlagsalve durch den Ring bis er den Halt verliert und zu Boden geht. Der Champion rollt über die Schulter ab, kommt wieder hoch, zumindest auf ein Knie, aber Milly ist schon da. Enzuigiri gegen Zac. Treffer am Ohr. Alonso liegt am Boden, im Publikum sind erste angespannte Gesichter erkennbar.

Da ist Morbeus wieder. Kyle packt Milly von hinten am Hüftbund und hebt sie ohne großes Theater aus. German Suplex? Nein, Milly klammert sich mit beiden Armen an Kyles Handgelenk, dreht sich in der Luft heraus und landet hinter ihm auf den Füßen. Sie stößt ihn mit beiden Händen nach vorn. Zac, der in diesem Moment gerade wieder auf die Beine kommt, erkennt instinktiv eine Gelegenheit. Er springt auf das zweite Seil, kommt zurück, Springboard Dropkick gegen Douglas.

Kyle kracht auf die Matte. Zac dreht ihn sofort um.

Eins.

Kyle wirft Zac schon bei eins von sich runter. Und im Hintergrund steht Milly, die jede Sekunde bereit gewesen wäre, hier einzugreifen, sofern Kyle die Aufgabe nicht selbst erledigt hätte.

Zac landet auf dem Hintern, reibt sich kurz den Kiefer und nickt dann. Er hat mit nichts anderem gerechnet.

Milly nimmt unterdessen Anlauf, doch Zac sieht sie kommen. Leapfrog. Milly rauscht unter ihm durch, federt aus den Seilen zurück und läuft direkt in Zacs Cartwheel Kick. Sie geht zu Boden, rollt aber weiter bis auf den Apron. Der frühere Switziversler will hinterher, aber Kyle ist wieder oben und rammt ihm den Unterarm zwischen die Schulterblätter. Kyle zieht Zac hoch, greift um die Hüfte… Front Suplex!


Kyle hebt Zac nochmal an und wirft ihn diesmal quer in die Ecke. Der Champion hängt dort kurz, Luft weg. Kyle schaut zu Milly, die am Apron kniet, und dann wieder zu Zac. Er entscheidet sich für den Champion. Er stürmt los. Corner Splash? Zac rutscht zur Seite. Kyle bremst zu spät, schlägt mit dem Brustkorb gegen die Polster, dreht sich um und bekommt Zacs Clotesline an den Hals. Kyle wankt, fällt aber nicht. Zac runzelt die Stirn. Noch ein Schlag. Kyle geht einen Schritt zurück, aber kippt immer noch nicht weg. Zac nimmt mehr Anlauf.

Diesmal fängt Kyle ihn ab.


Pete: “Side Hand & Arm Suplex!”


Zac fliegt sauber landet hart auf dem Rücken.


Pete: “Da ist Milly ist auf dem obersten Seil!”


Double Foot Stomp auf Zac.

Nein. Zac rollt weg.

Milly landet auf den Füßen, tief in den Knien, federt ab, dreht sich und wird von Kyle mit beiden Armen gepackt. Er wirft sie über Kopf. Belly to Belly Suplex. Milly segelt fast bis zur Ringmitte und landet auf der Seite. Ein paar Leute in der ersten Reihe ziehen hörbar Luft ein.


Sven: “150 Zentimeter gegen 193. Was 43 Zentimeter Länge ausmacht, davon kann deine Mutter aus Erfahrung erzählen.“


Kyle covert Milly.

Eins.

Zac steht wieder und bricht mit einem Kick auf Kyles Rücken ab. Nicht schön getroffen, aber genug. Douglas kippt seitlich herunter, Zac bleibt kurz auf ihm liegen und rollt dann auf Milly.

Eins.

Milly ist draußen. Sie hätte die Rettung durch Alonso nicht gebraucht.

