Die
Kamerafahrt beginnt in völliger Dunkelheit, während nur
das leise Summen einer hochfahrenden Konsole zu hören ist,
gefolgt von digitalen Geräuschen, die langsam lauter werden,
bis plötzlich eine gewaltige virtuelle Welt auf den riesigen
Screens erscheint, deren Neonfarben die Nacht durchbrechen,
während eine tiefe Stimme spricht:
„Jahrelang
haben sie dieselben Level gespielt… dieselben Regeln
akzeptiert… dieselben Gegner bekämpft… doch
jede Generation erreicht irgendwann den Punkt, an dem der alte
Spielstand gelöscht werden muss, damit etwas Neues beginnen
kann.“
Auf
den Bildschirmen sieht man Charaktere, die durch unterschiedliche
Videospielwelten laufen — düstere Cyberpunk-Städte,
zerstörte Arenen voller Rauch und Feuer, riesige
Fantasy-Königreiche und futuristische Kampfzonen —
während die Musik immer intensiver wird und sich die Kamera
durch diese digitalen Welten bewegt, als würde man selbst
mitten in einem Story-Modus stehen, kurz bevor der finale
Bosskampf beginnt.
„Denn
heute Nacht geht es nicht um Erfahrungspunkte… nicht um
Ranglisten… und nicht um vergangene Siege… heute
Nacht geht es darum, wer bereit ist, ein neues Kapitel
freizuschalten, wer den Mut besitzt, die Schwierigkeit höher
zu stellen und wer stark genug ist, das nächste Level zu
erreichen.“
Die
Musik stoppt für einen kurzen Moment.
Ein
einzelnes digitales „LEVEL UP“-Geräusch ertönt.
„Für
wen heißt es heute ‚GAME OVER‘? Und für
wen heißt es ‚NEW LEVEL‘?!“
Dann
explodiert plötzlich Feuerwerk in der SAP Arena in Mannheim,
während die virtuelle Welt auf den Screens zerbricht wie ein
gläserner Ladebildschirm, und die Kamera aus der digitalen
Welt direkt in die echte Halle fährt, wo Tausende Fans
aufspringen, schreien und ihre Schilder in die Höhe reißen,
während überall Lichter durch die Arena schießen
und die Menge ohrenbetäubend laut wird.
Sven:
„WELCOME… TO NEW LEVEL!“
Funken
regnen über die Eingangsrampe, während sich dichter
Rauch über den Boden legt und die Kameras hektisch die
jubelnden Fans einfangen, die jede Sekunde feiern, als hätte
das größte Event des Jahres gerade begonnen.
Die
Musik läuft weiter, während die Kamera schließlich
zu den Kommentatoren schaltet.
Pete:
„Meine Damen und Herren, willkommen zu NEW LEVEL! Wir sind
live und die SAP Arena in Mannheim bebt bereits bis in die
Grundmauern!“
Sven:
„Heute Abend wird Geschichte geschrieben, denn wir haben
Matches, Rivalitäten und Superstars, die bereit sind, alles
hinter sich zu lassen, um das nächste Level zu erreichen!“
Pete:
„Und genau diese schauen wir uns mit dem Blick auf die Card
jetzt mal genauer an.“
Tag
Team-Match: Die Basketballer (James Hightower & Chris
Dimer) vs. Skadi Fenrir & Idunn Jörmungandr Referee:
Howard Eagle
Sven:
„Die Basketballer kamen nach der Anniversary Show neu in
die GFCW und sicherten sich nach ihrem letzten von zwei Siegen
auch die Verträge für ein längerfristiges
Engagement.“
Pete:
„Kein Wunder also, dass sie bald auf etablierte Teams
treffen würden – und mit den zwei Damen der LPG waren
das sogleich zwei sehr prominente Gesichter der Szene. Noch beim
Easter Special hatten diese schließlich die Chance auf die
Tag-Team Titel gegen Zerbeus.“
Sven:
„Dort scheiterten die beiden denkbar knapp an den
sogenannten GFCW Legenden. Ein Umstand, der den Basketballern bei
ihrem ersten Aufeinandertreffen backstage entgangen war. Bewusst
oder unbewusst bereits eine klare Provokation in Richtung Fenrir
und Jörmungandr.“
Pete:
„Dieser Opener wird somit zu einem krassen Härtetest
für die Neulinge. In wie fern können sie in diesem
fremden Sport Fuß fassen?!“
Sven:
„Auf der anderen Seite bietet das Match allerdings ebenso
eine enorme Fallhöhe für die beiden Nordlichter. Eine
Niederlage dürfte ein Rematch um die Titel in ganz weite
Ferne rücken.“
Singles
Match: Die Verliererin muss die Assistentin der Gewinnerin
werden Miria Saionji vs. Monica Shade Referee: Mike Gard
Pete:
„Im zweiten Match des Abends kämpfen sogleich zwei
weitere Damen der LPG, doch in diesem Fall gegeneinander.“
Sven:
„Nach ihrer vergebenen Chance auf den GFCW Heavyweight
Title nahm Monica Shade im Laufe der letzten Shows den
Intercontinental Titel ins Visier.“
Pete:
„Gut, dass Miria Saionji genau wegen dieses Titels einen
Deal mit Ex-Champion Darragh Switzenberg vereinbarte, der seine
Rückmatchklausel vertrauend in ihre Hände legte.“
Sven:
„Wie auch immer das zustande kam…, wenn ich der
Ex-Champion gewesen wäre, wäre es nicht nur die Klausel
gewesen, die ich vertrauend in ihre Hände gelegt hätte.“
Pete:
„Ekelhaft, Sven... Jedenfalls bekam Miria den Spot und sie
wollte ihn eigentlich an Milly Vermillion abtreten, doch da
Monica Shade ebenfalls interessiert war, sollten sich die beiden
um den Nummer Eins Herausforderer-Posten duellieren.“
Sven:
„Dieses Match gab es bei der letzten War Evening Ausgabe
vor New Level und hier setzte sich logischerweise Milly durch.“
Pete:
„Logisch wäre es gewesen, hätte Monica ihren 5*
Frogsplash durchgezogen – leider nur warf Saionji einen
Stuhl gegen sie und sorgte so für die Entscheidung. Kein
Wunder also, dass Monica Shade heute Rache nehmen möchte.“
Sven:
„Einen Wunsch, den sie teuer bezahlen wird müssen,
wenn sie nach dem Großereignis die Assistentin von Saionji
sein wird.“
Tag
Team-Match: Cirque du Tonnerre (Creed Gibson & Andrew
Costalago) vs. Black Wyrms (Shizuku Shikishima & Brigitte
Reflet) Referee: Thorsten Baumgärtner
Pete:
„Womit wir beim zweiten Tag-Team Match des Abends wären.
Die Teamszene floriert zurzeit und vor allem die Black Wyrms
konnten sich mit Hilfe ihres neuen Finishers seit der AS gut in
Szene setzen.“
Sven:
„Sie besiegten die ehemaligen Champions, die Hasen –
was allerdings die Zirkusmänner auch wahrscheinlich
geschafft hätten. Wäre dieses Match nicht grundlos
entfallen…“
Pete:
„Die vorherigen Champs zu besiegen, ist normalerweise ein
gutes Argument für eine Titelchance. Allerdings konnten
Gibson & Costalago die Würmer im letzten Jahr schultern,
sodass diese offene Rechnung heute erst beglichen werden muss,
bevor eines der Teams die Titel angreifen kann.“
Sven:
„Für den Gewinner des heutigen Abends könnte es
also noch steiler nach oben gehen.“
GFCW
Intercontinental Title Match: Zac Alonso vs. Milly Vermillion
vs. Kyle Douglas Referee: Mike Kontrak
Pete:
„Der zweitwichtigste Singles Titel steht im vierten Match
des Abends auf dem Spiel. Zum Booking von Milly Vermillion haben
wir eben bereits die Hintergründe genannt…“
Sven:
„Dass Kyle Douglas ebenfalls in dieses Match gelangte, ist
der Schwäche des Champions zu verdanken. Mister Unpinable
Kyle Douglas besiegte Zac Alonso in einem Non Title Match –
anstatt sich aber bei Miria Saionji zu danken, wünschte Zac
sich bei Dynamite für Kyle eine weitere Chance.“
Pete:
„Ein Ehrenmann wie Zac Alonso sieht eben, wo Unrecht
herrscht und versucht es zu mindern. Die von Saionji eingebrachte
Rematch-Klausel hätte in meinen Augen auch gut und gerne
gegen Kyle Douglas eingesetzt werden können.“
Sven:
„Da sieht man mal wieder, was für ein Glück wir
haben, dass du hier keine Entscheidungen triffst. Alonso wird
jedenfalls heute von Milly von seinem Titel erleichtert –
das war ja seit der AS kaum mit anzusehen.“
Pete:
„Unfug. Zac Alonso hat dem Titel mehr Rampenlicht beschert,
als dieser das zuvor hatte. Milly Vermillion ist in meinen Augen
diejenige, die gar nicht in diesem Match sein sollte. Wenn sie
gewinnt, wäre das mehr als glücklich.“
Sven:
„Warte das Match ab, Pete. Dort wird der Phönix schon
zeigen, was es bedeutet mit ihr im Ring zu stehen.“
2 vs. 3-Handicap
Match: Stella Nova & Mad Dog vs. Modern Erasers (Ben
Slate, Iokepa & Bella Venera) Referee: Karo Herzog
Pete:
„Was es bedeutet, mit ihnen im Ring zu stehen, wollen heute
auch Mad Dog und Stella Nova ein für alle Mal unter Beweis
stellen. Aus diesem Grund nehmen sie gar das Handicap in Kauf.“
Sven:
„Daraus wird nichts werden! Bei der AS konnte Mad Dog nur
gegen Iokepa gewinnen, da der Hund den Plan von Ben Slate &
Iokepa in die Finger bekommen hat. Diesen Fehler werden die
Modern Erasers heute nicht machen.“
Pete:
„Tatsächlich wurde das Ende des Matches bei der AS
heiß diskutiert. Deswegen wollte der Night Fighter zusammen
mit Zerbeus ein Match gegen die mittlerweile zu dritt
auftretenden Erasers. Dieses Match sollte es aber aufgrund einer
Attacke von T’n’B an Zerbeus nie geben.“
Sven:
„Bella Venera war ihrem Freund Iokepa aus der GTCW in die
GFCW gefolgt und zusammen mit Ben Slate gründeten sie auf
dem blutigen Kadaver der Töle nach dem 3 on 1 ihre neue
Gruppierung. Diese betitelt sich selbst als Zukunft der GFCW und
will die alte Garde hinter sich lassen.“
Pete:
„Bisher konnten sie diesen Wunsch mehr schlecht als recht
nur durch Überzahlsiege und Attacken untermauern. So wurde
auch Stella Nova, kurz nach der Verkündung ihres
Vertragsabschlusses, Opfer der Erasers.“
Sven:
„Dies hätte sie bei der letzten War Evening gerne
gerächt, allerdings konnte sich dieser dämliche Hund
nicht raushalten, wodurch erneut ein unklares Matchende zustande
kam. Heute wird es dem Köter nicht mehr gelingen und er wird
auf den Brettern landen.“
Pete:
„Nicht ganz richtig – aber in der Konsequenz stimmig.
Stella Nova und Mad Dog nahmen die Herausforderung der
Aggressoren an... Wir werden sehen, ob die Etablierten hier die
jungen Wilden ausbremsen oder sich doch zu viel vorgenommen haben
und ihre Wunden auf diese Weise keine Heilung erfahren.“
Singles
Match: Danny Rickson vs. Ask Skógur Referee: Peter
Cleven
Sven:
„Auch dieses Match ist die Fortsetzung einer
Auseinandersetzung, die wir schon bei der AS bestaunen konnten.
Danny Rickson will nach der Niederlage dort die Dinge wieder
geraderücken.“
Pete:
„Die beiden hatten danach die Chance der Nummer Eins
Herausforderer auf den Heavyweight Titel zu werden und The End
heute gegenüber zu stehen. Allerdings war es Iray Burch, der
das Match für sich entschied.“
Sven:
„Den Pin musste hier natürlich Ask Skógur
fressen – ein Vorzeichen dafür, dass er immer noch
kein Champion-Material ist und auch heute gegen Rickson den
Kürzeren ziehen wird.“
Pete:
„Mal wieder hast du deine ganz eigene Sicht auf die Dinge!
