Laura: „Meine Damen und Herren, es ist Zeit für den Main Event des heutigen Abends! Das nächste Match ist angesetzt für den GFCW World Championship!“

 

 

Sven: „So, Ruhe jetzt.“

Pete: „Wäre schön, wenn du endlich Ruhe gibst.“

Sven: „Lass besser gut sein, sonst hetze ich Aldo Nero beim nächsten Mal auch auf den Rest deiner Familie.“

 

Ja, Aldo Nero. Er hat es alles andere als leicht, seitdem er zurück in der GFCW ist. Sein Vater ist weg, sein Quasi-Bruder will keine Koalition mit ihm eingehen, sein Onkel kann ihm gerade auch keine große Unterstützung sein.

 

Er ist komplett allein auf sich gestellt.

 

Naja, nicht ganz, denn man kommt nicht umher tatsächlich vermehrt positive Reaktionen aus der GFCW-Galaxy ihm gegenüber wahrzunehmen. Er ist noch weit weg von der Popularität eines Ask Skógurs und vermutlich ist er nicht mal der größte Bezugspunkt der Fans in diesem Match, aber dennoch – man scheint Aldo irgendwie ins Herz geschlossen zu haben, nicht zuletzt, weil Aldo immer nur der Prügelknabe von allen ist und wenn gerade nicht, dann wird er zumindest manipuliert.

 

Aldo tritt auf die Bühne und es scheint, als würden ihm diese positiven Reaktionen durchaus guttun, wenngleich er auch nicht so richtig weiß damit umzugehen. Grundsätzlich ist er aber nicht hier um den Fans zu gefallen – er ist hier um den Titel zurückzuerobern. Er trägt dabei kein extravagantes Outfit, hat diesmal weder seinen Onkel noch seinen Vater dabei und auch sonst hat er kein Ass im Ärmel.

 

Oder?

 

So ganz richtig ist es nicht, denn so unscheinbar Aldo hier auch wirken mag, der Schein könnte trügen, denn ganz weit über ihm schwebt dennoch eine dunkle Wolke und diese trägt den Namen Shelly Nafe.

 

Sven: „Ein historischer Tag, Pete. Heute wird Geschichte geschrieben, wenn Aldo Nero zum zweiten Mal über The End siegt und gleichermaßen zum zweiten Mal GFCW World Champion wird. Und dann wird ihn NIEMAND mehr aufhalten können! HAHAH!“

Pete: „Oder aber The End verteidigt. Oder aber Darragh Switzenberg gewinnt.“

Sven: „Nichts ‚Oder aber‘ – ALL HAIL KING NERO!“

 

Aldo erreicht den Ring. Genauso spektakulär unspektakulär wie sein Entrance war, stellt er sich auch dort direkt in eine der Ringecken, um sich bereit zu machen. Abermals bekommt er dabei aber Pops aus dem Publikum zu hören, die zudem immer lauter werden und mehr Raum einnehmen, alsbald, die Ruhe einkehrt und seine Musik verklingt, sodass den Chants auch die Aufmerksamkeit gegeben wird.

 

Aldo… schmunzelt. Sein Vater ist weg, sein Onkel ist nicht da, sein Bruder steht auf der anderen Seite des Kampfes.

 

Aber es scheint trotzdem Menschen zu geben, die an ihn glauben.

Und allein deshalb ist das schon ein guter Tag.

 

 

Stichwort „Glauben“. Das spielt auch bei Darragh Switzenberg eine Rolle und dabei geht es nicht um Religion. Sondern um die Frage, ob sein Wandel eine Täuschung oder wahrhaftig ist. Wochenlang hatte diese Unsicherheit die Köpfe der GFCW-Galaxy rauchen lassen, doch nach der Aufgabe seiner vertraglichen Privilegien sowie dem Auftauchen von Aldo Nero scheint sich der Großteil der Zuschauer damit abgefunden zu haben, dass es wirklich einen neuen Switzenberg gibt. Einen, der vielleicht nicht mehr so kontrovers wie der alte Anführer der Switziverse ist, aber der trotzdem nicht Everybody’s Darling sein wird.

 

Und so ist die Stimmung, die dem Kanadier entgegenschlägt, zwar tendenziell positiv, jedoch nicht durchgängig gut. Einige Zuschauer machen mit gesenkten Daumen deutlich, dass sie Switzenberg entweder die Fehler der Vergangenheit nicht verziehen…oder sie die neue Version schlicht langweilig finden.

 

Dem Mann aus Quebec, der früher am Abend eine Rede geschwungen hat, soll es egal sein. Er läuft, fokussiert auf die größte Chance seines bisherigen Wrestlinglebens, Richtung Squared Circle, wo Aldo Nero bereits auf ihn wartet. Die Augen Switzenbergs und die seines Konkurrenten treffen sich für einen Augenblick. Dann wandern sie weiter auf das Veranstaltungsgelände. Jetzt, am Abend, ist Burg Satzvey erleuchtet und bietet einen besonderen Blickfang. Passendes Ambiente für den ersten Gewinn eines World Titles?

 

Switzenberg strafft seine Schultern und beschleunigt den Schritt. Er streicht sich über die rot-goldenen Tights, unter denen sich baumstammdicke Oberschenkel abzeichnen. Auch sein Oberkörper ist wie gehabt in bester Form, seine frisch polierte Glatze glänzt im Flutlicht. Kurz vor dem Ring angekommen, gönnt sich Switzenberg den Ansatz eines Lächelns. Vorfreude? Sieggewissheit? Er wird es wissen. Dann macht Switzenberg einen Satz und landet mit den Knien auf dem Apron, zieht sich hoch und steigt zwischen dem zweiten und dem dritten Seile hinein in den Ring.

 

Der Ort, wo sich sein Schicksal entscheiden wird.

Das Schicksal des neuen Darragh Switzenberg.

 

Die Szenerie wird nun dunkel, während langsam eine Musik einsetzt.

 

 

Der Chor setzt ein, die sanften Klänge beginnen und so kehrt eine episch-anmutende Atmosphäre ein, hier in die Burg Satzvey – ein Ort, an dem die Musik von einer Band wie Saltatio Mortis wohl passt wie die Faust aufs Auge. Ein mittelalterliches Setting erfordert auch Musik aus dem Mittelalter, wenn man so will.

 

Und so ist es heute ein besonderes Lied, welches den Champion ankündigt und doch nicht ganz unpassend.

 

Egal welche Herausforderung seinem GFCW World Championship-Run und folglich auch der GFCW selbst bevorstand, ob die Neuankömmlinge aus der WFW, die Alteingesessenen aus der PCWA oder die aktuelle GFCW-Bedrohung Refuse to Age – „wann immer der Himmel drohte in Flammen vergeht“, war The End „der Fels der besteht“.

 

Er war DIE Konstante.

Er IST die Konstante.

Und das wird er auch weiterhin bleiben.

 

Auf der Stage erscheint nun ein Spot und in diesen hinein tritt er, The End, der Champion. Passend zum Lied, passend zum Setting und passend zu seinem Status trägt er eine Art Rüstung: nicht zu klischeehaft; nicht so, dass es ins alberne abdriften könnte; eher subtil und doch stilvoll; mittelalterlich und sogar etwas königlich – wenn man so will. Eine dunkle Rüstung, schwarzes Lederhemd, Schulterpolster, Beinschoner und ein Umhang samt Fell darüber. Und in all dem ist sein GFCW World Title Gürtel entsprechend eingearbeitet, als würde er zum Outfit dazu gehören.

 

Ja, heute scheint es The End wichtig, einen besonderen Auftritt hinzulegen und wohl auch einen Auftritt, der eines Königs würdig ist.

Seine „King of Anarchy“-Zeiten mögen lange hinter ihm liegen, aber, wenn es nach The End geht, so ist sein Status als „King of GFCW“ unbestritten.

Und selten wurde das derart visualisiert wie heute.

 

The End als Champion. The End als Oberhaupt. The End als König.

