GFCW Blue Blood, Burg Satzvey (Mechernich/Eifel), 04.10.2026


In Kooperation mit



Ein gar herrlich‘ Labsal für Leib und Seele erwartet Mannen und Weibsvolk, die ihre Gulden zusammengekratzt haben, um gen Burg Satzvey zu reisen mit dem Ansinnen, den Aventüren jener wackeren Recken beizuwohnen, die die Buchstaben GFCW auf ihrem Banner tragen. Fürwahr, dies ist ein besond’rer Tag, und so hat man ihm einen Namen gegeben, der in alle Zeiten überdauern wird: Blue Blood.

Wer wird nach dem bevorstehenden Geplänkel garstig Zeter und Mordio schreien, wer ein strahlendes Antlitz haben und einen großen Sieg bei einem Gelage begießen?

Diese Fragen – und noch viele mehr – werden in wenigen Stunden beantwortet sein. Und das sogar ohne mittelalterliche Wortwahl, schließlich ist das hier die GFCW und die ist auch nach mittlerweile mehr als 25 Jahren fresh. Anlässlich des besonderen Anlasses hat sich die GFCW-Produktionscrew trotzdem dazu hinreißen lassen, die Liga zurück ins Mittelalter zu werfen: Das Gelände der Burg Satzvey – eine der schönsten Wasserburgen des Rheinlandes – wurde um mediäval anmutende Dekorationen und Zelte erweitert. Als wäre dies hier ein Volksfest, kann sich die Zuschauerschaft die Wartezeit auf den Showbeginn mit Bogenschießen oder dem Beiwohnen von Schaukämpfen vertreiben. An den Buden gibt es neben Pommes, Brezeln und Hot Dogs auch Lutscher in Schwertform und die Crew ist in pseudo-altertümliche Kleidung gewandet, um die Atmosphäre nicht zu brechen. Nur die Fans machen da nicht mit, denn mit Ausnahme einiger weniger Cosplayer sind die tausenden Gäste dann doch wieder in moderne Shirts vom Merchandise-Paradies gekleidet. Es wird mit Handys gefilmt und KI-generierte Plakate werden hochgehoben. Soviel zur Authentizität, ihr Spaßverderber!

Mit dem Läuten einer Kirchenglocke wird zum Showbeginn gerufen. Die Zuschauer strömen auf ihre Plätze und für jene vor dem Fernseher fliegt eine Drohne über das Gelände. Im Schatten der Burg ist, umringt vom grölenden Gesindel, der Ring unter freiem Himmel aufgebaut. Anlassbezogen hat man ihm eine Schürze verpasst, die die Mauern der Burg Satzvey imitiert. Nicht weit entfernt vom Ring steht ein im Stil eines rustikalen Holztisches gehaltenes Kommentatorenpult – und überraschenderweise ist es leer. Pete und Sven sind noch nicht da.

Doch das Geheimnis um den Verbleib der Kommentatoren erledigt sich schneller als die Karriere von Priest, denn ein Hufschlag ist auf der metallenen Rampe zu hören. Ein geiles, weißes Pferd trappelt dort auf das Geviert zu. Auf seinem Rücken sitzt - gehüllt in edelste Stoffe, die einem König schmeicheln würden - Pete. Er schwenkt eine Fahne mit dem Logo der GFCW und nutzt die freie Hand, um seinen Untertanten zuzuwinken. Ein paar Meter hinter ihm, durch Pferdeäpfel stapfend, folgt der Hofnarr. Pardon: Folgt Pete. Er geht mausgrau gewandet zu Fuß zum Ring und hält dabei Sicherheitsabstand zu den Hufen von Svens Ross. Er wirkt so gebrochen, dass er sich nicht einmal mehr zu Neid hinreißen lassen kann; die Überlegenheit seines besseren, lustigeren, unterhaltsameren, klügeren, besseraussehenden, bei Frauen beliebteren, potenteren, swaggigeren Kollegen nimmt er klaglos hin. So ist eben die Hierachie.

Sven gleitet so locker vom Pferderücken wie sonst in Petes Mutter hinein und kraxelt auf das Kommentatorenpult, um ein letztes Mal zu winken. Dann nimmt er Platz und setzt sich ein Headset auf. Pete folgt mit zehn Sekunden Verspätung, da er am ungünstig geparkten Pferd nicht vorbeikommt und daher eine ganze Runde um den Ring laufen muss.


Pete: „Liebe GFCW-Galaxy! Herzlich Willkommen zu Blue Blood!“

Sven: „Der größten Saga seit dem Nibelungenlied. Ich bin Svenfried der Drachentöter und bei mir ist irgendsoein Knilch.“

Pete: „Hallo.“

Sven: „Jajaja, nicht so viel reden, Pete. Schauen wir uns lieber die Card an.“


Tag Team Match:
Idunn Jormungandr & Skadi Fenrir vs. Birdie Boys (“Mr. Fairway” Rupert Wooten & Steven Sademi)
Referee: Mike Kontrak


Pete „Fährst du lieber Ski oder spielst du lieber Golf, Sven?“

Sven: „Mit Einlochen kenne ich mich aus. Die Antwort ist daher klar. Aber ist auch klar, wer dieses Match gewinnen wird?“

Pete: „Ich glaube nicht.“

Sven: „FAKT! Wahrscheinlich erwartet uns hier ein offener Fight. Die wilden Schwestern haben zwar mehr Erfahrung in der GFCW-Tag-Team-Division und sind etwas größer gewachsen, doch die Birdie Boys sind so gerissen wie übrigens letzte Nacht bei mir und deiner Mutter das Kondom.“

Pete: „Und nicht zu vergessen: Die Birdie Boys kommen mit einem Erfolg im Rücken. Bei der letzten Ausgabe von War Evening haben sie an der Seite ihres neuen Verbündeten Sandro ein Team besiegt, das immerhin zwei LPGlerinnen dabeihatte. Und weil es nicht ganz fair zuging, hat Skadi Fenrir überhaupt nur diesen Fight gefordert. Sie will ihr Rudel rächen.“

Sven: „Ach, Pete. Jetzt sei doch nicht so kleinlich. Fair, fair, fair. Was heißt das schon? Mr. Fairway und sein Caddy sind Männer von Kultur, da müssen wir doch nicht so genau hingucken. Ihr kultiviertes Auftreten spricht für sich.“

Pete: „Genau hingucken müssen wir bei diesem Match aber schon. Denn wer weiß…vielleicht stellt es die Weichen Richtung Tag-Team-Titel. Oder trifft das eher auf unseren zweiten Fight zu?“


Tag Team-Match:
Black Wyrms (Shizuku Shikishima & Brigitte Reflet) vs. Modern Erasers (Bella Venera & Iokepa)
Referee: Robin Stahlbrand


Sven: „Mit gar holden Maiden geht es weiter. Das Weibsvolk im vorderen Showteil hat Übergewicht. Also vom Geschlechterverhältnis her gesehen, nicht vom Körper. Schließlich sind unsere Wrestlerinnen nicht FETT.“

Pete: „Neben drei Wrestlerinnen ist auch Iokepa am Start.“

Sven: „Jaja, der ist doch auch enteiert. Bella Venera hat ihn live on-camera betrogen…”

Pete: „LÜGE! Sie hat Thor nur zur Ablenkung geküsst.“

Sven: „…und alles, was er als Reaktion gemacht hat, war ein Match zu verlieren. Wow! Tolles Statement. Was für ein starker Typ! Ein echter Prachtkerl.“

Pete: „Das Match, das du meinst, war die erste Auflage der Wyrms gegen die Erasers. Dort hat ein unnötiger Zwist zwischen Bella und Io dazu geführt, dass die Wyrms den Sieg holten. Und das ist auch die Ausgangslage für diesen Fight: Denn nachdem sich unsere Liebenden wieder zusammengefunden haben, ließen sich die Würmer wissen, dass diese unter normalen Umständen nie gewonnen hätten.

Sven: „Aber normale Umstände, die gibt es heute. In diesem Rematch. Mit einem Sieg würden sich Shizuku und Brigitte in der Tag-Team-Szene wahrscheinlich weit nach oben katapultieren…oder stellt sich heraus, dass Bella und Io Recht hatten? Und der Sieg bleibt diesmal bei ihnen, wenn sie ihre Gefühle im Griff haben?“


2 vs. 3 Handicap Match:
Iray Burch & Rasmus Rantanen vs. Refuse to Age (Danny Rickson, Hollywood Jake & Robbin Zick)
Referee: Mike Gard


Sven: „Wer schon im Mittelalter gelebt hat, wird sich noch an das Jahr 2025 erinnern. Dort traf Iray Burch erstmals auf Rasmus Rantanen. Im Auftrag des Switziverse zerstörte er Rasmus Rantanen. Und dieser rächte sich später. Es war der Beginn einer blutigen Fehde mit teils verstörender Brutalität…“

Pete: „Der Big Bad Bastard Iray behielt die Oberhand. Nachdem er zerstört wurde, war Rasmus Rantanen rund ein Dreivierteljahr nicht zu sehen. In der Zwischenzeit verlor Iray seine Managerin Shelly Nafe. Und wurde von Refuse to Age seinerseits zerstört und erniedrigt.“

Sven: „Was für ein Glücksfall, dass der Herr höchstselbst zu Rasmus gesprochen hat. Statt einer Neuauflage ihres Hasses will Rantanen Iray nun retten. Und das macht er, indem er gemeinsam mit Iray Refuse to Age jagt. Welches der zehn Gebote ist es nochmal genau, welches er da verfolgt…?“

Pete: „Du weißt genau wie ich, dass sich Rasmus nicht für die Bibel interessiert. Ihn interessiert, was ER zu ihm direkt sagt.“

Sven: „Tja, hätte ER Rasmus mal verraten, wie man Iray Burch unter Kontrolle behält. Denn der hat ohne Rasmus‘ Zustimmung ein Handicap-Match angenommen. Zu zweit müssen unsere beiden Jäger gegen Refuse to Age ran. Clever von Rickson eingefädelt.“

Pete: „Die Frage ist: Wiegt die Wut von Rasmus und Iray die Unterzahl auf? Oder erleben die Jäger hier auf der Burg Satzvey ein Waterloo?“


No. 1 Contender-Match (Intercontinental Title):
5-Way-Falls Count Anywhere-Elimination Match
Kyle Douglas vs. Milly Vermillion vs. Sandro vs. Jay Taven vs. Jona Pexianer
Referee: Ricky Murk


Pete: „Die Intercontinental-Szene ist derzeit so kompetitiv wie lange nicht mehr. Nachdem Shade zur neuen Herausfordererin ernannt wurde, haben gleich drei Personen ihren Vater für die Zeit danach in den Ring geworfen.“

Sven: „Und als wäre das nicht genug, hat Dynamite noch zwei weitere Namen hinzugepackt. Darunter deinen NUTZLOSEN SOHN.“

Pete: „Mein wundervolles Fleisch und Blut. Jona Pexianer.“

Sven: „Dem du vor zwei Wochen einen Sieg gekauft hast! Übrigens: Was sagst denn dein Sohn dazu, hä?“

Pete: „Wir…wir haben seitdem noch nicht gesprochen.“

Sven: „Hehe…“

Pete: „Mein Sohn muss heute vier Personen besiegen, um neuer Contender zu werden und dir endlich dein Lästermaul zu stopfen. Es geht gegen Jay Taven, der sich mit einem Sieg über Priest zurückgemeldet hat. Außerdem gegen Milly Vermillion, die ziemliche Wut im Bauch haben dürfte, nachdem die Luxembirdies rund um Sandro sie auf kontroverse Weise besiegt haben…“

Sven: „…dazu kommt als Nummer Vier in diesem Match besagter Sandro. Ein ganz normaler Luxemburger. Als Vertreter eines Zwergstaats ist er sicher der sympathische Underdog in diesem Match. Wer es nicht so sieht, ist ein Chauvinist.“

Pete: „Nummer Fünf ist Kyle Douglas. Er stand schon kurz davor, das Titelmatch zu bekommen. Doch weil Zac sich im letzten Augenblick für Monica Shade entschied, wurde er mal wieder kurz vor der Ziellinie aufgehalten. Jetzt muss er vier Gegner eliminieren, um das zu bekommen, was ihm seiner Meinung nach schon lange zusteht.“

Sven: „Eine spannende Ansetzung. Und eine, die übrigens auf dem gesamten Gelände ausgetragen werden darf: Denn dies ist ein Falls Count Anywhere-Elimination-Match.“


4 vs. 4-???:
No-DQ, No Countout
Apocrypha (Titan, Tha Bomb, Thor, Odin) vs. Mad Stars (Night Fighter Mad Dog & Stella Nova) & Zerbeus (Zereo Killer & Morbeus)
Referee: Bob Taylor


Pete: „Ein Kampf, dessen genaue Regeln mir noch nicht bekannt sind. Wir wissen, dass es ein 4 gegen 4 wird. Doch das letzte Ass wird AI Spawn Simmons erst kurzfristig aus dem Ärmel schütteln…“

Sven: „Was wir aber wissen ist, dass dies nicht weniger als ein Kampf mit gewaltiger Fallhöhe ist. Apocrypha schickt sich an, die GFCW zu prüfen und zu verändern. Bei so hochtrabenden Zielen hat sich natürlich eine Gegenbewegung von strahlenden weißen Rittern gebildet. Urgs, ich hasse gute Menschen.“

Pete: „Die weißen Ritter sind die Mad Stars und Zerbeus. Der Weg zueinander war nicht immer ganz leicht. Denn vor nicht allzu langer Zeit waren die beiden Teams schließlich noch Rivalen um den Titel. Doch gemeinsame Feinde schweißen zusammen…“

Sven: „Zum Glück haben wir keine gemeinsamen Feinde.“

Pete: „…und so ist es Zereo Killer gelungen, die Mad Stars an seine Seite zu holen. Weil dann noch Morbeus zurückgekommen ist, kann man Apocrypha nun auch zahlenmäßig die Stirn bieten.“

Sven: „Es ist ein Match mit hohem Altersdurchschnitt. Was ironisch ist: Denn obwohl wir hier, vielleicht mit Ausnahme von Stella, definitiv nicht die Zukunft der Liga im Ring sehen, geht es trotzdem eben darum: Um die Zukunft der Liga. Ausgefochten von alten Säcken.“


GFCW Intercontinental Title:
Fan’s Choice-Match
Zac Alonso (c) vs. Monica Shade
Referee: Jack Bobo


Pete: „Die GFCW-Galaxy hat sich ganz klar positioniert: Dieser Kampf wird FORTRESS FRENZY.“

Sven: „Eine Abstimmung, spannend wie das Meisterschaftsrennen in der Bundesliga.“

Pete: „Die Regeln sind selten, aber leicht verständlich: In diesem Match gewinnt, wem es gelingt, die eigene Flagge für zehn Sekunden auf dem Burgtor zu hissen.“

Sven: „Dass überhaupt die Zuschauer die Matchart bestimmen dürfen, war der Wunsch unseres Champions. Ein unerträglicher Kerl. Ekelhaft, wie der sich anbiedert.“

Pete: „Die Entscheidung, gegen wen er antritt, fällte er hingegen selbst. Und er entschied sich auf den letzten Metern für Monica Shade. Erst sah es nach Kyle aus, doch letztlich kommt es zu diesem Match. Das erste direkte Match gegeneinander nach lange schwelenden Differenzen…“

Sven: „…denn schon mehrfach sind Shade und Zac aneinandergeraten, ohne dass es völlig eskaliert ist. Schade eigentlich.“

Pete: „In der Go-Home-Show haben die Beiden sogar versucht, ein Team-Match miteinander zu bestreiten.“

Sven: „Das ist GLÜCKLICHERWEISE in die Hose gegangen. Ich ertrage Harmonie nicht. Und so hatten die Beiden wenigstens ein Missverständnis rund um Lady Rosi und den Zacidog, das dazu geführt hat, dass sie gegen die Luxembirdies verloren haben. So wie es sich gehört: Wenn sich Gegner nicht ausreichend hassen, gehören sie bestraft!“

Pete: „Du bist ein herzloser Mensch, Sven.“

Sven: „Und stolz darauf. So stolz wie auf den heutigen Titelgewinn von ALDO NERO.“


GFCW Heavyweight Title:
The End (c) vs. Aldo Nero vs. Darragh Switzenberg
Referee: Karo Herzog


Pete: „Und kommen wir zu unserem Main Event, bei dem…“

Sven: „ALDO NERO! ALDO NERO! ALDO NERO!”