Erst bei der letzten Ausgabe von War Evening konnte Ask Skógur
zusammen mit Jona Pexianer Danny Rickson und Robin Zick besiegen
und den bisherigen Trend bestätigen.“
Sven:
„Warte ab! Danny Rickson hat angekündigt, dass der
Name des heutigen Ereignisses, New Level, auch ein Motto für
ihn sein wird. Refuse to Age wird uns heute den neuesten aller
neuen Danny Ricksons zeigen!“
Pete:
„Oder aber es ist der verzweifelte Griff nach dem
Strohhalm, da er schon Druck bekommen hat… zumindest gab
es ja da diese Hinweise, von denen Danny gar nicht wollte, dass
wir sie sehen.“
Sven:
„LÜGENPRESSE!“
Winner takes it
all-Ladder Match: Die Sieger erhalten nicht nur die GFCW Tag
Team Titles, sondern auch Zereo Killers Glücks-Ei ZerBeus
(Zereo Killer & Morbeus) vs TnB (Titan & Tha
Bomb) Referee: Ricky Murk
Pete:
„Im Co Main Event folgt unser drittes Tag-Team Match und
hier geht es standesgemäß um den höchsten Preis
im Teamkampf – die Tag Team Championship.“
Sven:
„Titan und Tha Bomb erhalten nach der AS eine weitere
verdiente Chance. Sie haben Zerbeus an den Rand des Wahnsinns
getrieben – so weit, dass eine Trennung kurz bevorsteht.
Ich meine… Mad Dog hat sich schon verabschiedet.“
Pete:
„T’n’B kamen eher unverdient zu dieser Chance,
wenn man ehrlich ist. Sie haben das Ei geklaut, welches Zereo
eine Chance auf den IC Titel gibt. Und daraufhin stahlen sie auch
noch die Titel…“
Sven:
„Selten so kluge Aktionen gesehen – und wer hätte
es anders gedacht? Zereo gibt ihnen gleich die Chance auf beides.
So dumm muss man erstmal sein. Morbeus dachte gar ähnliches.“
Pete:
„Wirklich begeistert war Douglas tatsächlich nicht.
Auf der anderen Seite will er aber auch Rache für die
Attacke und den Diebstahl nehmen und T’n’B endgültig
auf die Plätze verweisen. Heute hat er die Chance zu
beidem!“
Sven:
„Chance vielleicht – aber Titan und Tha Bomb haben in
den letzten Wochen ihr Stück Fleisch seziert. Heute wird
aufgegessen!“
GFCW Heavyweight
Title Match: The End vs. Iray Burch (w/ Shelly Nafe) Referee:
Jack Bobo
Pete:
„Eine ähnliche Metapher könnte vielleicht auch
für unseren Main Event passen, in welchem unser Heavyweight
Champion The End das Fressen für den unmenschliche Iray
Burch werden könnte, der sich im Four Way Dance durchgesetzt
hat.“
Sven:
„Richtig! Ich sehe wenig, was dagegenspricht.“
Pete:
„Außer dass The End eben The End ist! Er wird das
Ende des Aufstiegs sein, den Iray Burch in der GFCW hingelegt
hat. Vor allem aber auch deswegen, weil er sich von seinen
ehemaligen Managern gelöst hat, während Burch an Shelly
Nafe klebt wie eine Klette.“
Sven:
„Ach, Pete, das ist doch nichts Schlechtes! Nafe ist die
Einzige, die die Gewalt des Monsters in die richtigen Bahnen
lenken kann. Und genau das braucht es heute, um The End zu
zerstückeln.“
Pete:
„Wir haben gesehen, wie Iray Burch mit The End umgehen
kann, als er ihn durch eine Barrikade manövrierte. Auf der
anderen Seite sahen wir bei der letzten Show auch, dass The End
ihn zur Weißglut bringen kann und womöglich kann dies
ein Knackpunkt für heute Abend sein.“
Sven:
„Womöglich… vielleicht… unter
Umständen!! The End und seine Fans können ja gerne
hoffen, dass es anders kommt. Aber der Aufstieg von Iray Burch
wird heute Abend gekrönt und zwar mit dem Gewinn des
höchsten Titels!“
Pete:
„Wir werden es erleben – so oder so. Bis dahin
wünschen wir viel Spaß mit GFCW New Level!“
…
Immer
noch zieht er durch den Backstagebereich, verzweifelt auf der
Suche nach einer bestimmten Person. Wir schreiben das Datum der
letzten War Evening Show vor dem Großereignis und erkennen
die Nürnberger Versicherung Arena. Der umher huschende Mann
ist auch leicht zu identifizieren. Unverkennbar ist seine
Gesichtsbemalung.
Zereo
Killer schaut sich weiter um.
Zereo
Killer: „Hast du Mad Dog ge…“
Als
er diese Frage einem weiteren Mitarbeiter gestellt hat, sieht er
tatsächlich die Person, die er so gerne mit einem Gespräch
konfrontieren will.
Zereo
Killer: „Hey!“
Und
der Kalifornier eilt schnellen Schrittes auf den angesprochenen
Hund zu. Dieser stellt seine dunkle Sporttasche ab, dreht sich
langsam herum und schaut MacKenzie mit einer Mischung aus
Überraschung und Frage an, während seine Haare noch vom
Duschen nass nach hinten gekämmt an seinem Kopf haften.
Der
Night Fighter schaut auf die nicht vorhandene Uhr an seinem
Handgelenk.
Mad
Dog: „Die Show ist vorbei, MacKenzie. Bist du der
Auserwählte, der die Allerletzten hier raus kehren muss?!“
MD
legt den Kopf schief, ist sich kurz unsicher, ob er die folgende
Spitze loswerden soll oder nicht.
Mad
Dog: „…oder gibt’s hier irgendwo wieder ein Ei
zu finden?!“
Mike
MacKenzie kratzt sich ein wenig am Hinterkopf und sucht
gleichzeitig vorsichtig einen Blickkontakt, ehe er zu sprechen
beginnt.
Zereo
Killer: „Gut, dass ich dich gefunden habe. Weißt du…
wie soll ich anfangen…“
Er
stammelt ein bisschen vor sich hin und scheint noch nicht die
richtigen Worte zu finden. Der Night Fighter übt sich in
Geduld, allerdings sagt seine Körpersprache bereits, dass
MacKenzie mal mit der Sprache rausrücken soll.
Zereo
Killer: „Seit meiner Rückkehr ist viel passiert, wie
du weißt. Natürlich ist es schön, dass ich
gemeinsam mit Morbeus sofort einen Titel gewinnen konnte, aber
weißt du, was mindestens genauso nice war?“
Ohne
seinem Gesprächspartner die Chance auf eine Antwort zu
lassen, liefert sie Mr. #ISGI prompt selbst.
Zereo
Killer: „Bevor es so weit kommen konnte, haben Morbeus und
ich Frieden geschlossen und sind zu einem richtigen Team
geworden. Und natürlich auch, dass wir beide unser
Kriegsbeil begraben haben.“
Er
schaut ihn an und wartet auf eine Reaktion, doch diese folgt noch
nicht.
Zereo
Killer: „Wir sind drei der größten Stars im
Wrestling, drei Individuen, welche allesamt unterschiedliche
Stärken aufweisen, doch wir wurden auf unterschiedliche
Arten und Weisen überrumpelt und mussten sehr viel mehr
einstecken, als uns lieb ist. Also…“
Ein
Seufzen entfährt der unbekannten Konstante, ehe er sich am
Bart kratzt.
Mad
Dog: „Überrumpelt, huh?! Ich würde eher sagen,
wir haben uns dumm angestellt… sind T’n’B und
den Modern Erasers auf den Leim gegangen. Aber ich weiß,
worauf du hinaus willst, MacKenzie. Dass ich euch so angepflaumt
hab’, hat dein schlechtes Gewissen geweckt… aber
nicht nur das, huh?!“
Nun
macht Simargl einen Schritt auf Zereo Killer zu.
Mad
Dog: „Es waren auch Erinnerungen, die geweckt wurden…
oder wie waren deine Worte gemeint, Zereo?!“
Imaginäre
Fragezeichen machen sich über dem Haupt des Kaliforniers
bemerkbar. Nun bekommt er nicht die Möglichkeit dazu, mit
einer Antwort zu reagieren, denn der Hund ist es, der fortfährt.
Mad
Dog: „Wie
viel S1margl steckt noch in mir!?
Das war doch deine Frage… Hast du dazu neue Erkenntnisse
gewonnen?!“
Das
(!) hat natürlich gesessen. MacKenzie wird gefühlt
kreidebleich im Gesicht, ist sichtlich erschrocken. Der
Zornesblick, der ihm entgegenkommt, trifft ihn wie ein Blitz.
Double M seufzt und antwortet.
Zereo
Killer: „… was soll ich sagen? Wir hatten alle ein
paar schlechte Wochen hinter uns, welche damit gipfelte, dass wir
verprügelt worden sind… du bist ordentlich aggressiv
abgedampft und ich hab etwas Unüberlegtes gesagt, was ich
definitiv nicht so meinte. Ich spreche und handle manchmal etwas
schneller, bevor ich darüber nachgedacht habe. Ich wollte
einer eventuellen Allianz zwischen uns Dreien nicht im Weg
stehen, ich glaube nämlich, dass wir gemeinsam dagegen
ankommen können… allerdings nur gemeinsam.“
MD
nickt. Mit ähnlichen Worten hat er gerechnet, doch seine
Mimik verrät, dass ihn dieses nicht wirklich glücklich
stimmt. Er kräuselt nachdenklich die Lippen.
Mad
Dog: „Natürlich war es Unüberlegt. Wie meine
Worte ja auch – aber deswegen sind beide nicht weniger
wahr, oder?!“
Nun
kommt MD noch einmal näher, sodass ihre Schultern sich fast
berühren.
Mad
Dog: „S1margl ist der dunkle Geist in deinem Inneren; die
tiefe Angst wieder die Kontrolle zu verlieren, dich aus eigenem
Hass in den moralischen Abgrund dieses Geschäfts zu
manövrieren und selbst wieder die Bestie zu sein, von der du
mit erleichterten Schultern Abstand genommen hast. Doch hier und
da drückt es noch, das dunkle Joch. Das Joch der eigenen
Vergangenheit, der eigenen Bosheit und Schwäche. Das Joch...
unserer... Vergangenheit.“
Der
Arm des Hundes legt sich Zereo auf die Schultern, doch es lässt
MacKenzie zusammen zucken. Denn es fühlt sich wie ein
schwarzer Flügel an, der ihn hinab drückt.
Mad
Dog: „Gemeinsam trägt es sich leichter, huh?! Das ist
kein schlechter Ansatz, Gott bewahre! Aber dem stehen unsere
Pflichten gegenüber, unsere Konflikte, in denen wir stecken.
Was wird bei New Level sein?! Ihr fightet gegen Titan und Tha
Bomb – ich kämpfe mit Stella Nova gegen die Modern
Erasers. Willst du uns zur Seite stehen, um die Unterzahl
auszugleichen?“
Der
Mann aus Los Angeles bleibt das erste Mal still. Er blickt in die
Augen seines Gegenübers und weiß nicht genau, was er
dem entgegenbringen soll. Zereo Killer ist Derjenige, der
vorschlägt, dass man eine Allianz bilden soll, allerdings
ist Mad Dog Derjenige, der erneut in einem Handicap Match
antreten muss. Der Hund nimmt den Arm von ZK wieder weg.
Mad
Dog: „Das dachte ich mir. Also wird es dabei bleiben, dass
jeder erst einmal seine eigenen Wege geht. Selber mit den eigenen
Unzulänglichkeiten umgehen muss. Und wer weiß, huh?!
Wenn Stella und ich als Team so gut sind, dass wir bei New Level
sogar drei Gegner schlagen, wären wir auch ein guter
Herausforderer auf die Tag-Team Titel.“
Die
unbekannte Konstante zieht die Augenbrauen empor, um dieser
zweiten Herausforderung innerhalb von zwei Wochen Nachdruck zu
verleihen; die Schultern des Tag-Champions hingegen scheinen noch
einen Zentimeter hinab zu sinken.