 

Vielleicht ein Outfit, einfach aus der Leidenschaft für diese Liga, vielleicht aber auch, weil er etwas kompensieren will.

Die Paranoia, die ihn in den vergangenen Wochen umgeben hat.

 

Jetzt scheint davon nichts sichtbar, wie es in The End aussieht, darüber kann man allerdings nur mutmaßen.

 

Sven: „Argh, wie ich ihn hasse.“

Pete: „Ich glaube der Hass ist durchaus beidseitig.“

Sven: „Moment… willst du sagen The End mag mich nicht?“

Pete: „Nein, um ehrlich zu sein dürftest du The End viel zu gleichgültig sein, als, dass er irgendeine Form von Emotion dir gegenüber empfinden kann.“

Sven: „Wow, der war hart. So gemein war ich noch nie zu dir.“

Pete: „Wie auch immer. Für The End ist es heute ein spannender Tag. Er hat heute gleich zwei Gegner. Zum einen seinen Quasi-Bruder und auch Quasi Erzfeind Aldo Nero, der ihn bereits einmal besiegt hat, und zum Anderen auch noch Darragh Switzenberg, dreifacher Intercontinental Champion und Schrecken der GFCW, der sich geläutert gibt, heute aber dennoch zum großen Problem werden kann. Aber er wollte all das so, nun muss er die Früchte seiner waghalsigen Challenge ernten, ob er bereit dafür ist oder nicht.“

 

Der Spot verfolgt The End, wie er schon fast heroisch zum Ring schreitet, man könnte fast meinen, dass sich End selbst ein bisschen zu ernst nimmt, wenn seine hervorragende Stellung in der Liga und unangefochtene Position als World Champ – und das nun schon seit Title Night – ihm diesen Status nicht auch untermauern würde.

 

Trotz, dass die Musik weiterhin in epischer Beschallung seinen Weg zum Ring untermauert, können wir nun schon wieder den massiven Jubel hören, der ihm seitens der GFCW-Galaxy entgegengerufen wird. Er mag sich in den vergangenen Wochen mit vielen Hürden und Problemen und sogar eine Sinneskrise herumgeschlagen haben und sicher wirkt all das auch jetzt noch nach, aber zumindest hier und jetzt, in diesem Moment, scheint man davon nichts zu spüren.

 

Jetzt wirkt alles ideal, so, als wäre alles in Ordnung.

 

Für ihn, für die GFCW.

 

The End und sein Königreich.

 

Doch bevor es tatsächlich alles in Ordnung ist, muss er in die Schlacht ziehen und besagtes Königreich verteidigen.

 

Er erreicht den Ring und beginnt bereits sich seiner Rüstung zu entledigen, bevor er in den Ring steigt.

 

Die Burg ist geladen, die Stimmung am Höhepunkt und während End sich seiner Rüstung befreit, waltet Laura bereits ihres Amtes.

 

Laura: „Meine Damen und Herren, begrüßen Sie nun mit mir gemeinsam, als erstes, den Herausforderer, aus Corleone, Sizilien, mit einem Gewicht von 105 kg… ALDOOO NEROOO!“

 

Wieder jubelt es, wenn auch natürlich noch immer recht verhalten – Buh-Rufe sind schon auch noch dabei, aber die Tendenz geht eindeutig in die positive Richtung.

 

Laura: „Und sein Gegner, ebenfalls ein Herausforderer, aus Rouyn-Noranda, Quebec, Kanada, mit einem Gewicht von 122 kg… DARRAGH SWITZENBERG!“

 

Noch verhaltenere Reaktionen – vermutlich überwiegen die Buh-Rufe hier am meisten, wenngleich auch Switzenberg inzwischen seine Fans und damit Menschen hat, die ihm glauben.

 

Wiedergutmachung ist das Stichwort und die Akzeptanz ebendieser wird sowohl Aldo Nero, als auch Darragh Switzenberg zu teil, doch wer braucht sie nicht?

 

Laura: „Und ihr Gegner, aus Corleone, Sizilien, mit einem Gewicht von 108 kg… er ist der amtierende GFCW World Champion… THEEE ENDDD!“

 

Jetzt bricht die Crowd bei Blue Blood aus. Ob man nun will oder nicht, inzwischen ist The End weit oben angekommen, die Fans lieben ihn, auch trotz dessen, was bei ihm zur Zeit abgeht.

 

… denn ein wirklicher Sympathieträger war er in den vergangenen Wochen nicht. Aber wer war das schon, von diesen drei Kontrahenten?

 

Was will Aldo Nero?

Was will Darragh Switzenberg?

Was will The End?

Sie alle wollen den GFCW World Championship.

 

Und JETZT bekommen Sie die Chance darauf, ihn zu gewinnen, zu behalten und ihn mit nach Hause zu nehmen.


GFCW Heavyweight Title:
The End (c) vs. Aldo Nero vs. Darragh Switzenberg
Referee: Karo Herzog

~ Ding Ding Ding ~

 

Da stehen sie nun. Die drei Kontrahenten im Kampf um den GFCW World Championship. Alle drei haben in ihrer Karriere mehr als genug dafür getan, dass sie eigentlich lautstark ausgebuht werden sollten und doch sind die Fans einem jeden von Ihnen mindestens neutral mit leichter Tendenz in Richtung Jubel eingestellt.

 

Darragh Switzenberg hat Reue gezeigt und um Anerkennung und Vergebung gekämpft. Aldo Nero hat Reue gezeigt und um seine Familie gekämpft. The End kämpft um das Wohl der Liga.

 

Zumindest ist es das, was ein jeder von Ihnen nach außen trägt.

 

Trotz aller Möglichkeiten, die sich bisher bereits offenbart haben, wird es jetzt ernst: jetzt können sie zeigen, ob all das nicht nur leere Worte waren. Jetzt können sie Taten folgen lassen.

 

In den ersten Sekunden des Matches stehen die Drei einander gegenüber. Dabei umkreisen sie sich langsam, wobei sich immer mal wieder unterschiedliche Abstände ergeben. Mal stehen End und Darragh näher aneinander und Aldo ist weiter weg, mal sind es eher End und Aldo gegen Darragh. Schließlich sind es aber Darragh und Aldo die mit weniger Abstand zueinander und gegenüber von The End stehen. Dort endet das Umkreisen.

 

Die drei Gegner liefern sich abwechselnd Blickkontat. End-Aldo, End-Darragh, Darragh-Aldo. Keiner will hier vorschnell handeln, keiner will den ersten Schritt tun. Keiner will Gefahr laufen einer Allianz gegenüberzustehen, jeder wartet ab, ob sich eine Allianz ergeben könnte.

 

Die Abstände werden wieder größer…

 

SPEAR

 

Ein Move, der in den vergangenen Wochen von großer Bedeutung war. Selbstverständlich wird dieser auch heute eine Rolle spielen und überraschenderweise sogar so früh im Match. Aber wer hat ihn abbekommen?

 

Und viel wichtiger… wer hat ihn gezeigt?

 

Darragh Switzenberg.

 

Ja, ganz richtig. Weder Aldo noch The End haben zuerst geschossen, stattdessen war es Darragh, der selbst vor zwei Wochen zum Opfer des Moves wurde und End in erster Instanz in einen solchen hineingestoßen hat. Jetzt war er es, der Aldo damit angegriffen hat. Darragh ist der größte und schwerste Teilnehmer des Matches und so hat selbstverständlich auch sein Spear ordentlich Wumms. Während sich Aldo vor Schmerzen krümmt und dabei vielmehr aus dem Ring fällt, als rollt, wirft der Champ ihm einen ungläubigen Blick zu. Switzenberg entgegnet mit einem Blick, der zu verstehen gibt, dass das weniger ein Statement gegen Aldo, als vielmehr für The End war. Switzenbergs Respekt für Aldo ist nach wie vor vorhanden, aber er hat zu Beginn seine Unterstützung für The End angeboten und jetzt will er daher auch die Früchte seiner Arbeit ernten, in Form eines direkten Aufeinandertreffens. End scheint diesen Start mit einem anerkennenden Nicken zu registrieren, als wäre er selber froh, dass Aldo raus ist, gleichermaßen scheint es seiner Paranoia auch, zumindest im Ansatz, gut zu tun.

