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Pete: „Andrew Costalago ist zurück!“ Sven: „Toll.“ Pete: „Damit ist der Cirque du Tonnerre wieder vereint.“ Sven: „Ich werde mich wann anders darüber freuen.“
Auch wenn Sven die Begeisterung fehlen mag: Den Zuschauer geht es anders. Als zur bekannten Musik des Cirque du Tonnerre nicht nur Creed Gibson, sondern zwei Männer durch den Vorhang stapfen, gibt es zufriedene Gesichter. Andrew Costalago hat gegenüber seinem letzten Auftritt bei Title Night 2026 nicht verändert. Noch immer trägt er sein blond gefärbtes Haar länger als sein Tag-Team-Partner, mit seinen schwarz geränderten Augen, den Hosenträgern und der weiten Stoffhose ist er eine auffällige Erscheinung. Sein muskulöser Oberkörper ist in den zwei Monaten Zwangspause allenfalls noch definierter geworden. Der US-Amerikaner ballt die Faust und jubelt den Fans zu. Allerdings hält sich der Rückkehrer heute im Hintergrund. Denn der Fokus soll auf Creed Gibson liegen – das macht Costalago mit einem Fingerzeug klar. Es ist der kleinere und jüngere der beiden Zirkuswrestler, der alles so eingeleitet hat, dass sie hier heute überhaupt auftreten dürfen. Erst der Sieg bei Title Night mit dem Vertragsgewinn – und dann, für Costalago noch relevanter, das Ausdribbeln des Switziverse. Nun ist das Team, das 2025 noch dem Förderkader angehörte, wieder vereint. Stars waren sie nie…aber heute können sie welche werden.
Pete: „Creed Gibson ist Außenseiter, keine Frage.“ Sven: „Sag es doch einfach, wie es ist: Er hat 0 Chance. Fast wie dein Sohn in zwei Wochen.“
Ein Stück weit sieht man Gibson die Nervosität an. Seine Augen zucken zwischen Ring und Zuschauern hin und her, immer wieder ballt er die Hand zur Faust und lockert sie. Schlägt die Beine aus. Schaut zu Andrew und versichert sich dessen Unterstützung. Gemeinsam geht das Team Richtung Squared Circle. Dies ist kein Tag-Team-Match, genau genommen ist Andrew Costalago nur Beiwerk, aber es ist deutlich, dass es für den Zirkus trotzdem eine Gemeinschaftsaktivität ist. Sie siegen und verlieren beide, auch wenn nur einer im Ring steht. Vor dem Apron angekommen wenden sich die Tag-Partner noch einmal einander zu, dann klatschen sie ab. Costalago bleibt draußen und sucht sich eine Position am Ringrand, während Gibson unter den Seilen auf die Matte slidet. Heute soll der Fokus auf ihm liegen. Denn er ist es, der sich dieses Titelmatch erarbeitet hat. Er, und nur er, kann die größte Sensation seit langer Zeit hinlegen. Den Fans würde es offenkundig gefallen. Als Gibson auf die Seile steigt und seine Arme in die Luft reißt, gibt es lauteren Applaus als noch beim Title Night-Sieg. Spätestens seit dem Trick zusammen mit Zac Alonso ist er dem Publikum ans Herz gewachsen; und dass es gegen das Switziverse geht…das hilft sowieso.
Die Stimmung in der Halle schlägt um. Natürlich. Anders kennt es Darragh Switzenberg in seiner GFCW-Karriere schließlich nicht. Vom ersten Tag bis heute hat er stets dafür gesorgt, es sich mit den Zuschauern zu verscherzen. Und ebenfalls seit dem ersten Tag ist ihm das völlig egal. Switzenberg kommt, den Titel auf der Schulter, in Begleitung des Mannes, der nach seinem Versagen vor zwei Wochen etwas kleinlaut dreinschaut: Hollywood Jake. Darragh nomineller ‚Co-Star‘ hält sich im Hintergrund, läuft drei Schritte hinter dem Anführer. Während Darragh im Ringoutfit daherkommt, trägt Jake gewohnheitsmäßig 24 Chinchillas am Leib.
