Licht
aus, Spot an – also Spotlight genau auf die Stelle, an der
„The Aion“ Miria Saionji durch den Vorhang
geschritten kommt. Dieses Mal nicht extra konzentriert, denn
heute gibt es ein Match im Stahlkäfig, was unweigerlich
bedeutet, dass heute niemand im Dunklen zum Ring schleichen muss,
um ihr im entscheidenden Moment zu helfen, so wie es beim ersten
Aufeinandertreffen mit Kyle Douglas der Fall gewesen ist.
Beunruhigt wirkt Miss Eternity aber nicht darüber, dass sie
sich Kyle heute allein stellen muss, ihr Auftreten ist so wie man
es kennt: Wunderschön doch unheimlich, sanft und doch kalt,
ein gleichermaßen einladendes wie abfälliges Lächeln
auf den Lippen und ein Blick der Erhabenheit in ihren tiefblauen
Augen. Wie sie zum Ring schreitet blickt die Schwarzmähnige
mit em leicht mittig gescheitelten Pony und dem innenseitig
blondierten Haar in die Reihen der Fans, die ihr zum Großteil
nicht zwingend gewogen, aber doch fasziniert von ihr sind.
Langsamen Schrittes erreicht die Barfüßige im
schlichten wie eleganten und vor allem ringtauglichen, weißen
Minidress den Ring und blickt empor zum Stahlkäfig, der noch
da oben hängt und der sich gleich senken wird, wenn Kyle
Douglas sich zu ihr in den Ring gesellt hat.
Da
steht er, Ein Mann wie ein griechischer Gott. Breites Kreuz und
athletisch ohne Ende. Langsamen Schrittes geht er zum Ring.
Entschlossen ist der Blick des Kanadiers, der sich heute auf eine
extrem harte Prüfung einstellen muss. Ohne viel TamTam ist
der Mann aus Vancouver dann auch im Ring angekommen und wird
läuft alle vier Ecken ab, um seine Sympathie mit dem
italienischen Fanvolk zu demonstrieren. Dann schnauft er einmal
durch und es kann losgehen.
Es
ist soweit: der Käfig senkt sich, dann gibt es nur noch
einen Weg, um zu entkommen: über den Käfigrand hinaus
zu klettern. Sicherlich, es ist eine Tür in das
erbarmungslose Konstrukt aus Stahl eingebaut, doch diese ist
medizinischen Notfällen vorbehalten. Will man dem Käfig
entkommen, heißt es klettern. Doch Kyle Douglas will nicht
klettern, er will Miria besiegen, im Ring, Eins, Zwei und Drei.
Miria hat angekündigt dasselbe zu beabsichtigen – sie
will Kyle seinen „Unpinnable“ Status wegnehmen.
Einfach weil sie es kann und Kyle sie genervt hat.
Doch
kann sie es tatsächlich?
Bisher
mag Miria Saionji jedes einzelne ihrer Matches gewonnen haben und
das ligenübergreifend – aber sie hatte auch noch nie
ein Match im Stahlkäfig und schon gar nicht gegen einen
Gegner, der so deutlich größer und schwerer ist als
sie selbst. Auch wenn sie im ersten Match hier und da etwas
Schwäche vorgespielt haben mag, um Kyle in die Falle zu
lullen, ihre 1,64 an Körpergröße und
sportlich-schlanke Figur sind physikalisch nichts, vor dem sich
der verhinderte Olympionike Kyle Douglas mit seinen 1,93 und
seinen 117 Kilo fürchten müsste.
Es
wirkt fast etwas unwirklich, dass Kyle in diesem Match der Gute
und Miria die Böse ist, rein physikalisch betrachtet und
doch ist es so. Seit Tag 1 an als Miria Saionji sich listig ins
Casting der LPG eingeschleust hat, hat sich Miria bei höchst
unbeliebten Leuten wie Aiden Rotari und Darragh Switzenberg
eingeschmeichelt und immer wieder auf hinterlistige Weise Matches
gewonnen oder die Matches anderer beeinflusst. Aus Fansicht soll
es dafür heute endlich mal
eine Quittung geben.
Singles
Match:
Miria
Saionji vs. Kyle Douglas
Referee: Bob Taylor
Und
zu nächst sieht es gut aus.
Im
Lock Up kann sich Kyle Douglas mühelos durchsetzen, er
kann Miria mit nur einem Arm zu Boden schicken, ehe er sie
umklammert, anhebt, auf die Matte klatscht, in einen Side
Headlock nimmt, wieder hoch zwingt und dann per Headlock
Takedown wieder auf die Matte klatscht ohne den Headlock
dabei zu lösen. Natürrlich versucht Miria nun aus
dieser Position ihre Bein- und Fußpartie zur
Headscissor um Kyles Kopf zu schlingen, doch was für
viele von Mirias „Followern“ ein absoluter
Wunschtraum ist, lässt Kyle nicht mit sich machen, er
weiß genau, wie er sich wegdrehen muss, um den Druck
aufrecht zu erhalten und gleichzeitig dem Kontergriff zu
entgehen.
Was
also tun aus Sicht von Miria?
Die
Ringseile sind zwar da, aber in sie zu greifen bringt ca. gar
nichts. Bob Taylor ist nur dazu da, um Pinfalls zu zählen
oder eine Aufgabe zu registrieren, Rope Break gibt es nicht,
ebenso wenig wie eine Disqualifikation. Ergo gilt es sich zu
winden, bis die Position zumindest ein paar Elbows zulässt
– doch mit einem raschen Umgriff hat Kyle Miria immer
noch mit einem Arm im Headlock und blockt mit dem anderen Arm
den Elbow, was es ihm nun erlaubt Mirias Arm zu verdrehen und
noch ein Umgriff später segelt Miria per Side Hand &
Arm Suplex durch den Ring.
Den
Fans gefällt dieses bisher so einseitige Match und dass
Miria nun auf den Beinen sitzend um ein Timeout bittet sorgt
zusätzlich für höhnisches Gelächter –
bis Mirias Faust nach vorne schnellt und auf Kyles Weichteile
zielt.
Volltreffer!
Voll in die Eier!
Miria
lächelt… für ein paar Sekunden, dann
erlischt ihr Lächeln. Irgendetwas stimmt nicht und Kyle
Douglas sieht auch nicht so aus, als ob er Schmerzen hätte.
Zumindest keine allzu großen. Und dann dämmert es
Miria: Kyle hat in weiser Voraussicht einen schützenden
Schoner über seine Weichteile gestülpt. Das mag
etwas unangenehm sein und seine Motorik geringfügig
beeinflussen, doch die Absicherung gegen genau das hier ist
die leichte Einschränkung durch das zusätzliche
Kleidungsstück absolut wert. Die Fans lassen bereits
gehässige Rufe laut werden, dass Miria es vermasselt
habe und Sekunden später hat Kyle sie unter dem Arm und
wirft sie per Gut Wrench Suplex auf die Matte.
Und
noch einer.
Und
ein Dritter, aller guten Dinge sind bekanntlich drei.
Ein
erstes Cover folgt auch, doch wie um zu zeigen, dass es so
einfach nun auch nicht geht, reißt Miria die Schulter
schon vor dem One Count wieder hoch. Zäh ist sie, das
hat sie schon mehrfach angedeutet. Doch die technische
Finesse und körperliche Übermacht von Kyle Douglas
eröffnen ihr im Moment keine Chance für einen guten
Gegenangriff und so versucht sie erst einmal Distanz zwischen
sich und den Mann aus Vancouver zu kriegen – was dieser
aber nicht so einfach zulässt. Er bleibt an ihr dran,
Waistlock und German Suplex in die Brücke:
Eins!
Zwei! Kick Out!
Miria
hat auch hier durchaus versucht frühzeitig raus zu
kommen, aber früher ging es nicht und so gilt es aus
Sicht von Miss Eternity aufzuatmen, dass sie überhaupt
aus dem Cover rausgekommen ist. Nicht, dass sie je daran
gezweifelt hätte. Kyle Douglas wiederum muss nicht
großartig durchatmen, Miria herumzuwerfen ist für
ihn nicht gerade allzu schwierig und kaum anstrengender als
eine Aufwärmübung vor einer Trainingssession. Das
ändert sich etwas als Miria ihn plötzlich von unten
umklammert und ihren Kopf freiwillig unter seinen Arm stopft
– Ansatz zum Teardrop Suplex!
Für
einen Augenblick wird Kyle tatsächlich angehoben, dann
jedoch verlagert er sein Gewicht und Miria kriegt ihn doch
nicht hoch. Mehr noch: es gibt ein paar Elbows auf den
Hinterkopf. Nicht die härtesten Elbows, die je ge-elbowt
wurde, Kyle ist Ringer und kein Muay Thai Meister, aber es
reicht, dass sich Miria den schmerzenden Schädel reiben
muss. So toll ihr Haar auch ist, ein Hairbag, welcher den
Kopf komplett vor Erschütterung schützt, ist es
dann auch wieder nicht.
Eye
Poke!
Die
erste gelungene Aktion von Miria in diesem Match und sie
illustriert, warum die Fans den großen Mann bejubeln
und nicht den physikalischen Underdog. Kyle Douglas reibt
sich die Augen und Miria ergreift die Chance: sie sprintet zu
den Seilen, erklimmt erst diese und dann beginnt sie den
Käfig zu erklimmen. Ihr Interesse Kyle Douglas unbedingt
den „Unpinnable“ Status zu entreißen ist
sichtlich abgeflaut. Sollte sie hier fliehen können, sie
würde es machen, kein Zweifel.
Aber
Kyle ist nur kurzfristig geblendet und nimmt die Verfolgung
auf. Es wäre einfach genug Miria am mehr als bodenlangen
Haar zu packen und so den Aufstieg zu verhindern, aber so
eine dreckige Taktik hat Kyle nicht nötig. Kein Grund
den Fans einen Anlass zu geben Sympathien für Miria zu
entwickeln. Stattdessen wuchtet er sich selbst die Seile hoch
und umklammert Miria von hinten:
German
Superplex!
Aber
nein! Miria steht die Aktion und nutzt den Schwung, um in die
Seile zu federn und aus dem Lauf einen Crossbody zu springen!
Gut gedacht, aber Kyle fängt sie locker ab und wo er sie
schon mal in Armen hält blickt er vielsagend gen
Käfiggitter. Die Fans freuen sich schon auf das was
folgt. Kyle schleudert Miria mit Wucht gegen den Käfig,
das es scheppert! Danach steigt er auf die nächstbeste
Ringecke, zieht die zu Boden geplatschte Miria hoch und setzt
an zur nächsten High Impact Aktion:
Belly
to Belly Superplex!
Cover:
Eins.
Zwei.
DrNEIN!
Wie
schon festgehalten: zäh ist Miria, das ist ein Fakt und
keine Lüge. Und so sehr sie auch leichte Siege bevorzugt
und sich nicht anstrengen will, so hat sie doch genug
Sportsgeist nicht absichtlich verlieren zu wollen, sie hat
also auch gute Eigenschaften, abgesehen von ihrem Aussehen.
