Sven: „Die ist er. Der ehemalige und somit beste GFCW World Champion, den diese Liga ja gesehen hat. Der GFCW-Wrestler des Jahres 2025 und somit bester „GFCW-Wrestler des Jahres“, den diese Liga je gesehen hat. Schlicht und ergreifend, der beste Mensch, den diese Welt je gesehen hat… ALDOOO NEROOO!“

Pete: „Oh Gott…“

Sven: „Lach du nur, aber tief in dir drinnen weißt du, dass ich recht habe. Das hier ist Aldo Neros Welt und wir leben nur in ihr.“

Pete: „… wenn du meinst. Ich jedenfalls… ja, ich freue mich auch Aldo zu sehen. Er scheint verändert, seitdem er zurückgekommen ist und heute kämpft er nicht mal wirklich für sich, heute kämpft er… ja, man mag es kaum glauben, aber heute kämpft er für The End und…“

Sven: „… für die Familie!“


Seit Title Night hat Aldo Nero kein Match bestritten und jetzt, hier und heute wird sich das ändern. Dabei ergibt sich ein Bild, dass wir zwar lange Zeit nicht gesehen haben, dass aber doch gewohnt ist: Aldo Nero, der in ein orangenes Licht tritt, mit einem Corleone-Bruder hinter sich – diesmal jedoch nicht James Corleone, sondern Onkel Sal.

Die Fan-Reaktionen überraschen dabei, am heutigen Abend, kaum, denn die sind geschlossen positiv. Lautstark wird einer der Lokalmatadore empfangen und vermutlich ist er sogar noch lokalmatadoriger, als sein championhafter Quasi-Bruder, der im heutigen Main Event antreten wird. Ob unbehelligt, weil Refuse to Age vom Ring verbannt ist? Tja, genau darum geht es im folgenden Kampf.

Aldo scheint die positiven Reaktionen nicht in der Form erwartet zu haben. Er versucht so wenig wie möglich darauf einzugehen und sich nichts anmerken zu lassen, als er seinen Weg zum Ring antritt. Nach einem kurzen Blickabtausch mit Onkel Sal läuft er schließlich zum Ring. Ohne mit den Fans abzuklatschen und dennoch etwas… naja, ist gerührt das richtige Wort? Mit zunehmender Zeit an Jubel wird es schon sichtbar, dass ihn dieser Zuspruch nicht kalt lässt.

Und auch das ist wenig verwunderlich, schließlich hat sein eigentlicher Vater ihn wenig mit „Liebe“ überschüttet.

Aldo läuft in Richtung Ring, in Richtung Comeback und in Richtung Rache und Vergeltung für seine Familie.


Conquest of Paradiise ist geblieben, sonst jedoch bietet der Entrance von Darragh Switzenberg ein ganz anderes Bild als alles, was man gewohnt ist. Und das liegt nicht an einer besonderen Inszenierung des Kanadiers, sondern am genauen Gegenteil: Dem Fehler jeglicher Extravaganz.

Wo sich Switzenberg sonst ewig Zeit ließ, um herrschaftlich zum Ring zu schlendern, geht er nun schnellen Schrittes und ohne Getöse, ohne Aufsehen, ohne Feuerwerk voran. Der neue Switzenberg, dem es um den Sport geht. Der eine neue Geschichte schreiben will - ist dieser glanzlose Auftritt eine bewusste Symbolsetzung für den neuen Weg?


Die Fans jedenfalls sind zwar irritiert ob Switzenbergs zackigem Entrance, doch trotzdem sind die Reaktionen auf ihn besser als je zuvor. Er ist kein strahlender Held, der Jubelstürme kassiert, aber nach seiner Hilfe für die Familie Corleone hat ihm ein Teil der Fans das geschenkt, was er sich von Aldo und End erhofft: Einen Vertrauensvorschuss. Ist die Galaxy einfach nur nachgiebig - oder naiv? Ist dies wirklich ein neuer Mann? Ein neuer Switzenberg?


Optisch jedenfalls ist Switzenberg beeindruckend wie zuvor. Jeder Muskel ist prall und an der genau richtigen Stelle, sein Körper ist mit einem Wort am besten beschrieben: Makellos. Die Glatze ist frisch geschoren, seine Beine stecken in langen dunklen Tights. Dazu weiße Stiefel. Als er zügig den Squared Circle betreten hat, liegt sein Blick auf den Gegnern. Vor allem auf Jake. Jenem Mann, den er - im Wrestlingjargon ausgedrückt - “erschaffen”. Ohne ihn wäre Jake nicht hier. Und doch stehen sie jetzt auf unterschiedlichen Seiten. Weil sie beide neue Wege gehen. Doch wer befindet sich auf dem richtigen…und wer auf dem Irrweg?


Tag Team Match:
Wenn Refuse to Age verliert, sind sie im Main Event im Ring verbannt

Aldo Nero & Darragh Switzenberg vs. Refuse to Age (Hollywood Jake & Robbin Zick)

Referee: Mike Kontrak

In Sizilien (und für Sven) ist heute schon Weihnachten, denn der große Wunsch wird direkt zu Matchbeginn erfüllt: Aldo Nero darf starten. Unter frenetischem Jubel steigt der Sizilianer in den Ring und lässt die Schultern kreisen. In seiner Ecke steht Switzenberg und gibt aufmunternden Applaus. Eine selbstlose Geste, bei der sich mehrere Anwesende verwundert die Augen reiben (müssten).

Die Glocke läutet. Und Aldo Nero geht sofort einen Schritt nach vorn. 18.000 Menschen in Catania wollen sehen, wie Refuse to Age heute Abend aus der Arena fliegt.

Hollywood Jake startet für seine Seite. Er schaut zu Robbin Zick, dann zu Nero, dann zu Salvatore Corleone draußen am Ring. Ein Grinsen zieht über sein Gesicht, zu breit für einen Mann, der gleich mit einem ehemaligen World Champion im ersten Match nach dessen Comeback ringen muss. Doch mit seinem Stable im Rücken fühlt sich der Riesaer offenbar unschlagbar.



Sven: „ALDOOOO NEROOOO!“


Jake hebt die Hand zum Lock-up. Nero schlägt sie weg.


YEEEEEEAAAAAH!“


Und rammt ihm einen Forearm an die Brust. Der RtAler stolpert und muss einen Schritt zurück machen. Da holt Nero schon wieder aus. Zweiter Forearm an die Brust. Noch einer. Jake landet in der Ecke, Aldo setzt mit kurzen Schlägen zum Körper nach. Mike Kontrak geht dazwischen, zählt an, und Nero löst bei vier.


Sven: „Es tut mir wirklich leid für Robbin und Jake, das sind wirklich sympathische Kerle, aber heute ist ALDOOO NEROOOOO-Zeit.“


Doch ausgerechnet inmitten Svens Lobhudelei macht Nero den ersten kleinen Fehler. Er setzt nicht schnell genug nach und gibt dem Riesaer so die Chance, aus der Ecke zu kommen. Jake nutzt die Lücke für einen Low Dropkick gegen das Knie. Aldo stolpert, Jake setzt sofort einen Kneeling Uppercut hinterher.

Jake zerrt Nero in die eigene Ecke und taggt Robbin Zick ein. Ja, das könnte heute eine Methode sein: Viele schnelle Wechsel. Denn individuell sind die Beiden ihren Gegnern unterlegen, das steht außer Frage.

Zick kommt mit Schwung über das dritte Seil, trifft einen Elbow gegen Aldos Rücken und zieht den Lokalmatador in einen Swinging Neckbreaker.

Cover.

1...

Nero drückt ihn mit Leichtigkeit weg.

Zick schüttelt kurz verärgert den Kopf, doch bleibt am Ball. Er tritt Nero gegen die Schulter, zeigt Richtung Main-Event-Grafik, die an einer der Tribünen befestigt ist, und ruft etwas über Danny Rickson. Die Buhrufe werden schärfer.