Mike Kontrak ist nah dran und zeigt es direkt an. Zac nickt, klopft einmal mit der flachen Hand auf die Matte und zieht Milly in die Ringmitte. Er will sie hochnehmen, doch Milly tritt ihm aus der Drehung gegen das Knie. Zac sackt ein Stück ab. Noch ein Kick, diesmal gegen die Innenseite des Oberschenkels.

Sie rennt in die Seilem fliegt geradezu phönixhaft aufs Rope, dreht sich agil um und trifft mit einer Meteora gegen seine Brust.

Cover.

Eins.

Zwei.

Zac kickt aus.


Pete: “Da muss noch mehr kommen. Das langt nicht, um Championessen zu werden. Aber sie ist auf dem Weg dahin…”


Da kommt Kyle. Milly steht auf und weicht nicht aus. Sie tritt ihm gegen das Knie, dann gegen den Bauch, dann versucht sie einen DDT. Kyle blockt. Er hebt sie an, will sie auf die Ecke setzen, aber Milly hakt das Bein um seinen Kopf. Tornado DDT.

Kyle hält sie fest.

Er bleibt stehen. Für einen Moment hängt Milly schief an ihm, ihre Arme um seinen Kopf.


Pete: “Da ist Alonso in den Seilen! Der Champion ist zurück.”


Zac springt vom zweiten Seil und trifft Kyle mit einem Missile Dropkick in den Rücken. Dadurch kippt Douglas nach vorn, und Milly zieht den Tornado DDT durch diese Anschubhilfe doch noch durch. Kyle schlägt mit der Stirn auf, Zac landet daneben. Milly robbt sofort zu Kyle.

Eins.

Zac zieht sie weg.

Der Champion hat nicht den Weg zurück ins Match gefunden, um tatenlos den Pinversuch einer Konkurrentin mit anzusehen. Er nimmt Milly hoch und umklammert sie, womöglich für den Ansatz zu einem Suplex. Doch ehe er sich versieht, hat er das Knie der LPG-Vertreterin im Magen. Alonso sackt auf ein Knie und bekommt einen klatschenden Kick an die Brust.


Pete: “Jetzt hat Milly beide am Boden.”


Milly blickt sich um. Wen bearbeitet sie weiter? Sie hat zwei Möglichkeiten und eine Entscheidung zu treffen. Vermillion steht auf, zieht Kyle am Kopf hoch und verpasst ihm einen Kick in den Magen. Dann einen zweiten an den Brustkorb. Es soll eine Serie draus werden.

Kyle packt beim dritten Tritt das Bein. Für einen Augenblick stehen Douglas und der Phönix da und starren einander an, niemand will das nächste Angriffsfenster öffnen. Vermillion hüpft auf einem Bein, weil das andere noch umklammert wird. Für einen Enzuigiri ist Kyle zu aufmerksam und für Punches sind ihre Arme in dieser Position zu kurz. Die Unentschlossenheit auf beiden Seiten eröffnet die Chance für den lachenden Dritten, denn im Hintergrund springt Alonso auf die Beine.

Zac kommt von hinten.


Pete: “ANSATZ ZUM HOLLYWOOD KICK!”


Zacs zweiter Finisher, der Roundhouse Kick ak den Hinterkopf. Gerichtet ist er an den jungen Kanadier, der so damit beschäftigt ist, Vermillion unter Kontrolle zu halten, dass er die viel größere Gefahr in Form eines heranschnellenden Stiefels nicht kommen sieht.

Douglas duckt sich.

Der Kick trifft Milly seitlich am Kopf.

Der Phoenix fällt auf die Matte. Zac wirkt über das falsche Ziel nicht unglücklich, Gegner ist eben Gegner. Klar, keine Absicht, aber im 3-Way fragt später niemand nach Absicht.

Und doch hat es eine Konsequenz: Kyle nutzt den Moment, greift Zac von hinten und wirft ihn mit einem German Suplex. Er hält die Brücke.

Eins.

Zwei.

Zac bekommt eine Schulter hoch.