Mad
Dog: „So oder so… Wir sehen uns, Mike!“
Ein
letztes Schulterklopfen, dann wendet sich der Fighter ab, greift
seine Sporttasche und hebt die Hand zum Gruß. Zereo tut es
ihm zaghaft gleich.
Mad
Dog: „Ach so…“
MacKenzie
blickt noch einmal hoffnungsvoll nach oben, dem Night Fighter
genau in die Augen.
Mad
Dog: „Hundert Prozent.“
Ein
fragender Blick beim Tag-Team Champion. Was soll das jetzt wieder
heißen?
Mad
Dog: „Einhundert Prozent S1margl steckt noch in mir. Der
fliegende Hund ist die andere Seite der Medaille. Meine Schwäche,
mein Abgrund – der tiefe Verdruss und die Traurigkeit, mit
denen mich dieses Geschäft schlug. Und doch auch der Wunsch
nach Freiheit – mit allen Mitteln hinaus zu fliegen...
Heraus aus dem Gewinnen-müssen, hinfort vom
Beliebt-sein-wollen, weg von den Schmerzen. Das alles steckt in
mir. Nach. Wie. Vor. Der Unterschied ist… ich kenne das
jetzt. Und akzeptiere es. Bei dir… bin ich mir nicht
sicher, Mike, kennst du deine Dämonen oder blendest du sie
aus?“
Der
Blick der Töle liegt wie ein Schatten auf ihm.
Mad
Dog: „Was mich angeht, musst du dich entscheiden!
Akzeptiere, dass ich S1margl bin oder... wir haben wirklich Grund
zur Furcht!“
Die
Kamera blendet auf und wir sehen ein großes GFCW-Banner,
irgendwo in einem der Gänge in den Katakomben der Arena
provisorisch installiert. Davor stehen unsere Basketballer,
bereits in voller Spieltagsmontur. Chris Dimer tippelt aufgeregt
umher, während James Hightower etwas zu lässig an der
Wand lehnt.
Chris
Dimer: „Unser erstes Match heute, James. Ich meine, unser
erstes richtiges Match, das erste wirklich wichtige Match, unser
erstes Pay-Per-View Match! Juchuuu!“
James
Hightower: „Beruhige dich, Chris. Denk dran, was wir
besprochen haben. Wir behandeln das Spiel wie jedes andere Spiel
auch. Wir spielen vorne unsere Systeme runter, und hinten harte
Defence. Dann gewinnen wir das und ziehen in die nächste
Runde ein!“
Chris
Dimer: „Meinst du echt? Ich meine, diese beiden
Jägerkriegerinnen oder was auch immer sind deutlich
erfahrener als wir. Die haben hier schon was erreicht und wir…“
James
Hightower: „Wir? Wir haben auch schon was erreicht, Chris.
Wir haben schon 2 Siege auf dem Konto und sind noch ungeschlagen.
Wir brauchen uns nicht zu verstecken. Und heute folgt Sieg Nummer
3 und wir schalten uns in Tag Team Title Picture ein, mein
Freund!“
Dimer
und Hightower jubeln zusammen und machen sich auf den Weg zum
Ring.
Mac
Müll: „Meine Damen und Herren, begrüßen sie
mit mir gemeinsam den amtierenden GFCW World Champion… The
End.“
Aus
dem Hintergrund der Halle kann man bereits laute Jubelrufe
vernehmen, als die Kamera nun so ausfährt, dass man auch den
Champion im Bild sieht.
In
einer Lederjacke gekleidet, aus der ein Motörhead-Shirt
hervorragt, steht der Champion nun erhaben neben dem GFCW Hall of
Famer, selbstverständlich mit dem begehrtesten GFCW-Gold auf
seiner Schulter. End wirkt dabei recht sicher, gefestigt und
überzeigt, wobei natürlich auch eine angespannte Wut
mitschwingt, die er seinem heutigen Gegner entgegenbringen wird,
denn Iray Burch hat ihn vor einigen Wochen ordentlich angegriffen
und hier und heute bekommt er die Chance auf Rache.
Ein
winziger Anflug von… naja… ist es Sorge? Ist
allerdings auch mit dabei, denn auch, wenn er bereits gegen die
verschiedensten GFCW-Legenden angetreten ist, auch, wenn er einen
Krieg gegen James Corleone und die wahrhaftige Schlacht gegen
Aldo Nero gewonnen haben mag… so einen Gegner wie Iray
Burch hatte The End noch nicht.
Mac
Müll: „Vielen Dank für deine Zeit, Champ. Heute
ist der große Tag gekommen und dein Match gegen Iray Burch
steht an. Wie geht es dir damit? Bist du vorbereitet? Und welche
Rolle wird Shelly Nafe dabei spielen – die von James
Corleone?“
Die
Verbindung zu James Corleone ist nicht von der Hand zu weisen.
Iray Burch als aufstrebender Durchstarter und mit ihm, seine
Managerin, die für ihn spricht und denkt? Das erinnert
zweifellos an das Duo End und Corleone. Und doch… ist es
etwas anderes.
The
End: „Nun. Ich will nicht bestreiten, dass Shelly Nafe wie
ein Gruß aus dem Jenseits von James Corleone wirkt. Eine
Frau, die ganz in seinem Sinne handelt und an mir haftet, wie der
Fluch, der er nun mal ist. Die gleiche Formel, mit anderen
Variablen. Dasselbe Stück, mit anderen Akteuren.
Aber…“
Ja,
man konnte das „Aber“ hier schon riechen.
The
End: „Aber… ich wäre zum Scheitern verurteilt,
würde ich den Kampf heute so führen, wie ich ihn gegen
James Corleone führen würde. Denn Shelly Nafe ist nicht
James Corleone. Und Shelly Nafe ist auch nicht die Person, gegen
die ich heute antrete. Das ist Iray Burch. Und Iray Burch macht
sich nichts aus Kopfspielchen, aus hinterhältigen Taktiken
und clever-fingierten Absprachen. Er braucht keine Nafe um heute
in die Schlacht zu ziehen, keinen Back-Up Plan, der greifen soll,
wenn er zu scheitern droht. Iray Burch braucht einzig und allein
seine Zerstörungswut, seinen Körper, der einer Waffe
gleicht. Iray Burch braucht die Bühne, auf der er mit mir
tun und lassen kann, was er will, ohne, dass ihn jemand davon
abhalten kann.
Will
er den GFCW World Title dabei überhaupt gewinnen?“
Mac
Müll: „Entschuldige, Champ, aber ich stelle hier die
Fragen: also, was denkst du? Will er?“
The
End: „Spielt es denn eine Rolle?“
Schon
wieder wirft End eine Frage an Tammy zurück, aber während
dieser sich in seiner Position hinterfragt fühlt, antwortet
The End bereits selbst.
The
End: „Nicht für Iray Burch. Denn, wie schon gesagt:
Iray Burch will eine Bühne, für seine Zerstörung.
Und welche größere Bühne könnte es dabei
geben als den Main Event eines PPV? Als DEN Titelkampf der Liga?
Auf dieser Bühne kann er das Gesicht der Liga, den Champion,
vor allen Augen in Grund und Boden stampfen. Den Titel dabei zu
gewinnen, bedeutet Chaos. Chaos für ihn, Chaos für die
GFCW und folglich auch… den Triumph für Shelly Nafe.
Und
wer soll sich ihm dann überhaupt noch entgegenstellen
wollen?“
Mac
Müll scheint nicht so wirklich zu wissen, wie er an diese
Aussage anknüpfen soll. Vielmehr scheint er in eine gewisse
Lethargie zu verfallen, wenn er daran denkt, was passieren
könnte, wenn Burch gewinnt. Während Müll dabei
also in seinen Gedanken versinkt, knüpft End an…
The
End: „Aber das werde ich nicht zulassen.“
Und
während sich End bei seinen Worten selbst immer weiter
reingesteigert und dabei Burch fast schon gehypt hat, spricht nun
eine überzeugte Entschlossenheit aus ihm.
The
End: „Ich werde nicht zulassen, dass das Chaos die GFCW
übernimmt. Ich werde nicht zulassen, dass eine Person wie
Shelly Nafe das Kostbarste in ihre Finger bekommt, was diese Liga
zu bieten hat und ich werde nicht zulassen, dass ein Monster wie
Iray Burch zum Anführer dieser Liga aufsteigt. Ein Monster,
das diesen Titel nicht zu schätzen weiß und ihn nur
als Ventil für seine Zerstörungswut nutzen will.“
Man
könnte meinen, dass das würdige Worte eines überzeugten
Champions sind, eines Champions des Volkes, der für sein
Volk einsteht, aber wie es auch in den letzten Wochen immer
wieder deutlich wurde, kommt man nicht umhin Ends Motivation
dahinter in Frage zu stellen: versteht er sich tatsächlich
als „Champion des Volkes“? Meint er das, was er sagt,
so wie er es sagt?
Zu
einem gewissen Teil bestimmt. Aber darüber hinaus? Darüber
hinaus könnte man meinen, dass es fast schon etwas…
übertrieben wirkt?
Als
würde The End das Wohl der Liga für seine Taten
vorschieben, aber als würde es ihm dabei eigentlich um etwas
anderes gehen…
… die
eigene Machtposition?
Wie
auch immer, man darf es wohl interpretieren, wie man will,
dennoch bleibt die Situation, wie sie ist: The End ist derjenige,
der die GFCW vor Iray Burch verteidigen muss.
The
End: „Ich weiß, dass ich mich heute einem Gegner
stellen werde, der mit keinem anderen vergleichbar ist, den ich
bisher hatte. Iray Burch ist ein Monster, Iray Burch ist eine
Festung, Iray Burch ist eine Bedrohung. Aber ich trage diesen
Titel nun mal aus einem bestimmten Grund.
Ich
habe schon allen getrotzt. Ich habe schon alles besiegt. Und
heute kommt nun eben auch ein Monster dazu. Ich werde einmal mehr
diesen Titel verteidigen, ich werde einmal mehr diese Liga
verteidigen und ich werde einmal mehr zeigen, dass ich derjenige
bin, der diese GFCW anführen und zur besten GFCW machen
wird, die es jemals gab.“
Weiter
bleibt Müll stumm, diesmal aber vielmehr fast schon aus
einer Art Ehrfurcht vor Ends Worten heraus.
The
End: „Und nachdem ich Iray Burch heute besiegt habe, warte
ich selbstverständlich auf die nächste Herausforderung.
… und
all das aus einem bestimmten Grund: nicht, weil ich es kann,
sondern, weil ich es muss.“
Aus
den Boxen in der Halle dröhnt nun generische Hip-Hop Musik
und auf der Videoleinwand werden Basketballbilder abgespielt. Es
sind Highlight-Zusammenschnitte von Hightower und Dimer, wobei
diese hier KI-generiert zu sein scheinen, denn es sieht hier so
aus, als hätten die beiden in der NBA vor zehntausenden
Menschen gespielt, was nie der Fall war. Dazu werden Sammelkarten
der beiden aus der aktuellen TOPPS Edition eingeblendet, die es
natürlich auch nicht wirklich gibt.
DOINK
DOINK
DOINK
Und
dann erscheinen die beiden auf der Stage, beide dribbeln dabei
Basketbälle und zeigen ein paar Moves. Crossover, Behind the
back, James Hightower lässt den Basketball auf seinem
Zeigefinger tanzen. Die beiden haben natürlich ihre
Basketballkluft an. Chris Dimer klassisch einfach nur Trikot,
Hose und hohe weiße Socken. James Hightower hat Leg Sleeve
und Arm Sleeve, dazu Gummibänder um die Handgelenke und
getapte Finger und bunt glitzernde und glänzende
Basketballschuhe.
DOINK
DOINK
DOINK
Lachend
und dribbelnd bahnen sich die Neulinge ihren Weg zum Ring. Dabei
passen sie sich die Bälle gegenseitig zu und passen auch mal
zu den Fans, mit denen sie auch rege abklatschen. Die Fan
Reaktionen auf die beiden sind durchweg positiv, die Basketballer
blicken in viele freundliche Gesichter.
Kaum
ertönt „Northern Hemisphere“, da fällt die
gefühlte Temperatur in der SAP Arena, nicht zuletzt weil die
kühlen Klänge von Skadi Fenrirs Einzugsmusik von
Schneeflocken begleitet werden, die von der Hallendecke rieseln.