Pete: “…The End gegen gleich zwei Gegner ran muss. Und zwar, weil er das selbst so wollte. Nämlich gegen Darragh Switzenberg in dessen ersten World Title-Match überhaupt und gegen…nun, du darfst es noch einmal sagen, Sven.“

Sven: „ALDO NERO! Und ich lasse mir von einem Hofnarren nicht vorschreiben, wie oft ich es sagen darf. ALDO NERO! ALDO NERO! ALDO NERO! Und noch einmal ALDO NERO!”

Pete: “Dieses 3-Way wurde früh angekündigt und damals sah es noch danach aus, als wäre dieser Kampf von mehr Respekt, wenn nicht gar Harmonie, geprägt. Denn er entstand aus den Geschehnissen von und vor Conquista: Damals kehrte…“

Sven: „…ALDO NERO…“

Pete: „…zurück und zusammen mit Darragh Switzenberg, der sich der guten Seite der Macht zuwandte, besiegte er Hollywood Jake und Robbin Zick. Dadurch konnte The End im Main Event einen Abend ohne Eingriffe erleben und Danny Rickson besiegen. Dadurch wurden Nero, End und Darragh zwar nicht zu Freunden, aber Ends Dank war, verbunden mit seinem Willen nach Herausforderungen, groß genug, um seinen Helfern ein Titelmatch zu gewähren.“

Sven: „Und dann, Pete? Und dann? Los, erzähle es für diejenigen, die in den letzten zwei Wochen auf den Kopf gefallen sind und das Kurzzeitgedächtnis verloren haben. Was ist dann passiert?“

Pete: „Doch dann machte sich Misstrauen zwischen dem Trio breit. Erst glaube man Switzenberg nicht, dass er sich wirklich geändert hat. Denn er stieß The End in den Battering Ram von Aldo. Unfall oder Absicht? Und als Aldo und End den Glauben in Darragh verloren, tauchte Shelly Nafe auf und klopfte an die Tür von Aldo. Steckt sie etwa mit Aldo unter der Decke oder ist alles nur eine Finte?“

Sven: „Sich mit ALDO NERO zu verbünden, wäre das Klügste, was Shelly Nafe tun könnte. Es bedeutet, mit dem Besten der Besten zusammenzuarbeiten. Auch wenn ich betonen möchte, dass ALDO NERO natürlich keine Hilfe nötig hat.“

Pete: „3-Ways sind seit jeher chaotisch. Und die Vorzeichen stehen dafür, dass er möglicherweise noch chaotischer wird. Zumindest, falls das Misstrauen in blinde Wut umschlägt. Oder falls Shelly Nafe auftauchen sollte. Man weiß es nicht.“

Sven: „Aber man weiß dafür andere Dinge: Dass ALDO NERO als Champ nach Hause fährt. Und dass der heutige Abend mal wieder ein echter BANGER wird. Um es mit einem Zitat abzuschließen.


Wer schlägt den Löwen? Wer schlägt den Riesen?
Wer überwindet jenen und diesen?
Der tut es, der sich selbst als Mann,
Und seinen Leib beherrschen kann!


Sven: „Und das ist wohl eindeutig auf Aldo Nero bezogen.“

Pete: „Von wem stammt das Zitat, Sven?“

Sven: „Keine Ahnung. Es reimt sich. Also muss es wohl Jay Taven sein.“



Eine Sporthalle, irgendwo im Ruhrgebiet wäre zu simpel. Ein Restaurant in der Nähe auch. Also nimmt man einfach…


….Burg Satzvay, um mal was neues zu erleben. Ein Ort, in dessen Nähe viele, nicht aber er, sehr lange ein und aus gegangen sind. Er, Tyler, war eigentlich nur wenige Male hier, die sein Vater hier in den Nullerjahren ‚ausgeholfen‘ hat, wie er das damals nannte.


Ganz voll ist es noch nicht, muss es aber auch noch nicht sein. Der Mikecheck funzt, der Dog, der auch mal ein Fuchs ist, ist bereit.

Lonesome Tyler: „Hallo Leute!“


Verständlicherweise bleibt die Resonanz sehr leise, aber genau ist das, was der – ehemalige? – Fuchs gerade so will. Zumindest hat er die Kostümierung, die vielleicht mehr Relevanz in sein Leben gebracht hat als er jemals hatte, nicht an.


Lonesome Tyler: „Ich war lange nicht hier. Der Boden unter meinen Füßen ist schon ziemlich versandet….und eigentlich bin ich mit Berlin auch ziemlich fertig. Aber ich bin mit etwas anderem eben nicht fertig….“


Ein kurzer Schwenk des Mikes, eine Drehung, die der Mittvierziger über drei Jahrzehnte hat üben können. Kaum jemand kann das so gut wie er, das weiß er.


Lonesome Tyler: „Ich bin nicht fertig mit der GFCW. In keiner Faser und keiner Phase. Weil da Dinge sind, die nicht ausgestanden sind, Dinge, von den ich lange nicht gedacht hätte, dass mein Vater recht haben würde….“



Erstaunt nehmen die Zuschauer wahr, dass sich die Zahl der Van Konops wie von Geisterhand um eins erhöht hat. Und Alex, mittlerweile dann doch fast zwanzig aber mit einer Wrestlinggeschichte wie manch Dreißigjähriger nicht, schiebt sich zu den Chants (eher für den Vater) in den Ring. Dort übergibt ihm der Bruder das unvermeidliche Mike sofort.


Alex Jr.: „GFCW-Galaxy! Ich bin SO fucking froh, hier zu sein!“


Ein paar Chants für den Spross bleiben zumindest, nein: Eigentlich freut man sich sogar, den ehemaligen El Otavio so zu erleben wie er ist. Und der behält das Mike auch bei sich.


Alex Jr: „Wisst ihr…. Eigentlich kann man schlechte Tage nur vermeiden, indem man nur gute zulässt. Und genau das ist das, was ich will….“


Etwas schweigend wandert er durch den Ring, nimmt die Atmosphäre der Umgebung auf, die zumindest für ihn eine Fremde ist.


Alex Jr.: „Wisst ihr, Tyler und ich haben uns Gedanken gemacht…. Eigentlich ist der ganze Shice ja auch zu schön, um einfach aufzuhören, ne? So einfach in den Sonnenuntergang zu reiten wäre ja auch blöd.“


Alex nutzt die Gelegenheit, tritt aus dem bisschen an Licht das der Schweinwerfer – was ja sein Job ist – wirft und übergibt an Tyler, der das Mike sogleich wieder wie ein Künstler hält.


Lonesome Tyler: „Jeder weiß inzwischen, dass ich DER FUCHS bin. War. Immer sein werde. Und ja, auch meine künftige Laufbahn lang werde ich DER FUCHS sein, und warum das so ist, möchte ich Euch kurz erklären…“


Die Zuschauer, jedenfalls die anwesenden, scheinen sich auf eine kleine Erzählung durchaus vorbereitet haben.


„Daniel! Daniel! Daniel!“ ist eher das, was die Zuschauer wollen.

Lonesome Tyler: „Ich war an einem sehr toten Punkt in meinem Leben….im Wortsinne. Eigentlich wäre es damals besser gewesen, ich hätte nach dem Tod meines Vaters vergessen, was Wrestling bringt, wie toll es sein kann und überhaupt. Aber ich bin am Ball geblieben, war immer mal da. Und dann haben mich meine hasigen Freunde, Ihr wisst wen ich meine, an die Hand genommen und entschieden, dass es jetzt einfach so sein muss. UND ES WAR GROSSARTIG! Ich habe mich so sehr wie….wie ICH gefühlt, wie lange nicht! Und doch musste all das irgendwann enden. Aber das wiederum hatte andere Gründe….“


Die Stimme wird leiser, der Blick senkt sich, auch das Publikum scheint einigermaßen sensibilisiert.

Lonesome Tyler: „Wie ihr zum einen wisst, wurde ich Vater. Aber diejenigen, die dem ganzen Ding gefolgt sind, wissen auch: Es war nie leicht. Der kleine, ich nenne ihn Eric, kam erst zu früh und hatte es dann sehr schwer. Mit der Luft, mit dem Herzen, eigentlich mit allem.“


Kurz rückt er das Cap zurecht, das verbirgt, dass er noch weniger an Haaren trägt als früher.


Lonesome Tyler: „Kurz: Patient One hatte einen sehr beschissenen Start ins Leben. Aber, und das ist einer der Gründe, warum ich hier bin: Es gibt ihn noch, aber es geht ihm viel, viel, viel besser!“

Tyler versucht zumindest zu strahlen, was bei seiner Optik ein eher schwieriges Unterfangen darstellt.


„Daniel! Daniel! Daniel!“ ist – noch immer – eher das, was die Zuschauer wollen.


Lonesome Tyler: „Also habe ich wieder Zeit. Für Schabernack. Für Dinge. Und für meine Leidenschaft: Wrestling.“


Jetzt kommt langsam wieder Alex ins Bild, der seinem Bruder die Plattform und auch das Bild bisher sehr geduldig gelassen hat. Aber es wäre nicht Alex, würde es so bleiben.


Alex Jr.: „Grob gesagt haben wir eigentlich alle wieder Bock auf Quatsch. Auf Catchen und alles das, was es mit sich bringt.“


Lonesome Tyler: „Wir sind hier und wir haben – das ist ganz klar – eine Tradition zu verteidigen. Das werden wir tun, jeder für sich. Mir ist klar, dass wir nicht im obersten Regal starten werden – aber wer uns haben will, weiß auch um den Umstand, wie fucking gut wir sind! Und damit....“


Weiter kommt er nicht, denn ….



… unterbricht seinen Redefluss und es erscheint, mit frischer Kurzhaarfrisur, austrainiert – wie die kurze Kleidung vermuten lässt – und voller Elan „Daniel“, auch mal Kid Daniel genannt. Zwischen seinen Brüdern entert er das Seilgeviert und so ungläubig jene wirken, ihn hier zu sehen, so vergleichsweise selbstverständlich klatschen beide mit ihm ab.


Sekunden später hat auch der unscheinbarste – und erfolgreichste – der drei Brüder einen Schallwandler in der Hand.


Daniel: „Der Weg des Hundes.....führt immer, immer, immer weiter!“


führt er kurz aus und macht dazu kurz eine Bellgeste, ehe er wieder ernst wird und, das Mike noch in der Hand, sich an den Apron stellt.


Daniel: „Wie meine Brüder schon sagen, ist catchen eigentlich alles! Und nicht nur eigentlich sondern....immer! Wir stehen in einer Tradition!“


Das tut der Hundesohn auch kund, indem er auf dem rechten Unterarm ein entsprechendes Tattoo präsentiert – aber ehe ich hier Ressourcen verschwende: Hund auf Haut, J. B. D. als Überschrift reicht eigentlich auch schon für die Fantasielosesten unter uns. Wenige Momente später muss er noch etwas sagen.


Daniel: „Wir haben uns in den letzten Jahren oft dem Problem gegenübergesehen, dass Menschen, deren Einstellung wir nicht teilen und mit deren Weltanschauung wir nichts anfangen können, das Symbol JBDs vereinnahmt haben. Wir versuchen, dagegenzusteuern, distanzieren uns aber ohnehin von jenen, die ohnehin nur wissen, wie man ein Trittbrett am besten nutzt. Abgesehen von meinem Vater und seinem Vermächtnis, mag es kaum jemanden geben, der im Fantasy Wrestling eine Toleranz gegenüber allen Menschen dieser Welt verspürt. Wir lehnen, als Familie, jede Form von Ausgrenzung, Rassismus und Antidiversität ab. Diese Werte sind unverhandelbar.“


Daniel schaut noch einige Momente in die Menge, ehe er nickt.


Daniel: „Bezüglich der GFCW würde ich mir da niemals Sorgen machen. Sorgen würde ich mir um die machen, die mir wichtig sind und die die GFCW vielleicht nicht erreicht. Aber....das ist nicht die Aufgabe der GFCW.“


Kurz schüttelt sich der immernoch jung wirkende Mensch und schaut wieder in die Kamera.