 

Nun denn, genug der Vorrede. Das Match kann nun tatsächlich beginnen und so entsteht ein Kräftemessen zwischen Champ und Switzenberg. Daraus entwickelt sich eine recht eindrucksvolle Serie an Lock-Ups, Reversals und Whip-Ins. End und Darragh können sich auch jeweils auf die Matte werfen und mit einem Schlagabtausch bearbeiten. So kommt das Match direkt schon ganz gut in Fahrt, bleibt aber recht ausgeglichen.

 

Pete: „Gut, lass uns mal die Lage analysieren. Darragh Switzenberg hat direkt zu Beginn Aldo Nero ausgeschaltet, sicherlich nicht unbedacht mit dem Move, der sich durch die letzten Wochen gezogen hat: dem Spear. Jetzt liefern End und Switzenberg sich ein ausgeglichenes Duell, bei dem sie vor allem mit ihren Kräften punkten. Sieht doch gar nicht schlecht aus.“

Sven: „Was?! Aldo Nero hat noch keinerlei Aktionen zeigen können, das sieht KATASTROPHAL aus!“

Pete: „Für Aldo schon, ja.“

Sven: „Und für jeden Menschen, der ein Herz hat!“


Nach dem die ersten paar Minuten des Matches nun recht ausgeglichen verliefen, scheint bei The End langsam die Erkenntnis einzusetzen, dass es klug und gut wäre, das Match jetzt so schnell wie möglich zu beenden, bevor Aldo Nero wieder da ist und sich ggf. eine feindliche Allianz ergeben oder auch Shelly Nafe auftauchen kann. Als Switzenberg einmal wieder am Drücker ist und End via Belly to Belly Suplex hinter sich werfen will, reagiert er schnell und drückt Switzenberg die Luft ab, via Front Headlock. Das klappt auch ganz gut und so hakt er direkt Switzis Arm ein und versucht sich am Inspirational DDT. Darragh kann aber gegenhalten und seinen Gewichtsvorteil ausnutzen. Nothern Light Suplex. Er befördert End zwar auf die Matte, der greift aber wieder leicht um, um erneut in den Front Headlock zu gehen. Im Griff bekommt er die Kontrolle zurück, rollt sich – mit Switzi im Griff – auf der Matte, um diesen so wieder hochzuziehen. Erneuter DDT-Ansatz, doch Darragh drückt End nun in die Ringecke, sodass End den Griff lösen muss.

 

Man spürt bei all dem, wie Ends Aufmerksamkeit nicht gänzlich bei Darragh ist, er scheint noch immer Aldo bzw. dessen Abwesenheit mitzudenken, sodass Darragh hier relativ leichtes Spiel hat. Switzenberg kommt nun mit einem Big Splash in die Ringecke angesprungen, doch End kann sich wegducken, sodass Darragh in die Ecke fällt. End rennt nun seinerseits in die Seile, um Anlauf zu holen und aus diesen kommt er mit einem… na, was wohl? Ganz richtig, einem

 

SPEAR

 

Naja, zumindest dem Versuch davon, Switzenberg fängt ihn mit einem Tritt ab, wobei End hochschnellt und sich den Kopf hält. Nun rennt Switzenberg in die Seile und kommt aus diesem mit einem Big Boot, doch End kann diesem tatsächlich ausweichen. Er rennt seinerseits erneut in die Seile, kommt wieder raus und diesmal trifft er. Und zwar mit einem BICYCLE KICK. Darragh taumelt, fällt aber nicht, End greift nach ihm und zieht ihn direkt zu sich heran. ENDBREAKER (Irish Curse Backbreaker) und auch der sitzt. Er lässt Darragh auf die Matte fallen und setzt nun recht flott nach dieser doppelten Aktion das Cover an.

 

1…

 

Bevor überhaupt über die 2 nachgedacht werden kann, ist Aldo wieder da und zieht End von Darragh herunter. Er „wirft“ diesen aber vielmehr weg, als, dass er mit einer Aktion bei ihm nachsetzt, um sich direkt auf Darragh zu werfen und auf diesen einzuprügeln, denn Aldo will sich scheinbar für den anfänglichen Spear bedanken.

 

Schauen wir kurz zu The End, denn, auch wenn ein Sieg hierbei recht unwahrscheinlich war, wirkt dieser direkt eine Spur frustrierter, dass sich das Fenster, in dem Aldo ausgeschaltet war, nun geschlossen hat und das ausgerechnet dann, als er zum ersten Mal so richtig in Führung ging. Mit dieser aufkochenden Verzweiflung im Blick schaut End zu Aldo, der noch immer über Switzenberg mit seinen Angriffen herfällt. Nach kurzem Zögern schnellt End dann in Richtung Aldo und zerrt diesen bestimmt und aggressiv von Switzenberg. Aldo entgegnet nun mit einem eigenen entgeisterten Blick zu End, den er jetzt erst so richtig wahrnimmt. Nach diesem kurzen Blickkontakt explodieren die Emotionen schließlich wieder heraus und Aldo und End gehen mit einem intensiven Schlagabtausch aufeinander los. Dabei prügeln sie sich einmal quer durch den Ring.

 

… was wiederum die optimale Möglichkeit für Darragh Switzenberg liefert, dass der kurz durchschnaufen kann. So wirklich ersichtlich, wer in dieser ganzen Sache mit wem, gegen wen intrigiert, war es bisher ja nicht – gibt es hier überhaupt Parteien, die gemeinsame Sache machen? Ob nun intentional oder nicht, aber Switzenberg genießt die Zeit, die er hier gewonnen hat. Zumindest für einen kurzen Moment, denn dann wird ihm wieder klar, dass es wohl nicht wirklich für seine Änderung sprechen würde, wenn er sich hier einfach heraushält und dann abstaubt. Also tut er das, was die Ehre gebietet und so schmeißt er sich mit in den Schlagabtausch.

 

Was daraufhin passiert, ist ein Duell der drei Akteure, bei dem keiner zu kurz kommt, das vor Chaos aber nur so sprudelt. Sie prügeln sich durch den Ring, End schlägt Aldo, Aldo schlägt Darragh, Darragh schlägt End. Irgendwann stoßen End und Aldo Darragh in die Seile, um ihn mit einer Double Clothesline abzufangen. Etwas später gelingt es Switzenberg End in den Ansatz zum Switzlock zu bekommen, nur, damit Aldo direkt auf End einprügelt. Darragh lößt den Griff, End sackt nach vorn ab, wobei Aldo schon mit einem Kniestoß angerannt kommen will, bei dem sich End aber genau rechtzeitig aufrafft um Aldo abzufangen und mit einem Back Body Drop hinter sich auf Switzenberg zu werfen. Es vergeht wieder etwas Zeit des wüsten Kampfes, bevor Aldo End und Switzenberg aus dem Ring befördert. Außerhalb des Seilgevierts geht es direkt weiter. End stößt Aldo gegen die Ringecke, bevor er von Darragh gegen das Kommentatorenpult gestoßen wird. Dann ist aber Aldo schon wieder zur Stelle, der Darragh gegen den Apron stößt, ihn via Samoan Drop abfängt, um ihn auf den Boden zu schmettern und zack steht da wieder The End hinter Aldo, der ihn mit einem German Suplex hinter sich wirft. Mit einem letzten Kraftakt, bevor sich Switzenberg nun erstmal von der Aktion zuvor auskurieren muss, greift er nach End, um ihn mit einem Irish-Whip im Fallen gegen die Barrikade zu werfen.

 

Und erst dann kommt diese actiongeladene Sequenz zu einem vorläufigen Ende und alle drei liegen am Boden.