Aldo richtet sich auf und schubst den Hannoveraner weg. Robbin macht eine Rolle rückwärts, federt wieder auf die Seile, doch da stürmt Nero bereits heran. Und er erwischt Zick mit einem Running Lariat, der den Norddeutschen einmal quer auf die Matte legt.

Tag zu Darragh Switzenberg.

Der Kanadier steigt über das Seil, und das Publikum ist neugierig, wie weit diese neue Version von ihm wirklich geht. War alles nur ein Farce? Oder gibt Switzenberg wirklich Alles für das Wohl eines anderen? Für die Fairness?


Pete: „Schauen wir, ob Darragh Ringrost angesetzt hat. Er stand monatelang nicht im Ring.“


Zick will ihn direkt überraschen, doch Switzenberg fängt den Angriff ab und wirft ihn mit einem…

Belly-to-Belly Suplex.

Robbin knallt auf die Matte und als der Ring vor Wucht zu federn beginnt, springt das Publikum jubelnd auf. Frei nach der Motto: Der Partner meines Freundes ist auch mein Freund. Und so genießt Switzenberg eine Portion der Nero’schen Liebe.

Switzenberg grinst ins Publikum. SO fühlt es sich also an, einer der Guten zu sein? Ein völlig neues Gefühl,

Doch er sollte es nicht zu lang genießen, denn am Ring gibt es jemanden, der eine offene Rechnung mit ihm hat.

Und das ist Hollywood Jake. Sein einstiger Assistent.

Und heutiger Feind.

Die Zwei tauschen Giftblicke aus, dann steigt Jake durch die Seile und stürmt schreiend auf Darragh zu.

Doch Darragh hebt nur lässig das Bein.

Big Boot!

Jake geht unter Jubel zu Boden und rollt sich aus der Gefahrenzone. Sein Racheangriff auf Switzenberg wurde innerhalb von Sekunden beendet. Darragh schaut ihm belustigt hinterher.


Pete: „Ich traue Switzenberg immer noch so weit, wie ich ihn werfen kann. Also gar nicht. Aber er haut gerade die richtigen Leute.“

Sven: „Sei nicht so parteiisch! Das macht man als Reporter nicht!“


Switzenberg bleibt dran. Er hebt Zick zu einem Vertical Suplex hoch, hält ihn kurz in der Luft und lässt ihn sauber fallen.

Die Matte knallt, als Zick unsanft landet.

Dann geht Darragh in den Switzlock-Ansatz.


Pete: „Jetzt könnte der Kampf ganz, ganz schnell zu Ende gehen!“

Sven: „Hoffentlich nicht. Wir wollen mehr von Aldo Nero sehen.“


Switzenbergs Submission. Der Move, der den Krieg gegen Crutch gewann. Doch Zick merkt es früh, stößt sich rückwärts in die Seile und zwingt Mike Kontrak zum Break, kaum dass Darragh die Aktion geschlossen hatte.

Nur eine Spur enttäuscht löst der Kanadier den Switzilock. Er wischt sich über die frisch polierte Glatze, lässt die Schultern locker und wendet sich wieder dem Gegner zu, der grad auf die Beine kommt.

Doch da greift Jake von außen nach Darraghs Fuß, nur kurz. Switzenberg dreht sich zu ihm. Genau diese Sekunde nutzt Zick für einen…

Running Dropkick.

Darragh taumelt und fällt in die Seile, bleibt aber stehen.

Zick taggt Jake ein. Die beiden arbeiten jetzt schneller. Gemeinsam kommen sie auf Switzenberg zu, der bei der Übermacht nicht weiß, wen er zuerst angreifen soll. Er schlägt in Richtung Zick, doch in dem Moment wird er am Rücken gepackt. Hollywood Jake hat nun endlich die Chance für den Angriff, den er so ersehnt.

Jake setzt einen Reverse DDT an,

Der Kanadier landet hart auf dem Hinterkopf. Jake covert.

1...

2...

Switzenberg kommt raus!

Erleichtertes Raunen in der Arena.

Jake kniet neben ihm und sagt etwas, das nah genug an Darraghs Ohr gerichtet ist, um privat gemeint zu sein. Switzenberg antwortet nicht. Er schlägt ihm nur mit der offenen Hand an den Kiefer. Jake kippt zur Seite, wütend, und taggt wieder Zick ein.


Sven: „Schon mehrere Minuten ohne Aldo Nero im Ring. Ich halte es nicht mehr aus ☹“


Zick findet gegen Switzenberg zuerst den Griff. Er fängt Darragh nach einem geblockten Forearm an der Hüfte ab und wirft ihn mit einem Northern Lights Suplex auf die Matte. Die Brücke steht sauber.


1...


2...


Switzenberg kommt raus!

Zick bleibt auf ihm, zieht den Kanadier am Hals hoch und klatscht Jake ab. Die Frequenz der Wechsel beginnt dem Publikum, auf die Nerven zu gehen. Die Buhrufe werden noch einmal lauter. Zwar machen die Beiden nichts Illegales, doch es fühlt sich so an.

Hollywood Jake steigt ein, nimmt kurz Maß und trifft einen Kick gegen den sitzenden Switzenberg. Darragh kippt nach hinten, Jake setzt den Neck Wrench an und zieht so fest, dass Switzenberg mit den Stiefeln über die Matte scharrt.

Aldo Nero steht auf dem Apron, beide Hände am Seil, und die Arena wird lauter, sobald Darragh sich in seine Richtung robbt. Ganz Catania ersehnt den Wechsel.

Und Switzenberg schafft es, sich auf die Beine zu stemmen.

Jake löst den Griff, zieht Switzenberg zurück und will ihn mit einem Back Suplex ablegen. Darragh aber stemmt die Füße in die Matte, dreht den Oberkörper heraus und trifft einen…

Jawbreaker.

Jake stolpert rückwärts in seine Ecke, Zick taggt sich blind ein und rauscht sofort los. Ansatz zu Clothesline.

Der Kanadier blockt den Ansatz, schlägt Zick den Ellbogen ans Ohr und wirft ihn mit einem German Suplex quer durch den Ring.

Jetzt liegt der Weg frei.

Switzenberg deutet auf seinen Partner.

AL-DO!“

AL-DO!“

AL-DO!“

Switzenberg marschiert in seine Ecke, Zick greift noch nach seinem Fuß, aber Darragh tritt ihn ab und schlägt in Aldos Hand ein. Der Tag löst in Catania stürmischen Jubel aus.


Sven: „JAAAAAAAAAA!“


Nero steigt durch die Seile und empfängt Zick mit einer Running Lariat. Jake kommt ebenfalls rein, doch wird von Aldo am Halsansatz gepackt und mit einem Spinebuster auf die Matte gehämmert.

YEEAAAAAAAAAAH!“

Die Arena steht Kopf.

Zick richtet sich an den Seilen wieder auf, schüttelt den Kopf und läuft direkt wieder auf Aldo Nero zu.

In einen Uranage.


Sven: „Er ist ON FIRE! Aldo ist der lebendige Ätna.“


Aldo bleibt über Zick stehen, die Brust arbeitet, der Blick wandert kurz zu Salvatore Corleone am Ringrand.

Der alte Mentor hebt nur zwei Finger und deutet zur Ringmitte. Fokus.

Aldo nickt, zieht Zick hoch und stemmt ihn zur Pop-Up Powerbomb an. Zick strampelt sich frei, landet hinter Nero und flüchtet in die Seile. Aldo dreht sich, nimmt Anlauf und will den Battering Ram. Doch Jake greift von draußen nach Zicks Bein und zieht ihn im letzten Moment aus dem Ring. Nero rauscht ins Leere, bremst an den Seilen und sieht, wie Refuse to Age draußen zusammenrückt.