Kyle rollt mit ihm durch, greift wieder. Zweiter German Suplex. Diesmal ohne Brücke. Zac landet härter, bleibt auf der Schulter liegen. Kyle steht auf, zieht die Träger seines roten Singlets zurecht und brummt etwas, das im Hallenlärm untergeht.


Pete: “Jetzt ist erstmals Mr. Unpinable gegen beide gleichzeitig am Drücker. Kann er was draus machen?”


Kyle zieht Zac hoch und setzt zum Pump Handle Slam an. Alonso strampelt, kommt hinten runter, schiebt Kyle in die Seile. Milly ist unterdessen am Apron, wohin sie nach Alonsos Kick gerollt war. Benommen, aber wach genug. Sie zieht das oberste Seil runter. Kyle fällt nicht raus, aber er hängt mit dem Oberkörper drüber. Milly springt vom Apron hoch, zieht sein Gesicht auf das Seil und lässt ihn zurückschnappen.

Kyle taumelt rückwärts unter fällt letztlich auf den Rücken. Sein schwerer Körper lässt den Ring erzittern.

Zac springt unterdessen aufs zweite Seil.

Ropewalk Moonsault!

Er balanciert nur zwei Schritte, dann springt er ab und trifft Douglas zielgenau. Beide bleiben liegen. Zac greift das Bein.

Eins.


Sven: “Der Phönix ist auf dem Top Rope.”


Milly bricht mit einem Double Foot Stomp auf Zacs Rücken ab. Ein leicht verärgertes Raunen schallt durch die Halle. Douglas, der dem Pin entkommen ist, rollt sich aus dem Ring, um sich draußen etwas zu erholen.

Zac schreit auf und rollt zur Seite. Milly bleibt auf ihm, zieht ihn an den Haaren ein Stück hoch. Dann lässt sie ihn abrupt frei, gibt ihm einen Schubser Richtung Ringmitte, nimmt Anlauf und trifft Zac mit einem Running Dropkick. Alonso fliegt in die Ecke und sitzt dort.

Milly rennt an, Kick mit Anlauf. Ihr Fuß trifft Zacs Kiefer. Der Champion klappt zur Seite, hält sich aber am mittleren Seil fest.

Milly zieht ihn heraus. Cover.

Eins.

Zwei.

Zac reißt die Schulter hoch.

Milly bleibt diesmal nicht liegen. Sie schaut geistesgegenwärtig zu Kyle, der vor dem Ring am Aufstehen ist, und entscheidet sich schnell, bei wem es weitergeht. Sie nimmt Anlauf, springt durch die Seile…

Tope con Hilo gegen Douglas!

Kyle fängt sie. Bei Millys leichtem Gewicht trotz allen Schwungs doch eine machbare Aufgabe, auch noch in dieser Matchphase.

Er dreht sich zum Kommentatorenpult, dann zum Ringpfosten, dann doch zum Apron. Er rammt sie mit dem Rücken gegen die Ringkante.

Milly sackt draußen zu Boden.

Im Ring richtet Zac sich auf. Er sieht Kyle draußen, sieht Milly unten, greift sich kurz ans Kinn und nimmt Anlauf. Baseball Slide gegen Kyle. Douglas wankt gegen die Absperrung. Zac sieht eine Chance, eine weitere Aktion vorzubereiten, steigt auf den Apron und springt ab.


Pete: “Kyle fängt auch ihn! POWER!”


Doch diesmal hat Morbeus’ Spross weniger Glück nach seiner Kraftleistung. Zac dreht sich in der Luft heraus und schickt Kyle mit einem Tornado DDT auf die dünne Matte am Hallenboden. Der Kanadier bleibt liegen, eine Hand am Hinterkopf. Zac zieht Milly hoch und schiebt sie zurück in den Ring und rollt selbst hinterher.

Milly rollt plötzlich durch, packt Zacs Arm und zieht ihn in einen Crucifix Pin.