 

Pete: „Die schenken sich ja wirklich gar nichts.“

Sven: „Was erwartest du auch? Wir haben hier Darragh Switzenberg, der die GFCW lange Zeit in seinem Griff hatte und gleich dreifacher GFCW Intercontinental Champion wurde, wir haben den amtierenden, zweifachen GFCW World Champion und Top-Star der letzten Jahre mit The End und dann natürlich auch noch den GROßARTIGEN, EINZIG WAHREN, UNVERGLEICHBAREN ALDOOO NEROOO!!! Aber im Ernst, Aldo ist auch ein ehemaliger World Champ, also schon klar, dass es hier heiß zur Sache geht.“

Pete: „Vor allem ist es spannend, dass es bisher tatsächlich keine langfristigen Kooperationen zwischen den Teilnehmern gibt. Bisher ist tatsächlich alles ausgeglichen.“

 

Alle Drei kämpfen sich nun langsam wieder hoch. End auf der einen Seite neben dem Ring, Nero und Switzenberg auf der anderen. Sie sind gefährlich nah beieinander, sodass es für The End so aussieht, als er sich im Hochkommen mit einem seitlichen Blick zu ihnen umdreht, als würden sie miteinander sprechen. Machen sie doch gemeinsame Sache? End sieht rot. Er schnauft durch, seine Augen färben sich mit Wut und so rennt er nun auf die Beiden zu, die die sich anbahnende Gefahr erkennen.

 

Die anbahnende Gefahr, die bereits so viel Schaden angerichtet hat…

 

… der SPEAR!

 

…

…

…

 

… der verfehlt!

 

Aber wie!

 

Anders als vor einigen Wochen, als Darragh Switzenberg Aldo Nero IN den Spear gestoßen hat, ist er es jetzt, der ihn wegzieht, sodass End Aldo eben nicht mit einem Spear erwischt! End rennt ins Leere und knallt gegen die Ringecke! Sofort hält er sich den Kopf, während Aldo wieder ungläubig schaut, diesmal aber, weil Darragh ihn… gerettet hat? End taumelt, er ist sichtlich getroffen und bevor er reagieren kann…

 

BIG BOOT

 

Von Darragh Switzenberg!

Über die Barrikade!

 

The End fällt dahinter und Switzenberg hängt noch mit einem Bein über der Absperrung. Die optimale Möglichkeit für Aldo ihn hinterrücks anzugreifen und sich einen Vorteil zu verschaffen.

 

… aber er hat ihn doch gerade gerettet? Aldo ist zu überrascht, als dass er hier direkt reagieren kann und so zieht Switzenberg das Bein hinab, um sich zu Aldo zu drehen, mit einem Blick a la ‚Damit sind wir Quitt“, als hätte er ihn gerettet, um seinen Fehler wieder gut zu machen.

 

Bevor Aldo reagieren kann greift Switzenberg ihn nun an, denn die Beiden sind ja noch immer Gegner in diesem Match. Das Duell der Beiden verläuft noch etwas um den Ring herum, bevor sie es schließlich wieder hinein verlagern. Erst Aldo, dann Switzenberg. Zweiterer kommt hoch, da steht der Erste schon und erwartet ihn.

 

SPINEBUSTER

 

Die Zuschauerschaft jubelt auf und Aldo tut es ihr gleich. Mit einem lauten Kriegsschrei feiert er sich selbst und pumpt sich auf, als sei er es nun, der erkennt, dass das seine Chance ist. End ist ausgeknockt, Switzenberg liegt am Boden, er kann den Sack jetzt zumachen.

 

URANAGE

 

Und auch der sitzt. Er verfrachtet Darragh mit voller Kraft auf die Matte und es wäre dumm hier kein Cover nachzusetzen.

 

1…

2…

Kickout.

 

Switzenberg reißt die Schulter hoch, aber Aldo lässt sich davon nicht abbringen. Er bleibt dran und schnappt sich Switzenberg erneut. POWERSLAM! Und es folgt direkt ein weiteres Cover, allerdings auch ein weiterer Two Count.

 

Pete: „Schon erstaunlich, wenn man sich überlegt wie weit es diese Beiden gebracht haben. Sie haben in der GTCW begonnen und stehen nun im Main Event des letzten PPVs vor Title Night… und das um den GFCW World Championship… gegen The End.“

 

Auf Aldos Gesicht zeichnen sich die Emotionen ab. Er steht unter Druck, weil er sich auch ohne seinen Vater beweisen muss. Er leidet unter der Gleichgültigkeit, in die ihn sein „Bruder“ verleitet hat, weil dieser sich für den Titel und gegen die Familie entschieden hat. Er selbst kämpft damit seine neue Seite zu beweisen. Er selbst hadert, ob er Switzenberg wirklich trauen kann.

 

Aber vor allem letzteres spielt keine Rolle, es zählt nur hier und jetzt neuer Champion zu werden. Scheiß auf The End. Scheiß auf Darragh Switzenberg. Scheiß auf alle, die immer an ihm gezweifelt haben. Scheiß auf James Corleone.

 

Er wartet bis Darragh wieder steht und sobald das der Fall ist greift er ihn sich. La Vendetta. Schwierig, aber nicht unrealistisch bei einem großen Kerl wie Darragh Switzenberg, dennoch wird das erstmal nix. Aldo bekommt ihn zwar hoch, will ihn auch zurückwerfen, doch obgleich der großen Masse, gelingt es Switzenberg sich über Aldo zu drehen, ihn direkt zu packen und ihn selbst umzudrehen… in den

 

VERTEBREAKER

 

Aber Aldo verlagert das Gewicht. Er landet hinter Switzi, löst die Arme frei und stößt Darragh nach vorn in die Seile. Der kommt daraus zurückgeschossen, da Aldo sich aber selbst hat in die Seile fallen lassen, kommt er ebenfalls mit viel Schwung angerannt. RUNNING LARIAT. Aber nein, Darragh duckt sich, rennt weiter, will noch mehr Anlauf nehmen – soll ein Big Boot folgen? – egal, denn Aldo fängt ihn ab.

 

POP UP-POWERBOMB

 

Und die sitzt!

Aldo wirft sich auf Switzenberg und hakt das Bein ein.

 

1…

 

2…

 

THE END!

 

Er zieht Aldo von Darragh, sodass der Count gelöst wird. Mit hasserfüllter Miene schaut er zu Aldo, der seinerseits ungläubig zu The End schaut. Das hätte es sein können! Man weiß es nicht, vielleicht auch nicht, aber zumindest die Möglichkeit besteht, aber das ist egal, denn es war nicht das Ende, es war The End und so läuft das Match weiter.

 

Sven: „Dieser Unsympath! Wie kann er nur!? Ab jetzt weht ein anderer Wind. Zeig es ihm, Aldo.“

 

Nero stemmt sich langsam wieder hoch. Kurzer Seitenblick zu Switzenberg, der wohl kaum bemerkt haben dürfte, wem er die Rettung zu verdanken hat. Dann stellt sich Nero in die Mitte des Ringes und The End sich ihm gegenüber.

 

Soll es also zwischen ihnen entschieden werden? Ein Blick in die Augen der „Corleones“ macht deutlich, dass sie dazu bereit sind. Und das drückt sich auch sofort in Taten aus, denn die Beiden stürmen aufeinander zu. Ihre Körper stoßen aneinander, es wirkt mehr wie der Crash zweier Footballer statt wie ein strategisches Vorgehen. Dann jedoch nutzt Aldo Nero die Gelegenheit eines ungezielten Schlages von The End, kann dessen Arm ausweichen und in der Bewegung die Hüften des Champions umklammern. Etwas behelfsmäßig, aber trotzdem effektiv, hebt er End aus dieser Situation an und lässt ihn aus einem guten Meter auf den Rücken knallen.

 

Der Champion stöhnt vor Schmerz beim Aufprall, dann biegt er den Rücken durch und greift ins Seil, um sich hochzuziehen. Doch Nero ist schneller. Er löst die Finger seines Gegners aus dem hilfreichen Seil und gibt ihm stattdessen Schwung mit. Irish Whip. Gegen seinen Willen muss der Hamburger auf die gegenüberliegende Seite, prallt von der dort ab und wird durch den Schwung zurück in die Richtung Aldo Nero geschickt.