BUUUUUUUUUUUH!“

Jake redet hektisch auf Zick ein, Zick hält sich die Rippen und zeigt auf die Rampe. Aldo will raus, doch Salvatore Corleone hebt am Apron die Hand. Ruhig bleiben. Nero presst die Lippen zusammen, atmet einmal hart aus und bleibt im Ring.

Nachdem Refuse to Age sich beraten haben und der Countout bei Sechs angekommen ist, seufzt Hollywood Jake und ergibt sich in sein Schicksal. Er steigt wieder ein. Nero ist legal, Jake ebenso. Aldo erwischt ihn beim Reinkommen mit einem Schlag gegen die Rippen und schickt ihn in die Seile. NICHTS hat sich durch das Durchschnaufen geändert. Sie sind chancenlos gegen den ehemaligen World Champion.

Erneuter Pop-Up Powerbomb-Ansatz.

Eben noch gegen Zick, diesmal gegen Jake.

Doch Jake macht es genaus wie sein Partner, springt über Nero hinweg und landet hinter ihm. Nero dreht seinen Körper blitzschnell und gibt dem einstigen Switziversler einen Punch mi. Der Riesaer gerät ins Stolpern und läuft in Richtung der Nero’schen Ecke.

Direkt in die Arme von Switzenberg.

Unter dem Jubel des Publikums bekommt Jake einen Handkantenschlag ab. Benommen stolpert er zurück in die Ringmitte. Zurück zu Aldo Nero.

POP-UP-POWERBOMB!

Im dritten Versuch sitzt sie endlich. Der Anfang vom Ende für Refuse to Age?


Sven: „EY!“


Da stürmt mit einem Mal Robbin Zick in den Ring. Er nimmt keine Rücksicht mehr auf legal oder illegal. Er weiß; Wenn er jetzt nicht aktiv wird, ist der Kampf so gut wie verloren.

Nero macht sich bereit. Doch Mike Kontrak ist schneller. Er packt Zick an den Schultern und drückt ihn zurück auf den Apron. Nur widerwillig lässt Zick sich zurückhalten…

und in diesem Moment fliegt das Bein des liegenden Jake hoch.

In Neros Kronjuwelen.

Mike Kontrak hört zwar Aldos Schrei, doch hat durch Zicks Ablenkung nicht gesehen. Der Cheap Shot sitzt. Nero geht auf ein Knie, Gesicht hart verzogen, die Arena kocht vor Wut. Nun will Switzenberg ebenso in den Ring kommen. Um Rache an Jake zu üben für dessen Aktion. Doch Kontrak drückt ihn ebenso bestimmt zurück nach draußen wie er es zuvor bei Zick gemacht hat.

Jake kommt grinsend wieder auf die Beine. 18.000 Buhrufe sind ihm scheißegal. Er hat, was er will: Eine neue Matchsituation. Er legt sofort einen Neck Wrench nach und zieht Aldo in die eigene Ecke. Zick taggt sich ein und steigt auf das zweite Seil. Ax Handle gegen den Rücken des in Position gehaltenen Aldo. Als Jake den Sizialianer loslässt, fällt dieser zu Boden.

Zick und Jake tauschen eine euphorische Umarmung aus, ehe sich der Riesaer auf den Apron begibt. Robbin setzt den Single Leg Boston Crab an.

AL-DO!“

AL-DO!“

AL-DO!“

Aldo brüllt, vor Ärger und vor Schmerz. Er zieht sich Richtung Seile. Zick setzt sich tiefer hinein. Jake klatscht draußen auf den Turnbuckle und motiviert seinen Kollegen. Genauso Switzenberg auf der Gegenseite.

Fast hat Aldo es geschafft. Er greift nach dem Seil, verfehlt um eine Handbreite. Stemmt sich weiter und erreicht es. Kontrak beginnt, Robbin anzuzählen.

Zick löst bei vier. Erleichterung in der Arena.

Aldo bleibt vor den Seilen liegen und muss sich erholen. Der Cheat Shot. Die Submission. Das frisst Körner. Doch vor allem ist sein Gesicht rot vor Ärger. Hier – in seiner Heimat- ziehen die Gegner sowas ab? Man sieht Nero an, dass er am Liebsten sofort weitermachen will. Doch sein Körper braucht die Erholung.

Salvatore Corleone merkt, dass er gebraucht wird. Er geht um den Ring herum und spricht von draußen auf Nero ein. Er klopft mit zwei Fingern auf den Apron und sagt, was er zu sagen hat, nur laut genug, dass Aldo es hört. Ruhig bleiben. Fokus. Der Mentor hält den Blick fest, und Nero atmet durch. Der Moment wirkt klein, aber im Stadion merkt man ihn. Sal gibt Aldo die Kraft, der Provokation zu widerstehen.

Zick merkt es auch. Dass Corleones besonnene Art ihre Taktik kaputt macht. Und das macht Sal zu einer Gefahr.

Der Hannoveraner klatscht mit Jake ab und steigt dann zwischen den Seilen nach draußen und baut sich vor Salvatore auf. Der alte Sizilianer bewegt sich keinen Zentimeter. Er starrt seinem deutlich jüngeren Gegenüber trotzig in die Augen. Das ist der Typ, der ihn zu Hause überfallen wollte. Sein Stolz lässt es nicht zu, klein beizugeben. Oder Angst zu zeigen.

Robbin Zick: „Alter Sack. Verpiss dich! Hau schon ab.“

Zick zeigt auf ihn, dann auf den Backstagebereich.

Sal bleibt kühl.

Da packt Zick ihn hart an beiden Schultern.

Und bei Nero reißt etwas.

Aldo rollt aus dem Ring und stürmt los. Der erste Schlag trifft Zick am Ohr, der zweite an der Brust. Zick taumelt an die Absperrung, Aldo hinterher. Das Gesicht voller Wut. Mike Kontrak beginnt zu zählen.

1...

Jake steht im Ring und grinst. Er merkt, dass Zicks Spontantaktik völlig aufgehen könnte.

2...

Zick hebt die Arme, weicht den wütenden und deshalb unkontrollierten Schlägen Aldos rückwärts aus und lockt Nero die Rampe entlang.

3...

Aldo schlägt weiter, wild, schwer, ungenau. Salvatore ruft ihm etwas hinterher, aber der Lärm im Stadion frisst die Worte.

4...

Im Ring kann Hollywood Jake sein Glück kaum fassen. Er lehnt sich lächelnd an die Seile und verfolgt die Jagdszene draußen: Meter für Meter entfernt sich Aldo weiter vom Ring. Darragh Switzenberg steht auf der Gegenseite auf dem Apron. Er schaut zu Nero, dann zu Jake im Ring.

Man sieht dem Kanadier die Nervosität an.

5...

Jake setzt sich auf das mittlere Seil und winkt Aldo zu. Sein Grinsen wird breiter. Denn Nero bekommt von alledem nichts mit. Er gibt sich seinem Zorn hin.

Da ist dieser Typ, der seinen alten Onkel zu Hause in Sizilien angreifen wollte.

Der sich heute an Sal vergreifen wollte.

Jetzt ist Zeit für Rache. Für Vendetta.

6...

Zick flieht weiter, jetzt schon fast zu langsam, um noch glaubhaft Angst zu spielen. Es geht immer näher Richtung Vorhang.

7...

Switzenberg handelt.

Er steigt in den Ring, packt den schadenfrohen Jake am Hinterkopf und an der Hose und wirft ihn einfach über das oberste Seil nach draußen. Jake kracht vor die Absperrung, die Zuschauer in der ersten Reihe feiern das sofort.

Mike Kontrak bricht den Count ab. Ihm bleibt ja nichts anderes übrig, außer wieder bei 1 zu beginnen. Denn auch wenn Jake nicht freiwillig den Ring verlassen hat, so sind nun beide offiziellen Männer draußen.

Jake sitzt perplex vor der Absperrung.