Es ist etwas her, dass diese Musik erklungen ist, die beiden
nordischen Schwestern traten bisher stets gemeinsam zu „River
of Souls“ auf, ein Wink an ihre dritte Schwester Hel. Sieht
man wie knurrig die Schneewölfin mit der schneegrauen
Zottelmähne durch den Vorhang kommt, kann man nur vermuten,
dass die kalten, oppressiven Klänge von Northern Hemisphere
dazu da sind ihr Gemüt kühl zu halten. Das verlorene
Tag Team Titelmatch gegen ZerBeus ist Skadi doch stark aufs
selbige geschlagen und obgleich es im WFW Tournament of Honor
einen Sieg an der Seite von Schwester Idunn Jörmungandr und
„The Aion“ Miria Saionji gab, war dieser Sieg ob
Mirias illegitimer Aktionen auch kein Grund zur Freude gewesen.
Genau in diese miese Laune hinein kamen dann die Basketballer und
die will Skadi nun zum Frustabbau nutzen.
Augenblicke
nach Skadi kommt dann auch Idunn durch den Vorhang geschlängelt.
Die 2 Meter 2 Riesin sieht wesentlich weniger frustriert aus als
Skadi, tatsächlich hat sie ihren üblichen
Gesichtsausdruck zwischen harmonischer Seelenruhe und
unverblümter Doofheit. Das von lila ins dunkle blaugrün
übergehende Haupthaar trägt sie wie üblich bezopft
mit der Zopfspitze im Mund, wie sich das für eine Ouroboros
Riesenschlange auch gehört, da passt ihre persönliche
Vorliebe perfekt zu ihrem Nachnamen Jörmungandr.
Groß
posiert wird nicht, die beiden luftig-martialisch gekleideten
Schwestern schreiten zum Ring, Skadi voran und Idunn folgt auf
dem Fuße. Anders als die Basketballer nehmen sich die
nordischen Schwestern keine Zeit fürs Abklatschen mit den
Fans, tatsächlich blickt Skadi nicht mal in deren Richtung.
Idunn schon, aber immer wenn sie doch mal abklatschen will, ist
Skadi schon weitergelaufen und Idunn beeilt sich, um hinterher zu
kommen. Ohne große Show setzt Skadi dann ihre Wolfskappe
ab, ehe die Frau im wolfigen Top und Schurz in den Ring rollt
ohne dabei die ihr so verhassten Seile zu berühren. Die im
schlangenhaften Wickel-Top und dazu passenden Schurz gekleidete
Idunn lässt sich etwas mehr Zeit ihre Schlangenmütze
daneben zu legen und nimmt dann bereits ihre Position in der
Wechselecke ein ohne den Ring überhaupt zu betreten. Es kann
losgehen.
Tag
Team-Match:
Die Basketballer (James
Hightower & Chris Dimer) vs. Skadi Fenrir & Idunn
Jörmungandr Referee: Howard Eagle
Howard
Eagle erklärt das Match für eröffnet und zu
Beginn stehen sich James Hightower und Skadi Fenrir
gegenüber. Mit seinen 2,06 Metern an Körpergröße
überragt Hightower Skadi noch mal deutlich und ist sogar
größer als Idunn, das ist für die nordischen
Schwestern eine neue Erfahrung in ihren auch noch immer recht
jungen Wrestlingkarrieren. 113 Kilo ist auch ein ordentliches
Kampfgewicht, das deutlich über den nicht gerade
schmächtigen, aber auch nicht muskelbepackten Schwestern
einzuschätzen ist, auch wenn es von diesen keine
offiziellen Werte gibt.
Los
gehts jedenfalls per Lock Up oder besser gesagt per
versuchtem Lock Up seitens Skadi, aber James Hightower
beweist prompt seine Athletik, ist mit einem Ausweichschritt
an Skadi vorbei und die greift ins Leere. Komplett verladen.
James Hightower grinst und deutet einen Korbwurf an, als ob
er gerade beim Basketball an einem gegnerischen Verteidiger
vorbeigekommen wäre.
Klar,
dass Skadi dadurch noch angepisster wird und prompt per Big
Boot, bzw. Big Foot zutritt – aber Hightower weicht
wieder aus und langt selber mit ein paar Punches zu, die er
hier und da für angedeutetes Dribbling unterbricht, ehe
er die Schlagsalve per Clothesline abschließen will –
aber dieses Mal ist Skadi schneller, huscht in Hightowers
Rücken, packt zu und legt ihn per Half Nelson
Backbreaker übers Knie!
Klar,
dass James Hightower sich nun den schmerzenden Rücken
hält und erst einmal Distanz zwischen sich und Skadi
bringt. Die sieht nun nach dieser gelungenen Aktion etwas
zufriedener aus und wechselt mit Schwester Idunn – aber
nicht für Double Teaming, sondern einfach um Idunn nun
erst einmal das Match zu überlassen. James Hightower
blickt zu Chris Dimer, der etwas zittrig andeutet, dass James
das jetzt nicht nachmachen muss und er gerne gegen Idunn erst
mal im Ring bleiben kann. Anders als Hightower ist Chris
Dimer mit 1,83 und 85 Kilo zwar global und für die USA
betrachtet überdurchschnittlich, aber in diesem Match
ist er der Kleine und da muss er nicht unbedingt jetzt gegen
eine völlig frische 2 Meter Riesenschlange ran.
Hightower
bleibt also drin und dieses Mal gibt es den Lock Up, der zum
ordentlichen Kraftduell von ihm und Idunn Jörmungandr
wird. Erst einmal bewegt sich nichts, doch dann kann James
Hightower seine Kontrahentin doch zurückdrängen. In
der Ringecke angekommen wird gelöst, doch kurz darauf
langt Hightower per Clothesline zu. Idunn will sich ducken,
doch damit macht sie nur noch schlimmer, kriegt sie doch den
Arm von Hightower gegen die Rübe. Groß sein hat
nicht nur Vorteile.
James
Hightower setzt weiter nach, mit einer kompletten Clothesline
Salve, dann läuft er mit angedeutetem Dribbling eine
Ehrenrunde durch den Ring und nimmt dabei Schwung um per
eingesprungenem Back Elbow seine Offensivaktion
abzuschließen. Problem: das war viel zu viel Show und
Idunn kann nicht nur ausweichen, sondern danach Hightower
auch noch aushebeln und per Snake Eyes auf die Ringecke
krachen lassen, wonach sie nun selber eine Offensivsalve
loslässt in der Form einer ganzen Reihe von Kicks gegen
den in der Ringecke befindlichen Hightower! Das Tempo der
Kicks ist zwar nicht ganz so hoch wie bei anderen, aber ob
ihrer Größe ist eine Menge Wucht dabei, die
Hightower jetzt ordentlich zu spüren kriegt. In ihren
bisherigen Matches waren die Basketballer nicht groß
gefordert worden, das ist die längste Reihe an Aktionen,
die James Hightower bisher erdulden musste und zum ersten Mal
in seiner GFCW Karriere realisiert der Basketballer nun so
richtig:
Wrestling
kann verdammt weh tun.
Idunn
hätte auch noch weiter zgetreten, aber Skadi ist über
den Apron herbei geilt, um ihrer Schwester zu signalisieren,
dass Schluss ist – Howard Eagle hat nämlich
fleißig angezählt und Skadi will sich nicht darauf
verlassen, dass Eagle bei Idunn ähnlich viel durchgehen
lässt, wie es die Referees bei Iray Burch zu tun
pflegen. Ergo erklärt Skadi ihrer wenig intelligenten
Schwester noch einmal, dass sie auf den Count der Referees
achten muss. Skadi zählt mit ihren Fingern vor und Idunn
zählt angestrengt mit.
Hightower
wiederum fühlt sich langsam ignoriert und verarscht,
springt hoch und fällt die Riesenschlange per Leaping
Clothesline. Danach packt er sie noch mal, um sie per
Bodyslam auf die Matte zu werfen, wonach James mit Chris
Dimer wechselt, der nicht so aussieht, als ob er wirklich in
den Ring will, aber wo Idunn nun schon mal am Boden liegt,
kann er ja einen eingesprungenen Elbow Drop zeigen und das
erste Cover.
Pflichtbewusst
springt Howard Eagle auf die Matte, um zu zählen, aber
kaum liegt er, da wirft Idunn den Basketballer auch schon von
sich runter. Skadi atmet erleichtert auf, zumindest hat Idunn
verstanden, dass sie Leute von sich runter kriegen muss, wenn
die irgendwie auf ihr liegen. Vielleicht hat Idunn sogar
kapiert, dass zur Not eine hochgerissene Schulter reicht,
aber das zu erwarten wäre vermutlich zu viel verlangt.
Chris
Dimer sputet sich, um sofort wieder bei der aufstehenden
Idunn zu sein und nimmt die Riesenschlange in einen Side
Headlock. Doch Idunn Jörmungandr stemmt Dimer mühelos
hoch und setzt ihn auf die nächstbeste Ringecke –
wonach sie ihn an der Gurgel packt. Chokeslam? Dimer fuchtelt
entsetzt mit den Armen, als ihm Hightower auf den
Oberschenkel klatscht zum Tag. Idunn hat Chris Dimer in die
eigene Wechselecke getragen. Und so entert Hightower wieder
den Ring und nimmt Idunn von hinten in einen Full Nelson.
Dimer sieht nun seine Zeit gekommen und… schlägt
mehrfach Idunn in den Solar Plexus, ehe er seine Schlagserie
mit einem laut klatschenden Chop beendet… nach dem ihm
die Hand wehtut.
Nichtsdestotrotz,
das hat Idunn gespürt und sie spürt auch den
nachfolgenden Full Nelson Slam von Hightower!
Eins!
Zwei!
Nein!
Idunn
kriegt die Schulter hoch und so kann Skadi unverrichteter
Dinge in die Wechselecke zurückkehren, sie wurde nicht
benötigt. Mehr noch: sie wurde nicht benötigt, weil
Idunn tatsächlich weiß, dass sie die Schulter im
Zweifelsfall hochkriegen muss. So langsam Idunn im Kopf auch
ist, lernfähig ist sie dann doch und wenn sie erst
einmal etwas weiß, kann sie ihre Instinkte die Arbeit
machen lassen.
Und
die sind bei Idunn durchaus gut ausgeprägt, wie James
Hightower nun feststellt, als er einen gewaltigen Elbow Drop
versucht, der aber daneben geht, da sich Jörmungandr zur
Seite schlängelt und wieder mit Skadi wechselt. Die
springt mit dem Ellbogen voran per Swift Strike in Hightower
hinein und umklammert ihn danach nur Wolf Bomb. Aber James
Ellbogen finden Skadis Magengegend und so befreit sich der
Basketballer, der mit einem raschen Axhandleblow nachsetzt
und nun seinerseits zu seiner Jacknife Powerbomb ansetzt, dem
Crunchtime Crusher. Aber Skadi blockt ihrerseits und wuchtet
Hightower zum Back Body Drop hoch.
Der
nächste Wechsel bei den Schwester folgt und sie
bearbeiten nun den großen Mann als Duo – treten
ihn schließlich per Kombination aus Big Boot und
Superkick um, wonach Idunn auf die Ringecke steigt.
Big
Splash!
Aber
wie schon im Kampf gegen die regionalen Talente kriegt
Hightower die Knie hoch und die Riesenschlange hat eine
äußerst unsanfte Landung. Idunn orientiert sich
gen Schwester, Hightower zu Chris Dimer. James ist schneller,
dank einem Sprung nach vorn, wie er ihn früher für
einen Slam Dunk gemacht hätte, nur ist nun sein Ziel die
Hand des Partners. Dimer kommt rein und sieht sich prompt
Skadi gegenüber, da Idunn auch gewechselt hat. Chris
kann ein paar Punches durchbringen, doch dann packt Skadi ihn
am zuschlagenden Handgelenk und revanchiert sich per
krachendem Short-arm Clothesline, wonach sie Dimer um das
Becken packt und zum Wheelbarrow hochnimmt – Idunn
kommt von vorn per Clothesline, aber Dimer zappelt und duckt
sich, womit Idunn die eigene Schwester umhaut!