Obgleich man diesen Unwillen zu verlieren auch einfach ihrem
Ego zuschreiben kann – aber das braucht es im
sportlichen Wettkampf für gewöhnlich und ist daher
nun auch nicht zwingend negativ. Auch Kyle Douglas hat ein
Ego, so ist es ja nicht – sich als größten
Namen zu bezeichnen, gegen den Miria bisher im Ring war, wenn
Monica Shade direkt danebensteht ist definitiv ne Ego Aktion,
die noch Folgen haben könnte, selbst wenn Robert Breads
es dieser Tage egal sein dürfte, dass sich Kyle Douglas
vom Name Value her über ihn gestellt hat.
Kyle
hat nun auf jeden Fall das richtige Gefühl, dass Miria
eigentlich fast besiegt sein muss und die nächste große
Aktion die Entscheidung bringen sollte – besonders so
es der Gold Rush ist! Doch als er diesen zeigen will kommt
Miria frei und landet hinter ihm, was sie nutzt, um sogleich
einen deftigen Forearm in Kyles Rücken abzulassen, um
nach dem schmerzhaften Zucken prompt in einen Abdominal
Stretch überzugehen! Auf der Kante zur Niederlage kämpft
sich Miria ins Match zurück und landet ihre ersten
legitimen Aktionen im Match!
Und
nun im Griff der Ewigen arbeitet Kyles Größe und
Gewicht unweigerlich gegen ihn, da Miria ihn doch recht übel
verdreht. Nicht, dass sie die Aktion gegen Kyles Kraft und
Technik lange aufrecht erhalten könnte, aber das hat
Kyle gespürt und ist ein Anfang. Ein Pump Kick an den
Hinterkopf des knienden Kanadiers landet den ersten härteren
Treffer, dann umklammert sie ihn von hinten zum German
Suplex. Das kann eigentlich nicht funktionieren und es
funktioniert auch nicht, doch das ist einkalkuliert von
Miria, die darauf wartet, dass Kyle sich mit Elbows aus dem
Klammergriff winden will, was auch passiert – dann
greift sie zu und nutzt Kyles Momentum gegen diesen!
Overhead
Belly to Belly Suplex!
Nicht
der sauberste Overhead Belly to Belly, der je ausgeführt
wurde, doch das macht die Landung für Kyle nur umso
heftiger. Am Ende ist er selbst mit abgesprungen, als er
gemerkt hat, dass er den Suplex nicht verhindern kann und das
ist gut so, denn nur so konnte er überhaupt noch
halbwegs kontrolliert stürzen und es vermeiden ganz übel
aufzukommen. Sehr zum Ärgernis von Miria, die vom
zweiten Ringseil aus einen Double Foot Stomp auf den Arm
springt, den T’n’B Kyle gebrochen hatten –
die Aktion verfehlt ihre Wirkung nicht und sei es auch nur,
dass dieser Schockmoment des Bruchs noch nicht lange her ist
und dieser neuerliche Schmerz im Arm die Gedanken
unweigerlich in Alarmbereitschaft versetzt.
Auch
die Fans sind alarmiert – das Match ist gekippt und
keiner weiß wie genau das passiert ist.
Kyle
Douglas war so dominant, doch mit einem einzigen gelungenen
Konter ist Miria plötzlich am Drücker statt besiegt
zu sein. Während Kyle sich noch den Arm hält und
vergewissert, dass nichts Schlimmeres passiert ist, wartet
Miria geduldig, dass sich Kyle erhebt und dann setzt es einen
Shotgun Dropkick in den Rücken, der Kyle nach vorn
stolpern lässt und vorn sind die Seile – abermals
muss Kyle genau aufpassen, wie er stürzt, um eine
Verletzung zu vermeiden und als er sich erhebt, merkt er,
dass er frontal vor dem Käfig steht. Ein weiterer
Dropkick in seinen Rücken lässt ihn dagegen krachen
und dann ist Miria auch schon hinter ihm, steht auf dem
zweiten Ringseil und hat ihn am Kopf gepackt, um ihn mit dem
Gesicht voran in den Stahl zu schmettern.
Aber
Kyle blockt – ein Mal, dann zwei Mal und gerade als
Miria realisiert, dass dies nichts wird, ist Kyle mit einer
technisch brillanten Bewegung frei und hat selber Miria am
Kopf gepackt. Kurz überlegt er, ob er die Wunderschöne
nun tatsächlich ins Gitter hauen soll, doch die
Überlegung währt nicht lange. Frontal geht es für
Miria gegen den Stahl und unter ihrem schwarzen Pony beginnt
sich die Farbe rot einzumischen. Und nur um sicherzugehen,
dass es auch genug davon gibt, lässt Kyle sie noch mal
frontal ins Gitter scheppern!
Miria
sackt zusammen und die Fans rufen „One More Time“,
wovon sich Kyle mitreißen lässt – ein
Fehler.
Als
er Miria erneut packen will, packt diese zu, dreht seinen Arm
ins Seil und macht dann eine üble Drehbewegung! Kyle
schreit auf und fällt durch die Seile in den Ring
zurück! Hat Miria ihm gerade den Arm erneut gebrochen?!
Die Sorge ist da und Miria lächelt bösartig. Das
Blut läuft ihr Gesicht herunter und lässt sie so
nur umso diabolischer wirken. Jetzt hat sie Kyle Douglas da,
wo sie ihn haben wollte und sie nimmt die Verfolgung auf,
tritt ihm abermals gegen den Arm, dann greift sie zu in den
Butterfly und setzt zur Körperschere an:
Leech!
Ein
Sieg durch Aufgabe würde Kyles „Unpinnable“
Status auch aufrecht erhalten, aber natürlich will er
nicht aufgeben. Aber nur weil er nicht will, heißt das
ja nicht, dass er nicht muss. Die verdrehten Arme sind übel
und sein Nacken wird auch heftig überdehnt. Wenn er
freikommen will, dann muss er schnell freikommen und dass er
überhaupt freikommen kann hat er seinem Plus an
Körperlichkeit zu verdanken, das ihm einen kurzen Spurt
mit Sturz durch die Seil erlaubt, der Miria ins Käfiggitter
krachen lässt!
Damit
ist die Gefahr vorüber – vorerst.
Kyle
kehrt in den Ring zurück und schüttelt den
schmerzenden Arm aus. Scheiße schmerzt das Ding. Aber
erneut angeknackst ist er wohl nicht. Auch die Bänder
und Muskeln scheinen noch an einem Stück zu sein. „Noch“
ist das große Wort hier. Er darf Miria nicht noch so
eine Aktion erlauben. Und so packt er diese und hievt sie per
Vertical Suplex zurück in den Ring! Miria kracht auf die
Matte, Cover, 2 Count. Aber das Cover war eigentlich eh nur
ein Vorwand, um zur Kylemission anzusetzen – doch nicht
zuletzt dank diesem verdammten schmerzenden Arm kann er nicht
richtig zupacken und Miria entkommt… und sie entkommt
nicht nur, sondern verdreht die Arme von Kyle erneut und
platziert das Knie vor ihm – Ansatz zur Decadence! Der
Double Arm Basement Codebreaker bleibt aber im Ansatz
stecken, Kyle windet sich raus und will das Ganze zum Pump
Handle Slam umkehren. Aber Miria dreht die Aktion wieder um
und vollführt einen Double Knee Armbreaker!
Kyle
windet sich und Miria… dreht sich um und beginnt den
Käfig zu erklimmen.
Sie
hätte nachsetzen können.
Sie
hätte nachsetzen sollen.
Aber
Miria ist nun einmal Miria und entgegen ihrer Ankündigung
Kyle Douglas seinen Unpinnable Status nehmen zu wollen, wählt
sie sie nun die leichte Methode, um zu siegen. Und das ist
ein Fehler. Kyle schlägt nämlich mit dem
schmerzenden Arm auf den Ring und powert sich hoch. Auf
keinen Fall lässt er sich hier unterkriegen. Und wenn
sein Arm tatsächlich eh schon wieder gebrochen sein
sollte, ist es jetzt auch egal.
Kyle
erhebt sich, sieht Miria klettern und sein Fokus ist nicht
länger auf seinem schmerzenden Arm, sondern allein auf
der kletternden Miria. Dann nimmt er Anlauf, schnellt die
Seile hoch und greift zu. Genau als Miria beginnt über
die Kante des Käfigs zu klettern ist er da und die
vorgebeugte Position von Miss Eternity ist genau das, was
Kyle braucht:
Ansatz
zum Gold Rush!
Miria
hält sich mit aller Macht am Käfig fest, sie hat
doch quasi schon gewonnen! Zwar in einer Art, die Kyles
Unpinnable Status beibehalten würde, aber sie hat doch
gewonnen! Sie muss jetzt nur den Kanadier von sich lösen
und dann war es das! Sie schlägt zu, versucht Kyles
Augen zu kratzen, aber es hilft alles nichts. Kyle hat sich
bei ihr eingehakt und stößt sich mit aller Macht
nach hinten ab. Der Schwung und Kyles ganzes Gewicht ziehen
sie in die Tiefe.
Und
ihr Griff an den Käfig… löst sich.
Avalanche
Gold Rush!
Kyle
und Miria schlagen auf die Matte auf, von erhöhter Höhe!
Miria bleibt liegen, Kyle bleibt liegen, aber er kann auch
liegenbleiben, sein Kopf ist eh noch auf Mirias Solar Plexus
verortet – das ist ein Cover! Eins! Zwei! Drei! Aus und
vorbei! Miria hat ihre erste Niederlage kassiert! Ihr Versuch
der feigen Flucht, des einfache Auswegs, wo sie stattdessen
hätte nachsetzen können und sollen, wurde ihr zum
Verhängnis und Kyle Douglas beendet Mirias Siegesserie
und das hochverdient! Trotz ihrer Ankündigung Kyles
Unpinnable Status beenden zu wollen, hat sie feige den
Fluchtversuch gewählt ohne je auch nur ein einziges
Cover im Match versucht zu haben! Er erhebt sich, registriert
zur eigenen Erleichterung, dass sein Arm zwar schmerzt aber
keinen schlimmeren Schaden davongetragen hat und so kann er
jubeln. Während Miria ungläubig zur Decke schaut
feiern die Fans den Sieg des aufrichtigen Kämpfers gegen
die Feigheit! Das Motto der LPG Risiken gegen Nutzen
abzuwägen hat versagt, der Sieger ist Kyle Douglas und
er ist somit weiterhin Unpinnable~!
Das Bennelong Restaurant im
Opernhaus von Sydney.
Ein faszinierendes
Deckengewölbe, gemütliche, moderne Tische und Stühle,
Meerblick… und natürlich gutes, australisches Essen.
Wenn man eh schon mal in Sydney ist, macht es Sinn zumindest auf
diese Weise in diesem Wahrzeichen Australiens gewesen zu sein.
Und sie ist aus gutem Grund eh in Sydney:
Der Leitstern des
Professional Wrestlings, Stella Nova.
Die Inderin mit den
schwarz-orangenen Flechten hatte schließlich im Rahmen des
Tournament of Honor ihren Temptation Title zu verteidigen und die
nächste Turnierrunde zu erreichen, was sie auch getan hat,
wie der goldene Gürtel auf dem Stuhl neben ihr nachhaltig
andeutet.
Aber der Gürtel ist
nicht der einzige Sitznachbar der Frau, die im orangenen
Minikleid und Sandalen im Bennelong sitzt – weniger luftig
als im Wrestlingring, man will ja keinen Ärger mit prüden
Restaurantbesitzern haben. Neben ihr sitzt nämlich niemand
Geringeres als ihr Tag Team Partner Mad Dog, der es sich nicht
hat nehmen lassen sich Stellas Match live vor Ort anzusehen und
diesen Anlass für einen Familienausflug zu nutzen.