Eins.

Zwei.

Zac kommt gerade noch raus.

Beide kommen hoch. Milly schneller. Gamengiri. Zac taumelt. Milly greift ihn von vorne.

Sitout Gourdbuster!

Der Vermillion Flasher. Sie bekommt ihn nicht perfekt hoch, Zac ist schwerer als sie, aber sie knallt ihn trotzdem mit Gesicht und Brust auf die Matte.

Cover.

Eins.

Zwei.

Kyle zieht Milly am Bein vom Cover weg.

Die Halle jubelt entweder wegen Douglas’ Rückkehr oder für Alonso, irgendwas dazwischen. Kyle ist wieder da, aber noch nicht ganz. Er zieht Milly hoch. Vermillion schlägt mit beiden Ellbogen nach hinten. Einmal, zweimal. Beim dritten Mal lässt Kyle locker. Milly rennt in die Seile und kommt mit Schwung zurück, aber Kyle stoppt die Bewegung und hebt sie auf die Schulter. Er versucht, den Phönix wegzuschleudern und auf die Matte zu knallen, doch Milly klammert sich fest. Eine Zeitlang geht es hin und her. Genug Augenblicke für Zac Alonso, um von seinen Gegnern unbemerkt auf die Beine zu kommen und in der Seite hochzuklettern.

Zac springt vom Turnbuckle.

Crossbody auf beide.

Kyle fällt mit Milly unter sich, Zac rollt weiter und hält sich sofort die Rippen. Alle drei liegen. Mike Kontrak geht in die Hocke, schaut nach Milly, dann nach Zac, dann nach Kyle. Alonso scheint sich, obwohl es seine Offensivaktion gewesen war, etwas getan. Er liegt da und hält sich den Rücken, versucht mit schmerzverzerrtem Gesicht, flacher zu atmen.

Milly bewegt sich zuerst. Sie kriecht nicht zu den Seilen, sondern zu Zac. Wieder der Champion. Wieder der Titel. Sie legt sich auf ihn.

Eins.

Zwei.

Zac bekommt die Schulter hoch.

Milly zieht die Lippen schmal. Sie steht langsam auf, streicht sich die Haare aus dem Gesicht und zeigt zur Ecke. Einige Fans reagieren sofort. Sie wissen, wofür es Zeit ist. Phoenix Senton.

Sie steigt hoch, doch Kyle packt ihr Bein. Milly tritt nach ihm, trifft ihn an der Stirn. Kyle lässt los, aber steigt selbst auf den Apron. Milly dreht sich auf dem obersten Seil zu ihm und tritt nochmal. Kyle blockt den Fuß, zieht sie ruckartig in Richtung Seil. Milly landet sitzend auf dem Turnbuckle.

Alonso ist wieder da. Er springt in die Ecke und schlägt Kyle mit einem Forearm vom Apron. Douglas fällt draußen auf ein Knie.

Zac steigt zu Milly hoch. Beide stehen wacklig auf dem zweiten Seil. Zac will einen Superplex. Milly blockt mit Haken in die Seile. Sie kann ein paar Sekunden auf die Art und Weise gewinnen. Kyle ist wieder auf dem Apron. Er klettert in die Ecke, unter beide. Die Zuschauer merken vor den Beteiligten, was kommt. Kyle packt Zac um die Hüfte. Zac hält Milly fest. Milly hält das Seil fest.

Powerbomb-Superplex-Knäuel.

Kyle reißt Zac herunter, Zac zieht Milly mit, Milly löst sich zu spät, und alle drei schlagen versetzt ein. Für ein paar Sekunden ist nur Mike Kontrak auf den Beinen.

Kyle legt eine Hand auf Zac.

Eins.

Zwei.

Alonso kickt aus.