Er wirkt Switzenberg jeden Flucht entgegen, den er kennt.

Switzenberg verliert keine Zeit. Er rollt aus dem Ring und läuft zur Rampe, wo Nero Zick inzwischen gegen die Absperrung zur Backstage-Area drückt. Darragh stellt sich zwischen die beiden, beide Hände vor der Brust, laut genug, dass es trotz Stadionlärm bei Aldo ankommt.

Nero will an ihm vorbei. Switzenberg bleibt stehen. Er zeigt zum Ring, dann zu einem leidenschaftlich gestikulierenden Salvatore, dann wieder zum Ring. Mach deinen Job. Beende es da drin.

Aldo atmet schwer. Seine Augen bleiben auf Zick, der hinter Switzenberg kriecht und sich den Kiefer hält. Für zwei Sekunden sieht es so aus, als wolle Nero noch einmal los. Der Rachedurst ist noch nicht gestillt.

Doch dann folgt er Switzenbergs Geste und schaut zu Salvatore. Der alte Mentor steht da und deutet auf den Ring. Er spiegelt, was Switzenberg zuvor gesagt hat.

Mach deinen Job. Beende es da drin.

Neros Atem wird ruhiger. Er lässt Zick abziehen und dreht ab Richtung Ring.

Die Arena nimmt den Moment mit, erst als Raunen, dann als Jubel. Aldo Nero läuft zurück zum Squared Circle. Switzenberg folgt ihm, noch immer wachsam. Ein Auge hat er immer auf Zick, damit dieser nicht von hinten heimlich angreift. Und weil Aufmerksamkeit nicht ausreicht, stürmt Switzenberg dann auf Robbin zu und haut ihm eine solche Clothesline vor den Latz, dass der Hannoveraner mit einer Ganzkörperdrehung zu Boden fällt.

Nero währenddessen ist zurück am Ring. Er steht auf der obersten Treppenstufe und nickt Sal zu. Er wird es beenden.

Für die Familie.

Von der anderen Seite kriecht Jake gerade wieder hinein, eine Hand am Rücken, die andere am Seil. Er glaubt, dass er genug Zeit hat, um Nero zu überraschen.

Hat er nicht. Denn Aldo wird von Sal auf die Gefahr aufmerksam gemacht. Jake kommt gerade auf ein Knie, da wendet sich Nero schon um und stürmt durch die Seile.

Der Lokalmatador nimmt Anlauf.

Jake bekommt grad noch die erste Silbe von „Schei…“ auf die Lippen.

Battering Ram.

Der Spear trifft Jake in der Ringmitte. Der Riesaer klappt zusammen. Nero bleibt auf ihm, hakt das Bein fest ein. Mike Kontrak ist da.


1...


2...


3!

Sieger des Matches durch Pinfall: Aldo Nero und Darragh Switzenberg!

Die Glocke läutet, und das Stadio Angelo Massimino kocht vor Leidenschaft. Aldo Nero rollt von Jake herunter und bleibt auf dem Rücken liegen, die Arme ausgebreitet.

Darragh Switzenberg ist zurück und auf dem Apron. Er steht am Seil und schaut nach draußen, wo Robbin Zick begreift, was das bedeutet. Refuse to Age hat verloren. Für den Rest des Abends sind sie raus.


Pete: „Aldo Nero und Darragh Switzenberg gewinnen. Refuse to Age wird aus der Arena verbannt. Danny Rickson muss den Main Event ohne diese beiden überstehen.“

Sven: „Und der entscheidende Punkt war: Switzenberg hält den Laden zusammen. Ich hasse es, das zu sagen, aber Nero hat den Faktor Darragh heute gebraucht, um nicht den Kopf zu verlieren.“


Salvatore Corleone steigt nicht in den Ring. Er bleibt draußen stehen, die Hände auf dem Apron, und schaut stolz und zufrieden zu Nero. Aldo setzt sich langsam auf. Ihre Blicke treffen sich. Sal nickt wieder, diesmal mit einem kleinen Lächeln im Mundwinkel.

Switzenberg bietet Nero die Hand an.

Für einen Moment zögert Aldo. Dann greift er zu und lässt sich hochziehen. Der Jubel wird noch einmal lauter. Jake liegt neben ihnen, Zick steht draußen und schreit Mike Kontrak an, als könne ein Einspruch die Verbannung aus Catania verhindern. Doch dafür haben sie keinerlei Handhabe.

Kontrak zeigt klar zum Ausgang. Security kommt bereits die Rampe herunter.

Refuse to Age protestiert, gestikuliert, flucht. Es hilft nichts. Jake wird von Zick auf die Beine gezogen, beide müssen den Weg nach hinten antreten. Die Fans winken ihnen nach, herzlich ist daran gar nichts. Es gibt „Nananana, hey hey hey Goodbye“-Chants.

Im Ring hebt Aldo Nero die Faust. Switzenberg steht etwas hinter ihm, lässt ihm den Moment, und genau das fällt auf. Kein Drängen ins Bild, kein Versuch, den Applaus zu stehlen. Also so überhaupt nichts Switzenberg’sches. Salvatore Corleone sieht es ebenfalls. Er legt den Kopf schief und denkt nach.

Hat sich Darragh Switzenberg wirklich verändert? Alles spricht dafür.

Andere Fragen hingegen sind eindeutig geklärt: Aldo Nero hat sein Comeback-Match in Sizilien gewonnen. Und später am Abend steht The End gegen Danny Rickson ohne Refuse to Age am Ring.




Dynamite: “Iray.”


Das ist sein Name.

Doch was wird nun von ihm erwartet? Burch steht einfach nur da und blickt Claude Booker aus seinen tiefliegenden, kleinen Augen an. Booker ist nicht allein. Da sind zwei weitere Männer. Breitschultrig, groß. Dynamite Rückversicherung.


Dynamite: “Du bist zurück.”


Booker lässt eine Pause. Iray schweigt.


Dynamite: “Ich habe dich einbestellt, auch wenn du keinen Kampf hast. Ich wollte dir etwas mitteilen.”


Er blickt sich um. Erst nach links, dann nach rechts. Die beiden Sicherheitszeitmänner nicken Dynamite zu - Rückversicherung. Wir sind hier.

Iray spürt, dass ihm diese Gesten etwas sagen sollten. Diese…Nervosität der Drei. Doch er kann es nicht einordnen. Es muss etwas zu bedeuten haben. Er schweigt.


Dynamite: “Den Anwälten unserer Liga ist es gelungen, dass die Strafanzeige des Krankenhauses gegen dich fallen gelassen wird. Wegen deines…”


Der Präsident räuspert sich. Wischt sich über den Nacken.


Dynamite: “...mentalen Zustands nach der Attacke durch Refuse to Age. Das heißt allerdings zwei Sachen explizit nicht: Erstens, dass es nicht einen Zivilprozess geben wird. Darauf haben wir keinen Einfluss. Und zweitens…”


Wieder der Blick zur Security. Diese Rückversicherung.

Iray spürt, wie sich sein Atem beschleunigt. Es ist ein gutes Gefühl. Er leckt sich über die Lippen. Prägt sich die Gesichter der Männer ein. Die unversehrten Gesichter. Noch.


Dynamite: “...ist dein Verhalten trotz allem völlig inakzeptabel.”


Alle starren ihn an. Was nun? Wa erwartet man von ihm? Er gibt ein Grunzen von sich.

Dynamite schüttelt den Kopf. Dann zieht er eine Schreibtischschublade auf. Sie enthält einen Umschlag.


Dynamite: “Verstehst du überhaupt, was ich dir sagen will?”

Iray Burch: “Ich weiß nicht.”

Dynamite: “Ich fürchte, dass es mich nicht besonders überrascht. Ich sag es dir offen und ehrlich, Iray. Du repräsentierst nicht die Werte dieser Liga. Ja, Wrestling ist roh. Ja, bisweilen auch brutal. Doch es gibt Grenzen. Und diese Grenzen werden von dir überschritten. Im Ring. Und auch, wenn das Krankenhauspersonal, das dich behandelt, mit einem gebrochenen Handgelenk nun selbst Patient ist.”