Jörmungandr
guckt verdutzt und ehe sie weiß, wie ihr geschieht, da
ist Hightower hinter ihr und knockt sie per wuchtigem
Shoulderblock gen Seile, die Dimer runterzieht! Idunn purzelt
aus dem Ring und plötzlich haben die Basketballer eine
von der eigenen Schwester angeknockte Skadi Fenrir vor sich
ohne dass Idunn ihr helfen könnte! Das ist die Chance
und die Chance will genutzt werden! Noch ist Restzeit nach
dem Tag übrig für etwas Doubleteaming! Also packt
Hightower Skadi und stopft deren Kopf zwischen seine
Oberschenkel, Ansatz zum Crunchtime Crusher und Chris Dimer
ist parat, um zu helfen, sollte Skadi sich wehren.
Da
hören die Basketballer es.
Ein
vertrautes Geräusch, das sie immer akustisch wahrnehmen
können, egal wie viele Fans lautstark ihren Gefühlen
Ausdruck verleihen.
DOINK
DOINK
DOINK
Irgendjemand
dribbelt mit einem der beiden Basketbällen, die sie
mitgebracht hatten. Ihre Augen suchen die Gegend ab, wo sie
ihre Bälle zurückgelassen haben. Der Mann, der
dribbelt ist nicht schwer ausfindig zu machen. Ja, man kann
sagen er ist kaum zu übersehen. Er ist groß.
Verdammt groß. Größer noch als James
Hightower. Sein Gesicht ist dank seiner Kapuzenjacke nicht
wirklich auszumachen, aber es ist zweifellos derselbe
mysteriöse Mann, den die Basketballer schon einmal
gesehen hatten.
Und
dann ist der Moment vorbei, in dem Chris und James eine
Chance hatten das Match möglicherweise zu entscheiden.
Idunn packt Chris Dimer von hinten in den Cobra Clutch und
vollführt den Cobra Clutch Legsweep, während sich
Skadi abermals per Back Body Drop gegen James Hightower
wehrt. James rappelt sich wieder auf, aber Idunn kommt heran
gerauscht und knockt sich selbst und Hightower per Lariat
über die Seile nach draußen. Derweil sammelt Skadi
Chris Dimer aus, stemmt ihn zur Crucifix Powerbomb hoch und
lässt ihn dann per Flip mit dem Kopf gegen ihr Knie
krachen:
Frostbite!
Natürlich
ist das der KO Treffer, das Cover ist pure Formsache. Howard
Eagle zählt und das ist dann das. Die nordischen
Schwester gewinnen, eine große Siegesfeier gibt es
nicht. Dennoch muss Skadi Fenrir sichtlich ein halbwegs
zufriedenes Lächeln unterdrücken, was ihr nur
bedingt gelingt. Chris Dimer und James Hightower wiederum
müssen sich erst einmal wieder sammeln und täuschen
einen enttäuschten Blick, ehe sie dahin blicken, wo
gerade eben der mysteriöse Riese noch gewesen ist. Aber
der ist schon wieder verschwunden...
Shelly
Nafe: “Erinnerst du dich an den Inhalt unseres letzten
Gesprächs?”
Danny
Rickson: “Du tust es doch auch.”
Sie
stehen vor der Halle und blicken in einen Himmel, dessen
Helligkeit um diese Uhrzeit vom bevorstehenden Sommer kündet.
Ein paar Vögel ziehen umher, aus der Ferne kommt das
Geräusch hunderter Stimmen, die zu einem einzigen
Hintergrundgeräusch verschmelzen.
Von
Shelly Nafe zieht eine Rauchwolke auf. Rickson hat die Hände
an einer Flasche Vitaminwasser, die Frage nach dem Hersteller ist
schnell beantwortet, da das Logo auf dem Etikett dem Logo auf
seine Shirt entspricht. Refuse to Age.
Shelly
Nafe: “Ich habe dich gewarnt…”
Danny
Rickson: “...dir nicht in die Quere kommen.”
Nafe
nickt. Sie wischt sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht,
deren kastanienbraune Grundfarbe von einem leichten grauen Ansatz
unterbrochen wird. Die Haare fallen auf Schultern, schmall und
doch straff, die in einem Hosenanzug stecken. Sie lässt die
Zigarette zu Boden gleiten und tritt sie mit dem Absatz ihrer
Stilettos aus, ohne ein Blick daran zu verschwenden.
Shelly
Nafe: “Und das bist du nicht.”
Danny
Rickson: “Warum also wolltest du mich sprechen?”
Shelly
Nafe: “Geschäftliches.”
Danny
Rickson: “Natürlich.”
Der
Engländer lacht auf und schüttelt gleichzeitig den
Kopf. Er lässt das Wasser seine Lippen befeuchten und wendet
den Blick zu Shelly Nafe. Blickt sie an. Sie hält stand.
Shelly
Nafe: “Weißt du, warum wir uns nicht in die Quere
gekommen sind, Danny?”
Danny
Rickson: “Du wirst es mir sagen.”
Shelly
Nafe: “Weil wir mittlerweile unterschiedliche Ziele haben.
Damals war es das Werben um Iokepa. Jetzt jedoch haben wir
anderes zu tun.”
Die
Amerikaner öffnet ihr Jackett und reicht ihrem
Gesprächspartner wortlos einen Flyer der heutigen
Veranstaltung. Auf dem Titelbild: The End und Iray Burch.
Zwischen ihnen der GFCW Heavyweight Titel. Und darunter, deutlich
kleiner gedruckt: Ask Skógur und Danny Rickson.
Ricksons
verzieht beim Anblick das Gesicht.
Shelly
Nafe: “Heute wird sich mein Plan erfüllen, Danny.
Wonach ich mich gesehnt habe. All das wird Wahrheit in jenem
Augenblick, in dem Iray Burch The End pinnen wird.”
Bei
der Ansicht von der verkniffenen Miene ihres Gegenübers
lächelt Nafe ein freudloses Lächeln.
Shelly
Nafe: “Vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt.
Eigentlich sind unsere Ziele nicht anders. Es sind die gleichen.
Der Unterschied ist nur, wie nahe wir ihnen seit unserem letzten
Gespräch gekommen sind.”
Danny
Rickson: “Wir führen dieses Gespräch nicht, damit
du mich provozieren kannst, dass ich die Titelchancen verpasst
habe.”
Shelly
Nafe: “Ist das deine Hoffnung - oder weißt du es?”
Danny
Rickson: “Ich weiß es.”
Wieder
sucht Rickson ihren Blick. Und Nafe schaut zurück. Für
einen Augenblick ist Stille zwischen ihnen. Eine Ruhe, von der
sie nicht sagen können, ob sie unangenehm ist. Oder schön.
Nafe
ist es, die sich zuerst abwendet.
Shelly
Nafe: “Du hast Recht. Ich möchte dir ein Angebot
machen.”
Sie
zieht sich das Jackett glatt. Ihre Fußspitze scharrt über
den Boden vor der Halle.
Danny
Rickson: “Beim letzten Mal wolltest du einen
Waffenstillstand. Vielleicht gar ein Bündnis. Wenn das
wieder dein Angebot ist, wird meine Antwort dieselbe wie beim
letzten Mal sein.”
Shelly
Nafe: “Es ist mehr.”
Sie
lächelt ihn an.
Shelly
Nafe: “Ich will, dass du all das aufgibst.”
Danny
Rickson: “Was meinst du?”
Wortlos
hebt Shelly ihre Hand. Zarte Fingerspitzen kommen auf Rickson zu.
Danny lässt es wortlos geschehen.
Ihre
manikürten Hände legen sich auf Ricksons Brust. Der
Halle of Famer setzt an, etwas zu sagen. Dann schaut er noch
einmal hin. Fährt mit den Augen die schlanken Glieder bis zu
den Fingernägeln ab.
Und
sieht, dass sie über das Logo auf der Brust streichen.”
Shelly
Nafe: “Refuse to Age.”
Ricksons
nickt. Als wäre es selbstverständlich, dass die
Andeutung und die Finger auf der Brust dahin führen musste.
Nur dahin und nirgends anders.
Geschäftliches.
Ricksons
beißt sich auf die Lippen und hört zu.
Shelly
Nafe: “Ich biete dir an, all das hinter dir zu lassen.”
Sie
zieht ihre Hand zurück.
Shelly
Nafe: “Und zu mir zu kommen.”
Danny
Rickson: “Also doch ein Bündnis.”
Shelly
Nafe: “Nein.”
Sie
schüttelt den Kopf. So vehement wie die Geste ist auch ihre
Stimme, mit der sie die Verneinung in den Abendhimmel gesagt hat.
Shelly
Nafe: “Ich will kein Bündnis mit dem, wofür du
stehst. Nicht die Firma, nicht Robbin Zick. Ich will Danny
Rickson.”
Die
Stirn des Engländers kräuselt sich.
Shelly
Nafe: “Ich will, dass du all das hinter dir lässt und
den Irrweg erkennst. Du solltest kein Investment für eine
Firma sein. Dich nicht vor den Karren spannen lassen.”
Danny
Rickson: “Ich werde meine Unsterblichkeit nicht aufgeben,
Shelly.”
Shelly
Nafe: “Du bist unsterblich, weil du Danny Rickson bist.
Wegen deiner Karriere. Nicht wegen dem hier.”
Sie
nimmt ihm das Refuse to Age-Vitaminwasser aus der Hand und lässt
es zu Boden gleiten. Ihre Blicke treffen sich wieder.
Shelly
Nafe: “Danny Rickson, der ewige Danny Rickson…mit
Shelly Nafe an seiner Seite. Es gibt Vorstellungen, die übler
klingen, nicht wahr?”
Danny
Rickson: “Ich werde mich nicht unterordnen.”
Shelly
Nafe: “Und das musst du auch nicht.Du bist der Wrestler,
ich die Managerin. Es gibt kein Unterordnen, nur ein
Nebeneinander. Wir spielen auf verschiedenen Rollen. Doch
zusammen können wir dafür sorgen, dass du deine Rolle
wieder am besten spielst. So wie du es in der Vergangenheit getan
hast.”
Ricksons
steht da, fährt mit der Hand durch seine hellblonden Haare.
Danny
Rickson: “Und wenn ich es nicht tue? Kommt dann die Drohung
mit Iray Burch? Die Patrone, die du dir immer für den
Schluss aufsparst bei solchen…Angeboten?”
Shelly
Nafe: “Nein. Wenn du ablehnst, bin ich einfach nur
enttäuscht. Du bist Danny Rickson. Mach dich nicht
lächerlich - wenn ich einem Niemand wie Iokepa etwas anbiete
ist es anders, als wenn ich dir etwas anbiete. Das weißt du
auch. Du bist…”
Sie
lässt das Ende des Satzes offen. Ihre Zungenspitze zieht
sich in den Mund zurück.
Shelly
Nafe: “Was wenn du nicht unsterblich bist, Danny? Wenn
deine Karriere nur noch die zwei, drei Jahre geht, die Männern
deines Alters im Ring nicht vergönnt ist? Du solltest sie
nicht in Hoffnung investieren, sondern in mich. Heute Abend werde
ich Iray Burch zum GFCW Heavyweight Titel bringen. Und ich weiß,
dass dieser Satz dich ebenso beeindruckt wie neidisch macht.”
Keine
Antwort von Rickson. Der Mann aus Newcastle steht stumm da, den
Blick leicht gesenkt.
Nafes
Hand kommt wieder vor. Nimmt ihm ein ausgefallenes Haar vom
Kragen. Da ist sie wieder, diese Stille.
Shelly
Nafe: "Wenn du heute gegen Ask Skógur erneut
verlierst, wird dein Comeback als Enttäuschung abgestempelt
werden. Was ist dann? Midcard? Das würde dein Herz brechen
und du weißt es.”
Danny
Rickson: Es wird nicht passieren. Ich werde Ask…”
Shelly
Nafe: “Es ist egal. Denk darüber nach Danny. Und du
wirst genügend Argumente finden, warum es der beste Weg ist,
Refuse to Age den Rücken zu kehren und zu mir zu kommen.”
Danny
Rickson: “Du bist bemerkenswert, Shelly.”
Er
schüttelt lachend den Kopf.
Danny
Rickson: “Dein Spielzeug kann heute den Titel gewinnen. Und
du bist hier - bei mir - und versuchst, die nächsten Fäden
in deinem Spinnennetz zu spannen. Ich hoffe, du übernimmst
dich nicht.”
Shelly
Nafe: “Ich weiß, was ich will. Und wie ich es
bekomme. Der Titel, Jake, dich.”
Danny
Rickson: “Nichts von dem ist sicher.”