 

SPINEBUSTER!

 

…nein! Obwohl er schon angehoben wurde, kann The End noch einmal reagieren. In der Luft schlägt er mit dem Ellbogen Richtung Aldo, trifft diesen irgendwie im Gesicht und schafft es, diesen damit zum Abbruch des Moves zu zwingen. The End kommt in der Vertikalen frei, greift den Kopf seines Herausforderers und…

 

INSPIRATIONAL DDT!

 

Sven: „NEEEEIIIIN!“

 

Der Impaler DDT rammt Nero derart in die Matte, dass er für einen Augenblick auf dem Kopf steht. Dann sackt sein Körper langsam zusammen und fällt in die Horizontale. The End ist bereit. Bereit für das Finale. Er macht einen Schritt auf Aldo zu, beugt sich hinunter, um sich über ihn zu legen. Zeit für den Pin…

 

…doch dann ist Switzenberg da und schubst ihn durch die Seile.

 

Überrascht davon, dass der Kanadier vergleichsweise schnell wieder zurück ist, hatte The End zu wenig in die Abwehr investiert. Jetzt verliert er den Halt und fällt zwischen unterstem und mittleren Seil nach draußen vor den Ring. Beim Absturz verdreht sich seine Schulter kurz und er bleibt schwer atmend vor der Schürze sitzen, muss sich erst einmal orientieren.

 

Und im Ring?

Ist es nun Darragh, der sich auf Aldo legt.

 

Eins…

 

…

 

…

 

…

 

Zwei…

 

…

 

…

 

KICKOUT!

 

Erleichterung bei den Aldo-Fans. Und auch bei The End, der nicht rechtzeitig wieder reingekommen wäre. Doch als er den Jubelschrei beim Kickout vernimmt, hat das auf ihn eine belebende Wirkung. Entgegen aller Schmerzen springt er wieder auf, steigt auf den Apron.

 

Doch da ist Switzenberg! Mit einem BIG BOOT tritt er The End an den Kopf. Der Champion verdreht die Augen und fällt zurück nach draußen. Diesmal ist der Aufprall noch unkontrollierter. Er stößt schnaufend Luft aus, ehe er liegenbleibt. Switzenberg hat sich damit eine gute Ausgangsposition geschaffen. Er ist auf den Beinen. Und Aldo Nero…

 

…ist auch zurück!

 

Im Rücken von Switzenberg nimmt er Aufstellung. Der Kanadier ahnt noch nichts von dem, was ihm bevorsteht. Er dreht sich um.

 

SPEAR!

Aldo gegen Darragh.

Battering Ram.

 

Mit so viel Schwung, dass er an den Seilen gestoßene Switzenberg ebenfalls nach draußen gestoßen wird. Kurz geht ein Schatten über Neros Gesicht. Denn er weiß: Zwar bedeutet Darraghs Fall noch Extra-Schaden für ihn, aber da er sich nun außerhalb des Rings befindet, besteht keine Chance auf einen Pinfall. Ein kurzes Fluchen, dann steigt auch Aldo durch die Seile und geht nach draußen.

 

Nero thront über beiden. Switzenberg liegt nach dem Battering Ram wie besinnungslos da, The End hält sich den vom Big Boot schmerzenden Kopf und kommt erst langsam wieder hoch. Und wird genau dadurch zum bevorzugten Ziel von Aldo. Der Italiener weiß: Er muss End ausschalten, bevor er darüber nachdenken kann, Switzenberg zurück in den Ring zu bringen und zu pinnen. Und so löst der Herausforderer seinen Blick von Darragh und geht auf den Champion zu. Packt diesen an den Schultern und zieht ihn die letzten Zentimeter hoch. Doch nur, um ihn dann wegzustoßen.

 

Aldo nimmt Anlauf – RUNNING LARIAT!

 

Der Schlag trifft The End mit solcher Wucht, dass dessen Kopf gefährlich weit zurückschnellt. Die Fans des Champions – und das ist immerhin die Überzahl – saugen erschrocken Luft ein, als ihr Favorit kraftlos nach hinten fällt und liegen bleibt.

 

Sven: „Los jetzt, Aldo! Schnapp sie dir, Tiger!“

 

Es scheint fast, als könne Aldo Sven hören. Oder zumindest bildet Sven es sich ein. Denn natürlich schnappt sich Aldo seine Gegner jetzt, doch was soll er denn auch sonst machen? Er muss nur kurz überlegen, wen er zurück in den Ring verfrachtet, um das Finale einzuläuten. Switzenberg, der seinen Finisher kassiert hat, was aber schon etwas her ist? Oder The End nach der frisch zurückliegenden Lariat?

 

Er entscheidet sich für End. Ob aus strategischen oder nostalgischen Gründen bleibt unklar. Jedenfalls geht Nero auf den Champion zu und beginnt, ihn zurück Richtung Squared Circle zu ziehen. Erst lässt End es mit sich machen, als wäre er ein Bewusstloser, dann jedoch kehrt zumindest etwas Spannung zurück in seinen Körper. Er stemmt einen Fuß in den Boden und macht sich schwer. So dass Aldo einmal umgreifen muss. Statt End zu ziehen, will er ihn sich auf die Schultern laden. Und das gelingt auch. Obwohl sich End schwer wie ein Sack macht, kann Aldo ihn ohne größeren Widerstand aufladen. So trägt er ihn die letzten Meter Richtung Ring. Ist bereit, ihn auf dem Apron abzuladen…

 

…doch Aldo hat die Rechnung ohne die Widerstandsfähigkeit des GFCW-Rekordchampions (meiste Tage als Champion!) gemacht. Auf den Schultern Aldos „erwacht“ er wieder vom Leben und schlingt plötzlich seine Arme um den Hals seines Challengers. Mehr und mehr kommt er in die Position – und Aldos Gesicht läuft rot an. Denn diese Aktion ist tödlich, wenn End sie ausführt.

 

TOXIC WALTZ!

(Cobra Clutch)

 

Nero rudert mit den Armen, er ist gefangen in Ends Aktion. Einzige Erleichterung für Aldo: Er befindet sich außerhalb des Rings, muss also nicht fürchten, diesen Kampf zu verlieren. Aber bewusstlos werden, das kann er natürlich trotzdem. Und dann wäre der Kampf für ihn zumindest auch vorbei. Nur eben nicht auf die offizielle Weise.

 

Wie wildgeworden kämpft Aldo gegen den Toxic Waltz an, doch End hat den Move dutzende, wenn nicht gar hunderte Male ausgeführt. Er ist ihn in Fleisch und Blut übergegangen; und so verbeißt er sich in die Aktion. Raubt Aldo mit aller Kraft die Luft.

 

Pete: „Langsam beginnen Aldos Kräfte zu schwinden!“

Sven: „NEEEEEIIIIN!“

 

Aldos Rudern wird langsamer und langsamer. Unkontrollierter. Und es scheint, als würde er in den Knien zusammensacken. Ist es over für ihn?

The End scheint zu merken, dass etwas für ihn geht. Er dreht den Kopf Richtung Matte. Und scheint sich die Frage zu stellen:

 

Bekommt er Nero irgendwie in den Ring, ohne die Aktion zu lösen?

 

The End hat die Übersicht. Er setzt sich zunächst auf den Apron, hält Nero dabei fest. Dann versucht er, sich flach zu machen und unter dem untersten Rope zurück in den legalen Bereich zu rutschen. Dabei zieht er Nero mit sich. Der Italiener hängt für einen Augenblick in der Luft, als würde er an einem Strick hängen. Mit letzten Kraft versucht er noch einmal, sich draußen an der Ringkante zu verhaken, damit End ihn nicht in den Ring bekommt. In die gefährliche Zone.

 

Aber End ist wie eine Schlange. Er lässt nicht los. Zieht Nero zu sich auf den Apron. Halb unter die Seile.
Also lässt sich Nero ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit nach vorne fallen.