Ah, da war etwas. Eine Erinnerung. Eine…schöne Erinnerung. Da ist sie wieder: Die Erregung in seinem Körper. Iray öffnet den Mund. Hechelt.


Booker ruft ihn aus den Gedanken, indem er mit dem Briefumschlag auf die Tischplatte klopft.


Dynamite: “Wegen dem, was in diesem Brief steht, sind die Beiden da.”


Er deutet nach links und nach rechts. Die Sicherheitsmänner. Iray sieht, wie der Adamsapfel des Einen auf- und ab springt. Wie tief er ihn reindrücken müsste, damit er ganz still ist? Es klingt nach einem schönen Spiel.


Dynamite: “Es ist deine Kündigung.”


Burch legt den Kopf schief. Dynamite schaut ihn an. Als erwarte er irgendeine Reaktion.


Dynamite: “Ist dir klar, was das bedeutet?”


Schulterzucken.

Iray kratzt sich seinen Bart. Seine Augen schweifen im Raum umher. Die Sicherheitsmänner blicken einander verwirrt an.


Mit einem Mal lässt Dynamite den Brief wieder in der Schublade verschwunden.


Dynamite: “Ich weiß nicht wieso, Iray, doch das Schicksal scheint noch Pläne für dich zu haben.”

Iray Burch: “Pläne.”

Dynamite: “Ja. Ich habe die Bitte erhalten, dir eine weitere Chance zu geben. Als Sicherheit wird jemand für dich bürgen.”

Iray Burch: “Shelly.”


Der Präsident lehnt sich in seinem Stuhl zurück.


Dynamite: “Nein. Ich soll dir das hier geben.”


Und wieder verschwindet die Hand in der Schublade. Dann kommt sie wieder hervor. Und hält einen kleinen Gegenstand.

Dynamite wirft ihn zu Iray. Der fängt ihn auf.


Der Gegenstand ist eine Kreuzkette.

Burch fühlt das kalte Metall in seinen Fingern.Versucht, das Kreuz zu verbiegen. Es bleibt starr.


Dynamite seufzt.


Dynamite: “Möge Gott uns allen beistehen.”




Seit rund Anderthalb Jahren ist die rosarot bezopfte Schweinehirtin Monica Shade mittlerweile samt ihrem Stoffschwein/ihrer „Strategin“ Lady Rosi bei GFCW zu sehen und obgleich sie sich in der oberen Hälfte der Card etabliert hat, ist ihr eine Sache bisher nicht vergönnt gewesen: ein Einzelsieg bei einem PPV. Egal ob gegen Aiden Rotari, Ask Skógur, Miria Saionji oder der 3 Way gegen The End und Stella Nova: letztlich war Monica in PPV Matches stets die Besiegte, ihr einziger PPV Sieg war der Gruppenkampf der LPG gegen das Switziverse Unlimited. Jene zwei Gruppen, zu denen sie nun mehr oder minder gehört obgleich beide Gruppierungen auch mehr oder minder Auflösungserscheinungen haben. Eine komplexe wie komplizierte Sachlage, die auf einen simplen Punkt hinausläuft: ein Sieg wäre hier und jetzt echt hilfreich, um die Ausgangslage hierarchisch zu verbessern.

Inwiefern irgendetwas davon gerade durch Monica Shades Kopf geht ist jedoch ungewiss, Gedanken lesen ist ja nun in der Regel keine gängige Fähigkeit und so wissen wir nur sicher, dass Monica Shade hier und jetzt gegen Milly Vermillion antritt, um zu beweisen, dass Milly ihr damaliges Match um den Spot als Herausforderin für Zac Alonsos Intercontinental Title anders ausgegangen wäre, wenn Monica nicht per Stuhl von Miria Saionji abgeworfen worden wäre.

Obgleich die meisten das ohnehin auch so sehen.

Tatsächlich könnte man nun herum philosophieren, dass das Match heute ohnehin ganz anders ist als das Match damals, aber nur weil man es könnte, heißt es nicht, dass man es auch sollte. Denn hier und jetzt ist die Sachlage simpel: es gibt zwei Frauen, die beweisen wollen, dass sie die jeweils andere fair besiegen können und komplizierter als das muss man es nicht machen.


Auf den Auftritt von der Frau im Leoparden-Bikini plus Stiefeln und Armschonern folgt der von Milly Vermillion, die nicht minder selbstbewusst durch den Vorhang schreitet als es bei der Leopardin der Fall war, die derweil wie üblich ihr Stoffschwein auf einen per Kissen gemütlich gemachten Stuhl platziert. Aber das ist ja normal für die blond gelockte Phönixfrau im feurig gefiederten Poncho, deren Einzugsmusik aktualisiert werden musste, da einmal mehr eine Firma meinte Firmendinge tun zu müssen. Wäre Lorenz noch zugegen, er würde bestimmt Gründe finden, warum solches Vorgehen aus Firmensicht gut sein soll, aber das ist er nicht.

Von der großen Lerbitz Performance Group ist lediglich der Förderkader übriggeblieben, zu dem Milly gehört, sowie deren Betreuer, zu denen Monica gehört. Doch heute geht es nicht um Betreuung, sondern um Bestrafung – oder eben darum aufzuzeigen, dass die Geförderte besser ist als die Förderin.


Singles Match:

Monica Shade vs. Milly Vermillion

Referee: Robin Stahlbrand

Robin Stahlbrand erklärt das Match für eröffnet, doch die Action lässt noch einige Augenblicke auf sich warten. Leopardin und Phoenix gehen schnurstracks aufeinander zu, bauen sich voreinander auf, auf dass Monicas 1,69 gegenüber Millys 1,50 voll zur Geltung kommen und dann guckt man sich gegenseitig noch mal auffordernd in die Augen ehe es losgeht:

Monica schnellt herum mit ihrer Backfist to the Future, Milly tritt geduckt einen Shin Kick, kassiert dafür aber prompt einen klatschenden Chop, für den sich Milly prompt per Shotgun Dropkick bedankt, der Monica zurücktaumeln, aber auch zum Running Clothesline in die Seile federn lässt. Dem entgeht Milly jedoch, nimmt die an ihr vorbeirauschende Monica in einen Waistlock und wirft sie per Release German Suplex nach hinten. Monica steht die Aktion jedoch, packt selber von hinten zum German Suplex zu und der Anblick wiederholt sich in vertauschten Rollen, nun ist es Milly, welche per Flip den Release German steht und auf ihren Füßen landet.

Eine schnelle Anfangsphase, welche die Fans begeistert. Milly und Monica wiederum atmen erst einmal eine Runde durch und überdenken ihre nächsten Aktionen – was bei Monica natürlich heißt, dass sie den Blickkontakt zu Lady Rosi sucht, was Milly bemerkt und sogleich nach vorne schnellt, um Monica einen High Kick zu verpassen. Doch nur weil Monica zu ihrer plüschigen Sau guckt, heißt das ja nicht, dass sie ihre Gegnerin außer Acht lassen würde und so kriegt Monica das mit und nutzt Millys Schwung gegen diese, um die Phönixfrau auszuhebeln und per Tour of the Islands aka Swinging Scoop Powerslam auf die Matte zu klatschen.

Erstes Cover und es könnte auch direkt das letzte sein – ist es aber nicht.

2 Count.

Das wäre jetzt auch etwas antiklimaktisch gewesen, so sehr es Monica auch gefallen hätte hier so schnell und deutlich für klare Verhältnisse zu sorgen. Aber das lässt sich ja vielleicht zeitig nachholen. Ein Mal Milly umklammern und dann einmal mehr: German Suplex, dieses Mal Deadlift und vor allem dieses Mal festgehalten in die Brücke, auf dass es kein Freiflippen gibt, sondern prompt das nächste Cover:

Eins!