Daniel: „Es gab schon oft diese Momente, in denen wir einfach erschienen, aber auch sehr oft diese, nach denen wir einfach so wieder weg waren. Das ist der Lauf der Dinge, die Geschichte der Erde, die sich ständig weiterdreht. In der heutigen Zeit ist kaum noch etwas planbar....selbst der Besuch einer Wrestlingshow ist oftmals eine eher spontane Angelegenheit. Das mag schade sein, aber wie ich sagte: Lauf der Dinge. Und in diesem Sinne ist zu sagen....“


Die Menge, etwas fragend schauend ob einiger Worte zuvor, ist gespannt, ob da etwas folgt, oder ob das einfach nur die Überleitung in einen feinen Mikedrop werden soll. Aber es ist nicht etwa Daniel, der hier noch einmal das Wort ergreift, sondern Tyler, der sonst den Hintergrund mag, der sich hier aber berufen fühlt, noch etwas zu sagen. Daniel lässt ihn.


Lonesome Tyler: „Wir sind heiß. Wir wollen. Und eigentlich ist ziemlich klar, dass es nur einen Weg geben kann, dies zu beweisen: Wir müssen kämpfen! Gegen alle. Gegen alle, die der Meinung sind, dass wir es zum einen nicht mehr bringen, und zum anderen behaupten, wir seien nur hier, um noch ein wenig Spotlight abzugreifen. Das ist es nicht! Sondern der Drang, sich zu beweisen, der Drang, die Tradition fortzuführen, die uns schon seit Dekaden am Leben erhält. Und das wollen wir, mit jeder Faser unseres Daseins. Unseres Lebens. Unserer Existenzen. Genießt die Show, aber seid bereit für....mehr!“


Die Cam fadet ein wenig weg und schließlich bleiben die Jungs im Ring zurück...bis zur nächsten Werbung.



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Es ist mittlerweile ein ganzes Weilchen her, dass diese Musik erstmals in einer GFCW Show laut wurde – am 21.02. des letzten Jahres in der Krefelder Rheinlandhalle hatte die Schneewölfin mit den schneegrauen Zotteln und lila Strähnen namens Skadi Fenrir ihr erstes Match im GFCW Ring gegen die ebenfalls ihr erstes GFCW Match bestreitende Monica Shade. Heute wie damals rieseln Schneeflocken von der Hallendecke und das Scheinwerferlicht wird farblich eisig. Der große Unterschied heute zu damals… hat einen Namen und ist wirklich verdammt groß: Idunn Jörmungandr. Seit Idunn bei Title Night an die Seite ihrer jüngeren Schwester gestoßen ist, sind die beiden Schwestern ein Tag Team und jedes Mal aufs Neue ein imposanter Anblick, wenn sie durch den Vorhang schreiten. Skadi 1,93. Idunn 2,02. Das sind Zahlen, die bei einem männlichen Duo für Aufsehen sorgen und doppelt für zwei Frauen. Nach Meathook ist Idunn Jörmungandr die größte Person im Roster. Die Riesenschlange, die sich in bester Ouroboros Manier selber in den Schwanz, bzw. den langen Zopf beißt und ihre Schwester mit der Wolfskappe im fluffig-zotteligen Top und Schurz sehen sich kurz an, dann schreiten sie zum Ring, der gleich ihr Jagdrevier werden soll.



Schreiten tut bei den Gegnern natürlich niemand. Es wird herangerollt und zwar im formschönen Golfcart, das seit dem Debüt des Teams quasi ihr dritter Member ist und schon so manch Entscheidung beeinflusst hat.

Sademi steuert, während Rupert Wooten mit seinem weißen Golfhandschuh selbstherrlich ins Publikum winkt und so tut, als wären da überall Jubelrufe. Was wenig überraschend nicht der Fall ist. Es wird gebuht und gehated.

Die Birdie Boys – Luxemburger auf Probe – parken ihr Gefährt in Ringnähe und gleiten dann von den Sitzen. Kurz bevor es in den Ring geht, schütteln sie einander die Hände und wünschen sich ein gutes Match.

Wird schon schiefgehen…sind schließlich nur zwei grenzdebile, kulturlose Skifahrerinnen. Kein Problem für die überlegenen Botschafter des Golfsports.

Oder?

ODER?


Tag Team Match:
Idunn Jormungandr & Skadi Fenrir vs. Birdie Boys ("Mr. Fairway" Rupert Wooten & Steven Sademi)
Referee: Mike Kontrak

Die Schwestern sind da. Die Birdie Boys sind da. Und Mike Kontrak ist da. Vermutlich vergeblich ermahnt er beide Seiten zu einem sauberen, fairen Kampf, dann gibt er das Handzeichen zum Gongschlag und der gongt kurz darauf auch. Es kann losgehen, Blue Bloods erstes Match ist offiziell eröffnet.

Zum Auftakt stehen sich Skadi Fenrir und Rupert Wooten gegenüber. „Mr. Fairway“ ist mit seinen 1,90 alles andere als ein kleiner Mann und trotzdem ist er kleiner als die norwegische Jägerin. In Sachen Gewicht dürfte er mit 97 Kilo allerdings einen Gewichtsvorteil haben, obgleich ein Mangel an Daten von Skadi die Frage offen lässt wie groß er wohl sein mag. Einen hohen Körperfettanteil hat sie auf jeden Fall nicht, wenn dann sich ihre Muskeln schwer und die spannt sie an, um in den Collar&Elbow Tie Up zu gehen…

...nur hat der golfende Nordire und Luxemburger auf Probe andere Pläne. Als ob er sich auf ein plumpes Kräftemessen mit einer Wilden einlassen würde, die ernstlich glaubt Skistöcke wären ehrbarere Sportutensilien als Golfschläger. Ergo macht er einen Ausweichschritt zur Seite, Skadi greift in die Luft und die erwidert ihren Lock Up nicht. Unnötig zu erwähnen, dass Skadi in dieser Situation etwas dumm aussieht. Anders als Idunn, die regelmäßig etwas dumm aussieht, weil sie auch dumm ist.

Würde es sich ziemen mit dem Finger auf andere zu zeigen und zu lachen, Rupert würde es nun machen. So schmunzelt er nur und sein treuer Caddy Steven Sademi kichert lautstark hinter vorgehaltener Hand. Laut genug, dass die Wölfin es hört und sichtlich sauer wird. Sie ist ja eh schon nicht gut auf die Birdie Boys zu sprechen ob deren Geringschätzung für den Wintersport und ihren unfairen Erfolg über andere Mitglieder ihres LPG „Rudels“, doch nun ist ihre Laune endgültig im Eimer.

Grund genug für die Schneewölfin ruckartig das Bein hochzuziehen, um Rupert Wootens Grinsen per Big Boot einzutreten – oder besser gesagt „Big Foot“, einen Stiefel trägt sie ja nicht. Rubert hat aber keine Lust auf Skadis Fuß in seinem Gesicht und weicht abermals nach hinten aus, wobei er sofort mit Sademi wechselt und sich bei Referee Mike Kontrak beschwert, dass es doch bestimmt eine Regel geben müsse, die verbietet, dass man die ehrenvolle Elite wortwörtlich mit Füßen tritt. Kontrak hat für diese Beschwerde nur ein Kopfschütteln übrig, aber sie lenkt ihn lange genug ab, dass Sademi einen Augenkratzer vollführen kann, der es ihm erlaubt die Schneewölfin in einen Side Headlock zu nehmen. Sademi ist mit 1,85 ebenfalls nicht gerade klein, aber doch der kleinste Wrestler im Ring. Mit 90 Kilo ist er für einen männlichen Wrestler seiner Größe relativ leicht geraten, ähnlich wie Wooten auch und so hat Skadi wenig Mühe Steven Sademi anzuheben, doch ehe es einen Back Suplex oder dergleichen geben könnte strampelt Sademi wie ein Radfahrer auf einer Bergetappe und kann es so nicht nur verhindern auf die Matte geklatscht zu werden, er kann sogar mit einem Headlock Takedown kontern und so den Side Headlock weiter halten.


Für ungefähr 5 Sekunden.


Länger braucht die Wölfin nicht, um ihre Beine um den Hals des Caddy zu schlingen und nur um sicherzugehen, dass Sademi tatsächlich loslässt, beißt die Wölfin dem US Amerikaner mit Luxemburg Ambitionen in den Unterarm. Sademi schreit auf und hält Kontrak den Arm hin, wo in Sademis Vorstellungswelt blutige Bissspuren zu sehen sind.

In der Realität kann Kontrak kaum etwas erkennen, aber er ermahnt Skadi trotzdem, während Sademi zappelt und aus dem Headscissor Chokehold nur mit Mühe rauskommt. Skadi wiederum bedeutet dem Referee, dass der Caddy eben mit seinen Fingern an ihren Augen war und tritt gegen den Freikommenden Sademi noch mal nach, ehe sie sich erhebt und abwinkt.

Schnauze voll für den Moment und das heißt Zeit für einen Wechsel.

Fenrir schlendert rüber zu Idunn und bedeutet ihr, dass sie nun ruhig die Golfer einfach zerquetschen soll, auf dass sie mit diesem Match fertig werden. Idunn nickt verstehend, die Anweisung war so schön simpel, dass sie problemlos versteht, was die Aufgabe ist. Zumal sie echt gut im quetschen ist. Gemütlich steigt sie über das oberste Ringseil und reibt sich die Hände.

Einfach nur zerquetschen.


Einfach.


Skadi hält inne und fügt hastig hinzu, dass Idunn aber aufs Anzählen bei Seilkontakt achten soll, weil die verdammten Drecksseile die schwachen Golfer schützen könnten und dass der Referee nicht bei 5 ankommen darf. Und schon hält auch Idunn inne und seufzt, während sie angestrengt nachzählt was „5“ ist. Die erste Anweisung war doch so schön einfach, hätte es nicht dabei bleiben können?

Wooten und Sademi machen sich mit zählenden Fingergesten etwas über Idunn lustig, doch als Idunn sich vor Sademi aufbaut und dieser realisiert welches Monster in Frauenform da vor ihm steht und an die Gurgel will, da beginnt er doch etwas zu schwitzen und flüchtet zwischen die Seile noch bevor Idunn überhaupt zugepackt hat. Mike Kontrak beginnt zu zählen und Idunn wird nervös.

Warum zählt der Referee jetzt?

Wird sie angezählt?

Wird sie natürlich nicht, Sademi wird angezählt, aber das rafft Idunn nicht und unterbricht den Referee, ihm versichernd, dass sie gar nichts macht und er nicht zu zählen braucht. Kontrak erklärt ihr, dass er das weiß, doch ehe die Erklärung fortgeführt werden kann, hat Sademi von hinten zugepackt und einen Sleeper Hold angesetzt.

Darauf ist er sehr stolz.

Es dauert aber nur Augenblicke, bis sich Idunn aus diesem Griff heraus schlängelt und ihn per Lariat umhaut. Wooten reklamiert irgendwas, aber Kontrak ignoriert ihn und sieht stattdessen zu, wie Idunn den Caddy aufsetzt, ihr Knie in seinen Rücken rammt und zum Surfboard Stretch an den Armen packt. Ein Move, dessen Name andeutet, dass es Iopekas Lieblingsmove sein müsste.

Ist aber nicht so.


Pete: „Eigentlich ist bisher gar nicht so viel passiert, aber Sademi jammert und zappelt, als ob er seit etlichen Minuten gequält werden würde.“

Sven: „Könnte mir nicht passieren. Ich bin durch die dauernde Qual mit dir kommentieren zu müssen abgehärtet.“


Rupert Wooten erhört das Flehen seines Caddy und tritt Idunn von hinten gegen den Kopf. Die löst deswegen ihren Griff und reibt sich nur kurz den Hinterkopf. Großen Schaden scheint der Tritt nicht angerichtet zu haben. Mike Kontrak ermahnt Wooten natürlich und noch natürlicher ignoriert der Golfer dies völlig… als er von Idunn an der Gurgel gepackt wird. Er trommelt auf den Unterarm der Riesenschlange, aber die lässt sich davon nicht beeindrucken. Sie hievt ihn hoch und klatscht ihn per Spinning Chokeslam auf die Matte.

Cover!

...kein Count, weil Wooten natürlich nicht der legale Mann im Ring ist. Skadi Fenrir vergräbt ihr Gesicht in ihren Händen und der Ringecke.


Pete: „Ich habe das Gefühl Skadi hinterfragt gerade ihre Entscheidung, ihre Singles Karriere für eine Tag Team Karriere eingetauscht zu haben.“

Sven: „Ich kann Skadis Frust nachvollziehen. Ich kenne es aus eigener Erfahrung wie hart es ist, wenn man einen völlig dämlichen Partner hat.“


Idunn fragt bei Kontrak nach, was an ihrem Cover falsch ist, als Sademi sie von hinten am Kopf packt und einen Bulldog vollführt! Nun covert er und es gibt einen Count!

Eins!

Weiter kommt Kontrak nicht, weil Idunns Schulter oben ist. Sie ist noch verwirrter als vorher und das nutzt Sademi zum nächsten Sleeper Hold, dieses Mal die Basement Version. In der Zwischenzeit kommt Wooten wieder zu sich und kehrt in seine Wechselecke zurück, was den Wechsel ermöglicht. Sademi hält die sich aufbäumende Riesenschlage fest weiter im Sleeper, auf dass Wooten einen Golfschwung andeuten kann, aus dessen Drehbewegung er einen European Uppercut schlägt. Und noch einen. Und noch einen dritten. Dann schickt er sich an den Sleeper Hold zu übernehmen… als er von hinten einen Lariat abkriegt!


Also einen Northern Lariat!


Skadi hatte genug gesehen und zugelangt, womit nun sie das Zentrum von Mike Kontraks Ermahnungen ist. Sademi feuert den Referee an hier eine Disqualifikation auszusprechen, aber das macht Kontrak dann doch nicht. Vielmehr schickt er Sademi und Fenrir in ihre Wechselecken zurück. Wooten krabbelt auch sogleich zu Sademi, sich sein gemartertes Kreuz haltend. Wie kann diese wilde Jägerin es nur wagen ihn so zu behandeln? So unziemlich und barbarisch. Pfui. Einfach nur Pfui.

Gemeinsam will man nun der norwegischen Schlange einen Double Team Vertical Suplex verpassen, aber die 2 Meter + Frau blockt und kontert selber mit einem doppelten Suplex gegen beide Birdie Boys! Was für eine Kraftdemonstration! Idunn röchelt kurz, checkt ihre Gurgel nach dem Sleeper, dann dass ihr Zopf im Mund ist, wo er hingehört und nickt dann zufrieden ab.