 

Damit hat The End nicht gerechnet. Sein Opfer holt durch den Sturz so viel Schwung, dass er den Angreifer mit dem Apron zieht. Beide fallen abermals nach draußen und durch die kurze Falldistanz bleibt keine Chance, sich irgendwie in die richtige Position zu drehen oder Abwehrmaßnahmen einzunehmen. Ungebremst und ungeschützt fallen sie zu Boden…

 

…

 

…

 

…

 

…aber The End hält den Toxic Waltz trotzdem weiter fest!

 

Raunen in der Halle, als die Bilder auf der großen Leinwand übertragen werden. Selbst der von Nero herbeigeführte Sturz hat nicht dazu geführt, dass der Champion losgelassen hat. Was für eine Zecke! Er hat sich in Nero verbissen. Und dem Italiener schwinden nun endgültig die Kräfte. Seine Abwehrbemühungen sind beinahe eingestellt, nur noch kraftlos hebt er einen Arm – und lässt ihn sogleich wieder fallen.

 

The End hat keine Probleme, Aldo zurück auf die Beine zu ziehen.

 

Da kommt Switzenberg!

SWITZILOCK!

 

Gegen The End, der seinerseits noch den Cobra Clutch festhält. Die drei Männer des Matches stehen in einer Kette. Vorne der nahezu bewusstlose Nero. Hinter ihm End mit dem Toxic Waltz, dessen Achseln und Nacken seinerseits umklammert sind. Von Switzenbergs zweiten Finisher. Der Aktion, mit der er Jason Crutch bei Title Night geschlagen hat.

 

Pete: „Was für ein Bild! Ein Human-Centipede…nein, ein Human-Submissionpede.”

Sven: „Ich könnte es mehr genießen, wenn Aldo Nero hinten wäre und nicht das arme Opfer ganz vorne!“

 

Nero ist ohnehin wie ausgeschaltet. Doch auch The End merkt immer mehr, dass er in Bredouille ist. Sein Gesicht ist längst verzogen. Halb, weil er sich anstrengt, um den Cobra Clutch zu halten. Und das andere Halb, um nicht im Switzilock gebrochen zu werden. Seine einzige Chance, aus Switzenbergs Angriff zu entkommen, wäre wohl, selbst die Aktion gegen Nero zu lösen.

 

Es sei denn…

 

…er nimmt keine Rücksicht auf Verluste!

 

Und genau das tut End. Er lässt nicht los, aber beginnt in der Mitte der Submission-Kette zu laufen. Rückwärts. Und drückt die Kolonne aus drei muskulösen Körpern so in eine bestimmte Richtung. Und die Richtung heißt: Absperrung.

 

Durch den Rückwärtsgang ist es Switzenberg, der in die Gefahrenzone kommt. Als Ende des Knäuels hat er jedoch nicht den nötigen Überblick. Und so bekommt er nicht mit, wie sehr er schon der Gefahrenzone ist. End holt immer mehr Schwung!

 

Der Champion rammt nicht nur Switzenberg, sondern sie alle drei, in die Absperrung. Es sind rund 350 Kilo, die mit dem Zaun kollidieren. Und dieser gibt sofort nach. Die Fans springen gerade noch panisch in Sicherheit, dann stürzt die Absperrung und raubt allen drei Wrestlern die Balance. Ungeschützt, da sie einander noch umklammern, stürzen alle in den Fanbereich und landen aufeinander. Fallen hin.

 

Und inmitten des Chaos lassen End und Switzenberg dann doch los. Eine Traube neugieriger und mutiger Zuschauer sammelt sich um sie. Die Galaxy harrt darauf zu erfahren, wer sich als Erster wieder aufrappeln wird. Noch haben alle mit den Folgen des Sturzes zu kämpfen. Doch vor allem Aldo Nero, nach so langer Zeit im Cobra Clutch, wirkt platt. Er rollt sich nur schwerfällig zur Seite, unter ihm noch der umgekippte Zaun, und hat nicht einmal mehr die Kraft, sich an der zurückgewonnenen Luft zu erfreuen, die in die Lungen strömt, seitdem The End losgelassen hat.

 

Pete: „Für deinen Favoriten sieht es schlecht aus, Sven.“

Sven: „LÜGE! Wieso ist die GFCW eigentlich so dumm, dich für dieses unsinnige Geplapper auch noch zu bezahlen? ALDO NERO wird gleich als Erster wieder aufstehen. Glaub es mir, du Depp. Elender Verschwörungstheoretiker! ALDO! ALDO! ALDO! Komm schon, Mann. Los!“

 

Langsam kommt Switzenberg wieder auf die Beine. Auf seinem Rücken ist ein roter Abdruck, wo die Kante der Absperrung gedrückt hat. Aber er ist der Erste, der wieder steht. Doch ihm gegenüber erhebt sich auch wieder The End.

 

Die Beiden starren sich an.

Machen sie es nun unter sich aus?

 

Es sieht ganz danach aus. Und als hätten die Beiden es in diesem Augenblick auch begriffen, stürmen sie aufeinander los. Es geht natürlich nicht mehr in einen herantastenden Lock-Up, sondern sie versuchen, einander zu umklammern und hochzuwuchten. The End mit dem Selbstbewusstsein eines Champions. Switzenberg mit purer Kraft. Leidenschaft gegen…nunja, auch Leidenschaft. Denn Switzenberg hat nicht weniger Willen als The End. Und so gelingt es ihm, Ends Arme wegzudrücken und diesen zu umklammern. Er hebt ihn hoch.

 

Back Suplex into Backbreaker!

 

Mit einem Ächzen rutscht End vom Knie seines Herausforderers und bleibt liegen. Noch immer draußen. Noch immer vor den Resten der umgestürzten Absperrung. Also außerhalb des legalen Bereichs. Dort, wo Switzenberg sein Meisterstück beenden könnte. Doch das soll sich jetzt ändern, der Switzenberg greift End unter die Schultern und zieht ihn hoch. Ähnlich wie Aldo vor einigen Minuten, lädt jetzt auch Switzenberg sich den Champion auf die Schulter. Er achtet darauf, aus Reichweite der Arme zu sein, um nicht ebenfalls in den Cobra Clutch zu geraten.

 

Sven: „Aldo!? Wo bleibt er?“

 

Switzenberg bringt End auf den Apron und setzt ihn dann dort ab. Benommen sackt End in sich zusammen. Darragh geht unterdessen Richtung Ringtreppe, atmet einmal angestrengt durch und steigt dann die Stufen hinauf. Er geht ebenfalls auf den Apron, greift nach End und zieht diesen hoch. Zuerst gelingt es gut, doch dann kommt Leben in den Körper des Champions.

 

End schlägt unvermittelt zu. Switzenberg stolpert zurück, stößt mit dem Rücken an den Ringpfosten. Er kann sich gerade noch an den Seilen halten. Der Champion bemerkt, mit dem Jubel der Fans im Rücken, dass sich die Gelegenheit öffnet, wieder die Kontrolle zu übernehmen. Und davon wird es angepeitscht. Er stürmt auf Switzenberg zu. Hebt sein Bein.

 

BIG BOOT!

 

Von The End.

 

BIG BOOT!

 

Aber auch von Switzenberg.

 

Gleichzeitig treffen die Tritte der beiden Athleten. Switzenberg hatte die Aktion mit gleichen Mitteln kontern wollen und dabei ganz die Defensive vergessen. Nun gehen beide parallel zu Boden und bleiben benommen liegen. Sie liegen auf dem Apron. Eine falsche Bewegung und sie würden runterfallen.

 

Die Beiden halten sich die Gesichter. Und wieder ist die Frage: Wer rappelt sich zuerst hoch? Doch während man darüber nachsinnt, richtet sich die Aufmerksamkeit einiger Fans (und natürlich von Sven) auch auf den dritten Mann im Geschehen.

 

Ermöglicht der Doppeltreffer es Aldo Nero, zurück ins Match zu kommen?