Shelly
Nafe: “Die Möglichkeit, dass es passieren könnte,
bedeutet, dass ich es auch bekomme. Ich bin eine Frau, die ihre
Ziele erreicht.”
Sie
wendet sich ab. Schaut ein letztes Mal über die Schulter
zurück. Und sieht einen Danny Rickson, der ihr
gedankenverloren nachschaut.
Shelly
Nafe: “Du kannst dich heute davon überzeugen. Nach dem
Titelgewinn von Iray wirst du anders denken. Und dann sprechen
wir uns wieder.”
Danny
Rickson: “Vielleicht.”
Sie
schlägt die Augen nieder.
Shelly
Nafe: “Ich freue mich darauf. Viel Erfolg bei deinem Kampf,
Danny.”
Danny
Rickson: “Dir auch.”
Shelly
Nafe: “Das brauche ich nicht.”
Verdunkelte
Hauptbeleuchtung, ein fahler Schein gen Einzugsrampe und die Töne
von Lux Aeterna – die Anmoderation für eine Frau, die
geradezu von ätherischer Übernatürlichkeit
erstrahl, wie sie zu diesen Bedingungen durch den Vorhang
schreitet. Das ausgesprochen lange, tiefschwarze Haar innenseitig
blondiert, der delikate Körper im knappen, schlichten Kleid,
ihr Gesicht makellos und einladend, mit einem charmanten und doch
kalten Lächeln auf den Lippen und Augen, die ob des nahen
Ponys nur umso mehr der Fokus ihres Antlitz sind – Augen,
in denen man sich verlieren kann und die mit bestimmter
Herrlichkeit auf die niederen Subjekte im Publikum blicken. Was
sie für manch eine Person nur noch anziehender macht.
Die
meisten Anwesenden buhen die Schönheit aus, aber nicht weil
sie schön ist – das wäre auch schlimm –
sondern weil sie berechnend, hinterlistig und vor allem mit
Darragh Switzenberg im Bunde ist. Zuvor Aiden Rotari und Robert
Breads für ihre Zwecke eingespannt zu haben, ist nicht
besser, ganz im Gegenteil. Man kann nur spekulieren, dass sie
Refuse to Age sofort zugesagt hätte, wenn die sich um sie
bemüht hätten. Haben sie aber nicht. Vielleicht weil
Miria für Refuse to Age zu berechnend
ist und man stets befürchten müsste, dass Miria sie
mehr ausnutzt als Refuse to Age es umgekehrt könnte? Auf
jeden Fall kratzt dies an Mirias Ego, weswegen sie sogar einmal
auf dem Weg zum Ring stehen bleibt, um einem Fanplakat besondere
Beachtung zu schenken. Ein Fanplakat wo steht „Gegen Ask
sieht Refuse to Age alt aus“. Dem gibt sie ein merkliches
Nicken und flüstert sogar etwas von in die Kamera, dass sie
Ask Skógur heute die Daumen drückt. So sehr auch die
Fans Ask Skógur lieben, dies gesagt zu haben macht Miria
nicht direkt beliebt, zumal die meisten es auch nicht mitgekriegt
haben. Vielmehr halten die Buhrufe an, wie sie die Ringecke empor
steigt, sich auf dem Apron elegant dastehend umsieht, wie eine
Herrin auf den Pöbel, der nur dazu da ist, um ihr Tribut zu
zollen und der über jeden Knochen, den sie ihnen hinwirft,
dankbar zu sein hat. Nur wirft sie keine Knochen, sondern betritt
den Ring, um in der nächstbesten Ringecke gemütlich auf
ihre heutige Gegnerin zu warten, die sie bei der letzten Show mit
einem Stuhl abgeworfen und so um ein Intercontinental Title Match
gebracht hat.
In
ihrer anderen Wrestlingheimat WFW hat Monica kürzlich die
erste Runde im wieder angelaufenen, größten und
bestbesetzten Turnier der Wrestlingwelt, dem Tournament of Honor,
erfolgreich überstanden. Dabei ist die Schweinehirtin nicht
wirklich gefordert worden. Tatsächlich hatte Monica sich
sogar im Interview dafür entschuldigt ein gutes bisschen
schlechte Laune an ihrer Gegnerin ausgelassen zu haben, wo doch
der Quell ihrer negativen Emotionen hier bei GFCW auf sie wartet.
Klar, heute hat Monica eine gerissene Gegnerin vor sich, die
bisher noch jedes ihrer Matches vor Kameras gewonnen hat und
dennoch sieht Monica sehr zuversichtlich aus, dass sie hier und
jetzt eine ähnlich dominante Vorstellung wird abliefern
können, wie es bei WFW der Fall war. Schließlich gilt
es Miria nicht nur zu besiegen, sondern klarzumachen, dass man
sich besser nicht in die Matches der Leopardin aus Long Island
einmischen sollte. Dafür gilt es jetzt Miria ordentlich die
Leviten zu lesen.
Monicas
violette Augen sprechen auf jeden Fall schon mal Bände: zwar
funkeln ihre Augen nicht vor Antipathie bis Hass, wie es gegen
Mike Müller im letzten Jahr der Fall war, der von Monica in
seinem vorletzten GFCW Match mit einer deftigen Tracht Prügel
bedacht wurde, aber Monica ist doch noch einmal sichtlich
aggressiver im Blick und Schritt, wie sie es etwa gegen Ask
Skógur war oder bei der Anniversary Show gegen The End und
Stella Nova. In den Matches war es Monica um den Sport gegangen –
der ist heute zweitrangig. Und so gibt es keine Posen mit der
Katzenpfote geballten Faust, nein, Monica setzt nur ruhig Lady
Rosi auf ein Kissen bei den Kommentatoren auf deren Pult ab und
ist kurz darauf ohne große Show im Ring, um der süffisant
in eine Ringecke gelehnt dastehenden Miria jetzt deren erste
Niederlage zuzufügen – und zwar so richtig.
Singles
Match:
Die Verliererin muss die
Assistentin der Gewinnerin werden Miria Saionji vs. Monica
Shade Referee: Mike Gard
Los
gehts mit einem Lock Up – oder eben auch nicht, da
Miria einen Seitschritt macht und selbstherrlich an Monica
vorbeigeht. Da hat The Aion die Leopardin schön blöd
aussehen lassen, was Miria natürlich bestens gefällt.
Monica guckt nur unbeeindruckt und fragt sich ihrerseits wie
dämlich Miria ist ihr nun so großspurig den Rücken
zuzuwenden.
Ehe
Miria sich wieder umdrehen kann hat Monica die Schwarzmähnige
von hinten umklammert, hebelt sie mühelos aus und lässt
sie per German Suplex in die Brücke krachen: Eins, Zwei,
Kick Out. So schnell zu verlieren wäre arg peinlich
gewesen. Monica zeigt es Miria an wie knapp das war, was
diese rasch zu einem Side Headlock veranlasst.
Den
nutzt Monica aber für ihre eigenen Zwecke: Back Suplex.
Es
ist wie schon zuletzt gegen Milly und auch im Tournament of
Honor: man sieht, wie Monicas Kampfstil umso gefährlicher
wird, wenn sie Gegnerinnen hat, die nicht deutlich größer
und schwerer sind als sie selbst. Ein Ask Skógur oder
ein The End mögen in der Lage sein sich mit ihrer Physis
dagegen zu wehren von Monica ausgehebelt und herumgeworfen zu
werden – Miria kann das nicht. Für Joshi
Verhältnisse ist Miria mit 1,64 ganz gut dabei, aber sie
ist durchaus eher von der fitten, aber schlanken Sorte. Und
obgleich Monica nun nicht gerade eine muskelbepackte
Bodybuilderin ist: wenn sie die Muckis anspannt, sieht man
schon, dass sie welche hat. Und mit 1,69 ist sie auch noch
die größere der beiden Frauen. Anders gesagt
sollte Miria jetzt schleunigst aufhören zu denken, sie
könnte mit Monica so verfahren, wie sie es mit Lukas
Meyer-Gittenstein konnte, den sie ohne Mühe mit
minimalem Aufwand abfertigen konnte. Gegen Monica braucht es
schon eine sportlich konzentrierte Leistung, wie gegen Robert
Breads, sonst wird das nichts.
Grund
genug für Miria ihre Beinpartie zum Headscissor
Chokehold um Monicas Hals zu schlingen – das ist
zumindest für ein paar Augenblicke atemberaubend. Im
wahrsten Sinne des Wortes. Zumindest bis Monica die Beine von
Miria auseinander drückt und sogleich zu einem Half
Boston Crab übergeht. So intelligent Miria auch ist, es
wird überdeutlich, dass sie komplett falsch eingeschätzt
hat wie groß der Unterschied in Sachen purer Kraft
zwischen ihr und Monica ist. Und das lässt Monica sie
nun büßen. Miria kämpft sich gen Seile, aber
jeder Zentimeter ist hart erkämpft. Und kaum ist Miria
bei den Seilen, da löst Monica extra fair – um
Miria zu überraschen. Erneute Umklammerung und…
Deadlift
German Sup… nein!
Miria
hält sich eisern an den Seilen fest. Irgendwo Backstage
erklärt Skadi Fenrir, dass dies einer der Gründe
ist, warum sie Ringseile hasst. Doch so sehr Miria es auch
versucht zu verhindern, letztlich ist Monica doch schon
wieder zu stark und kann den German Suplex dennoch
durchziehen. Erneut in die Brücke: Eins, Zwei, Nein.
Miria kommt raus und krabbelt prompt erneut gen Seile, auf
dass diese ihr etwas Schutz gewähren.
Tun
sie aber nicht.
Ein
klatschender Chop von Monica trifft Mirias Brust, die sich
sogleich bei Mike Gard darüber beschwert, dass diese
Aktion illegitim gewesen sei. Nicht ganz falsch, weswegen
Mike auch eine seichte Verwarnung ausspricht, aber eher pro
forma. GFCW Referees lassen bekanntlich mitunter eine ganze
Menge durchgehen, bis sie mal eine DQ aussprechen. Wäre
es anders, Iray Burch hätte die eine oder andere davon
kassiert. Zugegeben: jemand anderes hätte diese DQs
vielleicht auch gegen sich ausgesprochen bekommen, der
Herausforderer auf den GFCW World Title tendiert schließlich
dazu seine Umgebung einzuschüchtern und das ist bei
Monica Shade nicht der Fall.
Noch
nicht zumindest.
Wie
Monica Miria aus den Seilen zerrt und per Short-arm
Clothesline umhaut ist durchaus auch recht heftig. Miss
Eternity findet bisher quasi nicht statt. „Bisher“
ist aber das Stichwort. Monica hält Miria weiter am Arm
fest, zieht die Japanerin aus Shinagawa, Tokio, wieder hoch
und will noch einen Short-arm Clothesline nachsetzen. Dieses
mal duckt sich Miria aber, hat Monica prompt auf den
Schultern und dann verliert Miria keine Zeit:
TIME
BOMB!
Die
Variante des Death Valley Drivers gelingt und Monica wird
deftig auf die Matte geklatscht! Das Cover folgt sofort, geht
aber nur bis zwei. Miria macht ein weinerliches Gesicht, um
Mike Gard einzulullen, der fast schon entschuldigend erklärt,
dass es nur bis zwei war. Beeinflussung erfolgreich. The Aion
lächelt ob des erfolgreichen Schauspiels und will sich
nun für den halben Boston mit einem regulären
Boston revanchieren, auch doppelter Boston genannt, wie um
darzustellen, dass anders als beim halben Boston beide Beine
gepackt werden. Und ja, mathematisch macht das wenig Sinn,
matchtaktisch schon eher. Monicas Rücken und Beine durch
den Boston zu schädigen kann für Miria nur gut
sein. Oder besser gesagt: es würde gut sein für
Miria, wenn es ihr denn gelingen würde, stattdessen gibt
es das Small Package!
Eins!
Zwei!
Nein!
Miria
kommt raus und sieht aus als hätte sie einen Geist
gesehen. Okay, das an sich wäre noch nicht mal ein Grund
so blass zu sein, also sagen wir sie sieht aus als hätte
sie einen komplett bescheuerten Geist gesehen, der eine
Schweinskappe aufhat und mit der extra langen Zunge schnalzt,
während er irgendwas vom Klimawandel ruft. Das war viel
zu knapp und Miria weiß auch wie knapp das war.