Alles in Ordnung. Außer…

Idunn guckt vom einen Bierdie Boy zum anderen und hat keinen Plan wer da jetzt ihr Gegner ist. Aber zu ihrem Glück winkt Skadi sie herbei zum Wechsel. Euphorisch klatscht sie mit voller Wucht Skadis Hand ab, dass diese kurz ein schmerzverzerrtes Gesicht macht. Aber nur kurz, sie ist ja die mächtige Schneewölfin und da gibt sie sich keine solche Blöße.

Skadi bedeutet, dass Idunn sich Wooten packen und endlich zerquetschen soll wie aufgetragen und so nimmt Idunn eifrig den Golfer in einen Bear Hug, bzw. Snake Hug. Dann tritt Skadi nonchalant per Big Foot zu und der Einschlag plus Schwung wird von Idunn zum Spinning Spinebuster umgemünzt! Mr. Fairway liegt damit nun erst einmal flach. Danach soll Sademi auch was abkriegen, aber der flüchtet aus dem Ring, zieht von draußen den angeknockten Rupert Wooten in Sicherheit und stützt ihn bei dem Weg zurück in die Wechselecke.

Skadi rollt genervt mit den Augen und weist Idunn an zu intervenieren und Sademi zurück in den Ring zu befördern. Die Riesenschlange verlässt daraufhin den Ring und stellt sich den Birdie Boys in den Weg… die daraufhin augenblicklich gemeinsam auf Idunn einprügeln. Sieht jetzt irgendwie nicht sehr elegant aus, aber sie würden das wohl Schlagtraining nennen, so ein Golfschwung will ja von trainierten Armmuskeln kommen. Idunn wird zurückgedrängt, spurtet dann aber plötzlich nach vorn und rammt beide Birdie Boys per Shoulderblock. Die torkeln nun selber rücklings und Idunn packt Wooten an der Gurgel!


Chokeslam auf den Apron!


Sademi zeigt einen Verzweiflungs-Headbutt, aber Idunn wird nur kurz etwas erschüttert, dann packt sie abermals zu und klatscht Sademi per Pop Up Powerbomb auf den Apron. Autsch. Danach schiebt Idunn den Caddy in den Ring und kehrt glücklich lächelnd in ihre Wechselecke zurück. Sie hat ihren Auftrag nicht nur verstanden, sondern auch durchgeführt.

Skadi nimmt den Caddy in Empfang, verpasst ihm ein, zwei Stomps, hievt ihn hoch und knallt ihn per Snowplow auf die Matte. Dann hüpft Skadi elegant wie eine Katze auf die Ringecke, obgleich sie sagen wird, dass das wolfig war und Wölfe eh viel toller sind als Katzen. Und als Hunde. Insbesondere toller als Hunde.


Snow Splash!


Ihre Variante des Frog Splash sitzt, das ist das Cover und das ist die Entscheidung.

Eins.

Zwei.

DrWOOTEN!

Okay, das wäre die Entscheidung gewesen, Konjunktiv II, aber Wooten ist zur Stelle und rettet.


Pete: „Tja, hätte Idunn dieses Cover abgesichert, das Match wäre jetzt vorbei.“

Sven: „Und hätte Joana Sexianer vernünftig verhütet, dann müssten wir jetzt nicht deinen talentfreien Sohn ertragen.“


Skadi bedankt sich bei Wooten für das abebrochene Cover mit ein paar Schläge, die er erst erwidert, aber mit zunehmender Vehemenz wird der Golfer immer kleiner und flüchtet hinter Mike Kontrak. Natürlich beklagt sich Rupert, dass alle Schläge von dieser Wilden mit der geschlossenen Faust gewesen seien und so eine Prügelei komplett unzivilisiert ist. Norwegen müsse ein schreckliches Land sein, wenn da solche Wilden herangezogen werden, typisch Wikinger. Skadi versucht nachzusetzen, aber das kann sie nicht, weil Kontrak im Weg ist – Einroller von Sademi!

Eins!

Zwei!

Kick Out!

Das war knapp. Skadi klatscht sich selber gegen die Stirn, dass sie dämlich genug war sich ablenken zu lassen und langt im Aufstehen per Lariat zu, aber Steven Sademi weicht aus, bekommt Skadi zu packen und klatscht sie per Side Legsweep auf die Matte. Elbow Drop hinterher. Noch einer. Und noch einer. Und Wechsel mit Rupert Wooten. Gemeinsam verfrachten sie die Wölfin in die Ringecke, dann semmelt Rupert einmal mehr per European Uppercut zu, wonach Sademi mit Shoulder Thrusts in der Ringecke nachsetzt und Skadi nach oben auf die Ecke setzt. Beide klettern hoch… doppelter Superplex? Ja!


Double Team Superplex!


Cover! Eins! Zwei! Nein! Skadi reißt die Schulter hoch und blickt mit grimmiger Miene gen Idunn von wegen, dass diese ruhig auch hätte helfen können – doch die steht in aller Seelenruhe auf dem Apron und gibt Skadi nur beide Daumen nach oben für den Kick Out.
Natürlich beschwert sich Wooten, dass zu langsam gezählt wurde und versetzt Skadi einen Knee Drop, ehe auch er sich an einem Sleeper Hold versucht. Die Wölfin ist aber viel zu angesäuert, als dass sie jetzt schlafen könnte, selbst wenn sie es wollte. Nicht nur als Hommage an ihren früheren Teampartner Marc Hill powert sie sich hoch und versetzt dem Golfer ein, zwei Elbows – doch der greift um und hievt Skadi hoch! Spin-out Powerbomb? Das versucht er zumindest, aber Skadi kommt frei und knallt Wooten abermals einen Northern Lariat in den Nacken!

Beide liegen flach und orientieren sich gen Wechselecke. Wooten hat den kürzeren Weg, aber der Northern Lariat hat ihn auch gut erwischt, wodurch Skadi an Raum gewinnen kann, bevor Mr. Fairway mit seinem Caddy wechseln kann. Der nimmt sofort die Verfolgung auf und packt die Wölfin am rechten Knöchel, doch kaum merkt diese den Griff, dreht sie sich um und tritt Sademi mit dem freien Fuß von sich.

Planwechsel.

Sademi läuft zu Idunn, um diese vom Apron zu knocken. Wo keine Idunn, da kein schwesterlicher Wechsel. Nun ist Idunn schwer von Begriff, hört schlecht und sie ist ein großes Angriffsziel. Aber wenn ein Gegner auf sie zugelaufen kommt, ist sie dann doch nicht blöd genug sich treffen zu lassen. Sie geht einfach zur Seite und als Sademi seinen Running Shoulderblock daneben setzt, tritt sie per Roundhouse Kick zu – nicht der schnellste oder technisch filigran, aber ein Roundhouse von einer zwei Meter Frau hat Reichweite und Schmackes. Sadei wird erwischt und geht angeschlagen zu Boden, während Skadi nun zur Stelle ist und wechseln kann.

Idunn steigt ruhig über das oberste Seil, tritt Sademi mit einem Shoot Kick um und hilft dann ihrer Schwester hoch. Ein Blick, dann positioniert sich Idunn hinter Sademi und Skadi beginnt in die Seile zu sprinten… das soll der High Low werden!


*

Klack

*


Pete: „Was war das für ein Geräusch?“

Sven: „Ist doch egal, konzentriere dich aufs Match.“

Pete: „Aber das klang wie ein Golfschläger, der einen Golfball trifft...“

Sven: „Es klingt so, weil es auch genau das war, du Schnellmerker.“


In der Tat! Rupert Wooten hat einen Golfball in den Ring geschlagen und zwar genau in Skadis Laufbahn! Ihr Fuß tritt auf den Ball und im vollen Lauf stürzt Skadi und crasht durch die Seile nach draußen! Idunn guckt geschockt ihrer Schwester hinterher und lässt dabei Steven Sademi außer Augen, der sie von hinten einrollt und sich mit seinem ganzen Gewicht auf sie stemmt!

...was aber halt auch „nur“ 90 Kilo sind, nichts mit dem man Idunn unten halten könnte.

Außer es gibt Unterstützung von außen. Die Seile sind etwas weit weg und so achtet Mike Kontrak nicht drauf, weil es da eigentlich nichts geben kann, auf das man achten könnte. Doch Mr. Fairay findet einen Weg: er hält den Golfschläger durch die Seile, Sademi greift diesen und Wooten zieht von außen, sodass es Zusatzdruck auf das Cover gibt! Und so geht es bis drei durch! Kaum ist das getan lässt Sademi rasch den Golfschläger los, der so von Wooten wieder nach draußen gezogen wird, ehe Mike Kontrak die miese Tour sehen könnte… und so ist es vorbei!


Sieger des Matches durch Pinfall: die Birdie Boys!


Die Golfer jubeln, Idunn weiß nicht was passiert ist und Skadi humpelt vom Sturz zurück in den Ring. Ihr wolfiges Knurren ob der jubelnden Golfer ist lautstark, aber sie lässt sie von dannen ziehen.

Für den Moment.




Der Kuss geht zur Kette. Endlich fühlt sich die Bewegung für Rasmus Rantanen wieder ganz natürlich an. Nach Monaten des Zauderns und des Zweifelns hat er verstanden, welche Mission ER ihm gegeben hat. Sein Vertrauen in die Fügung ist zurück.

Der Kieler sitzt in seiner Kammer auf Burg Satzvey. Zwischen seinen Fingern liegt das Kreuz, dessen Kante feucht vom Speichel im Licht glänzt. Von draußen ist Blue Blood zu hören. Jubel, eine Durchsage, dann wieder Jubel. Rasmus hebt den Anhänger ein Stück an und betrachtet die Oberfläche, die er so unendlich oft mit dem Daumen nachgefahren ist. Einst hat er geglaubt, dieses kleine Stück Metall könne ihn vor allem Üblen bewahren.

Sein Körper musste erfahren, dass das ein Irrglaube war.


CUT.

Title Night 2025.


Rantanen fällt in der Gorilla Position über Iray Burch her. Fäuste treffen das fleischige Gesicht, ein heruntergerissener Vorhang wird zur Schlinge. Es ist nicht genug. Ein weiterer Schnitt, dann schließen sich Burchs Hände um Rasmus. Stühle kippen, Zuschauer weichen zurück. Der Kampf trägt sie durch die Halle bis auf den Parkplatz, wo Rantanen auf einer Motorhaube noch immer um den Sieg ringt.

Burch kommt wieder hoch. Das Monstrum reißt ihm die Kette vom Leib. Rasmus greift danach, aber erreicht sie nicht. Das Bild springt weiter zu einer Autoscheibe, gegen die Rasmus‘ Körper geschleudert wird. Über dem Krachen ist Burchs Stimme zu hören.


Iray Burch: „Gott ist tot.“


Der abschließende Pin. Shelly Nafe steht daneben. Auf Rasmus’ geschundenem Gesicht bleibt das Bild einen Augenblick stehen. Ein gebrochener Mann.


CUT.

Zurück im Hier und Jetzt. Burg Satzvey.


Die Kabinentür öffnet sich. Rasmus lässt die Kette sinken. Iray Burch steht im Eingang und schaut ihn an. Vor der breiten Brust des Unmenschen hängt ebenfalls ein Kreuz. Ein ungewohnter, aber willkommener Anblick. Es bewegt sich mit dessen schwerem Atem. Rasmus blickt den Mann an, der einst sein Feind war. Doch was ist er jetzt für ihn? Rasmus weißt es nicht. Noch nicht.



Iray Burch: „Heute laufen sie nicht weg.“


Burch tritt ein. Seine Finger gleiten über den Anhänger. In der großen Hand ist kaum noch etwas davon zu sehen.


Rasmus Rantanen: „Ich weiß.“


CUT.

Mai 2026.


New Level. The End feiert mit dem verteidigten Titel. Der unbesiegbar scheinende Goliath hat verloren. Mit ihm ist der Traum von Shelly Nafe zerschmettert wurden. Dann ein Zeitsprung, zwei Wochen später. War Evening. Burchs Niederlage bei New Level ist noch frisch und so ist es auch der Schmerz.

Die Gegner heißen Robbin Zick und Danny Rickson. Doch Namen spielen keine Rolle. Sie sind zweimal Fleisch, das die Wut eines Besiegten stillen muss. Iray kann es nicht erwarten. Hollywood Jake steht neben ihm im Ring. Ein vermeintlicher Verbündeter, dessen Mikrofon im nächsten Augenblick gegen Irays Gesicht kracht. Unter dem Pelzmantel erscheint das Shirt von Refuse to Age.

Rickson applaudiert. Dann schlagen alle drei zu. Der Schnitt folgt den Angriffen: Zick hält Burch fest. Jake reicht den Stuhl weiter. Rickson holt aus. Als Iray nicht mehr selbst stehen kann, richten sie ihn für den MTS noch einmal auf. Shelly Nafe schaut zu. Ihre Lippen bewegen sich, doch zu hören ist nur das Scharren des Stuhls, den Jake nun um Burchs Hals legt. Rickson steigt auf die Ecke. Er springt ab. Und für Iray Burch wird nichts mehr so wie sein wie zuvor.


CUT.

Wieder auf der Burg. Oktober 2026.


Burch streicht sich über den Hals. Sein Gesicht verrät nicht, ob die Bewegung der Erinnerung gilt oder einem Jucken unter dem Metall.


Iray Burch: „Wir jagen gemeinsam. Als…Freunde.“


Der Unmensch spricht es in seinem unmelodischen Ton. Ein Singsang ohne Betonungen. Er starrt Rantanen an. Dieser blickt auf die Kette, die er Iray geschenkt hat. Hätte ER ihm nicht ein Zeichen gegeben, würde Rasmus daran zweifeln, dass ihn mit Iray Burch mehr verbindet als nur ein Symbol.


CUT.

Vor ein paar Wochen. War Evening.


Wiesbaden: Zac Alonso liegt in der Ringecke, über ihm hält Iray eine Metalltreppe. Es ist der Moment vor einer potenziellen Katastrophe. Auf der Rampe steht Claude „Dynamite“ Booker. Vor Anspannung pocht eine Ader an seiner Stirn. Doch Iray Burch ist nicht auf ein Gespräch mit dem Präsidenten aus. Ihm steht der Sinn nach etwas anderem. Da betritt hinter seinem Rücken eine Gestalt das Seilgeviert und nimmt die Kapuze ab. Der verlorene Sohn der GFCW ist zurück.