Zwei!

Nein!

Milly kommt abermals raus und findet sich dafür Augenblicke später im Ansatz zu einem Half Boston Crab wieder. Aufgabegriffe gehören nicht zu Monicas Spezialitäten, aber die Aktion hat sie dann doch ins Repertoire aufgenommen, um Gegner am Boden etwas vielfältiger angreifen zu können – gleichzeitig Bein und Rücken zu überdehnen ist zudem oft hilfreich, um Gegner auszubremsen. Also vorausgesetzt man kann den Ansatz zum Move auch in die tatsächliche Aktion münden lassen und das ist der Haken an der Sache: Milly wehrt sich nämlich per klugem Klammergriff und plötzlich liegt Monica selber auf der Matte und wird in einen halben Boston genommen – inklusive blockierter Arme!


Phoenix Nest!

Diese Aktion war auch schon von Millys Förderkader-Kameradin Shizuku Shikishima im Match gegen Zerbeus in Arles zu sehen gewesen und es überrascht wohl bei diesem Movenamen niemanden, dass Milly die Aktion erst recht beherrscht. Monica bleibt nur das freie Bein auszustrecken oder mit einer Menge Kraftaufwand irgendwie mit Milly an sich haftend zu kriechen, was bei blockierten Armen doppelt schwierig ist. Die Leopardin aus Long Island versucht also beides, bis es ihr gelingt sich in die Seile zu schleppen. Milly Vermillion löst den Griff missmutig und lässt Robin Stahlbrand wissen, dass diese Wrestlingregeln keinen Sinn machen würden, als ob dieser sie persönlich ins oft zitierte und doch nie tatsächlich gesehene Regelbuch geschrieben hätte.

Den Sieg durch Aufgabe hat ihr Nest ihr nicht eingebracht, aber als Monica sich erhebt, knickt sie weg – Schaden hat die Aktion angerichtet und zwar reichlich. Wo Monica nun schon mal halb vor ihr kniet posiert Milly mit wedelnden Armen, um das auszukosten, auf dass dies als Clip viral gehen möge, wie Monica vor der weisen, mächtigen Phönixfrau kniet.

Dann tritt sie ein paar mal zu, schnell und hart, primär in Richtung Brust, aber auch in Richtung Kopf – letzteren Tritt fängt Monica jedoch ab, duckt sich unter dem nachfolgenden Enzuigiri hindurch und hat Milly abermals in Position zum Deadlift German Suplex und es gibt auch den Deadlift German Suplex; mit dem gravierenden Schönheitsfehler, dass die Brücke ob Monicas schmerzendem Bein nicht lange hält.

Grund genug für die Leopardin sich etwas zu stretchen und das Bein auszuschütteln, ehe sie per Backflip Kick der aufstehenden Milly unters Kinn treten will. Doch Milly weicht aus und so gibt es lediglich einen Backflip ohne Kick – und natürlich macht die Landung wieder Aua. Könnte Lady Rosi den Kopf schütteln ohne dass Monica sie dies tun lässt, Lady Rosi würde den Kopf schütteln. So schüttelt stattdessen Milly den Kopf und versetzt Monica ein, zwei Kicks, ehe die Feurige zupackt und einem Move zeigt, den man im GFCW Ring noch nicht allzu oft von ihr gesehen hat: den Exploder.

Gegen die meisten Gegnerinnen und Gegner im GFCW Ring kann Milly den Exploder völlig vergessen, egal wie mächtig sie zu sein beansprucht, aber Monica kann sie problemlos aushebeln und werfen – ein seltenes Match, in dem Milly ihr Move Repertoire bei GFCW mal voll ausschöpfen kann und das nutzt sie direkt zur nächsten Aktion:


Vermillion Flasher! (Sitout Gourdbuster)


Cover!

Eins!

Zwei!

Nein!

Monica reißt die Schulter hoch!

Im letzten mittlerweile völlig veralteten WFW Ranking mag Monica auf Rang 15 gelistet sein und Milly nur auf Rang 125 – auch weil Developmental Talente prinzipiell unter allen aus dem Main Roster stehen – doch wie wenig aussagekräftig diese Statistik ist, wird immer offensichtlicher: Milly ist im Vorjahr nicht zufällig im Drittelfinale des Tournament of Honor gewesen, sie ist mehr und mehr dabei aus ihren Anlagen Gefährlichkeit zu entwickeln und wenn sie davon überzeugt ist Monica fair besiegen zu können, so beweist dieser Matchverlauf, dass sie diese Überzeugung zurecht hat.

Womit Monica natürlich dennoch favorisiert ist heute erneut zu gewinnen, wie sie auch ohne Mirias Eingriff Match 1 gewonnen hätte, das gehört zur Wahrheit auch dazu. Doch favorisiert zu sein nutzt Monica im Moment herzlich wenig, ist Milly doch rasch hoch auf dem zweiten Ringseil und springt von da aus per Meteora in Monica hinein zum nächsten Near Fall.

Monica macht also das, was man mitunter so macht, wenn es gerade nicht läuft: sie rollt sich aus dem Ring, auch um einen taktischen Plausch mit Lady Rosi zu halten. Aber natürlich ist man außerhalb des Rings nicht vor einem Feuervogel sicher. Milly Vermillion nimmt Anlauf, nutzt das zweite Ringseil als Sprunghilfe und fliegt nach draußen:


Step Up Tope con Hilo!


Aber Monica weicht aus – was zunächst mal gut für sie ist. Doch dann realisiert Monica, dass dadurch Lady Rosi auf ihrem Stuhl mehr oder minder in Millys Flugbahn sitzt! Okay, etwas versetzt nach hinten… aber reicht das? Milly jedenfalls steht ihren Flug statt eine Bruchlandung hinzulegen. Klar. Welcher Vogel kann schon seinen Flug nicht richtig landen? Also abgesehen von Küken, die am Steilhang aufwachsen und dann ins Meer fliegen müssen ehe sie dazu bereit sind, weil der Winter kommt.

Aber auch wenn der Tope gestanden wurde, Schwung hat Milly noch immer und der lässt sie vorwärts gehen, genau auf Lady Rosi zu! Aber geistesgegenwärtig springt Milly mit den Zehenspitzen auf die Kante des Stuhls und ist mit einem weiteren Sprung seitlich sicher auf dem Hallenboden – ohne dass Lady Rosi Schaden genommen hätte. Milly fährt sich herrisch durch die ausladende blonde Lockenpracht von wegen „natürlich kann ich meine Landung kontrollieren“ – inwiefern Lady Rosis Wohlergehen für sie wichtig war, sei dahingestellt.

Monica Shade wiederum stürzt zu Milly und… umarmt sie dankbar.

Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft?

Klar ist: so sehr Monica gnadenlos wird, wenn jemand Lady Rosi auch nur entfernt droht, so freundlich wird sie, wenn es nette Gesten gibt und man darf sagen, dass Monica es Milly sehr hoch anrechnet hier alles mögliche getan zu haben, um Lady Rosi unversehrt zu lassen. Milly weiß zunächst nicht, wie sie reagieren soll. Dann jedoch realisieren beide, dass Robin Stahlbrand sie anzählt und so kehren beide hastig in den Ring zurück.

Dort angekommen tauschen sie Attacken aus – Milly tritt zu, Monica landet einige Chops und European Uppercuts, wobei Milly nach und nach in eine der Ringecken zurückgedrängt wird und dort noch einige Chops mehr kassiert, ehe Monica es für eine gute Idee hält Milly nach oben zu setzen. Was ihre Idee ist, ist klar, das soll ein Superplex werden. Doch gut ist die Idee halt nicht, da Milly nun Monica nur kurz abwehren muss und danach in Position wäre, um durch eine Flugaktion gefährlich zu werden.