Sven: „Das ist Entschlossenheit. Das ist klasse. Das ist Darragh Switzenberg.“ Pete: „Wenn in seinen Blick richtig deute, kann es aber auch ganz schnell in Selbstüberschätzung umschlagen. Er betrachtet Gibson als wäre dieser nur Luft.“ Sven: „Zurecht.“
Ringout heißt in Switzenbergs Fall: Der Oberkörper ist unbekleidet, die Beine stecken in switziverseroten Tights, die mit goldenen Verzierungen daherkommen. Dazu Stiefel mit hohem Schaft. Am Körper des Champions ist kein Gramm Fett zu sehen, er wirkt wie aus Stein gemeißelt, kommt wie eine antike Statue daher – breites Kreuz, mächtige Schultern, ausgeprägte Bauchmuskeln. Switzenberg schreitet die Treppe hinauf und wartet vor dem Ring, während Jakes Einsatz kommt. Er springt auf dem Apron und setzt sich in die Ringseile, drückt sie für einen komfortablen Einstieg nach unten. Ohne Dank nimmt Darragh das Angebot an. Er kommt auf die Matte, blickt Gibson von oben bis unten an und wendet ihm den Rücken zu. Der nächste Blick – mit genauso wenig Interesse- gilt Costalago vor dem Ring. Auch wenn sich der zweite Part des CdT körperlich auf Augenhöhe mit Switzenberg befindet, sieht der Champion in ihm keine Gefahr. Darragh nimmt den Körper von der Schulter, greift ihn mit beiden Händen und reckt ihn dem Publikum entgegen. Es gibt Buhrufe, Fotos machen sie trotzdem. Dann reicht der Champion sein wertvollstes Stück an Karo Herzog weiter – im sicheren Glauben, ihn schon in ein paar Minuten wieder zu bekommen.
Einige Zeit lang durfte man träumen, doch am Ende hat es nicht gelangt. Switzenberg bleibt Champion. Der Titelverteidiger steht im Ring, streckt seine Brust raus und spannt die Schultern. Mit hohem Kinn blickt er sich in der Halle um. Die Buhrufe sind ihm egal. Es reicht, wenn er angestarrt wird. Das hat er sich verdient. Er, der wieder einmal gewonnen hat. Als Karo Herzog ihm den Gürtel reicht, ist das Switzenberg nicht genug. Er tritt selbst an die Ringseile und fordert noch etwas weiteres. Einen Augenblick später händigt ihm Laura ein Mikrofon aus. Die Musik verstummt, nur Buhrufe sind noch zu hören, als Switzenbergs Stimme durch die Halle schallt. Offenbar ist diese Show noch nicht vorbei.
Darragh Switzenberg: „Wenn dieser Idiot da draußen…“
Fingerzeig auf Gibson, der mit schmerzverzerrtem Gesicht in den Backstagebereich trottet und keinen Blick zurückwirft.
Darragh Switzenberg: „…irgendwann wieder klar denken kann, wird er eines merken: Es ist eine dumme Idee, mit dem Switziverse spielen zu wollen. Jeder Versuch endet im Fiasko. Und wer das nicht von selbst merkt, merkt es durch einen Switzlock. Oder durch andere Maßnahmen.“
Ein Grinsen schleicht ins Gesicht des Kanadiers. Der Grund bleibt ungeklärt. Offenbar weiß er etwas, was dem Publikum noch verborgen bleibt.
Darragh Switzenberg: „Doch Creed Gibson hat gar nicht das schlimmste Spiel mit dem Switziverse spielen wollen. Nein, er war im Grunde völlig egal. Er wollte kämpfen, er hat verloren. Damit ist die Geschichte beendet. Doch andere Personen haben sich schuldiger gemacht. Denn sie mischen sich wieder und wieder in Dinge ein, die sie nichts angehen.“
Der Blick schweift durchs Publikum. Erste Ahnungen, auf wen Switzenberg hinauswill, machen sich breit.
Darragh Switzenberg: „Ich mache selten Fehler. Doch einen haben ich im letzten Jahr gemacht. Und sein Name lautet Zac Alonso.“
„ZAC!“ „ZAC!“ „ZAC!“
Darragh Switzenberg: „Mein Fehler war, einer Person Relevanz und einen Vertrag zu geben, die es nicht verdient hat. Und mein zweiter, noch größerer Fehler war, Zac Alonso nicht sofort beendet zu haben, als ich ihn nicht mehr brauchte. Es gab diesem irrelevanten Menschen die Gelegenheit, etwas wirklich Dummes zu tun: Er wollte das Switziverse betrügen. Und ein Stück weit hat er es sogar geschafft. Er hat mir meinen Hund genommen, er hat meinen Co-Star hinters Licht geführt.“
Die Rekapitulation der Ereignisse kann Switzenberg nicht ohne Bitterkeit vortragen. Sein Grinsen wird ernster. Es kommt nicht bis zu den Augen.