Rasmus Rantanen: „Vielleicht ist es mein Schicksal…dich zu retten.“


Die Kamera zeigt die beiden Kreuze. Männer, die einander kaum mehr als Schmerz hinterlassen haben, stehen sich gegenüber und zu aller Überraschung bricht nicht die nächste Schlacht zwischen ihnen aus. Burch lässt ihn reden. Ihm gefällt der Vorschlag, den Rantanen ihm eröffnet.


Rasmus Rantanen: „Eine Jagd.“


Schnitt in die Kabine von Refuse to Age. Rickson schaltet den Monitor aus. Taschen werden gegriffen, Sachen zurückgelassen. Ein Wagen fährt davon. Als Rasmus und Iray auf den Parkplatz treten, sind nur noch die Rücklichter zu sehen.


CUT.

Zurück in der Kabine.


Iray Burch: „Liebt er mich auch?“


Rasmus hebt den Kopf. Er weiß nicht, was Burch ihn fragt. Oder vielleicht doch, er ahnt es zumindest. Aber ein Wort mit Liebe aus dem Mund des Unmenschen zu hören, reißt Rasmus so aus dem Konzept, dass er keine Antwort weiß. Burch wartet. Nach Sekunden des Schweigens zieht Burch die Kette vom Körper weg und hält sie dem Kieler hin.


Iray Burch: „Dein Gott. Liebt er mich so wie dich?“

Rasmus Rantanen: „Du bist ihm nicht egal, Iray.“


Eine ausweichende Antwort, das weiß Rasmus. Er legt die Hände auf die Oberschenkel. Sein Mund öffnet sich – er will sich erklären -, doch ER gibt ihm kein Zeichen, was er sagen soll.


CUT.

War Evening vor zwei Wochen.


Festung Ehrenbreitstein. Sicherheitsmänner umringen Refuse to Age. Ihre Köpfe drehen sich nach allen Seiten. Es folgen umgestoßene Zuschauerstühle, abgerissene Masken und die entsetzten Gesichter zweier Fans, die Opfer der Paranoia der Gejagten wurden.

Dann der Innenraum eines Transporters. Jake nimmt einen Schlüssel entgegen, dreht sich um. Rasmus lächelt von der Rückbank.

Die Wiederholung läuft im Zeitraffer ab. Ereignisse überschlagen sich: Das Glas neben Zicks Kopf bekommt einen Riss. Jake landet im Schlamm. Rickson erscheint mit seinem jugendlichen Sohn und hält ihn dicht bei sich. Seine Stimme begleitet das Bild von Burch, dessen Hand auf der Kreuzkette liegt.


Danny Rickson: „Aus dem Monster ist ein Schoßhund geworden.“


Rasmus widerspricht. Doch Burch schaut an ihm vorbei zu Rickson. So hat noch nie jemand mit ihm gesprochen. Und es kommt ausgerechnet aus dem Mund des Mannes, der ihn schwach gemacht hat.


CUT.

Burg Satzvey.


Rasmus erhebt sich. Er steht nun dicht vor Burch, dessen ausgestreckte Hand noch immer den Anhänger hält.


Rasmus Rantanen: „Ich habe Monate gebraucht, um zu verstehen, warum ich damals verloren habe. Du verlangst eine Antwort, die ich dir nicht leichtfertig geben kann, nur weil unser Match gleich beginnt.“


Burchs Mundwinkel zucken. Rasmus bemerkt es. Er faltet die Hände vor seiner Brust – auch wenn er sich sicher ist, dass Burch keinen Wert auf beruhigende Gesten legt.


Rasmus Rantanen: „Rickson wollte dir einfach nur wehtun, verstehst du? Im Ring. Im Krankenhaus. Und mit jedem Wort, das er vor zwei Wochen gesagt hat.“


Iray blickt ihn an, ohne zu blinzeln. Dann zieht er seine Schultern zurück und lässt das Kreuz gegen seine Brust fallen.


Rasmus Rantanen: „Wir zeigen Danny Rickson, dass er nicht von IHM geliebt wird. Und dann wirst du die Antwort auf deine Frage wissen, wie ER zu dir steht. Einverstanden?“


Burch wendet sich schweigend zur Tür. Rasmus folgt, hält jedoch inne und berührt noch einmal seine Kette. Für einen Kuss bleibt keine Zeit. Burch hat die Tür bereits geöffnet und hält sie für ihn auf.


CUT.

Diesmal auf eine Grafik.


IRAY BURCH & RASMUS RANTANEN

gegen

DANNY RICKSON, HOLLYWOOD JAKE & ROBBIN ZICK


Glaube gegen Unsterblichkeit.

Heute live bei Blue Blood.




Ein Sieg bleibt ein Sieg, auch wenn man danach eher damit beschäftigt ist, die eigenen Knochen zu sortieren, als die Arme für das Siegerfoto zu heben. Genauso ein Sieg war der erste Erfolg der Black Wyrms gegen die Modern Erasers, bei dem Brigitte Reflet und Shizuku Shikishima reichlich einstecken mussten, ehe eine Diskussion auf der Gegenseite ihnen die entscheidende Gelegenheit verschaffte.

Heute gibt es die Gelegenheit, diesem Ergebnis eine andere Bedeutung zu geben, und die kleine Französin scheint fest entschlossen, davon Gebrauch zu machen.


Zu „Dragon Rider“ betreten die Black Wyrms die Halle, begleitet von den vertrauten „Let’s Go Worms~!“-Rufen, über die Shizuku sich wie immer freut und die Brigitte wie immer mit einer Miene quittiert, als hätte gerade jemand ihren schwarzen Umhang zum Kostüm einer besonders niedlichen Gartenbewohnerin erklärt. Unter dem hohen Kragen wandert ihr magentafarbener Blick bereits zum Ring, während ihre Partnerin noch einigen ausgestreckten Händen entgegenkommt und dabei aufpassen muss, dass ihre langen, gebändigten blonden Zöpfe niemandem versehentlich über die Finger streichen.

Brigittes eigene Haarpracht ist zu einem massiven Zopf geflochten, der trotz aller Bändigung noch immer eine beachtliche Erscheinung darstellt, aber heute vor allem hinter ihrem Rücken bleiben soll. Dass Bella Venera beim ersten Aufeinandertreffen darin einen praktischen Griff gefunden hat, dürfte ebenso wenig vergessen sein wie die Tatsache, dass die Kalifornierin dafür kaum mehr als eine Ermahnung kassierte.

Im Ring legen die Wyrms ihre Umhänge ab, unter denen die güldene Ringkleidung mit den schwarzen Drachenmotiven zum Vorschein kommt, und während Shizuku ruhig die Seile prüft, tritt Brigitte bereits auf der Stelle von einem Fuß auf den anderen.


Pete: „Die Black Wyrms haben das erste Match gewonnen, aber sie wissen selbst, dass die Modern Erasers ihnen damals einiges abverlangt haben. Wenn Bella und Iokepa heute besser zusammenarbeiten, wird das eine ganz andere Aufgabe.“

Sven: „Vielleicht arbeiten sie auch genauso zusammen und reden bloß erst hinterher darüber, wer schuld war. Das würde immerhin Zeit sparen.“


Als die lateinischen Choräle durch die Halle ziehen, erscheinen Bella Venera und Iokepa gemeinsam auf der Rampe, wobei gemeinsam diesmal tatsächlich mehr bedeutet, als zufällig denselben Weg zum Ring zu nehmen. Bella deutet im Gehen kurz auf die gegenüberliegende Ringecke, Iokepa nickt und antwortet mit einer knappen Handbewegung, ehe beide ihre Aufmerksamkeit auf die Black Wyrms richten.

Die rotgoldene Kalifornierin mustert Brigitte hinter ihrer Maske, während der Hawaiianer sich auf dem Apron noch einmal zu Bella herunterbeugt und ihr etwas sagt, das im Hallenlärm untergeht. Was immer besprochen wird, es dauert nicht lange, und als Howard Eagle die Teams in ihre Ecken schickt, steigt Iokepa hinaus, während Bella im Ring bleibt.

Keine Diskussion darüber, wer beginnt, kein genervtes Warten und damit auch keine Gelegenheit für Brigitte, sich schon vor dem ersten Kontakt in Rage zu bringen.


Tag Team-Match:

Black Wyrms (Shizuku Shikishima & Brigitte Reflet) vs. Modern Erasers (Bella Venera & Iokepa)
Referee: Robin Stahlbrand

Mit dem Ertönen der Glocke macht Brigitte zwei schnelle Schritte auf Bella zu, senkt die Schulter und erinnert damit deutlich genug an den Spear, den sie beim ersten Match zunächst abbrechen musste. Bella zieht sofort ihr Knie hoch, doch diesmal ist Brigitte längst darauf vorbereitet: Sie bremst außerhalb der Reichweite ab, schlägt Bellas erhobenes Bein zur Seite und taucht an ihrer Hüfte vorbei in einen seitlichen Waistlock.

Für einen German Suplex fehlt ihr aus dieser Position gegen die größere Gegnerin die Kraft, was Bella offenbar auch weiß, denn sie setzt ihre Füße breit auseinander und greift nach den Händen an ihrem Bauch. Brigitte versucht trotzdem, sie anzuheben, bekommt sie allerdings kaum auf die Zehenspitzen und verzieht das Gesicht, ehe ein Blick zu Shizuku sie davon abhält, denselben Versuch gleich noch einmal mit mehr Wut zu wiederholen.

Stattdessen tritt sie Bella in die Kniekehle, lässt sich mit ihr seitlich fallen und dreht sich auf der Matte sofort in einen Griff am rechten Bein.


Der Dragon Screw folgt diesmal aus dem Sitzen, wodurch Bella ihr Gewicht nicht wie beim ersten Match einfach über Brigitte nach vorn werfen kann. Die Kalifornierin dreht sich mit, um den Druck aus dem Knie zu nehmen, verliert dabei aber die stabile Position und muss sich an den Seilen festhalten, bevor Brigitte weiter zugreifen kann.

Howard Eagle verlangt das Lösen, und La Vouivre kommt dem nach, wenn auch mit einem letzten verärgerten Schubs gegen Bellas Stiefel.


Pete: „Brigitte hat sich den Beginn des ersten Matches offenbar sehr genau angesehen. Sie versucht wieder, Bellas Bein zu erwischen, aber aus einer Position, in der Bella ihren Größenunterschied schlechter nutzen kann.“

Sven: „Um zu wissen, dass Brigitte etwas nicht hochheben kann, hätte ich mir kein Video ansehen müssen.“


Bella kommt wieder auf die Beine und macht bei der nächsten Annäherung keinen Versuch, auf Brigittes Täuschungen zu reagieren, sondern packt sie im Lock Up, schiebt sie einige Schritte zurück und reißt sie dann mit einem kräftigen Arm Drag auf die Matte. Brigitte rollt sofort durch, läuft erneut an und wird mit einem zweiten Arm Drag empfangen, bei dem Bella den Arm festhält und die Schulter mit ihrem Knie unten fixiert.

Diesmal zappelt die Französin weniger hektisch als beim ersten Aufeinandertreffen, zieht stattdessen die Beine unter sich und versucht, über die freie Schulter eine Rolle einzuleiten. Bella folgt der Bewegung, lässt sie halb aufstehen und befördert sie mit einem Snap Suplex wieder auf den Rücken, ehe sie ihre Gegnerin am Handgelenk zur eigenen Ecke zieht.

Dort wartet Iokepa bereits mit ausgestreckter Hand.

Der Wechsel erfolgt ohne jedes Zögern, und während Bella Brigitte am Arm aufrichtet, steigt der Hawaiianer durch die Seile und trifft die Französin mit einem gezielten Tritt gegen die freiliegende Seite. Bella verlässt den Ring, bevor Howard Eagle überhaupt Anlass hat, sie anzuzählen, während Iokepa den festgehaltenen Arm in einen Reverse Hammerlock dreht.

Brigitte stemmt sich gegen den Griff, aber der Hawaiianer bleibt dicht genug hinter ihr, um ihr weder einen Ellbogenstoß noch eine schnelle Drehung zu erlauben. Als sie sich schließlich nach vorn abrollt, gibt er den Hammerlock frei, behält ihr Handgelenk allerdings in der Hand und zieht sie direkt in einen Single-Arm DDT.


Das erste Cover bringt einen Two Count, und kaum hat Brigitte die Schulter hochgerissen, sitzt Iokepa bereits wieder neben ihr und greift nach dem belasteten Arm.

Von demonstrativer Fairness lässt sich diesmal keine Pause ableiten, denn auch wenn er sauber wrestlet, verschenkt er zwischen seinen Aktionen keine Zeit. Als Brigitte schließlich ein Bein ins unterste Seil legt, löst er den Griff sofort, bleibt aber außerhalb ihrer Reichweite stehen und versperrt ihr den direkten Weg zu Shizuku.

Die Französin kommt auf ein Knie, schaut erst zu ihm und dann über seine Schulter hinweg zu ihrer Partnerin, ehe sie mit einem wütenden Aufschrei losstürmt. Iokepa erwartet den direkten Angriff, geht ihr mit ausgestreckten Armen entgegen und bekommt stattdessen einen tiefen Dropkick gegen das linke Knie, der ihn seitlich einknicken lässt.

Brigitte rutscht an ihm vorbei, springt aus dem Knien noch einmal nach vorn und erreicht Shizukus Hand.


Die Japanerin steigt durch die Seile, fängt Iokepa beim Aufstehen mit einem European Uppercut ab und schiebt einen zweiten hinterher, der ihn bis an die Seile zurückdrängt. Als sie für den dritten ausholt, hebt der Hawaiianer rechtzeitig seinen Unterarm, lenkt den Schlag nach außen und taucht unter dem Arm hindurch hinter sie.

Sein Back Suplex kommt nicht zustande, weil Shizuku ihr Gewicht senkt und mit beiden Händen seine ineinander verschränkten Finger auseinanderzieht, aber auch ihr anschließender Ansatz zum Belly to Belly Suplex wird geblockt. Iokepa hält die Hüfte zurück, löst sich mit einem seitlichen Schritt und zieht sie über einen Arm Drag zu Boden.

Shizuku rollt durch und steht wieder, als er auf sie zuläuft, wobei ihr rechter Arm bereits für jenen Uppercut bereitliegt, der ihn im ersten Match aus der Luft gepflückt hat.

Nur springt Iokepa diesmal noch nicht.

Er bremst unmittelbar vor ihr ab, lässt ihren Schlag ins Leere gehen und erwischt sie erst danach mit einem hohen Dropkick, der sie auf den Rücken befördert. Der anschließende Standing Moonsault sitzt, doch Shizuku befreit sich kurz vor dem dritten Schlag aus dem Cover.