Und so kommt es auch.

Milly wehrt sich, Monica muss ihren Aufstieg abbrechen und dann gibt es einen feinen Diving Huracanrana, der Monica durch den halben Ring schleudert. Die Leopardin erhebt sich zwar rasch wieder und torkelt in die gegenüberliegende Ringecke, aber auch das hätte sie besser nicht getan, ist das doch quasi eine Einladung an die Feurige mit Anlauf ihren Phoenix Kick zu landen, wonach dann umgekehrt Monica nach oben gesetzt wird und Milly den Aufstieg beginnt:


Avalanche Huracanranein!


Als nein, kein Huracanrana. Monica beweist wie viel Kraft sie eigentlich hat und blockt die Aktion, zieht Milly wieder hoch und schickt sie dann mit einer Art Avalanche Jacknife Powerbomb auf die Matte! Die Phönixfrau liegt flach und Monica kann nun das tun, was sie bereits im ersten Aufeinandertreffen hatte machen wollen, dieses Mal ungestört und ohne von irgendwem per Stuhl abgeworfen zu werden:


5* Frog Splash!


Aber Milly zieht die Knie hoch!

Schmerzhaft für beide, aber schmerzhafter für Monica, die nicht die finale Aktion des Matches landet, sondern möglicherweise die entscheidende Fehlleistung erbracht hat. Milly erhebt sich und tritt noch einmal per Roundhouse Kick zu, dann nimmt sie Monica auf die Schultern zum Phoenix Driver! Wenn der jetzt gelingt, dann war es das!

Aber er gelingt nicht!

Monica befreit sich mit mehreren Elbows und landet in Millys Rücken, wo sie den rechten Arm von Milly packt und das linke Bein. Tiger Suplex ‚04 oder besser gesagt:


Leopard Suplex!


In die Brücke, Cover! Eins! Zwei! DreNEIN! Milly kommt raus! Da hat Monica eine neue Aktion debütiert, aber Milly lässt sich nicht überrumpeln, sondern kommt raus und zwingt sich in die Senkrechte zurück, wo sie sieht, dass Monica in der Drehung ist! Schnell greift Milly nach oben, um eine Backfist zu blocken oder gar zu kontern, aber statt der Backfist komt Monicas andere Drehattacke, der Double Hand Chop aus der Drehung, die Dark Blade! Kein Move, der je ein Match beenden wird, aber der so wichtig für Monica ist um variabel in ihren Aktionen zu sein und Gegner für ihre anderen Aktionen vorzubereiten. In dem Fall sorgt Millys nun schmerzende Brust dafür, dass sie sich diese hält und ihren Kopfschutz aufgibt. Und das heißt:


Backfist to the Future!


Milly sieht die Aktion kommen und springt rasch einen Gamengiri zum Konter und so werden beide erwischt und gehen zu Boden – was bedeutet, dass Robin Stahlbrand beide anzählt… aber nicht auszählt. Bei 7 sind beide wieder oben und Monica wirbelt erneut herum, doch dieses Mal verfehlt sie Milly völlig, die mit einem Sprung rückwärts mit Drehung auf der Ringecke ist und von da aus nach hinten wegspringt zum Blazing DDT! Aber Monica fängt sie auf, wirbelt Milly um 180 Grad auf ihren Schultern und als Milly dämmert in welcher Position sie dadurch plötzlich ist, da ist es auch schon zu spät! Monica hakt Millys Arme ein und dann geht es mit dem Gesicht voran abwärts:


Daedalus Destiny! (Double Underhook Dominator)


Das Cover ist nach dieser Aktion natürlich reine Formsache. Eins, Zwei und Drei. Ein Klassenunterschied war es ganz sicher nicht, aber letztlich gewinnt die favorisierte Leopardin dann doch. Der erste Sieg in einem Einzelmatch bei einem GFCW PPV, sie hat ihn endlich eingefahren und somit ein sportliches Argument gesammelt in der näheren Zukunft um den Intercontinental Title antreten zu können. Erst einmal gibt es aber den fairen Handshake mit Milly, die ziemlich verdrießlich aus der Wäsche guckt, aber zugeben muss, dass sie verloren hat...



Es wird zurück in den Backstagebereich geschalten. Dort sehen wir nun Aldo Nero, der gemeinsam mit Salvatore Corleone durch den Gang läuft. Aldo scheint sich noch nicht geduscht und fertig gemacht zu haben, nach seinem Match, aber so lang liegt es ja auch noch nicht zurück. Man sieht ihm auf jeden Fall an, dass er heute schon fleißig war und auch Salvatore wirkt zufrieden – wobei die große Aufgabe für die Familie Corleone ja noch vor ihnen liegt, am heutigen Abend. The End muss seinen Titel noch verteidigen. Dafür stehen die Chancen nun aber deutlich besser und das dank Aldo Nero und…

Darragh Switzenberg.

Und genau er ist es, auf den die Beiden jetzt stoßen. Switzenberg registriert Nero und Corleone ebenfalls, wobei er sich aufrichtet und so stehen die heutigen Tag Partner nun voreinander, nach deren großem Triumph.

Salvatore Corleone erkennt die Lage, nämlich, dass er hier durchaus einiges Unausgesprochenes gibt, was zwischen den Beiden steht. Und er scheint auch zu erkennen, dass er für das Aussprechen eben dieser Punkte, nicht zwingend von Nöten ist.


Salvatore Corleone: „Nun denn, mein Abend ist noch nicht vorbei. Gute Arbeit Aldo. Switzenberg.“


Sal nickt Darragh zu und klopft Aldo auf die Schulter. Viel mehr Worte bedarf es nicht um zu signalisieren, dass sein nächstes Ziel wohl The End sein wird, um diesen auf sein Match auf sein Match gegen Danny Rickson vorzubereiten. In diesem Sinne wendet sich Sal ab und lässt die Beiden zurück.

Sowohl Aldo als auch Darragh schauen ihm nach und gerade als letzterer das Wort ergreifen will, kommt ihm Aldo zuvor.


Aldo Nero: „Unsere Geschichte geht lange zurück.“


Darragh hält sich zurück und scheint nun erstmal lauschen zu wollen, was Aldo zu sagen hat.


Aldo Nero: „Wir kennen uns seit der GTCW, damals waren wir noch frisch. Und nun sieh uns an und wie weit wir gekommen sind.“


Darragh scheint direkt einsetzen zu wollen, doch Aldo ist noch nicht fertig.


Aldo Nero: „Ich bin ehrlich mit dir und ich machs kurz. Ich habe dir vor unserem Match nicht im Geringsten vertraut. Nur ein Narr würde das tun. Und… naja, ich vertraue dir auch jetzt noch nicht…“


Jetzt wartet Darragh, denn offensichtlich will Aldo hier noch etwas hinzufügen.


Aldo Nero: „… aber… du bist für meine Familie eingestanden. Du hast für sie gekämpft, du hast sie gerächt und das… ganz ohne Eigennutz.“


Aldo mustert Darragh. Er schaut ihm tief in die Augen und scheint dabei selbst zu merken, dass seine eigene Worte keinen Sinn ergeben. Ohne Eigennutz? Bei Darragh Switzenberg? Da kann etwas nicht stimmen.


Aldo Nero: „Warum?“


Eine authentische, echte Frage. Ohne Hintergedanken, ohne Unterstellung. Aldo will tatsächlich einfach wissen, warum und weshalb Darragh Switzenberg ihm hilft und warum er The End hilft.


Aldo Nero: „Ich respektiere, was du getan hast. Und ich bin dankbar dafür. Aber ich spreche ganz offen mit dir. Ich weiß nicht, welches Ziel du verfolgst. Ich weiß nur, dass mich genau das… beunruhigt.“


Bei Aldos Andeutung verzieht Switzenberg kurz das Gesicht. Dann jedoch gewinnt er die Kontrolle über seine Mimik zurück und schenkt dem Gegenüber den Anflug eines Lächelns.