Soll heißen: sein
dreizehnjähriger Sohn Jeffrey ist auch da und ebenso seine
Ehefrau Yai, deren Stimme von hinter der Kamera ertönt und
mitteilt, dass die Aufnahme nun läuft.
Stella
Nova: „Dieses edel anmutende Restaurant mag andeuten, dass
wir schon feiern, bevor es etwas zu feiern gibt, doch das ist
weitab der Realität. Erstens gibt es etwas zu feiern,
nämlich meinen Erfolg im WFW Ring und zweitens muss man sich
gerade vor einer großen Schlacht wie jener um den GFCW Tag
Team Titel bewusst machen, wofür man eigentlich kämpft.
Sicherlich, Titel und Erfolge sind schön, doch vor allem
kämpft man für Momente wie diesen. Momente, in denen
man das Geleistete genießen kann.“
Der Night Fighter erinnert
sich bei den Worten seiner Partnerin sofort an sein Comeback
Anfang des Jahres zurück. Als sein Blick fast gleichsam zu
Jeffrey fliegt, zieht er die Mundwinkel mit aufeinander
gepressten Lippen nach oben.
Mad
Dog: „Bei mir gesellt sich hinter die Frage der Motivation
ein elendes ‚noch‘. Wofür kämpfe ich…
noch, huh?! Oder noch drastischer formuliert: Wofür möchte
ich in Erinnerung bleiben?“
Nun wandert der Blick der
unbekannten Konstante umher, von Jeffrey über Yai hin zu
Stella.
Mad
Dog: „Wenn ich auf die Momente seit meinem Debüt bis
New Level blicke, ist da leider nicht viel. Um ehrlich zu sein,
wird - bis auf das Match gegen Robert Breads vielleicht - alles
dem Vergessen anheimfallen. Die paar Nerds, die sich alles
merken, ausgenommen… Erst das Match gegen The End und der
Zusammenschluss mit dir, Stella, hat wieder etwas in Gang
gesetzt. Eine Kehrtwende! Ich bin kein Steigbügelhalter für
irgendwelche Youngsters. Ich bin nicht wie Breads auf
Abschiedstour, ein Altmeister kurz vorm Exitus. Nein! Es ist
meine Zeit. Es ist unsere Zeit, Stella. Und ich kämpfe, um
genau das zu beweisen!“
Nun schaut er direkt in die
Kamera.
Mad
Dog: „Zereo Killer und Morbeus. Zwei der größten
GFCW Stars, die es gibt. Sie haben alle Teams geschlagen, tragen
verdient das Gold. Doch bei Conquista wird ihre Zeit enden! Wir
werden ihnen das Gold streitig machen und ein jeder wird
erkennen, dass ich es immer noch genauso drauf habe, wie am
ersten Tag! Selbst du, Jeffrey, oder? Erst MacKenzie &
Douglas und dann irgendwann auch The End!“
Stella blickt kurz ebenso zum
Jungen, der nachdenklich den Kopf hin- und herbewegt. Dann
wandert ihre Aufmerksamkeit zu dessen Mutter Yai, die nun hinter
der fest positionierten Kamera hervorkommt und sich auch an den
Tisch setzt. Kurz streicht sie sich eine dunkle Strähne aus
dem Gesicht und wirft ihrem Mann einen bösen Blick zu.
Stella
Nova: „Ich würde ja vermuten, dass du heute
deutlich besser bist
als am ersten Tag. Geformt durch all deine Schlachten, die deinem
Körper über die Jahre sicherlich zugesetzt haben, dich
aber auch als Kämpfer haben reifen lassen.“
Für einen Moment hält
Stella inne, als ob sie sich gerade fragt, wie lange sie selbst
wohl noch hat, bis Training, Yoga und Pflegeprodukte dem
körperlichen Verschleiß nicht mehr gänzlich
entgegenwirken können, aber dann schüttelt sie seicht
lächelnd den Kopf.
Stella
Nova: „Der Tenor gefällt mir jedoch, eine gesunde
Einstellung. Viel besser als sich selbst in den Himmel zu loben,
so wie es die aktuellen Champions machen. Wie es auch eine
gesunde Einstellung ist vor einem großen Kampf die
Batterien aufzuladen, anstatt sie mit purem Training und
Überfokussierung leer zu ballern, bevor es überhaupt
losgeht. Und wir haben ja nun noch eine Woche hier in Australien,
um einiges zu sehen, zu hören, zu schmecken, zu erleben.
Auch darum geht es beim Wrestling. Den Horizont zu erweitern.“
Jeffrey lauscht jedem Wort
Stellas, was diese natürlich bemerkt. Sie ist eine seiner
absoluten Favoritinnen.
Stella
Nova: „Obgleich mir scheint unser Kleiner hier hatte sein
Australien Highlight bereits in Form der WFW Show. So sehr ich
das irgendwie schmeichelnd finde, so denke ich, dass sich das
ändern wird, wenn wir erst den Uluru sehen. Schade, dass man
ihn nicht mehr besteigen darf, nur weil manche Leute meinten sich
auf dem Uluru entblättern zu müssen oder dort zu
golfen. Ich frage mich, ob wir wohl zwei der Leute, die per
Golfspiel fürs Kletterverbot gesorgt haben, vielleicht
kennen…“
Jeffrey:
„Oh Gott, etwa diese Birdie Boys?!“
Die Erwachsenen lachen oder
lächeln kurz, als die pure Ablehnung aus dem
Dreizehnjährigen herausplatzt. Dieser mustert kurz die
Reaktion seiner Eltern, himmelt dann allerdings wieder Stella an,
die ein besonders breites Lächeln im Gesicht hat. Der
Stachel von den beiden aus der Battle Royal geworfen worden zu
sein, sitzt tief.
Mad
Dog: „Apropos WFW Show… ich habe bei deinem Match
gleich ein paar gute Ideen bekommen, wie wir unsere Moves für
Double Teaming kombinieren können. Zerbeus wird sich
wundern!“
Plötzlich haut der Junge
auf den Tisch.
Jeffrey:
„Yes, ich hab‘ da auch was mit meinen
Wrestlingfiguren ausprobiert! Soll ich euch das mal zeigen??“
Ohne die Antwort abzuwarten,
greift er unter den Tisch nach seinem Rucksack, um die
Actionfiguren, mit denen er selbst Matches spielt, heraus zu
holen.
Stella
Nova: „Es freut mich, dass eure Erfahrung gut war und ihr
Ideen habt, die ihr definitiv im Hinterkopf behalten oder
niederschreiben solltet. Aber nun sollten wir unseren Körpern
und Köpfen wirklich für den Rest der Woche die nötige
Ruhe vor dem Wrestling gönnen, auch wenn ich sicher bin
unsere Gedanken werden doch immer wieder zum Match wandern. Da
fällt mir ein… den Altina Wildlife Park in Darlington
Point sollten wir auch mitnehmen, alleine schon damit ich keinen
unnötigen Stress mit Altina Reisen Arnoul kriege, die von da
stammt und ihn dauernd anpreist. Ich gebe zu aber auch
interessiert zu sein, ob er tatsächlich so toll ist und er
liegt eh auf der Route von hier ins Landesinnere zum Uluru.“
Mad Dog und Yai schauen
einander an und scheinen im Gesicht des Anderen zu lesen,
inwiefern der Vorschlag auch für sie als Familie in Frage
kommt.
Jeffrey:
„Ja! Da will ich mit hin.“
Nun fliegen die Köpfe
zum Dreizehnjährigen. In den Gesichtern der Eltern zeichnet
sich ein mildes Lächeln ab.
Yai:
„Hihi, ein Wildpark! Damals hätte man gut und gerne
auch die Wrestlingligen als solche bezeichnen können…
wenn ich mich daran erinnere, dass die Stars wie Bestien
miteinander umgingen. Im und neben dem Ring. Und auch du
mittendrin…“
Ihr Blick wandert zum Night
Fighter. Und ihre Erinnerungen gehen in jene Zeit, als sie sich
kennenlernten. Im wahrsten Sinne eine wilde Zeit.
Yai:
„Solch einen Höllenritt hätte ich nicht nochmal
ertragen! Aber du, Stella, bist echt erfrischend anders - selbst
wenn du mit Sicherheit auch eine andere Seite zeigen kannst,
wirkt es nicht so, als müsstest du jetzt was vorspielen.“
Anerkennend nickt sie ihr zu,
als sie plötzlich zögert.
Yai:
„Oder müssen wir uns etwa vor dieser Altina in acht
nehmen?!“
Die Stellare winkt ohne groß
über den Sachverhalt nachdenken zu müssen ab.
Stella
Nova: „Nein, da brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Wie
die meisten bei WFW ist Altina eigentlich recht umgänglich.
Sie würde sicher etwas empört meckern und mich
enttäuscht ansehen, aber das wäre vermutlich auch
alles. Im Ring wird gern hier und da von manchen betrogen, aber
es gibt nur Wenige, vor denen man sich abseits des Rings in Acht
nehmen müsste. Was definitiv auch nicht immer so war.
Dennoch, verglichen mit GFCW ist WFW zur Zeit ein verdammt
sicherer Arbeitsplatz für Wrestlingverhältnisse.“
Ein Hauch von Wehmut wandert
über Stellas Gesicht.
Stella
Nova: „Und ja, auch ich hab früher schon mal dazu
beigetragen, dass WFW unsicherer war als heute, worauf ich
wirklich nicht stolz bin. Hab was das angeht meine Lektion
gelernt und bin nun in der erfreulichen Position in der Tat
nichts vorspielen zu müssen. Viele Wrestler sind ja ohnehin
genau dann erfolgreich, wenn sie authentisch sind, anstatt zu
versuchen etwas darzustellen, was sie nicht sind. Und ich nenne
mich nicht Leitstern, weil es toll klingt, sondern weil ich
denke, dass ein Leitstern eine gute Sache ist und ich die
Fähigkeiten habe dieser Leitstern zu sein. Daher gibt es
keinen Unterschied zwischen mir vor einer Kamera oder mir privat.
Das bin einfach ich.“
Wieder nickt der verrückte
Hund.
Mad
Dog: „Authentizität ist sicher ein Schlüssel zum
Erfolg! Alle Masken abzulegen, sich selbst in all seinen Facetten
zu kennen und diese entsprechend einzusetzen. In meiner ganzen
Karriere ging es genau darum. Und Du hast Recht, Stella, es war
ein langer Ritt, bis ich schließlich zu dem geworden bin,
der ich jetzt bin. Und ich wachse und lerne immer noch. Das ist
die unbekannte Konstante in dieser Gleichung.“
Er lächelt verschroben,
lehnt sich dann jedoch ganz nah an Stella heran.
Mad
Dog: „Dabei war es nie schwer, der Star zu sein, der
Sieger, das leitende Idol oder das Herz der Liga… das
heroische und starke in mir zu erkennen. Schwer war es, das Arsch
zu sein, der Verlierer, das abschreckende Vorbild oder der
Abschaum der Liga… das Grässliche und hässliche
in mir zu akzeptieren…. Aber auch das ist nötig!“
Kurz ist es still, als die
Worte, die fast wie eine Lehre an seine Partnerin gesprochen
wurden, verhallen. Nur die Augen der beiden Mad Stars starren
einander an.