Miria
ist allerdings nicht so geschockt, dass sie sich einfach so
hätte treten lassen – und so rollt sich Miss
Eternity zur Seite, als sie den ersten Tritt im Rücken
spürt, von der Art braucht sie nicht noch mehr. Einen
zweiten Tritt kann Miria dann sogar blocken und nutzen, um
Monica zum Teardrop Suplex auszuhebeln… was aber nicht
heißt, dass die Aktion gelingt. Monicas Ellbogen saust
nämlich auf Miria herab und so muss The Aion die
Schweinehirtin wieder absetzen, die prompt per Headlock
Takedown weitermacht. Miria hat nun einige Mühe in die
Seile zu gelangen und sich so aus dem weiter festgehaltenen
Headlock zu befreien.
Erneut
löst Monica rasch, um einmal mehr einen German Suplex zu
vollführen, doch dieses Mal wehrt sich Miria rechtzeitig
mit ein paar Elbows und kann dann einen Crescent Kick landen,
der Monica auf die Matte klatscht. Miria setzt aber nicht
direkt nach, sondern pumpt wie ein Maikäfer, dieses
Matchtempo und der Dauerdruck von Monica ist nicht ihre
bevorzugte Art der Matchführung. Sie will lieber selber
die Pace diktieren, doch davon ist Miria weit entfernt, sie
hat genug damit zu tun Monicas Offensive zu überstehen.
Mehr noch: auch wenn Monica jetzt auf der Matte ist, weiß
Miria nicht so richtig, was sie jetzt machen soll, der Schock
des Small Package ist noch präsent – und so muss
The Aion nachdenken und landet während des Denkprozesses
ein paar Stomps, die sie ohne großes Risiko anbringen
kann, die aber auch nichts sind, was Monica nachhaltig
schwächen wird.
Dennoch,
zumindest ist Miria nun obenauf, dabei soll es aus Sicht von
Miss Eternity auch bleiben. Da Monica sich anschickt wieder
aufzustehen, schleicht Miria in Monicas Rücken und
landet dann einen Shotgun Dropkick, der Monica in die Seile
klatscht – die perfekte Position Monica die Füße
auf die Gurgel zu stellen und etwas Choking zu betreiben.
Klar, dass Mike Gard dagegen Einwände hat, aber Miria
tut nicht mal so, als ob sie das juckt. Sie ist jetzt am
Drücker – wortwörtlich – und das
genießt sie.
Jede
einzelne der knapp 5 Sekunden, die sie hat ohne Gefahr zu
laufen vielleicht doch disqualifiziert zu werden. Dann lässt
Miria ein paar Chops und Overhead Chops folgen, ehe sie
Monica per Snake Eyes erneut mit dem Hals voran auf die Seile
schickt. Mike Gard hat dagegen Einwände, denen Miria
ausgiebig zuhört, während sie einen Fuß auf
Monicas Nacken setzt und zudrückt. Die Leopardin stemmt
sich dem Schmerz trotzend hoch, aber das ist für Miria
das Zeichen Monica an beiden Armen zu packen, ein Knie vor
Monicas Gesicht zu platzieren und sich fallen zu lassen! Eine
neue Aktion in ihrem Repertoire, die sie Decadence nennt und
die ihr beinahe den Sieg eingebracht hätte, aber Monica
reit beim Cover kurz vor 3 doch noch mal die Schulter hoch!
Das
pisst Miria jetzt doch sichtlich ein bisschen an. Fast als ob
sie sich diese Aktion extra aufgespart hätte, um ein
wichtiges Match mit ihr gewinnen zu können, bevor die
Aktion bekannt ist und Gegner somit darauf besser vorbereitet
sind. Dumm gelaufen. Sie bedankt sich dafür per Double
Foot Stomp, ehe sie die Ringecke erklimmt und von da aus per
Savage Elbow herab gesegelt kommt – aber Monica weicht
aus und Miria knallt mit dem Ellbogen auf den Ring, der
wesentlich weniger angenehm als Einschlagsort ist.
Sofort
hält Miria sich den schmerzenden Ellbogen, während
Monica hochkommt und keine Zeit verliert, um zu ihrem Double
Underhook Dominator anzusetzen, dem Daedalus Destiny. Ein
Ansatz ist aber noch kein erfolgreich ausgeführtes
Manöver. Die vom Schmerz beschäftigte Miria
hochzustemmen ist kein Problem, doch bei der Vorwärtsbewegung
kommt Miria frei und landet in Monicas Rücken: Ansatz
zur Timebomb II, dem Reverse DDT Driver, aber auch die Aktion
bleibt im Ansatz stecken. Monica befreit sich per Elbow,
wirbelt herum und trifft!
Backfist
to the Future!
Miria
kommt aus dem Cover raus, das aber auch etwas lasch war. Mit
voller Absicht, wie man Monicas Gesicht entnehmen kann, hier
kommt unweigerlich ihre Absicht durch hier kein Match gegen
Miria gewinnen zu wollen, sondern sie im Idealfall ordentlich
zu vertrimmen und so für das verpasste Intercontinental
Title Match zu bestrafen – als Miria im Vorteil war
hätte Monica den Sieg per Small Package mitgenommen,
aber nun wo sie selber im Vorteil ist, da will sie Miria
schon richtig umhauen.
Wenn
sich das mal nicht rächt – aber ob ein besseres
Cover bis 3 gegangen wäre ist natürlich auch rein
spekulativ.
Monica
setzt also weiter nach, indem sie nun ganz eindeutig aufzeigt
wie viel stärker als Miria sie eigentlich ist. Mühelos
hievt Monica The Aion von der Matte, stemmt sie nach oben und
lässt sie dann per Gorilla Press Slam durch den halben
Ring fliegen. Miria kracht auf die Matte und hält sich
den Rücken. Dass sie nun doch wieder so viel einstecken
muss, war so sicher nicht geplant. Aber dann wiederum
verläuft ja fast das ganze Match über nicht nach
Plan, von daher sollte Miria sich da allmählich dran
gewöhnt haben.
Hat
sie auch.
Monica
wird mit extra wehleidigen Krabbeln angelockt und dann
schnellt Mirias Hand nach vorn zum Eye Poke! Aber Monica
packt rechtzeitig zu und der Eye Poke ist vereitelt. Miria
kann noch so sehr mit ihren Fingern wedeln, Monica hält
sie fest wie ein Schraubstock und so ist es Mirias Fingern
unmöglich die violetten Katzenaugen der Leopardin aus
Long Island zu erreichen. Und als ob das nicht auch so schon
peinlich genug aussehen würde, gibt es auch noch
Gelächter von Seiten der Fans.
Miss
Eternity versucht das Beste aus der Situation zu machen und
mit der freien Hand zuzuschlagen, aber ehe dies durchgezogen
werden kann, hat Monica ihre Kontrahentin erneut ausgehebelt,
wirbelt herum und donnert die Ewige auf die Ringmatte!
Tour
of the Islands!
Das
Cover der Long Island Leopardin folgt, aber Miria hat die
Zehenspitzen am Seil. Die rosarot bezopfte Schweinehirtin
verzagt aber nicht, versichert sich mit einem Blick gen Lady
Rosi, dass alles so läuft wie es soll und dann wird
Miria abermals hochgenommen in einer Vertical Suplex. Und den
hält Monica. Und hält. Und… hält. Dann
geht es abwärts mit diesem Stalling Suplex und Monica
schickt sich an das Match zu beenden. Sie erklimmt die
Ringecke zum 5* Frog Splash, aber Miria bewegt sich noch.
Aufstehen ist zwar nicht, aber aus dem Ring rollen, das geht
gerade noch. Erst auf den Apron, von da aus kann sie dann in
den Stand auf den Hallenboden, bzw. die ringnahen Matten
fallen und durchatmen.
Kurz.
Denn
nach wenigen Augenblicken ist Monica runter von der Ringecke
und auch draußen. Einmal mehr viel schneller als Miss
Eternity das lieb sein kann. Zu sagen, dass Miria verzweifelt
aussieht, wie sie versucht Distanz zwischen sich und Monica
zu bekommen wäre übertrieben. Dennoch, die sonst so
selbstgefällige und souveräne Fassade bröckelt
ein bisschen, „The Aion“ gehen sichtlich die
Ideen aus, wie sie Monica beikommen soll. Ja, man kommt nicht
umher zu vermuten, dass ihr die Ideen bereits
ausgegangen sind und
diese feige Flucht primär dazu dient Zeit zu schinden,
um nachdenken zu können. Und wie Miria das macht, da
blickt sie in die richtige Richtung, hält inne, lächelt
kurz und flieht dann weiter – nun geradezu demonstrativ
panisch. Monica Shade verfolgt Miria weiter und registriert
natürlich auch, dass sich Mirias Verhalten verändert
hat. Was hat Miria vor? Wo flüchtet sie mit gespielter
Panik und tatsächlicher Berechnung hin?
Zum
Kommentatorenpult.
Zu
Lady Rosi.
Monica
geht ein paar Schritte schneller, beginnt zu laufen und Miria
nimmt dies zum Anlass selber zu laufen… und über
die eigenen Füße zu stolpern, wobei sie ganz
ungeplant mit
den Armen rudert, wie sie fällt und dabei absolut
zufällig Lady
Rosi mit der Hand erwischt, die davon genug Schwung
mitkriegt, dass sie nicht nur vom Kissen fällt, sondern…
vom Kommentorenpult herunter rollt und auf den Boden fällt.
Ein
lautstarkes Raunen geht durch die Fans, während Teil 2
von Mirias Masterplan ausgeführt wird. Der Zeitnehmer
ist von seinem Platz geflohen, als Miria mit den Armen
fuchtelnd in seine Richtung gefallen ist und Miria stößt
nun komplett
versehentlich dessen
Stuhl in Richtung Monica. Anders gesagt will Miria, dass
Monica in einem Moment der Wut den Stuhl nimmt und Miria
überzieht, auf dass es den Sieg durch Disqualifikation
für Miss Eternity gibt. Miria sieht, wie Monica sich dem
Stuhl und ihr nähert, bereitet sich auf den Einschlag
vor… aber der kommt nicht.
Miria
guckt etwas verdutzt aus der Wäsche als Monica sie
komplett ignoriert, sich bebend über Lady Rosi beugt und
den ringnahen Mediziner herbeiruft. Der guckt noch dümmer
aus der Wäsche als Miria. Soll er jetzt ernsthaft ein
Stoffschwein untersuchen kommen? Das kann Monica
nicht ernst meinen… oder? Als Monica von Lady Rosi zum
Mediziner blickt mit einem intensiven Blick, der Unheil
verspricht, da weiß der Mediziner, dass die Sache ernst
ist. Zumindest für Monica – und ganz sicher auch
für ihn, wenn er jetzt nicht seinen Job macht. Also eilt
er zu Lady Rosi, begutachtet sie behutsam, nimmt sie ganz
vorsichtig vom Boden, streichelt ein paar Fussel von ihr und
setzt sie wieder auf das Kissen. Ein Check später gibt
der Mediziner Entwarnung, sehr zur Erleichterung von Monica,
deren Blick nun Miria sucht. Die Fans chanten bereits „you
fucked up“ in der freudigen Erwartung, dass Monica
ihrer Gegnerin jetzt noch heftiger aufs Maul gibt als eh
schon… aber der Ringgong ertönt und Miria Saionji
gibt Fersengeld. Monica ist mittlerweile ausgezählt
worden und Miria Saionji ist die Siegerin durch Count Out.
Eine Siegerin, die jetzt wirklich Distanz
zwischen sich und Monica wissen will und ohne
zurückzublicken, zu feiern oder sonst etwas zu tun gen
Backstage entschwindet, auf dass Monica sie dort nicht
findet. Miria Saionji ist hier und heute die Siegerin und
damit muss Monica ihre Assistentin werden. Und doch kommt man
nicht umher zu vermuten, dass Miria hier langfristig den
vielleicht ersten Fehler ihrer Karriere gemacht hat...