Pete: „Auch Iokepa hat seine Hausaufgaben gemacht. Er weiß, dass Shizuku ihn beim Absprung erwischen will, und hat genau diese Reaktion provoziert.“

Sven: „Schon erstaunlich, was möglich ist, wenn man während eines Matches die Gegnerin anschaut.“


Iokepa bleibt am Drücker, zieht Shizuku an einem Arm hoch und wechselt mit Bella, die diesmal auf derselben Seite in den Ring kommt, auf der sich auch ihre eigene Partnerhand befindet. Der Fehler mit der falschen Ringecke passiert ihr jedenfalls kein zweites Mal, und so landet Shizuku nach einem gemeinsamen Whip auch weit entfernt von Brigitte in den Polstern.

Bella folgt mit einem harten Running Leg Lariat, während Iokepa sich auf den Apron zurückzieht, und setzt anschließend mit Chops nach, deren Geräusche durch die Halle schallen. Shizuku verschränkt die Arme vor dem Oberkörper, versucht sich zwischen zwei Schlägen aus der Ecke zu drehen und wird von Bella am Schultergurt zurückgehalten, ehe die Kalifornierin sie mit einem Fisherman Suplex in die Ringmitte befördert.

Die Brücke hält bis zwei, dann drückt Shizuku eine Schulter hoch.

Doch Bella gibt den Griff nicht sofort auf, sondern dreht ihre Gegnerin auf den Bauch und sucht den Crossface, wobei Shizuku ihren freien Arm unter den eigenen Körper zieht, um ihn nicht ebenfalls festsetzen zu lassen. Das verhindert den Griff nicht vollständig, erschwert Bella aber die Arbeit, und als die Kalifornierin energischer nachfasst, schiebt Shizuku ihr Knie unter die Hüfte und arbeitet sich Zentimeter für Zentimeter vorwärts.

Bella zieht sie zurück, Shizuku schiebt wieder nach, und an der Wechselecke begleitet Brigitte jeden kleinen Fortschritt mit immer lauteren Zurufen.


Iokepa schlägt von außen gegen das oberste Ringpolster, um Bella auf die gefährliche Richtung aufmerksam zu machen, woraufhin diese den Griff löst und Shizuku am Knöchel zurückzieht. Dabei dreht sich die Japanerin auf den Rücken, stemmt den freien Fuß gegen Bellas Hüfte und stößt sie weit genug von sich, um sich zur Seite rollen zu können.

Bella fängt sie jedoch noch vor dem Wechsel ab und hebt sie für einen weiteren Suplex hoch, bei dem Shizuku ihren Körper in der Luft verdreht und hinter ihr auf den Füßen landet. Mit beiden Armen um Bellas Taille geht es nach hinten in einen German Suplex, der die Kalifornierin auf Schultern und Nacken wirft, aber auch Shizuku zunächst liegen lässt.

Beide kriechen in unterschiedliche Richtungen, beide Partner strecken ihre Hände aus, und diesmal kommen die Wechsel beinahe gleichzeitig zustande.


Brigitte ist schneller im Ring, was bei ihren kurzen Wegen durch die Seile wenig überrascht, und trifft Iokepa mit einem Running Dropkick, bevor dessen zweiter Fuß überhaupt richtig auf der Matte steht. Ein weiterer Dropkick geht gegen Bella, die sich gerade durch die Seile zurückziehen will und dadurch auf den Apron hinausfällt, ehe die Französin sich wieder dem Hawaiianer zuwendet.

Iokepa wehrt ihren European Uppercut ab, greift nach der Schulter und will sie in einen Swinging Neckbreaker drehen, doch Brigitte läuft mit der Bewegung mit und entzieht ihm den Kopf. Aus der Drehung heraus springt sie an die mittleren Seile, stößt sich zurück und erwischt ihn mit dem Wyvern Wingspan quer über Brust und Hals.

Das Cover bringt zwei, bevor Iokepa sie mit einem kräftigen Ruck von sich stößt.

Brigitte landet auf den Knien, sieht ihn vor sich liegen und greift sofort nach seinem Kopf, um ihn für den Glorious DDT aufzurichten. Der Hawaiianer bekommt jedoch einen Arm zwischen ihre Körper, stößt sie zurück und kommt selbst hoch, woraufhin Brigitte erneut anläuft.

Diesmal springt Iokepa ihr entgegen und zieht beide Knie für den Sunshine an.

La Vouivre wirft sich im letzten Augenblick zur Seite, sodass seine Hände ihren Kopf verfehlen und er ohne Gegnerin auf dem Rücken landet. Brigitte bleibt nach dem Ausweichen einen Moment an den Seilen hängen, ihre Augen weit geöffnet, bevor sich der Schreck in sichtbaren Ärger verwandelt.

Von außen hält Shizuku ihr die Hand hin.


Brigitte schaut noch einmal zu Iokepa, als würde sie ihm gern persönlich erklären, was sie von diesem Versuch hält, entscheidet sich dann aber für den Wechsel. Shizuku greift den aufstehenden Hawaiianer an der Hüfte, während Brigitte sein linkes Bein mit einem Low Dropkick wegtritt, und durch die Kombination bekommt die Japanerin ihn tatsächlich für einen Saito Suplex von der Matte.

Iokepa kracht auf die Seite, Shizuku setzt das Cover an und Bella kommt rechtzeitig in den Ring, um es bei zwei mit einem Tritt gegen die Schulter zu unterbrechen.

Howard Eagle schickt sie zurück, während Brigitte auf dem Apron sehr deutlich zum Ausdruck bringt, dass sie diese Form von Einmischung auch gern vor dem nächsten Cover angekündigt hätte.


Pete: „Beim ersten Match hat Iokepa Bella noch zugerufen, dass sie sich selbst befreien kann. Heute helfen beide einander, sobald es nötig ist.“

Sven: „Sie haben herausgefunden, dass ein Tag Team aus zwei Leuten besteht. Eine vielversprechende Entwicklung.“


Bella ist wieder draußen, als Shizuku Iokepa hochzieht und zur Ecke befördern will, doch der Hawaiianer dreht den Whip um und schickt sie selbst in die Polster. Er folgt mit einem schnellen Schritt, setzt den Fuß auf das mittlere Seil und legt die Beine für eine Huracanrana um ihren Kopf.

Shizuku stemmt sich dagegen, bekommt ihn einen Moment auf ihre Schultern und versucht, sich von der Ecke wegzudrehen, aber die Position bleibt zu wacklig, um daraus eine Powerbomb zu machen. Iokepa verlagert seinen Körper seitlich und reißt sie doch noch herum, sodass sie mit dem Rücken auf der Matte landet.

Er selbst kommt auf die Knie, atmet schwer durch und erreicht Bella, die nach dem Wechsel sofort zum obersten Seil steigt.

Der Toprope Elbow trifft Shizuku mitten auf dem Oberkörper, und Bella legt sich mit quer über sie gezogenen Beinen ins Cover.


Eins!


Zwei!


Shizuku bekommt die Schulter hoch, bevor Howard Eagles Hand die Matte ein drittes Mal erreicht, woraufhin Bella sich aufsetzt und den Referee mit einem Blick bedenkt, der wenig Raum für unterschiedliche Auffassungen von Zählgeschwindigkeit lässt. Eagle zeigt ihr zwei Finger, und Bella richtet ihre Aufmerksamkeit wieder auf Shizuku, anstatt darüber eine Diskussion anzufangen.

Sie hakt ein Bein ein, zieht die Japanerin auf den Bauch und legt den Goodnight Kiss, ihren STF, an. Aber Shizuku versucht sofort, die Hände am eigenen Gesicht auseinanderzuziehen, bekommt aber keinen ausreichenden Griff und muss sich mit dem Unterarm vorwärtsdrücken. Bella macht sich schwer auf ihrem Rücken, zieht den Oberkörper zurück und sorgt dafür, dass jeder Versuch in Richtung Seile sichtbar Kraft kostet.

Brigitte verlagert ihr Gewicht auf dem Apron bereits nach innen, doch Iokepa steigt auf der gegenüberliegenden Seite zwischen die Seile und bleibt mit dem Blick auf ihr stehen. Howard Eagle fordert ihn zum Verlassen des Rings auf, während Brigitte eine Hand am obersten Seil behält und abschätzt, ob sie trotzdem an ihm vorbeikommen könnte.

Shizuku nimmt ihr die Entscheidung ab, indem sie mit einem letzten kräftigen Vorstoß das unterste Seil zu greifen bekommt.

Bella hält bis vier, ehe sie löst, und zieht ihre Gegnerin gleich wieder hoch, um ihr keine Erholung zu gönnen. Der anschließende Superkick streift Shizuku allerdings nur an der Schulter, weil diese mit den Beinen nachgibt und seitlich absackt, wodurch Bella einen halben Schritt an ihr vorbeigerät. Nun greift die Japanerin von hinten zu, und plötzlich steht wieder jener Full Nelson, aus dem beim ersten Match der entscheidende Dragon Suplex folgte.

Iokepa ruft sofort eine Warnung, Bella senkt ihren Schwerpunkt und stemmt die Beine auseinander, während ihre Hände Brigittes Partnerin am Handgelenk greifen. Shizuku zieht einmal an, bekommt sie nicht hoch und löst den Griff, bevor Bella mit dem Hinterkopf nach hinten stoßen kann.

Stattdessen packt sie die Kalifornierin seitlich und bringt sie mit einem Belly to Belly Suplex zu Boden.

Der bringt keinen unmittelbaren Sieg, aber endlich wieder die Gelegenheit zum Wechsel.

Brigitte kommt herein, trifft Bella beim Aufstehen mit einem Shotgun Dropkick und treibt sie dadurch bis in eine freie Ecke. Der nachfolgende Cannonball Senton sitzt, die Französin rollt rückwärts aus den Polstern und zieht ihre Gegnerin mit beiden Händen ein Stück von den Seilen weg, ehe sie vom mittleren Seil einen Moonsault folgen lässt.

Bella hebt rechtzeitig die Knie.

Brigitte landet darauf, klappt mit einem keuchenden Laut zusammen und rollt sich auf die Seite, während die Kalifornierin selbst einige Augenblicke benötigt, um wieder auf die Beine zu kommen. Als Bella nach ihr greift, schlägt La Vouivre die Hände weg und versucht trotz des schmerzenden Bauches, sie für einen Butterfly Suplex einzuhaken.

Bella lässt sich kaum anheben, und mit jedem weiteren Ruck wird Brigittes Gesicht eine Spur finsterer.

Von draußen ruft Shizuku etwas, doch diesmal erreicht es die Französin zu spät, denn Bella befreit einen Arm, zieht sie zu sich und wirft sie mit einem kräftigen Suplex auf den Rücken.


Pete: „Da hat Brigitte wieder versucht, sich gegen die körperlichen Voraussetzungen durchzusetzen, obwohl sie vorher mit ihren schnellen Aktionen wesentlich mehr Erfolg hatte.“

Sven: „Die kleine Drachin möchte eben auch mal jemanden durch die Gegend werfen. Aber Bella hat ihr gerade gezeigt, wie es geht.“


BV wechselt mit Iokepa, der Brigitte hochzieht und mit einem Swinging Neckbreaker in Position bringt, bevor er zum obersten Seil steigt. La Vouivre liegt noch auf dem Rücken, aber Shizuku steht längst aufmerksam am Apron und beobachtet, wie der Hawaiianer sich oben aufrichtet.

Eine sehr vertraute Situation.

Iokepa blickt zu Shizuku, dann wieder hinunter auf Brigitte, und springt diesmal nicht sofort. Als Shizuku ihre Hand durch die Seile streckt, um ihre Partnerin näher heranzuziehen, steigt er rasch eine Stufe tiefer und kommt ohne Sprung auf die Matte zurück.

Er greift nach Brigittes Knöchel und zieht sie aus Shizukus Reichweite, womit er genau jene Rettung verhindert, die seinen Moonsault im ersten Match ins Leere gehen ließ. Erst dann setzt er aus dem Stand zum Moonsault an, aber die Verzögerung hat Brigitte immerhin genug Zeit verschafft, die Beine anzuziehen und sich unter ihm wegzudrehen.

Iokepa fängt seine Landung mit den Händen ab, rollt seitlich durch und steht beinahe sofort wieder, während Brigitte auf allen vieren zur eigenen Ecke hastet. Er erwischt sie am Fuß, zieht sie zurück und muss sich bücken, als sie mit dem freien Bein nach seinem Kopf tritt.

Der erste Tritt geht vorbei, der zweite trifft ihn an der Schulter, und Brigitte nutzt den gelockerten Griff, um sich herumzudrehen und mit beiden Füßen gegen seine Brust zu stoßen.

Iokepa taumelt rückwärts, Brigitte wirft sich nach vorn, und Shizuku ist wieder im Match.

Die Japanerin fängt den anlaufenden Hawaiianer mit einem European Uppercut ab, diesmal ohne ihm vorher die Zeit für eine Täuschung zu geben, und setzt mit einem zweiten nach. Iokepa weicht dem dritten aus, dreht sich hinter sie und greift bereits nach den Armen, doch Shizuku löst sich mit einer schnellen Drehung und trifft ihn mit einem weiteren Uppercut unter dem Kinn.

Als er gegen die Seile zurückfällt, greift Bella ihm an die Schulter. Howard Eagle sieht den Wechsel, Shizuku offenbar ebenfalls, denn sie wendet den Blick sofort von Iokepa ab und stellt sich Bella entgegen. Die Kalifornierin springt mit einer Superwoman Punch durch die Seile, verfehlt jedoch, weil Shizuku unter dem Schlag wegtaucht und sie an der Hüfte einfängt.

Der Valkyrie Driver bringt Bella hart auf die Matte, aber Shizuku kann ihre Beine nicht gleich festhalten, sodass zwischen Landung und Cover wertvolle Augenblicke verstreichen.


Eins!


Zwei!


Bella befreit sich mit einem kräftigen Ruck, und Shizuku bleibt neben ihr sitzen, den Mund geöffnet und die Schultern deutlich schwerer arbeitend als noch vor einigen Minuten. Auch ihre Ausdauer verhindert nicht, dass die Angriffe Spuren hinterlassen, doch als Brigitte ihr von außen die Hand entgegenstreckt, kommt die Japanerin wieder auf die Beine und zieht Bella mit sich.

Der Wechsel gelingt, und Brigitte springt unmittelbar auf das mittlere Seil, während Shizuku versucht, Bella für eine Powerbomb hochzunehmen.