Kyle rollt auf den Rücken und starrt zur Hallendecke. Dann setzt er sich auf. Er war so oft so kurz vor einem großen Sieg und jetzt wird er nicht zulassen, dass seine Frustration möglicherweise zu einem Problem wird. Also: Weitermachen ist die Devise. Er setzt sich auf, greift nicht nach Zac, sondern Milly am Nacken und zieht sie vor sich.

Kylemission!

Der Katahajime sitzt nicht vollständig, weil Milly sich sofort seitlich dreht, aber Kyle schließt den Arm enger. Millys Gesicht wird rot. Sie tritt mit den Fersen auf die Matte. Zac liegt daneben und sieht es, aber kann noch nicht reagieren. Trotz des Kickouts steckt ihm die Powerbombe in den Knochen.

Milly greift nach dem Seil. Zu weit.

Sie greift nach Kyles Finger. Der versteckt die Hand.

Mike fragt, ob sie aufgibt. Milly schüttelt den Kopf, aber ihr Gesicht spricht Bände. Zac zieht sich an den Seilen hoch. Er kann es so nicht laufen lassen. Wenn Milly aufgibt, verliert er den Titel. Wenn Kyle gewinnt, ist alles weg. Also kommt Zac zurück und tritt Kyle gegen die Schläfe.

Kyle hält den Griff.

Zac tritt nochmal. Diesmal löst Kyle. Milly rollt heraus, hustet, eine Hand am Hals. Sie krabbelt auf die Seile zu und zieht sich in der Ecke hoch, was zunächst wenig Beachtung findet. Zac zieht Kyle hoch und setzt zu einem Suplex an. Kyle ist zu schwer und zu stabil. Er stemmt sich dagegen, hebt Zac aus und…

trifft den Olympic Slam.

Goldrush!

Kyle covert Zac.

Eins.

Zwei.


Pete: “HABEN WIR EINEN NEUEN CHAMPION?”




Milly springt vom obersten Seil.

Phoenix Senton auf Kyle und Zac gleichzeitig!

Sie trifft beide, aber der Preis ist hoch. Milly rollt von ihnen runter, hält sich den unteren Rücken. Kyle liegt seitlich, Zac auf dem Bauch. Milly schiebt Zac auf den Rücken, legt sich auf ihn.

Eins.

Zwei.

Zac hat eine Hand im Seil.

Die Halle ist jetzt laut genug, dass Pete erst ansetzt und dann wartet. Definitiv nicht warten jedoch will Vermillion. Sie hat sprichwörtlich Blut gerochen und will daran anknüpfen. Also stemmt sie sich nach Alonso unglücklichem Rauskommen sofort wieder hoch und klettert noch Mal auf die Seile.

Phoenix Senton auf Zac? Diesmal wäre der Move nur für ihn reserviert, denn Douglas ist draußen vor dem Ring und atmet durch.

Milly springt ab…

Zac rollt weg.

Milly landet auf der Matte, ohne Ziel, aber sie dreht sich gerade noch ab. Trotzdem fährt ihr der Schmerz in den Rücken. Sie kommt auf die Knie. Zac zieht sich an den Seilen hoch, fast gleichzeitig mit ihr. Milly stürmt vor, schneller Kick zur Schläfe.

Der Champion duckt sich.

Millys Bein geht über ihn hinweg, sie dreht durch, landet, will mit einem Backfist nachsetzen. Zac fängt den Arm, zieht sie heran. Dreht sie dann um.

Hollywood Kick!



YEAAAAAH!”




Diesmal trifft er sauber. Hinterkopf, seitlich, genug. Milly fällt wie ein gefällter Baum zu Boden. Die Fans feiern den Champion und sehnen den siegbringenden Pin herbei. Auch Zac hat diese Sehnsucht. Doch ebenso besitzt er Übersicht. Er schaut kurz nach draußen. Kyle greift am Apron nach dem Seil.

Alonso könnte versuchen, Vermillion zu pinnen. Aber er entscheidet sich für den anderen möglichen Weg.

Er rennt los.