Darragh Switzenberg: „Es wird Zeit, dass Zac Alonso merkt, was es heißt, gegen das Switziverse zu stehen. Also begrüßen wir ihn doch im Ring.“
Er wendet sich dem Publikum zu. Deutet auf den Vorhang.
Darragh Switzenberg: „Kommt schon…jubelt für euren Helden. Das tut ihr sonst doch auch so gerne. Wo bleibst du denn, Zac?“
Irgendwas ist faul. Es liegt etwas in der Luft. Und doch beginnt die Musik von Zac Alonso zu spielen.
„ZAC!“ „ZAC!“
Während das Entrance-Video zu Alonso über die Videoleinwand gespielt wird, lehnt Switzenberg auf den Ringseilen und blickt Richtung Vorhang. Immer wieder wird sein Gesicht von einem Schmunzeln erfasst. Dann tritt tatsächlich jemand durch den Vorhang.
Es ist Iray Burch. Die Reaktionen schlagen in Buhrufe um.
Darragh Switzenberg: „Kommt schon, kommt schon. Jubelt! Freut euch. Da ist Zac.“
Der Unmensch setzt einige Schritte auf die Rampe, bevor dem Publikum klar wird, dass dies nicht nur ein albernes Spiel ist. Es ist nicht so, dass Switzenberg einen falschen Mann zu Alonso Musik rausgeschickt hat. Zac Alonso ist wirklich da. Auf die eine oder andere Weise. Er wird von Burch an einem Lederriemen über den Boden gezerrt. Er ist reglos. Die Buhrufe schlagen in erschrockene Stille um, sobald Live-Bilder auf die Leinwand gehen und Details sichtbar sind: Der Riemen ist um Alonso Bein befestigt. Ein Stiefel wurde ihm ausgezogen, der andere hängt noch halb an den Füßen. Sein Shirt ist zerrissen. Die Augen sind geschlossen. Von der Stirn tropft Blut.
Pete: „Oh – mein – Gott. Was ist mit ihm geschehen?“ Sven: „Iray Burch ist geschehen.“
Switzenberg hat ein zufriedenes Funkeln in den Augen, das mit jedem Meter zunimmt, den der weggetretene Alonso nähergebracht wird. Der Publikumsliebling wirkt wie ein toter Hund an einer Leine. Burch zerrt den blutenden Bewusstlosen ohne Gefühlsregung hinter sich her. Jagdbeute. Als sie vor dem Ring angekommen sind, löst er den Lederriemen. Das befreite Bein Alonsos klatscht ohne Widerstand auf die Rampe und bleibt verdreht liegen. Keine Kraft mehr darin.
Darragh Switzenberg: „Hierher mit ihm.“
Er deutet auf die Ringmitte. Dort wurde, während die Augen auf Burch und seine grausame Tat gerichtet waren, ein simpler Klappstuhl aufgestellt. Iray greift Alonso an den Hals, zieht ihn hoch. Sein Gesicht ist direkt vor den geschlossenen Augen Alonsos. Der Unmensch wirkt, als würde er am liebsten hineinbeißen. Dann rollt er Alonso mit Schwung auf die Matte. Alonso bleibt wie ein Sack liegen.
Darragh Switzenberg: „Danke, Iray. Du kannst Shelly ausrichten, dass ich mit der Ausführung meines Auftrags zufrieden bin.“
Ob Burch überhaupt zugehört hat, ist nicht zu merken. Sobald Alonso auf der Matte liegt, dreht Iray sich um und marschiert zurück in den Backstagebereich. Falls man so etwas wie Emotionen in seinem bärtigen Gesicht lesen könnte, dann vielleicht Enttäuschung darüber, nicht weiter mit seinem blutigen Opfer spielen zu dürfen. Als der Angreifer verschwunden ist, greift Switzenberg unter Alonsos Achseln, zieht ihn hoch. Er bringt ihn zum Stuhl und setzt ihn darauf ab. Zac sackt sofort zusammen. Switzenberg schlägt ihm ins Gesicht.
Darragh Switzenberg: „Komm schon, Zac. Aufwachen. Du verpasst die ganze Party.“
Eine zweite Ohrfeige findet ihr Ziel. Dann eine Dritte. Bei der Vierten öffnet sich Alonsos Mund. Zusammen mit einem Rinnsal Blut kommt Ächzen heraus. Der Champion lächelt zufrieden.
Darragh Switzenberg: „Wie schön, dass du meiner Einladung gefolgt bist. Willst du denn gar nichts sagen, Zac?“
Er hält ihm das Mikrofon an den Mund. Undeutliches Gemurmel von Alonso.