Pete: „Black Wyrm Rampage?“


Iokepa erkennt den Ansatz sofort, steigt in den Ring und greift Shizuku am Oberarm, bevor sie Bella vollständig anheben kann. Brigitte muss ihren Sprung abbrechen, die Kalifornierin kommt wieder auf die Füße und stößt Shizuku rückwärts, während Howard Eagle mit erhobenen Armen dazwischengeht.

Brigitte landet im Ring, aber durch die Unterbrechung stehen plötzlich alle vier wieder in unmittelbarer Nähe zueinander. Shizuku weicht auf Eagles Aufforderung zu ihrer Ecke zurück, Iokepa dreht sich ebenfalls zu den Seilen, und Bella nutzt den freien Weg zu einem harten Dropkick gegen Brigitte, der diese bis in die Ringmitte befördert.

Die Französin rollt über die Schulter auf die Knie, versucht aufzustehen und wird von Bella an einem Arm gepackt. Nach einem kurzen Blick zu Iokepa zieht die Kalifornierin sie zur eigenen Ecke, wo der Hawaiianer ihr bereits die Hand entgegenstreckt. Bella schüttelt jedoch den Kopf und deutet stattdessen auf die Ringmitte, denn sie will das Match selbst beenden, und Iokepa scheint zu verstehen, welche Unterstützung sie dafür von ihm erwartet.

Er steigt durch die Seile und übernimmt Brigitte, während Bella sich rückwärts zu den gegenüberliegenden Seilen bewegt.

Mit dem linken Arm umklammert Iokepa Brigittes Oberkörper von hinten, seine rechte Hand zieht ihren rechten Arm nach außen, damit sie ihm nicht einfach einen Ellbogen ins Gesicht schlagen kann. Howard Eagle fordert ihn sofort auf, den Ring zu verlassen, und beginnt mit dem Anzählen, während Bella bereits Maß nimmt.


Pete: „Bella bleibt die Legale, aber Iokepa soll Brigitte für den entscheidenden Treffer festhalten. Wenn dieser Running Kneestrike durchkommt, könnte es das gewesen sein!“

Sven: „Dann sollte sie sich mit dem Kiss of ruin beeilen, bevor Howard ihnen die gemeinsame Arbeitszeit kündigt.“


Brigitte schaut Bella entgegen und zerrt an Iokepas Griff, während die Kalifornierin sich aus den Seilen abstößt. Der Hawaiianer zieht die Französin enger an sich, um ihre hektischen Bewegungen zu unterbinden, doch La Vouivre verlagert ihr Gewicht plötzlich nach rechts und zwingt ihn dadurch, seinen Stand auf dieser Seite zu verbreitern.

Erst als Bella ihren letzten Schritt setzt, knickt Brigitte beide Knie ein, dreht den festgehaltenen Arm nach innen und lässt ihr gesamtes Gewicht nach unten fallen.

Iokepa versucht noch, sie hochzuhalten, muss dabei aber den Oberkörper vorbeugen, und genau in diesem Augenblick trifft Bellas hochschnellendes Knie ihn unterhalb des Kinns.

Der Aufprall reißt seinen Kopf nach hinten, seine Hände geben Brigitte frei, und während die Französin seitlich auf die Matte fällt, taumelt der Hawaiianer gegen die Seile. Bella landet auf dem Standbein und fährt herum, ihre Arme bereits ausgestreckt, als könnte sie den Treffer damit nachträglich verhindern.

Für einen Moment schaut sie nur auf ihren Partner, und dieser Moment reicht Brigitte, um auf den Knien zur eigenen Ecke zu rutschen und Shizukus Hand zu erreichen.


Pete: „Bella hat Iokepa getroffen! Brigitte hat sich im letzten Augenblick aus seinem Griff gedreht, und jetzt kommt Shizuku ins Match!“

Sven: „Da wollten die Modern Erasers gemeinsam für klare Verhältnisse sorgen und haben sich erst einmal selbst sortiert.“


Bella bemerkt den Wechsel, als Shizuku bereits durch die Seile steigt, und stellt sich ihr mit einem hastigen Schlag entgegen. Die Japanerin duckt sich darunter, greift nach Bellas Arm und zieht sie von den Seilen weg, während Brigitte sich noch einmal aufrichtet und von der anderen Seite ansetzt.

Bella versucht, sich loszureißen, doch Shizuku hält sie lange genug fest, damit La Vouivre ihren Kopf unter den freien Arm schieben kann. Einen Augenblick später stehen beide Black Wyrms neben der Kalifornierin, haben jeweils einen Arm eingehakt und werfen sich gleichzeitig nach hinten.

Black Wyrm Glory!

Der doppelte Implant DDT hämmert Bella auf die Matte, und während Shizuku sie sofort auf den Rücken dreht, rollt Brigitte zur Seite und richtet ihren Blick auf Iokepa. Der Hawaiianer hängt noch an den Seilen, eine Hand am Kinn, bekommt aber mit, wie Shizuku sich quer über Bella legt und deren entferntes Bein weit nach oben zieht.


Eins!


Iokepa stößt sich von den Seilen ab und macht einen schwankenden Schritt auf das Cover zu, während Brigitte ihm aus der Hocke entgegenspringt.

Zwei!


Der Spear trifft ihn seitlich am Oberkörper und wirft ihn zurück zwischen die Seile, durch die beide auf den Apron und von dort nach draußen stürzen. Bella zieht auf der Matte ein Bein an und versucht, ihre Hüfte zu drehen, doch Shizuku macht sich schwer über ihren Schultern und hält sie fest.

Drei!


Erst nach dem dritten Schlag bekommt Bella eine Schulter von der Matte, während Howard Eagle bereits auf die Black Wyrms deutet und die Glocke den zweiten Sieg der beiden gegen die Modern Erasers bestätigt.

Shizuku löst das Cover und bleibt neben ihrer Gegnerin sitzen, den Kopf kurz gesenkt und die Hände auf den Oberschenkeln abgestützt. Draußen zieht Brigitte sich am Apron hoch, schaut zunächst nach Iokepa und dann in den Ring, ehe sie mit einem erschöpften, aber ausgesprochen zufriedenen Grinsen unter dem untersten Seil hindurchrutscht.


Pete: „Die Black Wyrms gewinnen auch das Rematch! Brigitte hat das Missgeschick provoziert, Shizuku war sofort bereit, und mit der Black Wyrm Glory haben sie Bella keine Gelegenheit mehr gegeben, sich davon zu erholen!“

Sven: „Iokepa vermutlich auch nicht. Der muss gerade noch herausfinden, welcher der beiden Treffer unangenehmer war.“


Die „Let’s Go Worms~!“-Rufe setzen wieder ein, während Howard Eagle die Hände der Siegerinnen hebt. Brigitte verzieht bei der Bewegung das Gesicht und hält sich mit der freien Hand den Bauch, streckt den anderen Arm aber trotzdem noch ein Stück höher, als Bella sich hinter ihnen langsam auf einen Ellbogen schiebt.

Die Kalifornierin schaut erst zu den Wyrms und dann nach draußen, wo Iokepa mittlerweile am Apron sitzt und vorsichtig seinen Kiefer bewegt. Als ihre Blicke sich treffen, deutet Bella auf die Stelle, an der Brigitte unter dem Angriff weggetaucht ist, doch der Hawaiianer antwortet nur mit einer knappen Bewegung seiner Hand und zieht sich an den Seilen hoch.

Wer zu spät losgelassen und wer zu früh angegriffen hat, dürfte sie noch beschäftigen, während auf der anderen Seite des Rings Shizuku ihrer Partnerin eine Hand auf die Schulter legt. Sie lächelt und hilft ihr durch die Seile, während „Dragon Rider“ den Abgang der Siegerinnen begleitet und die Modern Erasers im Ring zurückbleiben.


Sieger des Matches durch Pinfall: Bella Venera: Black Wyrms!




- Früher am heutigen Tag -


Zwei Zentimeter weiter rechts und der Tag von Blue Blood hätte mit einem Todesfall begonnen.

Der Schwarm Stare hoch über der sonnenbeschienenen Burg Satzvey hat es nur seiner Flugakrobatik und Reaktionsschnelligkeit zu verdanken, nicht vom Himmel gefetzt zu werden. Was mörderisch zwischen ihnen hindurchgeschossen ist, war kein exotischer Vogel...sondern ein scharf geschnittener Golfball amerikanischer Produktion. Folgt man der Flugkurve des Balles zurück zum Verursacher, sieht man "Mr. Fairway" Rupert Wooten - die Augen durch eine Schirmmütze von der Sonne geschützt - im Kreise zweier Begleiter. Wooten, Sademi und der Botschafter Luxemburgs, Sandro, lachen herzlich miteinander, während sie dem Flug des Balles folgen. Just prallt er von der Burgmauer ab und rollt ins anliegende Gras. Wen interessieren schon Altehrwürdigkeit und Denkmalschutz (oder auch Vogelleben) wenn man kultivierten Spaß unter Freunden haben kann? Schützenswert ist hier nur eines: Die überlegene Kultur des Golfsports.


Steven Sademi: „Etwas ungepflegtes Grün. Aber ein reizvoller Platz.“

Rupert Wooten: „Das Hindernis stört.“


Und mit Hindernis meint er die Burg Satzvey. Für die historische Sehenswürdigkeit hat Mr. Fairway nur ein abschätziges Zungeschnalzen übrig. Er schwingt gelangweilt seinen Schläger hin und her.

Während Sademi einen weiteren Ball aus der Tasche zieht, wandert sein Blick zum Burggraben. Dort sitzt jemand im Gras. Die Beine angewinkelt, die Schultern rund, eine offene Colaflasche neben sich. Jona Pexianer schaut gedankenverloren aufs Wasser. Was er darin sucht, wissen die drei Männer nicht. Aber sein Anblick reicht, um ihr Interesse am Abschlag auf historische Bausubstanz zu mindern.


Steven Sademi: „Da sitzt doch der Bezwinger brasilianischer Champions…“

Rupert Wooten: „Hehe…“


Auch Sandro, der in stolzer Haltung über den „Platz“ marschiert, hat Pex nun erspäht. Sofort breitet sich ein Grinsen auf seinem Gesicht aus.


Sandro: „Sieht aus, als bräuchte er Aufmunterung. Und was kann mehr aufmuntern als das Erscheinen einer luxemburgischen Delegation?“

Steven Sademi: „Dann sollten wir ihm Gesellschaft leisten. Rupert, ein kurzer Annäherungsschlag?“


Der Caddy legt den Ball ins Gras. Wooten nimmt Maß. Am Wasser greift Pex nach seiner Flasche, hebt sie an den Mund…


…und bekommt sie aus der Hand geschossen.


Plastik knackt. Cola schwappt über seinen Schoß. Pex springt auf und blickt entsetzt auf seine nasse, verklebte Hose. Die kaputte Flasche rollt den Hang hinab.


Bei den Luxembirdies wird euphorisch applaudiert.


Sandro: „Ein Weltschlag! Luxemburgisch.“


Pex fährt herum, durch Sandros Triumphgeheul hat er die Richtung seiner Angreifer schnell ausgemacht. Die Luxembirdies kommen näher. Wooten lässt den Schläger locker in seiner Hand pendeln, während Sademi mit anerkennendem Nicken die braune Verfärbung auf Jonas Hose betrachtet.


Jona Pexianer: „Habt ihr sie noch alle!?“

Rupert Wooten: „Vorsicht mit dem Ton, Junge. Wir sind nicht von deinem Vater dafür bezahlt worden, uns von dir verprügeln zu lassen.“


Eine tiefhängende Frucht, diese Anspielung. Und doch sorgt es bei den Luxembirdies für Freude und Gelächter. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Und welch Schaden Pete damit angerichtet hat, seinem Sohn einen Fake-Gegner zu besorgen, ist offenkundig.


Die Wirkung der Beleidigung ist sofort zu sehen. Pexs Mund geht zu. Sein Kiefer spannt sich an, bis sich die Muskeln an den Wangen abzeichnen. Er schaut von einem zum anderen. Drei Männer. Zwei Golfschläger. Er scheint seine Chancen abzuwägen. Will am liebsten seiner Wut freien Lauf lassen.


Sandro: „Du hast doch nicht gedacht, dass wir die große Wiederauferstehung von Jona Pexianer verpasst haben? Der große Betrug mit Nick Kavinsky unter einer Maske. Dein Papa muss wirklich seeeeeeehr stolz auf seinen Sohn sein, wenn er dir nicht einmal mehr echte Matches zutraut.“

Jona Pexianer: „Was wollt ihr von mir?“

Steven Sademi: „Eigentlich nichts. Wir wollen uns nur über dich lustig machen.“


Pex ballt die rechte Hand. Wootens Blick sinkt auf die Faust, dann hebt sich eine Augenbraue. Es ist eine Einladung an Jona, einen Fehler zu machen. Doch bevor Pex entscheiden kann, wie viel Demütigung er heute noch schlucken möchte, ertönt hinter der nächsten Mauerecke eine Stimme.


Und jemand kommt näher.
Rappend.


Jay Taven: „Bald trag ich IC-Gold, ich bin heiß wie ein Toaster,

ihr seid dann vergessen, doch ich komm auf die Poster.

Taven der Überkrasse, Frauen wollen von mir Ficki,

ich mach euch alle platt wie mein Bügeleisen, Diggi.

Der Gürtel kommt zu Jay, so wie Briefe in den Kasten,

ich bin der Albrecht Einstein des Rings und ihr seid nur Spasten.“


Taven nickt zu einem Beat, den nur er hören kann, und unterstreicht die letzte Zeile mit einer ausladenden Handbewegung. Yo yo yo, Brudis. Sein Blick geht über die versammelte Gruppe. Publikum. Gut. Er holt bereits Luft für die nächste Strophe. Und die Anwesenden wissen: Jetzt ist Zeit, zu handeln. Jetzt oder nie.


Sandro fackelt nicht lange. Er nimmt Sademi den Golfball aus der Hand. Und wirft. Taven klappt zusammen. Beide Hände verschwinden zwischen seinen Beinen. Aus seinem Mund kommt ein hoher Ton, der auch mit viel Wohlwollen nicht als Fortsetzung des Raps durchgeht, sondern verdächtig eunuchal tönt. Er sinkt mit einem „UUUUUUAAAAHHH MEINE EIER“ auf die Knie.