Running Dropkick gegen Kyle Douglas!


Der Kanadier wirft vom Apron geschossen und fliegt Rücken voran in die Absperrung vor den Zuschauern. Mit verdrehten Augen und schwer atmend bleibt er liegen.


Pete: “Gute Übersicht von Zac…”

Sven: “...doch jetzt hat er zu viel Zeit verplempert, um nach seinem Hollywood Kick noch Milly Vermillion zu pinnen.”


Alonsos Angriff auf Kyle war die sichere Variante. Das Vorausschauende. Doch indem er die Gelegenheit nutzte, verlor er eine andere. Und braucht nun Plan B.

Er steigt auf die Seile. Blickt auf seine Gegnerin hinab. Gerade kehrt das Leben in Milly Vermillion zurück. Sie beginnt, langsam wieder zu krabbeln. Robbt auf die Seile zu. Will verhindern, was Alonso vorhat.


Alonso springt ab.



MOVIE STAR BOMB!


Die Aktion, die gegen Kyle Douglas nicht gelangt hat…

endet auf den angezogenen Knien der Gegnerin.

Der Champion beugt den Rücken durch und stöhnt auf. Die Fans springen von den Sitzen und tun es ihm nach. Alonso Swanton Bombe hat nichts ins Ziel geführt.

Und nun ist es Milly, die keine Zeit zu verlieren hat.

Sie packt Alonso an dessen immer länger werdenden Haaren. Nimmt all ihre Kraft und Leidenschaft zusammen. Jetzt scheint der Gewichtsunterschied von rund 40 Kilogramm eine machbare Aufgabe zu ein. Sie bekommt den Gegner hoch. Legt ihn sich auf die Schulter.


PHOENIX DRIVER!


Kopf und Nacken voran geht es für Alonso abwärts.



Oder sollte es zumindest.

Der Champion verlagert geistesgegenwärtig sein Gewicht und rutscht dem Phönix hinten von der Schulter. Elegant wie ein Tänzer kommt er auf den Füßen zu stehen.

Er ist in Milly Vermillions Rücken.


HOLLYWOOD KICK!

Das zweite Mal innerhalb von weniger als einer Minute, dass sein sekundärer Finisher trifft. Das Klatschen seines Stiefels an Vermillions Hinterkopf schallt durch die Halle. Die LPG Vertreterin sackt zu Boden.

Alonso wirft sich auf sie.


EINS…

Kyle Douglas rutscht auf den Apron. Er atmet schwer.

ZWEI…

Douglas angelt mit dem Arm nach Alonso Bein, um ihn aus dem Pin zu ziehen.

Doch am Ende fehlen Kyle Zentimeter.

DREI.


Sieger des Matches durch Pinfall und weiterhin Intercontinental Champion: Zac Alonso!


Pete: „Zac Alonso verteidigt. Nicht durch die Movie Star Bomb, sondern durch zwei Wirkungstreffer innerhalb kürzester Zeit. Er pinnt Milly Vermillion, und das ist der entscheidende Satz dieses Matches.“

Sven: „Kyle Douglas bleibt ungepinnt. Wieder. Aber er steht wieder ohne Titel da.“


Milly rollt sich auf die Seite, eine Hand am Nacken, die andere auf der Matte. Zac kommt auf die Beine, wackelt einen Augenblick lang genommen und hebt dann den Gürtel in die Luft. Jubel für den Champion, Applaus für den Kampf, ein paar Pfiffe für den Ausgang, weil manche in der Halle Kyle schon lieber mit dem Titel gesehen hätten.

Kyle steigt nicht mehr in den Ring. Er bleibt draußen, sieht Zac an und schüttelt mit einem Fluch auf den Lippen den Kopf. Zac hebt den Titel noch einmal und der Kanadier wendet den Blick ab. Da war sie - die Gelegenheit, auf die er gewartet hatte. Doch am Ende stand nicht sein Triumph.