Dann winkt der Fighter ab.
Mad
Dog: „Aber lassen wir das… wir wollten doch den Kopf
vom Wrestling frei kriegen, huh?! Und jetzt reden wir beide
wieder nur da drüber.“
Stella zuckt zusammen, als
sie diese Worte hört.
Mad Dog hat recht.
Stella
Nova: „Schätze ich sollte meine eigenen Ratschläge
mehr beherzigen. Wir haben nach unserem Urlaub noch eine Woche,
um uns intensiv auf das Match vorzubereiten und das sollte völlig
reichen. Wie gesagt: Überfokussierung ist ebenso schädlich
wie zu wenig Fokus. Von daher bin ich durchaus dankbar, dass ich
Teil eures Familienausflugs sein darf. Klar, es ist irgendwo auch
eine teambildende Maßnahme, doch vor allem hilft es die
Gedanken zu regulieren. Wäre ich auf mich gestellt oder
daheim in Indien würde ich vermutlich an nichts anderes
denken, als dass meine Negativserie im Tag Team Bereich
tatsächlich in zwei Wochen mit einem goldenen Erfolg enden
könnte…“
Jeffrey
„Enden wird!“
Jeffrey hebt seine Stella-
und Mad Dog-Figuren in die Höhe. Um die Hüften der
beiden liegen die GFCW Tag Team Titel. Erneut zuckt Stella
zusammen, doch dieses Mal lächelnd. Auch MD lächelt,
während das gedimmte Licht in seinen feuchten Augen glänzt.
Erneut zuckt Stella zusammen,
doch dieses Mal lächelnd.
Stella
Nova: „Ha! Gut gesagt! Als Leitstern des Professional
Wrestling und WFW Temptation Champion habe ich ohnehin die
Pflicht zu siegen, um mir Genüge zu tun, um unserem Team
Genüge zu tun, um WFWs Ehre Genüge zu tun und um dem
Wrestling an sich Genüge zu tun.“
Sie hält inne und blickt
zu Jeffrey.
Stella
Nova: „Und natürlich, damit du deinen Vater mit dem
Titelgold sehen kannst.“
Yai:
„Das würde dir gefallen, hm?“
Die rhetorische Frage
provoziert die erwünschte Antwort.
Jeffrey:
„Natürlich!“
Die
Tür öffnet sich und herein tritt Salvatore Corleone.
Wir sind in der Kabine vom GFCW World Champion The End, der sich
in der finalen Phase seiner Vorbereitung vor dem Main Event
befindet. Seit Title Night hält er den größten
und wichtigsten Titel der GFCW nun bereits zum zweiten Mal und
seitdem hat er ihn auch schon einige Male verteidigt, einerseits
gegen erfahrene Wrestlinggrößen, die frisch in der
GFCW angekommen sind mit Monica Shade und Stelle Nova,
andererseits gegen vielversprechende Neulinge mit Iray Burch und
gegen alte Hasen und Legenden des Wrestlingssports mit Mad Dog.
Heute
kämpft er nun gegen eine GFCW-Legende, was für diesen
Run eine frische, neue Herausforderung ist, in seiner ersten Zeit
als Champion aber Standard war – dort besiegte er Zereo
Killer, Robert Breads und Drake Nova Vaughn. End weiß also
was es heißt seinen Titel zu verteidigen und doch wird es
heute eine ganz besondere Herausforderung, gegen einen der großen
GFCW-Stars Danny Rickson.
End
ist gerade noch dabei sich warm zu machen, als Salvatore
eintritt. Dementsprechend unterbricht End auch seine
Aufwärmübungen, um seinen Onkel zu begrüßen,
ganz klassisch mit einem Handschlag.
The
End: „Freut mich, dass du hier bist, Onkel Sal.“
Salvatore
nickt nur. Er hat heute bereits einen Einsatz gehabt, als er Aldo
Nero und Darragh Switzenberg zum Ring bekleidet hat, die in einem
Tag Team Match gegen Refuse to Age erkämpft haben, dass das
Match zwischen End und Danny Rickson heute ungestört
stattfinden kann.
Salvatore
Corleone: „Und mich freut es zu sehen, dass Aldo und Du
endlich Seite an Seite kämpft.“
Sal
tritt an End vorbei, als wolle er sich in der Kabine umschauen,
dabei hallen seine Worte in Ends Kopf nach, dessen
Gesichtsausdruck nun in einem Realitycheck aus einer nuancierten
Freude darüber, dass sein „Onkel“ hier und heute
dabei ist, ernüchternd zusammenfällt. End sieht es
scheinbar nicht so, als würde er mit Aldo „Seite an
Seite“ kämpfen – Aldo hat heute lediglich für
ihn gekämpft. Das ist ein Unterschied, denn natürlich
weiß End, worauf das hinauslaufen soll, schließlich
hat Aldo das selbst auch schon gesagt.
Aldo
will den Titel zurück und diesen will er nicht von
irgendjemandem gewinnen, sondern von The End selbst.
Salvatore
Corleone scheint diese unschöne Erkenntnis der Realität
aber bewusst und gekonnt wegignorieren zu wollen.
The
End: „Onkel Sal…“
Und
so ungern End es auch will… er muss das direkt klar
herausstellen, bevor sich sein Onkel eine noch viel größere
Hoffnung über die Illusion macht, dass in der
Corleone-Familie alles in Ordnung sei.
Nachdem
sich Sal noch etwas umgeschaut hat, wendet er sich nun wieder zu
End und schaut diesen ernst und ungeniert an.
Salvatore
Corleone: „Was?“
End
schnauft durch. Man merkt, wie ehrlich und aufrichtig ihm sein
Onkel oder zumindest der Mann, der einem solchen Status am
nächsten kommt, am Herzen liegt.
… auf
der anderen Seite ist er aber das Oberhaupt der Liga, der Champ,
der König – wenn man so will. Und mit seinem Streifzug
durch die Liga und der Mission, diese zur besten Version
ihrerselbst zu machen, mit dem anstehenden Kampf gegen Danny
Rickson und der sich anbahnenden Bedrohung durch Darragh
Switzenberg und eben Aldo Nero… mit all dem, kann er sich
nicht von sentimentalen Gefühlen leiten lassen.
End
wird wieder ernst. Er schluckt die Sentimentalität herunter
und bleibt eisern, fokussiert und ja… auch sichtlich
emotional distanziert.
The
End: „Aldo und ich kämpfen nicht Seite an Seite. Heute
mag Aldo FÜR mich gekämpft haben, allerdings nicht ohne
Hintergedanken. In erster Linie hat Aldo heute für SICH
gekämpft. Er will den Titel, er will mich. Und er wollte
Rache. Gewinne ich heute, hat er alles erreicht um seinem großen
Ziel ein Stück näher zu kommen und nur das zählt
für ihn. Und für mich zählt es unter den
bestmöglichen Bedingungen antreten zu können, um meinen
Titel zu verteidigen. Und wenn all das erledigt ist, dann werden
Aldo und ich wieder gegeneinander kämpfen.“
Sals
Blick bleibt wie immer emotionslos. Man könnte fast meinen,
dass man sich inzwischen derart an die Emotionslosigkeit von
Salvatore Corleone gewöhnt hat, dass man inzwischen
verschiedene Stufen auf dem Spektrum eben besagter
Emotionslosigkeit erkennen kann und jetzt schein es so, als würde
Sal diese Erkenntnis und sie sie offen ausgesprochen zu hören,
ordentlich zu zusetzen.
Aber
er bleibt eisern. Er weiß, dass sich daran nichts ändern
lässt und das hat er ja eigentlich auch schon akzeptiert.
Für einen kurzen Moment zu träumen… das war
trotzdem schön.
Salvatore
Corleone: „Ich werde ihm nie verzeihen, was er dieser
Familie angetan hat.“
Offensichtlich
spielt Sal auf seinen Bruder an, während er diese Worte
leise und kaum verständlich vor sich her brabbelt…
doch End hat sie verstanden.
The
End: „Es liegt nicht an ihm.“
Sals
Augen schrecken kurz auf, während End auch diese Erkenntnis
aufrichtig spricht.
The
End: „Also… nicht nur, jedenfalls. James Corleone
hat uns ruiniert, das ist klar. Aber so böse er auch war…
so sehr hat er uns zu dem gemacht, was wir heute sind. Und du…
du warst stets ein gutes Gegengewicht zu ihm.
…
inzwischen, sind
aber sowohl Aldo als auch ich vielmehr als das Produkt eurer
Erziehung und eurer Spielchen. Wir sind eigenständige
Männer. Wir haben uns all das hier erkämpft. Wir sind
unseren Weg gegangen. Und wie uns die Zeit inzwischen mehrfach
bewiesen hat… können wir nicht miteinander
existieren, sondern lediglich gegeneinander.
Sind
wir Beide da, kämpfen wir gegeneinander. Gewinnt einer von
Beiden, verschwindet der Andere, zumindest so lange, bis wir uns
für das nächste Gefecht rüsten. Sei es unsere
Vergangenheit, sei es die Erziehung, sei es unser Ego…
aber wir werden immer auf gegensätzlichen Seiten stehen,
daran wirst weder du noch James Corleone noch sonst wer etwas
ändern können.“
Und
wieder. Ein weiterer Reality Check, der Sal Corleone aus seinen
Träumen reißt. Sal schnieft auf. Er lässt einige
Sekunden vergehen, Sekunden der Ruhe, um über das
nachzudenken, was gesagt wurde.
In
Gedanken versunken setzt er fort.
Salvatore
Corleone: „Refuse to Age.”
Danny
Ricksons Motto, Gruppierung und neue Agende, die ihn abermals zum
Champion der Liga machen soll.
Salvatore
Corleone: „Älter werden. Erwachsen werden. Sich
verändern. Wenn ich so darüber nachdenke, hat er recht,
dieser Danny Rickson. Wärt ihr nie älter geworden,
könnten wir noch immer alle gemeinsam sein, hier, im
wunderschönen Sizilien. Aber das Alter, das Erwachsensein,
die Veränderung… all das holt uns ein.“
Wieder
träumt Salvatore Corleone. Er träumt von einer Zeit, in
der alles ‚gut‘ war. Einer Zeit, in der er sich gern
wiedersehen würde, aber auch er müsste dann refuse to
age.
End
schaut ihm bei seinen Ausführungen nur zu, ohne etwas zu
sagen.
Salvatore
Corleone: „Aber so… funktioniert das Leben nicht.
Wir werden älter, wir sind erwachsen und wir verändern
uns. Zum Guten, zum Schlechten… Veränderung ist
wichtig. Vielleicht… ja, vielleicht ist es so, wie du
sagst und wir sind an einem Punkt, an dem man sich nicht mehr
verändern kann.
… und
vielleicht sind wir es nicht.“
Sal
scheint die Sache noch nicht so endgültig zu sehen, wie The
End es ausformuliert hat. Mehr als einen leicht irritierten Blick
kann er mit dieser angedeuteten Überlegung beim Champion
aber nicht abgewinnen.
Salvatore
Corleone: „Heute Abend allerdings… bedeutet das vor
allem eines. Heute Abend werden wir uns Refuse to Age nicht
hingeben. Du wirst dich ihnen nicht hingeben. Du wirst da raus
gehen und ihn besiegen. Nicht um meinetwillen, sondern um den
Willen des besten Champions, den diese Liga jemals erlebt hat.