Darragh Switzenberg: “Ich hatte gehofft, mit dem heutigen Kampf nicht nur deine Dankbarkeit, sondern auch dein Vertrauen zu gewinnen. Dass du mir glaubst, wenn ich sage, dass es an der Zeit für einen neuen Darragh Switzenberg ist.”


Und eben dieser neue Switzenberg präsentiert sich mit offener Körperhaltung und einem größer werdenden Lächeln. Er sucht den direkten Blickkontakt.


Darragh Switzenberg: “Ich kann die Geschichte nicht umschreiben, nicht ungeschehen machen, wer ich bei GTCW und vor meiner Pause auch bei GFCW war. Aber auch die Gegenwart wird irgendwann zu Geschichte - und darauf will und werde ich Einfluss nehmen. Ich will, dass das Bild, das einst meine Legacy sein wird, nicht einen Mann zeigt, der vor Herausforderungen weglief, sich hinter Regeln und Anwälten und mit Betrug stets den leichten Weg ging. Ich will ein neues, besseres Ich sein.”


Eine eigentlich eindeutige Motivation. Doch aus dem Mund Switzenbergs klingt sie doch unfassbar. Zu tief sitzen die Wunden, die er der GFCW zugefügt hat.


Darragh Switzenberg: “Wenn dieses neue Ich irgendwann so überzeugt, dass…”


Er grinst in sich hinein und legt den Kopf schief.


Darragh Switzenberg: “...man an Switzenberg denkt, wenn es um Titelshots geht, würde ich mich natürlich nicht wehren. Aber das ist nicht meine Hauptmotivation. Noch nicht. Ich weiß, dass ich in Vorleistung gehen muss. Und dazu ist der neue Darragh Switzenberg bereit.”


Ob Aldo Darragh Switzenberg glaubt, wenn er sagt, dass er sich wirklich bessern wollte?

Nunja, als jemand, der quasi sein ganzes Leben lang mit einem absoluten Profi daran, seine wahren Absichten zu verbergen, verbracht hat, wird Aldo so leichtfertig wohl nie wieder einem Menschen etwas glauben können. Aber wie er es selbst gesagt hat – die Taten sprechen für sich und es ist nun mal so, dass Darragh Switzenberg ihm dabei geholfen hat den versuchten Angriff auf Onkel Sal zu rächen und das kann er nicht leugnen.

Das Titelmatch ist andererseits ein spannender Punkt.


Aldo Nero: „Ich denke es ist weder überraschend, dass du es auf den Titel abgesehen hast, noch kann man es dir vorhalten. Wir alle wollen das Gold und auch, wenn End es uns wieder und wieder leicht macht, ihn dafür herauszufordern… verstehe ich sehr gut, dass man sich den Titel verdienen will.“


Wieder ein Punkt an dem Aldo einen gewissen Respekt für Darragh Switzenberg offenbart. Die Open Challenges mögen da sein und ihnen offenstehen, aber Aldo will sich das Titelmatch und den Titel verdienen und offensichtlich will das Darragh Switzenberg auch.


Aldo Nero: „… allerdings… bedeutet das, dass wir dasselbe wollen.“


Aldo antwortet in einem bestimmteren Ton, der signalisiert, dass die Allianz damit wohl ihr Ende finden wird. Die Familienehre ist wiederhergestellt, also ist der GFCW World Championship das nächstgrößere Ziel und dabei können er und Switzenberg nicht zusammenarbeiten.

Dabei stehen sie wieder gegeneinander.


Aldo Nero: „Soll heißen… wenn du den Titel willst… dann musst du erst an mir vorbei.“


Ein Stimmungsumschwung im Gespräch? Switzenberg hebt abwehrend die Hände, sein Lächeln wird breiter.


Darragh Switzenberg: “Keine Sorge, Aldo. Wie gesagt: Ich möchte nicht mehr die einfachen Wege gehen. Mich nicht mehr vordrängeln. Sollten wir also eines Tages wieder Rivalen sein, werde ich dir kein Messer in den Rücken rammen. Doch bevor wir uns darüber Gedanken machen, ist ja ohnehin die Frage, wer am Abend den Titel trägt. Rickson? Oder The End?”


Aus der Stimmlage des Kanadiers ist zu vernehmen, dass ihm die Möglichkeit einer Titelverteidigung im heutigen Main Event lieber ist. Wenig überraschend, wenn man die letzten Wochen berücksichtigt und dass er heute Ricksons Spießgesellen bekämpft hat.


Darragh Switzenberg: “Wir beide haben jedenfalls getan, was wir konnten, um den Champion Rickson zu verhindern. Zumindest einen, der durch Eingriffe ans Ziel kommt. Also wird End verteidigen, hm? Doch was dann? Würdest du überhaupt noch einmal gegen ihn antreten. Jetzt, wo die Familie wieder zusammengefunden hat und ihr euch vertragt?”


Aldo beißt sich auf die Zähne. Er schafft es gut seine Emotionen zu regulieren, aber dennoch springt er drauf an, was Switzi sagt.

Vertragen“ sich End und Aldo wirklich? Oder ist das vielmehr ein Waffenstillstand?


Aldo Nero: „Ich habe keinen Zweifel daran, dass End Rickson besiegen wird. Und ja, ich hoffe das auch. Aber sicher nicht, weil ich es mir aus familiärer Zuneigung wünsche…“


Lustigerweise dreht Aldo das Motiv jetzt um – auf einmal ist der familiäre Verbund eben nicht mehr der Grund für Aldos Wunsch, dass End gewinnt, sondern…


Aldo Nero: „… ich will dem Mann den Titel abnehmen, der ihn mir abgenommen hat. In einer finalen Schlacht. Wenn wir unser erstes Match ignorieren, bei dem ich versagt habe, … steht es eins zu eins. Er hat einmal gewonnen, ich habe einmal gewonnen. Ich will die Sache ein für alle Mal klären, ihn final besiegen und mir meinen Titel zurückholen. Und dabei sollte mir niemand im Weg stehen. Nicht Refuse to Age, nicht Danny Rickson… und auch nicht du.“

Darragh Switzenberg: “Ich kenne deine Geschichte. Und ich kenne deine Karriere. Wenn du also sagst, dass dir niemand im Weg stehen sollte, meinst du das auch so…doch ich möchte, dass du auch meine Geschichte verstehst. Wenn ich sage, dass ich mich bessern will und keine Abkürzungen mehr gehen will, heißt das nicht automatisch, immer zurückzustecken. Das würde dem Kern des Wrestling nicht gerecht werden.”


Am Ende seines Satzes hebt Switzenberg drei Finger in die Luft. Eine Geste, die Aldo nicht einordnen kann. Er blickt Darragh irritiert an.


Darragh Switzenberg: “Dreimal habe ich den Intercontinental Title gehalten und dreimal tat ich das als unwürdiger Champion. Nun will ich einmal alles richtig machen. Soll heißen: Den besten Titel als bessere Persönlichkeit. Wenn wir dazu aufeinandertreffen müssen, bin ich bereit.”


Das Grinsen kehrt in sein Gesicht zurück. Er hst noch einen Nachtrag.


Darragh Switzenberg: “In einem ganz normalen, fairen Match. So wie es mein neues Ich verlangt.”


Die Beiden stehen nun da und mustern einander. Vermutlich die zwei größten Erfolgsgeschichten, die die GTCW hervorgebracht hat, stehen sich nun einander gegenüber und werden vermutlich unter sich ausmachen, wer als nächstes den GFCW World Champion herausfordern wird.

Aber, die große Frage dabeibleibt, wer denn derjenige ist, den sie heraufordern wollen.

Wird es tatsächlich The End sein? Oder wird Danny Rickson heute wiederum den größtmöglichen Erfolg für Refuse to Age einfahren und neuer GFCW World Champion werden?