Darragh Switzenberg: „Sprich deutlich, Zac.“
Ein weiterer Punch. Diesmal mit der Faust aufs Jochbein. Alonso sackt in sich zusammen. Dann wird sein Körper von einem Hustenanfall geschüttelt. Er spuckt Blut auf die Matte. Wieder hält Switzenberg ihm das Mikrofon hin.
Zac Alonso: „F..f..fi…“ Darragh Switzenberg: „Du bist doch sonst nicht um Worte verlegen. Na los, Zac.“
Ein Tritt an die Brust. Alonso fällt mitsamt dem Stuhl um. Switzenberg geht in die Hocke neben Alonso. Drückt ihm wieder das Mikrofon an die Lippen.
Zac Alonso: „Fi…fick di…“
Der nächste Schlag kommt mit dem Mikrofon. Es knallt in den Boxen, als der Schallverstärker das Gesicht des Verwundeten findet. Switzenberg stemmt sich auf, tritt einen Schritt zurück und betrachtet Alonso von oben herab.
Darragh Switzenberg: „So bist du, Zac. Nie um Worte oder eine Idee verlegen. Dein großes Problem ist nur, dass du dich niemals fragst, ob deine Einfälle wirklich klug sind. Deswegen warst du eine gute Nummer 3 im Switziverse. Denn dort es gab zwei andere Leute über dir, die dir das Denken abgenommen haben. Doch das war dir scheinbar nicht genug. Du hast dich überschätzt.“
„ZAC!“ „ZAC!“ „ZAC!“
Darragh Switzenberg: „Du warst schon lange ein Ärgernis, Zac. Bloß nicht wichtig genug, um etwas gegen dich zu unternehmen. Bei deiner kleinen Trickserei mit Creed Gibson jedoch, da hast du eine rote Linie überschritten.“
Rote Linie. Switzenberg fährt mit den Fingern über Alonsos Stirn, wo sich eine eben solche blutrote Linie Bahn bricht. Der Champion betrachtet Zacs Lebenssaft auf seinen Fingerspitzen und wischt ihn dann am Shirt seines Opfers ab.
Darragh Switzenberg: „Es scheint mir, dass du eine wesentliche Sache zu verdrängen scheinst. ICH habe DICH erschaffen, Zac. Es ist nicht nur so dahingesagt. Du warst ein unbedeutender Schauspieler, den ich eingestellt habe, damit er die Scheiße meines Köters einsammelt. Switzidogisstant. Eine Witzfigur mit einem Witzjob. Der einzige Grund, warum du in der GFCW bist, war immer nur ich. Nur wegen meiner Sonderrechte hast du überhaupt einen Vertrag bekommen. Obwohl du uns schon vor Monaten verraten hast, bist du formell immer noch einer von uns. Findest du das nicht furchtbar lustig? Du lachst doch sonst so gerne.“
Switzenberg drückt Alonso die Stiefelspitze an den Hals und dreht ihn herum. Röchelnd liegt Zac da. Doch durch die Benommenheit sind jegliche Abwehrversuche zum Scheitern verurteilt.
Darragh Switzenberg: „Ich habe dir einen Vertrag gegeben. Ich habe dich viel zu lange gewähren lassen. Doch jetzt hast du eine Linie überschritten. Und deshalb…“
Er nimmt sich Zeit. Zeit für den triumphalen Schlusspunkt seines Plans, den er seit Beginn der Show im Kopf hatte.
Darragh Switzenberg: „…lasse ich deinen Vertrag auflösen.“
Etwas, das wie der Ansatz eines Kopfschüttelns aussieht, geht von dem blutenden Bündel aus. Switzenberg lacht.
„BUUUUUUH!“
Darragh Switzenberg: „Man sollte niemals die Hand beißen, die einen füttert. Vor allem nicht, wenn es die Hand…“
Er wendet sich jetzt direkt an die Fans, die ihn aus Leibeskräften ausbuhen. Sie können und wollen nicht akzeptieren, dass es so für Zac Alonso zu Ende geht.
Darragh Switzenberg: „…von Darragh Switzenberg ist.“
Ein weiterer Schlag in Alonsos Gesicht. Der letzte Schlag, den er in seiner GFCW-Karriere kassiert. Denn hier und heute… …endet es für ihn.