Junge, geh da raus und tu das, was du am besten kannst:
gewinnen.“
Sal
bringt seine Ausführungen zu einem klaren Motivationstalk,
der bei The End auch direkt ins Schwarze trifft. Zumindest, was
die Richtung des Matches angeht und zwar die Richtung Sieg.
Selbstverständlich
wird er allerdings nicht nur für sich kämpfen, denn
Danny Rickson hat eine Grenze überschritten, die man besser
niemals überschreiten sollte und deshalb wird The End heute
nicht nur darum kämpfen die GFCW zu verteidigen und den GFCW
World Championship zu verteidigen, sondern…
… heute
verteidigt er auch seine eigene Familie.
Auf
der On Stage liegen die beiden GFCW Tag Team Gürtel, welche
von einem Spotlight eingefangen sind. Einige Sekunden zieht
dieses Gold die Aufmerksamkeit sämtlicher GFCW Fans auf
sich, ehe sich zwei Wrestler dem Objekt der Begierde nähern.
Die Champions schnappen sich die Gürtel und strecken sie in
die Höhe, genau in diesem Moment setzt ihr Song Stand Up And
Fight beim Refrain ein und das Logo prangert auf dem Titantron!
Sie
klatschen einander ab, sind optisch im Stil von Morbeus
angepasst, MacKenzie tritt auch ohne Gesichtsbemalung an. Wild
entschlossen marschieren sie Seite an Seite in Richtung
Seilgeviert. Sie gehen eine Runde rund um den Squared Circle
herum, um mit einigen Fans in der ersten Reihe abzuklatschen, ehe
sich ihr Weg ins Kampfgeviert verlagert. Nebeneinander stellen
sie sich in der Mitte des Ringes auf, posieren mit dem Tag Team
Gold, was ein großes Pyro rund um den Ring entfacht.
Gleichzeitig wird die Musik ausgefadet und alles wartet auf die
Herausforderer, damit der Kampf losgehen kann.
Das
Licht wird gedimmt und die Fans zücken die Lichtquelle ihrer
Wahl, um die Mad Stars mit einem Lichterhimmel zu begrüßen
– aber die kommen nicht.
Vielmehr
beginnen Bilder über den großen Monitor zu flimmern…
Zunächst
ein Gruppenbild von Stella Nova mit Mad Dog & Familie aus dem
Bennelong Restaurant, von wo aus bereits ihre Videobotschaft
früher am Abend aufgenommen wurde.
Das
zweite Bild zeigt Familie Mad Dog als Trio vor dem Queen Victoria
Building immer noch in Sydney, wobei Jeffrey mit zwei
demonstrativen V-Zeichen seiner Finger versucht daraus ein
Victory Building zu machen, als gutes Omen für die
Titelambitionen seines Vaters und des Leitsterns.
Die
nächste Aufnahme zeigt Stella und Mad Dogs Ehefrau Yai, wie
sie den Kofferraum des Schwarz-Orangenen Leihwagens befüllen,
aus dem Jeffrey ihnen von der Hinterbank des Autos aus zusieht.
Im
vierten Bild sind Stella Nova, Jeffrey und Yai am Murrumbidgee
River in Wagga Wagga zu sehen, gefolgt von einem Gruppenbild am
imposanten Chisholm Fountain.
Die
Reise hat Familie Mad Dog und Stella Nova nun nach Darlington
Point geführt, wo man daheim bei der lilamähnigen
Altina Reisen Arnoul zu Gast ist und heimische, australische Kost
verputzt, ehe die nächsten Bilder aus dem Altina Wildlife
Park stammen, wo es Bildmaterial von der Reisegruppe und diversen
Tieren gibt: von Giraffen über Löwen und Tasmanische
Teufel bis hin zum Afrikanischen Wildhund.
Weniger
animalisch und mehr kulturell sind dann Bilder aus dem Araluen
Cultural Precinct in Alice Springs, mit seinen vier
Kunstgalerien.
Und
schließlich stehen die Mad Stars zusammen, während im
Hintergrund der majestätische Uluru das Bild vereinnahmt.
Und wie dieses Bild vom auch als Ayers Rock bekannten zentralen
Markenzeichen Australiens ausgeblendet wird, da geht die Musik
von Stella Nova flüssig in die von Mad Dog über.
-->Und
nun treten sie auch gemeinschaftlich durch den Vorhang, die Mad
Stars – Mad Dog nicht länger ganz in Schwarz, sondern
mit dem Mad Stars Logo auf den Hosenbeinen, sowie orangenen
Stiefeln mit schwarzen Schnüren, Stella Nova wiederum mit
weniger Orange und viel mehr Schwarz auf ihrem kometenhaften
Schurz und knappen Top mit Sternausschnitt, auf dessen Rückseite
ebenso das Mad Stars Logo zu sehen ist.
Die
Botschaft ist klar: sie sind nicht zwei Einzelwrestler, sie sind
ein Team.
Wie
sich die große, vernarbte Töle mit den wilden,
schwarzen Haaren in Bewegung setzt, beginnt auch zeitgleich der
Leitstern mit den massiven, schwarz-orangenen Flechtzöpfen
den eleganten Tanzschritt gen Ring – visuell kontrastreich
und doch im Gleichschritt.
Den
Fans, die bisher entweder primär für Mad Dog oder dann
doch für Stella gerufen haben, wird es so einfach gemacht,
ihre Rufe lauten nun unweigerlich „Mad Stars“! Die
beiden erklimmen den Apron, Mad Dog die Atmosphäre
inhalierend, Stella posierend, dann schlüpfen sie abermals
synchron durch die Seile und stehen nun im Ring, den amtierenden
Champions gegenüber. Die Fans können es kaum erwarten,
dass es nun losgeht und sie müssen auch nicht länger
warten.
GFCW
Tag Team Title: ZerBeus (Zereo Killer & Morbeus) vs.
Mad Stars (Mad Dog & Stella Nova)
Referee:
Jack Bobo
Wie
vorab besprochen startet Zereo Killer für die Champions
und Stella Nova für die Herausforderer. Ein schneller,
spektakulärer Auftakt soll es in der Idealvorstellung
von Zereo Killer sein, doch hatte Stella Nova bereits
angekündigt, dass sie nur solange das Spektakel
mitmacht, wie es ihr taktisch sinnvoll erscheint und dann
geht es auf die Matte, wo sie sich gegenüber der #1 der
ewigen Tabelle im Vorteil wähnt.
Zereo
Killer testet dann direkt mal per Superkick aus, ob Stella
tatsächlich von Beginn an bei der Sache ist –
tatsächlich ist dieser Superkick aber nur das Setup für
den wirklichen Test in Form eines nahtlos nachfolgenden
Spinning Heel Kicks.
Stella
entgeht beiden Aktionen und in dem Moment, in dem der
Kalifornier nach dem Spinning Heel Kick wieder zurück in
den Stand flippt, ist ihre Zeit gekommen in dieser
Auftaktphase forsch zu sein. Sie schnellt nach vorn, packt
Zereo Killer am Arm und vollzieht einen schnellen Armdrag.
Schnell, aber nicht zu schnell für ZK, der die Aktion
steht und prompt mit einem Hip Toss kontert. Den steht aber
wiederum Stella, die sofort zum Snapmare zupackt, der aber
auch nur dazu gut ist Zereo Killer in den Stand flippen zu
sehen. Aber zumindest ist Zereo Killer nun mit dem Rücken
vor Stella gelandet und das heißt:
Poison
Rana!
Geblockt!
Mike
MacKenzie aka Zereo Killer ist zwar nicht ganz so groß
und schwer wie manch anderer Mann im GFCW Roster, aber mit
1,85 und 93 Kilo definierten Muskeln auch kein komplettes
Leichtgewicht – definitiv genug Körpermasse, um
einen Poison Rana zu blocken, wenn man ihn erahnt und nicht
von ihm überrascht wird. Doch ehe er sich überlegen
kann, was er nun mit Stella macht zeigt diese wie gut ihre
Situps sind und von der hängenden Position in Zereo
Killers Rücken geht es hoch in die Sitzposition, wo sie
nun auf den Kopf des heute Unbemalten einklopft, auf dass
dieser ihre Beine loslassen möge, was dieser auch muss.
Klar könnte er sich nun einfach fallen lassen, aber das
wäre weder spektakulär noch taktisch sinnvoll –
realisiert Stella den Fall könnte sie den Schwung
nutzen, um doch noch ihren Poison Rana zu vollziehen.
Stattdessen wappnet er sich für Stellas nächsten
Angriff und der besteht darin, dass sie ihre Sitzposition in
eine Victory Roll ummünzt – aber Zereo Killer
rollt durch und hat nun stattdessen Stella im Cover…
nein, die rollt auch durch und… Doppel-Cover! Beide
Schultern sind gleichzeitig auf der Matte und beide sind
ineinander verhakt! Eins! Zwei! Draw durch Double Pin!
Wäre
es gewesen, aber sowohl Morbeus als auch Mad Dog sind zur
Stelle, um das Ganze aufzubrechen, Interesse an einem Draw
hat hier niemand, inklusive Zereo Killer und Stella, die
sicher gern den Doppel-Pin aufgelöst hätten, sich
dabei aber gegenseitig behindert haben und so auf die
Mithilfe ihrer Partner angewiesen waren. Die gehen in ihre
Wechselecken zurück ohne einen Anschiss von Jack Bobo zu
kriegen, der seinerseits ungern für ein die Fans
enttäuschendes Unentschieden verantwortlich gewesen
wäre. Aber einfach nicht zählen war ja auch keine
Option für den Offiziellen.
Zereo
Killer und Stella Nova stehen derweil wieder und nach einer
kurzen Abwägung ob sie wohl wechseln sollten, wechseln
sie eben nicht, sondern setzen ihr Duell fort – beide
hatten den Anspruch geäußert das Momentum für
ihr Team herstellen zu wollen und daher geht es weiter.
Stella zeigt nun selber die Kombi aus Superkick und Spinning
Heel Kick, mit der ZK sie zu Beginn getestet hatte, aber sie
flippt nicht auf die Beine zurück, sondern rollt
rücklings in den Stand, um Distanz zwischen sich und den
Champion zu bringen, auf dass dieser nicht einfach eine
Attacke starten kann.
Aber
er startet dennoch eine:
Spear!
Zereo
Killer rauscht heran, aber Stella weicht aus und ist mit
einem Sprung hoch aufs zweite Ringseil – aber das hat
Zereo Killer erwartet, springt seinerseits hoch aufs zweite
Seil und noch ehe Stella weiß was los ist, springt
Zereo Killer erneut und pflückt Stella per Huracanrana
vom Seil herunter!
Die
erste gelungene Aktion lässt die Fans vor Spektakel
ausflippen und Morbeus nickt in seiner Wechselecke –
natürlich ist es Zereo Killer, dem hier die Aktion
gelingt und nicht der Titelträgerin aus der Takutuka
Liga. Mad Dog wiederum bleibt in seiner Wechselecke auch
völlig ruhig. Er weiß, dass nicht die erste
gelungene Aktion ein Match entscheidet, sondern die Letzte.
Das beweist sich der schnell, als Zereo Killer die Stellare
packt und mit Morbeus wechseln will, denn kaum ist seine
Aufmerksamkeit weg von Stella und hin zum Partner, da erhebt
sich diese, packt in einer flüssigen Bewegung sein
rechtes Bein und hakt ihren Kopf unter seiner Schulter ein:
Shin Breaker!