 

Zwei Mitglieder der Ringcrew sind beim Italiener. Er muss aus dem Weg, damit die Absperrung zu den Fans wieder aufgestellt werden kann. Nero gibt es träges Ächzen von sich, doch er beginnt, zurück über den Boden des Burggeländes Richtung Ring zu robben. Aus benommenen Augen sieht er, wie seine Kontrahenten noch auf dem Apron liegen. Er streckt die Hand aus, als könne er so die Distanz überwinden.

 

Doch ihm fehlt die Kraft. Noch.

 

Blick zurück auf die beiden Männer auf dem Apron. Dort werden sich noch die Stirnen gehalten, wo der Fuß des jeweils anderen getroffen hat. End hat eine Hand ausgestreckt und tastet nach dem Seil, Switzenberg liegt regungslos da. Es scheint ein Schneckenrennen ums Aufstehen zu sein. Und damit ist der Kampf noch weiter offen.

 

Die Fans hält es kaum auf ihren Sitzen.

 

Doch dann schlägt die Stimmung um.

 

…

 

…

 

Pete: „Hä? Was ist los!?“

 

Der Kommentator blickt sich um. Verwundert. Er findet keine Antwort darauf, warum die Fans plötzlich laut sind. Wobei es nicht auf das Laut-sein ankommt.

 

Die Fans buhen. Und dann sehen Pete und Sven es.

 

…

 

…

 

Sven: „Da ist Shelly Nafe!“

 

Die Managerin tritt durch das Burgtor und bewegt sich raschen Schrittes auf den Kampf zu. Man könnte sogar sagen: Sie hastet. Zumindest so weit, wie es ihre Eleganz und die hohen Schuhe zulassen. Zu einem Sprint lässt sie sich nicht hinab. Doch alles in ihrem Körper drängt Richtung Squared Circle.

 

Links und rechts der Rampe sind die Gesichter der Fans wütend. Ihr werden Buhrufe entgegengeschleudert, gesenkte Daumen – gar Mittelfinger. Weil die Zuschauer wissen: Jetzt, wo sie hier ist, wird etwas anders. Aber Shelly Nafe ist auch eine Antwort.

 

Pete: „Sie geht…“

 

Zu Aldo Nero!

 

„BUUUUUUUUUH!“

 

Es ist also Wirklichkeit, oder? Das Bündnis zwischen der verrufenen Managerin und dem Italiener.

 

Anstatt sich um The End und Switzenberg zu kümmern, beugt Shelly Nafe zu Aldo Nero herüber, der es gerade geschafft hatte, über die Absperrung zu kriechen und einen halben Meter Richtung Apron gut zu machen.

 

Pete: „Sie hilft ihm hoch!“

Sven: „Eine Samariterin! Ein wundervoller Mensch, diese Shelly.“

 

„BUUUUUUUUUH!“

 

Viel Kraft kann die Mittfünfzigerin zwar nicht anbieten, aber sie bringt Aldo Nero als „Festhalteobjekt“ zumindest die Balance, die er braucht, um wieder auf seinen eigenen Beinen zu stehen. Der benommene Italiener lässt es geschehen; lässt zu, dass ihm aufgeholfen wird.

 

Und damit ist die Frage beantwortet.

 

Aldo Nero ist wirklich mit Shelly Nafe verbündet.

 

Die Managerin klopft ihrem Mandanten auf die Schulter. Streckt sich, um an sein Ohr zu gelangen und sagt etwas zu ihm. Nero blickt sie verwirrt aus milchigen Augen an. Nach der langen Zeit im Toxic Waltz ist er noch nicht wieder ganz da. Also spricht Nafe lauter. So laut, dass auch die Kamera es hört.

 

Shelly Nafe: „Aldo! Du schaffst es. Ich bin jetzt bei dir.“

 

Sie nimmt Aldos Hand und führt den Italiener zurück zum Ring. Schritt für Schritt macht sie, auch wenn es nur ein kleiner Fortschritt ist.

 

…

 

…

 

Doch Aldo…

 

…kommt nicht mit.

 

Pete: „Was ist hier los?“

 

Als Nero die Benommenheit nach dem Aufstehen abgeschüttelt hat, bleibt er stehen. Er blickt auf seine Hand. Dann auf die Hand, die sie umklammert hält. Fährt den Arm entlang. Und am Körper entlang hin zum Gesicht der Frau. Er schaut Shelly Nafe direkt in die Augen.

 

Und sieht sie verwundert an.

 

Aldo Nero: „Was soll das hier?“

 

Nafe legt den Kopf schief. Sie schaut Aldo an, als würde sie mit einem Kind sprechen, dessen Worte man nicht wirklich verstehen konnte.

 

Shelly Nafe: „Ich bin jetzt bei dir, Aldo. Heute gewinnst du den Titel.“

 

Sie deutet zum Ring. Und lächelt.

 

Shelly Nafe: „Heute gewinnen WIR den Titel.“

 

Wieder versucht sie, Aldo zum Ring zu zerren. Doch jetzt ist er es, der ihre Hand festhält. Ruppig, so weit wie es gegen eine zarte, ältere Frau möglich ist, zieht er Nafe zurück.

 

Aldo Nero: „Hau ab!“

Shelly Nafe: „Aber Aldo. Es gibt doch keinen Grund mehr für die Maskerade. Die Welt darf doch sehen, dass ich deine Managerin bin.“

 

Und wieder schlägt sie ihm auf die Schulter. Diesmal liebevoll. Und mit einem Lächeln.

 

…

 

…

 

Währenddessen auf dem Apron: The End und Switzenberg kommen zum wiederholten Male in diesem Match synchron auf die Beine. Wobei: Das ist gelogen. The End ist eine halbe Sekunde schneller. Eine Zeit, die vernachlässigbar scheint. Aber in dieser Position ist die halbe Sekunde Gold wert. Gold wert…auch im Wortsinn?

 

Denn der kleine Vorteil erlaubt es End, dem aufstehenden Switzenberg ein Knie in den Magen zu rammen. Darragh sackt zusammen. End schnappt sich dessen Kopf.

 

Inspirational DDT auf den Apron!

 

Switzenberg bleibt kurz liegen, dann verdreht er die Augen und fällt vom Apron. Direkt vor die Füße von Aldo Nero und Shelly Nafe. Die noch immer diskutieren.

 

Aldo Nero: „Ich verstehe nicht, was das…“

 

Switzenberg fällt Nero direkt vor die Füße. Und das lässt den Italiener verstummen. Denn es ist, als wäre er aus einem Schleier aufgewacht: Hier geht es nicht um Shelly Nafe. Weiß der Teufel, warum sie da ist. Hier geht es um den Kampf.

 

Und langsam wandert sein Blick von Switzenberg nach oben Richtung Ring. Aldo Nero bemerkt, dass er beobachtet wird.

 

The End starrt Aldo Nero an.

 

Der wiedererwachte Champion sieht Aldo.
Er sieht Shelly Nafe.
Ihre Hand auf seiner Schulter.
Wie sie miteinander sprechen.

 

Aldo Nero: „End!“

 

Nero schüttelt seine Hand frei und gestikuliert in Richtung von The End. Der mit einem Todesblick dasteht.

 

Aldo Nero: „Ich weiß, was du jetzt denkst. Doch dies ist nicht, wonach es aussieht!“

 

Die Augen des Champs verengen sich zu Schlitzen.
Er weiß doch, was er sieht.

 

Paranoia. Wut. Erschöpfung. Die drei Dinge vermischen sich zu einer explosiven Ladung. Mit einem wütenden Knurren springt The End vom Apron. Er gibt Aldo Nero keine Gelegenheit, sich weiter zu erklären.

 

Scheiß auf Switzenberg. Nero ist der Feind. Tief im Inneren hat er es immer gewusst. Der ewige Rivale.

 

Der erste Schlag kommt unplatziert. Aldo kann die Faust zur Abwehr hochbekommen. Doch während sich Shelly Nafe noch in Sicherheit bringt, legt The End schon nach. Er erwischt Aldo Nero…mit einem Ellbogen im Gesicht! Der Italiener hält sich die Nase und stolpert zurück.