… …
… …
Pete: „Was für ein schockierendes Ende für diese Ausgabe von War Evening. Mir fehlen ein wenig die Worte. Wenn wir uns in zwei Wochen in Lünen wiedersehen, wird ein Mann fehlen, die die GFCW im Jahr 2025 mitgeprägt hat.“ Sven: „Fick nicht mit dem Switziverse.“ Pete: „Trotz allem einen schönen Abend.“
… … … Der Abspann beginnt zu spielen. Die Zuschauer machen sich bereit, mit leeren und enttäuschten Gesichtern, ihre Plätze zu räumen. Es bilden sich erste Schlangen. Dann ertönt eine Musik.
DYNAMITE.
Dynamite: „Stop.“
Der Abspann wird unterbrochen. Switzenberg, schon mit einem Bein aus dem Ring, bleibt in der Bewegung stecken. Er schaut zur Rampe, wo der Präsident erscheint. Im Publikum setzt hoffnungsvoller Jubel ein. Die Fans drängen zurück auf ihre Plätze oder an die Absperrung.
Dynamite: „Du hast diese Macht nicht, Darragh.“ Darragh Switzenberg: „Ich bin Darragh Switzenberg. Ich habe meine Sonder-Regeln bei Title Night 2024 gewonnen. Das weißt du ganz genau.“
Aussage steht gegen Aussage. Die beiden Kontrahenten starren sich an. Es ist Dynamite, der zuerst wieder das Mikrofon an die Lippen hebt. Seine Miene ist angespannt, er kann die Wut im Umgang mit einem seiner schwierigsten Angestellten nicht unterdrücken. Seit mehr als einem Jahr ziehen sich die Machtspielchen bereits hin. Als der Präsident sprechen will, kommt Switzenberg ihn mit zischendem Tonfall zuvor.
Darragh Switzenberg: „Ich kann Verträge vergeben, so viel ich will. Diese Klausel kannst du nicht anzweifeln.“ Dynamite: „Vergeben, ja. Aber du kannst sie nicht auflösen.“
Switzenberg lacht höhnisch auf. Er schreit, ohne das Mikrofon an die Lippen zu nehmen: „Was für ein absurdes Detail“.
Dynamite: „Du bist es doch, der sonst Wort für Wort auf deinen Vertragsklauseln herumreitet und sie von Mark Jilley in deinem Sinne interpretieren lässt. Setz dich mit ihm zusammen, lies genau nach. Es steht dort geschrieben, dass du Verträge aufsetzen kannst – aber nicht, dass sie danach in deinem Besitz verbleiben. Diese Macht habe ausschließlich ich. Wer von dir eingestellt wird, ist formell ein Angestellter dieser Liga.“
Der Präsident wird von seinem Gegenspieler angestarrt. Schnaufend. Mit jeder Sekunde wird Switzenbergs Gesicht roter. Aber: Er hat nichts zu erwidern. Tief in seinem Inneren scheint Switzenberg zu wissen, dass Dynamite richtig liegt.
Dynamite: „Deine ganze Rache-Inszenierung war also nicht nur völlig unverhältnismäßig…sondern auch sinnlos.“ Darragh Switzenberg: „Ich bin Darragh Sw…-“ Dynamite: „Du bist Angestellter dieser Liga. Du bist nichts Besonderes.“
„OOOOOOOH!“
Dynamite: „Du tust, was ich dir sage. Die Show geht so zu Ende, wie ich es mir vorstelle. Denn ich bin der Präsident. Oh, und noch eine Sache.“
Er deutet auf den Ring. Dort liegt noch immer Zac Alonso keuchend zu Switzenbergs Füßen.
Dynamite: „Ich lasse es nicht zu, dass du meine Wrestler wie Dreck behandelst. Also werde ich Zac eine Entschädigung für dein Verhalten geben. Denn es mag sein, dass er einen Trick mit dem Switziverse gespielt hat. Doch das hat das Switziverse auch mit ihm. Zuletzt bei Title Night, als dein Co-Star Jake einen Sieg gegen ihn stahl.“
Die Erinnerung ist bei den Zuschauern frisch. Sie lauschen gespannt, was Dynamite dazu zu sagen hat.
Dynamite: „Deswegen bekommt Zac in zwei Wochen, was er schon lange haben will: Ein Title Night Re-Match gegen Hollywood Jake. Eins gegen Eins. Ohne dich am Ring, ohne Spielchen.“
Eine Ankündigung, die den Jubel für Dynamite nur noch verstärkt. Switzenberg schnauft mittlerweile wie eine Lokomotive. Er hält die Ringseile umklammert, die Adern treten an den Händen hervor, so sehr krallt er sich hinein.
Dynamite: „Und jetzt verschwinde aus meinem Ring, Darragh.“
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Danke an alle Schreiber!!!
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