Zereo
Killer liegt am Boden und hält sich das Knie, genau die
Position in der Stella nun zu gern nachsetzen würde,
aber der Wechsel mit Morbeus war erfolgreich und so zieht
sich der Leitstern des Professional Wrestling lieber zurück
und wechselt ihrerseits mit Mad Dog. Letztlich konnte dann
also doch weder Zereo Killer noch Stella echtes Momentum für
ihr Team kreieren – noch nicht zumindest.
Jetzt
heißt es aber erst mal Morbeus gegen Mad Dog, eine
mögliche Vorschau auf das FORGE Halbfinale. Sowohl der
1,84 große Kanadier als auch die 1,94 große Töle
lassen es behutsam mit abtastenden Aktionen wie Lock Ups
angehen, sie haben beide keine Absicht durch eine überhastete
Aktion dem Gegenüber eine freie Aktion zu gewähren.
Weniger Tempo als zuvor mit Zereo Killer und Stella Nova,
aber nicht weniger spannend, wie beide miteinander ringen und
Schritt für Schritt versuchen den jeweils anderen in
eine günstige Position zu manövrieren. Morbeus
sucht die Position für einen Suplex oder auch nur ein
paar Punches, während Mad Dog eindeutig Morbeus auf die
Matte kriegen will. Im Vorfeld hatten die Mad Stars ja
kommuniziert, dass geschwächte Beine ihrer Gegner ihnen
das Match leichter machen und auf ihre gefährlichen
Aktionen hinarbeiten, von daher ist diese Marschroute keine
Überraschung.
Ebenfalls
keine Überraschung, dass Morbeus den Mattenkampf
vermeidet und vielmehr versucht das Geschehen in Richtung der
Seile zu verlagern. Das gelingt auch und schon setzt es einen
deftigen Chop – den Mad Dog jedoch prompt mit einem
Punch beantwortet. Für ein, zwei Momente tauschen dann
beide Schläge und Chops aus, ehe sie wieder auf Distanz
gehen. Sich einfach nur dickköpfig prügeln als
gewalttätiger Schwanzvergleich wo derjenige, der sich
durchsetzt den Größeren hat macht vielleicht Sinn
in einem Einzelmatch, aber in diesem Tag Team Kampf macht es
für beide Seiten wenig Sinn vorschnell einen brachialen
Abnutzungskampf zu starten, nein, eine günstige
Gelegenheit, um mit Double Teaming zu beginnen soll her.
Dafür ist es ja ein Tag Team Match.
Als
ringen sie weiter und tauschen dabei ein paar Schläge
aus wann immer es opportun erscheint, bis Mad Dog dann doch
mal Zugriff kriegt und nach einem Drop Toe Hold versucht in
einen STF zu gehen – was Morbeus erstaunlich
bereitwillig zulässt. Mad Dog vermutet schon eine Falle
und Stellas Zuruf sofort abzuhauen bestätigt dies: Zereo
Killer steht bereits auf der Ringecke und wollte die
Situation zum Shooting Star Stomp ausnutzen.
Die
Mad Stars wechseln wieder miteinander und Zereo Killer hält
auch die Hand hin – für einen Moment überlegt
Morbeus, da er schon gerne selber Stella aufzeigen würde,
dass seine Aussagen auf Wahrheit basieren und sie ihm nicht
gewachsen ist, aber dann wechselt er doch, womit wir zurück
beim Duell der Spektakulären sind, die nun also eine
zweite Chance haben das Match für ihr Team in die
richtige Richtung zu lenken. Zereo Killer zeigt sich dabei
sogleich wieder agil und gewillt ein paar schnelle Tritte zu
zeigen, aber Stella verweigert es dieses Mal völlig –
im Duell des Tempos hat Zereo Killer sie besiegt, das braucht
sie nicht noch mal. Stattdessen präsentiert sie sich in
geduckter Haltung, ringerisch, definitiv darauf aus Zereo
Killer in die Waagrechte zu verfrachten und mit seinen Beinen
da weiterzumachen, wo sie eben aufhören musste.
Zereo
Killer ist aber nun auch nicht ganz nutzlos auf der Matte und
lässt sich darauf ein – während Stella auf
seine Beine zielt, will er sie am Arm packen und in den Cross
Armbreaker zwingen. Als ihm das fast gelingt flüchtet
Stella aber rasch in die Seile und rollt sich dann aus dem
Ring, mit dem Rücken zu Zereo Killer. Das ist ja nun
eigentliche eine Aufforderung zum Sasuke Special, oder?
Ja,
das ist es. Wortwörtlich.
Stella
weiß genau was sie da macht – sie provoziert die
Aktion, im Vertrauen darauf, dass Mad Dog ihr im richtigen
Moment sagt wann sie ausweichen muss, auf dass Zereo Killer
ins Leere springt. Morbeus erkennt das und als Zereo Killer
Anlauf nimmt, hält er ihn zurück und wechselt sich
ein. Der Kalifornier scheint dem Kanadier begreiflich machen
zu wollen, dass er einen Plan hatte, aber den hat Morbeus
auch. Ray Douglas steigt vom Apron und eilt von außen
auf Stella zu, während Zereo Killer nun doch Anlauf vom
inneren des Rings nimmt – ein Zangenangriff!
Doch
mitten in seinen Anlauf hinein entert Mad Dog den Ring und
stellt sich in den Weg, was es Stella erlaubt sich komplett
auf Morbeus zu konzentrieren und ihn in dessen Lauf mit einem
tief gesprungenen Dropkick zu empfangen, der den Kanadier
einen ungewollten Purzelbaum schlagen lässt. Abgeschirmt
von Mad Dog erklimmt Stella danach sofort auf den Apron und
wirft sich per Running Shooting Star Press von dort auf
Morbeus!
Die
Fans grölen begeistert, doch als Stella nachsetzen will,
packt Morbeus sie einfach am Schurz und zieht sie mit seinem
klaren Plus an Kraft in die Tiefe, womit sie dem Apron einen
Headbutt verpasst, der ihr sehr viel mehr Schmerz bereitet
als dem Apron. Im Ring bearbeiten sich derweil Mad Dog und
Zereo Killer mit ein paar Kicks, wobei die von Mad Dog
insgesamt zielgenauer sind und häufiger da treffen, wo
er es will – entweder in die Rippengegend von ZK oder
an dessen Beinpartie. Da zeigt sich dann doch wer sich bisher
mehr ausgeruht hat und wer viel in ein Duell mit viel Tempo
investiert hat.
Morbeus
wiederum klatscht Stella noch mit einer Art Release Back
Suplex auf den Apron (härteste Stelle des Rings
übrigens, abgesehen von den Ringecken), ehe er die
Stellare in diesen hinein rollt und auch selber den Squared
Circle betritt. Jack Bobo bedeutet daraufhin Mad Dog und
Zereo Killer in ihre Ringecken zurückzukehren, immerhin
sind Morbeus und Stella diejenigen, die offiziell in den Ring
gehören. Die beiden kehren auch in ihre Ringecke zurück,
wobei Mad Dog es sich nicht nehmen lässt dabei im
Vorbeigehen Mad Dog noch einen Elbow zu verpassen, der ihn
kurz von Stella ablenkt, was diese sofort nutzt, um auf die
Beine zu flippen und Morbeus per Dropkick zu überraschen.
Der reißt aber geistesgegenwärtig die Arme hoch
und so tritt Stella in einen Block. Dennoch kann sie die
Situation nutzen, um sich an Morbeus vorbei zu rollen, ihn am
Bein zu packen und gleichzeitig eine Hand auszustrecken, um
Mad Dog einzuwechseln!
Während
Morbeus noch versucht die lästige Klette aus Indien von
seinem Bein zu lösen nimmt Mad Dog Anlauf und versetzt
Morbeus einen deftigen Clothesline, der diesen in die
Ringecke taumeln lässt. Dort setzt es ein, zwei Chops
von Mad Dog, während Stella Anlauf nimmt zum Handspring
Elbow – und als dieser sitzt blockiert wiederum Stella
den Kanadier für Mad Dogs Dog Bite! Damit nicht genug:
als Morbeus nach vorne taumelt springt Stella den nächsten
Poison Rana – aber wie schon zuvor Zereo Killer blockt
auch Morbeus die Aktion… nur dass dieses Mal Mad Dog
da ist, der den nächsten Spin Kick vollzieht und somit
Morbeus Blockade aufbricht! Der Poison Rana gelingt! Was eine
Aktionsstafette!
Während
Stella den Ring verlassen muss gibt es das erste Cover, aber
Morbeus kommt raus – und selbst wenn nicht, Zereo
Killer wäre da gewesen. Mad Dog setzt aber sofort nach,
Ansatz zum Boston Crab, den Morbeus zu blocken versteht, aber
Mad Dog greift um und begnügt sich mit dem halben
Boston, der Morbeus dazu zwingt einige Energie zu verpulvern,
um sich in die Seile zu retten, während ihm das Bein
verdreht wird. Genau das, was gegen die Mad Stars besser gar
nicht passieren sollte, Beinschaden summiert sich schnell und
das verringert nicht nur das Tempo, sondern macht auch die eh
schon gefährlichen heftigeren Aufgabegriffe der Mad
Stars umso gefährlicher.
Im
Seil angekommen macht Mad Dog keine Anstalten früher zu
lösen als nötig und tritt schnell noch mal in die
Kniekehle nach, als er es dann doch muss. Während er
sich dann von Jack Bobo etwas über Fairness anhört
nutzt Stella Nova die Gelegenheit um dem über dem
untersten Seil hängenden Morbeus auch noch einen
Dropkick zu verpassen, bei dem sie selber auf dem Apron zu
liegen kommt und sich somit rasch erheben kann, um wieder mit
Mad Dog zu wechseln. Der nimmt Morbeus hoch in Electric Chair
Position und Stella erklimmt die Ringecke. Doomsday Dropkick?
Doomsday Meteora? Irgendsowas in der Art soll es wohl werden,
aber nun ist es Morbeus, der auf den Kopf von jemandem
hämmert so wie es Stella zuvor bei Zereo Killer getan
hatte – mit demselben Ergebnis.
Morbeus
kommt frei, landet in Mad Dogs Rücken und stößt
diesen nach vorn, womit die Töle in die Ringecke kracht
und Stella die Balance nimmt – zumindest so halb, denn
trotz der Erschütterung kann sich die Seiltänzerin
halten, obgleich mit einiger Mühe, die zudem Zeit
kostet. Zeit, in der Morbeus wieder mit Zereo Killer wechseln
kann. Dann rauscht Morbeus in die Ringecke, um Mad Dog zu
erwischen und Stella erneut per Erschütterung zum
Balanceakt zu zwingen. Als wäre das nicht genug pflückt
Morbeus Mad Dog per Release German Suplex aus der Ringecke,
wonach er sich schnell auf alle Viere dreht und Mike
MacKenzie als Sprungrampe dient, welche dieser nutzt um zu
Stella nach oben zu springen! ZK packt zu und dann heißt
es ab nach unten: Superplex! Aber der ist nur der Auftakt!
Festgehalten, durchgerollt und Snap Suplex! Und noch mal
durchgerollt und Snap Suplex in die Ringecke!
Three
Stages of Hell!