Pete:
„Uns hat eine Szene erreicht, die wohl zu früher
aufgenommen wurde.“
Sven:
„Schauen wir mal, was da passiert ist.“
Bella
Venera: „Wir sollen in Raum 169.“
Bella lächelt
leicht, als sie ihre Hand in die ihres Freundes Iokepa gleiten
lässt. Gemeinsam sind sie gerade in der Halle angekommen,
haben ihre Kabine erfragt und gehen nun zielstrebig durch die
langen Korridore der SAP Arena in Mannheim. Überall
präsent…das Logo des neuen und aktuellen PPVs…GFCW
NEW LEVEL. Ihre Blicke sind fokussiert, schließlich steht
heute ihr wichtiges Match gegen Stella Nova und Mad Dog auf der
Card – ein Match, das sie unbedingt gewinnen wollen.
Als die beiden
am Ende eines Flures abbiegen, scheinen sie ihr Ziel erreicht zu
haben. Doch als sie ums Eck biegen laufen die beiden
sprichwörtlich vor eine Wand. Bella fällt rücklings
zu Boden. Sie sitzt auf ihrem Hosenboden und schaut erschrocken
nach oben. Iokepa steht sichtlich geschockt und wie eingefroren
da.
„Ach
ihr beiden seid es…“
„Und
hey…wieso sitzt du da auf dem Boden…??“
Iokepa steht vor
Tha Bomb und Titan. Die beiden wirken nicht so elegant wie sonst.
Sie tragen Arbeitskleidung. Auf dem Shirt steht in großen
Buchstaben „T´n`B Inkasso… Abbruch und Umzug
inklusive“.
Der Hawaiianer
mustert die Zwei, ob eine Attacke zu erwarten ist. Dann hilft er
seiner Freundin Bella Venera sich wieder aufzurappeln. Beide
stellen sich jetzt gegenüber von T’n’B auf. Sie
wirken mutig. Schauen die beiden kampfbereit an.
Iokepa:
„WAS wollt ihr hier? Habt ihr nicht andere Gegner vor der
Brust?“
Tha Bomb
räuspert sich.
Tha
Bomb: „ENTSCHULDIGUNG!!!“
Er hebt
provokant abwehrend die Arme. Natürlich mit einer gehörigen
Portion Sarkasmus und Ironie.
Titan:
„Wir wurden gerufen, um einen Umzug und Renovierungen
auszuführen. Aber ich hab das doofe Gefühl, dass wir
uns in der Kabine vertan haben.“
Er
hebt die Hand, mit der er einen Türgriff samt des
dazugehörigen Stückchens Tür festhält. Tha
Bomb sieht sich nochmal das Schild an, was er in der Hand hält.
Tha
Bomb: „Raum 169…wisst ihr wem der gehört?“
Titan:
„Naja…ich denke, dass es hier noch ne Rechnung geben
wird, WENN es denn der falsche Raum war.“
Er
lässt das Schild fallen und die beiden gehen an Iokepa und
Bella vorbei. Als die beiden knapp hinter den beiden sind, erhebt
Tha Bomb nochmal das Wort.
Tha
Bomb: „Falls ihr wisst, wem die Kabine gehört, sagt
Ihnen, dass es uns leid tut“
Er lacht laut.
Titan:
„Ja… genau…Und wenn die Rechnung nicht
endlich bezahlt wird, gehen die Renovierungsarbeiten weiter.
Diesmal jedoch nicht mehr so glimpflich.“
Die
Blicke der Modern Erasers verfinstern sich, als sie T’n’B
hinterher starren.
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Genau
in diesem Moment lässt uns die Regie ein weiteres Mal in den
Raum blicken, der zu einem früheren Zeitpunkt der Show von
Titan und Tha Bomb zerstört wurde. Zerschlagene Schränke,
umgestoßene Bänke, Holz- und Glassplitter überall
auf dem Boden. Das reinste Chaos. Inmitten dessen steht Iokepa
mit einem Regalboden in der Hand, für den er den rechten
Platz zu suchen scheint, aber nicht findet.
„Ganz
schöne Scheiße, huh?!“
Erschrocken
fliegt der Blick des Hawaiianers herum. Und sogleich schaut er in
die Augen einer Töle, die ihn halb schadenfreudig halb
mitleidig anschaut. Entspannt lehnt MD am Türrahmen, während
sich die Hand Iokepas in das Holz des Regalbodens krallt.
Schließlich ist es nicht die Situation, in der er sich
seinem kommenden Gegner unmittelbar vor dem Match zeigen wollte.
Mad
Dog: „Es sieht so aus, als wären eure Pläne nach
hinten losgegangen. Ich weiß nicht, wie du das siehst, aber
meiner Meinung nach hast du dich eindeutig mit den Falschen
verbrüdert.“
Der Surfer beißt
sich auf die Unterlippe, während seine Augenbrauen wütend
hinabrutschen.
Iokepa:
„Ich habe mich nicht mit T’n’B verbrüdert!“
Erbost
schmettert er das Stück Holz auf den Boden.
Iokepa:
„Und ihre Attacke auf Zerbeus hat uns auch nicht geholfen!
Wir hätten drei ehemalige Stars an einem Abend besiegen
können, wenn diese Spinner nicht gewesen wären. Drei
Männer, die jetzt ohne unser Zutun, ihr wahres Gesicht
gezeigt haben, indem sie sich heillos miteinander zerstritten
haben! Wer hätte gedacht, dass der große Mad Dog doch
zu egoistisch ist, um seinen Platz zu räumen und sich
unterzuordnen? WIR! Ich! Ich habe es von Anfang an gesagt.“
Ein Mundwinkel
des Night Fighters zuckt kurz nach oben, während er sich an
das Gespräch mit Zereo Killer in Nürnberg
zurückerinnert. Dann aber schüttelt er die dunklen
Gedanken fort und drückt sich vom Türrahmen ab, um sich
Iokepa entgegen zu stellen.
Mad
Dog: „Wenn du wirklich etwas in diesem Geschäft werden
willst, wirst du früher oder später mit denselben
Dämonen kämpfen müssen, wie Mike und ich das tun.
Das ist nicht egoistisch, das ist… überleben.“
Die
dunklen Augen der Töle fixieren seinen jungen Rivalen,
während ihre Lehre im Raum nachhallt.
Mad
Dog: „Im Übrigen meinte ich eben nicht T’n’B!
Ich meinte, dass es falsch von dir war, sich mit Bella und Ben zu
verbrüdern!!! Streit kann reinigen, Streit kann Inneres nach
außen bringen, kann einem zeigen, was einem wirklich
wichtig ist, ja, wer einem wirklich wichtig ist. Aber in sich
reinfressen? Schlucken? Die eigenen Ideen und Ideale hinten
anstellen?! Huh?!“
Die Augen der
beiden treffen sich für einen Moment. Dann deutet der Hund
mit dem Kopf zur Seite… auf jenes Holz, auf dem deutlich
die Abdrücke der Fingernägel Iokepas zu sehen sind und
an dem nun auch der Blick des jungen Hawaiianers haften bleibt.
Mad
Dog: „Wer sich unterordnet, wird auch schnell ausgenutzt…
Oder wo sind deine beiden Verbündeten, huh?! Lassen sie
dich wieder die Drecksarbeit erledigen?“
Einem tiefen
Einatmen folgt ein ebenso lautes Ausatmen bei Iokepa. Er schließt
die Augen, denn er weiß, dass der Night Fighter den Finger
auf die Wunde gelegt hat, die ihn seit Wochen schmerzt.
Iokpea:
„Bella will uns eine neue Kabine besorgen und Ben…
Ben wird sicher bald auftauchen!“
Es klingt wie
eine Entschuldigung. Und das fuckt ihn ab.
Der
Surfer fletscht die Zähne, was sein Genervt-Sein nur noch
deutlicher macht. Entschlossen geht er auf MD zu.
Iokepa:
„DU!“
Simargl
streckt unschuldig die Arme zur Seite aus, während Iokepas
Finger auf ihn deutet.
Iokepa:
„Du willst einen Keil zwischen uns treiben! Du willst, dass
ich sie hintergehe! Aber diesen Gefallen tue ich dir nicht! Nur
weil du erkannt hast, dass du gleich keine Chance hast, dass du
zusammen mit dem Leitstern von den Modern Erasers ausradiert
wirst. Ja, es ist die Angst vor der Niederlage, die dich hierher
geführt und deine scheiß psychologischen Spielchen
spielen lässt! Fahr zur Hölle, Hund! Fahr zur Hölle!“
Die
Spucke des Surfers fliegt dem Night Fighter entgegen, den die
wütenden Blicke des Jungen erbost erwidert.
Mad
Dog: „Scheiße! Ich dachte, du bist schlauer, als den
Mist deiner Verbündeten nach zu labern.“
Die Töle
schüttelt den Kopf und kickt ein paar weitere Bretter weg.
Mad
Dog: „Ich hätte mich wirklich gerne mit dir gemessen.
Fair und square. Bei der Anniversary Show. Aber du musstest dich
ja mit diesem Ben Slate einlassen, dich von ihm manipulieren
lassen! Wo ist der Iokepa, der sich mir vor der AS Show so mutig
in den Weg stellte?! Wo ist der Iokepa, der allein die GTCW
dominiert hat? Hat dir Bella das Gehirn aus dem Leib gefickt?“
Verzweifelt
schmettert nun auch noch die Faust des Hundes gegen die
Wand. Dann ein weiteres Kopfschütteln und ein erbost
grollendes Ausatmen.
Mad
Dog: „Hör auf mit diesem Quatsch, dass das Office dich
unten halten will. Du hälst dich selbst unten.“
Ein letztes Mal
schaut MD direkt zu Iokepa.
Mad
Dog: „Ich weiß nicht, ob es Ironie ist – aber,
dass Titan und Tha Bomb erst meine Verbündeten aus dem
Rennen nehmen und nun dafür sorgen, dass meine Gegner einen
Denkzettel bekommen, ist schon sonderbar, huh?! Ich habe meine
Lehren daraus gezogen und das Bündnis mit Zerbeus aufgelöst.
Was sind deine Erkenntnisse, Iokepa?“
Der
Hawaiianer hält dem Blick der unbekannten Konstante nicht
Stand, er schaut nachdenklich zu Boden. Nur noch hörend
vernimmt er die Schritte der Töle, wie sie den Raum
verlässt.
Kyle Douglas,
Mr. Unpinnable steht beim rasenden Reporter MacMüll. Der
junge Kanadier scheint mehr als bereit für den Titelkampf
heute Abend. Bereits in seiner üblichen Ringgarderobe steht
er da und schnauft. Er kann scheinbar kaum noch an sich halten….
MacMüll:
„Kyle, nachher stehen sie endlich in ihrem ersten Singles
Title Match. Der Intercontinental Title steht auf dem Spiel!“
Kyle: „Gut
erkannt, Mac. Und ich habe sehr lange auf diesen Tag mich
vorbereitet. Ich bin in absoluter Topform und habe vor nicht
allzu langer Zeit auch einen starken Champion Zac Alonso
bezwungen. Heute ist die Nacht, in der es passieren wird.“
MacMüll:
„Ah, das erinnert mich an meine Schulzeit. Aber es geht
heute nicht nur gegen Zac Alonso…“
Kyle: „Das
ist leider so. Auch Milly Vermillion ist im Match. Das wird ein
schwieriges Unterfangen. Nicht nur habe ich vor Milly einen
Heidenrespekt. Es wird auch herausfordernd die dritte Person
immer in Schacht zu halten. Und erschwerend kommt noch hinzu,
dass da Switzenberg auch noch seine Finger im Spiel hat. Ich habe
schon viele mysteriöse Entwicklungen in der GFCW mitbekommen
und heute Abend scheint sich da ja wieder allerlei Spektakuläres
anzukündigen?“
MacMÜll:
„…Verstehe. Wie gehen sie als Mensch damit um?“
Kyle: „Ja,
gut. Tolle Frage übrigens. Ich wein mich jetzt nicht jede
Nacht in den Schlaf, aber es ist mir auch mittlerweile egal. Ich
werde heute Abend den Bock umstoßen und Feierabend! Ich
hole mir das Gold, weil es mit gebührt. Ich mag Zac, er ist
ein anständiger Kerl. Bei Milly bezweifele ich, dass es noch
zu einer lebenslangen Freundschaft kommt. Aber auch egal. Ich
werde auch heute nicht gepinnt, dafür aber das große
Gold um die Hüften tragen. Dann ist es mir auch egal, wer
das EI innehält. Ich bin da mental ganz entspannt.“
MacMüll:
„Danke, Kyle. Wir geben wieder zurück an die Regie!“