Sandro: „Volltreffer. SSSSSSSIIIIIUUU…“


Er beißt sich auf die Zunge. Er würde doch nie im Leben SSSIUUU sagen. Hahaha, er ist doch kein Portugiese. Ein Dummi, wer das denkt.


Sandro: „…schön war das.“


Die Birdie Boys lachen. Pex nutzt den Moment, während alle mit sich selbst beschäftigt sind. Er setzt einen Schritt zurück, dann einen zur Seite. Solange sich alle an Tavens Leiden erfreuen, könnte er einfach gehen. Er hat die Mauerecke schon beinahe erreicht, als Sademi den Kopf dreht.


Steven Sademi: „He, unser Nachwuchstalent schleicht davon!“

Sandro: „Nicht so schnell!“


Pex beschleunigt. Kein Grund, jetzt noch heimlich zu sein; nun kommt es auf Geschwindigkeit an. Hinter ihm trampeln Schritte durchs Gras. Und die Feinde sind schneller. Sie holen ihn ein. Ein Stoß zwischen die Schulterblätter bringt ihn zu Fall. Er landet auf Händen und Knien, versucht sich aufzurichten, doch Sandro wirft sich von hinten auf ihn. Gemeinsam rollen sie zur Seite. Der Luxemburger kommt obenauf zu sitzen und packt Pex am Shirt.


Sandro: „Wenn du Luxemburger wärst, würde ich dich ausbürgern lassen. So ein Loser hätte bei uns nichts verloren. Und in der GFCW auch nicht – vor allem nicht in einem Match, bei dem er mir MEINE Titelchance streitig machen will. Was hat einer wie du in einem Contender-Match zu suchen, hä?“


Pex verzieht das Gesicht. Sandro beugt sich näher.


Sandro: „Und heute Abend ist dein Papa nicht dabei, um…“


Weiter kommt er nicht. Pex reißt einen Arm frei und trifft Sandro seitlich am Kopf. Der Griff lockert sich. Jona stemmt die Füße in den Boden, dreht die Hüfte und wirft seinen Angreifer von sich. Plötzlich liegt Sandro unten. Pex setzt nach. Noch ein Schlag. Der Luxemburger hebt die Arme vor sein Gesicht.


Dann packen zwei Hände Pex unter den Achseln. Wooten zieht ihn zurück. Sademi tritt ihm in die Seite. Jona krümmt sich, wird losgelassen und fällt ins Gras. Sandro rappelt sich hoch. Seine Miene ist rot, sein Stolz verletzt. Dafür muss nun jemand bezahlen. Zu dritt treten sie auf Pex ein, der den Kopf zwischen die Unterarme zieht.


….


….


….


Zac Alonso: „WEG VON IHM!“


Sademi dreht sich zuerst um. Neben der Golftasche liegt eines der fallengelassenen Eisen. Eine Hand greift danach.


Die des Intercontinental Champions.


Zac kommt mit erhobenem Schläger auf sie zu. Wooten weicht zurück, zieht Sademi mit sich. Die Birdie Boys merken, dass sie den schlimmsten Fehler begangen haben, den es überhaupt für einen Golfer gibt: Das eigene Werkzeug außer den Augen gelassen zu haben. Und nun dient es einem unkultivierten Sack als Bewaffnung! Welch Schmach! Und ziemlich gefährlich. Alonso wirkt, als wäre er bereit, es jederzeit einzusetzen.
Sandro braucht einen Augenblick länger, um sich zur Flucht zu entscheiden. Ein wild von Alonso ausgeführter Schwung dicht vor seine Brust beschleunigt die Entscheidung erheblich.


Zac Alonso: „Verpisst euch!“


Die Luxembirdies blicken einander an, wägen die Chancen ab.


Sandro: „Das ist es nicht wert, Jungs. Zac wird seine Strafe bekommen, sobald ich Contender bin – falls er den Titel überhaupt heute Abend behält. Die ganze Delegation: RÜCKZUUUUG!!“


Sie tun es. Sandro zeigt im Rückwärtsgehen auf Alonso und kneift drohend die Augen zusammen. Wooten rettet die Golftasche, Sademi folgt. Erst mit genügend Abstand drehen sie sich ganz um.


Zac wartet, bis sie verschwunden sind. Dann legt er das Eisen ab und kniet sich neben Pex.


Zac Alonso: „Geht’s?“


Pex nickt, obwohl sein Gesicht etwas anderes sagt. Alonso reicht ihm die Hand und zieht ihn hoch. Jona steht schwankend da. Gras klebt an seinem Shirt, Erde an den Knien. Zac klopft ihm die Halme von der Schulter und streicht einen Büschel vom Rücken.


Jona Pexianer: „Danke.“

Zac Alonso: „Sandro kriegst du heute noch. Im Five-Way. Und da lieferst du die Leistung deines Lebens ab, verstanden?“


Pex senkt den Blick. Die Leistung seines Lebens abliefern? Wenn es doch so einfach wäre. Plötzlich ist alles wieder da: Der Zweifel an sich. Die Erinnerung an den wohlmeinenden Betrug seines Vaters.


Jona Pexianer: „Ich weiß ja nicht, ob ich…“

Zac Alonso: „Psst, Pex! Nicht zweifeln. Du weißt, ich habe was für den Nachwuchs übrig. Ich wollte Güldenherz fördern…“


Der Champion hält kurz inne. Seine Hand liegt noch auf Jonas Schulter.


Zac Alonso: „…und vielleicht bist du der Mann, der Güldenherz nicht sein konnte. Das Talent, das nach ein paar Ruckschlägen nicht gleich aufgibt, sondern immer und immer weitermacht. Durchhaltevermögen ist wichtiger als schneller Erfolg.“


Pex schaut auf. Ja, Rückschläge hat er mehr als genügend erlebt. Er sucht in Alonsos Gesicht nach Spott. Und ist überrascht, dass der Champion es ernst zu meinen scheint.


Zac Alonso: „Was dein Vater veranstaltet hat, war nicht deine Entscheidung. Er hat dir einen Bärendienst erwiesen. Doch daran kann man jetzt nichts mehr ändern. Geh raus und zeig, was DU kannst.“


Ein letzter Klaps auf die Schulter. Dann tritt Zac zurück.


Zac Alonso: „Ich würde mich freuen, gegen dich anzutreten. Dafür mache ich heute meinen Job gegen Monica Shade. Und du deinen, einverstanden?“


Er geht. Pex bleibt am Rand des Burggrabens stehen. Die Hose nass, die Seite schmerzhaft. Sein Blick folgt dem Champion, bis dieser hinter der Mauer verschwindet.



Zeit für eine kurze Pause. Mac Müll legt das Mikrofon zur Seite und sinkt zufrieden lächelnd auf eine Produktionskiste. Läuft doch alles gut bisher. Den Showbeginn, die oftmals vollste Zeit einer Ausgabe, hat er hinter sich. Nun steht ihm die Vorfreude auf einen Schlemmersnack ins Gesicht geschrieben. Er zieht eine Banane aus der Tasche seines Jacketts hervor und beginnt, sie genussvoll-langsam abzuschälen, wobei er nicht anders kann, als vor Appetit zu schmatzen und zu stöhnen. Bananen sind geil. Bananen sind die Pommes der Obstwelt.

Versunken in Fruchtfreude bekommt Mac nicht die Schritte mit, die in seinem Rücken näherkommen. Er dreht sich erst um, als ihn eine Stimme direkt anspricht.


Celo Marx. „Mac! Hier bin ich, wir können das Interview starten.“


Honigkuchenpferdbreit grinsend steht der UNGESCHLAGENE Mann da und lässt die Träger seines Schachbrettanzugs flutschen.


Mac Müll: „Aber ich habe doch gar kein Interview mit dir angefra…“

Celo Marx: „Wie lautet deine erste Frage?“


Seufzend ergibt sich Mac in sein Schicksal. Marx macht nicht den Eindruck, mit sich diskutieren zu lassen. Und so rutscht Mac von der Kiste zurück in die Vertikale und schaltet vom Pausenmodus zurück in den Arbeitsmodus.

Marx stampft schon ungeduldig mit dem Fuß auf und ab.


Celo Marx: „Na, komm schon, Mac. Was willst du wissen, he? Hast du eine Frage zu meiner STREAK!?“

Mac Müll: „Celo, meine erste Frage lautet, äh…“


Ja, was will er von Celo Marx wissen? Es ist hart. Sein Kopf rattert wie ein Uhrwerk, doch so wirklich kommt da nichts, was ihn interessiert. Schließlich ist das hier Blue Blood. Burg Satzvey. Und Marx steht nicht mal auf der Card.

Aber er hält Celo schon mal aus Gewohnheit das Mikrofon hin. Und merkt seinen Fehler zu spät. Denn sein vermeintliches Mikrofon war die geile Banane.


Celo Marx: „Boah, das ist aber nett von dir.“

Mac Müll: „Halt! Meine Ban…“


Zu spät. Marx hat bereits abgebissen. Und abgebissen heißt in diesem Fall: Mit einer Mundbewegung die ganze Frucht aus der Schale gerissen. Nun schluckt er sie am Stück herunter wie ein Pinguin einen Fisch.

Mit vollem Mund spricht er weiter. Mit bibbernder Unterlippe und wässrigen Augen sieht Mac zu, wie sein Pausensnack einen anderen beglückt.


Celo Marx: „Weißt du, Mac. Du brauchst gar keine Frage zu stellen. Die Leute interessiert doch sowieso nur eine Sache: Wann nimmt dieser irre Celo Marx-Run ein Ende? Und ich sage dir: Ich weiß es selbst nicht. Es ist beinahe unheimlich, wie erfolgreich ich bin. Seit mehr als einem HALBEN JAHR UNGESCHLAGEN. Manchmal setze ich mich zuhause ruhig bin und dann erschrecke ich mich vor mir selbst. Es kann einen Angst und Bange machen, so gut zu sein.“


Der Deutsch-Niederländer reibt sich über das schüttere Haupthaar.


Celo Marx: „Manchmal frage ich mich: Ist meine Mutter überhaupt meine Mutter?“

Mac Müll: „Hä? Was hat das damit zu tun?“

Celo Marx: „Na, denk doch mal nach. Wenn Celo Marx eine Mutter hat, wäre er eindeutig ein Mensch. Aber - bin - ich auch eindeutig ein Mensch? Ich glaube, dieser Beweis ist nicht eindeutig erbracht. Menschen können zu Fall gebracht werden. Menschen können verlieren. Aber ich…dieser Beweis steht aus.“


Während er mit dem Fingernagel die letzten Bananenkrümel aus seinen Zähnen entfernt, lässt Marx abermals die Träger seines Schachbrettanzugs schnalzen.


Mac Müll: „Ich danke dir für dieses aufschlussreiche Interview, Celo.“

Celo Marx: „Wie? Das war es schon? Denk dran: Wer weiß, wie oft du die Chance bekommst, einen UNBESIEGTEN zu interviewen? Du hast sicher noch viel mehr Fragen.“

Mac Müll: „Tut mir leid, ich muss zum nächsten Termin. Tschüss.“


Und schon ist Mac verschwunden. Schneller als ein Abra, noch ehe Celo „Halt“ sagen kann. Der Schachbrettmann schaut dem Reporter kopfschüttelnd hinterher.

Dann dreht sich Marx zur Kamera um. Das Filmteam war gerade drauf und dran, es Mac nachzutun und zu verschwinden. Der Regie die Anweisung zu geben, dass man wegschalten kann. Doch ein durchdringender Blick des Unbesiegten lässt den Kameramann einhalten.


Celo Marx: „He, nicht abhauen. Halt weiter drauf auf mich. Auf den Mann mit der Streak.“


Die Kamera stöhnt und räuspert sich. Vielleicht auch der Mann dahinter, das kann nicht eindeutig bestätigt werden.


Kameramann: „Ok, und was soll ich tun?“

Celo Marx: „Film mich, wie ich cool in der Gegend rumlaufe.“


Also filmt die Kamera, wie Celo Marx cool in der Gegend rumläuft. Er geht durch die inneren Gänge von Burg Satzvey und wackelt mit den Schultern, als habe er unter den Armen Rasierklingen. Als er sich am Anblick des Burginneren genügend ergötzt hat, geht es nach draußen, aufs Gelände. Ein paar Zuschauer bemerken ihn und halten ihm uneuphorisch ihre Eintrittskarten entgegen, damit er unterschreibt. Doch Marx bemerkt sie nicht. Er hat seine Augen bereits auf ein anderes Ziel gerichtet.

Celo Marx interessiert ein Zelt, welches etwas abseits der Ringarea aufgestellt wurde. Es steht dort, wo das Publikum keinen Zutritt hat. Im internen Bereich. Auf den ersten Blick ein normales Zelt, vielleicht als temporärer Lagerraum gedacht…? Doch etwas erweckt Celos Neugier und als die Kamera ihm pflichtschuldig folgt, erkennen auch die Zuschauer den Grund für das Interesse des Schachbrettmannes.

Es ist das Zelt von Refuse to Age.

Durch eine kleine Lücke sind medizinisches Equipment und Kisten mit Supplements zu sehen. Daneben der Ansatz einer Liege, zu sehr durchsichtige Schläuche führen. Instinktiv spürt Celo Marx, dass er hier nicht sein sollte. Aber er kann nicht anders, als seiner Neugier zu folgen. Und überhaupt: Er ist unbesiegbar. Was soll ihm schon passieren?

Und so schiebt Marx leise einer der Planen zur Seite und beugt seinen Kopf hinunter, ums in Innere des Zeltes zu spähen.

…

…

Als Marx wieder seinen Kopf zurückzieht, sind seine Augen vor Erstaunen geweitet. Es ist für ihn wie für Howard Carter im Grab des Tutanchamun.

Celo dreht sich zur Kamera.


Celo Marx: „ICH – KANN – ES – NICHT- GLAUBEN! Was passiert da drin?“


Kopfschüttelnd sucht er nach den richtigen Worten. Wenn es nicht um seine Streak geht, fällt es ihm schwer, sich richtig auszudrücken.


Celo Marx: „Wisst ihr, was ihr gerade entdeckt habe? Der geheime Blut-Spender von Danny Rickson ist…“


…

…

Der Schlag mit dem Stuhl trifft Celo Marx am Rücken.

Er sinkt zu Boden.

Das Letzte, bevor das Bild schwarz wird, ist Hollywood Jake, der über den Niedergeschlagenen hinweg ins Zelt steigt.

Es ist an der Zeit, Danny Rickson für den Kampf abzuholen.