Doch
damit immer noch nicht genug! Morbeus packt sich Stella auch
noch mal zum Elevated DDT, in den sich Zereo Killer sofort
mit einklinkt: Doppelter Elevated DDT! Und Cover! Eins! Zwei!
DrNEIN! Mad Dog stürzt sich auf Morbeus und zusammen
purzeln sie auf das Cover, was dieses aufbricht! Doch das war
nun verdammt knapp und die Champions sind nun in Fahrt. Jack
Boo gestikuliert zwar, dass weder Morbeus noch Mad Dog gerade
im Ring sein sollten, doch da heißt es jetzt mal die
lange Leine lassen. Morbeus und Zereo Killer attackieren Mad
Dog im Tandem mit Punches, Kicks und Chops und dann langt
Morbeus per Lariat zu, der sowohl ihn selbst als auch Mad Dog
nach draußen befördert. Damit ist der Weg für
Zereo Killer frei das Ganze zu beenden. ZK packt Stellas Kopf
zwischen seine Oberschenkel und dann geht es aufwärts
wie zu einer Powerbomb, aber statt der Bombe soll es steil
abwärts gehen:
Power
Piledriver!
Aber
nein!
Stella
kontert per Huracanrana in den Pin!
Eins!
Morbeus
erkennt die Gefahr!
Zwei!
Aber
Mad Dog packt ihn und hindert den Kanadier an der Rückkehr
in den Ring!
DreNEIN!
Millimeter
bevor Jack Bobos Hand zum dritten Mal auf die Matte schlägt
kommt Zereo Killer doch noch aus dem Cover heraus! Die Fans
werden laut und feiern dieses Match, das also weitergeht. Und
zwar mit dem Leitstern des Pro Wrestling, die ihre Beinpartie
um ZKs Kopf schlingt und per Tijeras Takedown auf die Matte
befördert – oder auf gut Englisch Headscissor
Takedown. Auf diesen lässt sie einen Headscissor
Chokehold folgen, was ja auch Sinn macht, wo sie Zereo
Killers Kopf schon mal zwischen den Beinen eingeklemmt hat.
Der windet sich aber erfolgreich in die Seile ehe ihm zu sehr
die Luft wegbleibt.
Morbeus
und Mad Dog sind zurück in ihren Wechselecken und so
kann Stella wieder wechseln.
Die
Mad Stars packen Zereo Killers Beine und zwingen ihn zu einem
plötzlichen wie ruckartigen Spagat, was mächtig weh
tut und umso übler wird als Mad Dog beginnt den
Kalifornier an die Leine zu nehmen: Ansatz zum Dog Leash!
Morbeus erkennt die Situation, eilt herbei, fängt sich
aber von der seitlich heran springenden Stella einen Leg
Lariat ein, der ihn ordentlich umhaut – sein eigenes
Momentum wird Morbeus zum Verhängnis! Ist das der
Titelwechsel?! Muss Zereo Killer aufgeben?!
Muss
er?
…
...nein,
muss er nicht, er beißt die Zähne zusammen und
windet sich in die Seile. Die Fans der Mad Stars stöhnen
auf, das hätte es doch jetzt sein dürfen. Aber es
geht weiter. Dennoch: Zereo Killers Mobilität hat das
jetzt ganz bestimmt nicht gut getan und während Jack
Bobo Stella und Ray jeweils in die Wechselecke schickt setzt
die unbekannte Konstante weiter nach und bearbeitet Zereo
Killer mit ein paar Stomps und Kniestößen, ehe es
den nächsten Tag gibt und dann den Ansatz zum Back
Suplex, den Stella per Dropkick garniert: Heavy Hitter!
Zereo
Killer liegt flach und das ist für Stella Nova das
Zeichen die Ringecke zu erklimmen. Sie blickt kurz rüber
zu Morbeus, der bereits von Mad Dog attackiert wird. Alles
ist bereit, der Sprung zum Sieg, der Sprung zum Titel. Die
Karriere, die vor 14 ½ Jahren als Teil eines Tag Teams
begann wird jetzt endlich den ersten Tag Team Titelgewinn
erleben. Der Sprung in die GFCW Geschichtsbücher:
Shooting.
Star. Press.
Eins.
Zwei.
Nein.
Der
Meister des Shooting Star Stomp reißt die Schulter hoch
und die Fans drehen endgültig durch! Auf keinen Fall
lässt sich Zereo Killer von einer Variante seiner
eigenen Paradeaktion besiegen! Stella guckt kurz verbittert,
dann setzt sie nach, verdreht Zereo Killers Beine in den
Indian Deathlock… aber der packt zu und kontert in ein
Small Package!
Eins!
Zwei!
Drneindochnicht!
Stella
kommt raus und orientiert sich sofort zu Mad Dog, der zurück
in seiner Wechselecke ist: Tag! Zereo Killer wiederum robbt
zu Morbeus, der mit fokussierten Blick dasteht, die Hand
angespannt ausgestreckt und bereit in den Ring zu stürmen,
sobald er Zereo Killers Handschlag spürt. Aber Mad Dog
ist schneller, packt MacKenzie an den Beinen und so fehlen
diesem die letzten Zentimeter! Zereo Killer rollt sich auf
die andere Seite, versucht Mad Dog wegzutreten, doch der
packt Zereo Killers linkes Bein zwischen die eigenen Beine
und lässt sich auf die Knie fallen! Zereo Killer schreit
auf, aber reagiert auch sofort! Mit dem freien Bein tritt er
im Liegen eine Art Enzuigiri, der Mad Dog komplett
unvorbereitet am Hinterkopf trifft!
Der
verrückte Hund aus Berlin sackt zur Seite und Zereo
Killer ist frei!
Wechsel
mit Morbeus und der legt los wie die Feuerwehr und versetzt
Mad Dog mehrere Punches, ehe es einen deftigen Swinging
Neckbreaker gibt, nach dem sich Morbeus in Mount Position auf
Mad Dog setzt und weiter Punches verteilt, bis sich dieser
herauswinden kann – doch kaum erhebt sich Mad Dog packt
Morbeus zu und stößt Mad Dog in die Seile. Kaum
kommt der zurückgefedert setzt es den Scoop Powerslam
ins Cover! Aber ehe es auch nur ansatzweise spannend werden
kann ist Stella auch schon da und tritt ihm gegen die Rippen.
Zereo Killer ist zu spät herbei gehumpelt, um das Cover
zu schützen, aber nun ist er da und das eröffnet
Morbeus die Gelegenheit Mad Dog den Rest zu geben:
The
Flanker!
Aus,
vorbei, Titel verteidigt! Das Cover ist pure Formsache: Eins
und Zwei und Satelitte Headscissor! Moment, „Satelitte
Headscissor“ ist kein Synonym für drei! Mit dieser
Aktion hat Stella Zereo Killer auf das Cover geschleudert und
so ist dieses Match tatsächlich noch immer nicht vorbei!
Morbeus eilt angepisst zu Stella, aber die flieht in die
Wechselecke, womit der nur halb bei Sinnen scheinende Mad Dog
zu ihr kriechen kann – bis Morbeus ihm den Weg
blockiert, auf die Finger tritt und dann zu einem Piledriver
ansetzt. Zereo Killer kann gerade keinen Power Piledriver
machen, aber so angeklingelt wie Mad Dog gerade ist tut es
auch ein normaler Piledriver!
...oder
er täte es, wenn er denn durchgehen würde.
Er
geht aber nicht durch: Back Body Drop von Mad Dog!
Morbeus
kracht auf seinen Rücken und Mad Dog kann wechseln!
Stella erklimmt sofort die Ringecke, aber Zereo Killer kommt
herbei gehumpelt, sodass der Shooting Star Crossbody nicht
folgen kann. Sehr wohl aber ein Meteora gegen besagten Zereo
Killer, der hart auf die Matte kracht und danach vom Momentum
getragen durch die Seile nach draußen purzelt! Das ist
jetzt die Chance für Stella! Sie hievt Morbeus auf die
Schultern… Ansatz zur Supernova!
Aber
nein!
Morbeus
befreit sich mit Ellbogenstößen und landet in
Stellas Rücken! Sofort will er zupacken – aber er
kassiert einen Spin Kick in den Nacken von Mad Dog! Der
Schädel brummt noch immer, aber dafür hat es noch
gereicht. Dafür und noch für mehr: Mad Dog hakt von
hinten Morbeus Kopf ein, Ansatz zum MNI. Aber den gibt es
nicht. Vielmehr eilt Stella mit allem Tempo, das sie noch hat
die Ringecke hoch. Und dann heißt es Absprung.
Shooting
Star Press + Reverse DDT aka MNI!
Oder
besser gesagt:
O
N I – Our Name Is… Mad Stars!
Der
Kombinationsangriff geht durch, Stella bleibt auf Morbeus
liegen, Mad Dog blockt Zereo Killer weg: Eins! Zwei! Drei!
Das wars! Wir haben neue Champions! Die Fans sind hin und
hergerissen, sie freuen sich für die Mad Stars, hätten
aber auch nichts dagegen gehabt Zerbeus weiterhin als
Champions zu sehen. Dann aber beklatschen sie einfach alle
Vier, das Match und wie den Mad Stars die Gürtel
überreicht werden, Stella Nova mit merklich feuchten
Augen das Gold zur Siegespose emporstreckt und so einen Hauch
von anerkennendem Nicken von Morbeus erntet, während es
zwischen Mad Dog und Zereo Killer ebenfalls anerkennende
Blicke gibt, da ist die Welt in Ordnung. Ein tolles Match und
ein sportlich faires Ende.
Der
Ringrichter überreicht Mad Dog und Stella Nova die Titel.
Beide sinken erschöpft auf die Knie. Stella küsst ihren
Gürtel. Mad Dog hebt ihn langsam in die Höhe. Das
Stadion feiert. Morbeus sitzt in der Ringecke. Blut läuft
aus einer Platzwunde. Er lächelt Stella zu. Zereo Killer
reicht Mad Dog die Hand. Mad Dog nimmt sie.
Ein
Handschlag.
Respekt.
Pete:
„Genau deswegen liebe ich Wrestling. Heute gibt es keinen
Verlierer.”
Sven
nickt: „Vier Menschen…die sich gegenseitig alles
genommen haben. Und sich trotzdem respektieren.”
KLACK.
Ein
einzelnes Geräusch. Wie eine schwere Tür.
Die
Arena wird dunkel.
Nicht
schwarz.
Nur…
als
hätte jemand der Welt die Farbe genommen.
Ein
dumpfer Herzschlag beginnt.
BUMM…
…
BUMM…
…
BUMM…
Keine
Musik.
Nur
dieser Herzschlag.
Langsam
erscheinen zwei Schatten auf der Bühne.
Titan.
Tha
Bomb.
Sie
laufen nicht.
Sie
marschieren.
Schritt.
Für Schritt.
Als
würde jeder ihrer Schritte bereits feststehen.
Niemand
ruft.
Niemand
provoziert.
Die
Zuschauer buhen. Bomb reagiert nicht einmal. Titan sieht sich die
Zuschauer an. Fast mitleidig. Sie steigen in den Ring. Titan
betrachtet die Titel. Mad Dog hält ihn provokativ hoch. Er
streicht mit zwei Fingern über das Gold. Dann schaut er Mad
Dog an.
Titan:
„Glückwunsch.”
Mad
Dog: „Danke.”
Titan
lächelt. Ein ehrliches Lächeln.
Titan:
„Genieß den Moment.”
Kurze
Pause.