 

Pete: „Was ist hier los? Ich weiß, ich wiederhole mich, aber: Ich bin verwirrt!“

 

Aldo weiß: Es bringt nichts, End überzeugen zu wollen. Dafür ist der zu sehr im Tunnel. Und es kommt sowieso nicht auf Freundschaft an, dies ist immer noch ein Kampf trotz aller Verwirrung.

 

Also schlägt Aldo zurück. Sein Unterarm trifft The End am Kiefer. Der Champion taumelt, kommt jedoch sofort wieder zurück, ein grimmiger Ausdruck im Gesicht. Aber Nero weicht keinen Schritt mehr zurück. Noch ein Schlag, diesmal ein Volltreffer. Der Champion muss sich kurz abwenden und öffnet damit ein Fenster. Er packt End im Nacken und rammt ihn mit der Stirn gegen den Apron. Der Aufprall lässt den Champion auf ein Knie sinken, doch als Aldo nachgreift, schlägt End ihm den Ellbogen in den Bauch.

 

Nero krümmt sich. End zieht ihn hoch und schiebt ihn unter dem untersten Seil zurück in den Ring. Dann gleitet er hinterher. Er will das beenden. Aldo schlagen. Ihn für den Verrat bezahlen lassen, den er gerade mit eigenen Augen gesehen hat. Die Verbündung mit Shelly Nafe.

 

Doch Aldo erwartet ihn.

 

RUNNING LARIAT!

 

End wird von den Beinen gerissen. Nero fällt auf ein Knie, zieht sich am Seil wieder hoch und brüllt dem Champion etwas entgegen. Was, geht im Lärm unter. Sein Gesicht sagt genug.

 

Sven: „JA! Hör auf, dich zu erklären! Mach ihn fertig!“

 

Aldo greift nach End und zieht ihn hoch.

 

Ansatz zum La Vendetta!

 

Er hebt den Champion an, doch der schlägt auf Neros Kopf ein. Aldos Griff geht auf. End rutscht herunter, landet vor ihm und stößt ihn weg.

 

Nero kommt zurück.

 

SPEAR!

 

Von The End!

 

Der Champion faltet seinen Herausforderer zusammen. Beide schlagen auf der Matte auf, doch End bleibt nicht liegen. Er kniet über Aldo, die Zähne gefletscht, und greift erneut zu. Kein Blick zu Switzenberg. Kein Blick nach draußen. Nur Nero.

 

Pete: „DAS RIECHT NACH ENTSCHEIDUNG!!“

 

Er zerrt Aldo auf die Beine und lädt ihn auf die Schultern. Nero versucht noch, mit dem Ellbogen seinen Kopf zu erreichen.

 

Ein Treffer gelingt.

 

Ein zweiter…

 

…kommt nicht mehr.

 

…

 

…

 

…

 

ENDLESS PAIN!

 

Der TKO sitzt. Aldos Gesicht schlägt auf die Matte. Sein Körper dreht sich durch den Schwung halb herum und bleibt liegen. The End kriecht zu ihm, schiebt ihn auf den Rücken und legt sich quer über seine Brust.

 

Das muss es sein.

 

Doch eine Hand greift durch die Seile.

 

Pete: „SWITZENBERG!“

 

Er packt End am Knöchel und zieht. Der Champion rutscht von Aldo herunter, versucht sich noch an der Matte festzukrallen. Vergeblich. Darragh reißt ihn unter dem untersten Seil hindurch nach draußen. End landet auf den Füßen. Switzenberg rammt ihm einen Ellbogen in den Nacken. Und der Champion knickt ein.

 

Erntet Switzenberg die Ernte, die The End gesät hat?

 

Switzenberg steigt bereits in den Ring. Und fällt auf Aldo Nero.

 

Eins…

 

The End dreht sich herum.
Sieht das Cover.
Er greift nach dem Seil, will zurück…

 

…

 

…

 

…

 

TIEFSCHLAG!

 

Von Shelly Nafe.

 

Von hinten rammt sie ihm den Arm zwischen die Beine. End verdreht vor Schmerz die Augen. Seine Finger gleiten vom Seil.

 

Pete: „SHELLY! WAS MACHT SIE DA?!“

 

Zwei…

 

…

 

…

 

…

 

Aldos Hand findet das unterste Seil.

 

Er klammert sich fest.

 

Sven: „ROPE BREAK!!!“

 

Switzenberg sieht es. Seine Augen weiten sich. Nein. Nicht jetzt. Nicht nach allem, was gerade passiert ist! Sein Blick fährt zu Karo Herzog, als erwarte er bereits den Abbruch.

 

Doch die Ringrichterin liegt auf der anderen Seite. Sie kontrolliert Neros Schultern. Den ausgestreckten Arm sieht sie nicht.

 

Ihre Hand hebt sich.

 

…

 

…

 

…

 

Draußen greift Shelly zu.

Sie packt Aldos Finger. Reißt sie vom Seil.

 

…

 

…

 

…

 

DREI!

 

DING DING DING!

 

Sieger des Matches durch Pinfall und neuer GFCW Heavyweight Champion: Darragh Switzenberg!

 



Für einen Augenblick bleibt Darragh auf seinem Gegner liegen. Dann hebt er langsam den Kopf. Unter ihm Aldo Nero. Draußen The End, gekrümmt vor Schmerz. Und direkt am Apron…


…Shelly Nafe.


Sie lächeln einander an.


Sven: „AAAAAAAAAAAH!“

Pete: „Von wegen neuer Darragh Switzenberg…“


Unter tosenden Buhrufen richtet sich der neue Champion auf.


Karo Herzog greift nach seinem Arm und reißt ihn dem Nachthimmel entgegen. Im Hintergrund ertrinkt „Conquest of Paradise“ in den Pfiffen der Galaxy. Ja, das Paradies ist erobert – doch wie, das ist der Punkt.


Switzenberg schüttelt den Arm von Herzog ab. Ihm ist nicht nach Glückwünschen der Ringrichterin, sondern nach seinem Preis. Herrisch wie eh und je, jetzt wo die Fassade gefallen ist, kommandiert er Herzog, dass sie ihm sein Gold holen soll. Aus dem dreifachen Intercontinental Champion ist nun ein World Champion geworden. Und alles, was er dafür tun musste…


…war es so zu sein wie immer.


Herzog trägt den Titel heran, jeden Schritt ihres Wegen verfolgt Switzenberg mit Gier in den Augen. Als die Ringrichterin jedoch auf die Ringtreppe steigt, wird sie zurückgehalten. Shelly Nafe reißt ihr das Gold aus der Hand.


Sie wird es selbst bringen. Auch sie ist am Ziel. Endlich. Sie blickt auf The End, der vom Tiefschlag gezeichnet vor der Ringschürze lehnt und sie benommen anstarrt. Der Mann, der ihren letzten Mandanten besiegt hat, wurde endlich übernimmt.


Shelly Nafe bringt das Gold die letzten Meter in den Ring. Und überreicht es an Darragh Switzenberg. Der neue GFCW Heavyweight Champion reckt den höchsten Preis der Liga. Shelly Nafe schmiegt sich an ihn. Zwei Menschen, die stolz auf ihr verräterisches Werk sind.


In einer Atmosphäre aus Wut, Hass, Enttäuschung verlassen Switzenberg und Nafe den Ring und treten auf die Rampe. Blue Blood endet mit einer Ohrfeige für alle, die es mit der Ehrlichkeit im Wrestling halten.


Pete: „Ich möchte nicht in der Haut von Aldo und The End stecken. Besonders End…er hat Switzenberg freiwillig in diesen Kampf aufgenommen. Er wird die Sekunden zu War Evening zählen. Ich weiß es.“


Blue Blood ist vorbei.

Und das letzte Bild ist der Anblick des grinsenden neuen Champions, für den Reue schon immer ein Fremdwort war.


Neu ist an Darragh Switzenberg nur der Titel, der um seine Hüften gehört.




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Danke an alle Schreiber!!!