Titan:
„Geschichte ist grausam.”
Mad
Dog runzelt die Stirn: „Wie meinst du das?”
Titan
antwortet ruhig.
Titan:
„Sie erinnert sich nie…”
Er
schaut auf den Gürtel.
Titan:
„…an den Zweiten.”
Tha
Bomb schlägt hinterrücks und ohne Vorwarnung zu. Ein
brutaler Running Lariat. Mad Dog überschlägt sich. Im
gleichen Moment trifft Titan Stella mit einem Big Boot.
Die
Halle explodiert.
BUUUUUUUUUUUUUUUUUHHHHHHHH
Morbeus
springt sofort auf. Zereo Killer ebenso.
Kein
Zögern.
Sie
werfen sich zwischen T’n’B und die neuen Champions.
Morbeus fängt Bomb mit einem Knee Strike ab. Zereo Killer
trifft Titan mit einem Superkick. Tha Bomb wird aus dem Ring
geschleudert. Titan folgt.
Die
Fans jubeln.
Pete
schreit: „Zerbeus rettet den Champions den Abend!”
Vier
gegen zwei. Das Blatt scheint sich zu wenden. Mad Dog stellt sich
wieder hin. Stella trotz Schmerzen ebenfalls. Die vier Faces
stehen Schulter an Schulter. Ein starkes Bild.
Titan
wischt sich das Blut aus dem Gesicht.
Dann…lächelt
er.
Nicht
verzweifelt.
Sondern…zufrieden.
Tha
Bomb: „Jetzt…”
Er
blickt Titan an.
Titan:
„…ist das Fundament vollständig.”
Pete
versteht den Satz nicht. Er schaut skeptisch.
Pete
„Was meint er?”
Sven
schweigt.
Ganz
oben auf der Tribüne bewegt sich eine Gestalt.
Langsam.
Schritt
für Schritt.
Nicht
hastig.
Nicht
versteckt.
Ein
dunkler Mantel.
Eine
eiserne Maske.
Die
Zuschauer beginnen zu zeigen.
Pete:
„Wer ist das?”
Die
Gestalt steigt die Stufen hinunter.
Sie
läuft durch das Publikum.
Niemand
hält sie auf.
Als
hätte sie das Recht, dort zu sein.
Morbeus
bemerkt sie zuerst.
Er
dreht sich um.
Zu
spät.
HEADBUTT.
Morbeus
sackt zusammen.
Zereo
Killer reagiert sofort.
Superkick.
Die
Gestalt fängt den Fuß.
Verdreht
ihn.
Spinebuster.
Der
Ring bebt.
Pete
schreit: „Nicht schon wieder!”
Da
ertönt erneut Musik. Diesmal aus dem Entrance.
Schwer.
Nordisch.
Thor tritt auf die Bühne. Die Halle hält den Atem an.
Der erste Heavyweight Champion. Der Gründer einer Legende.
Er marschiert wortlos zum Ring. Mad Dog stellt sich ihm entgegen.
Thor
blickt ihn nur an.
Ein
einziger Running Lariat.
Mad
Dog dreht sich beinahe in der Luft.
Stella
springt Tha Bomb an.
Powerbomb.
Morbeus
kämpft weiter.
Titan
beendet ihn mit dem Kroll-Prozess.
Zereo
Killer schlägt auf alle ein.
Er
kämpft allein.
Bis
der Unbekannte ihn am Hals packt.
Langsam.
Die
unbekannte Gestalt greift an ihre Maske.
Sie
hebt sie nicht dramatisch.
Sie
nimmt sie einfach ab.
Als
wäre es nie wichtig gewesen, sie zu tragen.
Pete
verstummt. Schockiert.
Sven
flüstert: „Odin…”
Thor
sieht ihn an.
Odin
sieht Thor an.
Keine
Umarmung.
Keine
Emotion.
Nur
ein Nicken.
Zwanzig
Jahre Freundschaft. In einer einzigen Bewegung.
Odin
geht auf Morbeus zu. Der versucht aufzustehen. Odin kniet sich
sogar kurz zu ihm herunter.
Odin:
„Du hast Herz.”
Morbeus
schaut ihn an. Odin nickt anerkennend.
Odin:
„Schade.”
Ein
brutaler Big Boot. Morbeus bleibt regungslos liegen. Zereo Killer
versucht erneut aufzustehen um zu kämpfen. Thor hält
ihn fest. Tha Bomb fixiert seine Arme. Titan grinst…und
tritt zur Seite. Odin holt aus.
Ein
einziger Schlag.
Zereo
Killer sackt zusammen. Nicht übertrieben. Nicht blutig.
Einfach…ausgeschaltet.
Jetzt
stehen sie im Ring.
Tha
Bomb.
Titan.
Thor.
Odin.
Vier
Männer. Perfekt verteilt. Wie vier Säulen. Zwischen
ihnen bleibt eine Lücke. Niemand versteht warum.
Dann…klingelt
ein Handy.
Nicht
laut. Fast unscheinbar.
Titan
greift in seinen Mantel. Ein altes Mobiltelefon. Er schaut auf
das Display.
Lächelt.
Er
nimmt an. Er sagt nur ein Wort.
Titan:
„Ja.”
Die
Stimme aus dem Lautsprecher ist ruhig. Fast freundlich.
Titan
„Dann öffnet die Türen.”
Titan
legt das Handy langsam auf die Ringmatte. Der Titantron bleibt
schwarz.
Keine
Videos.
Keine
Musik.
Nur
eine Tür am Halleneingang öffnet sich. Ein einzelner
Mann tritt ein.
Schwarzer
Mantel.
Maßgeschneiderter
Anzug. Eine alte, abgegriffene Bibel unter dem Arm.
Er
läuft nicht langsam.
Nicht
schnell.
Er
geht mit der Selbstverständlichkeit eines Mannes, dem alles
gehört. Die Zuschauer buhen. Immer lauter und lauter.
Er
lächelt.
Nicht
spöttisch.
Fast
liebevoll.
Als
würde ihn das freuen.
Pete
flüstert: „Wer…”
Sven
antwortet: „Al Spawn Simmons.”
Simmons
steigt in den Ring.
Er
stellt sich nicht vor die vier.
Nicht
daneben.
Er
tritt genau in die freie Lücke.
Die
vier Säulen schließen sich um ihn.
Jetzt
ergibt das Bild Sinn.
Er
öffnet langsam die Bibel.
Er
schaut nicht hinein.
Er
kennt den Inhalt längst.
Dann
beginnt er zu sprechen.
Leise.
So
leise, dass die Halle automatisch verstummt.
Al
Simmons: „Menschen…”
Er
lächelt.
Al
Simmons„…sind faszinierende Geschöpfe.”
Er
blickt ins Publikum. Auch hier…Schockstarre.
Al
Simmons: „Sie glauben…dass Geschichte von Siegern
geschrieben wird.”
Er
schüttelt langsam den Kopf.
Al
Simmons: „Nein.”
Lange
Pause.
Al
Simmons: „Geschichte wird von denen geschrieben…die
lange genug leben…um sie zu erzählen.”
Er
hebt die Bibel.
Al
Simmons: „Und wenn euch die Geschichte nicht gefällt…”
Er
schlägt das Buch zu. Der Knall hallt durch die Arena.
Al
Simmons: „…schreibt ihr einfach eine neue.”
Er
geht langsam zwischen Titan und Bomb hindurch. Legt eine Hand auf
eine der vier Schultern.
Al
Simmons: „Ihr habt sie Helden genannt. Dann Monster. Dann
Relikte.”
Er
lächelt.
Al
Simmons: „Heute…”
Pause.
Al
Simmons: „…nennt ihr sie Feinde.”
Er
blickt direkt in die Hauptkamera.
Al
Simmons: „Der Name interessiert mich nicht.”
Er
hebt den Arm. Die vier Männer legen gleichzeitig ihre rechte
Hand auf den Ringboden. Simmons spricht den letzten Satz.
Ganz
ruhig.
Fast
flüsternd.
Al
Simmons: „Vergesst niemals…”
Er
sieht in die Kamera.
Al
Simmons: „…Apokryphen verschwinden nicht.”
Noch
eine Pause.
Al
Simmons: „Sie warten.”
Er
schließt die Augen.
Al
Simmons: „Wir sind…”
Die
vier Männer antworten wie aus einem Mund:
Al
Simmons: „…das Fundament.”
Simmons
öffnet die Augen. Ein kaum sichtbares Lächeln huscht
über sein Gesicht.
Al
Simmons: „Und wir…”
Lange
Stille.
Al
Simmons: „…sind The Apocrypha.”
Die
Arena versinkt in Dunkelheit. Kein Feuerwerk. Keine Musik. Nur
das Bild von fünf Gestalten, die wie ein Tempel aufgebaut
sind – vier tragende Säulen und in ihrer Mitte der
Mann, der ihnen Sinn und Richtung gibt. Dieses Schlussbild wirkt,
ohne dass es erklärt werden muss. Es lädt die Zuschauer
dazu ein, sich zu fragen, was diese Gruppierung wirklich vorhat –
und genau das ist der stärkste Cliffhanger für die
nächsten Shows.
Ein Mann. Er
steht vor einem Bluescreen und hat ein Mikrofon in der Hand.
Gekleidet in einen roten Pullunder und mit einer dicken
Hornbrille auf der Nase gibt er den perfekten Nerd ab. Auf ein
Signal hin fängt er an, seine Redezeit von dreißig
Sekunden zu nutzen.
Mann:
Ich bin Alfred, 47 Jahre alt und studiere Informatik im
dreiunddreißigsten Semester. Mein Abitur habe ich mit 1,2
abgeschlossen und mein IQ liegt bei 155.
Aus der
Bildschirmecke kommt ein Mann im Anzug in das Bild marschiert. Es
ist Danny Rickson.
Danny
Rickson: Ich bin trotzdem besser.
...
Ein Mann. Er
steht vor einem Bluescreen und hat ein Mikrofon in der Hand.
Gekleidet in rotes Poloshirt und mit einer Sonnenbrille auf der
Nase gibt er den perfekten Beachboy ab. Auf ein Signal hin fängt
er an, seine Redezeit von dreißig Sekunden zu nutzen.
Mann:
Ich bin Kevin, 26 Jahre alt und der Checker von Malle. Jeden Tag
pumpe ich im Fitnessstudio meine Hanteln.
Aus der
Bildschirmecke kommt ein Mann im Anzug in das Bild marschiert. Es
ist Danny Rickson.
Danny
Rickson: Ich bin trotzdem besser.
...
Ein Mann. Er
steht vor einem Bluescreen und hat ein Mikrofon in der Hand.
Gekleidet in eine lässige Baggyjeans und mit einer Cap auf
dem Schädel gibt er den perfekten Rapper ab. Auf ein Signal
hin fängt er an, seine Redezeit von dreißig Sekunden
zu nutzen.
Mann:
Ich bin G-One, 30 Jahre alt und Hip-Hop Künstler. Meine
Tracks enthalten die dicksten Punchlines und ich habe den
krassesten Flow.
Aus der
Bildschirmecke kommt ein Mann im Anzug in das Bild marschiert. Es
ist Danny Rickson.
Danny
Rickson: Ich bin trotzdem besser.
…
Eine Nachricht
erscheint auf dem Titan-Tron:
Und wenn du denkst, dass du der Held der Welt bist, dann denke
an dieses: